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  • Antonina Neshdanowa

    von Marina Lobanova
    Antonina Wassiljewna Neshdanowa
    Namen:
    Antonina Neshdanowa
    Lebensdaten:
    geb. in Kriwaja Balka unweit von Odessa, damals Russland, heute Ukraine
    gest. in Moskau,

    Nach gregorianischem Kalender ist sie am 4. Juni 1873 geboren.
    Tätigkeitsfelder:
    Opern- und Konzertsängerin (lyrischer Koloratursopran), Gesangsprofessorin
    Charakterisierender Satz:

    „Wozu sind die Worte, wenn Sie doch fähig sind, alles besser und viel mehr mit Ihrer Stimme und durch Ihre Interpretation auszudrücken, als jedermann dies mit Worten täte?“

    „Зачем слова, когда вы своим голосом и исполнением сможете выразить все лучше и значительно больше, чем кто-нибудь словами?“


    Sergei Rachmaninow über seine „Vokalise“ op. 34, Nr. 14, die er Antonina Neshdanowa widmete, zitiert in: Antonina Vassiljevna Neždanova. Materialy i issledovanija. [Antonina Wassiljewna Neshdanowa. Materialien und Forschungen]. hg. von V. A. Vasina-Grossman, Moskau 1967, S. 173.


    Profil

    Antonina Wassiljewna Neshdanowa war eine der bedeutendsten russischen Sängerinnen, die in allen wichtigen Belcantopartien des klassischen russischen und westeuropäischen Opernrepertoires brillierte. Sie trat auch erfolgreich als Konzert- und Kammersängerin auf und unterrichtete als Gesangsprofessorin am Moskauer Konservatorium.

    Orte und Länder

    Ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt hatte die Sängerin in Moskau. Gastspiele führten sie nach Sankt Petersburg, Paris, Kiew, Odessa, Samarkand, Taschkent und Swerdlowsk. Darüber hinaus gastierte sie in den baltischen Staaten sowie in Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei.

    Biografie

    Antonina Wassiljewna Neshdanowa wurde am 16. (4.) Juni 1873 im Dorf Kriwaja Balka in der Nähe von Odessa geboren. Ihr Vater, ein Dorfschullehrer, spielte Geige und leitete Amateurchöre. Mit sieben Jahren begann sie, als Solistin im Kirchen- und Dorfchor aufzutreten.


    Von 1883 bis 1891 besuchte sie das Marien-Gymnasium in Odessa und studierte zugleich ab 1885 an der Musikfachschule Klavier. Nach dem Abitur unterrichtete sie deutsche und russische Sprache in der Frauenfachschule der Stadt Odessa. In jener Zeit besuchte sie Opernaufführungen und hörte erstmals die berühmten Sänger Medea und Nikolaj Figner, Leonid Jakowlew, Luisa Tetrazzini, Mattia Battistini u.a. In Odessa nahm sie Gesangsunterricht bei Sofia Rubinstein, einer Schwester der berühmten Brüder Anton und Nikolai Rubinstein. Außerdem trat Antonina Neshdanowa als Sängerin in Wohltätigkeits- und Amateurkonzerten auf.


    1899 wurde sie ins Moskauer Konservatorium aufgenommen, wo sie bei dem renommierten italienischen Gesangslehrer Umberto Masetti (1869–1919) Gesang studierte, der zahlreiche Sänger im Belcanto-Fach ausbildete und einen wichtigen Beitrag zum Fortbestand der Belcanto-Tradition leistete. Auch nach dem Abschluss des Studiums blieb Masetti ihr Lehrer, Berater und Ensemblepartner bis zu seinem tragischen Tod (er starb an Pocken). Schon früh erkannte er das stimmliche Potenzial, die außerordentliche Begabung und Musikalität der Sängerin; unter seiner Anleitung entwickelte sich ihre Stimme zu großer Leichtigkeit, Beweglichkeit und technischer Perfektion. Ihren ersten größeren Auftritt hatte sie am 16. April 1900 im Rahmen einer Konservatoriumsaufführung auf der Bühne des Bolschoi Theaters. Sie sang die Partie der Mrs. Ford in der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai. 1902 schloss sie ihr Studium mit der Goldmedaille ab und war damit die erste Sängerin, die diese Auszeichnung erhielt.


    Ihr Debüt gab Antonina Neshdanowa am 1. Mai 1902 im Bolschoi Theater in der Rolle der Antonida in Michail Glinkas Oper „Ein Leben für den Zaren“. Bereits nach der ersten Saison wurde sie von Publikum und Kritik als neuer Star der russischen Oper gefeiert. Bereits am Anfang ihrer Karriere sang sie die wichtigen Sopran- und Koloratur-Partien des russischen klassischen und westeuropäischen Repertoires wie Gilda in Giuseppe Verdis „Rigoletto“, Ljudmila in „Ruslan und Ljudmila“ von Michail Glinka; Rosina in Gioacchino Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“, Lakmé in der gleichnamigen Oper Lèo Delibes, Zerlina in „Don Giovanni“ und die Königin der Nacht in der „Zauberflöte“ Wolfgang Amadeus Mozarts, Wolchowa in „Sadko“ und Die Königin von Schemacha in „Der Goldene Hahn“ von Nikolai Rimski-Korsakow sowie Schneeflöckchen in seiner gleichnamigen Oper, Tatjana in „Ewgeni Onegin“ Peter Tschaikowskis und Elsa in „Lohengrin“ Richard Wagners. Neshdanowa wurde bald zum künstlerischen Aushängeschild des Bolschoi Theater und gastierte in Sankt Petersburg bzw. Petrograd (1908, 1911, 1915, 1916 im Marientheater; 1915, 1916: Volkstheater), in Kiew (1909) und in der Pariser Grand Opéra (1912), wo sie als Gilda in „Rigoletto“ zusammen mit Enrico Caruso und Titta Ruffo auftrat. In Paris lernte sie auch Pietro Mascagni, Giacomo Puccini und Arturo Toscanini kennen.

    Später erweiterte sie ihr Repertoire mit den Partien wie die Mimi in „La Bohème“ Giacomo Puccinis, Philine in „Mignon“ von Ambroise Thomas, Violetta in „La Traviata“ Giuseppe Verdis, Marfa in der „Zarenbraut“ Rimski-Korsakows, Iolanta in der gleichnamigen Oper von Peter Tschaikowski, Gerhilde in der „Walküre“ von Richard Wagner und Marguerite in „Faust“ von Charles Gounod.


    Zu ihren ständigen Bühnenpartnern, engen Vertrauen und wichtigen Beratern gehörten die russischen Sänger Fjodor Schaljapin und Leonid Sobinow, mit denen sie auch in Konzerten auftrat, sowie Sergei Rachmaninow, der sie oft am Klavier begleitete. Rachmaninow verehrte die Sängerin sehr und widmete ihr seine berühmte Komposition „Vokalise“ op. 34, Nr. 14. Von Neshdanowas außerordentlicher Kunst waren zudem die Theaterregisseure Konstantin Sergejewitsch Stanislawski und Wladimir Iwanowitsch Nemirowitsch-Dantschenko begeistert. Künstlerische Partner waren weiterhin die Komponisten und Pianisten Anton Stepanowitsch Arenski und Alexander Konstantinowitsch Glasunow auf, mit denen sie konzertierte.


    Von besonderer Bedeutung – sowohl in künstlerischer als auch in privater Hinsicht - war die Begegnung mit dem berühmten russischen Dirigenten und Komponisten Nikolaj Semjonowitsch Golowanow (1891–1953), mit dem sie zahlreiche Konzerte bestritt und den sie 1915 heiratete.


    Nach der Oktoberrevolution setzte Neshdanowa ihre Arbeit als Opern- und Konzertsängerin im Bolschoi Theater fort. In jenen Jahren trat sie als Schwan-Prinzessin im „Märchen vom Zaren Saltan“ Nikolai Rimski-Korsakows, sowie als Parassja im „Jahrmarkt von Sorotschinzy“ von Modest Mussorgsky und als Ninetta in der „Liebe zu den drei Orangen“ von Sergej Prokofjew auf.


    1922 brach Antonina Neshdanowa zu einer großen Tournee durch die baltischen Staaten sowie durch Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei auf. Innerhalb von neun Monaten gab sie 41 Konzerten. 1926 war sie in Taschkent und Samarkand und 1929 in Swerdlowsk zu hören. Ab 1924 beschäftigte sie sich zudem verstärkt mit dem Rundfunk und nahm zahlreiche Partien auf.

    Obgleich sich die Sängerin in Mittel- und Westeuropa großer Beliebtheit erfreute, hat sie nie ernsthaft erwogen, ihr Land zu verlassen und im Westen Fuß zu fassen. Ihre starke Verbundenheit mit der russischen Kultur und besonders mit ihrer Wahlheimatstadt Moskau zeigte sich auch während des Zweiten Weltkrieges, als sie häufig in Krankenhäusern vor Verwundeten auftrat.


    Eine außerordentlich kritische Zeit erlebte das Ehepaar Neshdanowa–Golowanow Ende der 1920er Jahre, als Nikolaj Golowanow sich gegen die Angriffe der „proletarischen Musiker“ wehren musste, einer Gruppe ideologisch gelenkter und staatlich bzw. geheimdienstlich unterstützter Musiker, die ihm vorwarf, „konterrevolutionäre“ und „religiöse Propaganda“ zu betreiben. Der von den „proletarischen Musikern“ konstruierte „Golowanow-Fall“ wurde zum Politikum, der auf höchster Ebene untersucht wurde (s. darüber im Buch der Verfasserin: Nikolaj Andreevič Roslavec’ Schaffen und die Kultur seiner Zeit Frankfurt am Main 1997). In Folge dessen verlor Nikolaj Golowanow schließlich 1928 seine Stelle als Chefdirigent des Bolschoi-Theaters. Dass ihm eine Inhaftierung glücklicherweise erspart blieb, ist nicht zuletzt seinem internationalen Renommee sowie der Fürsprache einiger Kreml-Mitarbeiter zu verdanken, vor allem aber dem hohen Ansehen seiner Frau, die bereits zum Inbegriff der russischen Vokalschule geworden war. Vorteilhaft erwies sich wohl in diesem Fall auch die zurückgezogene Lebensweise des berühmten Künstlerpaars, beide mieden im Privatleben Kontakte mit Funktionären des Staates.


    Vom Januar bis Mai 1936 unterrichtete Antonina Neshdanowa im Opernstudio des Bolschoi Theaters; vom Dezember 1936 bis Mai 1943 lehrte sie im Opern-Dramatischen Studio Konstantin Stanislawski. Zwischen 1943 und 1945 sowie zwischen 1947 und 1950 war sie Gesangsprofessorin am Moskauer Konservatorium.


    Neshdanowa starb am 26. Juni 1950 in Moskau. Sie ist auf dem Nowodewitschjewo-Friedhof begraben.

    Würdigung

    Antonina Neshdanowa gehörte zu jener Gruppe herausragender russischen Sängerinnen und Sängern, die die italienische Belcanto-Tradition in Russland fortführten, zugleich aber auch einen wichtigen Beitrag zur russischen Nationaloper leisteten. Neshdanowa war sehr fleißig, arbeitete ständig an ihrer Stimme und erweiterte ihr Repertoire. Von besonderer Bedeutung waren ihr die künstlerischen Kontakte zu den führenden russischen Komponisten ihrer Zeit wie Sergej Rachmaninow, Alexander Gretschaninow, Michail Ippolitow-Iwanow und insbesondere zu ihrem Ehemann, dem Dirigenten, Komponisten und Pianisten Nikolaj Golowanow. Daneben pflegte sie einen intensiven künstlerischen Austausch mit so bedeutenden Regisseuren und Schauspielern wie Konstantin Stanislawski, Wladimir Nemirowitsch-Dantschenko und Maria Jermolowa, die ihre Partien szenisch-dramatisch betreuten. Dies ermöglichte ihr szenische Glaubwürdigkeit und psychologische Tiefe ihrer Operngestalten.

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    Antonina Neshdanowa erhielt die folgenden Titel zuerkannt:

    Volkskünstlerin der RSFSR (1925);

    Volkskünstlerin der Sowjetunion (1936);

    Stalin-Preis (1943);

    Dr. der Kunstwissenschaft (1944)


    Seit 1950 tragen das Konservatorium Odessas (die heutige Staatliche Musikakademie Odessas) und (seit 1951) die Opernklasse des Moskauer Konservatoriums ihren Namen. In Odessa gibt es eine Neshdanowa-Straße; von 1962 bis 1994 gab es auch in Moskau eine Neshdanowa-Straße, (heute: Brjussow-Gasse). Dort befindet sich heute ein Museum über die Sängerin.

    Anschrift:

    103009, Moskau,

    Brjussow-Gasse, 7,

    Wohnung 9.

    Telefon: +7 495 629-0180

    Offizielle Website: www.museum.ru/M404

    Rezeption

    Antonina Neshdanowa genießt bis heute großes Ansehen und Popularität. Ihr Name ist eng verbunden mit der russischen Opernkultur. Seit den 1990er Jahren erscheinen CDs mit Aufnahmen von ihr.

    Repertoire

    Opernrepertoire


    Zerline: „Fra Diavolo“ von Daniel Auber


    Leïla: „Les pêcheurs de perles“ [Die Perlenfischer] von Georges Bizet


    Micaëla: «Carnen» von Georges Bizet


    Lakmé: „Lakmé“ von Léo Delibes


    Antonida: „Žizn‘ za carja“ [Ein Leben für den Zaren] von Michail Iwanowitsch Glinka


    Ljudmila: „Ruslan i Ljudmila“ von Michail Iwanowitsch Glinka


    Perdita (in russischer Version: Utrata): „Ein Wintermärchen“ von Karl (Károly) Goldmark


    Marguerite: „Faust“ von Charles Gounod


    Juliette: „Roméo et Juliette“ von Charles Gounod


    Zabava Putjatična: „Dobrynja Nikitič“ von Alexander Tichonowitsch Gretschaninow


    Gerda: „Ole iz Nordlanda“ (Ole von Nordland) von Michail Michajlowitsch Ippolitow-Iwanow


    Manon Lescaut: „Manon“ von Jules Massenet


    Marguerite de Valois: „Les huguenots“ von Giacomo Meyerbeer


    Zerlina: „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart


    Die Königin der Nacht: „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart


    Parassja: „Der Jahrmarkt von Sorotschinzy“ von Modest Petrowitsch Mussorgsky


    Mrs. Ford: „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai


    Ninetta: „Ljubov‘ k trёm apel’sinam“ („Die Liebe zu den drei Orangen“) von Sergei Sergejewitsch Prokofjew


    Mimi: „La Bohème“ von Giacomo Puccini


    Francesca: „Francesca da Rimini“ von Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow


    Wolchowa: „Sadko“ von Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow


    Sneguročka (Schneeflöckchen): „Sneguročka“ (Schneeflöckchen) von Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow


    Šamachanskaja carica (Die Königin von Schemacha): „Zolotoj petušok“ (Der Goldene Hahn) von Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow


    Marfa: „Zarenbraut“ von Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow


    Carevna-Lebed‘ (Schwan-Prinzessin): „Skazka o care Saltane“ („Das Märchen vom Zaren Saltan“) von Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow


    Carevna Nenagljadnaja Krasa (Prinzessin): „Kaščej bessmertnyj“ (Der unterbliche Kaschtschej) von Nikolaj Andrejewitsch Rimski-Korsakow


    Rosina: „Il Barbiere di Siviglia“ von Gioacchino Rossini


    Philine: „Mignon“ von Ambroise Thomas


    Tatjana: „Evgenij Onegin“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski


    Iolanta: „Iolanta“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski


    Gilda: „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi


    Violetta Valery: „La Traviata“ von Giuseppe Verdi


    Elsa von Brabant: „Lohengrin“ von Richard Wagner


    Gerhilde: „Die Walküre“ von Richard Wagner


    Neshdanowas Kammerrepertoire enthielt über 700 Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Claude Debussy, Edward Grieg, Wolfgang Amadeus Mozart, Giovanni B. Pergolesi, Maurice Ravel, Alessandro Scarlatti, Franz Schubert, Robert Schumann, Mili Balakirev, Alexander Dargomyshski, Nikolai Golowanow, Michail M. Ippolitow-Iwanow, Dmitri Kabalewski, Nikolai Medtner, Nikolai Mjaskowski, Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow, Nikolai Rimski-Korsakow, Igor Strawinsky, Peter Tschaikowski, S. Wassilenko u.a.

    Quellen

    Sekundärliteratur


    Poljanovskij, Georgij: A. V. Neždanova. Moskau/Leningrad 1944.


    L’vov, Michail: A. V. Neždanova. Moskau 1952.


    Podol’skaja, Vera: A. V. Neždanova i eё učeniki (zametki koncertmejstera) [A. W. Neshdanowa und ihre Schüler (Notizen der Konzertmeisterin)]. Moskau 1960.


    Vospominanija [Erinnerungen]. In: Antonina Vassiljevna Neždanova. Materialy i issledovanija [Antonina Wassiljewna Neshdanowa. Materialien und Forschungen], hg. von V. A. Vasina-Grossman. Moskau 1967.


    Poljanovskij, Georgij: A. V. Neždanova. Moskau 1970.



    Aufsätze, Briefe und Erinnerungen


    Lunačarskij, A. V., In: „Sovremennyj teatr“ 1927; Nr. 11.

    (zusammen mit N. Golowanow): Pamjat‘ o chudožnike [Andenken an den Künstler] (von L. W. Sobinow). In: „Sovetskoe iskusstvo“ 1934, Nr. 148.


    Pevec-chudožnik [Ein Sänger-Künstler] (von L. W. Sobinow). In: Muzyka 1937, Nr. 12.


    Zametki pevicy [Notizen der Sängerin]. In: „Sovetskoe iskusstvo“ 1938, Nr. 171.


    Iz vospominanij [Aus den Erinnerungen]. In: „Sovetskaja muzyka“ 1952, Nr. 6.


    Russikie pevcy [Russische Sänger]. In: Vasilij Rodionovič Petrov. Sbornik ctatej i materialov [Wassili Rodionowitsch Petrow. Sammlung der Aufsätze und Materialien]. Moskau 1953.


    Pervyj nastojaščij opernyj režissёh [Der erste echte Regisseur]. In: Vladimir Apollonovič Losskij. Memuary. Stat’i i reči. Vospominanija o Losskom [Wladimir Apollonowitsch Losski. Memoiren, Aufsätze und Reden. Erinnerungen an Losski]. Moskau 1959, S. 300–302.


    Stranicy žizni. Otryvki iz vospominanij [Seiten des Lebens. Ausschnitte aus den Erinnerungen]. In: Muzykal’naja žizn‘ 1960; Nr. 12, S. 17.


    Blestjaščij talant [Ein brillantes Talent] (von L. W. Sobinow). In: Muzykal’naja žizn‘ 1962; Nr. 13.


    L‘vov, Michail: A. V. Neždanova. In: L‘vov, Michail. Russkie pevcy [Russische Sänger]. Moskau 1965.


    Kozlovskij, Ivan: Neždanova. In: Sovetskaja Rossija vom 16.06.1967.


    Vospominanija [Erinnerungen]. In: Antonina Vassiljevna Neždanova. Materialy i issledovanija [Antonina Wassiljewna Neshdanowa. Materialien und Forschungen]. hg. von V. A. Vasina-Grossman. Moskau 1967.


    Serebrjakova, Galina: Duša muzyki. Stranicy vospominanij [Die Seele der Musik. Seiten der Erinnerungen]. In: Literaturnaja Russiha vom 16.06.1967.


    Dieselbe: A. V. Neždanova i N. S. Golovanov. In: Dieselbe. O drugich i o sebe [Von anderen und sich selbst]. Moskau 1968, S. 309–326.


    K 30-letiju sceničeskoj dejatel’nosti N. Obuchovoj [Zum 30. Jahrestag der Bühnentätigkeit von N. Obuchova]. In: Nadežda Andreevna Obuchova: Vospominanija. Stat’i i materialy [Nadeshda Andrejewna Obuchowa: Erinnerungen. Aufsätze und Materialien. Moskau 1970, S 121-122.


    Archipova, Irina. Verlikaja russkaja pevica [Die große russische Sängerin]. In: Sovetskij artist vom 29.06.1973.


    Lemešev, Sergej: Čudo iskesstva [Ein Wunder der Kunst]. In: Sovetskaja muzyka 1973, Nr. 9, S. 75–76.


    Petrova, F. A. V. Neždanova -- pedagog [A. W. Neshdanova als Lehrerin].In: Muzykal’naja žizn‘ 1973, Nr. 11.


    Poljanovskij, Georgij: V dome „russkogo solov’ja“ [Im Haus der „russischen Nachtigal“]. In: Sovetskaja muzyka 1973, Nr. 1, S. 141–142.


    Ders.: Velikaja russkaja pevica [Eine große russische Sängerin]. In: Muzykal’naja žizn‘ 1973; Nr. 11, S. 15-17.


    Svešnikov, Aleksandr: Velikaja artistka [Große Artistin]. In: Trud vom 17.06.1973.


    Iz pisem A. V. Neždanovoj k N. C. Golovanovu [Aus den Briefen von A. W. Neshdanowa an N. S. Golowanow. In: Sovetskaja muzyka 1973, Nr. 9, S. 76—84.


    Gliėr, Rejngol’d Moricevič: Moi vstreči s A. V. Neždanovoj [Meine Begegnungen mit A. V. Neshdanowa]. In: R. M. Gliėr. Stat’i i materialy [Aufsätze und Materialien]. Moskau 1975, S. 141–143.


    Kiselёv, V: Antonina Vasil’evna Neždanova. In: Mastera Bolšogo teatra. Narodnye artisty SSSR [Meister des Bolschoi Theaters. Volkskünstler der Sowjetunion]. hg. von M. Jakovlev. Moskau 1976.


    Lobanova, Marina: Nikolaj Andreevič Roslavec’ Schaffen und die Kultur seiner Zeit. Frankfurt am Main 1997.



    Links


    http://belcanto.ru/nezhdanova.html (russisch);


    http://ya-odessit.ru/content/nezhdanova.html (russisch);


    http://www.cantabile-subito.de/Sopranos/Nezhdanova__Antonina/nezhdanova__antonina.html (englisch)

    Forschung

    Die 1967 erschienene Materialsammlung zum Leben und Schaffen Antonina Neshdanowas ist bis heute das Referenzwerk: Antonina Vassiljevna Neždanova. Materialy i issledovanija [Antonina Wassiljewna Neshdanowa. Materialien und Forschungen], hg. von V. A. Vasina-Grossman. Moskau 1967.

    In den 1980er Jahren verebbte das Forschungsinteresse, was mit der historisch-kulturellen Situation in der Sowjetunion bzw. Russland zu erklären ist.

    Von besonderer Bedeutung sind die Materialien zum Leben und Werk von Neshdanowa und Golowanow, die sich in den unten angegebenen Museen zu finden sind.


    Museumswohnung A. W. Neshdanowas: 103009, Moskau, Brjussow-Gasse, 7, Wohnung 9.

    Telefon: +7 495 629-0180; Website: www.museum.ru/M404, momentan geschlossen.

    Im selben Haus befindet sich die Museum-Wohnung des Ehemanns Neshdanowas, Nikolaj Semjonowitsch Golowanow, deren Neueröffnung für September 2011 geplant wurde; Die Museum-Wohnungen sind dem Staatlichen M. I. Glinka-Museum für Musikkultur angeschlossen. Informationen dazu: http://www.glinka.museum/news/index.php?news=2109

    Forschungsbedarf

    Bisher wenig erforscht ist der Einfluss der italienischen Gesangskunst und des russisch-orthodoxen Gesangs auf ihr künstlerisches Schaffen sowie ihre Rolle als Pädagogin und Vermittlerin des Belcanto in Russland. Darüber hinaus bieten die mit ihr entstandenen Aufnahmen ein reiches Quellenmaterial für die Interpretationsforschung.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 10114446
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 14064301X
    Library of Congress (LCCN): n82084388
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Marina Lobanova


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 19.12.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Marina Lobanova, Artikel „Antonina Neshdanowa“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 19.12.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Antonina_Neshdanowa