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    von Lena Haselmann
    Carla Bley
    Namen:
    Carla Bley
    Geburtsname: Carla Lovella Borg
    Lebensdaten:
    geb. in Oakland, Kalifornien, USA

    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Organistin, Bandleaderin, Improvisateurin, Arrangeurin, Musik-Verlegerin, Herausgeberin
    Charakterisierender Satz:

    „ [Carla Bley gilt] als kreativste, originellste und humorvollste Komponistin und Arrangeurin des Jazz, die eine launige Ironie mit dem unermüdlichen Streben nach neuen orchestralen Klangfarben und Klangkombinationen vermischt.“


    (Lachner, Harry. 50 Jahrhundertaufnahmen des Jazz. Arte, 2007)


    Profil

    Carla Bley ist als Jazzmusikerin eine Grenzgängerin zwischen U- und E-Musik. Sie gilt als erste Komponistin des Jazz, die Weltruhm erlangte und sich auch als Musikverlegerin und Herausgeberin eine beispiellose Position in der Jazzszene erkämpft hat.

    Orte und Länder

    Carla Bley wurde im kalifornischen Oakland geboren und lebt heute in den Catskill Mountains im US-Bundesstaat New York. Mit verschiedenen Bands, kammermusikalischen Ensembles und Orchestern hat sie die ganze Welt bereist, vor allem Europa und Südostasien. Als „composer-in-residence“ war sie unter anderem beim Glasgow Festival und wurde in die Essener Philharmonie eingeladen.

    Biografie

    Carla Bley wurde am 11. Mai 1936 als Lovella May Borg in Oakland, Kalifornien, als Tochter zweier Musiker geboren. Bei ihrem Vater Emil Borg erhielt sie ersten Klavier- und Orgelunterricht und begleitete bereits im Alter von vier Jahren Hochzeiten und Begräbnisse. Mit acht Jahren verweigerte sie jeden weiteren Unterricht (Carla Bley betrachtet sich selbst als Autodidaktin). Im selben Jahr starb ihre Mutter Arline Borg. Fünfzehnjährig brach sie die Schule ab und jobbte in einem Plattenladen. Zusätzliches Geld verdiente sie mit Auftritten in örtlichen Piano-Bars. Insbesondere die Musik Erik Saties, die sie zufällig im Radio gehört hatte, beschäftigte ihre Fantasie.


    1957 verließ sie Kalifornien und ging nach New York, wo sie sich Carla Borg nannte. In den einschlägigen Jazzclubs der Stadt nahm sie diverse Jobs von der Zigarettenverkäuferin bis zur Tischfotografin an, um so die großen Musiker live hören zu können: „That is where I learned everything“, sagte sie über diese intensive Zeit, in der sie alles wie einen Schwamm aufgesogen habe (Frank Oteri, On Her Own. New York, 2003, S. 4). Insbesondere Thelonius Monk, Charlie Mingus oder Lionel Hampton begeisterten sie. Im selben Jahr lernte sie im „Birdland“ den Jazzpianisten Paul Bley (*1932) kennen, den sie, gerade siebzehnjährig, heiratete. Mit ihm zog sie für einige Monate nach Los Angeles, wo Paul Bley sie ermutigte zu komponieren.

    Bereits 1958 kam es zur ersten Aufnahme einer ihrer Kompositionen: Das Paul Bley Quartett spielte „O Plus One“ auf seiner LP „Solemn Meditation“ ein. Kurz darauf nahm das George Russell Sextett ihre Nummern „Dance Class“ und „Beast Blues“ unter ihrem neuen Namen Carla Bley auf. Auch Jimmy Giuffre und Art Farmer spielten ihre Songs. In dieser Zeit faszinierte sie besonders der atonale Avantgarde Jazz von Ornette Coleman, also die Anfänge des Free Jazz.

    Für ihren Ehemann komponierte sie kurze, freitonale Songs wie „Ictus“ oder „Ida Lupino“, wobei sie nur kleine melodische Floskeln und Phrasen entwickelte, die als Grundlagen für umfangreiche Improvisationen dienten.

    Neben Heroen des Free Jazz wie Cecil Taylor (*1929) und Bill Dixon (1925-2010) gehörte sie 1964 zu den Gründern der Jazz Composers Guild, einer Vereinigung, die sich vor allem um die Organisation von Konzerten ihrer Mitglieder und bessere Arbeitsbedingungen für Musiker im Allgemeinen bemühte. Aus dem dazugehörigen Jazz Composers Guild Orchestra (JCGO), einer Art avantgardistischer Big Band, ging nach der Auflösung der Guild im Jahre 1965 das Jazz Composers Orchestra hervor. Dieses wurde von Carla Bley zusammen mit dem österreichischen Jazztrompeter und Komponisten Michael Mantler (*1943) geleitet. 1965 erschien die erste LP mit dem Titel „Communication“, auf der Carla Bleys zwölfminütige Komposition „Roast“ zu hören ist.


    1966 trennte sie sich von Paul Bley und lebte fortan mit dem österreichischen Jazz-Musiker Michael Mantler zusammen, mit dem sie ihre Tochter Karen bekam und den sie im darauffolgenden Jahr heiratete. Mit einem Quartett (Bass, Blechblasinstrument, Klavier, Schlagzeug) gingen sie auf Europatournee. Die LP „Jazz Realities“ dokumentiert diese Phase ihres Schaffens als Komponistin und Musikerin.


    Um sich der Macht der großen Plattenfirmen zu entziehen – (Sie selbst bemerkte dazu: „I would not want to be dropped“; vgl. Frank Oteri. 2003: S. 21) und die Vermarktung ihrer Arbeit in die eigenen Hände zu nehmen, gründet sie 1966 in New York die Jazz Composers Orchestra Association (JCOA), eine Vertriebsfirma, die zuerst Carla Bleys eigene Arbeiten verlegte, bald aber auch Kompositionsaufträge an andere Musiker vergab und zahlreiche kleinere Labels unterstützte. Es kam zu einer transatlantischen Vernetzung, aus der 1972 die New Music Distribution Services (NMDS) hervorgingen, die zeitweise von ihrer Tochter Karen Mantler, inzwischen selbst eine bekannte Jazz-Organistin, geleitet wurde.

    Im selben Jahr traf sie auf Vermittlung von Steve Swallow mit dem berühmten Vibraphonisten Gary Burton zusammen und wagte sich erstmals an eine größere Form. Es entstand die Jazz-Suite „A Genuine Tong Funeral“, 1968 erschienen, die als epochales Werk des Jazz und als Vorstudie zu ihrem im selben Jahr begonnenen Opus magnum, der Jazzoper „Escalator Over The Hill“ gelten darf.

    Dieses umfangreiche Projekt, das bis ins Jahr 1971 andauerte und schließlich auf drei LPs veröffentlicht wurde, begründete ihren Weltruhm. Harry Lachner zählte „Escalator Over The Hill“ in seiner Arte-TV-Reihe zu den fünfzig Jahrhundertaufnahmen des Jazz. Das mehrstündige Werk mit dem Untertitel „Chronotransduction“ (sinngemäß „Zeitdurchführung“) basiert auf einem frei assoziierenden Libretto von Paul Haines und versucht einen Dialog zwischen östlichen und westlichen Kulturen, zwischen akustischer und elektronischer Musik. Lange vor dem Siegeszug postmoderner Polystilistik, verband Carla Bley dabei Elemente des Free Jazz mit zeitgenössischer klassischer Musik, traditionelle indische Musik mit dem Vaudeville und englische Music Hall- mit Rockmusik. Jede Form narrativer Kohärenz wurde aufgegeben: Zwischen Dada und Surrealismus, ironischen Brechungen und Nonsenslyrik gestaltete Bley einen ewigen Zyklus ohne Anfang und Ende und schaffte damit erstmals in der Geschichte des Jazz ein performatives Kunstwerk jenseits der Freiheiten gänzlich improvisierter Musik. Trotzdem gab sie den beteiligten Künstlern immer wieder Raum zu eigenen Beiträgen, die in den Gesamtzusammenhang aufgenommen wurden. Seine endgültige Gestalt erhielt das Werk daher nicht im Aufnahmestudio, sondern erst am Schneidetisch.

    Die Aufführung von „Escalator Over The Hill“ erfordert sechs Bands, zahlreiche Sänger, Sprecher und mehrere Chöre. Das Werk erlebte seine Weltpremiere erst 1997 bei der Kölner Musik-Triennale, bevor es 1998 mit einem 24-köpfigen Orchester auf Europa-Tournee ging. Fast zehn Jahre später wurde im Jahr 2006 in Essen eine Wiederaufführung gewagt, allerdings mit anderen Musikern, so dass sich einzelne Teile des Werkes veränderten.


    1969 lud der Bassist Charlie Haden (*1937), den sie bereits seit ihrer Jugend in Kalifornien kannte, sie ein, in seinem Liberation Music Orchestra mitzuwirken. Hierbei handelt es sich um ein großes avantgardistisches Jazz-Ensemble, das bis heute in verschiedenen Besetzungen spielt und bisher fünf LPs veröffentlicht hat. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u. a. Paul Motian (*1931), Don Cherry (1936-1995), Gato Barbieri (*1934) und Dewey Redman (1931-2006). Die Zielsetzung der Orchestergründer war es, Musiker jenseits aller Rassenunterschiede zu einem gemeinsamen Freiheitsbekenntnis zu vereinen, wobei die Botschaften (1969 gegen den Krieg in Vietnam oder 1981 gegen die Wahl Ronald Reagans) nicht über den Text, sondern über die Musik transportiert werden sollten. So tauchten beispielsweise bekannte Hymnen und Protestsongs aus El Salvador oder Chile auf, oder „Star-Spangled Banner“ erklang in einer Moll-Version. Die Arrangements stammten ausschließlich von Carla Bley. Es sei „einfach unsere Art, unser Unbehagen auszudrücken“, kommentiert sie später dieses Projekt und ihre Intention, Jazzmusik mit einem gesellschaftspolitischen Sendungsbewusstsein zu verknüpfen (Sibylle Zerr. Ein Engel für Charlie. In: Jazzthetik. Januar 2006, S.29).


    1972 erhielt Carla Bley ein Guggenheim Fellowship für Komposition, das ihr die Gründung des eigenen Plattenlabels Watt Works ermöglichte. Als erste Veröffentlichung des Labels erschien 1974 die LP „Tropic Appetites“ mit ihr als federführender Bandleaderin. Im selben Jahr zog sie in die Catskill Mountains im Bundesstaat New York, wo sie sich in ihrem Haus ein Tonstudio einrichtete. 1976 erschien „Dinner Music“ mit dem polymodalen „Ad Infinitum“.


    Im folgenden Jahr breitete sie ihr Engagement auf den Bereich Rock und Pop aus und ging mit der Jack Bruce Band für sechs Monate auf Tournee, bevor die Formation 1975 auseinander brach. Von nun an trat Carla Bley nur mehr als Leiterin eigener Gruppen und Bands auf, mit denen sie ausgedehnte Tourneen durch Japan, Europa und Amerika unternahm. Doch gelegentlich komponierte sie noch für andere Popformationen, so entstand u.a. 1981 für den Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason die „Fictitious Sports“-Suite.

    Mitte der 1980er Jahre verkleinerte sie ihre Band zum Carla Bley Sextett, zu dem u. a. Steve Swallow gehörte, der ihr als musikalischer und menschlicher Partner immer wichtiger wurde.

    Zum Gedenken an den verstorbenen Filmmusikkomponisten Nino Rota arrangierte sie dessen Soundtrack zu Federico Fellinis Film „8 ½“ neu, bevor sie 1982 selbst begann, für Claude Millers „Mortelle Randonnée“ mit Isabelle Adjani und Michel Serrault (1983) Filmmusik zu schreiben.


    Zunehmend erreichten sie Kompositionsaufträge auch aus dem Bereich der klassischen Musik, so zum Beispiel „¾“ für Klavier und Orchester, das von Keith Jarrett als Solisten und The Ensemble, einem Kammerorchester unter der Leitung von Dennis Russell Davies, uraufgeführt wurde, oder die Fanfare „Continuoso“ für das Houston Symphony Orchestra (1988).

    1985 schrieb sie die Kurz-Oper „Under the Volcano“ nach dem Roman von Malcolm Lowrys“, die mit Jack Bruce, Steve Swallow und Don Preston u. a. in Köln aufgeführt wurde.

    Das Berliner Auftragswerk “A Fall Down” (1989) zog eine mehrjährige, intensive Beschäftigung mit der Musik klassischer amerikanischer Big Bands nach sich und kulminierte im für den „Grammy“ nominierten Album „Big Band Theory“ (1993).


    1990 nahm sie einen Lehrauftrag am College of William and Mary in Williamsburg, Virginia, an. Wenig später trennte sie sich von ihrem Mann Michael Mantler und ging eine Beziehung mit Steve Swallow ein, den sie bereits seit ihren Anfängen in New York kannte und mit dem sie immer wieder musiziert hatte. Wichtige Duo-Aufnahmen erschienen, so „Go Together“ mit Steve Swallow.

    1992 war sie „composer- in-residence“ beim Glasgow Festival und in der Saison 2006/07 „pianist-in-residence“ der Philharmonie Essen. Im Jahr 2008 bewies sie ihren besonderen Humor und sorgte für einige Irritation, als sie den ihr zuerkannten Jazz Journalist’s Award von ihrer Tochter Karen entgegennehmen ließ, die vorgab, Carla Bley zu sein.


    “I am not a jazz musician. I’m not spontaneous”, sagte die

    im Unterschied zu den meisten ihrer Kollegen leidenschaftlich gern probende Künstlerin (Oteri, 2003, S. 2).

    Würdigung

    Carla Bley gilt als erste Komponistin des Jazz, die sich gegenüber ihren männlichen Kollegen nicht nur behaupten konnte, sondern die mit ihrer stets neugierigen und unermüdlich Schaffenskraft und ihrer enormen Bandbreite zu einer der zentralen Künstlerinnen in der Entwicklung des Jazz der letzten vierzig Jahre wurde. Immer wieder überschritt sie die Grenzen zur zeitgenössischen klassischen Musik: „ [Ihre] Musik hat mindestens genauso viel mit Charles Ives, Spike Jones und John Cage wie mit John Coltrane zu tun“ (Michael Zwerin, 1988, S. 114). Ihre Jazz-Oper „Escalator over the hill“ zählt zu den herausragenden Werken der jüngeren Operngeschichte und nimmt aufgrund des Einsatzes poly-stilistischer Mittel eine Vorreiterrolle in der postmodernen Musikgeschichte ein.


    „Carla Bley ist das monströseste Chamäleon, das der Jazz kennt. Und eine gigantische Irritation. Für bare Münze kann man nichts nehmen, was sie sagt, tut, spielt oder kompositorisch zusammenfügt. [...] Man muss schon mitdenken mit der unorthodoxen Tochter eines Kirchenmusikers aus Oakland, muss ihrer Ironie standhalten und wie sie Konventionen bricht, indem sie sie scheinbar adaptiert, darf schließlich die Musik nicht als reines Glasperlenspiel begreifen, um [...] möglicherweise von ihr erleuchtet zu werden.“ (Wolfgang Sandner. Die Muse mit dem Hexengebräu. In: FAZ, 10. Mai 2009)


    Auszeichnungen:

    1972 Guggenheim Fellowhsip (Komposition)

    1973 Oscar du Disc du Jazz für „Escalator Over The Hill”

    1979 New York Jazz Award

    1984 Grammy Nominierung für „Misterioso”

    1985 Deutscher Schallplattenpreis

    1990 Hi Fi Vision (Jazz Musician of the Year)

    1991 Prix Jazz Moderne

    1995 Grammy Nominierung für „Big Band Theory“

    2004 Preis der deutschen Schallplattenkritik für „Lost Chords“

    2008 Jazz Journalist’s Award für „Appearing Nightly“

    2009 German Jazz Trophy

    Außerdem zahlreiche Downbeat Poll-Siege.

    Rezeption

    Zahlreiche Jazzmusiker aller Stile und Generationen haben sich mit Carla Bleys Schaffen auseinandergesetzt und ihre Songs in immer neuen Cover-Versionen eingespielt. So hat das Orchestra Jazz Siciliana 1985 eine LP nur mit Songs von Carla Bley herausgebracht. Und 1976 erschien eine Anthologie mit den von Carla Bley für Gary Burton geschriebenen Stücken als „Dreams So Real“.

    Außerdem kündet die kaum überschaubare Menge an CD- und Konzertrezensionen in allen gängigen Jazzmagazinen und Feuilletons von einer nach wie vor ungebrochen intensiven Beschäftigung mit ihrem Schaffen.

    Quellen

    Noteneditionen:

    (Alle im Selbstverlag erschienen und bei Watt Works erhältlich (s. Links.)


    Bley, Carla. Volume 1, Early Short Pieces (1958-1964), 1976.


    Bley, Carla. Volume 2, Songs without Words (1961-1975), 1976.


    Bley, Carla. Volume 3, Songs from a Genuine Tong Funeral (1967), 1969.


    Bley, Carla. Volume 4, Escalator Over the Hill (1970), 1976.


    Bley, Carla. Volume 5, Tropic Appetites (1973), 1976.


    Bley, Carla. Songs with words, (1972-1976),1976.


    Bley, Carla. Eight Pieces For Piano, 1987.



    Artikel von Carla Bley:


    Bley, Carla. Accomplishing Escalator Over the Hill. In: Impetus. Juni/Juli, 1976.


    Bley, Carla. Autobiographie d’une Autodidacte. In: Jazz Hot 408. März, 1984.



    Sekundärliteratur:


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    Buhles, Günter. Die Jazzkomponistin Carla Bley. Kurzbiographie, Werkanalyse Würdigung, Jazzforschung, 8. Österreich, 1976.


    Buhles, Günter. Die Jazzkomponistin Carla Bley. Kurzbiographie, Werkanalyse, Würdigung. In: Jazz Podium. Nr. 28/2. Januar & Februar, 1979.


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    Unterbrink, Mary. Jazz Women At The Keyboard. Jefferson, 1983.


    Weiss, Jason (Hg.). Steve Lacy: Conversations. Durham, 2006.


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    Young, Ben. Dixonia: A Bio-Discography Of Bill Dixon. Santa Barbara, 1998.


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    LPs und CDs eigener Kompositionen:

    (K=Komposition, P=Piano, O=Orgel, Synth=Synthesizer, Perc=Percussion, Vc=Gesang, Dir=Dirigentin, Arrangement=Arr, Bass=B)


    1. Paul Bley Quartet: Solemn Meditation (1958) (K)


    2. George Russell Sextet: Sextet At The Five Spot (1960) (K)


    3. George Russell Sextet: Stratusphunk (1960) (K)


    4. George Russell Sextet In K. C. (1961) (K)


    5. Jimmy Giuffre 3: Thesis (1961) (K)


    6. Jimmy Giuffre 3: Fusion (1961) (K)


    7. Jimmy Giuffre: Flight (1961) (K)


    8. Jimmy Giuffre: Emphasis (1961) (K)


    9. Don Ellis: Essence (1962) (K)


    10. Paul Bley Trio: Floater (1962) (K)


    11. George Russell Sextet: The Outer View (1962) (K)


    12. Paul Bley Quartet: Turning Point (1964) (K)


    13. Paul Bley Quartet: Barrage (1964) (K)


    14. Jazz Composer’s Orchestra: Communication (1964) (K)


    15. Attila Zoller Quartet: The Horizon Beyond (1965) (K)


    16. Art Farmer Quartet: Sing Me Softly Of The Blues (1965)

    (K)


    17. Paul Bley Trio: Closer (1965) (K)


    18. Jazz Realities: Jazz Realities (1966) (K, P)


    19. Gary Burton: Duster (1967) (K)


    20. Gary Burton: Lofty Fake Anagram (1967) (K)


    21. Gary Burton Quartet: A Genuine Tong Funeral (1967)

    (K)


    22. Betty Owen & Mary McEwen: A Wreath Of Carols:

    Selections (1968) (K)


    23. NRBQ: New Rhythm and Blues Quartet 1969) (K)


    24. Charlie Haden: Liberation Music Orchestra (1969) (K, P, Perc)


    25. Tony Williams Lifetime: Emergency! (vol. 1) (1969 (K)


    26. Carla Bley & Paul Haines: Escalator Over The Hill (1970) (K, P, O)


    27. Carla Bley: Tropic Appetites (1974) (K, P, O, Vc, Perc)


    28. Carla Bley and Michael Mantler: 13 and 3/4 (1975) (K, P)


    29. Gary Burton Quintet: Dreams So Real (1976) (K)


    30. Carla Bley Band: Dinner Music (1976) (P, O, Vc, Sax)


    31. Carla Bley Band: European Tour 1977 (1977) (K, O, Sax)


    32. Carla Bley Band: Musique Mécanique (1978) (K, P, O)


    33. Carla Bley Band: Social Studies (1980) (K, P, O)


    34. Carla Bley Band: Live! (1981) (K, P, O, Perc)


    35. Nick Mason: Fictitious Sports (1981 (K, P)


    36. Various Artists: Amarcord Nino Rota (1981) (K, Arr, P, O, Perc)


    37. Charlie Haden / Carla Bley: The Ballad Of The Fallen

    (1982) (K, P, Perc)


    38. Carla Bley: Mortelle Randonnee (original soundtrack) (1982) (K, P, O)


    39. Carla Bley Band: I Hate To Sing (1981/1983) (K, P, O, Vc, Perc)


    40. Carla Bley: Heavy Heart (1983) (K, O, Synth)


    41. Various Artists: That’s The Way I Feel Now (A Tribute to Thelonius Monk) (1984) (K, Arr, P, O)


    42. Various Artists: For Taylor Storer (1984) (K, O)


    43. Carla Bley with Steve Swallow: Night-Glo (1985) (K, O, Synth)


    44. Various Artists: Lost In The Stars: The Music Of Kurt Weill (1985) (Arr)


    45. Orchestra Jazz Siciliana: Plays The Music Of Carla Bley (1985) (K)


    46. Carla Bley: Sextet (1986) (K, O, Synth, B)


    47. Carla Bley / Steve Swallow: Duets (1988) (K, P)


    48. Carla Bley: Fleur Carnivore (1988) (K, P)


    49. The Very Big Carla Bley Band (1990) (K, P)


    50. Charlie Haden and the LMO: Dream Keeper (1990) (K, Dir)


    51. Carla Bley / Steve Swallow: Go Together (1992) (K, P)


    52. Carla Bley: Big Band Theory (1993) (K, P)


    53. Various Artists: Darn It! Poems By Paul Haines (1993) (K)


    54. Carla Bley / Andy Sheppard / Steve Swallow: Songs With

    Legs (1994) (K, P)


    55. Various Artists: Jazz To The world (1995) (K)


    56. Carla Bley Big Band: Goes To Church (1996) (K, P)


    57. Carla Bley: Fancy Chamber Music (1998) (K, P)


    58. Carla Bley: 4 x 4 (1999) (K, P)


    59. Carla Bley / Steve Swallow: Are We There Yet? (1999)

    (K, P)


    60. NPR: A Jazz Piano Christmas (2000) (Arr, P)


    61. Carla Bley Big Band: Looking for America (2002) (K, P)


    62. Bley / Swallow / Sheppard / Drummond: The Lost Chords (2004) (K, P)


    63. Charlie Haden LMO: Not In Our Name (2005) (K, P)


    64. Carla Bley. The Lost Chords Find Paolo Fresu (2007) (K, P)


    65. Carla Bley Big Band. Appearing Nightly, 2008 (K, P)


    66. Carla Bley. Carla’s Christmas Carols, 2009 (K, P)



    LPs und CDs als Ensemblemitglied:


    1. Jazz Composer’s Orchestra: The Jazz Composer’s Orchestra (1968)


    2. Alejandro Jodorowsky: The Holy Mountain (soundtrack) (1973)


    3. Don Cherry: Relativity Suite (1973)


    4. Michael Mantler: No Answer (1974)


    5. Clifford Thornton and the Jazz Composer’s Orchestra: The

    Gardens Of Harlem (1974)


    6. Grachan Moncur III and the Jazz Composer’s Orchestra: Echoes Of A Prayer (1974)


    7. Jack Bruce Band: The Weird Of Hermiston (1975)


    8. Jack Bruce Band: Live ’75 (1975)


    9. Jack Bruce Band: Live on the Old Grey Whistle Test (1975)


    10. Jan Steele / John Cage: Voice And Instruments (1976)


    11. Michael Mantler: The Hapless Child (1976)


    12. Michael Mantler: Silence (1976)


    13. Central Park Sheiks: Honeysuckle Rose (1976)


    14. John Greaves / Peter Blegvad / Lisa Herman: Kew. Rhone (1976)


    15. Michael Mantler: Movies (1978)


    16. Gary Windo: His Master’s Bones (1978)


    17. Michael Zentner: Present Time (1979)


    18. Michael Mantler: More Movies (1979)


    19. Kip Hanrahan: Coup De Tête (1980)


    20. Michael Mantler: Something There (1982)


    21. Kip Hanrahan: Conjure (1983)


    22. Golden Palominos: Visions Of Excess (1985)


    23. Michael Mantler: Alien (1985)


    24. Golden Palominos: Blast Of Silence (1986)


    25. Steve Swallow: Carla (1986)


    26. Victoria Williams: Happy Come Home (1987)


    27. Karen Mantler: My Cat Arnold (1988)


    28. Wolfgang Puschnig: Pieces Of The Dream (1988)


    29. Karen Mantler: Karen Mantler And Her Cat Arnold Get The Flu (1990)


    30. Golden Palominos: Drunk With Passion (1991)


    31. Steve Swallow: Swallow (1991)


    32. Michael Franks: Abandoned Garden (1995)


    33. Glen Moore: Nude Bass Ascending... (1999)


    34. Steve Swallow: Always Pack Your Uniform On Top (2000)



    DVDs:

    Live in Montreal, 1983 (erschienen 2002)


    Famous Jazz Duets: Chick Corea & Gary Burton, Carla Bley & Steve Swallow - Live in Concert, 1981 (erschienen 2001)



    Links:

    www.wattxtrawatt.com

    (Carla Bleys eigene Webseite mit ausführlichen Angaben zu ihrer Biografie, ihrem Werk und der Möglichkeit zum Download von Notenmaterial)

    Stand: 17.4.2010


    www.mantlermusic.com

    (Michael Mantlers Webseite)

    Stand: 17.4.2010


    www.improvart.com

    (Paul Bleys Webseite)

    Stand: 17.4.2010


    www.charliehadenmusic.com

    (Charlie Hadens Webseite)

    Stand: 17.4.2010


    www.allaboutjazz.com

    (allgemeine Informationen zu Jazzmusik und -musikern)

    Stand: 17.4.2010


    www.ejn.it/mus/c_bley.htm

    (Seite des European Jazz Network zu Carla Bley)

    Stand: 17.4.2010

    Forschung

    Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Schaffen Carla Bleys beschränkt sich bislang auf einzelne Artikel in fachwissenschaftlichen Zeitschriften. Auf der Webseite Carla Bleys kann umfangreiches Notenmaterial heruntergeladen werden.

    Forschungsbedarf

    Eine umfassende Biografie über Carla Bley sowie musikwissenschaftliche Analysen ihrer Werke an der Grenze zwischen sogenannter U- und E-Musik stehen noch aus. Viele Publikationen erschöpfen sich bislang, wie die von Wayne Enstice oder Karen O’Brien, in der Gegenüberstellung von Biografie und Gesprächsprotokollen.

    Auffallend ist, dass die Arbeit männlicher Jazzkomponisten wie Duke Ellington oder Michael Mantler deutlich umfassender dokumentiert ist. Entsprechendes gilt für die bedeutenden Sängerinnen des Jazz im Vergleich mit den Instrumentalistinnen und Komponistinnen.

    Eine eingehende Untersuchung des Lebens und Schaffens Carla Bleys, ihrer Verbindungen in der Jazzszene und ihrer Vorbildfunktion für andere Jazzmusiker würde darüber hinaus Aufschluss über die Rolle der Frau als Komponistin, Instrumentalistin und Bandleaderin in der Welt des Jazz geben.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 44484407
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 133607550
    Library of Congress (LCCN): n80159163
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Lena Haselmann


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 14.04.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Lena Haselmann, Artikel „Carla Bley“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 14.4.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Carla_Bley