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  • Astrid Schmidt

    von Ninon Colneric
    (Porträt-)Bild der Musikerin
    Namen:
    Astrid Schmidt
    Lebensdaten:
    geb. in Göttingen, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Sängerin, Stimmbildnerin, Dozentin für klassischen Gesang und für Atem-Tonus-Ton
    Charakterisierender Satz:

    „Wenn ich komponiere, denke ich immer von der Stimme her.“

    „Sprache und Gesang sind bei mir aufs Engste verbunden.“

    (Astrid Schmidt 2018 bei einer Probe ihres Werkes „Wenn ich in höchsten Nöten bin“ mit dem Katharinenchor Hamburg)


    Profil

    Als Komponistin ist Astrid Schmidt drei verschiedenen Stilen besonders verbunden: der Romantik, dem Jazz und der Kirchenmusik. Ihr Fokus liegt auf der Vokalmusik. In ihrer beruflichen Praxis verbindet sie das Komponieren mit vielfältigen anderen musikbezogenen Aktivitäten, insbesondere der Arbeit als Hochschuldozentin für klassischen Gesang und Atem-Tonus-Ton, als Stimmbildnerin und als Sängerin. Charakteristisch für ihre Werke ist eine besonders enge Wort-Ton-Verbindung. Sie schafft Musikstücke von spannungsreicher Harmonik, die große Innigkeit ebenso adäquat zum Ausdruck bringen wie jubelnden Überschwang und bei aller Modernität gut singbar bleiben.

    Orte und Länder

    Geboren in Göttingen, studierte Astrid Schmidt von 1991 bis 1998 an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater Gesang und Gesangspädagogik. In München absolvierte sie eine Zusatzausbildung „Atem-Tonus-Ton“. Sie lebt und arbeitet in Hamburg.

    Biografie

    Astrid Schmidt wurde 1967 in Göttingen geboren. Neben dem Klavierunterricht am Göttinger Konservatorium sang sie zunächst als einziges Mädchen beim Göttinger Knabenchor unter der Leitung von Franz Herzog und später Torsten Derlin. Sie nahm an Konzertreisen nach England, Frankreich und Dänemark sowie an allen Konzerten in Göttingen teil.


    Nach dem Abitur machte sie in Göttingen eine Ausbildung zur Logopädin und studierte von 1991 bis 1998 an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater bei Sabine Kirchner Gesang und Gesangspädagogik. Ihre ersten Kompositionen für A-cappella-Gesang wurden von dem Komponisten und Professor der Hochschule, Wolfgang-Andreas Schultz, angeregt. Von 2000 bis 2001 absolvierte sie am Institut für „Atem-Tonus-Ton“ in München unter der Leitung von Maria Höller-Zangenfeind eine Zusatzausbildung in der Methode „Atem-Tonus-Ton – eine körperorientierte Stimmbildung“.


    Astrid Schmidt lebt seit 1991 in Hamburg. 2005 wurde ihre Tochter Lucy geboren. An der Hamburger Hochschule für Musik und Theater ist Astrid Schmidt seit 2004 Dozentin für klassischen Gesang für Studierende der Jazzmusik, Schulmusik und EMP und Dozentin für Atem-Tonus-Ton für Studierende aller Fachbereiche. Diese körperorientierte Stimmbildung unterrichtet sie auch bei mehreren Hamburger Chören, u.a. der Kantorei St. Katharinen und dem Katharinenchor der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen sowie bei der Compagnia vocale und dem „Chor zur Welt“ der Elbphilharmonie.


    Als Komponistin schuf Astrid Schmidt hauptsächlich Vokalwerke. Ihr Œuvre umfasst auch Werke für Klavier.


    2001 erschienen im Tonos Verlag ihre Bearbeitungen bekannter Weihnachtslieder für 4 Stimmen.

    2005 wurde ihre Kantate „Meines Liebsten Violen“ unter der Leitung von Hans-Jürgen Wulf in der Niendorfer Marktkirche uraufgeführt. Mit dem A-cappella-Quartett Kalliope trat sie von 2002-2005 mit ausschließlich eigenen Vertonungen auf (Programme „Ringelnatz, Rilke & Co.“ und „Gernhardt, Goethe, Groth & Co.“).


    Dem Katharinenchor Hamburg hat Astrid Schmidt die folgenden Werke gewidmet und mit ihm aufgeführt:

    - Wenn wir in höchsten Nöten sein (Evangelisches Gesangbuch 166)

    - Psalm 100

    - Benedictus Dominus („Vom Aufgang der Sonne“)

    - Bleib bei uns, denn es will Abend werden

    - Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe (R. M. Rilke)

    Würdigung

    Die Kompositionen Astrid Schmidts sind sowohl von der musikalischen Romantik als auch vom Jazz geprägt. Gleichzeitig haben die Melodien in den Vokalwerken eine starke Wort-Ton-Verbindung. Die Sprachmelodien der Texte werden auf natürliche Weise in den Melodien umgesetzt. Bei der Interpretation der Stücke arbeitet sie intensiv an der Sprache und am Ausdruck der Lieder. Sprache und Gesang sind bei ihr auf das Engste miteinander verknüpft. Auch ihre Klavierwerke sind von ihrer Liebe zur Romantik und zum Jazz geprägt. Sie können der populären Klassik zugeordnet werden.

    Rezeption

    Astrid Schmidt trat in den Jahren vor der Geburt ihrer Tochter als Komponistin und Sängerin der A-cappella-Programme „Rilke, Ringelnatz, Roth und Co.“ und „Goethe, Gernhardt, Groth und Co.“ mit dem A-cappella-Quartett Kalliope auf. In vielen Konzerten erreichte sie damit Lyrik- und Musikliebhaber.


    Sie ist nach einer durch die Geburt ihres Kindes bedingten längeren Pause erst in neuerer Zeit wieder als Komponistin in Erscheinung getreten. Die Werke, die sie nach dieser Unterbrechung für den Katharinenchor schrieb, wurden sowohl von den Chorsängerinnen und -sängern als auch von der Kirchengemeinde begeistert aufgenommen.

    Werkverzeichnis

    A.Vokalmusik



    1. A-cappella-Gesang für SATB


    a) Kompositionen


    Der Urlaub. Text: Eugen Roth. 1999.


    Reiskur. Text: Eugen Roth. 1999.


    Lichtung. Text: Ernst Jandl. 1999.


    Bumerang. Text: Joachim Ringelnatz. 1999.


    Der Panther. Text: Rainer Maria Rilke. 2000.


    Drei Klagen [Text: Vokalisen]. 2001.


    Lichtung. Text: Ernst Jandl. 2002.


    Ein männlicher Briefmark. Text: Joachim Ringelnatz. 2002.


    Die Ameisen. Text: Joachim Ringelnatz. 2002


    Flamingos. Text: Rainer Maria Rilke. 2002.


    Karussell. Text: Rainer Maria Rilke. 2002.


    Deine Hände. Text: Astrid Schmidt. 2002.


    Ich sprach. Text: Robert Gernhardt. 2002.


    Trost im Gedicht. Text: Robert Gernhardt. 2002.


    Folgen der Trunksucht. Text: Robert Gernhardt. 2002.


    Ein Erlebnis Kants. Text: Robert Gernhardt. 2002.


    Erlkönig Johann. Text: Johann Wolfgang von Goethe. 2002.


    Freudvoll und leidvoll. Text: Johann Wolfgang von Goethe. 2002.


    Kragenbär. Text: Robert Gernhardt. 2003.


    Das Echo. Text: Heinz Erhardt. 1999.


    Es hing der Reif. Text: Klaus Groth. 2003.


    Mein wundes Herz. Text: Klaus Groth. 2003.


    Nur wer die Sehnsucht kennt. Text: Johann Wolfgang von Goethe. 2003.


    Verse von der Brechstange. Text: Heinrich v. Gyldenfeldt. 2003.


    Im Park. Text: Joachim Ringelnatz. 2003.


    Ottos Mops. Text: Ernst Jandl. 2003.



    b) Bearbeitungen und Arrangements


    Inmitten der Nacht. Bearbeitungen 8 bekannter deutscher Weihnachtslieder für 4 Stimmen. 1998. 2001 im Tonos Verlag erschienen.


    Auf einem Baum ein Kuckuck. Text: Volkslied. 2002.


    Der Kuckuck und der Esel. Text: Volkslied. 2002.


    Zum Tanze, da geht ein Mädel. Text: Volkslied. 2002.


    Jetzt fahrn wir übern See. Text: Volkslied. 2002.


    Der schwere Traum. Text: August Zarnack. 2002.


    Die Blümelein, sie schlafen. Text: Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio. 2002.


    Rätsel. Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. 2002.


    Drei Chinesen mit dem Kontrabass. Text: Volkslied (Kinderlied). 2002.


    Kein Feuer, keine Kohle. Text: Volkslied. 2002.


    Der Mond ist aufgegangen. Text: Matthias Claudius. 2002.


    Die Gedanken sind frei. Text: Volkslied. 2003.


    Dat du min Leevsten büst. Text: Volkslied. 2003.


    Weißt du, wie viel Sternlein stehen. Text: Wilhelm Hey. 2003.


    Das Tüdelband. Text: Volkslied, das auf ein Couplet von Ludwig und James Wolf zurückgeht. 2003.


    Heidenröslein. Text: Johann Wolfgang von Goethe. Freie Bearbeitung des Kunstliedes von Franz Schubert. 2003.



    2. A-cappella-Gesang für Frauenchor


    Vier Lieder nach Texten von Joseph von Eichendorff: Mondnacht. Frühlingsgruß. Die Nachtblume. Nachts. 2001.


    Er ist’s. Text: Eduard Mörike. 2017.



    3. 4-stimmiger Chor mit Orgel


    a) Kompositionen


    Bleib bei uns. Text: Lukas-Evangelium 24,29. 2017.


    Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe. Text: Rainer Maria Rilke. 2017.


    Jauchzet dem Herrn, alle Welt. Text: Psalm 100. 2018.



    b)Bearbeitungen und Arrangements


    Benedictus Dominus (Vom Aufgang der Sonne). Text: Psalm 113,3. 2017.


    Wenn wir in höchsten Nöten sein. Text: Paul Eber (Evangelisches Gesangbuch 366). 2017.



    4.Gesang und Klavier


    a) Kompositionen


    Deine Hände. Text: Astrid Schmidt. 1999.


    Du bist der Rose Dornen. Text: Astrid Schmidt. 2002.


    Im Frühling. Text: Eduard Mörike. 2004.


    Mondnacht. Text: Joseph von Eichendorff. 2015.



    b) Bearbeitungen und Arrangements


    Que sera, sera. Text: Jay Livingston und Ray Evans. 2002.


    Wenn ich ein Vöglein wär. Text: Johann Gottfried Herder. 2002.


    They can’t take that away. Von George Gershwin. Text: Ira Gershwin. 2003.



    5. Gesang und Orgel


    Da ist ein köstlich Ding. Text: Psalm 92. 1999.


    Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser. Text: Psalm 42. 2000.



    6. Sologesang, Chor und Orchester


    Dass meines Heilands Lager sei auf lieblichen Violen. Eine Weihnachtskantate 2005. Texte: aus der Bibel und Texte deutscher Weihnachtslieder.



    B. Instrumentalmusik


    Go to N.Y. Für Klavier. 1999.


    Frühstück um 3. Für Klavier. 1999

    September November. Für Klavier. 2001.


    Auswirkungen eines grippalen Infekts. Für Klavier. 2002.


    Sayonara. Für Klavier. 2003.


    Ischias Blues. Für Klavier. 2003.


    Elegie. Für Klavier. 2005.


    Sleeping lover. Für Klavier. 2012.


    Un rêve à Paris. Für Klavier. 2012.


    Tatort. Für Klavier. 2014.


    Am Kamin. Für Klavier. 2018.

    Autor/innen

    Ninon Colneric


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 23.10.2018


    Empfohlene Zitierweise

    Ninon Colneric, Artikel „Astrid Schmidt“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 23.10.2018.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Astrid_Schmidt