Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (100%)
  • Deutsch
  • Aloisia Lange

    von Melanie Unseld
    Maria Aloisia Lange als Zemire, Radierung von Johann Esaias Nilson (1784)
    Namen:
    Aloisia Lange
    Geburtsname: Maria Aloisia Louisa Antonia Weber
    Lebensdaten:
    geb. um in Zell im Wiesental, Deutschland
    gest. in Salzburg, Österreich

    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin (Sopran), Gesangspädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „Wohl dem Kompositeur, dessen Werke sie vorzutragen hat! er wird überschwenglich dabei gewinnen. […] Wer schöpft solche Töne aus seinem Herzen, wie sie? und wessen Töne bemeistern sich unserer Herzen so unwiderstehlich, wie die ihrigen? Welche Klarheit des Tons, welches schwebende Wachsen und Verlöschen, welche Schattirung, welche schmelzende Uebergänge durch die Molltöne, welche perlierten Triolen und Läufe, welche reine Triller, vom entstehenden Piano bis zum stärksten Forte und wieder zurück zum sterbenden Piano, welches Rezitativ voll Nachdruck, Wärme, Wahrheit, lebendiger Aesthetik.“ (Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag 1786, S. 40)


    Profil

    Aloisia Lange, geb. Weber, muss schon früh eine außergewöhnliche Stimme besessen haben. Sie war bereits 1778 als Hofsängerin in München (und damit Hauptverdienerin der sechsköpfigen Familie Weber), ein Jahr später in Wien. Sie stand dort in direkter Konkurrenz zu Catarina Cavalieri und hatte offenbar, mit ihr verglichen, den lyrischeren Sopran. Mozart, der sie bereits aus Mannheim kannte, schätze ihre Stimme außerordentlich, komponierte mehrfach für sie. Sie wiederum war eine der wichtigsten Interpretinnen seiner Werke (u.a. die Rolle der Constanze aus der „Entführung aus dem Serail“).

    Orte und Länder

    Aufgewachsen in Mannheim – und damit auch im Umfeld der Mannheimer Hofmusik – folgte sie zunächst dem pfälzischen Kurfürsten Carl Theodor nach dessen Umzug nach München, ging aber bereits ein Jahr später nach Wien, wo sie als Hofsängerin große Erfolge feierte. Diverse Querelen veranlassten sie ab 1784 zu mehreren ausgedehnten Konzertreisen, u.a. nach München und Berlin. Ab 1796 war sie in Hamburg engagiert, ging von dort nach Amsterdam, es folgte ein kurzes Engagement in Paris, dann Frankfurt am Main. Von dort floh sie vor den Kämpfen der Napoleonischen Kriege nach Zürich. Sie kehrte 1818/1819 nach Wien zurück und übersiedelte 1831 nach Salzburg, wo bereits zwei ihrer Schwestern, Constanze Nissen, verw. Mozart, und Sophie Haibl lebten.

    Biografie

    Zwischen 1759 und 1761 in Zell (Wiesental) geboren, zog sie mit ihrer Familie bereits 1763 (oder 1765) nach Mannheim. Dort lernte Wolfgang A. Mozart sie, die in Mannheim bereits als vielversprechende Sängerin galt, im Herbst 1777 kennen; er unterrichtete sie, musizierte mit ihr und verliebte sich in sie. Während Mozarts Mannheim-Aufenthalt machten beide eine Konzertreise nach Kirchheimbolanden (Jan./Febr. 1778), gemeinsame Italien-Pläne scheiterten am Veto Leopold Mozarts.

    Im September 1778 ging sie als Hofsängerin an den Münchner Hof und wurde damit Hauptverdienerin der Familie. Die Werbung Mozarts um ihre Hand schlug sie im Dezember 1778 aus und ging bereits im September 1779 als Hofsängerin nach Wien (deutsches Fach, ab 1787 italienisches Fach). Im Oktober 1780 heiratete sie den verwitweten Hofschauspieler Joseph Lange, bereits am 31. Mai 1781 wurde das erste Kind, Maria Anna Sabina, genannt Nanette, geboren. Diese wurde später ebenfalls Schauspielerin und Sängerin.

    Am 23. September 1782 kam das zweite Kind zur Welt, Philippina Anna Thekla (gest. 19. Januar 1785). Aloisia Lange erkrankt im Wochenbett schwer und erbat einen sechsmonatigen Diensturlaub. Zwischen Januar und März 1783 sind mehrere Auftritte mit Wolfgang A. Mozart dokumentiert. Im September 1783 folgte die Geburt des dritten Kindes, August (gest. 23. Mai 1784). 1784 ging sie zusammen mit ihrem Mann auf Konzertreise (Dresden, Hamburg, Berlin, München). Im Sommer 1785 kam das vierte Kind zur Welt, Franz (gest. 13. Januar 1786).

    1786 stand sie in der von Joseph II. in Auftrag gegebenen Produktion von „Der Schauspieldirektor“ (Musik: Wolfgang A. Mozart) als Madame Herz in Schönbrunn auf der Bühne. Am 2. Dezember 1786 folgte die Geburt des fünften Kindes, Rosina.

    Im August 1788 wurde sie als Hofsängerin entlassen, wenige Tage danach kam ihr sechstes Kind zur Welt: am 2. September 1788 (Karl Jakob, später Schauspieler und Feldkriegskanzlist). Im Sommer des folgenden Jahres unternahm sie wiederum eine größere Konzertreise, im September kam ihr siebtes Kind zur Welt, das offenbar bald nach der Geburt starb.

    1790 wurde Aloisia Lange an die italienische Oper in Wien reengagiert. Die Konzertreise mit ihrer Schwester Constanze (1795-96) nutzte sie, aus den schwierigen Wiener Verhältnissen (zerrüttete Ehe, Schulden und Liebschaften des Ehemannes) auszubrechen; sie kehrte vorläufig nicht wieder nach Wien zurück. Zwischen 1796 und 1801 hatte sie Engagements in Hamburg. Amsterdam und Paris. 1801 folgte sie einem Angebot nach Frankfurt/Main, wo sie auch zu unterrichten begann. Die Napoleonischen Kriege vertrieben sie aus Frankfurt, sie flüchtete 1813 Hals über Kopf nach Zürich, wo sie fünf Jahre lang als Pädagogin und Sängerin wirkte. Erst 1818/19 (genaues Datum unbekannt) kehrte sie nach Wien zurück.

    Nach dem Tod ihres Ehemannes (1831) geriet sie in finanzielle Schwierigkeiten, bei denen ihr ihre Schwester Constanze mehrfach aushalf. Es waren wohl auch finanzielle Gründe, die ihren Umzug nach Salzburg, wo Constanze Nissen, verw. Mozart lebte, notwendig machten. Am 8. Juni 1839 starb Aloisia Lange in Salzburg.

    mehr zu Biografie weniger zu Biografie

    Zwischen 1759 und 1761 in Zell (Wiesental) geboren, zog die Familie Weber 1763 (oder 1765) nach Mannheim. Dort begegnete die bereits gut ausgebildete Aloisia Weber im Herbst 1777 Wolfgang Amadeus Mozart, der sie unterrichtete, mit ihr musizierte und sich in sie verliebte. Zu Beginn des Jahres 1778 unternahmen sie von Mannheim aus eine kurze Konzertreise nach Kirchheimbolanden, gemeinsame Italien-Pläne scheitern jedoch am Veto von Vater Leopold Mozart. Noch vor seiner Abreise aus Mannheim komponierte Mozart für sie Rezitativ und Arie „Alcandro, lo confesso“ – „Non so, d’onde viene“ KV 294. Im September 1778 ging sie als Hofsängerin an den Münchner Hof und wurde damit die Hauptverdienerin der Familie, da Vater Weber als Kopist nur äußerst wenig verdiente. Mozart befand sich im Dezember 1778 auf der Rückreise von Paris nach Salzburg und machte Station in München, um um ihre Hand anzuhalten. Sie schlug jedoch aus (1782 heiratete Mozart Aloisia Webers jüngere Schwester Constanze) und nahm bereits im September 1779 ein Engagement als Hofsängerin (deutsches Fach, ab 1787 italienisches Fach) in Wien an. Im Oktober 1780 heiratete sie den Hofschauspieler Joseph Lange, bereits am 31. Mai 1781 kam das erste Kind (Maria Anna Sabina, genannt Nanette, später selbst Schauspielerin und Sängerin) zur Welt. Es folgten fast jährlich sechs weitere Schwangerschaften, die Aloisia Lange jedes Mal in akute Lebensgefahr brachten. Wie schwer die häufigen und offenbar sehr schwierigen Geburten mit ihrem Beruf der Sängerin zu vereinbaren waren, zeigt der Gnadenakt Kaiser Josephs II., der ihr nach der Geburt ihrer zweiten Tochter und einem äußert schwierigen Wochenbett einen sechsmonatigen Urlaub gestattet. Ansonsten hatte sie bis kurz vor der Geburt und bald danach wieder auf der Bühne zu stehen. (vgl. Michtner, 1970)

    Da die schwierigen Schwangerschaften und Geburten, die Aloisia Lange zwischen 1781 und 1789 erlebte, maßgeblich auch in ihre berufliche Tätigkeit eingewirkt haben, seien sie an dieser Stelle ausführlich dokumentiert:

    · 31. Mai 1781: Geburt der Tochter Maria Anna Sabina, genannt Nanette (später Schauspielerin, Sängerin)

    · 23. September 1782: Geburt des zweiten Kindes, Philippina Anna Thekla (gest. 19. Januar 1785)

    · September 1783: Geburt des dritten Kindes, August (gest. 23. Mai 1784)

    · Sommer 1785: Geburt des vierten Kindes, Franz (gest. 13. Januar 1786)

    · 2. Dezember 1786: Geburt des fünften Kindes, Rosina (heiratete um 1831 einen Bezirksarzt)

    · 2. September 1788: Geburt des sechsten Kindes, Karl Jakob (Schauspieler, später Feldkriegskanzlist)

    · September 1789: Geburt des siebten Kindes (Name und Sterbedatum unbekannt)

    Warum Aloisia Lange als Primadonna beim Kaiser in Ungnade fiel, ist (bislang) nicht zweifelsfrei zu klären – man gewährte ihr jedoch ab 1784 immer häufiger Urlaub für Konzertreisen, ein Zeichen dafür, dass man ihre Anwesenheit in Wien nicht für unabdingbar hielt. Zugleich versuchte Joseph II. mehrfach, sie gänzlich zu entlassen, freilich ohne dabei ihren Mann, den von ihm hochgeschätzten Schauspieler Lange, zu verlieren. In der Korrespondenz des Kaisers mit seinem Intendanten jedenfalls ist mehrfach davon die Rede: „Was den Schauspieler Lang betrifft, glaube ich, daß man ihm 400 fl. mehr anbieten sollte, dagegen aber seine Frau zu Michaeli entlassen…“ (Joseph II. an Graf Rosenberg, 18. Dezember 1783, zit. nach Payer von Thurn 1920, S. 37). Gleichwohl waren in der Presse anders lautende Meinungen zu lesen. Noch 1796 (Aloisia Lange war bereits auf jener ausgedehnten Konzertreise nach Prag, Leipzig, Berlin u.a., die sie zusammen mit ihrer Schwester Constanze Mozart unternahm und von der sie nicht mehr nach Wien zurückkehren sollte) hieß es über sie etwa im „Jahrbuch der Tonkunst in Wien und Prag“: „Wehe dem guten Rufe unsers Geschmacks und unserer Kenntniß, daß diese große virtuosinn als Dilettantinn [also ohne Festanstellung] unter uns wohnt! Wehe ihm, wenn sie am Ende gezwungen ist, sich ein Stücken Brod im Auslande zu suchen. […] Wien durchforscht ganz Italien nach Sängerinnen, und hält eine Langin müssig in seinen Mauern! Wohl dem Kompositor, dessen Werke sie vorzutragen hat! er wird überschwenglich dabei gewinnen.“ (Jahrbuch der Tonkunst in Wien und Prag, 1796, S. 40)

    1784 ging sie auf eine höchst erfolgreiche Konzertreise (Dresden, Hamburg, Berlin, München). 1786 trat sie als Madame Herz in Mozarts „Schauspieldirektor“ auf, 1788 in der Rolle der Donna Anna in der Wiener Erstaufführung von Mozarts „Don Giovanni“. Im August desselben Jahres wurde sie aus dem Hofdienst entlassen, wenige Tage vor der Geburt ihres sechsten Kindes. Im Sommer 1789 folgte eine weitere Konzertreise, die sie wiederum hochschwanger absolvierte.

    1790 wurde sie an die italienische Oper in Wien wieder angestellt. Private und berufliche Schwierigkeiten hielt sie allerdings nicht lange in Wien. 1795-1796 ging sie zusammen mit ihrer Schwester Constanze Mozart auf Konzertreise, von der sie vorläufig nicht mehr nach Wien zurückkehrte. 1796-1801 war sie an den Opernbühnen in Hamburg, Amsterdam und Paris engagiert, 1801-1808 folgte ein Engagement in Frankfurt a. M. In diese Zeit fällt auch der Beginn ihrer Unterrichtstätigkeit, die sie dann während ihres Zürich-Aufenthalts 1813-1818/19 intensivierte. Um 1818/19 kehrte sie nach Wien zurück, lebte dort allerdings von ihrem Mann getrennt. Dieser sei während ihrer Abwesenheit von Wien „eine außereheliche Verbindung eingegangen“ und habe sie „bis zu seinem Tode fortgesetzt, aus welcher noch drey Kinder am Leben sind. Dieses Verhältniß allein zwang sie von ihrem Gatten abgesondert, nie aber förmlich geschieden, zu leben, wozu sie von ihm bis zum letzten September 1831 einen freiwilligen Unterhaltsbetrag von jährlich 600 f. WW erhielt.“ (zit. nach Strebel 2001, S. 81)

    Nach dem Tod Joseph Langes (1831) geriet Aloisia Lange in finanzielle Schwierigkeiten, ihre Schwester Constanze Nissen, verw. Mozart, half ihr mehrfach mit größeren und kleineren Geldbeträgen aus. Der Umzug nach Salzburg dürfte aus finanziellen Gründen erfolgt sein. Am 8. Juni 1839 starb sie verarmt in Salzburg.

    Würdigung

    Dass Wolfgang A. Mozart für sie die Rolle der „Madame Herz“ schrieb, ist in doppeltem Sinne bezeichnend. Einerseits war sie seine erste große Liebe, andererseits hatte sie offenbar einen ausgesprochen lyrischen, „seelenvollen“ Sopran. Dabei war ihre Stimme äußerst flexibel und leicht, brilliant in der Höhe. (Die Stimmcharakteristik basiert auf der Analyse jener Kompositionen, die Mozart für Aloisia Lange komponierte. Diese Methode, sich die Stimme einer Sängerin des 18. Jahrhunderts heute zu vergegenwärtigen, basiert auf der damals gängigen Kompositionspraxis, gerade die Opernpartien – oder einzelne Einlagearien – für die individuelle Stimme des Interpreten/der Interpretin zu komponieren. Mozart bemerkte in diesem Zusammenhang: „[…] ich liebe daß die aria einem sänger so accurat angemessen sey, wie ein gutgemachts kleid“, vgl. Mozart-Briefe, Bd. 2, S. 304, vgl. dazu auch Lewy Gidwitz 1991 u.a.).

    Aloisia Lange machte sich (zusammen mit ihrer Schwester Constanze) nach Mozarts Tod besonders um dessen Werke verdient, galt lange als Idealbesetzung der Constanze („Entführung aus dem Serail“). Als Pädagogin wirkte sie auf die Sängergeneration der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein.

    Rezeption

    Aloisia Lange gehörte zu den großen Sängerinnen ihrer Zeit. Obgleich in Wien nicht unumstritten, feierte sie gerade auf ihren Reisen ungeheure Erfolge. Sie galt zeitlebens als eine der wichtigsten Mozart-Interpretinnen. Dass sie für die Nachwelt vor allem „Mozarts erste große Liebe“ und „Mozarts Schwägerin“ blieb, verkürzt den Blickwinkel auf ihre Sängerinnenkarriere.

    mehr zu Rezeption weniger zu Rezeption

    Aus der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ über einen Auftritt der Aloisia Lange am Deutschen Theater in Amsterdam: „Sie trat als Konstanze in Mozarts ‚Entführung’ auf, in dieser Rolle worin sie gewiß einzig ist. Ihr Vortrag der Arien: ‚Ach, ich liebte usw., und: Martern aller Arten’ u.s.w., wo die Schauspielerinn hinter der Sängerinn und dem Komponisten nie zurückbleibt, riß in einem Grade und so allgemein hin, daß wir hier nie etwas Vorzüglicheres gesehen und gehört hatten.“ (AMZ 1/38, 19. Juni 1799, Sp. 605)

    In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts scheint ihre Stimme an Kraft verloren zu haben, außerdem werden immer wieder auch Intonationsschwächen erwähnt. Gleichwohl blieb sie als Interpretin (v.a. als Mozart-Interpretin) unangefochten, eine Position, die ihren Einfluss als Pädagogin (v.a. während ihrer Züricher und Wiener Zeit) stärkte. Zu ihren Schülerinnen und Schülern gehörte Karoline Unger („wie sollte ich aber auch nicht erfüllt sein von wahrer Musik? Mozarts Schwägerin, Madame Lange war meine Singmeisterin“, zit. nach Hummel 1956, S. 288).

    Aloisia Lange blieb für die Mozart-Forschung ein wichtiger Fixpunkt aufgrund der für sie komponierten Werke.

    Repertoire

    Das Repertoire von Aloisia Lange ist (bislang) nur unvollständig bekannt, wobei auch hier – wie in der Rezeption – v.a. der Schwerpunkt auf Mozart am besten dokumentiert ist.

    In Wien war Aloisia Lange zunächst für das deutsche Fach engagiert, nach der Schließung des Deutschen Nationalsingspiels sang sie (ab 1787) im italienischen Fach.

    mehr zu Repertoire weniger zu Repertoire

    Konzert- und Einlagearien, die Wolfgang A. Mozart für Aloisia Lange komponierte:

    · „Alcandro, lo confesso“– „Non so, d’onde viene“ KV 294

    · „Popoli di Tessaglia“– „Io non chiedo, eterni Dei“ KV 316

    · „Nehmt meinen Dank“ KV 383

    · „Mia speranza adorata“– „Ah, non sai, qual pena“ KV 416

    · „Vorrei spiegarvi, oh Dio!“ – „Ah, conte, partite“ KV 418 (= Einlagearie für Pasquale Anfossis Oper „Il curioso indiscreto“)

    · „No, no, che non sei capace“ KV 419

    · „Ah se in ciel, benigne stelle“ KV 538


    Mozart-Rollen, die Aloisia Lange gesungen hat:

    „Entführung aus dem Serail“ (Constanze)

    „Der Schauspieldirektor“ (Madame Herz)

    „Don Giovanni“ (Wiener Fassung, Donna Anna)

    “La clemenza di Tito” (Sesto)


    Zum Repertoire von Aloisia Lange vgl. weiterhin Michtner 1970 und Hadamowsky 1966/1975.

    Die Konzerttätigkeit Aloisia Langes während ihrer Zeit in Zürich ist bei Strebel (2001) dokumentiert.

    Quellen

    Anm. zur Bibliographie: Wie bei allen Musikerinnen, die mit Wolfgang A. Mozart in Kontakt kamen, finden sich auch über Aloisia Lange Hinweise und div. mehr oder weniger aussagekräftige Informationen in der Mozart-Literatur. Da diese zu umfangreich ist, hier dokumentiert zu werden, sei lediglich auf diesen Umstand verwiesen, verbunden mit dem Hinweis, ggf. dort nachzuschlagen.


    Angermüller, Rudolph. „Mozarts Arien für Aloisia Weber/Lange“. In: Mozart. Le Arie da Concerto. Kongreß-Bericht Rovereto 1998. Rudolph Angermüller, Giacomo Fornari (Hg.). Bad Honnef: Bock 2001. S. 41-49.

    Angermüller, Rudolph. „Der Sperrsrelation der Schwägerin Mozarts, Aloisia Lange, geb. Weber“. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum. Vol. 35/1-4 (Juli 1987). S. 118-126.

    Barak, Helmut. „Buff, Herz und Vogelsang. Die Theaterfamilien Stephanie, Lange und Adamberger im Wien Mozarts“. In: Wege zu Mozart. W. A. Mozart in Wien und Prag. Die großen Opern. Herbert Zeman (Hg.). Wien: Hölder-Pichler-Tempsky 1993. S. 92-109.

    Belmonte, Carola. Die Frauen im Leben Mozarts. Augsburg/Berlin: Reichel 1905.

    Blümmel, Emil Karl. Aus Mozarts Freundes- und Familienkreis. Wien: Strache 1923.

    Büning, Eleonore. „Die Schöne, die Schlampe, die Faule, das Dummchen. Aloysia, Constanze, Josepha, Sophie - Mozarts ‚Weberische’“. In: Deutsche Schwestern. Katharina Raabe (Hg.). Berlin: Rowohlt 1997. S. 125-151.

    Clive, Peter. Mozart and his Circle. A Biographical Dictionary. London: J. M. Dent 1993.

    Corneilson, Paul Edward. „Vogler’s method of singing“. In: The Journal of Musicology Vol. 16, Nr. 1 Winter 1998. S. 91-109.

    Dittrich, Marie Agnes. „Dichterleid und Damenzank. Zu Salieris ‚Prima la musica e poi le parole’ und Mozarts ‚Schauspieldirektor’. In: Zeit in der Musik – Musik in der Zeit. Hg. von Diether de LaMotte. Frankfurt am Main/Berlin u.a.: Peter Lang 1997. S. 90-104.

    Dorenfeld, Joanne Williamson. Ornamentation in Mozart’s concert arias for Aloysia Weber: the traditions of singing and embellishment, Diss. University of British Columbia 1976.

    Eibl, Josef Heinz. „Wer hat das Engagement Aloisia Webers an die Wiener Oper vermittelt?“. In: Mozart-Jahrbuch 1962-63. S. 111-114.

    Feldman, Martha. „Staging the virtuoso: Ritornello procedure in Mozart, from aria to concerto“. In: Mozart’s Piano Concertos: Text, context, interpretation. Zaslaw, Neal (Hg.). Ann Arbor: Univ. of Michigan Press 1996. S. 149-186.

    Gärtner, Heinz. „Folget der Heißgeliebten“. Frauen um Mozart. München: Langen Müller 1990.

    Hadamowsky, Franz. Die Wiener Hoftheater (Staatstheater) 1776-1966. 2 Bde. Wien: Prachner 1966 und 1975.

    Hummel, Walter. W. A. Mozarts Söhne. Kassel, Basel: Bärenreiter 1956.

    Johann Ferdinand von Schönfeld. Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag. Wien 1786. S. 40.

    Lange, Joseph. Biographie des Joseph Lange, k.k. Hofschauspielers. Wien: Anton Strauß 1808.

    Lewy Gidwitz, Patricia. „’Ich bin die erste Sängerin’: Vocal profiles of two Mozart sopranos“. In: Early Music. Vol. 19, Nr. 4 November 1991. S. 565-574.

    Mahling, Christoph-Hellmut. „’neu und ganz besonder und erstaunlich schwer…’: Bemerkungen zu der Arie der Giunia (Nr. 11) aus Lucio Silla KV 135 sowie zu den Arien KV 294 und KV 316“. In: Traditionen – Neuansätze: Für Anna Amalie Abert (1906-1996). Klaus Hortschansky. Tutzing: Schneider 1997. S. 399-409.

    Mauthe, Ursula. „Briefe der ‚Weberin’ entdeckt“. In: Acta mozartiana. Vol. 29/4 (1982). S. 76-81.

    Mauthe, Ursula. Mozarts “Weberin”. Aloysia Weber, verehelichte Lange, Augsburg: Dt. Mozart-Ges. 1980.

    Michtner, Otto. Das alte Burgtheater als Opernbühne von der Einführung des deutschen Singspiels (1778) bis zum Tod Kaiser Leopolds II. (1792). Wien: Österreichische Akademie der Wissenschaften 1970.

    Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe, gesammelt und erläutert von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch, 7 Bde., Kassel u. a. 1962.

    Mozart. Neue Ausgabe sämtlicher Werke, 20 Bde. Kassel u. a. 1955 ff.

    Payer von Thurn, Rudolf. Joseph II. als Theaterdirektor. Ungedruckte Briefe und Aktenstücke aus den Kindertagen des Burgtheaters. Wien/Leipzig: Heidrich 1920.

    Sandor, Peter. „Mozart’s favorite ladies“. In: Opera/Canada Vol. 24/2 (Juni 1983). S. 15-17, 44.

    Schönfeld, Johann Ferdinand von. Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag. Wien 1796, Nachdr.: München: Katzbichler, 1976. Otto Biba (Hg.).

    Schuler, Heinz. „Der Verlassenschaftsabhandlungsakt nach Johann Joseph Lange“. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum. Vol. 25/1-2 (Februar 1977). S. 8-11.

    Schuler, Heinz. „Miszellen zu Aloysia Lange geborene Weber. In: Acta mozartiana. Vol. 28/2 (1981). S. 32-35.

    Strebel, Harald. „Neue Quellenfunde zu den Zürcher Aufenthalten von Wolfgang Amadé Mozarts Schwägerin Aloisia Lange, geb. Weber, und Franz Xaver (Wolfgang) Mozart“. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum. Vol. 50. Nr. 1-2, Juni 2002. S. 75-113.

    Strebel, Harald. Mozarts Schwägerin Aloysia Lange und ihre Zürcher Aufenthalte von 1813 bis 1819. Zürich 2001.

    Unger, Anette, Wosch, Thomas. “…das Erste Presste mir thränen des schmerzens aus“. In: Berliner Beiträge zur Musikwissenschaft: Beihefte zur Neuen Berlinischen Musikzeitung. Vol. 9. Nr. 1 1994. S. 24-39.

    Unseld, Melanie. Mozarts Frauen. Begegnungen in Musik und Liebe. Reinbek: Rowohlt 2005.

    Vögele, Wolfgang. „Wo stand das Mannheimer Weber-Haus? Ein Beitrag zur Mozartforschung“. In: Acta mozartiana Vol. 30/2 (1983). S. 25-30.

    Wagner, Dorothea. „Erwiderung auf Annett Unger und Thomas Wosch: „das Erste Presste mir thränen des schmerzens aus“, in: Berliner Beiträge zur Musikwissenschaft: Beihefte zur Neuen Berlinischen Musikzeitung Vol. 50, Nr. 1 1995. S. 51-54.

    Werner, Richard Maria (Hg.). Aus dem Josephinischen Wien. Geblers und Nicolais Briefwechsel während der Jahre 1771-1786. Berlin: Hertz 1888.


    Aktuelle Lexikon-Artikel:

    „Weber, Aloysia“. In: Karl Josef Kutsch und Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. 3. erw. Aufl. Bern/München: K. G. Saur 1999. Bd. 5. S. 3668-3670.

    „Weber, (Maria) Aloysia (Louise Antonia)“. In: New Grove Dictionary of Music and Musicians. Hg. von Stanley Sadie, 2. Aufl. London: Macmillian Publishers 2001. Bd. 27. S. 133-135. [Patricia Lewy Gidwitz]

    „Lange, (Maria) Aloisia, Aloysia, Louise“. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. 2. Aufl. Hg. von Ludwig Finscher, Personenteil, Bd. 10. Sp. 1161-1162. [Christiane Schumann]


    Links:

    www.mozarteum.at



    Forschung

    Es gibt kein Forschungsstelle, die gebündelt Quellenmaterial zu Aloisia Lange archiviert. Ein Nachlass der Musikerin ist nicht überliefert.

    Forschungsbedarf

    Als „berühmte Schwägerin des berühmten Mozart“ sind Leben und Wirken der Aloisia Lange vergleichsweise gut erforscht. Gleichwohl ist vor allem für ihr Repertoire jenseits von Mozart noch großer Forschungsbedarf anzumerken, auch um die Breite ihres Repertoires zu vergegenwärtigen.

    Interessant wären darüber hinaus Dokumentationen ihrer zahlreichen Konzertreisen.

    Institutionsgeschichtlich kann sie als Schlüsselfigur der Wiener Bühnen der 1780er und 1790er Jahre gelten – eine Position, die es ermöglichen könnte, anhand ihrer Person und Funktion die dortige Situation genauer zu fassen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 73435135
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 122638212
    Library of Congress (LCCN): no95016424
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Melanie Unseld


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 07.03.2006


    Empfohlene Zitierweise

    Melanie Unseld, Artikel „Aloisia Lange“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 7.3.2006.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Aloisia_Lange