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    von Silke Wenzel
    Namen:
    Beatrice Harrison
    Lebensdaten:
    geb. in Roorkäa, Indien
    gest. in Smallfield (Sussex), England
    Tätigkeitsfelder:
    Cellistin, Solistin, Kammermusikerin
    Charakterisierender Satz:

    „Miss Beatrice Harrison […] is a musician through and through. […] In the first place, she has a keen sensitiveness to rhythm that enables her to keep up the slow, swinging stride of an andante with just as much precision as the hurried measures of a tarantelle; in the second place she has a strong sense of colour, and uses her tone, which is remarkably full and mellow, with an artist’s economy and feeling for ‘Niceness’ of effect; and finally, she has the self-control of a practised musician, for not once in the evening did she show the slightest tendency towards hurry of nervous deliberation. After so successful a commencement Miss Harrison ought to have a brilliant career before her.“

    „Miss Beatrice Harrison ist durch und durch Musikerin. An erster Stelle hat sie ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl, das sie befähigt, den langsamen, schwingenden Schritt eines Andante mit ebensolcher Präzision durchzuhalten, wie die eiligen Takte einer Tarantella; zweitens hat sie einen starken Sinn für Klangfarbe und gestaltet ihren Ton, der bemerkenswert voll und weich ist, mit der Ökonomie einer Künstlerin und einem Gefühl für die Feinheiten des Ausdrucks. Schließlich hat sie die Selbstbeherrschung einer ausübenden Musikerin, denn kein einziges Mal zeigte sie an diesem Abend die geringste Neigung, aus Nervosität zu eilen. Nach einem so erfolgreichen Beginn sollte Miss Harrison eine brillante Karriere vor sich haben.“

    („The Times London“ vom 30. Mai 1907, S. 9)


    Profil

    Beatrice Harrison gehörte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu den führenden internationalen Solo-Cellistinnen. Sie arbeitete mit zeitgenössischen Komponisten zusammen, u. a. mit Edward Elgar, Frederick Delius und Cyril Scott und machte deren Cellokonzerte international bekannt. Konzertreisen führten sie durch mehrere europäische Länder sowie durch die USA. Beatrice Harrison trat häufig mit zwei ihrer Geschwister, den Violinistinnen Margaret und May Harrison auf. Besonders May Harrison und Beatrice Harrison waren für ihre Interpretationen von Doppelkonzerten berühmt. Mehr als 95 Mal traten sie bereits zu Studienzeiten mit dem Doppelkonzert a-Moll op. 102 von Johannes Brahms auf; die Doppelkonzerte von Frederick Delius und Cyril Scott (verschollen) wurden eigens für das Geschwisterpaar geschrieben. Einem breiteren Publikum wurde Beatrice Harrison auch durch Rundfunkkonzerte und -aufnahmen für die BBC sowie durch ihre Aufnahmen für das Label „His Master's Voice“ bekannt.

    Orte und Länder

    Beatrice Harrsion wurde in Roorkäa (Indien) geboren, kam aber bereits als Kind zurück nach England. Während ihrer Kindheit lebte die Familie einige Jahre in Chatham, bevor sie London als Hauptwohnsitz wählte. Beatrice Harrison studierte in London und setzte ihr Studium ab 1908 in Frankfurt a. M. und Berlin fort. Im Jahr 1911 kehrte sie nach London zurück und behielt dort ihren Wohnsitz bei, bis sie sich Mitte der 1930er Jahre auf ihr Landhaus „Foyle Riding“ in Oxted/Surrey zurückzog. Nach dem zweiten Weltkrieg zog sie gemeinsam mit ihrer Schwester Margaret Harrison nach South Nutfield, Surrey, wo sie ein Landhaus „Nutfield Ridge” kaufte.

    Biografie

    Beatrice Harrison wurde am 9. Dezember 1892 in Roorkäa (Indien) geboren, wo ihr Vater J. H. C. Harrison als Colonel der Royal Engineers stationiert war; wenige Monate nach ihrer Geburt kehrte die Familie nach England zurück. Die Mutter Anne Harrison, selbst Sängerin und Pianistin, sorgte für eine fundierte musikalische Ausbildung ihrer vier Töchter, von denen drei professionelle Musikerinnen wurden: Margaret Harrison und May Harrison als Violinistinnen und Pianistinnen, Beatrice Harrison als Cellistin. Wie alle Kinder der Familie wurde auch Beatrice Harrison zunächst in Klavier und Violine in London und Chatham ausgebildet und bestand mit sieben Jahren das „Associated Board Examination“ – eine noch heute von den Royal Schools of Music abgenommene Prüfung – in beiden Instrumenten. Mit acht Jahren erhielt sie auf ihren eigenen Wunsch hin in Rochester ihren ersten Violoncello-Unterricht und bestand bereits ein halbes Jahr später auch auf diesem Instrument das „Associated Board Examination“.

    Die Familie zog nach London und Beatrice Harrison wurde zunächst privat von dem Cellisten William Edward Whitehouse unterrichtet, der zu dieser Zeit bereits Professor am Royal College of Music und an der Royal Academy of Music in London war. Bereits eineinhalb Jahre später gewann Beatrice Harrison die „Associated Board’s Gold Medal“ in der „Senior Devision“ und begann im Alter von elf Jahren mit einem Stipendium am Londoner Royal College of Music bei William Edward Whitehouse das Fach Violoncello zu studieren; zusätzlich erhielt sie Unterricht in Harmonielehre und Kontrapunkt.

    Noch vor Beendigung ihres Studiums gab Beatrice Harrison ihr Debütkonzert in der Londoner Queen’s Hall unter der Leitung von Henry Wood. Am 29. Mai 1907 trat sie dort u. a. mit dem Cellokonzert a-Moll op. 33 von Camille Saint-Saëns auf; die Musikkritik reagierte begeistert.


    Auf Anraten von Enrique Arbós – dem damaligen Violin-Professor der Schwester May Harrison, die zeitgleich am Royal College studiert hatte – entschloss sich die Familie, Beatrice Harrison bei dem deutschen Cellisten Hugo Becker weiter studieren zu lassen. Mitte 1908 kam Beatrice Harrison nach Frankfurt a. M., wo sie in einer Mädchenschule, dem Taunus Institut in Königstein, untergebracht wurde. Sie begann ein Privat-Studium bei Hugo Becker und widmete sich in dieser Zeit vorrangig dem Violoncello-Konzert von Antonín Dvořák. Als Hugo Becker 1909 einen Ruf an die Königliche Hochschule für Musik in Berlin erhielt, folgte ihm Beatrice Harrison und setzte dort als eingeschriebene Studentin ab 1909 ihr Studium fort (vgl. Jahresbericht 1909/1910). Innerhalb kürzester Zeit konnte sie sich auch im Berliner Musikleben als Cellistin etablieren. Bereits in ihrem ersten Berliner Studienjahr, am 17. März 1910, debütierte sie mit dem Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Oskar Noë mit dem Doppelkonzert für Violine und Violoncello von Johannes Brahms a-Moll op. 102; den Violinpart übernahm ihre Schwester May Harrison (vgl. Muck 1982, S. 126). Am 1. Juli des selben Jahres trat Beatrice Harrsion bei einem Unterhaltungsabend im Theatersaal der Königlichen Hochschule für Musik mit Gabriel Faurés „Elégie“ und Hamilton Hartys „Papillons“ auf und spielte gemeinsam mit Paul Scholz (Klavier) und August Hewers (Violine) das Klaviertrio a-Moll von Piotr I. Tschaikowsky (vgl. Jahresbericht 1909/1910). Am 18. Oktober 1910 gab Beatrice Harrison ein Solokonzert im Berliner Bechstein-Saal und im Dezember 1910 folgte ein Auftritt in der Berliner Singakademie unter der Leitung ihres Lehrers Hugo Becker; Publikum und Musikkritik reagierten begeistert: „Aufrichtig freuen kann sich der fachliche Beurteiler, wenn er im Konzertsaale einem Talente begegnet, dessen Begabung musikalisch und technisch so zweifelsfrei ist, daß er sich dem Genusse der gebotenen Leistung ohne Einschränkung hingeben kann. Eine solch seltene Erscheinung müssen wir begrüßen in der jungen Cellistin Beatrice Harrison [...]. Diese zarte junge Künstlerin vereinigt in sich Vorzüge, die manch berühmter Vertreter ihres Instruments nicht aufzuweisen hat. Ein großer, innerlich belebter Ton, zündendes Temperament in Verbindung mit einem technischen Können, das kaum je versagt, verhalfen ihr zu einem Siege auf der ganzen Linie. Nach der schwungvollen Wiedergabe des d moll-Konzertes von Lalo spielte sie Tschaikowskys Rokoko-Variationen mit so viel Grazie und Charme, daß man an der prächtigen Leistung seine helle Freude haben konnte. Man wird nicht fehlgehen, wenn man der jungen Künstlerin eine glänzende Zukunft prophezeit.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ 77/1910, S. 444) Ebenfalls im Jahr 1910 gewann Beatrice Harrison als erste Cellistin und vermutlich mit 17 Jahren jüngste Studentin den begehrten Mendelssohn-Preis. Sie verließ Ostern 1911 die Königliche Hochschule für Musik in Berlin (Jahresbericht 1910/1911) und kehrte zunächst nach London zurück. Dort spielte sie Anfang April 1911 in den Queen’s Hall Symphony Concerts unter der Leitung von Sir Henry Wood das Cello-Konzert d-Moll von Edouard Lalo sowie am gleichen Abend das Doppelkonzert a-Moll op. 102 von Johannes Brahms – wiederum gemeinsam mit May Harrison (vgl. „The Times London“ vom 3. April 1911, S. 10).


    Nach Beendigung ihres Studiums ging Beatrice Harrison gemeinsam mit ihrer Schwester May Harrison auf Tournee und konnte sich innerhalb kürzester Zeit im internationalen Musikleben etablieren. Eine erste große Konzertreise führte das Geschwisterpaar in den Jahren 1911/1912 durch Deutschland, Frankreich und Österreich-Ungarn mit Konzerten u. a. in Dresden, Bremerhaven, Metz, Wien und Budapest. Von dort reisten May und Beatrice Harrison weiter nach Warschau, Lemberg, Krakau sowie nach Norwegen, Schweden und Dänemark. Nach kurzen Aufenthalten in Berlin und London folgte eine weitere Tournee durch Deutschland und Russland mit Konzerten in Leipzig, Berlin und St. Petersburg. Allein auf diesen beiden Reisen spielten May und Beatrice Harrison das Doppelkonzert op. 102 von Johannes Brahms ungefähr 95 Mal (zu dieser Tournee vgl. Harrison 1985, S. 76-92). Zwischen 1913 und 1917 unternahm Beatrice Harrison mehrere kleinere Tourneen durch die USA – teilweise in Begleitung ihrer Schwestern May und Margaret Harrison –, wo Beatrice Harrison u. a. in der New Yorker Carnegie-Hall konzertierte, mit den Symphonieorchestern von Boston und Chicago auftrat und mehrere eigene Konzerte gab. Auch in späteren Jahren blieb Beatrice Harrison den USA als Musikerin verbunden und konzertierte dort regelmäßig bis zu ihrer letzten USA-Tournee im Jahr 1935.


    Zwischen 1911 und Mitte der 1930er Jahre war Beatrice Harrison auch im Londoner Musikleben etabliert, teilweise gemeinsam mit ihren Geschwistern, mit denen sie im Duo und als Trio – einer der beiden Violinistinnen übernahm dann den Klavierpart – auftrat. So gab Beatrice Harrison z. B. im März 1919 ein eigenes Konzert in der Londoner Wigmore Hall, bei dem sie u. a. eine Sonate E-Dur von Giuseppe Valentini und Hamilton Hartys „Papillons“ spielte. Die London Times kommentierte: „Miss Beatrice Harrison is different from most violoncellists. Whatever she plays, from the lightest bagatelle to the most strenuous sonata, expresses through her instrument exactly what it is worth, and that wealth of tone which can be poured out in the glowing Cantilena of a slow movement by Valentini can reduce itself to a whisper without losing its quality in such a dainty trifle as Hamilton Harty’s ‚Papillons’.” („Miss Beatrice Harrison unterscheidet sich von den meisten Cellisten. Was auch immer sie spielt, von der leichtesten Bagatelle bis zur strengsten Sonate, findet durch ihr Spiel seinen künstlerischen Ausdruck. Die Klangfülle, die sich in der intensiven Kantilene eines langsamen Satzes von Valentini ergießt, kann in einer anmutigen Bagatelle wie Hamiliton Hartys 'Papillons' zu einem Flüstern herabsinken, ohne ihre Qualität einzubüßen.“; „The Times London“ vom 14. März 1919, S. 13) Im Juni 1927 veranstaltete Beatrice Harrison ein eigenes Orchesterkonzert in der Queen’s Hall unter der Leitung von Thomas Beecham, bei dem sie u. a. mit Antonín Dvořáks Cello-Konzert auftrat: „Dvorák’s concerto is a delightful work and to it Miss Harrison brought not only warmth of feeling without exuberance, but beautiful articulation of the detail without overemphasis; it was in fact a finely judged performance in every respect.” („Dvořáks Konzert ist ein wunderbares Werk und Miss Harrison brachte ihm nicht nur Gefühlswärme ohne Überschwänglichkeit entgegen, sondern auch eine schöne Artikulation im Detail ohne Überbetonung; es war in jeder Hinsicht eine fein ausgewogene Interpretation.“; „The Times London“ vom 15. 1929, S. 12)


    Neben dem klassisch-romantischen Repertoire verfügte Beatrice Harrison auch über ein feines Gespür für neue Werke und setzte sich kontinuierlich für britische Komponisten ihrer Zeit und deren Werke ein, wie die zahlreichen von ihr gespielten Uraufführungen vor allem in den 1920er Jahren belegen. Etliche Cello-Kompositionen dieser Zeit wurden für Beatrice Harrison geschrieben, darunter Werke von John Ireland, Cyril Scott, Herbert Hughes, Percy Grainger, Roger Quilter, York Bowen, Arnold Bax und George Henschel (vgl. Cleveland-Peck 1985, S. 29). Allein im ersten Halbjahr 1924 brachte Beatrice Harrison drei Cello-Werke an die Öffentlichkeit: Im Februar 1924 spielte sie die Urauführung der Sonate für Violoncello und Klavier von Arnold Bax in der Londoner Wigmore Hall, begleitet von Harriet Cohen am Klavier („The Times London“ vom 29. Februar 1924, S. 10). Im April 1924 folgte die Uraufführung der Sonate für Violoncello und Klavier von John Ireland, gemeinsam mit Mr. Howard-Jones am Klavier in der Londoner Aeolian Hall (vgl. „The Times London“ vom 7. April 1924, S. 10) und im Mai 1924 spielte sie die englische Erstaufführung von Zoltan Kodálys Sonate für Cello Solo, ebenfalls in der Londoner Aeolian Hall.


    Mit mehreren Komponisten verband sie zudem eine enge Freundschaft, darunter Frederick Delius, Edward Elgar und Cyril Scott. Ende Oktober 1918 spielte Beatrice Harrison die Uraufführung der Sonate für Violoncello in einem Satz von Frederick Delius, am 21. Februar 1920 folgte die Uraufführung seines Doppelkonzerts gemeinsam mit May Harrison in den Saturday’s Concerts der Queen’s Hall unter der Leitung von Sir Henry Wood. Das Konzert wurde für die Geschwister geschrieben, nachdem Frederick Delius die beiden in einem Konzert unter Thomas Beecham in Manchester mit dem Doppelkonzert von Johannes Brahms gehört hatte. Wie das Doppelkonzert von Brahms wurde auch das Delius Konzert zu einem der Standardwerke der Geschwister. Bereits ein Jahr nach der Uraufführung des Doppelkonzertes folgte die Uraufführung des Konzertes für Violoncello und Orchester von Frederick Delius, die Beatrice Harrison unter der Leitung von Sege Barjansky in Wien spielte. Am 3. Juli 1923 führte sie das Werk auch in England bei einem Konzert in der Queen’s Hall unter der Leitung von Eugène Goossens auf.

    Eine ebenso enge Zusammenarbeit verband Beatrice Harrison mit dem Komponisten Edward Elgar. Auf seine Bitte hin und unter seiner Leitung spielte sie die zweite Aufführung von dessen Cello-Konzert e-Moll im Januar 1921 in den Queen's Hall Symphony Concerts ca. ein Jahr nach der misslungenen Uraufführung mit Felix Salmond. Tatsächlich gelang ihr eine Revision des Werkes beim Publikum. Es wurde zu einem Standardwerk ihres Repertoires und im Oktober 1923 kommentierte die London Times eine weitere Aufführung des Werkes in den Promenade Concerts folgendermaßen: „Miss Harrison played the solo part of the concerto better, even, than before; she entered fully into the spirit of the music, and her tender handling of the soft passages in the finale was most moving.” („Miss Harrison spielte den Solopart des Konzerts noch besser als zuvor; sie tauchte völlig in die Idee der Musik ein und ihr empfindsamer Umgang mit den weichen Passagen im Finale war sehr bewegend.“; „The Times London“ vom 19. Oktober 1923, S. 10) Bereits 1919 hatte Beatrice Harrison eine vom Komponisten gekürzte Fassung des Konzerts unter der Leitung des Komponisten eingespielt; im Jahr 1928 entstand eine Gesamtaufnahme für das Label „His Master's Voice“ mit Beatrice Harrison als Solistin und unter der Leitung von Edward Elgar.

    Ein weiterer Komponist im näheren Umfeld der Schwestern war Cyril Scott. Im Jahr 1920 spielten May und Beatrice Harrison gemeinsam mit dem Komponisten die Uraufführung von Cyril Scotts Klaviertrio Nr. 1 in der Londoner Wigmore Hall, 1926 komponierte Cyril Scott für die beiden Schwestern ein Doppelkonzert, dessen Partitur allerdings als verschollen gilt und noch im März 1950 spielte Beatrice Harrison die Uraufführung einer späten Sonate für Violoncello und Klavier von Cyril Scott in der Londoner Wigmore Hall (vgl. „The Times London“ vom 20. März 1950, S. 8).


    Ab spätestens 1918 zählte Beatrice Harrison zu den Interpretinnen des Schallplatten-Labels „His Master’s Voice”, für das – neben dem Elgar-Konzert – u. a. Aufnahmen populärer Stücke wie Nikolaj Rimsky-Korsakovs „Slumber song”, Franz Schuberts „Ave Maria” und César Cuis: „Orientale” (original für Violine) entstanden; in vielen dieser Aufnahmen übernahm ihre Schwester Margaret Harrison den Klavierpart (vgl. Harrison 1985, S. 168-172). Bereits in den frühen Jahren ihrer Karriere gab Beatrice Harrison zudem regelmäßig Rundfunkkonzerte und machte Aufnahmen für die BBC. Sie selbst sagte einmal über den Rundfunk, er habe der Welt mehr geholfen, als alle Wissenschaft, weil er alle Menschen miteinander verbinden würde (Artikel „Harrison, Beatrice”. In: Moseley 1933). Im Jahr 1924 sorgte Beatrice Harrison für Aufsehen, als sie ein Team der BBC überredete, sie in ihrem Landhaus in Surrey aufzusuchen, um dort im Garten Aufnahmen zu machen. Beatrice Harrison meinte entdeckt zu haben, dass Nachtigallen ihr Cello-Spiel musikalisch begleiteten. Die BBC machte die Aufnahmen – u. a. von Nikolaj Rimsky-Korsakovs „Chant Hindu” und der „Londonderry Air” –, sendete sie und Beatrice Harrison wurde über Nacht einem breiten Publikum bekannt; das Label „His Master's Voice” vertrieb zudem mehrere dieser Aufnahmen auf Schellakplatten, die äußerst populär wurden. Wenige Jahre später, 1929/30, komponierte Cyril Scott das Cello-Konzert „The Melodist & the Nightingales” für Beatrice Harrison, das von ihr unter der Leitung von Sir Thomas Beecham in der Londoner Queen's Hall uraufgeführt wurde.


    Mitte der 1930er Jahre zog sich Beatrice Harrison weitgehend aus dem öffentlichen Musikleben zurück, trat nur noch selten auf und lebte überwiegend in ihrem Landhaus „Foyle Riding“ in Oxted/Surrey. Nach dem zweiten Weltkrieg versuchte sie ihre Karriere fortzusetzen, gab wieder Konzerte und unternahm eine Konzertreise durch Holland. Am 29. Mai 1946 waren die drei Schwestern Beatrice, May und Margaret Harrison nochmals bei einem Frederick Delius-Gedächtniskonzert in der Londoner Wigmore Hall zu hören, das der europäischen Kinderhilfe gewidmet war. Einer der letzten Auftritte von Beatrice Harrison fand im April 1958 in der Ruine der Kathedrale von Coventry zu Gunsten des Wiederaufbaus der im zweiten Weltkrieg zerbombten Kirche statt. Begleitet von ihrer Schwester Margaret Harrison spielte sie dort eine Aria von Pietro Marcello sowie „L’Amour de Moy“ von Roger Quilter („The Times London“ vom 10. April 1958, S. 12).

    Über mögliche Schülerinnen und Schüler von Beatrice Harrison ist nichts bekannt, das Unterrichten als Tätigkeit wird in ihrer Autobiografie nicht erwähnt. Beatrice Harrison spielte ein Pietro Guarneri-Cello von 1739, das ihr von einer bis heute nicht bekannten Mäzenin geschenkt wurde.


    Beatrice Harrison starb am 11. März 1965 im Alter von 72 Jahren in Smallfield/Sussex, England.

    Würdigung

    Die Cellistin Beatrice Harrison war über 30 Jahre im internationalen Musikleben als herausragende Solistin und Kammermusikerin anerkannt. Neben einzelnen Tourneen durch verschiedene europäische Länder trat sie vor allem in England und den USA auf und begeisterte dort Publikum und Presse. Ihr Spiel regte zahlreiche zeitgenössische Komponisten an, Werke für Violoncello zu komponieren. Für Beatrice Harrison entstanden u. a. Cello-Werke von Frederick Delius, Arnold Bax, Cyril Scott und John Ireland und sie war es, die durch ihre Interpretation dem Cellokonzert von Edward Elgar zum internationalen Durchbruch verhalf. Als eine der erstrangigen Interpretinnen des Schallplatten-Labels „His Master's Voice“ sowie durch ihre zahlreichen Rundfunkkonzerte, trug sie mit dazu bei, dass das Violoncello von einem breiten Publikum als Soloinstrument anerkannt wurde.

    Rezeption

    Seit Anfang der 1980er Jahre hat sich Patricia Cleveland-Peck mit dem Leben von Beatrice Harrison und ihren künstlerischen Tätigkeiten auseinandergesetzt. 1985 publizierte sie eine kommentierte Fassung der Autobiografie von Beatrice Harrison „The Cello and the Nightingale“ und verarbeitete ihr Wissen um das Leben der Cellistin in einem gleichnamigen Theaterstück, das im Jahr 2004 am Theatre Royal in York inszeniert und aufgeführt wurde; die Hauptrolle übernahm Brigit Forsyth. Das Sujet wurde auch von Robert Saxton in einem Gedicht mit dem Titel „The Nightingale Broadcasts” aufgegriffen, das 2001 den Preis der „Keats-Shelley Memorial Association” erhielt. Bis heute ist demnach die Geschichte in England bekannt und selbst die Internet-Plattform „YouTube” hält ein Video bereit, auf dem sich eine Schallplatte von „His Master's Voice” mit den Nachtigallen aus dem Garten von Beatrice Harrison auf dem Plattenteller dreht – leider ist nur jene Seite zu hören, auf der die Nachtigallen ohne Cellobegleitung aufgenommen wurden (vgl. „Links”).

    Werkverzeichnis

    Von Beatrice Harrison sind keine Kompositionen bekannt.



    Aufnahmen


    Popper, David. Gavotte für Violoncello Nr. 2. Beatrice Harrison (Violoncello); Margaret Harrison (Klavier). Aufnahme vom Juni 1919.


    Popper, David. Gavotte Nr. 2. Aufnahme vom Juni 1919.


    Popper, David. Spanischer Tanz op. 54 Nr. 5. Aufnahme vom Juni 1919.


    Bach, Johann Sebastian: Suites für Violoncello BWV 1009. Aufnahme von 1919/1920.


    Delius, Frederick. Sonaten für Violoncello. Aufnahme vom Februar 1926.


    Brahms, Johannes. Sonate für Violoncello Nr. 1. Aufnahme von 1926.


    „Londonderry Air”. Mit Begleitung von Nachtigallen. Aufnahme von 1927.


    Elgar, Edward. Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85. Aufnahmedatum: 23. März und 13. Juni 1928.


    Dvorak, Antonin. „Songs my Mother tought me”. Mit Begleitung von Nachtigallen. Aufnahme von 1928.


    „Summer Night Idyll”. Mit Begleitung von Nachtigallen. Aufnahme von 1928.


    Elgar, Edward. Salut d'amour. Beatrice Harrison (Violoncello), Margaret Harrison (Violine) und Princess Victoria (Klavier). Aufnahmedatum: 25. August 1928.


    Delius, Frederick. Intermezzo and Serenade. Beatrice Harrison (Violoncello); Margaret Harrison (Klavier). Aufnahme vom Oktober 1929.


    Delius, Frederick. Two Pieces for Violoncello. Aufnahmedatum: 25. November 1930.


    Delius, Frederick. Caprice and elegy. Arrangement für Cello und Orchester von Eric Fenby. Aufnahme vom November 1930.


    Leech-Lynch. Arrangement von „Fionnula's lament”. Aufnahmedatum: 22. Februar 1937.


    Bax, Arnold. Konzert für Violoncello und Orchester. Aufnahmedatum: 1. Februar 1938.


    Dawes, Charles Gates. Melody A-Dur für Violine und Klavier. Bearbeitung für Violoncello. Aufnahmedatum unbekannt.


    Popper, David. Harlequinade op. 3 Nr. 1. Aufnahmedatum unbekannt.


    Tartini, Giuseppe. Sonate für Violine und Klavier. Bearbeitung für Violoncello. Aufnahmedatum unbekannt.


    Valentini, Giuseppe. Sonate für Violoncello und Harpsichord. Aufnahmedatum unbekannt.


    Rimski-Korsakov, Nikolaj. Plenivshis Rozoi. Aufnahmedatum unbekannt.


    Coates, Henry. Benediction. Aufnahmedatum unbekannt.


    Sammartini, Giuseppe. Sonate für Violine und Bc. Bearbeitung für Violoncello. Aufnahmedatum unbekannt.


    Cui, César. Orientale. Aufnahmedatum unbekannt.


    Grainger, Percy. Youthful Rapture. Aufnahmedatum unbekannt.


    Arcadelt, Jacob. Ave Maria. Bearbeitet für Cello, Klavier und Orgel von Henry Coates. Aufnahmedatum unbekannt.


    Rimsky-Korsakov, Nikolaj. May Night. Aufnahmedatum unbekannt.


    Dawes, Charles Gates. Melody A-Dur für Violine und Klavier. Beatrice Harrison (Violoncello); Margaret Harrison (Klavier). Aufnahmedatum unbekannt.


    Biene, August van. Broken Melody. Beatrice Harrison (Violoncello); Margaret Harrison (Klavier). Aufnahmedatum unbekannt.


    Händel, Georg Friedrich. Ombra mai fu. Beatrice Harrison (Violoncello); Margaret Harrison (Klavier). Aufnahmedatum unbekannt.

    Repertoire

    Das Repertoire von Beatrice Harrison war sehr umfangreich. Es umfasste nahezu alle großen Cellokonzerte und Doppelkonzerte, zahlreiche zeitgenössische Werke für Violoncello sowie Kammermusik. Eine Repertoireliste von Beatrice Harrison ließe sich erst nach Auswertung von Aufnahmen, Zeitungen bzw. Zeitschriften und Programmen erstellen. Nachgewiesen sind bislang Aufführungen und Aufnahmen der folgenden Werke:



    Solokonzerte


    Albert, Eugène de. Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur op. 20.

    Bax, Arnold. Konzert für Violoncello und Orchester.

    Boëllmann, Léon. „Variations Symphonique” für Violoncello und Orchester op. 23.

    Brahms, Johannes. Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102

    Delius, Frederick. Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester.

    Delius, Frederick. „Caprice and Elegy” für Violoncello und Kammerorchester.

    Dvořák, Antonín. Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104.

    Elgar, Edward. Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85.

    Glazunov, Alexander. „Chant du Ménéstrel” fis-Moll op. 71.

    Haydn, Joseph. Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur Hob. VIIb:2

    Herbert, Victor. New Suite for Violoncello and Orchestra.

    Lalo, Edouard. Konzert für Violoncello und Orchester d-Moll.

    Saint-Saëns, Camille. Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 33.

    Schumann, Robert. Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129.

    Scott, Cyril. Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester (verschollen).

    Scott, Cyril. „The Melodist & the Nightingales”. Konzert für Violoncello und Orchester (UA)

    Stanford, Charles V. „Irish Concertino“ für Violine, Violoncello und Orchester op. 161 (UA).

    Tschaikowsky, Piotr I. Rokoko-Variationen op. 33.



    Weitere Literatur für Violoncello


    Bach, Johann Sebastian: Suite C-Dur für Violoncello Solo BWV 1009.

    Bax, Arnold. Sonate für Violoncello und Klavier Es-Dur (UA).

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur op. 102/2.

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 5/2.

    Biene, August van. Broken Melody für Violoncello und Klavier.

    Brahms, Johannes. Sonate für Klavier und Violoncello e-Moll op. 38.

    Cui, César. Orientale op. 50 Nr. 9. Bearbeitung für Violoncello.

    Dawes, Charles Gates. Melody A-Dur für Violine und Klavier. Bearbeitung für Violoncello.

    Delius, Frederick. Sonate für Violoncello und Klavier (UA)

    Fauré, Gabriel. Elégie für Violoncello und Klavier op. 24.

    Grainger, Percy. Youthful Rapture.

    Händel, Georg Friedrich. Ombra mai fu. Bearbeitung für Violoncello und Klavier.

    Harty, Hamilton. Papillons.

    Ireland, John. Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll (UA).

    Kodály, Zoltan. Sonate für Violoncello Solo op. 8.

    Popper, David. Gavotte für Violoncello Nr. 2.

    Popper, David. Spanischer Tanz op. 54 Nr. 5.

    Popper, David. Harlequinade op. 3 Nr. 1.

    Quilter, Roger. „L’Amour de Moy“.

    Rimsky-Korsakov, Nikolaj. Plenivshis Rozoi.

    Rimsky-Korsakov, Nikolaj. May Night.

    Rimsky-Korsakov, Nikolaj. „Chant Hindu”

    Sammartini, Giuseppe. Sonate für Violine und Bc. Bearbeitung für Violoncello (keine Präzisierung möglich).

    Scott, Cyril. Sonate für Violoncello und Klavier (UA).

    Scott, Cyril. „Pierrot Amoureux”.

    Scott, Cyril. „Philomel”.

    Scott, Cyril. „Pastoral and Reel”.

    Strauss, Richard. Sonate für Violoncello und Klavier op.6.

    Tartini, Giuseppe. Sonate für Violine und Klavier. Bearbeitung für Violoncello (Präzisierung nicht möglich).

    Valentini, Giuseppe. Sonate für Violoncello und Harpsichord E-Dur.

    Veroli, Manilo di. Sonate für Violoncello und Klavier.



    Kammermusik


    Arcadelt, Jacob. Ave Maria. Bearbeitet für Cello, Klavier und Orgel von Henry Coates.

    Coates, Henry. Benediction.

    Elgar, Edward. Salut d'amour op. 12.

    Scott, Cyril. Klaviertrio Nr. 1.

    Tschaikowsky, Piotr I. Klaviertrio a-Moll op. 50.


    Populäre Stücke wie „Londonderry Air”, „Summer Night Idyll” und „Fionnula's lament”.

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Lady Violoncellists and One in Particular”. In: The Musical Times. 48 (1907), No. 771 (1. Mai 1907), S. 307-308.


    Artikel „Harrison, Beatrice“. In: Who’s who in music. H. S. Wyndham (Ed.). 1913 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, Beatrice“. In: Black’s Dictionary of music and musicians. L. J. De Bekker (Ed.). 1924 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, Beatrice”. In: A dictionary of modern music and musicians. A. E. Hull (Ed.). 1924 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, Beatrice“. In: Who’s who in broadcasting. S. A. Moseley (Ed.). 1933 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, Beatrice”. In: British Music. R. Palmer (Ed.). 1948 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Beatrice Harrison“ [Nachruf]. In: The Strad. April 1965. S. 461.


    Artikel „Harrison, Beatrice“. In: Grove's Dictionary of Music and Musicians. Fifth edition. Edited by Eric Blom. Vol. IV, London: Macmillan & Co LTD, 1954. S. 114.


    Artikel „Beatrice Harrison” [Nachruf]. In: The Musical Times. Vol. 106 (1965), No. 1467 (Mai), S. 372.


    Campbell, Margaret. The Great Cellists. London: Victor Gollancz Ltd. 1988.


    Campbell, Margaret. Artikel „Harrison, Beatrice”. In: New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Second Edition. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 2001. Vol. 11, S. 61.


    Cleveland-Peck, Patricia. Introduction. In: Harrison, Beatrice. The Cello and the Nightingales. Edited by Patricia Cleveland-Peck. London: John Murray Publishers Ltd., 1985. S. 15-31.


    Cleveland-Peck, Patricia. The Lady of the Nightingales. In: The Strad CIII (1992), S. 1174-1178.


    Corbett, W. W./Rees, Lynda Lloyd. Artikel „Harrison, May”. In: The New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 1980. Vol. 8. S. 253f.


    Elgar, Edward. Letters of a Lifetime. Jerrold Northrop Moore (Ed.). Oxford: Clarendon Press, 1990.


    Harrison, Beatrice. The Cello and the Nightingales. Edited by Patricia Cleveland-Peck. London: John Murray Publishers Ltd., 1985 [kommentierte Autobiografie].


    Jahresberichte der Königlichen Hochschule für Musik Berlin 1909/1910 und 1910/1911. Archiv der Universität der Künste Berlin.


    Muck, Peter. Einhundert Jahre Berliner Philharmonisches Orchester: Darstellung in Dokumenten. Band 3: Die Mitglieder des Orchesters, die Programme, die Konzertreisen, Ur- und Erstaufführungen. Tutzing: Schneider, 1982.


    Wood, Henry. My Life of Music. London: Victor Gollancz Ltd., 1938.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Neue Zeitschrift für Musik 77 (1910), S. 326.

    Neue Zeitschrift für Musik 77 (1910), S. 444.


    The Times London vom 30. Mai 1907, S. 9.

    The Times London vom 7. Juni 1907, S. 4.

    The Times London vom 14. Oktober 1910, S. 10.

    The Times London vom 3. April 1911, S. 10.

    The Times London vom 29. Januar 1913, S. 8.

    The Times London vom 9. Mai 1916, S. 9.

    The Times London vom 5. März 1918, S. 11.

    The Times London vom 1. November 1918, S. 8.

    The Times London vom 14. März 1919, S. 13.

    The Times London vom 23. Februar 1920, S. 12.

    The Times London vom 17. Januar 1921, S. 8.

    The Times London vom 4. Juli 1923, S. 12.

    The Times London vom 19. Oktober 1923, S. 10.

    The Times London vom 29. Februar 1924, S. 10.

    The Times London vom 7. April 1924, S. 10.

    The Times London vom 12. Mai 1924, S. 9.

    The Times London vom 11. Dezember 1924, S. 12.

    The Times London vom 7. Mai 1925, S. 12.

    The Times London vom 1. Mai 1926, S. 12.

    The Times London vom 12. September 1927, S. 14.

    The Times London vom 15. Juni 1929, S. 12.

    The Times London vom 24. August 1934, S. 10.

    The Times London vom 11. März 1965, S. 14.

    The Times London vom 20. März 1950, S. 8.

    The Times London vom 10. April 1958, S. 12.



    Tonträger


    Beatrice Harrison. Symposium Musikkassette HST 001. 1993.


    Beatrice Harrison. Symposium CD 1140. 1992.


    Elgar, Edward: Cello-Konzert e-Moll op. 85. In: The Elgar Edition Volume 3. EMI 2007.


    Elgar, Edward: Cello-Konzert e-Moll op. 85. In: Elgar, Edward. Symphony No. 2. Naxos 2007.



    Links


    http://de.wikipedia.org/wiki/Beatrice_Harrison

    Die Wikipedia Deutschland enthält einen kurzen Artikel über Beatrice Harrison


    http://en.wikipedia.org/wiki/Beatrice_Harrison

    Die Wikipedia England enthält einen Artikel über Beatrice Harrison.


    http://www.bl.uk/collections/sound-archive/cat.html

    Das National Sound Archive der British Library London enthält zahlreiche Aufnahmen von Beatrice Harrison sowie ein Interview mit ihrer Schwester Margaret Harrison von 1989.


    http://www.hammerwood.mistral.co.uk/harrisn.htm

    Der Internet-Auftritt des „Hammerwood Park“ stellt auch einen kurzen Artikel über die vier Geschwister May, Beatrice, Monica und Margaret Harrison von David Candlin zur Verfügung.


    http://www.youtube.com/watch?v=sRknPObKky0

    Die Internetplatform „YouTube“ hält ein Video bereit, auf dem eine Schallplatte mit dem Gesang der Nachtigallen aus Beatrice Harrisons Garten abgespielt wird.

    Forschung

    Die Journalistin Patricia Cleveland-Peck hat 1985 die Autobiografie von Beatrice Harrison publiziert und sorgfältig kommentiert (Harrison 1985).

    Beatrice Harrisons jüngste Schwester Margaret Harrison gründete Mitte der 1980er Jahre den „Harrison Sisters’ Trust”, um den Nachlass der Familie zu erhalten, darunter teilweise bearbeitete Partituren, Briefe der Geschwister untereinander und mit zeitgenössischen Komponisten sowie Tagebuchnotizen und andere private Dokumente. Der Nachlass befindet sich heute als „Harrison Sisters Collection“ im Royal College of Music in London. Ferner befinden sich im National Sound Archive der British Library mehrere Interviews mit Margaret Harrison aus den 1980er Jahren, in denen sie Auskunft über ihre Familie gibt. Zahlreiche Aufnahmen von Beatrice Harrison stehen ebenfalls im National Sound Archive zur Verfügung; die Aufnahme von Edward Elgars Cellokonzert unter der Leitung des Komponisten ist als CD erhältlich. Patricia Cleveland-Peck hat bei der Herausgabe der Autobiografie eine erste Discografie im Anhang zusammengestellt (vgl. Harrison 1985, S. 168-172).

    Forschungsbedarf

    Die Biografie von Beatrice Harrison sowie ihre Konzerttätigkeit ist vergleichweise gut dokumentiert. Informationen fehlen im Wesentlichen zu ihren Konzerttourneen sowie die Rezeption in den jeweiligen Ländern, besonders in den USA. Ihre Interpretationen von Werken zeitgenössischer Komponisten sind bislang nicht näher untersucht und könnten über die Kompositions- und Interpretationspraxis in England in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Aufschluss geben. Dies betrifft sowohl die Interpretation von Edward Elgars Cellokonzert als auch die Ausführungen von Werken anderer zeitgenössischer britischer Komponisten. Angesichts der zahlreichen Kompositionen, die von ihrem Spiel angeregt bzw. für sie komponiert wurden, wäre auch zu hinterfragen, welche Bedeutung Beatrice Harrison für die Cello-Literatur und ihre Rezeption in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zukommt.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 2658868
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 134924592
    Library of Congress (LCCN): n85319097
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, Die Grundseite wurde im Dezember 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 10.12.2007


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Beatrice Harrison“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 10.12.2007.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Beatrice_Harrison