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  • Barbara Fröhlich

    von Ingeborg Harer
    Emanuel Thomas Peter: Betty Bogner. 1829. Wienmuseum, Wien
    Namen:
    Barbara Fröhlich
    Geburtsname: Barbara Franziska Fröhlich
    Ehename: Barbara Bogner
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Malerin, Zeichenlehrerin, Sängerin, Pianistin, Korrespondentin
    Charakterisierender Satz:

    „Die zweite Schwester [Barbara Fröhlich] kann man ein Universalgenie nennen. Sie spielt Clavier und singt (beides in hohem Kunstgrade), sie malt Miniatur und zeigt auch darin ein so bedeutendes Talent, daß einige der ersten Meister Wiens es sich zum Vergnügen machen, sie zu unterrichten, sie spielt Violine, ja sie pfeift mit dem Munde ganze Concerte.“


    [Ignaz Franz Castelli]. Tagebuch aus Wien (Fortsetzung). In: Dresdner Abend-Zeitung Nr. 32. 6. Februar 1824. S. 128.


    Profil

    Barbara Fröhlich, die zweitälteste der insgesamt vier Schwestern Fröhlich, trat in jungen Jahren gemeinsam mit ihrer Schwester Anna Fröhlich als Sängerin in den musikalischen Zirkeln Wiens auf und trug mit ihren musikalischen Aktivitäten zum geselligen Haus der Familie Fröhlich bei. So ist auch sie zum Freundeskreis um Franz Schubert und Franz Grillparzer zu zählen. Sie unterschied sich jedoch von ihren Schwestern durch ihre Ausbildung zur Malerin und die Berufsausübung als Zeichenlehrerin ebenso wie durch ihren Familienstand. Als einzige war sie verheiratet und hatte einen Sohn. Daher teilte sie in späteren Jahren nicht mehr die gemeinsame Wohnung mit ihren Schwestern und Franz Grillparzer. Zu den von ihr hinterlassenen Werken zählen Portraits ihrer Schwestern und anderer Persönlichkeiten ihres Umfeldes sowie Kopien der Miniaturmalereien ihres Lehrer Moritz Michael Daffinger.

    Orte und Länder

    Barbara Fröhlich (verh. Bogner) hielt sich zumindest beruflich ausschließlich in Wien auf.

    Biografie

    Barbara Fröhlich war die zweitälteste der vier Schwestern Fröhlich (vgl. auch Anna Fröhlich, Katharina Fröhlich, Josephine Fröhlich) und wurde am 30. August 1798 in Wien geboren. Die Eltern waren Mathias Fröhlich (1756-1843) und Barbara, geb. Mayr (1764-1841) und kamen aus Pottendorf in Niederösterreich, bevor sie sich um 1790 in Wien/Wieden niederließen, wo Mathias Fröhlich als „Weinschlagmacher“ ein Geschäft zur Erhaltung von Weinfässern betrieb. Ab 1811 wohnte die Familie in der Wiener Innenstadt im Haus Singerstraße 18 (heute noch erhalten), wobei die Mutter, Barbara Fröhlich, erst zu einem späteren Zeitpunkt ihrem Mann und den Töchtern in die Wiener Innenstadt folgte (vgl. Blaha S. 35-37). Ab 1826 lebte die Familie in der Spiegelgasse 21 (heute nicht mehr erhalten), wo auch Barbara, die als einzige der Schwestern heiratete, eine zeitlang mit ihrem Mann Ferdinand Bogner und ihrem Sohn Wilhelm wohnte. Von Anfang an unterschied sich Barbara angeblich von ihren Schwestern in ihrem Verhalten: „Als Kind zeigte sie mehr knaben- als mädchenhafte Anlagen. Etwas Derbes, Urwüchsiges blieb ihr immer eigen; sie scheute sich nie das bezeichnendste Wort in den Mund zu nehmen und ihre Briefe strotzen von Grobianismen.“ (Sauer 1895, S. 22.)

    Wie ihre Schwester Anna Fröhlich dürfte Barbara als Kind Musikunterricht erhalten haben, galt sie doch als besonders begabte Sängerin und Musikerin. Nichts Näheres ist über ihre Gesangsausbildung bekannt, und ebenso wenig über eine Ausbildung in den von Ignaz Franz Castelli erwähnten Instrumenten Klavier und Violine.

    Gemeinsam mit ihrer Schwester Anna Fröhlich scheint Barbara Fröhlich bereits 1814 in der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien als aktives Mitglied auf und wirkte ab 1816/17 an den sogenannten „Abend-Unterhaltungen“ des Vereins mit, genauso wie an den Musikabenden der Wiener Familien Sonnleithner und Kiesewetter (vgl. dazu auch → Anna Fröhlich). Hippolyth Sonnleithner berichtet über den Eindruck, den sie dort hinterließ: „[…] wer sie [Barbara] aber in den Konzerten des Hofrats v. Kiesewetter, wo sich damals die Elite der gewiegtesten Musikkenner Wiens einfand, Scarlatti, Allegri, Palestrina usw. singen zu hören das Glück hatte, nahm für sein ganzes Leben den unvergeßlichen Eindruck der ergreifenden Macht des edelsten und großangelegtesten Vortrags mit sich […]“ (zitiert nach Kier 1968, S. 66).


    Über ihr Debut als Sängerin am Theater an der Wien im Oktober 1816 als Page in François Adrien Boieldieus Oper „Johann von Paris“ wird Folgendes in der Rubrik „theatralische Versuche“ berichtet: „Mlle Babette Fröhlich als Page [...] hat eine angenehme, wenn auch nicht starke, Stimme und ihr Benehmen auf der Bühne war ungezwungen genug, um nicht gute Hoffnungen für die Folge zu erwecken. Auch ist dabey nicht zu übersehen, daß sie ihren ersten Versuch in einer männlichen Kleidung wagte, wodurch nothwendig die Befangenheit des Spiels vermehrt werden mußte. Sie wurde glücklicherweise nicht, wie es zuweilen aus gutgemeinter aber ganz irriger Absicht geschieht, durch den Beyfall erdrückt, sondern nur ermuntert […].“ (Wiener Moden-Zeitschrift 1816, S. 536)

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    Obwohl sich Barbara Fröhlich als Sängerin rasch einen Namen machen konnte, entschied sie sich für die Ausbildung als Malerin, die sie bei Moritz Michael Daffinger (1790-1848) erhielt. Ihre häufige, jedoch unerwähnte aktive Beteiligung an dessen Werken ist bekannt. So war sie mit der Ausfertigung zahlreicher von Daffinger nur konzipierter Miniaturbilder beauftragt. Auch fertigte sie der damaligen Nachfrage entsprechend zahlreiche Kopien von Daffingers Bildern an und machte sich wie dieser einen Namen als Blumenmalerin (Sauer 1895, S. 227).

    In der Kunstgeschichte scheint sie um 1828 als „Bildnis- Historien- Miniaturmalerin und Zeichenlehrerin“ auf (Schmidt-Liebich 2005, S. 153). 1822, 1826 und 1830 konnte sie ihre Werke in Wien ausstellen. Heute befinden sich ihre Kunstwerke zum Teil im Wienmuseum, insbesondere im sogenannten Grillparzer-Zimmer, wo u.a. „Medea“, „Amor in eine Hütte tretend“ sowie Miniaturmalereien und -portraits von ihrer Hand ausgestellt sind. Auch ein vom Maler Emanuel Thomas Peter gefertigtes und 1829 datiertes Miniaturportrait, das Betty Bogner zeigt, wird dort aufbewahrt. Spätestens ab 1831 war sie als Zeichenlehrerin am Offizierstöchter-Institut Hernals (Wien) tätig und übernahm damit einen verantwortungsvollen Posten, den sie bis Oktober 1850 inne hatte (Blaha 2002, S. 102-123).


    Barbara Fröhlich war mit dem Flötisten und Flötenlehrer am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Ferdinand Bogner (1786-1846) seit 1825 verheiratet. Wie Barbara trat dieser wiederholt im Rahmen der „Abend-Unterhaltungen“ der Gesellschaft der Musikfreunde auf. Schubert schrieb für Ferdinand Bogner die Flöten-Variationen über das Lied „Trockne Blumen“ D 802. Der gemeinsame Sohn Wilhelm Bogner wurde am 19. August 1826 geboren (gest. am 25. Mai 1848) und war als Kind das Zentrum des Schwestern-Haushaltes in der Spiegelgasse 21. Er wurde von seinen Tanten und deren Besuchern und Besucherinnen verwöhnt, aber auch in die Kunst eingeführt, beispielsweise durch Theaterbesuche. Moritz Sonnleithner war Wilhelms Hauslehrer (Blaha 2002, S. 146). Dieser, ein Bruder Leopold Sonnleithners, gleichzeitig Cousin Franz Grillparzers und Freund der Familie, berichtete in Briefen von den Fortschritten seines Schülers Wilhelm (vgl. dazu auch → Josephine Fröhlich). Als Barbaras Ehemann Ferdinand Bogner 1846 starb, übernahm Grillparzer die Vormundschaft und Ausbildung des jungen Mannes.


    Wilhelms früher Tod zwei Jahre später, 1848, bedeutete einen tragischen Einschnitt sowohl in das Leben Barbara Fröhlichs als auch in das der gesamten Familie. Zeitgenossinnen beobachteten eine „Verwandlung“ ihres Wesens, die mit einer Distanz gegenüber der Lebensweise ihrer drei Schwestern einherging. Barbara hielt den Kontakt jedoch trotz des zunehmenden Kontrastes aufrecht. A[uguste] von Littrow-Bischoff beschrieb in ihrem Artikel „Von Vieren die Letzte“, der 1880 in der „Neuen Freien Presse“ erschien, dass Barbara Fröhlich in ihren letzten Lebensjahren „immer mehr einer Verwahrlosung und Vernachlässigung“ verfiel, die sie, „von Welt und Menschen trennend, vollständig zum weiblichen Sonderling machte.“ (Littrow-Bischoff 1880, S. 3) Interessant ist, dass die Autorin dabei auch hervorhob, dass Barbara Fröhlich mit ihrem Geschlecht haderte: „Mit cynischer Selbsttironie trug sie ihr Geschlecht als einen Fluch durchs Leben, im Zwiespalt mit der Welt, im Hader mit der Natur, die sich für solche Widersetzlichkeit zu rächen schien. Wer die schönen Züge, das edle Oval des Gesichts, die großen Geist und Leben sprühenden Augen auf Peter’s im Jahre 1829 gemalten Bilde der damals jungen Künstlerin und dessen Original, Frau Betty Bogner, in späteren Jahren demselben gegenüber sitzen sah, der konnte an die Möglichkeit einer solchen Metamorphose durch die Zeit kaum glauben“ (Littrow-Bischoff 1880, S. 3).


    Barbara Fröhlich starb am 30. Juni 1878 in Wien.

    Würdigung

    Wenngleich Barbara Fröhlich in ihrer Jugend höchste musikalische, insbesondere gesangsspezifische Begabung zugeschrieben wurde, dürfte sie das Musizieren zugunsten ihrer Tätigkeit als Malerin zurückgestellt haben. In ihrer aktiven Zeit als Sängerin erhielt sie große Anerkennung. Angeblich konnte sie sogar in Mozarts „Figaros Hochzeit“ spontan die Rolle des Cherubino übernehmen (Sauer 1895, S. 227). Gleichzeitig übte sie ihren Beruf als Malerin und Zeichenlehrerin aus. Obwohl ihr eine Reihe von Werken zugeschrieben werden kann, ist bekannt, dass sie ohne Namensnennung, wie damals üblich, darüber hinaus zahlreiche Werke ihres Lehrers Moritz Michael Daffinger fertigstellte oder bzw. und auf Auftrag kopierte.


    Barbara Fröhlich wird als die „schwierigste“ der Fröhlich-Schwestern beschrieben und lebte zeitweise im Unfrieden mit ihren Schwestern. Weiters wird berichtet, dass sie in ihrem Unabhängigkeitsbestreben mehr ihrer Mutter ähnlich war und durch die Verkörperung eines nicht mit der Zeit konformen Frauenbildes sich deutlich von ihren Schwestern abhob (Littrow-Bischoff 1880, S. 1-3).

    Rezeption

    Barbara Fröhlichs Auftritte als Sängerin fanden positive Resonanz in der Presse. Nach ihrer Verheiratung 1825 wird sie dort als Malerin und Zeichenlehrerin, jedoch immer nur in Verbindung mit ihren Schwestern, genannt.


    Wie ihre Schwestern findet Barbara Fröhlich Erwähnung in der Belletristik und Trivialliteratur (siehe vor allem auch literarische Rezeption unter Anna Fröhlich, Katharina Fröhlich)


    Ein Aufsatz ist Barbara Fröhlich speziell gewidmet: A[uguste] von Littrow-Bischoff, Von Vieren die Letzte. In: Neue Freie Presse Nr. 5794. 13. Oktober 1880.

    Werkverzeichnis

    Barbara Fröhlich (verh. Bogner) verewigte ihre Familienmitglieder in Zeichnungen und Bildern:

    Josephine Fröhlich. Lithographische Skizze (In: Deutsch 1913, S. 297).

    Katharina Fröhlich. Lithographische Skizze (In: Deutsch 1913, S. 298; Hilmar 1989, S. 66).

    Mathias Fröhlich 1824.

    Wilhelm Bogner.


    Weitere Kunstwerke von Barbara Fröhlich (verh. Bogner)

    Medea.

    Amor in eine Hütte tretend.

    Die heilige Familie, Miniatur nach Raphael Mengs, 1830.

    Grillparzer, 1821.

    Karl Holzer.

    Polizeiarzt Dr. A. Emmering, 1830.

    Repertoire

    Als Sängerin wirkte Barbara Fröhlich vor ihrer Verheiratung (1825) in Opernaufführungen mit. Sie sang neben einzelnen Arien von zeitgenössischen Komponisten auch Rollen in Mozart-Opern und war zudem mit dem Repertoire von Barockkomponisten vertraut. In den Jahren 1816-1824 sind mindestens rund 45 Auftritte dokumentiert, häufig im Rahmen von mehrstimmigen Gesangsnummern bei den „Abend-Unterhaltungen“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien sowie bei den Hauskonzerten von Raphael Georg Kiesewetter. Meist trat sie gemeinsam mit ihrer Schwester Anna auf (vgl. Blaha 2002, Zeittafel, S. 31-36).


    Hervorzuheben ist folgender Auftritt:

    9. Januar 1822 im Hause der Familie Sonnleithner; Barbara Fröhlich war Mitwirkende in der Aufführung von Franz Schuberts „Psalm 23“ D 706 (siehe dazu Anna Fröhlich).

    Quellen

    Auswahl


    Weitere Quellen und Literatur siehe insbesondere Anna Fröhlich, jedoch auch Katharina Fröhlich und Josephine Fröhlich.


    A Schriftstücke von Barbara Fröhlich (Bogner)

    Briefe in der Wienbibliothek

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    B Quellen (chronologisch 1816-1964)


    Wiener Moden-Zeitschrift und Zeitschrift für Kunst, schöne Literatur und Theater 56. 12. Oktober 1816. S. 536.


    [Castelli, Ignaz Franz]. „Tagebuch aus Wien (Fortsetzung)“. In: Dresdner Abend-Zeitung Nr. 32, 6. Februar 1824. S. 128.


    Monatbericht der Gesellschaft der Musikfreunde des Oesterreichischen Kaiserstaates. Wien: Haslinger, 1829. V. S. 69 und XII. S. 188.


    Bernsdorf, Eduard. Neues Universal-Lexikon der Tonkunst: für Künstler, Kunstfreunde und alle Gebildeten. Band 2. Dresden: Schaefer, 1857.


    Pohl, Carl Ferdinand. Die Gesellschaft der Musikfreunde des Österreichischen Kaiserstaates und ihr Conservatorium. Wien: W. Braumüller, 1871.


    Littrow-Bischoff, A[uguste] von. „Von Vieren die Letzte“. In: Neue Freie Presse Nr. 5794. 13. Oktober 1880. S. 1-3.


    Breuning, Gerhard von. „Aus Grillparzers Wohnung“. In: Neue Freie Presse Nr. 7266. 19. November 1884. S. 1-3 und Neue Freie Presse Nr. 7267. 20. November 1884. S. 1-4.


    Führer durch die Ausstellung im Neuen Rathhause zur Feier des 100. Geburtstages Franz Grillparzers (15. Januar 1891). Nr. 5. Wien: Verlag des Gemeinderaths-Präsidiums, 1891.


    Sauer, August. „Grillparzer und Katharina Fröhlich“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 5. 1895. S. 219-292.


    Schubert-Ausstellung der K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien: verbunden mit einer Ausstellung von Werken der Maler Moritz v. Schwind, Josef Danhauser und Leopold Kupelwieser. Wien: Künstlerhaus, 1897.


    Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert. Sein Leben in Bildern. Zweite Auflage. Die Dokumente seines Lebens und Schaffens. Dritter Band. München: Georg Müller, 1913.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Erinnerungen seiner Freunde. Leipzig 1957. Unveränderter Nachdruck der Auflage. Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1983.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Dokumente seines Lebens gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch. Franz Schubert. Neue Ausgabe sämtlicher Werke. Serie VIII: Supplement. Band 5. Kassel: Bärenreiter, 1964.



    C Sekundärliteratur (chronologisch)


    Kier, Herfrid. Raphael Georg Kiesewetter (1883-1850). Wegbereiter des musikalischen Historismus. Regensburg: Bosse, 1968.


    Hilmar, Ernst. Schubert. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1989.


    Clive, Peter. Schubert and His World. A Biographical Dictionary. Oxford: Clarendon Press, 1997. S. 50-54.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Lexikon. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1997.


    Blaha, Johanna. Die Schwestern Fröhlich. Dissertation Universität Wien. 2002.


    Boisits, Barbara. Fröhlich, Schwestern. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Band 1. Wien: Verl. der Österr. Akademie der Wissenschaften, 2002. S. 498-499.


    Waidelich, Till Gerrit. „Fröhlich, Familie“. In: MGG Personenteil 7. Kassel: Bärenreiter, 2002. Sp. 189-190.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Enzyklopädie. Band 1. Tutzing: Schneider, 2004.


    Schmidt-Liebich, Jochen. Lexikon der Künstlerinnen, 1700-1900: Deutschland, Österreich, Schweiz. München: K.G: Saur, 2005.



    D Bilder


    Emanuel Thomas Peter. Betty Bogner. 1829 Wienmuseum. Deutsch 1913, S. 297.


    Gruppenbilder mit den Schwestern von l. nach r.:

    Betty, Katharina, Anna

    Nicht näher bestimmbarer Zeitungsausschnitt,

    http://www.bildarchivaustria.at/Bildarchiv//711/B7908813T7908818.jpg


    Betty, Josephine, Katharina

    Hans Temple (1857-1931), Eine Schubertiade bei Ritter von Spaun - Holzstich nach einer Fotografie von V. A. Heck nach einem Gemälde von Hans Temple (um 1890). Original verschollen. Reproduziert in: A. Bär u. a. (Hg.). Bildersaal deutscher Geschichte, Stuttgart Berlin Leipzig, 1890 und Bühne und Welt 9. 1907. Hilmar 1989, S. 62. Beethoven-Haus Bonn.

    http://www.beethoven-haus-bonn.de/sixcms/detail.php?id=&template=opac_bibliothek_de&_opac=bild_de.pl&_t_maske=x&_dokid=bi:i3976

    dasselbe als „Franz Schubert am Klavier, und sein Freundeskreis im Jahre 1826“. Heliogravure von J. Blechinger nach einem Gemälde von Hans Temple.

    http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=13067190


    Katharina, Sophie Müller, Anna, Barbara, Josephine Fröhlich:

    Julius Schmid. Ein Schubert-Abend in einem Wiener Bürgerhause. Ölgemälde (entstanden 1897, anl. Schuberts 100. Geburtstag). Original: Wiener Schubertbund. Hilmar 1989, S. 193, Vorstudie (Kohlezeichnung) Hilmar 1989, S. 63.


    Franz Schubert, Josephine und vermutl. Barbara und Katharina Fröhlich

    Hans Schließmann. Zeichnung. Wienmuseum. Hilmar 1989, S. 56 „Schubert begleitet die Schwestern Fröhlich am Klavier“.

    Forschung

    Barbara Fröhlich nimmt wie ihre Schwester Katharina Fröhlich in heutigen Forschungen zu den Schwestern eine eher untergeordnete Rolle ein, stehen doch Anna Fröhlich und Josephine Fröhlich im Zusammenhang mit Franz Schubert und seinem Freundeskreis als viele Jahre lang aktive Musikerinnen und Musiklehrerinnen im Zentrum des Interesses, während sich Barbara Fröhlich dafür entschieden hatte, die Malerei der Musik gegenüber als Lebensinhalt zu bevorzugen. Bereits im Jahre 1880 machte Auguste von Littrow-Bischoff auf die damals schon unterbewertete Rolle von Barbara Fröhlich aufmerksam (vgl. Littrow-Bischoff 1880).

    Forschungsbedarf

    Die Frage, warum Barbara das Singen und Musizieren, das sie in jungen Jahren mit großem Talent und Erfolg ausübte, aufgab, wurde noch nicht gestellt. Ebenso fehlt eine systematische Erfassung und Diskussion ihrer musikalischen Beiträge. Weiters wäre untersuchenswert, inwieweit sich Barbara Fröhlich, wenngleich als einzige der Schwestern verheiratet, in ihren Ansichten zur individuellen Lebensgestaltung konkret von ihren Schwestern unterschied, da sie gerade deswegen in den Augen ihrer Schwester als „schwierig“ galt. Möglicherweise hatte sie ein für damalige Verhältnisse äußerst unkonventionelles Lebensmodell vor Augen. Wo genau lag das Konfliktpotential? Immerhin musste sie Berufsausübung, Ehe- und Familienleben vereinbaren, wobei sich die starke Einflussnahme, wenn nicht sogar Einmischung der drei Schwestern in Barbaras Leben nicht immer positiv ausgewirkt haben dürfte. Die individuelle künstlerische Persönlichkeit Barbara Fröhlichs könnte im Lichte dieser Zusammenhänge eine ihrem Talent gerechte neue Würdigung erfahren.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 80419313
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 136000649

    Autor/innen

    Ingeborg Harer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 12.12.2015


    Empfohlene Zitierweise

    Ingeborg Harer, Artikel „Barbara Fröhlich“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 12.12.2015.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Barbara_Fröhlich