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  • Caroline Montigny-Rémaury

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin Caroline Montigny-Rémaury mit einer handschriftlichen Widmung an Franz Liszt („une fidèle du troupeau / au cher maître/ Franz Liszt / Caroline Montigny“. Fotografie von Louis Held, Weimar, ca. 1884/85
    Namen:
    Caroline Montigny-Rémaury
    Geburtsname: Caroline Rémaury
    Varianten: Caroline Montigny-Rémaury de Serres
    Lebensdaten:
    geb. in Pamiers, Frankreich
    gest. in Pamiers, Frankreich

    Caroline Montigny-Rémaury trat bis zu ihrer ersten Heirat 1866 unter ihrem Mädchennamen Caroline Rémaury auf und fügte anschließend den Namen ihres Mannes hinzu. Nach ihrer zweiten Heirat 1885 nahm sie den Namen ihres zweiten Mannes vollständig an und nannte sich Caroline de Serres.
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin
    Charakterisierender Satz:

    „Un son clair et superbe, un style noble et pur, une excellente manière de phraser, la vive et saine compréhension des maîtres, à quelque genre qu’ils appartiennent, et par conséquent la souplesse et la variété dans le jeu, telles sont les qualités de cette grande artiste, que exécute avec la même supériorité les œuvres de Bach ou de Rameau, de Mozart ou de Beethoven, de Schumann ou de Chopin, de Schuloff ou de Mendelssohn, ou encore les production des jeunes compositeurs contemporains, MM. Saint-Saëns, Widor, Rubinstein, Godard, etc.“


    „Ein klarer und wunderbarer Ton, ein edler und reiner Stil, eine exzellente Art zu phrasieren, das lebendige und vorbehaltslose Verständnis der Meister, welchen Genres sie auch angehören, und, daraus folgend, Geschmeidigkeit und Variabilität im Spiel, dies sind die Eigenschaften dieser großen Künstlerin, die mit der gleichen Souveränität Werke von Bach oder Rameau, von Mozart oder Beethoven, von Schumann oder Chopin, von Schuloff oder Mendelssohn oder sogar die Werke junger zeitgenössischer Komponisten, der Herren Saint-Saëns, Widor, Rubinstein, Godard u. a. interpretiert.“


    (François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens, 2me édition, Supplément 1881-89).


    Profil

    Caroline Montigny-Rémaury studierte am Pariser Conservatoire de Musique bei Félix Le Couppy das Fach Klavier sowie „Harmonie et Accompagnement“ bei einer Mme. Dufresne. Nach ihrem Studium konnte sie sich im französischen und internationalen Musikleben als Pianistin etablieren und galt dabei als herausragende „klassische Pianistin“. Ihr Repertoire umfasste u. a. Kompositionen von Jean-Philippe Rameau, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Frédéric Chopin. Gleichzeitig führte sie jedoch auch Werke zeitgenössischer Komponisten auf und vertrat in ihren Konzerten die so genannte moderne französische Schule. Ab 1871 engagierte sie sich in der „Société Nationale de Musique Française“ und führte dort u. a. Werke von Charles-Marie Widor, Benjamin Godard, Anton Rubinstein, César Franck und Camille Saint-Saëns auf; mit Camille Saint-Saëns verband sie zudem eine intensive Freundschaft.

    Orte und Länder

    Caroline Montigny-Rémaury wurde in der pyrenäischen Stadt Pamiers (Ariège) geboren. Ab Mitte der 1850er Jahre studierte sie Klavier und Komposition am Pariser Konservatorium und behielt anschließend ihren Wohnsitz in Paris. Im Jahr 1885 heiratete sie Auguste de Serres, einen Direktor der österreichischen Eisenbahn, und ließ sich mit ihrem Mann in Wien nieder. Konzertreisen führten Caroline Montigny-Rémaury u. a. durch Frankreich, England, Deutschland und Österreich-Ungarn. Sie starb 1913 in Pamiers, ihrem Geburtsort.

    Biografie

    Caroline Montigny-Rémaury wurde am 22. Januar 1843 in Pamiers (Ariège, Frankreich) als Caroline Rémaury geboren. Über ihre Herkunft und ihre erste musikalische Ausbildung ist bislang kaum etwas bekannt.


    Noch im Kindesalter kam Caroline Montigny-Rémaury für eine fundierte musikalische Ausbildung nach Paris. Sie studierte ab Mitte der 1850er Jahre das Fach Klavier bei dem Pianisten Félix Le Couppey am Conservatoire de Musique in Paris. Dabei wurde sie regelmäßig in den verschiedenen von ihr belegten Fächern während der jährlichen Prüfungen ausgezeichnet: Bereits 1856 erhielt sie eine erste Belobigung im Fach Klavier, 1857 eine zweite Belobigung im Fach Solfège als Schülerin einer Mlle. Mercié-Porte sowie einen zweiten Preis in Klavier mit dem Klavierkonzert f-Moll op. 180 von Henri Herz. 1858 wurde sie mit dem ersten Preis in Klavier, nach wie vor als Schülerin von Félix Le Couppey, ausgezeichnet. Ab 1859 studierte sie zusätzlich „Harmonie et Accompagnement“ bei Mme. Dufresne und erhielt auch hierin 1861 eine erste Belobigung (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 22. Juli 1856, S. 241; vom 26. Juli 1857, S. 244; vom 2. August 1857, S. 249; vom 9. August 1857, S. 258; vom 25. Juli 1858, S. 248; vom 21. Juli 1861, S. 227). Im Jahr 1862 schloss Caroline de Montigny-Rémaury ihr Studium am Pariser Conservatoire ab.


    Bereits während ihrer Studienzeit trat Caroline Montigny-Rémaury mehrfach in der Salonöffentlichkeit auf und beteiligte sich an Konzerten ihrer Kolleginnen und Kollegen. So spielte sie z. B. im Juli 1860 im Konzert einer Mlle. Vienning eines der Klavierkonzerte von Johann Nepomuk Hummel sowie die Tarantella op. 53 von Stephen Heller und begeisterte von Beginn an ihr Publikum. Die „Revue et Gazette musicale de Paris“ berichtete: „Il y a quelques jours, on a entendu dans le concert de Mlle Vienning, une jeune pianiste, élève de M. Lecouppey, et connue par ses succès au Conservatoire. Mlle Remaury a exécuté avec beaucoup de verve et de brio le concerto de Hummel et la tarantelle de Stephen Heller; ce dernier morceau a été bissé chaleureusement, et la jeune artiste a été rappelée avec enthousisame.“ („Vor einigen Tagen hörte man im Konzert von Mlle. Vienning eine junge Pianistin, eine Schülerin von M. Lecouppey und von ihren Erfolgen im Conservatoire her bekannt. Mlle. Remaury führte mit sehr viel Schwung und Bravour das Konzert von Hummel und die Tarantelle von Stephen Heller aus; eine Wiederholung des letzten Stücks wurde mit sehr viel Herzlichkeit gefordert, und die junge Künstlerin mit Enthusiasmus hervorgerufen.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 29. Juli 1860, S. 270)


    Nach ihrem Studium konnte sich Caroline Montigny-Rémaury innerhalb kürzester Zeit als Solistin wie als Kammermusikerin im französischen Musikleben etablieren. Sie konzertierte regelmäßig in den Pariser Soirées Lebouc, in den Concerts du Conservatoire, in den Concerts du Châtelet und in den Concerts symphoniques und gab mindestens einmal jährlich ein eigenes Konzert. Ihr Repertoire hatte von Beginn an eine große Breite und umfasste sowohl das klassisch-romantische Repertoire als auch ältere Werke und aktuelle Musik. So spielte sie z. B. bei ihrem ersten offiziellen Konzert in der Pariser Salle Erard im Frühjahr 1863 Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Felix Mendelssohn Bartholdy und Ludwig van Beethoven. Hinzu kamen mehrere so genannte Salonstücke: Ein Rigodon de Dardanus (Jean-Philippe Rameau) in einer Transkription ihres Lehrers Félix Le Couppey, ein Nocturne von Frédéric Chopin und eine Valse von Stephen Heller. Unterstützt wurde sie bei ihrem Konzert von dem Geiger Henri Vieuxtemps. Die Musikkritik zeigte sich überaus begeistert von der jungen Pianistin: „Parmi les soirées données dans les salons Erard, celle de Mlle Caroline Remaury a été l’une des plus charmantes. Mlle Remaury est une jeune et brillante élève de M. Félix Lecouppey; elle a fait de notables progrès. Son jeu, très-énergique au besoin, n’exagère cependant jamais la pensée du compositeur; il évite les oppositions violentes et se garde de certains effets d’enflure, si chers à plus d’une école. Après avoir exécuté des œuvres de Bach, de Haydn, de Rameau, de Mendelssohn, Mlle Remaury a parfaitement triomphé des difficultés de la sonate en ré mineur de Beethoven, et en a fait jaillir le véritable esprit, la noble grandeur, les grâces fougueuses et entraînantes. Mlle Remaury dédainge, et nous l’en félicitons, toute espèce d’affection; elle a dit simplement et d’une façon ravissante un rigodon de Dardanus, transcrit par F. Lecouppey, un nocturne de Chopin et une valse de Stephen Heller.“ („Unter den Abenden, die in den Salons Erard gegeben wurden, war jener von Mlle. Caroline Rémaury einer der reizvollsten. Mlle. Rémaury ist eine junge und brilliante Schülerin von M. Félix Lecouppey; sie hat bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Ihr Spiel, das, sofern notwendig, sehr kraftvoll sein kann, übersteigert nie die Absichten des Komponisten; es vermeidet gewaltsame Gegensätze und hütet sich vor schwülstigen Effekten, die mehr als einer Schule so lieb geworden sind. Nachdem sie Werke von Bach, Haydn, Rameau und Mendelssohn ausgeführt hatte, triumphierte Mlle. Rémaury in perfekter Weise über alle Schwierigkeiten der d-Moll Sonate [op. 31 Nr. 2, „Der Sturm“] von Beethoven und ließ den tieferen Sinn, die edle Größe, die heißblütigen und mitreißenden Leidenschaften hervorbrechen. Mlle. Rémaury verschmäht – und wir gratulieren ihr dazu – jede Art von Affektiertheit; sie trug mit einer schlichten und bezaubernden Art und Weise den „Rigodon de Dardanus“, bearbeitet von F. Lecouppey, ein Nocturne von Chopin und eine Valse von Stephen Heller vor.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 22. März 1863, S. 92) Ende des Jahres 1863 übernahm Caroline Montigny-Rémaury bei einem Concert du Conservatoire den Solopart in Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert g-Moll op. 25, und auch dieser Auftritt wurde in der „Revue et Gazette musicale de Paris“ begeistert besprochen: „Il y a quinze jours, Mlle Caroline Remaury a obtenu, au Conservatoire, un très beau et très-grand succès; elle a pleinement justifié la rare faveur que lui a faite la Société des concerts. Cette jeune pianiste, dont le talent s’est formé sous la direction de M. le Couppey, a exécuté le concerto en sol mineur de Mendelssohn avec une sûreté, une chaleur et une élégance qui attestent de fortes et sérieuses études et qui révèlent une brillante organisation d’artiste.“ („Vor 14 Tagen hat Mlle. Caroline Remaury im Conservatoire einen sehr schönen und sehr großen Erfolg errungen; sie hat voll und ganz die seltene Gunst gerechtfertigt, die ihr die Société des Concerts erwies. Diese junge Pianistin, deren Talent unter der Leitung von M. Le Couppey herausgebildet wurde, hat das g-Moll-Konzert von Mendelssohn mit einer Sicherheit, einer Wärme und einer Eleganz ausgeführt, die intensive und ernsthafte Studien beweisen und eine brilliante Musikalität offenbaren.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 20. Dezember 1863, S. 405) In den Soirées Lebouc spielte sie im Frühjahr 1865 gemeinsam mit weiteren Musikern ein Klavierquartett von Adolphe Blanc, Johann Sebastian Bachs Konzert d-Moll BWV 1052 und Ludwig van Beethovens Violinsonate A-Dur op. 47 („Kreutzer-Sonate“): „A l’une des dernières séances de M. Lebouc, Mlle Caroline Remaury, l’excellente pianiste, a exécuté à la satisfaction générale le quatuor d’Adolphe Blanc, le concerto en re mineur de Bach, et la grande sonate de Beethoven, dédiée à Kreutzer, trois ouvrages d’un caractère bien opposé. La jeune pianiste a été parfaitement accompagnée par MM. White, Comtat, Trombetta, Lebouc et Gouffé.“ („Bei einem der letzten Konzert von M. Lebouc hat Mlle. Caroline Rémaury, die herausragende Pianistin, ein Quartett von Adolphe Blanc, das Concerto d-Moll von Bach und die große Beethovensonate, die Kreutzer gewidmet ist, drei Werke mit sehr unterschiedlichem Charakter, zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeführt. Die junge Pianistin wurde hervorragend von den Herren White, Comtat, Trombetta, Lebouc und Gouffé begleitet.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 5. März 1865, S. 72) Aus dieser frühen Zeit stammen auch zwei Kompositionen von Caroline Montigny-Rémaury, die sie sicherlich für ihre eigenen Konzerte schrieb, eine Impromptu-Étude für Klavier op. 1, die 1864 bei J. Maho in Paris verlegt wurde, sowie eine Berceuse für Klavier op. 2 (vgl. Rogeboz-Malfroy 1999, S. 48).


    Im Jahr 1866 heiratete Caroline Montigny-Rémaury einen Journalisten und Redakteur der Tageszeitung „Le Temps“ und fügte den Namen ihres Mannes ihrem eigenen bei. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, ein Sohn, der später Präfekt der Region Sarthe wurde, sowie die Tochter Alice Montigny, die später den Bildhauer Henri Lafont heiratete.


    Auch nach ihrer Heirat blieb Caroline Montigny-Rémaury im französischen Musikleben präsent. So spielte sie z. B. im Januar 1867, wiederum in den Soirées Lebouc, ein Nocturne von Frédéric Chopin und Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert c-Moll KV 491 (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 20. Januar 1867, S. 20) und trat im März 1868 in den Concerts du Conservatoire mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzert C-Dur op. 15 auf: „Mme Montigny (Caroline Rémaury) a joué en grande artiste le 1er concerto en ut majeur de Beethoven. Elle tire du piano un très beau son; son jeu est délicat, sans recherche, et elle atteint toujours à la véritable expression. Son succès a été très vif.“ („Mme Montigny [Caroline Rémaury] hat wie eine große Künstlerin das erste Konzert in C-Dur von Beethoven gespielt. Sie entlockt dem Klavier einen sehr schönen Ton; ihr Spiel ist feinsinnig, ohne Gesuchtes, und sie erreicht immer weitgehend einen wahrhaftigen Ausdruck. Ihr Erfolg war immens.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 15. März 1868, S. 85) Als sie im Frühjahr 1870 zwei Wohltätigkeitskonzerte veranstaltete, schrieb die „Revue et Gazette musicale de Paris“ zusammenfassend: „Mme Montigny-Rémaury a donné, au profit des pauvres, deux fort beaux concerts dont le succès a été des plux brillants. Cette éminente pianiste, au jeu si pur, si classique et si plein de distinction, s’est placée dès son début et est restée au premier rang des virtuoses du clavier: qu’il nous suffise de dire qu’à ces deux concerts elle n’a pas ailli à sa belle réputation. MM. Delle-Sedie, Hermann-Léon, Lauterbach et Lebouc lui donnaient la réplique et l’ont parfaitement secondée, ainsi que l’orchestre de M. Adolphe Blanc.“ („Mme Montigny-Rémaury gab zugunsten der Armen zwei sehr schöne Konzerte, deren Erfolg ein brillanter war. Diese herausragende Pianistin mit einem derart reinen, klassischen und sehr vornehmen Spiel hat sich von Anfang an in die erste Reihe der Klaviervirtuosen gestellt und ist dort auch geblieben: so dass es uns ausreicht zu sagen, dass sie bei diesen beiden Konzerten ihren Ruf nicht geschadet hat.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 17. April 1870, S. 125)


    Ende des Jahres 1871 starb ihr Mann im Alter von 34 Jahren („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 14. Januar 1872, S. 15).


    Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 setzte sich Caroline Rémaury-Montigny, wie viele Musikerinnen und Musiker, intensiv für die zeitgenössische französische Musik ein und trat u. a. häufig im Rahmen der neugegründeten „Société Nationale de Musique“ auf. Dort spielte sie z. B. am 27. Dezember 1873 in den Salons Pleyel und Wolff in einem Konzert der Société gemeinsam mit Richard Hammer (Violine) und Auguste Tolbecque (Violoncello) Théodore Gouvys Klaviertrio B-Dur op. 19 sowie dessen „Valses de fantaisie“ für Klavier zu vier Händen op. 54, gemeinsam mit dem Pianisten Alexis-Henri Fissot. Ebenfalls im Rahmen der Konzerte der Société gab sie am 12. Dezember 1874 im Salon von Pleyel gemeinsam mit César Franck dessen Klaviersonate zu vier Händen, spielte am 10. April 1875, wiederum gemeinsam mit César Franck die „Variations sur un thème original“ („Danse mauresque“) für zwei Klaviere von Théodor Gouvy und gab am gleichen Abend, gemeinsam mit Auguste Tolbecque, die Uraufführung der Violoncellosonate F-Dur op. 6 von Henri-René Lenormand. Am 2. Februar 1878 spielte sie – in gleichem Rahmen – einen „Entr’acte“ von Èdouard Lalo aus dessen Oper „Fiesque“, Charles Marie Widors „Marche américaine“ für Klavier sowie gemeinsam mit dem Komponisten André Wormser dessen „Etudes“ für zwei Klaviere (vgl. Duchesneau 1997, S. 228-230; 233 und passim).


    Von 1876 bis zu ihrer zweiten Heirat 1885 unternahm Caroline Montigny-Rémaury zahlreiche internationale Konzertreisen. So war sie z. B. von 1878 bis 1883 regelmäßig zu Gast in London, wo sie im August 1878 ihr Debüt in den Londoner Promenade Concerts unter der Leitung von Arthur Sullivan gab. Die „Musical Times“ schrieb: „A new pianist, Madame Montigny-Rémaury, has won for herself a high reputation; her unexaggerated and intelligent interpretation of some of the standard and most exacting Concertos having won the good opinion of artists as well as of the general public.“ („Eine neue Pianistin, Madame Montigny-Rémaury, hat sich einen guten Namen gemacht; ihre unübertriebene und intelligente Interpretation von einigen der bekannten und schwierigsten Konzerte erhielt positive Stimmen sowohl von anderen Künstlern als auch vom allgemeinen Publikum.“; „The Musical Times“ vom 1. September 1878, S. 493) Auch im folgenden Jahr blieb Caroline Montigny-Rémaury im Londoner Musikleben präsent. Sie spielte am 3. Mai 1879 in den Crystal Palace Concerts das Klavierkonzert d-Moll op. 40 von Felix Mendelssohn Bartholdy und konzertierte im August 1879 in den Promenade Concerts (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juni 1879, S. 309; vom 1. September 1879, S. 484). Im Oktober 1879 trat sie gleich zweimal im Rahmen der Crystal Palace Concerts unter der Leitung von August Manns auf. Dabei spielte sie am 4. Oktober Ludwig van Beethovens Klavierkonzert C-Dur op. 15 sowie, gemeinsam mit der Pianistin Mary Wurm, die Variationen über ein Thema von Beethoven für zwei Klaviere op. 35 von Camille Saint-Saëns; am 18. Oktober gab sie dort Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll op. 54 (vgl. „Musical Times“ vom 1. November 1879, S. 585). Im Juni 1880 trat sie nochmals mit Camille Saint-Saëns Variationen über ein Thema von Beethoven in der Londoner Steinway-Hall auf, diesmal mit dem Komponisten in einem von ihm selbst veranstalteten Konzert: „The most enjoyable item of the programme was undoubtedly the ‚Variations’ for two pianos, on a theme by Beethoven, played by the composer, M. Saint-Saëns, and Madame Montigny-Rémaury. [...] The duet was magnificently played, the charming variation in semiquavers (molto allegro) being rapturously encored. At the conclusion of the fascinating work the executants were recalled with acclamation.“ („Der erfreulichste Programmpunkt waren zweifellos die Variationen für zwei Klaviere über ein Thema von Beethoven, gespielt vom Komponisten M. Saint-Saëns, und Madame Montigny-Rémaury. [...] Das Duett war wunderbar gespielt, die reizende Variation in Sechzehnteln (molto allegro) wurde entzückenderweise wiederholt. Am Ende des faszinierenden Werkes wurden die Ausführenden laut hervorgerufen.“; „The Musical Times“ vom 1. Juli 1880, S. 351) Am 15. März 1881 wirkte Caroline Montigny-Rémaury bei einem Konzert mit, das der Dirigent Charles Lamoureux in der Londoner St. James’s Hall veranstaltete. Dabei spielte sie die englische Erstaufführung des 1. Klavierkonzertes op. 39 von Charles Marie Widor: „M. Widor’s work has many rightful claims upon attention. It is brilliant for the pianoforte, and well laid out and effective for the orchestra; but its chief merit lies in the fact that the author really has a coherent and artistic story to tell. Among things of its kind, this Concerto certainly deserves a good place. Madame Rémaury executed a somewhat difficult task like the admirable artist she is, and was loudly applauded at its close.“ („M. Widors Werk hat viele Merkmale, die zurecht Aufmerksamkeit abfordern. Es ist brillant im Klavierpart und für das Orchester gut und wirkungsvoll instrumentiert; aber sein wesentliches Verdienst liegt darin, dass der Komponist tatsächlich mit künstlerischen Mitteln und schlüssig eine Geschichte erzählt. Unter Kompositionen dieser Art verdient das Konzert sicherlich einen guten Platz. Madame Rémaury bewältigte die teils schwierige Aufgabe als jene bewundernswerte Künstlerin, die sie ist, und wurde am Ende mit lautem Beifall bedacht.“; „Musical Times“ vom 1. April 1881, S. 183). Im April 1881 und nochmals im Dezember 1883 gab Caroline Montigny-Rémaury in London Ludwig van Beethovens Klavierkonzert C-Dur op. 15, das erste Mal in der Londoner Philharmonic Society, das zweite Mal in den Crystal Palace Concerts und machte sich mit ihrer Interpretation einen Namen: Über ihren Auftritt am 7. April 1881 schrieb die „Musical Times“: „In the second part Madame Montigny-Rémaury gave so artistic and intellectual a rendering of Beethoven’s pianoforte Concerto in C (No 1) as to draw forth the most enthusiastic marks of approbation from all who love pure and legitimate playing: indeed, we may say that rarely has this beautiful work produced a more marked effect.“ („Im zweiten Teil [des Konzertes] gab Madame Montigny-Rémaury eine derart künstlerische und durchdachte Wiedergabe von Beethovens Klavierkonzert in C (Nr. 1), dass sie die enthusiastischsten zustimmenden Bemerkungen von all jenen erhielt, die das reine und werktreue Spiel lieben: wir können sagen, dass dieses wunderbare Werk selten mehr Wirkung entfaltet hat.“; „The Musical Times“ vom 1. Mai 1881, S. 244; s. a. „The Musical Times“vom 1. Januar 1884, S. 20) Nach 1883 sind keine weiteren Konzerte von Caroline Montigny-Rémaury in England zu belegen.

    Auch in anderen europäischen Metropolen trat Caroline Montigny-Rémaury in dieser Zeit auf. So spielte sie z. B. am 21. November 1880 in den Wiener Philharmonischen Konzerten Ludwig van Beethovens Klavierkonzert C-Dur op. 15 mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Hans Richter (Perger 1910, S. 66), und das „Musikalische Wochenblatt“ rezensierte, das Werk sei „sehr correct, geschmackvoll und verständig am Flügel von der trefflichen Pianistin Frau Montigny-Rémaury interpretirt“ worden („Musikalisches Wochenblatt“ vom 17. Februar 1881, S. 93). In der selben Saison trat Caroline Montigny-Rémaury auch in Graz auf, wo sie ebenfalls Beethovens C-Dur-Konzert spielte: „Das 2. Abonnementconcert bot besonderes Interesse durch die Vorführung zweier Orchesternovitäten und die solistische Mitwirkung der berühmten, überall hochgefeierten französischen Pianistin Madame Montigny-Rémaury. [...] Frau Montigny-Rémaury spielte Beethoven’s Clavierconcert in C-dur mit jener edlen Auffassung, jener Klarheit, Ruhe und Classicität des Vortrages, der eben durch seine Einfachheit und durch das Vonsichweisen jeden äusserlichen rein virtuosen Effectes dem Geiste der Composition entspricht und die Herzen zu erobern versteht; rauschender Beifall belohnte die pietätvolle Künstlerleistung.“ („Musikalisches Wochenblatt“ vom 5. Mai 1881, S. 230) Im Januar 1884 konzertierte Caroline Montigny-Rémaury in einem Abonnementskonzert der Genfer Société de l’Orchestre unter der Leitung von Herrn de Senger und spielte dort Ludwig van Beethovens Klavierkonzert c-Moll op. 37, Robert Schumanns „Introduction und Allegro appassionato“ G-Dur op. 92 für Klavier und Orchester sowie Solostücke von Anton Rubinstein, Felix Mendelssohn Bartholdy, Ambroise Thomas und Sigismund Thalberg (vgl. „Musikalisches Wochenblatt“ vom 24. Januar 1884, S. 62). Über ein eigenes Konzert, das Caroline Montigny-Rémaury im Januar 1884 in Paris in der Salle Erard gemeinsam mit dem Orchestre Lamoureux gab, schrieb die Zeitschrift „Le Ménestrel“: „Le Concert que Mme Montigny-Rémaury a donné lundi dernier, salle Erard, avec le concours de l’orchestre de M. Lamoureux, a éte un véritable triomphe pour la célèbre pianiste. Style élevé et simple, interprétation très musicale des maîtres de toutes les époques, du charme, de l’éclat, une virtuosité incomparable, tout est réuni chez Mme Montigny-Rémaury [...].“ („Das Konzert, das Mme. Montigny-Rémaury am vergangenen Montag in der Salle Erard unter Mitwirkung des Orchesters von M. Lamoureux gegeben hat, war ein wahrer Triumpf für die berühmte Pianistin. Ein gehobener und einfacher Stil, eine überaus musikalische Interpretation von Meistern aller Epochen, Charme, Temperament, eine unvergleichliche Virtuosität, alles ist bei Mme. Montigny-Rémaury vereint [...].“; „Le Ménestrel“ vom 3. Februar 1884, S. 80) Am 1. Dezember 1884 konzertierte Caroline Montigny-Rémaury mit dem Berliner Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Joseph Joachim im Rahmen der Abonnement-Konzerte (vgl. Muck 1982, S. 10). Dabei spielte sie nochmals Beethovens Klavierkonzert C-Dur op. 15 sowie weitere Werke von Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Anton Rubinstein und Leo Delibes „sehr fein, nobel und zierlich“, wie das „Musikalische Wochenblatt“ vermerkte (vgl. „Musikalisches Wochenblatt“ vom 13. November 1884, S. 581).


    Als bereits international renommierte Pianistin besuchte Caroline Montigny-Rémaury im Sommer 1884 gemeinsam mit der ebenfalls bekannten Pianistin Marie Jaëll die Weimarer Sommerkurse bei Franz Liszt. Dort arbeitete sie an Robert Schumanns „Introduction und Allegro appassionato“ op. 92, das sie gemeinsam mit einer Studentin namens Rosenthal vortrug, und bei dem sie mit Franz Liszt um das adäquate Tempo stritt. In den folgenden Unterrichtsstunden spielte sie gemeinsam mit Marie Jaëll „Drei 4händigen Walzer“ von Marie Jaëll selbst sowie – gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Siloti – die „Danse macabre“ op. 40 von Camille Saint-Saëns (vgl. Jerger 1975, S. 33-35; zum Aufenthalt in Weimar im Sommer 1884 vgl. auch Ramann 1983, S. 251; 260).


    Caroline Montigny-Rémaury heiratete 1885 in zweiter Ehe den Ingenieur und Direktor der österreichischen Eisenbahngesellschaft Auguste de Serres. Sie nahm den Namen ihres zweiten Mannes vollständig an und ließ sich gemeinsam mit ihm in Wien nieder. Ihr erster Auftritt in Wien nach ihrer Heirat fand im November 1886 in einem Kammermusikabend statt, den der Konzertmeister des Wiener Opernorchesters Arnold Rosé gab. Die Zeitschrift „Le Ménestrel“ berichtete aus Wien: „[...] nous avons eu mardi dernier le grand plaisir d’entendre Mme Montigny-Rémaury, qui n’avait pas joué ne public depuis qu’elle est devenue notre compatriote sous le nom de Mme de Serres. La grande artiste a conservé tout son éblouissant talent. Elle a exécuté dans une soirée de quatuor organisée par M. Rosé, le chef des violons à l’Opéra impérial, avec ce remarquable artiste et l’excellent violoncelliste M. [Reinhold] Hummer, le romanesque et poétique trio en ré mineur de Schumann (op. 63). [...] Mme Montigny-Rémaury a été couverte d’applaudissements et nous espérons bien la revoir souvent dans nos salles de concert, maintenant que la glace est rompue.“ („[...] letzten Dienstag haben wir das große Vergnügen gehabt, Mme. Montigny-Rémaury zu hören, die, seitdem sie unter dem Namen Mme. de Serres unsere Landsmännin geworden ist, nicht mehr öffentlich aufgetreten ist. Die große Künstlerin hat ihr fulminantes Talent bewahrt. Bei einem Kammermusikabend, der von M. Rosé, dem Konzertmeister der Oper, veranstaltet wurde, spielte sie mit diesem bemerkenswerten Künstler und dem hervorragenden Violoncellisten M. [Reinhold] Hummer das romantische und poetische Klaviertrio d-Moll von [Robert] Schumann (op. 63). [...] Mme. Montigny-Rémaury wurde mit Beifall überhäuft und wir hoffen, sie häufig in unseren Konzertsälen wiederzusehen, jetzt, nachdem das Eis gebrochen ist.“; „Le Ménestrel“ vom 28. November 1886, S. 417) Anfang des Jahres 1888 trat Caroline Montigny-Rémaury mehrfach in Budapest auf, wo sie als Solistin und Kammermusikerin das Publikum begeisterte: „Frau Caroline de Serres (ehem. Frau Montigny-Rémaury) hat hier als Clavierspielerin grossen Erfolg gehabt, besonders in einer Kammermusiksitzung wurde sie durch neunmaligen Hervorruf ausgezeichnet.“ („Musikalisches Wochenblatt“, Jg. 19 [1888], S. 24)


    Sowohl in Wien als auch in Paris setzte sich Caroline de Montiny-Rémaury intensiv für den französisch-österreichischen Kulturaustausch ein. So unterstützte sie z. B. den Wiener Aufenthalt von Camille Saint-Saëns 1886 und jenen von Emmanuel Chabrier 1888 und veranlasste – ebenfalls 1888 – die Aufführung von Edouard Lalos Oper „Roi d’Ys“ an der Wiener Oper (vgl. Fauquet 2003). In Frankreich spielte sie z. B. im Januar 1891 in den Concerts Lamoureux die „Variations pour deux pianos“ des Wiener Komponisten Robert Fischhof, gemeinsam mit dem Komponisten, den sie auf diese Weise in die Pariser Gesellschaft einführte: „Le grand sujet de curiosité de ce concert était pour M. Robert Fischhof, le compositeur-virtuose acclamé de Vienne, arrivé cette semaine à Paris qui s’est fait entendre dans des Variations de sa composition, pour deux pianos, avec le précieux concours de Mme Caroline de Serres.“ („Das große Interesse bei diesem Konzert galt M. Robert Fischhof, dem bekannten Wiener Virtuosen und Komponisten, der diese Woche in Paris angekommen ist und sich mit seinen Variationen für zwei Klaviere gemeinsam mit Mme. Caroline de Serres hören ließ.“; „Sainte-Cécile. Journal de musique“ vom 22. Januar 1891, S. 67)


    In den 1890er Jahren zog sich Caroline Montigny-Rémaury nach und nach aus dem Konzertleben zurück und trat nur noch selten auf. Im Februar 1893 wirkte sie bei einem Konzert mit, das der Geiger Édouard Louis Nadaud veranstaltete und das den Werken Camille Saint-Saëns’ gewidmet war. Auf dem Programm standen u. a. das Klaviertrio e-Moll op. 92 und die Violinsonate D-Dur op. 75. „Le Ménestrel“ berichtete: „Salle comblechez Pleyel, mardi dernier, à la première séance du violoniste distingué Ed. Nadaud. Le programme, consacré à Saint-Saëns, était des plus séduisants; Mme de Serres (Montigny-Rémaury), qui se fait rarement entendre, a donné, ainsi que MM. Nadaud et Cros Saint-Ange, au dernier trio de Saint-Saëns une exécution absolument parfaite; cette œuvre ne peut être mieux comprise. De même pour la sonate piano et violon, où M. Nadaud a joint à une haute virtuosité un style au-dessus de tout éloge.“ („Voller Saal bei Pleyel, am letzten Dienstag beim ersten Kammermusikkonzert des hervorragenden Geigers Ed. Nadaud. Das Programm, Saint-Saëns gewidmet, war vom feinsten; Mme. de Serres (Montigny-Rémaury), die sich nur noch selten hören lässt, gab, ebenso wie die Herren Nadaud und Cros Saint-Ange, eine absolut perfekte Interpretation des neuen Trios von Saint-Saëns; dieses Werk kann nicht besser verstanden werden. Das gleiche gilt für die Violinsonate, bei der M. Nadaud der großen Virtuosität eine Musikalität hinzufügte, die über alles Lob erhaben ist.“; „Le Ménestrel“ vom 5. Februar 1893, S. 46) In den letzten Lebensjahren war Caroline Montigny-Rémaurys rechter Arm, nach einer Operation, versteift. Im Jahr 1912 schrieb ihr Camille Saint-Saëns daher seine „Six Études pour la main gauche seule“ op. 135.


    Caroline Montigny-Rémaury starb am 29. Juni 1913 in Pamiers.

    Würdigung

    Caroline Montigny-Rémaury bzw. Caroline de Serres war mehr als fünf Jahrzehnte lang als Solistin und Kammermusikerin im französischen und internationalen Musikleben präsent und galt als herausragende und feinsinnige Pianistin. Dabei trat sie mit einem ungewöhnlich breiten Repertoire auf, das von den Kompositionen Johann Sebastian Bachs und Domenico Scarlattis bis zu zeitgenössischen, vorwiegend französischen Werken reichte. Zahlreiche Komponistinnen und Komponisten widmeten ihr Werke. Gabriel Pierné schrieb ihr sein Fantaisie-Ballet op. 6 für Klavier und Orchester (1885) sowie das Scherzo-Caprice op. 25 (1890) zu, Gabriel Fauré widmete ihr seine Barcarole Nr. 1 a-Moll op. 26, Pauline Viardot die Gavotte & Serenade für Klavier aus dem Jahr 1885 und César Franck sein Poème symphonique für Klavier und Orchester „Les Djinns“ FWV 45. Zu ihrer zweiten Hochzeit 1885 schrieb Camille Saint-Saëns für sie den „Wedding Cake“ op. 76 und nach ihrer Erkrankung am rechten Arm 1912 die „Six Études pour la main gauche seule“ op. 135.


    In einem Nachruf der Zeitschrift „Le Ménestrel“ hieß es 1913: „Elle ne tarda pas [...] à se produire en public, faisant apprécier un talent qui brillait à la fois par la finesse et la solidité, la grâce et la fermeté, par un gout très pur et par la franchise d’une exécution dont la sûreté était inébranlable.“ („Sie zögerte nicht, öffentlich aufzutreten und zeigte dabei ein Talent, das durch Feinheit und Festigkeit, durch Anmut, Entschiedenheit und einen sehr reinen Geschmack strahlte, und auch durch eine offenherzige Art der Ausführung, deren Sicherheit unerschütterlich war.“; vgl. „Le Ménestrel“ vom 28. Juni 1913, S. 208)

    Rezeption

    Die Tätigkeiten von Caroline Montigny-Rémaury werden derzeit kaum rezipiert. Zur zeitgenössischen Rezeption vgl. Abschnitt „Biografie“.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Impromptu-Étude für Klavier op. 1, Paris: J. Maho, 1864.


    Berceuse für Klavier op. 2.

    Repertoire

    Eine Repertoire-Liste von Caroline Montigny-Rémaury kann aufgrund fehlender Forschungen derzeit nicht erstellt werden. Aufführungen der folgenden Werke sind belegt:


    Bach, Johann Sebastian. Klavierkonzert d-Moll BWV 1052.

    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert c-Moll op. 37.

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2, „Der Sturm“.

    Beethoven, Ludwig van. Violinsonate A-Dur op. 47 („Kreutzer-Sonate“).

    Beethoven. Ludwig van. Klavierkonzert C-Dur op. 15.


    Blanc, Adolphe. Klavierquartett (keine Präzisierung möglich).


    Chopin, Frédéric. Nocturne (keine Präzisierung möglich).


    Fischhof, Robert. Variations pour deux pianos.


    Franck, César. Klaviersonate zu vier Händen.


    Gouvy, Théodore. Klaviertrio B-Dur op. 19.

    Gouvy, Théodore. Valses de fantaisie für Klavier zu vier Händen op. 54.

    Gouvy, Théodore. Variations sur un thème original für zwei Klaviere op. 52.


    Heller, Stephen. Tarantella (keine Präzisierung möglich).

    Heller, Stephen. Valse (keine Präzisierung möglich).


    Herz, Henri. Klavierkonzert f-Moll op. 180 von Henri Herz.


    Hummel, Johann Nepomuk. Klavierkonzert (keine Präzisierung möglich).


    Lalo, Édouard. „Entr’acte“ aus der Oper „Fiesque“.


    Lenormand, René. Violoncellosonate F-Dur op. 6 (Uraufführung).


    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klavierkonzert d-Moll op. 40.

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klavierkonzert g-Moll op. 25.


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert c-Moll KV 491.


    Rameau, Jean-Philippe/Le Couppey, Félix. Rigodon de „Dardanus“, Klaviertranskription.


    Saint-Saëns, Camille. Danse macabre op. 40.

    Saint-Saëns, Camille. Klaviertrio e-Moll op. 92.

    Saint-Saëns, Camille. Variationen über eine Thema von Beethoven für zwei Klaviere op. 35.

    Saint-Saëns, Camille. Violinsonate D-Dur op. 75.


    Schumann, Robert. Introduction und Allegro appassionato G-Dur op. 92 für Klavier und Orchester.

    Schumann, Robert. Klavierkonzert a-Moll op. 54.

    Schumann, Robert. Klaviertrio d-Moll op. 63.


    Widor, Charles Marie. Marche américaine für Klavier op. 31.

    Widor, Charles-Marie. Klavierkonzert f-Moll op. 39.


    Wormser, André. Etudes für zwei Klaviere .



    Caroline Montigny-Rémaury gewidmete Kompositionen


    Fauré, Gabriel. Ire Barcarole a-Moll op. 26 (1881).


    Franck, César. Les Djinns (1884).


    Pierné, Gabriel. Fantaisie-Ballet op. 6 für Klavier und Orchester (1885).

    Pierné, Gabriel. Scherzo-Caprice op. 25 (1890).


    Saint-Saëns, Camille. Six Études pour la main gauche seule op. 135.

    Saint-Saëns, Camille. Wedding Cake op. 76 (1885, zur Hochzeit mit August de Serres).


    Viardot, Pauline. Gavotte & Serenade für Klavier (1885).

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Montigny (Fanny-Marceline-Caroline Rémaury)“ In: Biographie universelle des Musiciens. François-Joseph Fétis (Hg.) 2me éd. 8 tom. Supplément et complément. 2 tom. 1881-1889 (verfügbar in wbis, world biographical information system).


    Artikel „Monitgny-Rémaury, Fanny Marceline Caroline“. In: The International Cyclopedia of Music and Musicians. Oscar Thompson, Robert Sabin (Ed.). London: J. M. Dent & Sons Ltd., 1964, S. 1378.


    Artikel „Serres, Fanny-Marceline-Caroline Rémaury, Mme Montigny-Remaury puis Mme de“, in: Fauquet, Joël-Marie (Hg.). Dictionnaire de la musique en France au XIXe siècle, Paris: Fayard, 2003.


    Duchesneau, Michel. L’Avant-Garde musicale et ses sociétés à Paris de 1871 à 1939. Sprimont: Mardaga, 1997.


    Ellis, Katharine. Interpreting the Musical. Early Music in Nineteenth-Century France. Oxford: Oxford University Press, 2005.


    Jerger, Wilhelm. Franz Liszts Klavierunterricht von 1884 – 1886, dargestellt an den Tagebuchaufzeichnungen von August Göllerich, Regensburg: Gustav Bosse, 1975.


    Lachmund, Carl v. Mein Leben mit Franz Liszt. Aus dem Tagebuch eines Liszt-Schülers. Eschwege: G. E. Schroeder-Verlag, 1970.


    Liszt, Franz. Correspondance de Liszt et de la Comtesse d’Agoult. M. Daniel Ollivier (Hg.). 2 Bde. Paris: Bernard Grasset, o. J.


    Liszt, Franz. Briefe. La Mara (Hg.). 8 Bde. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1893ff.


    Perger, Richard von. Fünfzig Jahre Wiener Philharmoniker. Denkschrift zur Feier des fünfzigjährigen ununterbrochenen Bestandes der Philharmonischen Konzerte in Wien 1860–1910. Wien und Leipzig: Carl Fromme, 1910.


    Rogeboz-Malfroy, Elisabeth. Ambroise Thomas: témoin du siècle 1811-1896. Besançon: Cêtre, 1999.


    Saint-Saëns, Camille. Correspondance [Briefe an Caroline de Montigny-Rémaury]. In: La Revue Musicale 17 (1936), S. 177-190.


    Scharwenka, Xaver. Klänge aus meinem Leben. Erinnerungen eines Musikers. Leipzig: R. F. Koehler, 1922, S. 74



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Le Ménestrel vom 3. Februar 1884, S. 80.

    Le Ménestrel vom 28. November 1886, S. 417.

    Le Ménestrel vom 5. Februar 1893, S. 46.

    Le Ménestrel vom 28. Juni 1913, S. 208 (Nachruf)


    Musikalisches Wochenblatt vom 17. Februar 1881, S. 93.

    Musikalisches Wochenblatt vom 5. Mai 1881, S. 230.

    Musikalisches Wochenblatt vom 24. Januar 1884, S. 62.

    Musikalisches Wochenblatt vom 13. November 1884, S. 581.

    Musikalisches Wochenblatt, Jg. 19 (1888), S. 24.


    Revue et Gazette musicale de Paris vom 22. Juli 1856, S. 241.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 26. Juli 1857, S. 244.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 2. August 1857, S. 249.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 9. August 1857, S. 258.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 25. Juli 1858, S. 248.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 21. Juli 1861, S. 227.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 29. Juli 1860, S. 270.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 30. November 1862, S. 390.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 28. Dezember 1862, S. 423.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 22. März 1863, S. 92.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 20. Dezember 1863, S. 405.

    Revue et Gazette musciale de Paris vom 5. März 1865, S. 72.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 20. Januar 1867, S. 20.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 15. März 1868, S. 85.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 17. April 1870, S. 125.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 14. Januar 1872, S. 15.


    Sainte-Cécile. Journal de musique vom 22. Januar 1891, S. 67.


    The Musical Times vom 1. September 1878, S. 493.

    The Musical Times vom 1. Juni 1879, S. 309.

    The Musical Times vom 1. September 1879, S. 484.

    The Musical Times vom 1. November 1879, S. 585.

    The Musical Times vom 1. Juli 1880, S. 351.

    The Musical Times vom 1. April 1881, S. 183.

    The Musical Times vom 1. Mai 1881, S. 244.

    The Musical Times vom 1. Januar 1884, S. 20.



    Links


    www.kalliope-portal.de

    Der Verbundkatalog Nachlässe und Autographe verzeichnet mehrere Briefe von Caroline Montigny-Rémaury, u. a. an Karl Riedel, Franz Liszt und Jean Ten Have.

    Forschung

    In der Bibliothèque Nationale de Paris befinden sich mehrere Briefe von Caroline Montigny-Rémaury an verschiedene Adressaten, u. a. an Marguerite Lamoureux. Der Verbundkatalog Nachlässe und Autographe (Deutschland) verzeichnet mehrere Briefe von Caroline Montigny-Rémaury, u. a. an Karl Riedel, Franz Liszt und Jean Ten Have. Im Goethe- und Schiller-Archiv der Stiftung Weimarer Klassik sind zwei Briefe von Caroline Montigny-Rémaury an Franz Liszt erhalten.


    Die Schwester von Caroline Montigny-Rémaury, Elvire Rémaury, heiratete im Oktober 1878 den Komponisten und Direktor des Pariser Conservatoire Ambroise Thomas.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Caroline Montigny-Rémaury umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen und persönlichen Kontakte.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 782339
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117134260

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 16.05.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Caroline Montigny-Rémaury“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 16.5.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Caroline_Montigny-Rémaury