Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (95%)
  • Deutsch
  • Bianca Becker-Samolewska

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Bianca Becker-Samolewska
    Geburtsname: Bianca Samolewska
    Lebensdaten:
    geb. unbekannt in Berlin, Deutschland
    gest. in Berlin, Deutschland

    Die genauen Geburts- und Sterbedaten von Bianca Becker-Samolewska sind nicht bekannt. Sie wurde vermutlich in den 1870er Jahren geboren.
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin

    Profil

    Bianca Becker-Samolewska studierte an der Berliner Musikhochschule Violine bei Karl Markees und Joseph Joachim. Anschließend konnte sie sich im Berliner und Potsdamer Musikleben als Solistin und Kammermusikerin etablieren und trat in den folgenden Jahrzehnten überwiegend im Umfeld ihres Mannes, des Organisten und Hochschullehrers Otto Becker, auf. Gemeinsam mit ihrem Mann organisierte sie ca. ab 1910 die Potsdamer Garnisonkirchenkonzerte, die u. a. zahlreiche Berliner Musikerinnen und Musiker anzogen.

    Orte und Länder

    Bianca Becker-Samolewska wurde in Berlin geboren, wo sie bis 1910 lebte. Nachdem ihr Mann Otto Becker einen Ruf an die Garnisonkirche in Potsdam erhalten hatte, ließ sich Bianca Becker-Samolewska mit ihrer Familie dort nieder.

    Biografie

    Bianca Becker-Samolewska wurde als Bianca Samolewska in den 1870er Jahren in Berlin geboren. Über ihre Herkunft und ihre erste musikalische Ausbildung ist derzeit nichts bekannt. Von 1892 bis 1896 studierte Bianca Becker-Samolewska das Fach Violine bei Karl Markees an der Hochschule für Musik in Berlin und wurde im letzten Studienjahr von Joseph Joachim unterrichtet (vgl. Prante 1999, S. 6).


    1896 heiratete Bianca Becker-Samolewska den Organisten und Komponisten Otto Becker (1870-1954). Das Ehepaar blieb zunächst in Berlin, wo Otto Becker von 1896 bis 1907 an St. Andreas und von 1907 bis 1910 an der Garnisonkirche als Organist sowie von 1897 bis 1917 als Hochschullehrer an der Berliner Musikhochschule wirkte. Zum 1. Juli 1910 wurde Otto Becker an die Garnisonkirche in Potsdam berufen, und die Familie ließ sich dort nieder (vgl. Grützner 2004, S. 20). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Kurt, geb. am 9. März 1900, Robert, geb. am 28. November 1904, und Ursel, geb. am 23. November 1916 (vgl. Müller 1929).


    Bianca Becker-Samolewska trat vermutlich erst ab 1899 öffentlich auf und konzertierte in den nächsten Jahrzehnten regelmäßig, überwiegend gemeinsam mit ihrem Mann. Sie debütierte am 15. März 1899 in der Berliner Singakademie, am Klavier begleitet von Otto Becker, und spielte dabei Ludwig van Beethovens Violinsonate c-Moll (op. 30 Nr. 2), dessen Violinromanze F-Dur (op. 50) und „Ungarische Tänze“ von Johannes Brahms in der Bearbeitung für Violine von Joseph Joachim (vgl. Prante 1999, S. 58). Die „Vossische Zeitung“ schrieb über das Konzert: „Die junge Frau machte einen sehr angenehmen Eindruck mit der Frische und Helligkeit des Tons wie Vortrags und der sauberen Fertigkeit, die sie in der Violinpartie der c-moll-Sonate op. 30 und in der F-dur-Romanze von Beethoven entwickelte.“ („Vossische Zeitung“ vom 17. März 1899, zit. n. Prante 1999, S. 58; vgl. auch „Der Klavierlehrer“ vom 1. April 1899, S. 95) Auch 1903 gab sie in Berlin ein eigenes Konzert, das von Rudolf M. Breithaupt in der Zeitschrift „Die Musik“ lakonisch mit den Sätzen kommentiert wurde: Bei „Bianca Becker-Samolewska (Violine) und Otto Becker (Klavier) war die Frau bedeutender als der Mann. Das ist nie gut, auch in der Kunst nicht.“ („Die Musik“ 3 [1903/04], Bd. 3, S. 69) Im November 1909 trat Bianca Becker-Samolewska bei einem Kirchenkonzert ihres Mannes in der Berliner Garnisonkirche mit Werken von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Josef Gabriel Rheinberger auf (vgl. „Musikalisches Wochenblatt“ vom 25. November 1909, S. 501). Gemeinsam mit ihrem Mann gründete Bianca Becker-Samolewska zudem 1910 eine Kammermusikvereinigung, das so genannte „Becker-Trio“, über dessen weitere Besetzung jedoch derzeit nichts bekannt ist.


    In Potsdam organisierten Bianca Becker-Samolewska und ihr Mann die so genannten „Garnisonkirchenkonzerte“, die zu einer der wichtigsten musikalischen Einrichtungen Potsdams wurden und zahlreiche Berliner Musikerinnen und Musiker anzogen. So berichtete z. B. Erika Kickton im Juli 1925 in der „Neuen Zeitschrift für Musik“: „Seit dem Krieg haben mehr und mehr bedeutende Berliner Künstler hier Einkehr gehalten und in den Vereinen begeisterte Aufnahme als Solisten gefunden. Ausschließlich wirkten diese und ähnliche Kräfte stets im Rahmen der Garnisonkirchenkonzerte des ehem. Lehrers an der Staatl. Hochschule für Musik, Professor Otto Becker, mit seiner Gattin, der Joachimschülerin Bianca Becker-Samolewska.“ („Zeitschrift für Musik“, Heft 7/8, Juli/August 1925, S. 498) Möglicherweise war Bianca Becker-Samolewska zudem zeitweise als Violinistin am Potsdamer Hofkantorhaus angestellt (vgl. Stern 1914, S. 303; Prante 1999, S. 58).


    Bianca Becker-Samolewska starb 1925 in Potsdam (vgl. Grützner 2004, S. 20).

    Würdigung

    Die Tätigkeiten Bianca Becker-Samolewskas können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.

    Rezeption

    Eine Rezeption der Tätigkeiten Bianca Becker-Samolewskas findet derzeit nicht statt.

    Repertoire

    Über das Repertoire von Bianca Becker-Samolewska ist derzeit nahezu nichts bekannt. Zu den von ihr aufgeführten Werken gehörten sowohl Kompositionen von Johann Sebastian Bach als auch Werke des klassisch-romantischen Repertoires, darunter Violinsonaten von Ludwig van Beethoven und die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms in der Bearbeitung von Joseph Joachim.

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Becker, Otto“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). Dresden: Limpert 1929.


    Grützner, Vera. Musiker in Brandenburg vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Berlin: Jaron-Verlag, 2004.


    Prante, Inka. Die Schülerinnen Joseph Joachims. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Amt des Lehrers, Berlin. Unveröffentlichtes Typoskript, 1999.


    Stern, Richard. Was muß der Musikstudierende von Berlin wissen? Jg. 6, Berlin 1914.



    Zeitungsartikel und Konzertkritiken


    Der Klavierlehrer vom 1. April 1899, S. 95.


    Die Musik, Jg. 3 (1903/04), Bd. 3, S. 69.


    Musikalisches Wochenblatt vom 25. November 1909, S. 501.


    Vossische Zeitung vom 17. März 1899.


    Zeitschrift für Musik, Heft 7/8, Juli/August 1925, S. 498.

    Forschung

    Zu Bianca Becker-Samolewska liegen keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Bianca Becker-Samolewska umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 5. November 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 16.11.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Bianca Becker-Samolewska“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 16.11.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Bianca_Becker-Samolewska