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    von Melanie Unseld
    Namen:
    Babette Ployer
    Lebensdaten:
    geb. in Sarmingstein, Österreich
    gest. um in Bresane, Kroatien

    Walter Senn (1978) gibt als Todesdatum „vor 1811“ an, Mario R. Mercado nennt 1811 als Todesjahr. Da ihr Mann im April 1811 sich wieder verheiratete, ist das Jahr 1811 als Sterbedatum unwahrscheinlich.
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin
    Charakterisierender Satz:

    Entre ce livre et vous, combien de ressemblance!

    Comme vous, il unit mille talens divers.

    Il s’exprime avec elegance,

    Ainsi que vous, en prose comme en vers,

    En langue Italienn, Anglaise,

    Latine, allemande et française;

    On y voit de même qu’en vous,

    La musique avec la peinture,

    Imiter, par les sons et les traits le plus doux,

    Les agrémens de la nature.

    Enfin ce livre est tout, peintre, musicien,

    Poëte, philosophe et bon grammarien;

    Et, comme vous, il n’en sait rien.


    [Wieviel Ähnlichkeit zwischen diesem Buch und Ihnen!

    Wie Sie vereint es tausend verschiedene Talente.

    Mit Eleganz weiß es sich auszudrücken,

    Wie Sie, in Prosa und in Reimen,

    Auf Italienisch, Englisch,

    Lateinisch, Deutsch und Französisch;

    Man entdeckt in ihm, wie an Ihnen,

    Musik und Malerei,

    Die Vorzüge der Natur in Noten und in den zartesten Pinselstrichen nachahmen.

    Schließlich: dies Buch ist alles: Maler, Musiker,

    Poet, Philosoph und guter Sprachlehrer;

    Und weiß, wie Sie, nichts davon.]


    (Aus dem Stammbuch der Babette Ployer, anonymer Eintrag, zit. nach: Adler Stern 1878, S. 106)


    Profil

    Ihrem Stammbuch nach zu urteilen galt Babette Ployer zu ihrer Zeit als eine der besten Pianistinnen in Wien; zugleich erhielt sie auch Kompositionsunterricht. Gleichwohl war ihre umfassende musikalische Ausbildung offenbar nicht als Einstieg in eine künstlerische berufliche Laufbahn gedacht. Da Dokumente über eine künstlerische Betätigung nach ihrer Heirat (um 1787) vollständig fehlen, lässt sich keine Aussage über ihre mögliche weitere künstlerische Betätigung machen. Das (seit 1945 verschollene und nur in Auszügen dokumentierte) Stammbuch von Babette Ployer gibt Aufschluss über ihre enge Verbundenheit mit der Wiener Musikkultur zwischen ca. 1779 und ca. 1787 und die hohe Wertschätzung, die sie u.a. durch Joseph Haydn, Johann Georg Albrechtsberger, Martines, Stadler und Mozart erfuhr. Auch dieses Umfeld scheint nach ihrer Verheiratung weggebrochen zu sein, da seit diesem Zeitpunkt keine Anzeichen von weiteren Kontakten mehr bestehen.

    Orte und Länder

    Eine künstlerische Tätigkeit von Babette Ployer ist nur für ihre Wiener Zeit nachweisbar. Hier gehörte sie zum zentralen Kreis der Musiker um Joseph Haydn, Maximilian Stadler, W. A. Mozart, Marianne Martines u.v.a. Da ihr Ziehvater und Förderer Gottfried Ignaz von Ployer ein Landhaus in Döbling besaß, sind Auftritte ihrerseits auch dort nachweisbar. Ob sie auch in Bresane, ihrem Lebensmittelpunkt nach der Heirat mit Cornelius Bujánovics von Agg-Tellek, künstlerisch tätig war, ist bislang nicht nachweisbar.

    Biografie

    Babette Ployer wurde am 2. September 1765 in Sarmingstein (Oberösterreich) auf den Namen Maria Anna Barbara getauft. Um 1779 wurde sie – nach dem Tod der Mutter – zu Gottfried Ignaz Ployer, einem Cousin ihres Vaters, nach Wien gebracht, wo sie bis zu ihrer Heirat lebte. Hier erhielt sie auch ihre musikalische Ausbildung, u.a. bei Johann Georg Albrechtsberger und Wolfgang Amadeus Mozart (vermutlich ab 1782, vgl. dazu Tyson 1987 und Unseld 2005). Vom Kompositionsunterricht bei Mozart hat sich ein Studienbuch erhalten (s. Neue Mozart Ausgabe, Serie X Supplement Werkgruppe 30, Bd. 2). 1784 gab sie ein Klavierkonzert (Es-Dur KV 449) bei Mozart in Auftrag, das dieser im Februar 1784 komponierte; im April folgte ein weiterer Kompositionsauftrag (Klavierkonzert G-Dur KV 453). Im Juni desselben Jahres trat sie zusammen mit Mozart in einer Akademie auf. Sie verkehrte im regen Zirkel ihres Ziehvates und lernte dort zahlreiche Größen des Wiener Musiklebens kennen. Sie wurde als eine der besten Pianistinnen Wiens hoch geschätzt.

    Um 1787 heiratete sie Cornelius Bujánovics von Agg-Tellek und zog mit ihm auf dessen Landgut in Bresane (Kroatien). Nach dem Tod ihres früheren Lehrers Mozart widmete ihr dessen Witwe Constanze ein Albumblatt zur Erinnerung. Vermutlich um 1810 starb sie auf dem Landgut in Bresane.

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    Maria Anna Barbara Ployer, eines von acht Kindern des Holzhändlers und Steuereinnehmers Franz Cajetan Ployer, wurde am 2. September 1765 in Sarmingstein (Oberösterreich) getauft und kam wahrscheinlich nach dem Tod ihrer Mutter (1779) nach Wien in den Haushalt des Hofagenten Gottfried Ignaz von Ployer, einem Cousin ihres Vaters. Gottfried Ignaz von Ployer war ein an Musik sehr interessierter Mann, dessen Name sich nicht zuletzt auch auf den Subskriptionslisten von Mozarts Akademien und in Mozarts Stammbuch findet. In seinem Haus wurde die herausragende musikalische Begabung der jungen Babette erkannt und gefördert. Sie erhielt Kompositionsunterricht bei Johann Georg Albrechtsberger und auch bei Mozart. Dass Babette Ployer bereits mit guten Vorkenntnissen in den Kompositionsunterricht zu Mozart kam, liegt nahe, denn die elementare Musiklehre, die Mozart seinem Schüler Thomas Attwood vermittelte, fehlt in Ployers Notenbuch ganz: „Das Unterrichtsheft beginnt gleich mit einer Aufgabe, die derartige Kenntnisse voraussetzt.“ (Neue Mozart Ausgabe, Serie X Supplement Werkgruppe 30, Bd. 2, S. X) Dagegen geht Gernot Gruber davon aus, dass Babette Ployer im Vergleich zu Thomas Attwood auf einem geringeren Wissensstand war: Seine Untersuchung zur Behandlung des Quartsextakkordes im Lehrmaterial von Mozart kommt zu dem Schluss, dass es „für den Unterschied zwischen den Ployer- und den Attwood-Studien“ zwar „keine verläßliche Begründung“ gäbe. „Möglich scheinen aber zwei verschiedene Erklärungen: Einerseits könnte Mozart die Fähigkeit seiner Schüler unterschiedlich eingeschätzt haben und bei der, dann geringer bewerteten, Barbara Ployer den „basso fondamentale“ […] in eingeschränkter Bedeutung als didaktisches Mittel zur Erläuterung des einzelnen Akkordbaus verwendet haben. […]“ (Gruber 1982, S. 130).

    Die Frage, ab wann genau Ployer Schülerin Mozart wurde, ist dabei nicht unerheblich, gleichwohl umstritten. Im Mozart-Briefwechsel taucht ihr Name das erste Mal im Februar 1784 auf, was bislang dazu Anlass gab, dieses Datum auch als Beginn der Unterrichtstätigkeit zu sehen (auch wenn im betreffenden Brief von ihr nicht als Schülerin, sondern als Auftraggeberin für ein Konzert die Rede ist). Walter Senn korrigierte dieses Datum auf 1783 (vgl. Senn 1978), während Alan Tyson einen Unterricht seit 1782 vermutet (vgl. dazu auch Unseld 2005, S. 119).

    Babette Ployer trat auch als Auftraggeberin von Klavierkompositionen in Erscheinung – wobei davon auszugehen ist, dass es ihr Ziehvater war, der die Aufträge bezahlte, sie jedoch, die sie inhaltlich formulierte. Mozart komponierte im Februar 1784 das Es-Dur-Klavierkonzert KV 449 für Babette Ployer und sandte es nach Salzburg mit der Bitte, „so bald möglich, copiren [zu] lassen und wieder zurück[zu]schicken – und NB: aber keiner Seele [zu] geben, denn ich hab es für die frl. Ployer gemacht, die es mir gut bezahlte“ (Mozart-Briefe, Bd. 3, S. 302). Dieses Klavierkonzert – übrigens das erste Werk, das Mozart in sein ab Februar 1784 geführtes „Verzeichnüss aller meiner Werke“ eintrug – ist gewissermaßen ein Kammerkonzert, ein „Concert von ganz besonderer art, und mehr für ein kleines als grosses Orchestre geschrieben“ (Mozart-Briefe, Bd. 3, S. 315). Möglicherweise hatte Babette Ployer den Auftrag an Mozart genau so formuliert, um das Konzert im kleineren Rahmen selbst aufführen zu können. Dies geschah in einem Hauskonzert am 23. März 1784 in der Stadtwohnung von Gottfried Ignaz von Ployer im „Weinbrennerischen Haus“ am Lugeck 756. Sechs Tage zuvor hatte Mozart selbst das Konzert in der Akademie im Trattnerhof uraufgeführt: „der Saal war angesteckt voll. – und das Neue Concert so ich gespiellt hat ausserordentlich gefallen. und wo man hinkommt hört man diese academie loben“ (Mozart-Briefe, Bd. 3, S. 307).

    Ein weiteres Klavierkonzert gab Babette Ployer kurze Zeit später bei Mozart in Auftrag: das Konzert in G-Dur KV 453. Bereits am 10. April berichtete er dem Vater: „Nun habe ich auch heute wieder ein Neues Concert für die frl: Ployer fertig gemacht“ (Mozart-Briefe, Bd. 3, S. 309), am 12. April trug er es in sein „Verzeichnüss“ ein und im Juni hoben es Mozart und seine Schülerin gemeinsam aus der Taufe (vgl. dazu auch Lorenz 2000): „Morgen wird bey H: Agenten Ployer zu döbling auf dem Lande Academie seyn, wo die frl: Babette ihr Neues Concert ex g – ich das Quintett – und wir beyde dann die grosse Sonate auf 2 Clavier spiellen werden“ (Mozart-Briefe, Bd. 3, S. 318). Abbé Stadler berichtete darüber hinaus, dass Mozart von der Musikalität und Virtuosität seiner Schülerin so angetan gewesen sei, dass er „nicht nur mehrere Sonaten, Variazionen und Konzerte für sie komponierte, sondern mehrere Mahle mit ihr als seiner vortrefflichsten Schülerinn Doppelconcerte in großen Häusern, vor dem höchsten Hofe und Fürsten etc. spielte.“ (zit. nach Senn 1978).

    Babette Ployer führte, wie so viele ihrer Zeitgenossen, ein Stammbuch, in dem sich auch zahlreiche Musiker eintrugen, darunter Joseph Haydn, der sich als ihr „Verehrer und Bewunderer“ bezeichnete, ihr Lehrer Albrechtsberger mit einer vierstimmigen Fuge, der Komponist Joseph Weigl mit einer Kavatine, Marianne Martines mit einer italienischen Kanzonette und nicht zuletzt auch Mozart mit einem „Marche funebre del Sigr Maestro Contrapunto“. Abbé Stadler schrieb ein Gedicht auf Babette Ployer in deren Stammbuch, das neben ihren künstlerischen Talenten auch ihr „sanftes Herz“, ihren „Geist“ und ihre „große und starke Seele“ hervorhebt (zit. nach Senn 1978, S. 22f.).

    In ihrem Stammbuch findet sich auch ein von Constanze Mozart in Auftrag gegebenes Blatt: „In der Überzeugung, daß Sie, Liebe Freundin! meines verstorbenen Gemahls unverkennbaren Talente jederzeit nach Verdienst zu schätzen wusten, füge ich hier zum immerwährenden Andenken seiner und meiner Freundschaft sein Schattenbild bey, und bin sicher, daß er mir deshalb dort – seinen Beyfall zunückt.“ (zit. nach Senn 1978, S. 23)

    Babette Ployer heiratete um 1787 den Gutsbesitzer Cornelius Bujánovics von Agg-Tellek, dem sie nach Bresane (Kroatien) folgte. Mit dem Wegzug aus Wien brachen die künstlerischen Kontakte ab; ob sie weiterhin Klavier spielte, gar konzertierte, ist fraglich. Zusammen mit ihrem Mann strengte sie ab 1805 einen langwierigen Prozess in Familienzwistigkeiten an, in dessen Verlauf sie von oberster Polizeidienststelle als „Urheberin“ von „Ränke und Kabalen“ beschrieben wurde (vgl. Lorenz 2000). Sie starb wahrscheinlich um 1810.

    Würdigung

    Babette Ployer gehörte zu den besten Wiener Pianistinnen ihrer Zeit. Darüber hinaus war sie das (heimliche?) Zentrum jenes musisch-intellektuellen Zirkels, der im Haus ihres Ziehvater, dem Hofagenten Gottfried Ignaz Ployer verkehrte. Zwar war dieser Hofagent, Mann, Kunstförderer und wesentlich älter als Babette Ployer, aber es ist nicht auszuschließen, dass sich Personen wie Mozart zwar den Agenten Ployer „warm“ halten wollten, ein tatsächlicher künstlerischer Austausch aber mit Babette Ployer pflegten (s.a. Stammbucheintrag zu Beginn des vorliegenden Artikels).

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    Babette Ployer kam mit ca. 14 Jahren nach Wien und gehörte daher bereits mit jungen Jahren in den musikorientierten Zirkel ihres Ziehvaters an. Dieser prägte sie stark, ihre offenbar erstaunlichen pianistischen und kompositorischen Talente wurden früh gefördert.

    Sie erhielt (wahrscheinlich ab 1782, nicht wie häufig angegeben erst ab 1783 oder 1784) bei Mozart Kompositionsunterricht, wobei umstritten ist, mit welchem Wissensstand die 17-jährige zu Mozart kam (vgl. Senn 1978 versus Gruber 1982). Man kann jedoch davon ausgehen, da sie zuvor bei Albrechtsberger Unterricht erhalten hatte, dass sie zu Mozarts fortgeschrittenen SchülerInnen zählte.

    Zu ihren Verdiensten gehört es, bei Mozart zwei Klavierkonzerte in Auftrag gegeben zu haben. Dass Mozart sein „Verzeichnüss aller meiner Werke“ mit dem von ihr beauftragten Konzert KV 449 begann, regt die Vermutung an, dass sie ihn dazu angeregt hatte.

    Rezeption

    Barbara Ployer ist bislang nur als Mozart-Schülerin bekannt worden. Eine eigene Studie über sie steht bislang aus (s. a. unter Punkt 15).

    Werkverzeichnis

    Obgleich davon auszugehen ist, dass sie – als Kompositionsschülerin Mozarts – komponiert hat (s. Stammbuch), sind keine eigenen Werke von ihr überliefert.

    Repertoire

    Das Repertoire von Babette Ployer ist nur äußerst bruchstückhaft nachweisbar.


    Sicher ist, dass sie mit folgenden Werken Wolfgang Amadeus Mozarts aufgetreten ist:


    · Klavierkonzert KV 449

    · Klavierkonzert G-Dur KV 453

    · Sonate für zwei Klaviere KV 448


    Da KomponistInnen wie Joseph Haydn, Joseph Weigl, Albrechtsberger, Marianne Martines u.a. zu ihrem Bekanntenkreis zählten, ist davon auszugehen, dass sie auch deren Werke kannte bzw. spielte. Daneben dürfte sie als Mozart-Schülerin auch weitere Werke ihres Lehrers aufgeführt haben.

    Quellen

    Adler Stern, Simon. „An old-time Album“. In: The Penn Monthly 9. 1877/78. Philadelphia. Febr. 1878. Nr. 98. S. 104-109.


    Deutsch, Otto Erich. Mozart und seine Welt in zeitgenössischen Bildern. Kassel u.a.: Bärenreiter 1962 (= NMA, Serie X, Supplement, Werkgruppe 32).


    Grandjean, Wolfgang. „Sind die Ployer-Studien ‚unvollständig’?“. In: Mozart-Jahrbuch 2003/2004. Kassel u.a.: Bärenreiter 2005, S. 43-50.


    Gruber, Gernot. Zu Wolfgang Amadeus Mozarts Lehre im ‚basso fondamentale’“. In: Gedenkschrift Hermann Beck. Hg. von Hermann Dechant und Wolfgang Sieber. Laaber: Laaber 1982, S. 127-131.


    Lach, Robert. Mozart als Theoretiker. Wien, 1918.


    Lauer, Erich. Mozart, wie ihn niemand kennt. Mozart als Lehrer im Kontrapunkt. Mozart als Schüler Bachs in der Fugentechnik. Ein anonymes Stammbuchblatt. Nach einem fast vergessenen Übungsheft. Frankfurt am Main: Hofmeister 1958.


    Lester, Joel. Compositional theory in the eighteenth century, Cambridge, Mass.: Harvard University Press 1992.


    Link, Dorothea. The National Court Theatre in Mozart’s Vienna. Oxford: Clarendon Press. 1998.


    Lorenz, Michael. „Gottfried Ignaz von Ployers Haus in Döbling – eine vergessene Mozartstätte. Nebst biographischen Bemerkungen zu Babette Ployer“. In: Acta Mozartiana. 47. Jg. Heft 1/2. Juni 2000. S. 11-24.


    Mercado, Mario R. „Mozart through his piano students“. In: Eighteenth-Century Music in Theory and Practice. Essays in Honor of Alfred Mann. Mary Ann Parker (Hg.). Stuyvesant, NY: Pendragon Press 1994. S. 205-226.


    Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe, gesammelt und erläutert von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch. 7 Bde. Kassel u.a.: Bärenreiter-Verlag 1962.


    Mozart. Neue Ausgabe sämtlicher Werke. 20 Bde. Kassel u.a.: Bärenreiter-Verlag 1955 ff. Darin: Serie X: Supplement. Werkgruppe 30. Bd. 2: Barbara Ployers und Franz Jakob Freystädtlers Theorie- und Kompositionsstudien bei Mozart. Kassel u.a. 1989.


    Park, Christopher. „Mozart’s harmonization exercises for Barbara Ployer. Ph.D. diss. City University of New York, 1999.


    Schuler, Heinz. „Mozarts Akademie im Trattnersaal 1784. Ein Kommentar zum Mozart-Brief: Wien, 20. März 1784“. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum 38. Salzburg: 1990. S. 1-47.


    Senn, Walter. „Abbé Maximilian Stadler: Mozarts Nachlaß und das ‚Unterrichtsheft’ KV 453b“. In: Mozart-Jahrbuch 1980-83. Kassel u.a.: Bärenreiter 1983. S. 287-298.


    Senn, Walter. „Barbara Ployer, Mozarts Klavierschülerin“. In: Österreichische Musikzeitschrift 33. 1978. S. 18-26.


    Stadler, Abbé Maximilian. Seine Materialien zur Geschichte der Musik unter den österreichischen Regenten. Ein Beitrag zum musikalischen Historismus im vormärzlichen Wien. Hg. u. kommentiert von Karl Wagner. Salzburg o.J. (= Schriftenreihe der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, Bd. 6).


    Stadler, Abbé Maximilian. Vertheidigung der Echtheit des Mozartschen Requiem. Wien: Tendler und von Manstein 1826.


    Tenschert, Roland. „Das Stammbuch der Babette Ployer“. In: 39. Jahresbericht der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg 1926. Salzburg: 1927.


    Tenschert, Roland. Frauen um Haydn. Wien: Donau-Verlag 1947.


    Tenschert, Roland. Mozart. Ein Künstlerleben in Bildern und Dokumenten. Leipzig: Meulenhoff 1930.


    Tyson, Alan. Mozart. Studies of the Autograph Scores. Cambridge/Mass.: Harvard University Press, 1987.


    Unseld, Melanie. Mozarts Frauen. Begegnungen in Musik und Liebe. Reinbek: Rowohlt 2005.


    Anm. zur Bibliographie: Wie bei allen Musikerinnen, die mit Wolfgang Amadeus Mozart in Kontakt kamen, finden sich auch über Babette Ployer Hinweise und diverse mehr oder weniger aussagekräftige Informationen in der Mozart-Literatur. Da diese zu umfangreich ist, hier dokumentiert zu werden, sei lediglich auf diesen Umstand verwiesen, verbunden mit dem Hinweis, ggf. dort nachzuschlagen.



    Forschung

    Material zu den Gerichtsverfahren, die Babette Ployer, verh. Bujánovics, ab 1805 mehrfach anstrengte, sind bislang nur in Auszügen ausgewertet worden (s. Lorenz 2000). Sie befinden sich im Österreichischen Staatsarchiv.

    Das Studienbuch der Babette Ployer liegt im Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek/Musikabteilung.

    Das Stammbuch der Babette Ployer gilt seit 1945 als verschollen.

    Forschungsbedarf

    Da man kann davon ausgehen, dass Babette Ployer als Kompositionsschülerin Mozart tatsächlich auch komponiert hat, und Werke von ihrer Hand – über das Studienbuch hinaus – bis heute nicht bekannt sind, wäre nach ihren Kompositionen zu suchen.

    Unklar bleiben bislang auch die Angaben über Babette Ployer während der Zeit ihrer Ehe. Auch ihr Todesdatum ist unbekannt.

    Zu hoffen ist, dass das seit 1945 verschollene Stammbuch der Babette Ployer wieder aufgefunden wird. Hieraus sind auch genauere Angaben über ihren künstlerischen Zirkel in Wien zu erwarten.

    Michael Lorenz bemerkt in seinem Aufsatz über Ployer zu Recht: „Eine umfassende, auf allen Quellen basierende Studie zu Mozarts Schülerinnen bliebe noch zu schreiben.“ (Lorenz 2000, S. 24).

    Autor/innen

    Melanie Unseld


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 08.03.2006
    Zuletzt bearbeitet am 29.02.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Melanie Unseld, Artikel „Babette Ployer“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 29.2.2008
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Babette_Ployer