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  • Auguste Sachse

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Auguste Sachse
    Lebensdaten:
    geb. in Weißenfels, Deutschland
    gest. in Leipzig, Deutschland

    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Klavierlehrerin
    Charakterisierender Satz:

    „Eine musterhafte Schülerin der Anstalt.“


    (Felix Mendelssohn Bartholdy 1847 über Auguste Sachse in deren Zeugnis des Leipziger Konservatoriums)


    Profil

    Die Pianistin Auguste Sachse studierte von 1845 bis 1847 am Leipziger Konservatorium für Musik und gehörte damit zu der ersten Generation von Musikerinnen und Musikern, die eine institutionalisierte Ausbildung in Deutschland absolvieren konnten.

    Orte und Länder

    Auguste Sachse wurde in Weißenfels geboren und studierte von 1845 bis 1847 am Leipziger Konservatorium für Musik.

    Biografie

    Auguste Sachse wurde 1827 in Weißenfels als Tochter eines dortigen Stadtmusikers geboren. Von Mai 1845 bis Ostern 1847 studierte Auguste Sachse – nach bestandener Aufnahmeprüfung – am Leipziger Konservatorium Klavier bei Ignaz Moscheles und Musiktheorie und Komposition bei Ernst Friedrich Richter. An Ostern 1846 wurde ihr zudem eine Institutsfreistelle verliehen, d. h. ihr wurde das Studiengeld erlassen.


    Am 31. März 1847 erhielt Auguste Sachse ein Lehrerzeugnis des Leipziger Konservatoriums. Darin schrieb Ernst Friedrich Richter: „Frl. Sachse hat bei sehr glücklichen Anlagen, ausdauerndem Fleiße, regem Interesse sich schöne Kenntnisse erworben, u. ist in jeder Beziehung eine ausgezeichnete Schülerin gewesen.“ Ignaz Moscheles urteilte über ihr Klavierspiel: „Hat seit December d. J. bis zu den Osterferien 1847 an meinem Unterricht Theil genommen, u. hat mich durch ihr ernstes Kunststreben erfreut und befriedigt“, und Felix Mendelssohn Bartholdy, zu dieser Zeit Leiter des Konservatoriums, schrieb zusammenfassend: „Eine musterhafte Schülerin der Anstalt“. (vgl. Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Sign. A I. 1. Inskriptionsregister, A I. 2. Inskriptionen und A I. 3. Zeugnisse. Matrikelnummer 103: Louise Auguste Sachse). Bei der anschließenden Hauptprüfung des Konservatoriums spielte Auguste Sachse gemeinsam mit den Kommilitoninnen „Fräulein Berndt, Miss Flinn und Fräulein Auguste Remde“ Carl Czernys „Concertante für vier Pianoforte“ (vgl. „Allgemeine Musikalische Zeitung“ vom April 1847. Sp. 280).


    Auguste Sachse starb bereits kurze Zeit nach Beendigung ihres Studiums, am 20. September 1847, in Leipzig an Typhus („Nervenfieber“; vgl. Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Sign. A I. 2. Inskriptionen, Matrikelnummer 103: Louise Auguste Sachse).

    Würdigung

    Die zahlreich erschienenen Nachrufe in Fachzeitschriften auf ihren frühen Tod lassen vermuten, dass Auguste Sachse zu dieser Zeit bereits als Pianistin und Lehrerin bekannt und geschätzt war: Die „Allgemeine Musikalische Zeitung“ nannte sie „eine treffliche Klavierspielerin“ („Allgemeine Musikalische Zeitung“ vom Oktober 1847, Sp. 694) und die „Neue Zeitschrift für Musik“ schrieb: „Am 20sten September starb in Leipzig Frl. Auguste Sachse , früher Schülerin unseres Conservatoriums, eine gute Clavierspielerin und Lehrerin.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 11. Oktober 1847, S. 180) In den „Signalen für die musikalische Welt“ lautete der Nachruf: „Leipzig. Wir beklagen den Verlust einer jungen trefflichen Künstlerin, Fräulein Auguste Sachse, sie starb am 20. September. Eine vorzügliche Clavierspielerin, vereinigte sie mit einem feinen musikalischen Sinn eine seltene Anspruchslosigkeit.“ („Signale für die musikalische Welt“ vom September 1847, S. 310)

    Quellen

    Dokumente


    Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Sign. A I. 1. Inskriptionsregister, A I. 2. Inskriptionen und A I. 3. Zeugnisse. Matrikelnummer 103: Louise Auguste Sachse



    Literatur


    Becker, Carl Ferdinand , Die Tonkünstler des neunzehnten Jahrhunderts, Leipzig: Kössling, 1849.


    Herold, Anja. Artikel „Auguste Sachse“. In: Lexikon Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. www.sophie-drinker-institut.de (Stand: 8. April 2009).


    Richter, Friedrich Theodor. Jahrbüchlein zur Geschichte Leipzigs und Kalender zu den Gedenktagen seiner merkwürdigsten Einwohner. Leipzig: J. Klinkhardt, 1863.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Allgemeine Musikalische Zeitung 49 (1847), Sp. 280; Sp. 694.


    Neue Zeitschrift für Musik vom 11. Oktober 1847, S. 180.


    Signale für die musikalische Welt vom September 1847, S. 310.



    Links


    http://www.sophie-drinker-institut.de

    Das Instrumentalistinnen-Lexikon des Sophie-Drinker-Instituts enthält einen Kurzeintrag zu Auguste Sachse (Stand: 8. April 2009).

    Forschung

    Zu Auguste Sachse liegen derzeit keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Studienverlauf und erste Konzerte von Auguste Sachse wären vor allem im Hinblick auf eine Geschichte der institutionellen Ausbildung interessant. Das Leipziger Konservatorium war bekanntlich 1843 als erstes deutsches Musikkonservatorium gegründet worden. Auguste Sachse gehörte demnach zu den ersten Musikerinnen und Musikern, die überhaupt die Möglichkeit hatten, eine institutionalisierte Ausbildung in Deutschland zu absolvieren (vgl. hierzu auch die Grundseite über die Pianistin Louise Hauffe ); zu ihren Kommilitonen zählte u.a. der Geiger Joseph Joachim.

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 9. April 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 14.04.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Auguste Sachse“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 14.4.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Auguste_Sachse