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  • Alma Moodie

    von Birgit Saak
    Alma Moodie mit Rainer Maria Rilke und dem Musikmäzenen Werner Reinhart, Chateau de Muzot (1923)
    Namen:
    Alma Moodie
    Ehename: Alma Moodie-Spengler
    Lebensdaten:
    geb. in Mount Morgan, Australien
    gest. in Frankfurt a. M., Deutschland

    Gelegentlich findet sich das Gedurtdatum 1900 (vgl. Hartnack 1967, S. 304). Dies lässt sich vermutlich – wie bei vielen anderen Musikern, deren Karrieren im Kindesalter begannen – darauf zurückführen, dass das Alter medien- und publikumswirksam nach unten „korrigiert“ wurde.
    Tätigkeitsfelder:
    Violinvirtuosin, Professorin für Violine am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main
    Charakterisierender Satz:

    „Bestimmt bin ich ehrgeizig, außerordentlich so, so sehr daß es mein Wunsch ist, Spuren zu hinterlassen, ehe ich sterbe, und die werden für mich [sein], einige gute Werke eingeführt zu haben und sie durchzusetzen.“

    (Carl F. Flesch 1990, S. 157)


    Profil

    Alma Moodie gilt als Wegbereiterin für moderne Violinkompositionen im 20. Jahrhundert: Eduard Erdmann, Paul Hindemith, Ernst Křenek, Gerhard Münch, Hans Pfitzner und Max Reger widmeten ihr Werke, und sie spielte zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Violinkompositionen, z.B. Violinkonzerte von Kurt Atterberg (1919), Georg Göhler (1925/1926) und Rudolf Moser-Rüfenacht (1926).

    1937 erhielt sie am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main eine Professur für die Meisterklasse Violine, die sie bis zu ihrem Tode im März 1943 innehatte.

    Orte und Länder

    Alma Moodie wurde in Australien geboren, wo auch ihre musikalische Laufbahn begann. 1907 reiste sie mit ihrer Mutter nach Belgien, um dort am Conservatoire Royale de Musique Brüssel zu studieren. 1914 nahm sie Kontakt zu Carl Flesch in Berlin auf; bei ihm setzte sie nach Ende des Ersten Weltkrieges ihre Ausbildung fort. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Deutschland (Berlin, Köln, Baden-Baden, Frankfurt am Main); ihre Konzerttätigkeit führte sie außerhalb Deutschlands vor allem in die Schweiz (Winterthur) und nach London.

    Biografie

    Alma Moodie wurde am 12. September 1898 in Mount Morgan im australischen Queensland geboren (Dreyfus 2000, S. 237). Da ihr Vater, gebürtiger Schotte und von Beruf Eisenwarenhändler, 1899 an Tuberkulose starb, wuchs sie als Halbwaise auf. Ihre Mutter Susan (geborene McClafferty), die aus einer irischen Einwandererfamilie stammte, verdiente ihren Lebensunterhalt als Klavierlehrerin. Sie erkannte früh die musikalische Begabung ihrer Tochter, und Alma erhielt, vermutlich ab 1904, Unterricht bei dem böhmischen Geiger Ludwig D’Hage. Dieser hatte am Wiener Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde studiert und ließ sich im Anschluss an eine Konzertreise nach Sydney in Australien nieder. Der erste, nachweisbare, öffentliche Auftritt Alma Moodies lässt sich auf den 13. Oktober 1904 datieren: Sie spielte Felix Renards Berceuse und Johann Friedrich Daubes Canzonetta (Ebd., S. 239).


    1905 bestand Moodie die Aufnahmeprüfung an der School of Arts in Mount Morgan, doch 1907 wurde von den Lehrenden entschieden, ihr eine Ausbildung am Conservatoire Royale de Musique Brüssel in der Klasse von César Thomson und Oskar Back zu ermöglichen. Sie erreichte Belgien in Begleitung ihrer Mutter Ende September und wurde am 12. November 1907 als jüngste Studentin in die Violinklasse aufgenommen. Ende Juni 1910 erhielt sie zu ihrem Abschluss die höchste Auszeichnung ›avec la plus grande distinction‹. Wie Alma Moodies Leben nach dem Studienabschluss aussah, lässt sich aus heutiger Sicht schwer rekonstruieren. Kay Dreyfus schreibt in ihrem Portrait der Künstlerin: „Alma scheint danach ihre Studien in Brüssel fortgesetzt und ab Oktober 1910 bei Cazantzi Kurse besucht zu haben, und, wie man annimmt, auch ihr Geigenstudium bei Oscar Back und César Thomson wieder aufgenommen zu haben.“ (Ebd., S. 244). In einem anderen Absatz heißt es: „Nach ihrem Studienabschluß beginnt Alma ihr eigenes Geld zu verdienen, vermutlich durch Unterricht, vielleicht auch durch Konzertauftritte.“ (Ebd. S. 245).

    Für das Jahr 1911 führt Dreyfus drei Konzerte an: im März in Brüssel, 22. Mai in London und 7. November in Berlin. In Brüssel und Berlin scheinen Werke für Violine solo auf dem Programm gestanden zu haben, während sie in London Tschaikowskys Violinkonzert interpretierte (vgl. ebd., S. 247).


    Im Herbst 1912 lernte Alma Moodie Max Reger kennen. Seine Frau Elsa beschreibt die Episode in ihren Erinnerungen folgendermaßen: „Im Herbst 1912 kam zu Freund Eisenberg nach München eine kleine Geigerin mit ihrer Mutter, und als sie ihm vorgespielt hatte, war er nur von dem Wunsch beseelt, daß Reger dies Kind höre. Er setzte also Mutter und Kind auf Regers Fährte, da er ihn mit seinem Orchester auf der Reise wußte. Endlich ward Reger auch angetroffen, und nachdem er das Kind gehört hatte, dirigierte er sie nach Meiningen. Mutter und Kind waren nun oft bei uns, Reger studierte fleißig mit der Kleinen, und bald spielte die kleine Alma Moodie das Brahms-Konzert.“ (Reger 1930, S. 116f.). Von da an entwickelte sich Max Reger als Förderer Moodies, schrieb Empfehlungen und widmete ihr seine Komposition Präludium und Fuge, op.131a, Nr.4; er stellte auch den Kontakt zu ihrem späteren Lehrer Carl Flesch her. Die Zusammenarbeit mit Reger wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen: „In all diese schönen Zukunftspläne hinein flog die Kunde vom Mord in Sarajewo und legte sich wie eine schwere, dunkle Wolke auf die ernst denkenden Gemüter. […] Moodies weilten die ersten Kriegsmonate noch in Meiningen. […] Da aber Frau Moodie kein deutsches Wort sprechen konnte, so begegnete man ihr doch bald mißtrauisch, und sie schieden von Meiningen. Nach manchen Umwegen wandten sie sich nach Brüssel, wo Alma studiert hatte, und blieben dort während der langen Kriegszeit.“ (Ebd., S. 132)

    Ein tiefer Einschnitt in Alma Moodies Leben war der Tod ihrer Mutter, die im Frühjahr 1918 in Brüssel an Tuberkulose oder Grippe starb, so dass Alma nach dem Krieg allein nach Deutschland zurückkehrte. Fürst Christian Ernst zu Stolberg nahm sich ihrer an: Sie durfte bei ihm im Schloss Wernigerode/Harz wohnen. Laut Ernst Křenek, der einige Zeit (1924/1925) eine Liebesaffäre mit Alma Moodie hatte, nutzte der Fürst die Abhängigkeitssituation Moodies aus; so heißt es in Křeneks Autobiografie: „Jedenfalls fand dieser Graf oder Fürst Interesse an ihr und finanzierte ihre musikalische Ausbildung, verlangte jedoch das Opfer ihrer Jungfräulichkeit auf dem Altar seiner brennenden Leidenschaft.“ (Křenek 1998, S. 667)


    Der Unterricht bei Carl Flesch begann im Januar 1919 in Berlin, an ihr erfolgreiches Debüt in Berlin am 6. November desselben Jahres schlossen sich zahlreiche Konzerte in ganz Deutschland an.

    „Unter den Schülern meiner Klasse war mir Alma Moodie am liebsten. Australisch-irischen Ursprungs, hatte sie als Kind in Brüssel den Unterricht von Thomson und Back genossen. 1914 schickte Max Reger sie zu mir; doch es kam nicht zum Unterricht, denn sie verließ kurz darauf Deutschland. Bei Kriegsende war sie geigerisch arg heruntergekommen, jedoch ohne daß ihre Begabung wesentlich darunter gelitten hätte. Nun begann sie in intensiver Weise mit mir zu arbeiten, um zwei Jahre später mit aufsehenerregendem Erfolg zu debütieren.“ (Flesch 1960, S. 172)

    1920 lernte sie ihren langjährigen Kammermusikpartner, den Pianisten und Komponisten Eduard Erdmann kennen, mit dem sie (abgesehen von einer fünfjährigen Unterbrechung) bis zu ihrem Tode gemeinsam konzertierte.


    Über den Musikmäzenen Werner Reinhart machte Alma Moodie die Bekanntschaft des Dichters Rainer Maria Rilke. Im Frühjahr 1923 besuchte sie ihn in der französischen Schweiz. Der Kultur- und Literaturwissenschaftler Rüdiger Görner schreibt, dass Rilke von diesem Treffen zu Gedichten inspiriert wurde: „Mit den Namen Magda von Hattingberg und Wanda Landowska ist auch gesagt, daß es immer wieder die Beziehung zu einzelnen Interpretinnen gewesen war, die Rilke Zugänge zur Musik am unmittelbarsten, eindringlichsten und sinnfälligsten erschließen konnte. Das traf in besonderem Maße auch für die nachmals berühmte Geigerin Alma Moodie zu, die ihn im Frühjahr 1923 in seinem Chateau de Muzot im Kanton Wallis aufsuchte und ihm Bach vorspielte. Dieses intime Kunsterlebnis dürfte bei der Entstehung der späten wichtigen Gedichte zum Thema Musik (neben „Gong“ vor allem zwei mit „Musik“ betitelte Gedichte: „Wüßte ich für wen ich spiele, ach! / immer könnt ich rauschen wie der Bach“, KA 2, 375) eine katalytische Wirkung gehabt haben. (vgl. Görner 2004, S. 135f.)

    Im Dezember 1927 heiratete sie den Anwalt Alexander Spengler; die Kinder Georg und Barbara kamen 1928 und 1932 zur Welt. Alma Moodies Konzerttätigkeit scheint in dieser Zeit stark eingeschränkt gewesen zu sein, erst ab 1934 finden sich wieder Belege für häufigere Auftritte.


    Mehr und mehr gewann jedoch die Unterrichtstätigkeit an Bedeutung. Wie aus einem Brief an ihren Begleiter Eduard Erdmann vom 7. August 1930 hervorgeht, schien ihr das Unterrichten immer wichtiger zu werden: „Ich erzählte Dir schon damals, daß ich das Bedürfnis und […] Absicht habe, mich möglichst aufs Lehrfach zu verlegen. Ich möchte mich betätigen ohne unentwegt verreisen zu müssen und unterrichte außerordentlich gern. Nun weiß ich, daß die Hochschule noch nicht reif für mich ist und daß ich darauf warten muss, was mir sogar sehr angenehm ist, denn ich möchte mir zunächst einen Stamm von Privatschülern zulegen.“ (Akademie der Künste, Berlin, Eduard-Erdmann-Archiv, Laufnr. 157)

    Am 15. Oktober 1937 trat sie ihre Stelle als Professorin für die Meisterklasse Violine am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main. an, die sie bis zu ihrem Tode im März 1943 innehatte (Cahn 1979, S. 315).


    Alma Moodie nahm sich, auch wenn als offizielle Todesursache eine Herz-Thrombose genannt wird, mit einer Kombination aus Alkohol und Tabletten das Leben. Über die Gründe ist vielfach spekuliert worden: die unglückliche Ehe, die NSDAP-Mitgliedschaft ihres Mannes und die Belastungen des zweiten Weltkrieges werden ebenso angeführt wie die regelmäßige Einnahme von Beruhigungsmitteln und Alkohol vor Konzerten, um gegen die zunehmende Nervosität anzukämpfen (vgl. Dreyfus 2000, S. 298-302).

    Würdigung

    Gewürdigt wurde Alma Moodie vor allem durch die Zeitgenossen, die ihr Werke widmeten. Durch Briefe ist dokumentiert, dass Alma Moodie auch Rundfunkaufnahmen gespielt hat; es scheint aber kein Tondokument erhalten zu sein. Das hat zur Folge, dass sie heute weit weniger bekannt ist als etliche ihrer Zeitgenossen, deren Aufnahmen uns meist sogar in digitaler Form zur Verfügung stehen.

    Seit 2001 wird jährlich in Frankfurt am Main der Alois-Kottmann-Preis für klassisches sangliches Violinspiel in der Tradition Carl Fleschs verliehen. Auf der Homepage http://www.alois-kottmann.de/Kottmann_Preis2.php werden Alma Moodie und Max Rostal als bedeutenste Vertreter dieser Spielweise aufgeführt.

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    Alma Moodie gewidmete Werke (chronologisch):

    Max Reger: Präludium und Fuge, op. 131a, Nr.4 (1914)

    Hans Pfitzner: Violinkonzert, op. 34 (1923)

    Ernst Křenek: Violinkonzert Nr.1, op. 29 (1924)

    Ernst Křenek: Sonate für Solo-Violine, op. 33 (1924/25)

    Egon Wellesz: Suite für Violine und Kammerorchester, op. 38 (1925)

    Paul Hindemith: Violinkonzert, op. 36/3 (1925)

    Hermann Reutter: Rhapsodie für Violine und Klavier (1939)

    Karl Höller: Violinsonate, op. 33 (1943)

    Rezeption

    Die zeitgenössische Rezeption lässt sich an Konzertrezensionen, wie der ihres Deutschland-Debuts 1919 in Berlin, nachweisen:

    „Eine junge Geigerin, deren Namen man sich merken wird, debütierte am 6. November in der Singakademie mit dem Philharmonischen Orchester unter der Leitung des Dr. Max von Schillings: Alma Moodie. Sie spielte neben Brahms und Paganini’s Konzert in D-Dur ein neues Violinkonzert des Schweden Kurt Atterberg (op. 7, e-moll) in Uraufführung. […] Alma Moodie, eine Schülerin von Prof. Flesch, legitimierte sich als sehr begabte Novize. Sie spielte das Brahmskonzert – namentlich im ersten Satze – mit bemerkenswerter Beherrschung seines technischen wie geistigen Inhalts, klar gegliedert, in der Darstellung eindringlich und mit guter Witterung für die dichterischen Feinheiten. Auch der Atterberg’schen Komposition war sie eine gediegene Interpretin: In dieser Australierin dürften die Geiger einen bedeutsamen Nachwuchs erhalten.“ (Signale für die musikalische Welt, 15. November 1919, S. 758.)


    Alma Moodie wird lediglich in zwei der zahlreichen populärwissenschaftlichen Publikationen über Geiger erwähnt: beide gehen vom falschen Geburtsdatum 1900 aus.

    Wilhelm Joseph von Wasielewski schreibt 1920 in „Die Violine und ihre Meister“:

    „Wenn an dieser Stelle die bedeutende Künstlerin Alma Moodie unter den Schülern von Flesch erscheint, so gebietet die Gerechtigkeit anzuerkennen, daß sie schon eine vortreffliche Geigerin war, als sie 1919 noch ein Jahr zu letzter Ausbildung bei dem Meister studierte. Vorher hatte sie sich am Brüsseler Konservatorium unter der Leitung von Back und C. Thomson gebildet, dieses Institut mit besonderer Auszeichnung verlassen und sodann mit Max Reger, den ihr schönes Talent fesselte, vielfach zusammen musiziert, wodurch zweifellos ihre künstlerische Auffassung und Gesamtpersönlichkeit nachhaltig beeinflußt worden ist. Diesem förderlichen Umgang machte der Krieg ein Ende, den sie in Brüssel verlebte, um nach seinem Ende, wie schon gesagt, nach Deutschland zurückzukehren und ihre Ausbildung bei Flesch zu vollenden. Seitdem konzertiert diese vortreffliche Künstlerin, die von der Kritik unter den Ersten ihres Faches genannt wird, deren Technik auf hoher Stufe steht, und deren charaktervolle energische Auffassung ihrem Spiel überall, wo sie sich hören ließ, begeisterte Freunde gewonnen hat, viel innerhalb und außerhalb Deutschlands. Besondere Erwähnung möge finden, daß sie 1924 in Nürnberg das h-moll Konzert von Pfitzner in die Öffentlichkeit einführte.“ (von Wasielewski 1920, S. 707)

    Repertoire

    Der Sohn ihres Lehrers Carl Flesch hat bezüglich des Repertoires einen Disput zwischen seinem Vater und Alma Moodie dokumentiert. Offensichtlich war Carl Flesch der Ansicht, dass Moodie das klassisch-romantische Violinrepertoire zu Gunsten zeitgenössischer Kompositionen vernachlässigen würde. Sein Sohn zitiert einen Briefausschnitt Moodies vom 24. Juni 1924, der gleichzeitig einen guten Repertoire-Überblick gibt: „Sie würden sich bestimmt weniger beunruhigen, wenn Sie die Gesamt-Programme sehen würden, die ich in den letzten zwei Jahren gespielt habe. Ich habe ca. 120 Male öffentlich gespielt und habe in diesen Jahren als moderne Werke Pfitzner Sonate und Konzert, Erdmann Sonate, Suter Konzert, Szymanowski Trois Mythes in gewöhnlichen Konzerten gespielt. Auf moderne[n] Musikfeste[n] habe ich Bartók und Erdmann Sonaten, Jarnach, Wellesz Suite und Szymanowski Konzert gebracht. Diese Werke sind nicht in den 120 anderen Konzerten gespielt worden. Dafür ca. 40mal Beethoven, 25 Brahms, 10 Bach und Mozart (die ich meist zusammen spiele), 10 Mendelssohn, außerdem Paganini, Bruch, Nardini, Lalo. In Recitals Händel, Bach, Biber, Nardini, Mozart und stundenlang kleine Stücke, die ich allerdings keineswegs schätze. Meine Studiumbibel besteht aus drei Kirchenvätern, Ševčík, Paganini-Capricen und Bach-Solosonaten, die zu beherrschen mir ein innerliches Bedürfnis ist. Nein – mein Lieber – darin haben Sie unrecht, wenn Sie mich zur modernen Geigerin stempeln wollen!!!?“ (Carl F. Flesch 1990, S. 156)


    Alma Moodie gewidmete Werke (chronologisch):

    Max Reger: Präludium und Fuge, op. 131a, Nr.4 (1914)

    Hans Pfitzner: Violinkonzert, op. 34 (1923)

    Ernst Křenek: Violinkonzert Nr.1, op. 29 (1924)

    Ernst Křenek: Sonate für Solo-Violine, op. 33 (1924/25)

    Egon Wellesz: Suite für Violine und Kammerorchester, op. 38 (1925)

    Paul Hindemith: Violinkonzert, op. 36/3 (1925)

    Hermann Reutter: Rhapsodie für Violine und Klavier (1939)

    Karl Höller: Violinsonate, op. 33 (1943)

    Quellen

    Archivbestände


    Akademie der Künste, Berlin:

    Artur-Schnabel-Archiv, Sig. 287

    Hermann-Scherchen-Archiv, Sig. 464

    Eduard-Erdmann-Archiv, Laufnr. 74,157,158

    Kay Dreyfus hat an ihr Portrait über Alma Moodie ein sehr ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis angehängt.

    Die hier aufgeführten Quellen stellen eine Ergänzung zu ihrem Quellenverzeichnis dar.


    Sekundärliteratur

    Bork, Camilla. Moodie, Alma. In: Annette Kreutziger-Herr, Melanie Unseld (Hg.): Lexikon Musik und Gender. Kassel: Bärenreiter-Verlag, 2010, S. 368.


    Cahn, Peter. Das Hoch’sche Konservatorium 1878-1978. Frankfurt a. M.: Verlag Waldemar Kramer, 1979.


    Dreyfus, Kay. Alma Moodie (1898-1903). In: Dies., Margarethe Engelhardt-Krajanek, Barbara Kühnen: Die Geige war ihr Leben. Drei Frauen im Portrait. Strasshof: 4/4Verlag, 2000.


    Flesch, Carl. Erinnerungen eines Geigers. Freiburg und Zürich: Atlantis Verlag, 1960.


    Flesch, Carl F. ...und spielst Du auch Geige? Der Sohn eines berühmten Musikers erzählt und blickt hinter die Kulissen. Zürich: Atlantis-Musikbuch-Verlag, 1990.


    Görner, Rüdiger. Rainer Maria Rilke. Im Herzwerk der Sprache. Wien: Paul Zsolnay Verlag, 2004.


    Hartnack, Joachim. Grosse Geiger unserer Zeit. München: Rütten & Loening Verlag, 1967.


    Křenek, Ernst. Im Atem der Zeit. Erinnerungen an die Moderne. Hamburg: Hoffman & Campe Verlag, 1998.


    Reger, Elsa. Mein Leben mit und für Max Reger. Erinnerungen. Leipzig: Koehler & Amelang, 1930.


    Saak, Birgit: Alma Moodie als Wegbereiterin moderner Violinkompositionen im 20. Jahrhundert. In: Susanne Rode-Breymann, Carolin Stahrenberg (Hg.): „…mein Wunsch ist, Spuren zu hinterlassen…" Rezeptions- und Berufsgeschichte von Geigerinnen. Hannover: Wehrhahn Verlag, im Druck.


    Schlösser, Manfred (Hg.). Begegnungen mit Eduard Erdmann, 3. Auflage. Darmstadt: Erato-Presse, 1998.


    Wasielewski, Wilhelm Joseph von. Die Violine und ihre Meister. 6. Auflage. Leipzig: Verlag Breitkopf & Härtel, 1920.


    Zeitschriften

    Signale für die musikalische Welt, 15. November 1919.

    Forschung

    Den bislang umfangreichsten Forschungsbeitrag hat Kay Dreyfus geleistet: Für ihr Alma Moodie-Portrait hat sie Quellen in Australien, Belgien, Deutschland, England, der Schweiz und Österreich, sowie zahlreiche Privatarchive und –sammlungen erschlossen. (Dreyfus 2000, S. 310-315).

    Joachim Hartnack widmet ihr in seinem Buch „Grosse Geiger unserer Zeit“ von 1967 eine kurze Notiz:

    „Ich habe diese Künstlerin nie gehört, und da es meines Wissens auch keine Schallplatten von ihr gibt, kann ich nicht aus eigener Anschauung urteilen. Ihre geigerischen Qualitäten müssen jedoch außerordentlich gewesen sein, denn in zeitgenössischen Kritiken wird ihr stets einer der höchsten Ränge in ihrer Kunst zuerkannt; Pfitzner und Křenek hatten für sie ihre Violinkonzerte geschrieben.“ (Hartnack 1967, S. 304)

    In den autobiografischen Publikationen ihres Lehrers Carl Flesch sowie dessen Sohnes Carl F. Flesch und Ernst Křeneks findet Alma Moodie ebenfalls Beachtung (vgl. Literaturverzeichnis).

    Den aktuellsten lexikalische Beitrag hat Camilla Bork für das „Lexikon Musik und Gender“ (2010) geschrieben. (Bork 2010, S. 368)

    Forschungsbedarf

    Alma Moodies Lehrtätigkeit ist bislang nicht näher untersucht worden. Sicher wäre es ein lohnender Forschungsbeitrag, Schülerlisten aufzustellen und durch ehemalige SchülerInnen des Hoch’schen Konservatoriums mehr über ihre Spielweise zu erfahren. Wegen der fehlenden Tondokumente scheint dies aus heutiger Sicht die einzige Möglichkeit zu sein, ein deutlicheres Bild der Spieltechnik von Alma Moodie zu gewinnen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 52459278
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117134600
    Library of Congress (LCCN): no2001022319
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Birgit Saak


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 27.05.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Birgit Saak, Artikel „Alma Moodie“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 27.5.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Alma_Moodie