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  • Anna Fröhlich

    von Ingeborg Harer
    Emanuel Peter. Portrait, 1830
    Namen:
    Anna Fröhlich
    Geburtsname: Maria Anna Fröhlich
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich

    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin (Sopran), Pianistin, Gesangslehrerin, Klavierlehrerin, Mäzenin, Korrespondentin
    Charakterisierender Satz:

    „Die Mitwirkenden [im Hause Kiesewetter] waren und sind gewöhnlich Künstler vom Fache oder doch ausgezeichnete Dilettanten der Hauptstadt [Wien]. Der weibliche Chor – Soprani und Alti – besteht aus den Gesangsschülerinnen der höhern Classe des hiesigen Conservatoriums unter der unmittelbaren Leitung ihrer Lehrerin, des Fräuleins Nanette Fröhlich [d.i. Anna Fröhlich]; die Solostimmen wurden in der letztern Zeit den Privat-Schülerinnen der Letzern oder ihrer Schwester Josephine Fröhlich anvertraut, und dieses Vertrauen nie getäuscht, jedesmal glänzend gerechtfertigt. Ueberhaupt dürften die vier Schwestern Fröhlich für die Kunst, namentlich für den Gesang, mehr gewirkt haben als so manche Europa=berühmte Amazone von der Kehle, und wurden in dankbarer Anerkennung ihrer regen Theilnahme, ihrer unermüdlichen Bestrebungen für diese classischen Concerte von allen Mitgliedern dieses Kunstvereines als die Stützen desselben betrachtet und bewundert.“


    („Aus Wien“ [Bericht über Hauskonzerte bei Raphael Georg Kiesewetter]. In: Jahrbücher des Deutschen Nationalvereins für Musik und die Wissenschaft 4.1842, S. 311-312. Vgl. auch Waidelich 1997)


    Profil

    Die Sängerin und Pianistin Anna Fröhlich ging vorwiegend als Mitglied des Schubert-Freundeskreises in die Musikgeschichte ein. Ebenso wichtig ist jedoch ihre prägende Rolle in der Geschichte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und im Bereich des privaten Musizierens. Gemeinsam mit ihren drei Schwestern veranstaltete sie in ihrem Zuhause zahlreiche musikalische Abende. Als älteste der Fröhlich-Schwestern trug Anna als jahrzehntelang aktive Gesangslehrerin wesentlich zum Wohlergehen der Familie bei.


    Anna Fröhlichs kontinuierliche musikalische Ausbildung erfolgte zunächst durch die Mutter, durch persönliche Kontakte in einschlägigen musikalischen Kreisen, durch häufiges Musizieren in verschiedenen Formationen und auch durch beinahe tägliche Theater- und Opernbesuche. Auf diese Weise wuchs sie in das Musikleben hinein. Die aktive Teilnahme der Pianistin und Sängerin an privaten und (halb-)öffentlichen Konzertabenden und das spontane Singen und Musizieren von damals gerade neu komponierter Musik bei verschiedenen Gelegenheiten zeigen ein Leben, in dem Musik generell im Mittelpunkt stand. Kontakte zu Gleichgesinnten aus Kunst und Kultur wurden von Anna Fröhlich nicht nur intensiv gepflegt, sondern waren vielmehr fixer Bestandteil ihres täglichen Lebens.

    In ihren Auftritten als Sängerin zeigt sich ein deutlicher Schwerpunkt auf mehrstimmigen Gesangsnummern (Duette, Terzette, Quartette). Auch die Kompositionen Franz Schuberts, die auf Anna Fröhlichs Anregung oder Auftrag zurückzuführen sind, fallen in dieses Genre. Nicht nur in der Förderung Schuberts und seines Werkes, sondern auch in ihrem generellen Denken, ist Anna Fröhlichs Engagement in Hinblick auf Kunstförderung zu erkennen.

    Orte und Länder

    Abgesehen von gelegentlichen Reisen zu privaten Zwecken wie Kur- und Landaufenthalten verließ Anna Fröhlich Wien nicht.

    Biografie

    Anna Fröhlich war die älteste der vier Schwestern Fröhlich (Barbara Fröhlich, verh. Bogner, Katharina Fröhlich, Josephine Fröhlich) und wurde am 19. September 1793 in Wien geboren. Die Eltern, Mathias (1756-1843) und Barbara, geb. Mayr (1764-1841) stammten aus Pottendorf in Niederösterreich und wohnten um 1790 in Wien/Wieden, damals Vorstadt, wo ein Geschäft zur Erhaltung von Weinfässern betrieben wurde. Der Vater bezeichnete sich als „Weinschlagmacher“, war aber auch als sogenannter „Armenvater“ wohltätig engagiert. Ab 1811 findet man die Familie in der Wiener Innenstadt im Haus Singerstraße 18 (heute noch erhalten), wobei die Mutter der Kinder von Mann und Töchtern vorerst getrennt lebte. Ab 1826 wohnte die Familie in der Spiegelgasse 21 (heute nicht mehr erhalten, vgl. Blaha 2002, S. 35-37). Dort zog schließlich 1849 Franz Grillparzer nach dem Tod von Barbara und Mathias Fröhlich als „Zimmerherr“ ein und wurde bis zu seinem Tod im Jahre 1872 von Anna, Katharina und Josephine Fröhlich betreut. (Vgl. dazu besonders Katharina Fröhlich.) Die Wohnungen in der Singerstraße und Spiegelgasse zählten zu den musikalischen Häusern Wiens, in denen Künstler_innen, Gelehrte und Literaten ein- und ausgingen.

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    Wie aus Briefen hervorgeht, wurden die Kinder durch ihre Mutter mit der Musik vertraut gemacht und erhielten in Wien/Wieden vom Chorregenten der Karlskirche Michael Hanss (1767-1825) „Elementar-Unterricht“ (Schilling 1840, S. 69). Auch Giuseppe Siboni (1780-1839), der sich erstmals von 1810-1814 in Wien aufhielt und der Familie viele Jahre freundschaftlich verbunden blieb, wird als Gesangslehrer der vier Schwestern genannt, wobei es keine Belege für einen regelmäßigen Unterricht gibt.

    Als Pianistin erwarb Anna Fröhlich ihr Können auf der Basis der Schule von Johann Nepomuk Hummel. Es kann jedoch zur Zeit noch nicht geklärt werden, ob und in welcher Form dies durch persönlichen Unterricht oder durch Hummels 1828 publizierte Klavierschule erfolgte, da es in der Quelle heißt: Sie „benützte noch besonders Hummels Schule, wurde dadurch eine ausgezeichnete Pianistin“ (Schilling 1842, S. 104).


    Anna Fröhlich scheint bereits 1814 in der neu gegründeten „Gesellschaft der Musikfreunde“ als „Ausübendes Mitglied“ auf (Blaha 2002, S. 41; siehe auch „Monatbericht“ 1829) und war daher sowohl als Mitwirkende bei den musikalischen Veranstaltungen als auch wenig später durch ihre Tätigkeit als Gesangslehrerin dem Verein bzw. dem Konservatorium jahrzehntelang verbunden. Für sie wurde im April 1819 die 3. Gesangsklasse als höchste Ausbildungsstufe, die damals im Gesang angeboten wurde, des nunmehrigen „Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde“ eingerichtet. Auch Annas Schwester Josephine Fröhlich zählte dort 1819/20 zu ihren Schülerinnen. Zahlreiche positive Kommentare zu Auftritten ihrer Schülerinnen bestätigen Anna Fröhlichs Kompetenz als Gesangslehrerin, darunter z.B. folgender: „Dieser Erfolg [der Schülerin Francisca Goldberg] gereicht der Lehrerinn für die Classe der höheren Ausbildung im Gesang, Dlle. Anna Fröhlich, um so mehr zur Ehre, als die Schwierigkeit sehr groß ist, noch größtentheils physisch und psychisch unentwickelte Mädchen in einer Kunst zu bilden, bey welcher die Überwindung mechanischer Schwierigkeiten nicht allein hinreicht, sondern wo unmittelbar das Herz zum Herzen sprechen muß, und wobey selbst der Unterricht immer durch die nöthige Rücksicht auf den niedrigen Grad der Entwicklung gehemmt ist.“ (Der Sammler 97 vom 14. August 1834, S. 389)


    Die Lehrtätigkeit am Konservatorium übte Anna Fröhlich mit einer Unterbrechung während der Schließung des Konservatoriums zwischen 1848 und 1851 rund 35 Jahre lang bis zu ihrer nicht ganz freiwilligen Pensionierung im Jahre 1854 aus (Pohl 1871, S. 38; Hennenberg 2013, S. 380-382). In der Auseinandersetzung mit Konflikten, die sich im Vereinsgeschehen und im Konservatorium ergaben, standen Anna Fröhlich die Freunde des Hauses Fröhlich, Franz Grillparzer und Leopold Sonnleithner (siehe dazu unten), zur Seite (Sauer 1924, S. 257-258). Trotz der Unterstützung wehrte sie sich letztlich vergeblich gegen die an sie gestellte Anforderung, ihren Gesangsunterricht vermehrt auf den Operngesang auszurichten (Blaha 2002, S. 246. Hennenberg 2013, 380-381). Als ihre Nachfolgerin wurde die weit jüngere und auf den Belcanto-Gesang spezialisierte Opernsängerin Mathilde Marchesi (1821-1913) bestellt. Parallel zu ihrer offiziellen Unterrichtstätigkeit und in der Zeit danach hatte Anna Fröhlich zahlreiche Privatschülerinnen.


    In den sogenannten „Abend-Unterhaltungen“ der Gesellschaft der Musikfreunde, die zwischen 1818 und 1856 stattfanden und Kammermusik sowie solistische und mehrstimmig besetzte Gesangsmusik im Programm hatten, wird Anna Fröhlich zwischen 1818 und 1840 regelmäßig als Sängerin und Pianistin genannt. Gleichzeitig trat sie immer wieder bei öffentlichen und privaten Gelegenheiten als Pianistin und Sängerin in Erscheinung.


    Die persönliche Bekanntschaft der Schwestern Fröhlich mit Franz Schubert begann um 1820 und wurde durch Leopold von Sonnleithner (1797-1873), einen Cousin Grillparzers, herbeigeführt. Sonnleithner, dessen Familie ebenfalls eines der musikalischen Zentren Wiens darstellte und der selbst zu einem der ersten Schubert-Förderer zählte, hatte den Schwestern Schubert-Lieder vorbeigebracht. Bald wurde Schubert Gast im Zuhause der Schwestern in der Singerstraße, später auch in der Spiegelgasse (Breuning 1884, S. 1). Neben Franz Schubert und Franz Grillparzer waren einige musikalische Persönlichkeiten des Wiener Musiklebens tägliche Gäste. Dazu zählten der schon genannte Leopold Sonnleithner sowie dessen Bruder Moritz Sonnleithner (1805-1836), Ferdinand Walcher von Uysdael (1799-1873) und Johann Karl Schoberlechner (1800-1879); u.a. Walcher wird als Bräutigam Annas genannt (Sauer 1894, S. 85; vgl. auch →Josephine Fröhlich).


    Zu den privaten musikalischen Veranstaltungen der Wiener gehobenen Gesellschaft, bei denen Anna Fröhlich als Gast und Mitwirkende regelmäßig anzutreffen war, zählen außerdem jene in den Häusern Kiesewetter und Sonnleithner. Während bei Raphael Georg Kiesewetter die musikalischen Abende vorwiegend älterer Musik gewidmet waren, erklang im Hause Sonnleithner häufig Schubert. Die Schülerinnen Anna Fröhlichs kamen im Hause Kiesewetter vermehrt zum Einsatz und waren unverzichtbare Stützen der Aufführungen, die Anna Fröhlich von 1825 bis 1827 vom Klavier aus leitete (Kier, S. 185). Dazu heißt es über Anna Fröhlich: „Die älteste Schwester besitzt eine große Fertigkeit und Präzision auf dem Pianoforte, dabei spielt sie besser und richtiger als mancher Kapellmeister selbst Partituren vom Blatte. Auch singt sie alles Vorgelegte prima vista.“ (Castelli 1824, S. 128)


    Im Hause Sonnleithner kam es am 1. Dezember 1820 zur legendären ersten Aufführung von Schuberts „Erlkönig“, von August Ritter von Gymnich erstmals vor einem Publikum vorgetragen. Am Klavier saß Anna Fröhlich. Schubert zählte zu den regelmäßigen Besuchern der „musikalischen Uebungen“ im Hause Sonnleithner, an denen er gelegentlich als Klavierbegleiter seiner Lieder mitwirkte. Unter den Namen der Musiker und Musikerinnen, Sänger und Sängerinnen, die dort verkehrten, finden sich neben dem Anna Fröhlichs auch die ihrer Schwestern Barbara und Josephine (Böcking 1862, S. 374-375).


    Von Anna Fröhlich als ältester des Schwestern-Haushalts ging die Initiative zur Gestaltung der gesellschaftlichen Abende im eigenen Zuhause aus. Dort veranlasste Anna Fröhlich ihren häufigen Gast Franz Schubert zur Komposition mehrerer Vokalwerke, wobei sie ihre Schülerinnen (z.B. als Frauenchor) und auch ihre Schwester Josephine als Interpretinnen im Auge hatte (siehe unten).

    Zu dem auf Anna Fröhlichs Anregung hin komponierten „Ständchen“ D 920 („Zögernd leise“) ist eine Entstehungsgeschichte überliefert, die auf mündliche Erzählungen der betagten Anna Fröhlich zurückgeht und sich in verschiedenen Varianten in den Quellen wiederfindet (Breuning 1884; Lux 1912). Tatsache ist, dass Anna Fröhlich bei Franz Grillparzer den Text und im Juli 1827 bei Schubert die Musik für ein Ständchen zum Geburtstag ihrer Schülerin Louise Gosmar (1803-1858), der späteren Ehefrau Leopold Sonnleithners, in Auftrag gab, das von ihren Schülerinnen und Josephine Fröhlich vorgetragen werden sollte. Schubert schrieb zunächst einen Chor für Männerstimmen, erstellte auf Annas Verlangen jedoch rasch die gewünschte Fassung für die Kolleginnen Gosmars, die diese dann tatsächlich im Landhaus der Gosmars in Döbling am 11. August 1827 im Freien zum Besten gaben. Das „Ständchen“ wurde von Josephine Fröhlich als Solistin im Rahmen des „Privat Concertes, welches Franz Schubert am 26. März“ 1828 gab, öffentlich im Saal des Musikvereins der Gesellschaft der Musikfreunde (damals mit der Adresse Tuchlauben Nr. 558) aufgeführt (Faksimile des Programmzettels in Deutsch 1913, S. 178).


    Anna Fröhlich setzte sich in mehrfacher Hinsicht jahrzehntelang konsequent für Franz Schubert und dessen Werk ein. 1829 erscheint sie als eine der Pränumeranten von Schuberts Schwanengesang D 957 (Deutsch 1964, S. 577). Sie ließ seine Vokalwerke aufführen und veranstaltete Wohltätigkeitskonzerte, z.B. für die Finanzierung des Grabmals Schuberts. Diese Konzerte fanden am 30. Januar und am 5. März 1829 statt. Für „Freytag den 30. Jänner 1829“ liegt ein von Anna Fröhlich gezeichnetes Konzertprogramm mit folgendem Wortlaut vor: „Einladung zu einem Privat-Concerte, welches die Unterzeichnete […] geben wird, wovon die eine Hälfte der Einnahmen zur Errichtung eines Monumentes für den verstorbenen Compositeur Franz Schubert, die andere zu einem wohlthätigen Zweck bestimmt ist.“ Schuberts „Mirjams Siegesgesang“ D 942 „vorgetragen von Herrn Titze und dem Chor“ ist der erste Programmpunkt dieses Konzertes, bei dem die Begleitung auf zwei Klavieren erfolgte, die von Anna Fröhlich und vermutlich von Johann Baptist Jenger (1797-1856) gespielt wurden (Faksimile des Programmzettels in Deutsch 1913, S. 180). Die Komposition wurde nach einem Text von Franz Grillparzer von Schubert 1828 für die Schwestern Fröhlich geschrieben, wobei das Solo für Josephine Fröhlich bestimmt war, und die Begleitung durch ein gemischtes Quartett vorgesehen war, zunächst ohne beabsichtigte öffentliche Aufführung. Durch Schuberts Tod erfolgte die Aufführung im Rahmen des Schubert gewidmeten Konzertes am 30. Januar 1829. Die Orchesterversion wurde von Franz Lachner (1803-1890), ebenso ein Freund des Hauses Fröhlich, 1830 angefertigt.


    Anna Fröhlich dürfte für den Haushalt, dem neben ihren beiden Schwestern Josephine und Katharina (Barbara war in späteren Jahren ausgezogen), wie oben erwähnt auch Grillparzer angehörte, die Haupteinnahme des Lebensunterhalts bestritten haben und war, wie zeitgenössische Quellen berichten, das Familienoberhaupt im gemeinsamen Haushalt (Wickenburg-Almasy 1880, S. 1-2). Bis zuletzt kümmerte sie sich um die täglichen Belange; sie überlebte sowohl ihre drei Schwestern als auch Grillparzer. Anna Fröhlich verstarb am 11. März 1880 in Wien.


    Kurz vor ihrem Tod rief sie mit einem Ansuchen datiert mit 3. Dezember 1879 die „Schwestern-Fröhlich-Stiftung“ ins Leben (Faksimile in Blaha 2002, Anhang S. 128.), die auf der Basis ihres Nachlasses notleidende Künstler und Wissenschaftler unterstützen sollte.

    Würdigung

    Als Mitwirkende in diversen musikalischen Salons in Wien hat Anna Fröhlich das Musikleben der damaligen Zeit nicht nur als Musikerin und Sängerin bzw. Gesangslehrerin entscheidend geprägt, sondern es gingen von ihr auch wesentliche Impulse als Vermittlerin zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Musikinteressierten und potenziellen Kunstförderern aus. Franz Schubert und Franz Grillparzer zählten ebenso wie Leopold Sonnleithner und Marie von Ebner-Eschenbach zu ihrem Bekanntenkreis. Franz Schubert wurde von ihr mehrfach zur Komposition von mehrstimmigen Gesangswerken angeregt. Nach Schuberts Tod bemühte sich Anna Fröhlich um die Gestaltung und Durchführung von Wohltätigkeitskonzerten, die der Würdigung Schuberts dienen, aber auch aktive Künstlerinnen und Künstler unterstützen sollten. Ihr konsequentes Wirken im Sinne der Wohltätigkeit wird kurz vor ihrem Tod nochmals durch die Gründung der „Schwestern-Fröhlich-Stiftung“ (1879) sichtbar.

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    Anna Fröhlich war als am Konservatorium tätige Gesangslehrerin zunächst hoch anerkannt. Ihr pädagogisches Geschick und ihre Gesangsmethode finden in ihren Glanzzeiten häufig Eingang in die Tagespresse. Am Aufbau und am pädagogischen Konzept der Singschule wirkte sie ebenso engagiert mit, wie sie schließlich in den letzten Jahren vor ihrer unfreiwilligen Pensionierung um ihre Stelle kämpfen musste. Nach 1850 wurde Anna Fröhlich in der Ausbildung der Opernsängerinnen hart kritisiert, sodass 1854 die Entlassung und Pensionierung erfolgte (Sauer 1924, S. 260; Hennenberg 1913, S. 382-383).


    Die Tatsache, dass sie Schubert zur Komposition von mehrstimmigen Gesängen (bevorzugt für Frauenstimmen) veranlasste, dürfte mit ihrem pädagogischen Konzept zusammenhängen, da sie offenbar dem mehrstimmigen Gesang hohe Wertigkeit beimaß, was letztlich auch daraus erkennbar ist, dass diese Werke in den „Zöglings- und Prüfungskonzerten“ von den Schülerinnen Anna Fröhlichs Jahr für Jahr vorgetragen wurden.


    Folgende Werke komponierte Franz Schubert auf Anregung von Anna Fröhlich:


    „Psalm 23“ D 706 (1820), 1. Aufführung im Rahmen eines Prüfungskonzertes der Singschule am 30. August 1721, Wiederholungen im Hause Sonnleithner 9. Juni 1822, 7. September 1826 im Rahmen der „Zöglings-Prüfung“ der Schülerinnen Anna Fröhlichs und ebenso am 16. November desselben Jahres sowie am 18. März 1827, 7. und 29. Mai 1828.


    „Gott in der Natur“ D 757 (1822), am 8. März 1827 gesungen von 12 Schülerinnen Anna Fröhlichs bei einer „Abend-Unterhaltung“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, im August desselben Jahres wird es in einem Prüfungskonzert vorgetragen, am 28. Februar 1828 bei einer weiteren „Abend-Unterhaltung“.


    „Des Tages Weihe“ D 763 (1822), komponiert auf Anna Fröhlichs Anregung für Barbara von Geymüller.


    „Das Ständchen“ D 920 „Zögernd leise“ (1827), Text von Franz Grillparzer, für Anna Fröhlichs Schülerin Louise Gosmar, zu deren Geburtstag. Von Anna Fröhlichs Schülerinnen und Josephine Fröhlich als Solistin uraufgeführt am 11. August 1827. Weitere Aufführungen: bei einer „Abend-Unterhaltung“ der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien am 24. Januar 1828, am 26. März 1828 im Rahmen des von Schubert veranstalteten „Privat-Concerts“.


    „Mirjams Siegesgesang“ D 942 (1828), Text von Franz Grillparzer, aufgeführt mit Josephine Fröhlich als Solistin am 30. Januar 1829, am 5. März 1829 mit Ludwig Titze als Solist und Anna Fröhlich als Klavierbegleiterin.

    Rezeption

    Schon zu ihren Lebzeiten wurden Anna Fröhlichs Leistungen im Sinne eines umfangreichen kulturellen Handelns wahrgenommen und fanden Niederschlag in der zeitgenössischen Literatur ebenso wie in der Tagespresse. Gelobt wurden ihre Verdienste als Gesangslehrerin und Förderin Schuberts sowie ihr Engagement für die Kunst im Allgemeinen, besonders auch ihr Einsatz für wohltätige Zwecke.


    Noch im hohen Alter galt Anna Fröhlich für die jüngere Generation ihrer Zeit als wichtige Auskunftsperson, die den Personen-Kult um Schubert als eine der letzten Zeuginnen nähren konnte (Breunig 1884). Im Verbund mit ihren Schwestern, aber auch als Einzelperson, wurde sie Gegenstand von literarischen Werken und Trivialliteratur. Die Anfang des 20. Jahrhunderts noch kursierenden Legenden um die Schwestern waren offensichtlich auch Auslöser für einen Roman und schließlich die Operette „Dreimäderlhaus“, wenngleich die Schwestern Fröhlich namentlich gar nicht genannt werden und die Handlung, in der Schubert die Hauptrolle spielt, mehr als weit hergeholt ist. Trotzdem gelten die Romanvorlage von Rudolf Hans Bartsch („Schwammerl. Ein Schubert-Roman“. Leipzig: Staackmann 1912) und die Operetten-Version von Heinrich Berté („Das Dreimäderlhaus“, uraufgeführt 1916 in Wien) als ein äußerst „erfolgreich vermarktetes Rezeptionsphänomen“ im Zusammenhang mit dem Mythos der vier Schwestern Fröhlich (Waidelich 2002, Sp. 190). Ansichtskartenserien mit Szenen aus der Handlung fanden in weiterer Folge Verbreitung, ebenso wie Filmfassungen populär wurden (Richard Oswald 1918, Ernst Marischka 1958).

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    Rezeption als Gesangslehrerin

    Eine rund 200 Namen umfassende Liste mit vorwiegend Schülerinnen, aber auch einigen Schülern, wurde von Johanna Blaha erstellt (vgl. Blaha 2002, Anhang S. 58-83).


    Folgende Quellen (Liste nicht vollständig) bezeugen Anna Fröhlichs Ruf als Gesangslehrerin:


    Allgemeine Musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat 56. 14. Juli 1819. Sp. 445.


    Österreichischer Beobachter. 26. November 1819. S. 1620.


    Wiener Zeitschrift. 14. Mai 1825. S. 486.


    Der Humorist.19. März 1838. S.179.


    „Aus Wien“ [Bericht über Hauskonzerte bei Raphael Georg Kiesewetter]. In: Jahrbücher des Deutschen Nationalvereins für Musik und die Wissenschaft. 4. 1842. S. 311-312.


    Literarische Rezeption z.T. Trivialliteratur:

    Wickenburg-Almasy, Wilhelmine. 1880 siehe „Quellen B“.

    Najmájer, Marie von. 1904 siehe „Quellen B“.

    Lux, Joseph August. 1912 siehe „Quellen B“.

    Lux, Joseph August. Die Schwestern Fröhlich (Grillparzers ewige Braut). Eine Komödie aus Wiens klassischer Zeit in 3 Akten mit einem Vorspiel und einem Nachspiel. Die Weissen Hefte. Gmain: 1923.

    Ebner-Eschenbach, Marie. 1915/16 siehe „Quellen B“.

    Schimmel-Falkenau, Walter. Melodie in Moll: Roman um Franz Schubert und Anna Fröhlich. Aschaffenburg: Pattloch, 1957.


    Gedichte von diversen Zeitgenossen, darunter

    Franz Grillparzer. Zum Namenstag für Anna Fröhlich. Entstanden 1821. In: Franz Grillparzer: Sämtliche Werke. Band 1. München [1960–1965]. S. 142-143.

    Ignaz von Sonnleithner. Vierfache Sehnsucht an Netti, Nelli, Nina, Nanny. O.D. Hs Wienbibliothek.

    Ignaz von Sonnleithner. An meine Netti [1817]. Hs Wienbibliothek.

    Repertoire

    Es sind Auftritte von Anna Fröhlich sowohl als Sängerin als auch als Pianistin nachweisbar (siehe Pohl 1871 und Blaha 2002, Zeittafel S. 31-46). Das Repertoire als Sängerin umfasste Arien aus zeitgenössischen Opern, Lieder, besonders aber mehrstimmige Gesänge (Duette, Terzette, Quartette) verschiedener Komponisten. Als Pianistin trat sie in Kammermusikformationen und als Gesangsbegleiterin auf. Die Auftrittsgelegenheiten waren durch Veranstaltungen in den privaten Häusern Wiens gegeben, ebenso wie durch die Verbundenheit Anna Fröhlichs mit der Gesellschaft der Musikfreunde, bei deren „Abend-Unterhaltungen“ sie zwischen 1818 und 1840 häufig in Erscheinung trat.

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    Als Pianistin

    Alle Angaben und Bezeichnungen der Werke nach Blaha 2002, Zeittafel S. 31-46. Die Auftritte erfolgten in Wien im Rahmen der „Abend-Unterhaltungen“. Für die Erfassung von weiteren Auftritten fehlen Quellen.


    30.4.1818 Sonate für Klavier und Violoncello von Krufft

    8.10.1818 Adagio, Variationen und Rondeau von Hummel

    10.12.1818 Polonaise für Pianoforte und Violine von Mayseder

    28.1.1819 Quintett für Pianoforte, Clarinette, Oboe, Horn und Fagott von Mozart

    11.2.1819 „La Sentinelle“ von Hummel

    11.3. 1819 Sonate für Pianoforte und Cello

    26.12.1822 Quartett in g-moll für Pianoforte, Violine, Viola und Cello von Mozart

    30.1.1823 Großes Quintett für Pianoforte, Oboe, Clarinette, Horn und Fagott von Beethoven

    25.11.1824 Notturno von Hummel zu vier Händen mit Begleitung von zwei Waldhörnern


    Bei zahlreichen Prüfungskonzerten des Konservatoriums dürfte Anna Fröhlich die Klavierbegleitung der Gesangsnummern übernommen haben.

    Hervorzuheben ist der Auftritt als Klavierbegleiterin im Rahmen der ersten Aufführung von Schuberts „Erlkönig“ im Hause Sonnleithner am 1. Dezember 1820 gemeinsam mit dem Tenor August Ritter von Gymnich (Tenor).


    Als Sängerin

    Alle Angaben und Werkbezeichnungen nach Blaha 2002, Zeittafel S. 31-46. Anna Fröhlich dürfte wenig solistisch in Erscheinung getreten sein. Alle rund 50 nachweisbaren Auftritte erfolgten in den Jahren 1818-1824 als Mitwirkende in mehrstimmigen Gesängen und in der überwiegenden Mehrzahl gemeinsam mit ihrer Schwester Barbara Fröhlich. Die Veranstaltungen erfolgten im Rahmen der „Abend-Unterhaltungen“ und der Hauskonzerte bei Raphael Georg Kiesewetter. Unter den Namen der Komponisten tauchen Mozart und Rossini, aber auch Johann Nepomuk Hummel, Andreas Romberg, Valentino Fioravanti, Vincenzo Puccita, Josef Mayseder, Ferdinando Paër, Domenico Cimarosa, Giovanni Paisiello, Alexander Ernst Fesca u.a. auf.

    Quellen

    Auswahl


    A Schriftstücke von Anna Fröhlich


    [Albumblatt von Anna Fröhlich in] Zur Feyer des 100sten. Quartett-Abendes Herrn Josef Hellmesberger von seinen Verehrern. 1860 : [Gratulationskassette für Joseph Hellmesberger]. Österreichische Nationalbibliothek


    Briefe an die Schwestern und andere Zeitgenossen. Wienbibliothek Hs


    Gesellschaftsakte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien


    Tagebuch, vernichtet von Anna Fröhlich (Breuning, 20. Nov. 1884, S. 4)


    Vereinzelt lassen Augenzeugen bzw. Zeitgenossen, die mit ihr Gespräche über die Bekanntschaft mit Schubert oder Grillparzer führten, Anna Fröhlich in direkter Rede zu Wort kommen. Siehe: Breuning 1885, Ebner-Eschenbach 1915/16, Sauer 1924

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    B Quellen (chronologisch 1821-1964)


    Allgemeine Musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat 78. 29. September 1821. Sp. 620.


    Boeckh, Franz H. Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache.[…] Wien: B.Ph. Bauer, 1822.


    [Castelli, Ignaz Franz]. „Tagebuch aus Wien (Fortsetzung)“. In: Dresdner Abend-Zeitung Nr. 32, 6. Februar 1824. S. 128 und Dresdner Abend-Zeitung Nr. 33. 7. Februar 1824. Eintrag über Schwestern Fröhlich erfolgt nach Tagebuch-Mitteilung vom 23./24. November 1823.


    „Monatbericht der Gesellschaft der Musikfreunde des Oesterreichischen Kaiserstaates“. Wien: Haslinger 1829. V. S. 70.


    Conservatorium der Musikfreunde des österreichischen Kaiserstaates. In: Der Sammler 97, 14. August 1834. S. 389-390.


    Schilling, Gustav. Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexicon der Tonkunst. 3. Band. Stuttgart: Franz Heinrich Köhler 1836. S. 69.


    „Aus Wien“ [Bericht über Hauskonzerte bei Raphael Georg Kiesewetter]. In: Jahrbücher des Deutschen Nationalvereins für Musik und die Wissenschaft. 4. 1842. S. 311-312.


    Schilling, Gustav. Das musikalische Europa oder Sammlung von durchgehends authentischen Lebens-Nachrichten über jetzt in Europa lebende ausgezeichnete Tonkünstler, Musikgelehrte, Componisten, Virtuosen, Sänger etc. Speyer: Neidhard, 1842. S. 104-105.


    Bernsdorf, Eduard. Neues Universal-Lexikon der Tonkunst: für Künstler, Kunstfreunde und alle Gebildeten. Band 2. Dresden: Schaefer, 1857.


    Böcking, Wilhelm. „Musikalische Skizzen aus Alt-Wien“. In: Recensionen und Mittheilungen über Theater, Musik und bildende Kunst Nr. 24. 15. Juni 1862. S. 369-375.


    Pohl, Carl Ferdinand. Die Gesellschaft der Musikfreunde des Österreichischen Kaiserstaates und ihr Conservatorium. Wien: W. Braumüller, 1871.


    Wickenburg-Almasy, Wilhelmine. „Von Dreien die Letzte“. In: Neue Freie Presse. Morgenblatt Nr. 5593. 24. März 1880.


    Breuning, Gerhard von. „Aus Grillparzers Wohnung“. In: Neue Freie Presse Nr. 7266. 19. November 1884. S. 1-3 und Neue Freie Presse Nr. 7267. 20. November 1884. S. 1-4.


    Sauer, August. „Briefe von Katharina Fröhlich an ihre Schwestern“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 4. 1894. S. 83-118.


    Sauer, August. „Grillparzer und Katharina Fröhlich“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 5. 1895. 219-292.


    Najmájer, Marie von. „Bei den Schwestern Fröhlich“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 14. Jahrgang. 1904. S. 141-148.


    Lux, Joseph August. Grillparzers Liebesroman. Berlin: Bong, 1912.


    Ebner-Eschenbach Marie von. „Meine Erinnerungen an Grillparzer“. In: Marie von Ebner-Eschenbach: [Gesammelte Werke in drei Bänden. Bd. 3:] Erzählungen. Autobiographische Schriften. München 1956-1958. S. 886-917. Erstdruck: In: Westermanns deutsche Monatshefte. Bd. 119. Braunschweig: Westermann, 1915/16.


    Ebner-Eschenbach, Marie von. „Grillparzer und die Schwestern Fröhlich“. In: Der Lesezirkel. Bd. 4. 1916/17. S. 3-7.

    Sauer, August. „Zur Biographie der Schwestern Fröhlich“. In: Grillparzer-Studien. Oskar Katann (Hg.). Wien: Gerlach & Wiedling, 1924. S. 254–277.

    Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert. Sein Leben in Bildern. Zweite Auflage. Die Dokumente seines Lebens und Schaffens. Dritter Band. München: Georg Müller, 1913.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Erinnerungen seiner Freunde. Leipzig 1957. Unveränderter Nachdruck der Auflage. Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1983.


    Potschner, Peter, Die Wiederherstellung der Alterswohnung Grillparzers im Historischen Museum der Stadt Wien. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege. Nr. 16. Wien 1962. S. 15-29.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Dokumente seines Lebens gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch. Franz Schubert. Neue Ausgabe sämtlicher Werke. Serie VIII: Supplement. Band 5. Kassel: Bärenreiter, 1964.


    C Sekundärliteratur (chronologisch)


    Kier, Herfrid. Raphael Georg Kiesewetter (1883-1850). Wegbereiter des musikalischen Historismus. Regensburg: Bosse, 1968.


    Hilmar, Ernst. Schubert. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1989.


    Bodendorff, Werner. Franz Schuberts Frauenbild. Augsburg: Wißner, 1996.


    Clive, Peter. Schubert and His World. A Biographical Dictionary. Oxford: Clarendon Press, 1997. S. 50-54.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Lexikon. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1997.


    Waidelich, Till Gerrit. „´er soll’s Maul aufmachen´. Schubert im ´Tagebuch aus Wien´ der Dresdner Abend-Zeitung von Ignaz Franz Castelli“. In: Schubert durch die Brille. 18. 1997. S. 25-40.


    Badura-Skoda, Eva. Schubert und seine Freunde. Wien u.a.: Böhlau, 1999.


    Blaha, Johanna. Die Schwestern Fröhlich. Dissertation Universität Wien. 2002.


    Boisits, Barbara. „Fröhlich, Schwestern“. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Band 1. Wien: Verl. der Österr. Akademie der Wissenschaften, 2002. S. 498-499.


    Waidelich, Till Gerrit. „Fröhlich, Familie“. In: MGG Personenteil 7. Kassel: Bärenreiter, 2002. Sp. 189-190.


    Montgomery, David. Franz Schubert´s Music in Performance. Compositional Ideals, Notational Intent, Historical Realities, Pedagogical Foundations. (= Monographs in Musicology 11). Hillsdale, NY: Pendragon Press, 2003.


    Doppler, Else. „Fallbeispiel Spiegelgasse 21 (Wohn und Sterbehaus Franz Grillparzers)“. In: Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war. Ausstellungskatalog Wien Museum. Wolfgang Kos und Christian Rapp (Hg.). Wien: Czernin, 2004. S. 395-396.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Enzyklopädie. Band 1. Tutzing: Schneider, 2004.


    Hennenberg, Beate. Das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Beiträge zur musikalischen Bildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wien: Praesens, 2013.



    D Bilder


    Portraits

    [Thugut?] Heinrich. Portrait. Kreidezeichnung. Deutsch 1964, S. 296.


    Emanuel Peter. Portrait, 1830

    Bildarchiv, Österreichische Nationalbibliothek

    http://data.onb.ac.at/rec/baa14198149


    Gruppenbilder mit den Schwestern von l. nach r.:

    Betty, Katharina, Anna

    Nicht näher bestimmbarer Zeitungsausschnitt,

    http://www.bildarchivaustria.at/Bildarchiv//711/B7908813T7908818.jpg


    Katharina, Sophie Müller, Anna, Barbara, Josephine Fröhlich:

    Julius Schmid. Ein Schubert-Abend in einem Wiener Bürgerhause. Ölgemälde (entstanden 1897, anl. Schuberts 100. Geburtstag). Original: Wiener Schubertbund. Hilmar 1989, S. 193, Vorstudie (Kohlezeichnung) Hilmar 1989, S. 63.

    Forschung

    Der Name „Anna Fröhlich“ taucht meist in der Literatur zu Franz Schubert im Zusammenhang mit den von ihr initiierten Werken oder im Rahmen des Themenbereichs „Frauen um Schubert“ auf. Ebenso ist über Anna Fröhlich im Zusammenhang mit Literatur zur Geschichte der „Gesellschaft der Musikfreunde“ in Wien und über Franz Grillparzer zu lesen. Doch meist findet Anna Fröhlich nur Erwähnung im Zusammenhang mit der kollektiven Bedeutung der Schwestern Fröhlich in Wien. Eine der neuesten Forschungsarbeiten zum Konservatorium der Musikfreunde in Wien (vgl. Hennenberg 2013) wirft neues Licht auf Fröhlichs Unterrichtstätigkeit und die Umstände der Anstellung als Gesangslehrerin.

    Forschungsbedarf

    Das über die Rolle als Freundin Schuberts und Grillparzers hinausgehende Engagement als Pianistin, Sängerin, Klavier-Begleiterin, Klavierlehrerin und Vereinsmitglied in der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ist wenig untersucht. Die Gründe, warum Anna Fröhlichs Unterrichtsmethode als Gesangslehrerin kritisiert wurde, wären im Detail noch zu erforschen. Wenig Konkretes ist jedenfalls über die von Anna Fröhlich viele Jahre lang erfolgreich ausgeübte Methode zu erfahren. Aus den verfügbaren Quellen ist bislang nicht abzulesen, ob Anna Fröhlich in ihrem Unterricht zwischen dem Operngesang und dem Liedgesang differenzierte. Die eventuell auch damals nicht unproblematische Doppel-Lehrtätigkeit als Lehrerin im Konservatorium und als Privatlehrerin wäre ebenso eine Untersuchung wert. Die genaue Anzahl und der Werdegang der Schülerinnen, die von Anna Fröhlich privat und im Konservatorium ausgebildet wurden, sind noch unbekannt, ebenso wie Details über ihr Privatleben, das sie offensichtlich bemüht war möglichst geheim zu halten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 80419299
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 136000614

    Autor/innen

    Ingeborg Harer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 24.11.2015


    Empfohlene Zitierweise

    Ingeborg Harer, Artikel „Anna Fröhlich“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 24.11.2015.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Anna_Fröhlich