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  • Alma Mahler

    von Melanie Unseld
    Namen:
    Alma Mahler
    Geburtsname: Alma Maria Schindler
    Ehename: Alma Maria Mahler-Werfel
    Lebensdaten:
    geb. in Vienna, Austria
    gest. in New York, USA
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Salonière, Muse.
    Charakterisierender Satz:

    „Eine imposante Erscheinung im stärksten Sinn des Wortes, Frau Alma Mahler-Werfel, Witwe des großen Komponisten, Gattin des großen Dichters, mit dem ganzen Ruhm Österreichs verwandt, verschwägert oder irgendwie liiert. Frauen solchen Formats kommen in unserer Zeit nur noch selten vor; diese Vitalität und Dynamik, diese Verbindung von künstlerischer Sensibilität und gesellschaftlicher Ambition scheinen aus einer anderen, glanzvolleren Epoche.“

    (Klaus Mann, 1949, zit. n. Klaus Mann: „Der Wendepunkt“, Reinbek 1984)


    Profil

    „Muse“ berühmter Künstler, Förderin Neuer Musik, Herausgeberin von Briefen Gustav Mahlers, Autorin autobiografischer Schriften.

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    Das leidige Problem mit ihrem Namen spricht Bände: Alma Schindler, Alma Schindler-Mahler, Alma Mahler, Alma Mahler-Werfel, Alma Gropius (wie sie selbst sich nie nannte), Alma Werfel? Oder einfach nur Alma? In den Lexika und Publikationen wird sie mit unterschiedlichen Namen bedacht, als Komponistin häufig als Alma Schindler-Mahler genannt, einen Namen, den sie offiziell nie trug, der aber der Situation Rechnung trägt, dass sie vor allem vor der Ehe mit Mahler - als Alma Schindler - komponierte und 1910 - nunmehr Alma Mahler - erstmals Lieder publizierte. Sie selbst nannte sich hauptsächlich Alma Mahler, nach der Heirat mit Franz Werfel Alma Mahler-Werfel.

    Zu großer und umstrittener Bekanntheit kam Alma Mahler-Werfel vor allem als Frau an der Seite berühmter Künstler. Mit Gustav Mahler, Walter Gropius und Franz Werfel war sie verheiratet, mit Alexander von Zemlinsky und Oskar Kokoschka liiert, andere Liaisons wurden ihr nachgesagt. Alma Mahler-Werfel wurde zum Inbegriff der „Muse“, eine individuell einschränkende Titulierung, die sie zwar selbst durchaus initiierte und beförderte, unter der sie zugleich aber auch litt. Unbestritten ist, dass sie es verstand, Künstler zu inspirieren und zu motivieren. Dennoch hafteten ihr auch negative Attribute an: vom lästigen und herrischen „Anhängsel“ bis hin zur raffinierten Verführerin, zur leibhaftigen Femme fatale.

    Ihr Einfluss auf die Musik- und Kulturgeschichte der Jahrhundertwende war enorm. Sie förderte zahlreiche Künstler (auch finanziell), darunter Alban Berg und Arnold Schönberg, ihr Salon (in Wien, später auch in den USA) war stets Treffpunkt vieler Intellektueller und Künstler.

    Ihr eigener kreativer Beitrag zu diesem kulturell so intensiven Leben blieb allerdings klein. Sie komponierte, vor allem bis 1901, zahlreiche Lieder und galt als hochtalentiert, geistreich und musikalisch. Ihrer Kreativität stand allerdings schon in diesen frühen Jahren das eigene Selbstbild als Frau innerhalb der bürgerlich-künstlerischen Gesellschaft entgegen. Selbstzweifel, ob sie als Frau überhaupt kompositorisch schöpferisch sein könne, ließen die junge Alma Schindler nicht los.

    Eine schwierige Frage war für sie in diesem Zusammenhang die Vereinbarkeit von Komponieren und Heiraten. Spätestens nach der Hochzeit ihrer jüngeren Halbschwester Grete sehnte sie sich selbst nach der Ehe - nicht zuletzt, um aus dem Einflussbereich der ungeliebten Mutter herauszukommen. In ihren Tagebücher ist von zahlreichen Heiratsanträgen die Rede, die die junge Alma Schindler immer nach dem Gesichtspunkt abwägte, ob der Zukünftige ihr genügend Freiraum zum Komponieren lassen würde.

    Diese Idee von der Vereinbarkeit von Ehe und Kreativität zerschlug sich, als sie Gustav Mahler kennenlernte und dieser kurz danach um ihre Hand anhielt. In einem berühmt gewordenen Brief von Gustav Mahler forderte dieser seine junge Braut auf, sich zwischen der Heirat mit ihm und der Aufgabe des Komponierens einerseits oder dem Lösen der Verlobung und der Freiheit für eigenes Schöpfertum andererseits zu entscheiden. Dieser Brief war ausschlaggebend für Alma Schindlers (zeitweilig gänzliche) Aufgabe ihrer kompositorischen Tätigkeit: Sie entschied sich für die Heirat mit dem wesentlich älteren Hofoperndirektor - der Einfluss des zeitgenössischen Weiblichkeitsbildes hatte die Oberhand gewonnen. Doch der Zweifel und die Sehnsucht nach eigenem Schöpfertum blieb.

    Gustav Mahler seinerseits machte sich bis 1910 - das Jahr der schweren Ehekrise - kein eigenes Bild von den Jugendkompositionen seiner Frau. Erst 1910 nahm er sich die Mappe mit ihren Kompositionen vor und erkannte die Tragweite seiner Forderung. Er ermutigte sie nun, Lieder zu publizieren, was Alma Mahler nur widerstrebend tat.

    In welchem Umfang Alma Mahler-Werfel nach dem Tod von Gustav Mahler (1911) komponierte, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Sicher ist, dass es für sie schwer gewesen sein muss, an die 10 Jahre zurückliegenden Kompositionsstudien anzuknüpfen. Inzwischen ist allerdings belegt, dass sie zu ihrem ehemaligen Lehrer Alexander von Zemlinsky wieder Kontakt aufnahm, um bei ihm weiter zu studieren.

    Ihre umfassende und das Bild der „Muse Alma“ maßgeblich prägende Selbstinszenierung, dokumentiert unter anderem in zahlreichen autobiografischen Schriften, macht es bis heute schwer, ihr tatsächliches kompositorisches Werk einschätzen zu können.

    Orte und Länder

    Wuchs in Wien auf, lebte später auch in Venedig und Berlin, emigrierte über Holland, Frankreich, Spanien, Portugal in die USA, wo sie an der Westküste und in New York lebte.

    Biografie

    Alma Schindler wuchs in den künstlerischen Kreisen Wiens auf. Nach dem frühen Tod des geliebten und hochverehrten Vaters Emil Schindler (1892) heiratete die Mutter einen Freund und Schüler von Emil Schindler, Carl Moll. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter blieb, nicht zuletzt wegen dieser Heirat, zeitlebens spannungsreich.

    Alma Schindler war musikalisch hochbegabt und wurde entsprechend gefördert. Sie erhielt Klavier- und Kompositionsunterricht, ab 1900 bei dem renommierten Kompositionslehrer Alexander von Zemlinsky. Die Heirat mit Gustav Mahler allerdings beendete zunächst ihre kompositorischen Ambitionen, Mahler verlangte von ihr die Aufgabe ihrer Musik. Unter diesem „Komponier-Verbot“ litt sie bis 1910. Ob sie das Verbot auch umging, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

    Der Ehe mit Mahler entstammten zwei Töchter, Maria Anna und Anna Justine, doch Maria Anna starb bereits 4jährig. 1910 begann Alma Mahler eine Liaison mit Walter Gropius, was Gustav Mahler in eine existentielle Krise stürzte. Mahler versuchte, seine Frau zurückzugewinnen. Im Laufe dieser Krise kam Mahler zur Einsicht, dass seine Forderung nach kreativer Selbstaufgabe mit zu diesem Konflikt beigetragen hatte. Er initiierte daraufhin die Publikation von einigen ihrer Lieder bei der Universal Edition.

    1912-15 war sie mit Oskar Kokoschka liiert. 1915 begegnete sie Walter Gropius wieder und heiratete ihn. Die gemeinsame Tochter Manon wurde 1916 geboren. 1917 begegnete sie erstmals Franz Werfel, mit dem sie nach wenigen Monaten eine Affäre begann, und dessen Gedicht „Der Erkennende“ sie bereits 1915 vertont hatte. Im Juli 1918 kam der Sohn Martin zur Welt, Gropius tolerierte die Vaterschaft Werfels. Als Frühgeburt ohnehin schwach, starb der Sohn bereits nach neun Monaten.

    1920 ließ sich das Ehepaar Gropius scheiden. 1929 heirateten Alma Mahler und Franz Werfel. Sie nannte sich fortan Alma Mahler-Werfel. 1935 starb die Tochter Manon an Kinderlähmung. Nach dem „Anschluss“ Österreichs emigrierte das Ehepaar Mahler-Werfel in die USA und ließ sich in Los Angeles nieder, wo Kontakte zu anderen Exilanten gepflegt wurden. 1945 starb Franz Werfel. 1952 zog Alma Mahler-Werfel nach New York, wo sie 1964 starb.

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    Am 31. August 1879 kommt Alma Maria Schindler als Tochter des Wiener Malers Emil Jakob Josef Schindler und der Sängerin Anna Sofie (geb. Bergen) in Wien zur Welt. Zwei Jahre später wird Almas Halbschwester Grete geboren. Nach dem Tod des Vaters (1892) orientiert sich die junge Alma an zahlreichen Künstlern, die ihr im großen Bekanntenkreis der Mutter und Carl Molls, den die Mutter 1897 geheiratet hatte, begegnen. Zu ihren wichtigsten Förderern zählt Max Burckhard, Direktor des Wiener Burgtheaters. 1898/99 entwickelt sich eine enge Freundschaft und Liebelei mit Gustav Klimt. In diese Zeit fällt auch ihr erster Kompositionsunterricht bei dem blinden Organisten Josef Labor. Alma Schindler lebt, obgleich ihr Elternhaus vor allem den Bildenden Künsten zugetan ist, intensiv mit der Musik ihrer Zeit, sie geht in die Oper und in Konzerte, spielt Klavier, singt und beginnt zu komponieren. Große Begeisterung hegt sie insbesondere für die Musikdramen Richard Wagners.

    Um die Jahrhundertwende beginnt ihr Kompositionsunterricht bei Alexander von Zemlinsky, der das kompositorische Talent seiner Schülerin erkennt und fördert. Aus dem Lehrer-Schülerin-Verhältnis entwickelt sich allerdings bald gegenseitige Liebe, der Unterricht wird dennoch fortgesetzt.

    Am 7. November 1901 lernt Alma Schindler im Salon von Berta Zuckerkandl den Hofoperndirektor Gustav Mahler kennen, wenige Tage später, am 21. November, hält dieser um ihre Hand an. Vor der Heirat am 9. März 1902, fordert Gustav Mahler seine Verlobte in einem ausführlichen Brief auf, sich für eine gemeinsame Zukunft mit „seiner“ Musik oder für ihre Musik „ohne ihn“ zu entscheiden. Der Brief stürzt Alma Schindler in eine tiefe Krise, da sie bislang hoffte, auch während der Ehe weiterhin komponieren zu können. Zudem schätzt sie zu diesem Zeitpunkt Mahlers Musik keineswegs. Obwohl ihr enge Vertraute nun von einer Heirat mit Mahler abraten, willigt sie in die Bedingungen Gustav Mahlers ein.

    Die erste Tochter, Maria Anna, wird am 3. November 1902 geboren, die zweite Tochter Anna Justina folgt am 15. Juni 1904. Alma Mahler unterstützt ihren Mann nicht nur, indem sie das Alltagsleben von ihm weitmöglichst fern hält, sondern auch durch ihre musikalische Kompetenz: zu mehreren seiner Werke fertigt sie Klavierauszüge an.

    1907 wird das erste Schicksalsjahr für die Mahlers: Gustav Mahler löst seinen Vertrag mit der Wiener Hofoper und gibt damit antisemitischem und kulturpolitischem Druck nach, er nimmt ein Angebot der New Yorker Metropolitan Opera an. Am 12. Juli 1907 stirbt die vierjährige Maria Anna, bei Gustav Mahler wird ein schwerwiegendes Herzleiden diagnostiziert.

    Die kommenden Jahre lebt die Familie Mahler winters in New York, sommers in Europa. Inwieweit Alma Mahler in diesen Jahren komponiert hat - oder ob sie lediglich ihrem Mann bei dessen kompositorischer Arbeit half, wie dokumentiert ist - lässt sich heute nicht gewiss sagen. In ihren Memoiren ist zu lesen, dass sie das eigene Komponieren sehr vermisst.

    1910 folgt das zweite Schicksalsjahr: Alma Mahler verliebt sich in den Architekten Walter Gropius. Mahler erfährt davon und stürzt in eine tiefe, existentielle Schaffenskrise. Zugleich lernt Mahler in diesen Wochen die Kompositionen seiner Frau kennen und drängt sie, sie zu veröffentlichen („Fünf Lieder“: „Die stille Stadt“, „In meines Vaters Garten“, „Laue Sommernacht“, „Bei dir ist es traut“, „Ich wandle unter Blumen“). 1911 stirbt Gustav Mahler, Alma Mahler zieht erneut nach Wien. Sie initiiert die Mahler-Stiftung, deren Zinsen jährlich einem bedürftigen Musiker zukommen, zunächst ist dies Arnold Schönberg.

    1912 beginnt sie eine dreijährige Beziehung zu dem Maler Oskar Kokoschka; im Frühjahr 1915 trifft sie Walter Gropius in Berlin wieder, am 18. August 1915 heiraten die beiden. Im gleichen Jahr publiziert sie „Vier Lieder“ („Licht der Nacht“, „Waldseligkeit“, „Ansturm“ und „Erntelied“). Am 5. Oktober 1916 kommt die Tochter Manon Gropius zur Welt. 1917 begegnet Alma Gropius (wie sie sich nie nennt) erstmals Franz Werfel, mit dem sie eine Affäre beginnt. Das gemeinsame Kind Martin Carl Johannes wird am 2. August 1918 geboren, stirbt aber bereits im folgenden Mai. 1920 lassen sich Alma und Walter Gropius scheiden.

    1924 ediert Alma Mahler eine Auswahl von Briefen Gustav Mahlers, im gleichen Jahr erscheint ihre Liedsammlung „Fünf Gesänge“ („Hymne“, „Ekstase“, „Der Erkennende“, „Lobgesang“, „Hymne an die Nacht“). Die Lieder dieses Zyklus stammen zum Teil noch aus ihrer Kompositionsphase vor der Heirat mit Mahler („Ekstase“, „Lobgesang“), das Lied „Der Erkennende“ - auf einen Text von Franz Werfel - entstand 1915. 1925 reisen Alma Mahler und Franz Werfel nach Berlin, wo am 14. Dezember Alban Bergs Oper „Wozzeck“ uraufgeführt wird, die Berg Alma Mahler aus Dankbarkeit für (auch finanzielle) Unterstützung widmet.

    Nachdem Werfel aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausgetreten ist, heiratet er am 8. Juli 1929 Alma Mahler. 1931 ziehen sie in die Villa auf der Hohen Warte (Wien). 1934 erkrankt Manon Gropius an Kinderlähmung, sie stirbt am 22. April 1935 in Venedig. Alban Berg widmet ihr sein Violinkonzert („Dem Andenken eines Engels“).

    1938 verlässt das Ehepaar Werfel Wien und flieht mit Zwischenstationen in Paris, Amsterdam, London und Sanary-sur-Mer in die USA. 1940 lassen sie sich in Los Angeles nieder. Alma Mahler-Werfel publiziert das Buch „Gustav Mahler. Erinnerungen und Briefe“.

    Nach mehreren Herzanfällen stirbt Franz Werfel am 26. August 1945. Carl Moll, Alma Mahler-Werfels Stiefvater, begeht nach der Kapitulation des Deutschen Reiches Selbstmord.

    1946 erhält Alma Mahler-Werfel die amerikanische Staatsbürgerschaft, sie kehrt nach Europa zurück und versucht vergeblich, das bei der Emigration zurückgelassene Eigentum wiederzubekommen. 1952 zieht sie nach New York, in den Jahren 1958 und 1960 erscheinen ihre Autobiografien („And the Bridge is Love“ und „Mein Leben“). Am 11. Dezember 1964 stirbt Alma Mahler-Werfel in New York.

    Würdigung

    Alma Mahler-Werfel komponierte vorwiegend Lieder. Dies entsprach nicht nur ihrem lyrischen Naturell, sondern durchaus auch der ästhetischen Atmosphäre im Wien der Jahrhundertwende - auch Alban Berg beispielsweise komponierte zunächst (und autodidaktisch) ausschließlich Lieder.

    Von ihrem Mentor Max Burckhard und auch von ihrem Kompositionslehrer Alexander von Zemlinsky wurde sie mehrfach ermuntert, sich an größere vokale Formen (Oper) heranzuwagen, was sie in Ansätzen auch tat.

    Für den Kompositionsunterricht - sowohl bei Josef Labor als auch bei Zemlinsky - entstanden auch Klavierwerke; in Planung waren außerdem weitere Kammermusikwerke.

    Rezeption

    Die wenigen Liedkompositionen, die Alma Mahler-Werfel zum Druck gab, stehen einer großen, allerdings weitgehend nicht identifizierbaren Zahl von heute offenbar verschollenen Kompositionen (Lieder, Klaviermusik u.a.) gegenüber. Insofern beschränkt sich auch die Rezeption auf einen kleinen Ausschnitt des kompositorischen Werks.

    Die Lebensumstände von Alma Mahler-Werfel und besonders auch ihre (Selbst-)Inszenierung als „Muse“ und „Femme fatale“ sind dafür verantwortlich, dass ihr kompositorisches Schaffen bis heute im Schatten ihres glamourösen und skandalträchtigen Persönlichkeitsbildes steht.

    Wichtig, wenn auch unter dem Aspekt der Selbstinszenierung kritisch zu bedenkende Quellen sind die autobiografischen Schriften von Alma Mahler-Werfel.

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    Alma Mahler-Werfel wurde in der Musikgeschichtsschreibung vorwiegend wegen ihrer Schriften, nicht aufgrund ihrer Kompositionen rezipiert. Dies entspricht dem wirkungsmächtigen Bild, das sie von sich selbst entwarf - als Begleiterin wichtiger Künstler wie Mahler, Kokoschka, dem Bauhaus-Architekten Gropius, Werfel und vielen anderen -, das dankbar von der Musik- und Kulturgeschichtsschreibung aufgenommen wurde. Als „Muse“ und „Femme fatale“ entsprach sie dem dominanten Weiblichkeitstypus der Jahrhundertwende, den das Bürgertum für nonkonforme Frauen bereithielt. In ihren autobiografischen Schriften bedient Alma Mahler-Werfel dieses und artverwandte Weiblichkeitsbilder zur Genüge.

    Auch die Alma Mahler-Biografik ging lange Zeit auf ebendiese Bilder ein, ohne das Maß an Selbstinszenierung tatsächlich zu beachten. Zahlreiche Publikationen über Alma Mahler übernehmen das Selbstinszenatorische und führen es als historische Gegebenheit aus und weiter (z. B. Monson 1983 und Giroud 1988, auch Brusatti 1998). Erst in jüngerer Zeit wurde die Doppelbödigkeit von Alma Mahlers Selbstinszenierung deutlich erkannt und entsprechend bewertet (vgl. dazu vor allem Rode-Breymann 1999). Wie stark sich etwa die junge Alma Schindler mit den Weiblichkeitstypen ihrer Zeit, die von den Künstlern der Wiener Jahrhundertwende besonders idealisierend inszeniert wurden (u. a. von Gustav Klimt), identifizierte. Dass gerade diese Identifikation zu einem Selbstbild führte, das die Frau als kreative Komponistin nicht vorstellbar machte, blieb für Alma Schindler lebensbestimmend: Sie fügte sich in diejenige Rolle, die die bürgerliche und künstlerische Gesellschaft für kluge, geistreiche und künstlerisch begabte Frauen vorsah: in die Rolle der Salonière, Muse und Inspirationsquelle für den männlichen Künstler. In dieser Rolle wurde Alma Mahler-Werfel bis weit in das 20. Jahrhundert hinein - von der musikwissenschaftlichen Mahler-Forschung über die Alma Mahler-Biografik bis hin etwa zu theatralen und filmischen Inszenierungen - erschöpfend rezipiert.

    Ungeachtet der Selbst- und Fremdinszenierungen bleibt Alma Mahler-Werfel eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Kunst und Kultur der Jahrhundertwende: Ihr Salon (ob in Wien oder später in den USA) war Treffpunkt der Avantgarde und der Intellektuellen, sie unterstützte - durchaus auch finanziell - zahlreiche Künstler. Für sie war sie als Person gleichzeitig Inspiration und Reibungsfläche.

    In ihrer Person wird außerdem die enge Verwobenheit der Künste und der Geistesgeschichte deutlich - Musik, Bildende Kunst, Literatur, Philosophie u. v. m. Nicht zuletzt lässt sich an ihrem Lebenslauf, an ihrer Selbstauffassung und -inszenierung das Frauenbild der (Wiener) Jahrhundertwende studieren, das sie stark verinnerlicht hatte, das sie sich zu eigen und zu Nutze machte, unter dem sie allerdings auch sehr litt. Dies zu erkennen und differenziert darzustellen ist das Verdienst der jüngsten, gerade erst begonnenen Alma Mahler-Forschung (Rode-Breymann 1999, Seele 2001).

    Werkverzeichnis

    Publizierte Lieder

    Fünf Lieder (1910)

    Die stille Stadt (Richard Dehmel), Kompositionsdatum unbekannt

    In meines Vaters Garten (Otto Erich Hartleben), komponiert: vor dem 2.11.1901

    Laue Sommernacht (Otto Julius Bierbaum), Kompositionsdatum unbekannt

    Bei dir ist es traut (Rainer Maria Rilke), Kompositionsdatum unbekannt

    Ich wandle unter Blumen (Heinrich Heine), komponiert: 7.1.1899

    Vier Lieder (1915)

    Licht der Nacht (Text: Otto Julius Bierbaum), Kompositionsdatum unbekannt

    Waldseligkeit (Text: Richard Dehmel), Kompositionsdatum unbekannt

    Ansturm (Text: Richard Dehmel), Kompositionsdatum unbekannt

    Erntelied (Text: Gustav Falke), Kompositionsdatum unbekannt

    Fünf Gesänge (1924)

    Hymne (Text: Novalis), Kompositionsdatum unbekannt

    Ekstase (Text: Otto Julius Bierbaum), komponiert: 24.3.1901

    Der Erkennende (Text: Franz Werfel), komponiert im Oktober 1915

    Lobgesang (Text: Richard Dehmel), komponiert: 16.6.1900

    Hymne an die Nacht (Text: Novalis), Kompositionsdatum unbekannt

    Unpublizierte Lieder


    Laut Tagebuch-Suiten (nachgewiesen in Rode-Breymann, S. 137f.):

    Wanderers Nachtlied (Johann Wolfgang von Goethe), komponiert: 2.2.1898


    Gleich und gleich: Ein Blumenglöckchen (Johann Wolfgang von Goethe), komponiert: 17.3.1898


    Titel unbekannt, komponiert: 11.5.1898


    Lehnten im Abendgarten beide (Rainer Maria Rilke), komponiert: 26.6.1898


    Titel unbekannt, komponiert: 22.11.1898


    Wie es gieng: Am Kreuzweg stand ein Weißdornstrauch (Wohlgemuth), komponiert: 3011.1898


    Titel unbekannt, komponiert im Dezember 1898


    Die Frühlingsnacht: Wie die Blätter raunten (M. Weyreuther), komponiert: 20.12.1898


    Gieb dich darein: Ich wollte das Reis ausreuten (Gustav Falke), komponiert: 28.12.1898


    Nicht lange täuschte mich das Glück (Heinrich Heine), komponiert: 5.1.1899


    Titel unbekannt, komponiert: 13.1.1899


    Titel unbekannt, komponiert: im Januar 1899


    Titel unbekannt (Text von Heinrich Heine), komponiert: 24.1.1899


    Titel unbekannt, komponiert: 24.1.1899


    Titel unbekannt, komponiert: 27.1.1899


    Titel unbekannt, komponiert: 3.2.1899


    Wiegenlied (Textdichter unbekannt), komponiert 20.5.1899


    Hinaus: Meine alte Heimat (Otto Körner), komponiert: 4.6.1899


    Titel unbekannt, komponiert: 5.6.1899


    Nixe (Textdichter unbekannt), komponiert: 12.6.1899


    Die Erinnerung (Textdichter unbekannt), komponiert: 26.8.1899


    Einsamer Gang: Felder im Wind (Leo Greiner), komponiert: 15.9.1899


    Titel unbekannt (Leo Greiner), komponiert: 17.9.1899


    Tränenkinder (Leo Greiner), komponiert: im September 1899


    Ich will den Sturm (Leo Greiner), komponiert: 20.9.1899


    Qual (Textdichter unbekannt), komponiert im Jahr 1899


    Der Morgen (Textdichter unbekannt), komponiert im Jahr 1899


    Ich trat in jene Hallen (Heinrich Heine), komponiert : 7.10.1899


    Titel unbekannt (Henrik Ibsen), komponiert: 13.10.1899


    Aus meiner Erinnerung erblühen (Textdichter unbekannt), komponiert: im Dezember 1899


    Zyklus: Schilflieder (Nikolaus Lenau), komponiert 9.1.1900


    Stumme Liebe (Nikolaus Lenau), komponiert: 21.1.1900


    Meine Nächte (Textdichter unbekannt), komponiert: 19.3.1900


    Zyklus mit drei Liedern darunter. Und reden sie, Dir jetzt von Schande (Textdichter unbekannt), komponiert: 30.3.1900


    Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert im Juni 1900


    Titel unbekannt (Rainer Maria Rilke), komponiert 16.6.1900


    Zyklus mit drei Liedern (Rainer Maria Rilke), daraus Nr. 2 komponiert: 5.8.1900


    Engelsgesang (Textdichter unbekannt), komponiert im Jahr 1900


    Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 21.10.1900


    Titel unbekannt (Eduard Mörike), komponiert: 16.11.1900


    Abend (Textdichter unbekannt), komponiert im November 1900


    Unvermeidlich (Textdichter unbekannt), komponiert im November 1900


    Er ist’s (?) (Eduard Mörike), komponiert im November 1900


    Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 15.3.1901


    Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 15.3.1901


    Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 22.4.1901

    Quellen

    a) Autografe


    Siehe unter Forschungsinformationen.

    b) Notenausgaben (chronologisch)


    Alma Maria Schindler-Mahler: Sämtliche Lieder für mittlere Stimme und Klavier, Wien (UE 18016) o.J.


    Frauen komponieren - 25 Lieder für Singstimme und Klavier, hg. von Eva Rieger und Käte Walter, Mainz (Schott 8574547)


    Alma Mahler: Sieben Lieder für mittlere Stimme und Orchester, orchestriert von David und Colin Matthews, Partitur, Wien (UE 19793) 1995

    c) Primärquellen (chronologisch)


    Gustav Mahler Briefe 1879-1911, hg. von Alma Mahler, Wien, 1924

    Gustav Mahler: Erinnerungen und Briefe, hg. von Alma Mahler, Amsterdam, 1940; Frankfurt 1991


    And the Bridge is Love, London/New York, 1958 [zusammen mit E. B. Ashton]


    Mein Leben, Frankfurt, 1960


    „Liebste Freundin und Alma“. Briefwechsel zwischen Friedrich Torberg und Alma Mahler-Werfel, hg. von David Axmann und Marietta Torberg, Wien 1987


    Ein Glück ohne Ruh’. Die Briefe Gustav Mahlers an Alma, hg. von Henry-Louis de La Grange und Günther Weiß, Berlin 1995


    Tagebuch-Suiten 1898--1902, hg. von. Antony Beaumont und Susanne Rode-Breymann, Frankfurt, 1997

    Neben den Primärquellen aus eigener Hand taucht Alma Mahler-Werfel selbstverständlich in zahlreichen Lebenserinnerungen und Briefen ihrer ZeitgenossInnen auf, so u. a. bei Alban Berg, Elias Canetti, Claire Goll, Nina Kandinsky, Gustav Mahler, Katia Mann, Klaus Mann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg, Bruno Walter, Franz Werfel, Alexander von Zemlinsky und Berta Zuckerkandl

    d) Sekundärliteratur (alphabethisch)


    Blaukopf, Herta: „Alma Mahler als Komponistin“, Vorwort zu: Sämtliche Lieder von Alma Maria Schindler, Wien (UE 18016) o. J.


    Boczkowska, Ewelina: „Alma Mahler: An Original But Unfulfilled Composer?“, in: La Scena Musicale Vol. 6 Nr.10 (27. Juni 2001)


    Brusatti, Otto: „Probleme mit Alma“, in: ders.: Verklärte Nacht. Einübung in Jahrhundertwenden, St. Pölten/Wien 1998, S. 129-151


    Colerus, B.: „Alma Mahler“, in: G. Sebestyen (Hg.), Die schöne Wienerin, München 1971, S. 168-182


    Crandall, John W.: „Gustav and Alma Mahler: a Marriage Destroyed by Love“, in: Medical aspects of Human Sexuality 20 (1986), S. 118-119


    Filler, Susan M.: „A Composer’s Wife as Composer: the Songs of Alma Mahler“, in: Journal of Musicological Research 1983, S. 427-442


    Filler, Susan M.: „Alma Mahler: ‚Der Erkennende’“, in: Historical Anthology of Music by Women, hg. von James R. Briscoe, Bloomington 1987, S. 245-247


    Filler, Susan M.: Gustav and Alma Mahler: a Guide to Research, New York/London, 1989


    Floros, Constantin: „Alma - Der ‚Asket’ und die lebenszugewandte Frau’, in: ders.: Gustav Mahler. Visionär und Despot. Porträt einer Persönlichkeit, Zürich/Hamburg 1998, S. 131-144


    Gallwitz, Klaus (Hg.): Oskar Kokoschka und Alma Mahler. Die Puppe. Epilog einer Passion. Städtische Galerie im Städel. Ausstellung vom 6.8.-18.10.1992 in Frankfurt, Frankfurt a.M. 1992


    Giroud, Françoise: Alma Mahler, ou l’art d’etre aimee, Paris 1988; deutsche Ausgabe: Alma Mahler oder Die Kunst, geliebt zu werden; Wien/Darmstadt 1989


    Gorsen, Peter: „Pygmalions stille Frau. Oskar Kokoschka und die Puppe“, in: ders.: Sexualästhetik. Grenzformen der Sinnlichkeit im 20. Jahrhundert, Hamburg, 1987, S. 248-258


    Keegan, Susanne: The Bride of the Wind: the Life and Times of Alma Mahler-Werfel, London, 1991


    Mahony, Patrick: „Alma Mahler-Werfel“, in: Composer 1972, S. 13-17


    Midgette, Anne: „Alma Mahler, as Ever in a Musical Shadow“, in: The New York Times (10. Juni 2001)


    Monson, Karen: Alma Mahler Werfel. Die unbezähmbare Muse, London 1983; deutsche Ausgabe: München 1985


    Monson, Karen: Alma Mahler: Muse to Genius - from Fin-de-Siècle Vienna to Hollywood’s Heyday, Boston 1983


    Neumann, Robert: „Alma Werfels Gatte“, in: ders.: Ein leichtes Leben. Bericht über mich selbst und Zeitgenossen, Wien/München/Basel 1963, S. 63-66


    Perle, George: „’Mein geliebtes Almschi…’“, in: Österreichische Musikzeitschrift 1980, S. 2-15


    Rieschel, Hans-Peter: „Gustav Mahler und Alma Schindler“, in: ders., Komponisten und ihre Frauen, Düsseldorf 1994, S. 213-234


    Rode-Breymann, Susanne: Die Komponistin Alma Mahler-Werfel, Hannover 1999


    Roster, Danielle: „Alma Mahler-Schindler“, in: dies.: Allein mit meiner Musik. Komponistinnen in der europäischen Musikgeschichte, Echternach 1995, S. 182-197


    Rothkamm, Jörg: „Wer komponierte die unter Alma Mahlers Namen veröffentlichten Lieder?“, in: Die Musikforschung 4 (2000), S. 432-445


    Schiferer, Beatrix: „Alma Mahler-Werfel“, in: dies.; Vorbilder. Kreative Frauen in Wien 1750-1950, Wien 1994, S. 66-78


    Schollum, Robert: „Die Lieder von Alma Maria Schindler-Mahler“, in: Österreichische Musikzeitschrift 1979, S. 544-551


    Schreyer, Lothar: „Im Spiel der Frauen - Alma Mahler-Gropius“, in: ders.: Erinnerungen an Sturm und Bauhaus. Was ist des Menschen Bild?, München 1956, S. 211-224


    Seele, Astrid: Alma Mahler-Werfel, Reinbek 2001


    Smith, Warren S.: „The Songs of Alma Mahler“, in: Chord and Discord, 1950, S. 74-78


    Sonntag, Brunhilde: „Alma Mahler“, in: Annäherungen II - an sieben Komponistinnen. Interviews und Selbstdarstellungen, hg. von Brunhilde Sonntag und Renate Matthei, Kassel 1987, S. 7-17


    Sorrell, Walter: „Alma Mahler-Werfel: Body and Mind“, in: ders.: Three Woman, Lives of Sex and Genius, London/New York 1975, S. 3-69


    Spielmann, Heinz: Oskar Kokoschka: Die Fächer für Alma Mahler, Dortmund 1985


    Umbral, Francisco: El día en que viole a Alma, Barcelona 1995


    Weidinger, Alfred: Kokoschka und Alma Mahler. Dokumente einer leidenschaftlichen Begegnung, München/New York 1996


    Wessling, Bernd: Alma: Gefährtin von Gustav Mahler, Oskar Kokoschka, Walter Gropius, Franz Werfel, Düsseldorf 1983


    Xenakis, F.: „Alma Schindler, 1880-1964“, in: ders.: Zut, on a encore oublié Madame Freud, Paris 1985, S. 191-276


    Nicht erfasst wurden hier diejenige Sekundärliteratur, die sich mit jenen Künstlern befasst, denen Alma Mahler-Werfel „Muse“ Inspirationsquelle und Lebens- oder Gesprächspartnerin war, etwa Gustav Mahler, Alban Berg, Alexander von Zemlinsky, Oskar Kokoschka, Walter Gropius, Franz Werfel u.v.a. Eine umfassende Alma Mahler-Bibliographie müsste diese Sekundärquellen mit berücksichtigen.


    e) Diskografie (chronologisch)


    Songs by Lili Boulanger and Alma Mahler (Kristine Ciesinski/Sopran, Katherine Ciesinski/Mezzosopran, Ted Taylor/Klavier), Leonarda Records LP [darin: Vier Lieder: Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Ansturm, Erntelied]


    Alma Mahler-Werfel: Sämtliche Lieder (Isabel Lippitz/Sopran, Barbara Heller/Klavier), cpo 1987


    The Women Composers. Clara Schumann: Lieder op. 12 Nr.4 & 11, op. 13 Nr. 1-6; Fanny Mendelssohn: Lieder op. 9 Nr. 1-3, 6, op. 7 Nr. 1, 4-6; Alma Mahler: Sieben Lieder o. op. (Claudie Verhaeghe/Sopran, Jean Micault/Klavier), Arcobaleno 1993


    Clara Schumann, Fanny Mendelssohn, Alma Mahler: Lieder (Christina Högman/Sopran, Roland Pöntinen/Klavier), BIS 1995 [darin: Laue Sommernacht und Ich wandle unter Blumen aus den Fünf Liedern, Vier Lieder und Der Erkennende und Lobgesang aus den Fünf Gesängen]


    Mahler, Mahler and friends. Songs by Alma Mahler, Gustav Mahler, Alexander Zemlinsky and Hans Pfitzner (Anne Gjevang/Alt, Einar Steen-Nokleberg/Klavier); Victoria AS 1995 [darin: Fünf Lieder]


    Alexander Zemlinsky: Eine Florentinische Tragödie. Alma Mahler: Lieder (Iris Vermillion/Mezzosopran, Royal Concertgebouw Orchestra, Leitung: Riccardo Chailly), decca (entartete Musik) 1997 [darin: Die stille Nacht, Laue Sommernacht, Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Bei dir ist es so traut, Erntelied, orchestriert von Colin& David Matthews]


    Alma Mahler-Werfel: Complete Songs (Ruth Ziesack/Sopran, Iris Vermillion/Mezzosopran, Christian Elsner/Tenor, Cord Garben/Klavier) cpo 1997


    Inspired Women. Mit Lied-Kompositionen von Pauline Viardot-Garcia, Adolf Frederik Lindblad, Cecile Chaminade, Alma Mahler, Anette Müller-Roos, Amy Woodforde-Finden, Clara Schumann (Eva Svärd-Mannerstedt/Gesang, Anette Müller-Roos/Klavier), Nosag 1998


    Lan Rao - Lieder von Komponistinnen. Lieder von Clara Schumann, Johanna Kinkel, Fanny Mendelssohn, Pauline Viardot-Garcia, Alma Mahler, Ruth Schonthal, Brunhilde Sonntag, Violeta Dinescu (Lan Rao/Gesang, Micaela Gelius/Klavier), Salto 1998


    Alma Mahler-Werfel, Alexander Zemlinsky (Charlotte Margiono/Sopran, The Brabant Orchestra, Leitung: Julian Reynolds), Globe 1999 [darin: Die stille Stadt, In meines Vaters Garten, Laue Sommernacht, Bei dir ist es traut, Ich wandle unter Blumen, Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Ansturm, Erntelied, Hymne, Ekstase, Der Erkennende, Lobgesang, Hymne an die Nacht, Leise weht ein erstes Blühn, Kennst du meine Nächte]


    Susanne Mentzer - The Eternal Feminine. Lieder von Rebecca Clarke, Alma Mahler, Libby Larsen, Clara Schumann, Lili Boulanger, Lisbeth Alexander-Katz, Amy Beach (Susanne Mentzer/Gesang, Craig Rutenberg/Klavier), Koch 2000


    Gustav Mahler: Kindertotenlieder. Alma Mahler-Werfel: Klavierlieder (Claudie Verhaeghe/Sopran, Pierre Etcheverry/Klavier), Arcobaleno 2001 [darin: Die stille Stadt, In meines Vaters Garten, Laue Sommernacht, Bei dir ist es traut, Ich wandle unter Blumen, Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Ansturm, Erntelied, Hymne, Ekstase, Der Erkennende, Lobgesang, Hymne an die Nacht]


    Bride of the Wind [Soundtrack] (Renée Fleming/Sopran, Jean-Yves Thibaudet/Klavier) [darin: Bei dir ist es traut, In meines Vaters Garten, Laue Sommernacht], Deutsche Grammophon 2001


    f) Film/Film- und Fernsehdokumentation (chronologisch)


    ALMA - A SHOW BIZ ans Ende. Polydrama von Joshua Sobol, Regie: Paulus Manker, Drehbuch: Paulus Manker nach dem Polydrama von Joshua Sobol


    Bridge of the Wind (Sarah Wynter/Alma Mahler, Jonathan Pryce/Gustav Mahler, Vincent Perez/Oskar Kokoschka, Simon Verhoeven/Walter Gropius/Gregor Seberg/Franz Werfel, Regie: Bruce Beresford) 2001


    Des weiteren sind als filmische Porträts von Alma Mahler-Werfel auch die Filme über Gustav Mahler, Franz Werfel und andere Zeitgenossen zu nennen, darunter etwa:


    Mahler (1974), Regie: Ken Russel (Robert Powell/Gustav Mahler, Georgina Hale/Alma Mahler)


    g) Links


    http://www.usc.edu/isd/archives/arc/libraries/feuchtwanger/exiles/werfel.html

    Franz Werfel & Alma Mahler Werfel. German Exiles in Southern California. Feuchtwanger Memorial Library, University of Southern California


    www.alma-mahler.at/ (Stand: 7.4.2004)

    (ALMA - A SHOW BIZ ans Ende)


    www.library.upenn.edu/special/mahler/werfel.html (Stand: 7.4.2004)

    (University of Pennsylvania Library. Annenberg Rare Book & Manuscript Library. Alma Mahler and Franz Werfel Papers: A Selection of Photographs)


    www.fembio.org/frauen-biographie/alma-mahler.shtml (Stand: 7.4.2004)

    Biographie über Alma Mahler im Rahmen der website fernbio.org


    www.recmusic.org/lieder/m/amahler.html (Stand: 7.4.2004)

    Forschung

    Durch die Emigration 1938 verlor Alma Mahler-Werfel ihre umfangreiche Sammlung an Autografen, Partituren und anderen Musikalien. Wie viel - gerade auch von ihren eigenen Kompositionen - verlorengegangen ist, wie viel sie selbst vernichtet hat, konnte bislang nicht geklärt werden. Insofern muss die Liste derjenigen Institutionen, die Briefe, Manuskripte und Notenautografe von Alma Mahler-Werfel besitzen, unvollständig bleiben:

    Van Pelt Library, University of Pennsylvania

    Österreichische Nationalbibliothek, Wien

    Musiksammlung, Österreichische Nationalbibliothek, Wien

    Forschungsbedarf

    Da die Alma Mahler-Biografik bis in die 1990er Jahre vor allem das selbstinszenierte Bild der Alma Mahler-Werfel weitergetragen und festgeschrieben hat - immer auch unter Zustimmung der Gustav Mahler-Forschung -, blieb es der Publikation der „Tagebuch-Suiten“ vorbehalten, erstmals genauer auch jene Lebensphase kennen zu lernen, in der Alma Mahler (eigentlich Schindler) hauptsächlich komponierte.

    Seither hat sich die kritische Sicht auf die autobiografischen Schriften Alma Mahlers geschärft, der Umgang mit ihrer Person für die musikwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Forschung geändert. Vor allem durch die Arbeiten von Susanne Rode-Breymann kann man inzwischen von einer ernstzunehmenden Alma Mahler-Forschung sprechen.

    Gleichwohl bleiben, vor allem was die Komponistin Alma Mahler anbelangt, bislang große Bereiche offen: Die Manuskripte vieler Lieder, der musikdramatischen Entwürfe, der Klavier- und Kammermusikkompositionen sind verschollen, weiteres Briefmaterial ebenfalls.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 34578412
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 11857633X
    Library of Congress (LCCN): n50002491
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Melanie Unseld, Die Grundseite wurde im Januar 2002 verfasst und im Mai 2004 überarbeitet.

    Übersetzung: Trevor Pichanick


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Sophie Fetthauer (deutsche Fassung) und Meredith Nicollai (English version)
    Zuerst eingegeben am 26.05.2004
    Zuletzt bearbeitet am 07.08.2017


    Empfohlene Zitierweise

    Melanie Unseld, Artikel „Alma Mahler“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 7.8.2017
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Alma_Mahler