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    von Silke Wenzel
    Namen:
    Cecilia Gates
    Lebensdaten:
    geb. um in , England
    gest. in London, England
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Bratscherin, Konzertorganisatorin, Musikpädagogin, Hochschullehrerin
    Charakterisierender Satz:

    „It is [...] gratifying to state that the first performance of the Ladies’ Quartet [...] possessed besides the attraction of curiosity that of considerable skill. Miss Emily Shinner’s playing being sufficiently known, does not require special notice. Miss Holiday exhibited the important negative merit of subordination incumbent on the second violin. Cecilia Gates excelled by the pure and soft tone and manipulation of her tenor, and Miss Florence Hemmings showed unusual competence on the exacting violoncello. Intelligent reading, good intonation and unanimity characterised the performance throughout, which even improved as confidence increased, in its progress from Beethoven to Schumann and Haydn, so that during the last-named quartet the listener might, without great stretch of imagination, frequently have fancied himself at the Monday Popular Concerts.“


    Es ist [...] erfreulich feststellen zu können, dass das erste Auftreten des Damenquartetts [...] nicht nur die Attraktion des Kuriosen enthielt, sondern auch ein bemerkenswertes Können offenbarte. Miss Emily Shinners Spiel ist hinreichend bekannt und erfordert keine weitere Beschreibung. Miss Holiday zeigte das wichtige, wenig beliebte Verdienst der Unterordnung, das der zweiten Geige obliegt. Cecilia Gates brillierte mit einem reinen und weichen Ton sowie mit der Klangvielfalt ihrer Bratsche, und Miss Florence Hemmings zeigte ein ungewöhnliches Können auf dem anspruchsvollen Violoncello. Intelligente Interpretationen, gute Intonation und Einhelligkeit waren durchweg die Besonderheiten des Auftritts, der sich sogar mit wachsendem Zutrauen von Beethoven zu Schumann und Haydn qualitativ steigerte, so dass sich der Zuhörer während des letzten Quartetts ohne große imaginative Anstrengung häufig in den Monday Popular Concerts wähnte.“


    („Monthly Musical Record“ vom 1. Mai 1887, S. 115)


    Profil

    Die Geigerin und Bratscherin Cecilia Gates wurde an der Londoner Royal Academy umfassend als Streicherin ausgebildet; neben Violine und Viola studierte sie zeitweise auch das Fach Violoncello. Nach ihrem Studium konnte sie sich rasch als Solistin, Kammermusikerin und Musikpädagogin in London etablieren. Parallel zu ihren solistischen Auftritten als Geigerin gehörte sie von 1887 bis 1910 mehreren bekannten englischen Damenstreichquartetten als Bratscherin an. Die Ensembles wurden jeweils von einer Schülerin des Geigers Joseph Joachim geführt: Von 1887 bis 1897 war Cecilia Gates Mitglied des „Emily Shinner Quartet“, von 1897 bis ca. 1901 Mitglied des „Gabriele Wietrowetz Quartet“, in den Jahren 1904/05 spielte sie im Nora Clench Quartet und ab 1907 im Beatrice Langley Quartet. Darüber hinaus war Cecilia Gates auch eine gefragte Musikpädagogin. Direkt nach ihrem Studienabschluss erhielt sie eine Stelle als Lehrende am Ladies’ Department des Londoner King’s College, im Jahr 1898 war sie Professorin für Violine und Viola an der Guildhall School of Music.

    Orte und Länder

    Cecilia Gates wurde vermutlich in England geboren und wuchs im Großraum London auf. Von 1884 bis 1887 studierte sie an der Royal Academy of Music in London und verbrachte dort ihr weiteres Leben. Sie erhielt zunächst eine Stelle als Instrumentallehrerin am Ladies’ Department des Londoner King’s College und wirkte 1898 als Professorin für Violine und Viola an der dortigen Guildhall School of Music. Cecilia Gates konzertierte vorwiegend in England.

    Biografie

    Cecilia Gates wurde vermutlich in England geboren und wuchs im Großraum London auf. Über ihre Herkunft ist nur bekannt, dass ihr Vater als Musiker auftrat. Ihren ersten Violinunterricht erhielt Cecilia Gates von Mr. Barnett, dem Konzertmeister der Festivalorchester von Birmingham und Worcester (vgl. „The Musical Standard“ vom 19. März 1898, S. 182). Bereits als Jugendliche spielte Cecilia Gates in einem Konzert der Whitgift Middle-class School in Croydon die Barcarolle G-Dur op. 135 Nr. 1 von Louis Spohr. (Cecila Gates hat diese Schule vermutlich nicht selbst besucht, die Whitgift Middle-class School war zu dieser Zeit eine Knabenschule.) In der Rezension des „Musical Standard“ wird sie als Tochter eines mitwirkenden Musikers bezeichnet: „Croydon. – The annual concerts of the Whitgift Middle-class School, given by the Whitgift boys and friends, were this year more especially interesting and effective [...]. A novelty was introduced this year by the performance of a violin solo by Miss Cecilia Gates, the daughter of one of the gentlemen performers. Her rendering of Spohr’s Barcarole in G major was most artistic, graceful, and charming.“ („Croydon – Das Jahreskonzert der Whitgift Middle-class School, das von den Whitgift Knaben und Freunden gegeben wird, war diese Jahr besonders interessant und wirkungsvoll [...]. Eine Neuheit wurde diese Jahr mit der Aufführung eines Violinsolos eingeführt, das Miss Cecilia Gates spielte, die Tochter von einem der mitwirkenden Musiker. Ihre Wiedergabe von Spohrs Barcarolle in G-Dur war sehr kunstvoll, reizend und charmant.“; „The Musical Standard“ vom 5. Januar 1878, S. 5)


    Von 1884 bis 1887 studierte Cecilia Gates an der Royal Academy of Music die Fächer Violine bei Prosper Sainton, Viola bei Ludwig Strauss, der in den von Joseph Joachim geführten Streichquartetten der Popular Concerts den Violapart spielte, sowie Violoncello bei William Whitehouse. Darüber hinaus erhielt sie auch Violinunterricht von Johann Kruse (vgl. „The Musical Standard“ vom 19. März 1898, S. 182). Ihre regelmäßigen Auftritte in den Studierendenkonzerten der Royal Academy waren von zwei Besonderheiten geprägt: Zum einen spezialisierte sich Cecilia Gates bereits während ihres Studiums auf den Violapart in Kammermusikensembles, zum zweiten führte sie dabei neben dem klassisch-romantischen Studienrepertoire zahlreiche neue Werke, vor allem von Kompositionsstudentinnen, auf. Im Februar 1885 übernahm sie in diesem Rahmen den Violapart in Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 und spielte einen Monat später an derselben Stelle gemeinsam mit der Pianistin Dora Bright, der Geigerin Winifred Robinson und dem Violoncellisten J. E. Hambleton das unveröffentlichte Klavierquartett a-Moll der Komponistin Rosalind Ellicott aus dem Manuskript (vgl „The Musical World“ vom 21. Februar 1885, S. 119; vom 21. März 1885, S. 181). Im Mai 1885 führte sie mit der Geigerin Winifred Robinson, dem Geiger H. C. Tonking und dem Violoncellisten William Gill das Streichquartett der Studentin Beatrice Davenport aus dem Manuskript auf und beteiligte sich im Oktober 1885 an Felix Mendelssohn Bartholdys Oktett für Streicher Es-Dur op. 20 (vgl. „The Musical World“ vom 16. Mai 1885, S. 305; vom 24. Oktober 1885, S. 676). Auch als Geigerin trat Cecilia Gates in den Studierendenkonzerten hin und wieder auf. So spielte sie z. B. im November 1885 „Introduction and Romance“ g-Moll für Violine und Klavier ihrer Kommilitonin Lucy Downing aus dem Manuskript, gemeinsam mit der Komponistin am Klavier (vgl. „The Musical World“ vom 21. November 1885, S. 733). Bei einem Orchesterkonzert der Royal Academy im Januar 1887 in der Londoner St. James’s Hall konzertierte Cecilia Gates mit einzelnen Sätzen aus Ludwig van Beethovens Violinkonzert D-Dur op. 61; möglicherweise war dies ihr Abschlusskonzert. Die „Musical Times“ rezensierte: „Miss Cecilia Gates, in a portion of Beethoven’s Violin Concerto, demonstrating the possession of very decided talent, and the result of sound tuition.“ („Miss Cecilia Gates zeigte in einem Teil von Beethovens Violinkonzert den Besitz eines sehr entschiedenen Talents und das Ergebnis von einem Unterricht, der auf Klang ausgerichtet ist.“; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1887, S. 26)


    Direkt nach ihrem Studienabschluss, spätestens im April 1887, wurde Cecilia Gates als Musikpädagogin am Ladies’ Department des King’s College angestellt und konnte sich in den folgenden Jahren in diesem Bereich profilieren. Einem Zeitungsbericht von März 1898 zufolge war sie zu dieser Zeit bereits Professorin für Violine und Viola an der Londoner Guildhall School of Music und verfügte darüber hinaus über einen großen privaten Schülerkreis (vgl. „The Musical Standard“ vom 19. März 1898, S. 182). Dennoch ist kaum etwas über ihre Lehrtätigkeit bekannt.


    Mehr als zwanzig Jahre lang, von 1887 bis 1910, konzertierte Cecilia Gates regelmäßig in London und weiteren englischen Städten als Kammermusikerin in verschiedenen Ensembles und als Solistin. Dabei war sie vor allem in den Kreis um die in London lebenden Schülerinnen und Schüler von Joseph Joachim und Clara Schumann eingebunden. Kontinuierlich spielte sie in dieser Zeit als Bratscherin in mehreren Damenstreichquartetten, die alle von Joseph Joachim-Schülerinnen geführt wurden: Von 1887 bis 1897 war Cecilia Gates Mitglied des „Emily Shinner Quartet“ (Emily Shinner, Violine 1; Lucy Stone, Violine 2; Florence Hemmings, Violoncello), von 1897 bis ca. 1901 Mitglied des „Gabriele Wietrowetz Quartet“ (Gabriele Wietrowetz, Violine 1; Lucy Stone, Violine 2; Florence Hemmings, Violoncello), in den Jahren 1904/05 spielte sie im Nora Clench Quartet (Nora Clench, Violine 1; Lucy Stone, Violine 2; May Mukle, Violoncello) und ab 1907 im Beatrice Langley Quartet (Beatrice Langley, Violine 1; Dorothy Bridson, Violine 2; May Mukle, Violoncello). Darüber hinaus konzertierte sie mit den Geigerinnen Marie Soldat und Clara Fry, den Pianistinnen Agnes Zimmermann, Alice Miller, Dora Bright, Lily Henkel, Fanny Davies, Leonard Borwick, Mathilde Verne und Mary Wurm sowie mit den Sängerinnen und Sängern Marie Fillunger, Lilian Jane Henschel und George Henschel.


    Das Emily Shinner Quartet wurde im Frühjahr 1887 am Ladies’ Department des King’s College gegründet (zunächst noch mit Miss Holiday als Violine 2) und spielte dort am 7. April 1887 sein erstes Konzert. Auf dem Programm standen Streichquartette von Ludwig van Beethoven (D-Dur op. 18 Nr. 3), Robert Schumann (F-Dur op. 41 Nr. 2) und Joseph Haydn (C-Dur op. 76 Nr. 3). Der „Monthly Musical Record“ rezensierte: „It is [...] gratifying to state that the first performance of the Ladies’ Quartet [...] possessed besides the attraction of curiosity that of considerable skill. Miss Emily Shinner’s playing being sufficiently known, does not require special notice. Miss Holiday exhibited the important negative merit of subordination incumbent on the second violin. Cecilia Gates excelled by the pure and soft tone and manipulation of her tenor, and Miss Florence Hemmings showed unusual competence on the exacting violoncello. Intelligent reading, good intonation and unanimity characterised the performance throughout, which even improved as confidence increased, in its progress from Beethoven to Schumann and Haydn, so that during the last-named quartet the listener might, without great stretch of imagination, frequently have fancied himself at the Monday Popular Concerts. [...] Some of our readers may feel interested to know that these clever performers teach at the King’s College Ladies’ Department, 13, Kensington Square.“ (Es ist [...] erfreulich feststellen zu können, dass das erste Auftreten des Damenquartetts [...] nicht nur die Attraktion des Kuriosen enthielt, sondern auch ein bemerkenswertes Können offenbarte. Miss Emily Shinners Spiel ist hinreichend bekannt und erfordert keine weitere Beschreibung. Miss Holiday zeigte das wichtige, wenig beliebte Verdienst der Unterordnung, das der zweiten Geige obliegt. Cecilia Gates brillierte mit einem reinen und weichen Ton sowie mit der Klangvielfalt ihrer Bratsche, und Miss Florence Hemmings zeigte ein ungewöhnliches Können auf dem anspruchsvollen Violoncello. Intelligente Interpretationen, gute Intonation und Einhelligkeit waren durchweg die Besonderheiten des Auftritts, der sich sogar mit wachsendem Zutrauen von Beethoven zu Schumann und Haydn qualitativ steigerte, so dass sich der Zuhörer während des letzten Quartetts ohne große imaginative Anstrengung häufig in den Monday Popular Concerts wähnte. [...] Einige unserer Leser wird es interessieren zu erfahren, dass diese klugen Interpretinnen am King’s College Ladies’ Department unterrichten.“; „Monthly Musical Record“ vom 1. Mai 1887, S. 115; vgl. auch „The Musical World“ vom 9. April 1887, S. 277) Das Quartett trat in den folgenden Jahren regelmäßig in London und weiteren englischen Städten auf und hatte bis 1897 Bestand. Dabei konzentrierte es sich vor allem auf das klassisch-romantische Repertoire, mit Werken von Franz Schubert (Streichquartett d-Moll D 810, „Der Tod und das Mädchen“), Johannes Brahms (Klavierquintett f-Moll op. 34, Streichquartett B-Dur op. 67), Antonín Dvořák (Klavierquintett A-Dur op. 81), Ludwig van Beethoven (Streichquartett F-Dur op. 18 Nr. 1) und Peter I. Tschaikowsky (Streichquartett d-Moll op. 17, D-Dur op. 11). 1897 übernahm die Geigerin Gabriele Wietrowetz die Führung des Damenstreichquartetts, und auch in dieser Formation hatte das Ensemble – nach wie vor mit Cecilia Gates als Bratscherin – mehrere Jahre lang, bis 1901, Bestand. Ab 1904 beteiligte sich Cecilia Gates am Nora Clench Quartet, das erstmals im Juni 1904 in der Londoner Æolian Hall auftrat (vgl. „The Violin Times“ vom Juli 1904, S. 101) und in der Saison 1904/05 dort eine eigene Konzertreihe veranstaltete. Beim ersten Konzert standen Streichquartette von Hugo Wolf (d-Moll o. op.) und Johannes Brahms (a-Moll op. 51 Nr. 2) auf dem Programm: „The Nora Clench Quartet [...] gave the first of four chamber concerts at the Æolian Hall on Monday evening, Novemer 21st, when the late Hugo Wolf’s quartet in D minor was heard for the first time in London. [...] Very high praise must be accorded the quartet for an interpretation that was admirably integral in feeling and expression.“ („Das Nora Clench Quartet [...] gab am Montag Abend, dem 21. November, das erste von vier Kammermusikkonzerten in der Æolian Hall, bei dem das späte d-Moll Quartett von Hugo Wolf erstmals in London zu hören war. [...] Dem Quartett muss ein großes Lob für eine Interpretation ausgesprochen werden, die in Gefühl und Ausdruck wunderbar geschlossen war.“; „The Violin Times“ vom Januar 1905, S. 1) Ab 1906 spielte Cecilia Gates parallel in einem weiteren Damen Streichquartett, dem Beatrice Langley Quartet. Mit diesem Ensemble trat sie z. B. bei den legendären „Twelve o’Clock concerts“ auf, die die Pianistin Mathilde Verne in der Londonder Æolian Hall veranstaltete (vgl. „The Athenæum“ vom 22. Dezember 1906, S. 810). Das Ensemble trat in dieser Formation auch noch 1910 auf, u. a. gemeinsam mit der Pianistin und Clara Schumann-Schülerin Lily Henkel: „Concerts of chamber music were given by Madame Lily Henkel in conjunction with various performers, at Steinway Hall, on November 23 and December 4, when attention was given in turn to French and Russian music. The French works included an attractive Pianoforte quartet in A minor by Ernest Chausson, and the C minor Quartet by M. Gabriel Fauré, played with complete understanding by the concert-giver and Madame Beatrice Langley (violin), Miss Cecila Gates (viola), and Miss May Mukle (violoncello).“ („Kammermusikkonzerte wurden von Madame Lily Henkel gemeinsam mit weiteren Musikern in der Steinway Hall am 23. November und 4. Dezember veranstaltet, bei denen ein Schwerpunkt auf französische und russische Musik gelegt wurde. Die französischen Werke umfassten ein attraktives Klavierquartett in a-Moll von Ernest Chausson [recte: A-Dur op. 30] und das c-Moll-Quartett von Gabriel Fauré [op. 15], das mit tiefem Verständnis von der Konzertgeberin und Madame Beatrice Langley (Violine), Miss Cecilia Gates (Viola) und Miss May Mukle (Violoncello) gespielt wurde.“; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1910, S. 27)


    Neben ihrer umfangreichen Konzerttätigkeit als Kammermusikerin trat Cecilia Gates auch regelmäßig als Geigerin auf. So wirkte sie z. B. im Dezember 1891 bei einem Konzert in der Londoner Exeter Hall mit und spielte bei dieser Gelegenheit eine Violinsonate g-Moll von einem Komponisten namens Kotmi, die Romanze op. 48 von Heinrich Karl Johann Hofmann und eine Mazurka von Henri Wieniawski. Die „Musical News“ notierten über Cecilia Gates: „Her artistic playing, pure in tone, accurate in expression, finished and dainty in style, delighted the audience, and she proved herself in every way an accomplished violinist.“ („Ihr kunstreiches Spiel, rein im Klang, exakt im Ausdruck, stilistisch perfekt und anmutig, erfreute das Publikum, und sie zeigte sich in jeder Hinsicht als herausragende Geigerin.“; „Musical News“ vom 4. Dezember 1891, S. 800) Im Juni 1894 trat Cecilia Gates bei einem Konzert in der Londoner Queen’s Hall auf, das die Sängerin Miss Bass veranstaltete. Dabei spielte sie Henri Wieniawskis „Polonaise brillante“ A-Dur op. 21, Louis Spohrs Barcarolle G-Dur op. 135 Nr. 1 und Edvard Griegs Violinsonate F-Dur op. 8 (vgl. „Musical News“ vom 23. Juni 1894, S. 587). Im März 1898 veranstaltete Cecilia Gates zudem ein eigenes Konzert in der Londonder Queen’s Hall (vgl. „The Musical Standard“ vom 19. März 1898, S. 182).


    In der Saison 1899/1900 übernahm Cecilia Gates die Leitung einer Kammermusikserie im neugebauten „Music Court“ des Londoner Crystal Palace, wie die Zeitschrift „The Athenæum“ meldete: „In the newly constructed Music Court at the Crystal Palace a series of chamber concerts was successfully inaugurated on Monday evening, under the direction of Miss Cecilia Gates.“ („Im neu errichteten Musikhof des Crystal Palace wurde am Montag Abend eine neue Reihe von Kammermusikkonzerten unter der Leitung von Miss Cecilia Gates erfolgreich begründet.“; „The Athenæum“ vom 2. Dezember 1899, S. 769). Am ersten Abend spielte dort ein Streichquartett unter der Führung des Geigers Johann Kruse, das mit der Pianistin Adele Verne zum Klavierquintett erweitert wurde (vgl. ebd.). Die Konzertreihe hatte auch in der Saison 1900/01 Bestand.


    Nach 1910 scheint sich Cecilia Gates nahezu vollständig aus dem öffentlichen Musikleben zurückgezogen zu haben.


    Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es sich bei der Todesanzeige, die 1943 in der „Times“ erschien, um die Musikerin handelt. „On Dec. 12, 1943, at a nursing home, after a long illness, Cecilia Gates, of 23, Redcliffe Gardens, S. W. LO, aged 81 years.“ („Am 12. Dezember 1943, in einem Pflegeheim, nach langer Krankheit, Cecilia Gates, aus 23, Redcliffe Gardens, S. W. LO, im Alter von 81 Jahren.“; „The Times“ vom 14. Dezember 1943, S. 1) Cecilia Gates starb demnach vermutlich am 12. Dezember 1943 in London.

    Rezeption

    Die Kammermusikerin, Solistin und Musikpädagogin Cecilia Gates war zwischen 1885 und 1910 im Londoner Musikleben präsent. Als Bratscherin geriet sie nur selten ins direkte Blickfeld der Musikkritik, und bis heute ist kein einziger Lexikonartikel über sie erschienen. Die Kontinuität ihres Schaffens und das künstlerische Umfeld sind jedoch ein Hinweis darauf, dass sie unter ihren Zeitgenossen als herausragende Musikerin anerkannt war.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Cecilia Gates kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie als Kammermusikerin nahezu die gesamte Breite des klassisch-romantischen Repertoires kannte. Nachgewiesen sind Aufführungen der folgenden Werke:



    Violine


    Beethoven, Ludwig. Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61


    Downing, Lucy. Introduction and Romance g-Moll für Violine und Klavier


    Grieg, Edvard. Violinsonate F-Dur op. 8.


    Hofmann, Heinrich Karl Johann. Romanze für Violine und Klavier op. 48 (orig. für Violoncello und Klavier).


    Kotmi, ?. Violinsonate g-Moll


    Spohr, Louis. Barcarolle G-Dur op. 135 Nr. 1.


    Wieniawski, Henri. Mazurka (keine Präzisierung möglich).

    Wieniawski, Henri. Polonaise brillante A-Dur op. 21



    Viola


    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett F-Dur op. 18 Nr. 1

    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett D-Dur op. 18 Nr. 3


    Brahms, Johannes Brahms. Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2

    Brahms, Johannes, Streichquartett B-Dur op. 67

    Brahms, Johannes. Klavierquintett f-Moll op. 34


    Chausson, Ernest. Klavierquartett A-Dur op. 30


    Davenport, Beatrix. Streichquartett


    Dvořák, Antonín. Klavierquintett A-Dur op. 81


    Ellicott, Rosalind. Klavierquartett a-Moll


    Fauré, Gabriel. Klavierquartett c-Moll op. 15


    Haydn, Joseph. Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3


    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Oktett für Streicher Es-Dur op. 20


    Schubert, Franz. Streichquartett d-Moll D 810, „Der Tod und das Mädchen“


    Schumann, Robert. Klavierquintett Es-Dur op. 44

    Schumann, Robert. Streichquartett F-Dur op. 41 Nr. 2


    Tschaikowsky, Peter I. Streichquartett D-Dur op. 11

    Tschaikowsky, Peter I. Streichquartett d-Moll op. 17


    Wolf, Hugo. Streichquartett d-Moll o. op.

    Quellen

    Zeitschriftenartikel und Konzertrezensionen


    Monthly Musical Record vom 1. Mai 1887, S. 115.


    The Athenæum vom 2. Dezember 1899, S. 769.

    The Athenæum vom 22. Dezember 1906, S. 810.


    The Musical News vom 4. Dezember 1891, S. 800.

    The Musical News vom 23. Juni 1894, S. 587.


    The Musical Standard vom 19. März 1898, S. 182.

    The Musical Standard vom 19. März 1898, S. 182.

    The Musical Standard vom 5. Januar 1878, S. 5.


    The Musical Times vom 1. Januar 1887, S. 26.

    The Musical Times vom 1. Januar 1910, S. 27.


    The Musical World vom 21. Februar 1885, S. 119.

    The Musical World vom 21. März 1885, S. 181.

    The Musical World vom 16. Mai 1885, S. 305.

    The Musical World vom 24. Oktober 1885, S. 676.

    The Musical World vom 21. November 1885, S. 733.

    The Musical World vom 9. April 1887, S. 277.


    The Times vom 14. Dezember 1943, S. 1.


    The Violin Times vom Juli 1904, S. 101.

    The Violin Times vom Januar 1905, S. 1.



    Links


    http://www.concertprogrammes.org.uk (Stand: 24. September 2013)

    Die britische Concert Programmes Database enthält mehrere Hinweise auf Programme von Konzerten, an denen Cecilia Gates beteiligt war.

    Forschung

    Zu Cecilia Gates liegen keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Cecilia Gates umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen und privaten Kontakte.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 20.08.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Cecilia Gates“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 20.8.2014.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Cecilia_Gates