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  • Agnes Zimmermann

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin und Komponistin Agnes Zimmermann. Fotografie von 1876
    Namen:
    Agnes Zimmermann
    Lebensdaten:
    geb. in Köln, Deutschland
    gest. in London, England
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Solistin, Komponistin, Herausgeberin, Kammermusikerin
    Charakterisierender Satz:

    „… and Miss Agnes Zimmermann played the pianoforte part in the Schumann quintet like the excellent artist she is …“ („… und Miss Agnes Zimmermann spielte den Klavierpart des Schumann-Quintetts als jene herausragende Künstlerin, die sie ist …“; George Bernard Shaw im April 1892, zit. n. Laurence 1981, Bd. 2, S. 606).


    Profil

    Agnes Zimmermann blieb über 40 Jahre im englischen Musikleben präsent und galt als herausragende Interpretin des klassisch-romantischen Repertoires. Neben Auftritten in den von ihr selbst veranstalteten Konzerten, spielte sie regelmäßig in den Londoner Popular Concerts, u. a. mit der Pianistin Clara Schumann, den Violinistinnen und Violinisten Joseph Joachim, Emily Shinner, Wilma Norman-Neruda und Emil Sauret sowie den Cellisten Alfredo Piatti und Hugo Becker.

    Ihre Kompositionen wurden regelmäßig aufgeführt und gedruckt. Zudem machte sie sich als Herausgeberin sämtlicher Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart sowie des gesamten Klavierwerkes von Robert Schumann einen Namen.


    Um 1900 zog sie sich aus dem öffentlichen Konzertleben zurück und trat nur noch selten auf.

    Orte und Länder

    Agnes Zimmermann wurde in Köln geboren. Als kleines Kind zog sie mit ihren Eltern nach London und behielt dort über ihr gesamtes Leben ihren Wohnsitz bei.


    Konzertreisen führten sie nach Deutschland (1864) sowie zweimal in die USA (1879/80 und 1882/83).

    Biografie

    Agnes Zimmermann wurde am 5. Juli 1847 in Köln geboren, kam aber bereits als Kind gemeinsam mit ihrer Familie nach London. Über ihre Eltern ist bislang nichts bekannt. Mit neun Jahren, 1856, wurde sie auf Empfehlung von William Sterndale Bennett an der Royal Academy of Music in London aufgenommen und dort von Cipriani Potter und Ernst Pauer in Klavier sowie von Charles Steggall und George Macfarren in Komposition unterrichtet. In zwei ihrer Studienjahre, 1860 und 1862, erhielt sie das begehrte „King’s Scholarship“ und konnte kurz vor Beendigung ihres Studiums im Dezember 1863 im Londoner Crystal Palace unter der Leitung von August Manns mit zwei Sätzen aus Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Es-Dur op. 73 im öffentlichen Musikleben debütieren. Auch als Komponistin erhielt sie bereits zu Studienzeiten Anerkennung: In ihrem letzten Studienjahr 1864 wurden zwei Werke von ihr, eine Orchesterouvertüre sowie zwei geistliche Chorwerke, in den Konzerten der Royal Academy of Music aufgeführt. Agnes Zimmermann blieb zeit ihres Lebens der Londoner Royal Academy of Music verbunden. Sie trat dort auch in späteren Jahren mehrmals auf und um die Jahrhundertwende gab es an der Royal Academy einen „Agnes Zimmermann prize“, über den jedoch bislang nichts Näheres bekannt ist (The Times London vom 16. Mai 1899, S. 12).


    Nach Beendigung ihres Studiums konnte Agnes Zimmermann sich rasch und erfolgreich als Solistin, Kammermusikerin und Komponistin im Londoner Musikleben etablieren. Ab 1865 gab sie – zunächst in den Hanover Square Rooms, ab 1875 dann in der St James’s Hall –eigene Klavier- und Kammermusikabende, bei denen sie sich vor allem mit Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires auszeichnete, darunter Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Robert Schumann. Auch ihre eigenen Kompositionen stellte sie in diesem Rahmen der Öffentlichkeit vor.


    In den berühmten Londoner Popular Concerts trat sie als verlässliche Kammermusikerin mit erstrangigen Musikerinnen und Musikern des internationalen Musiklebens auf, darunter Clara Schumann, Joseph Joachim, Wilma Norman-Neruda, Emil Sauret und Alfredo Piatti, mit dem sie überdies eine enge Freundschaft verband. So spielte sie z. B. gemeinsam mit Clara Schumann am 19. März 1868 ihre eigene Komposition „Andante und Variationen“ für zwei Klaviere in der St. James’s Hall, im April 1870 einige der „Ungarische Tänze“ von Johannes Brahms (vgl. Litzmann III, S. 237) sowie im April 1876 dessen „Variationen für zwei Klaviere“ (Litzmann III, S. 334). Mit Joseph Joachim konzertierte sie am 21. März 1884 in der Royal Academy of Music u. a. mit der Violinsonate A-Dur von Johann Sebastian Bach sowie einer der Violinsonaten von Johannes Brahms und trat mit Alfredo Piatti z. B. im Rahmen der Monday Popular Concerts im November 1884 mit Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate für Klavier und Violoncello B-Dur op. 45 sowie im Januar 1887 mit Ludwig van Beethovens Cellosonate g-Moll op. 5 Nr. 2 auf.

    Auch als Klaviertrio waren Agnes Zimmermann, Joseph Joachim und Alfredo Piatti häufig in den Monday Popular Concerts der St. James’s Hall zu hören: so spielte das Trio z. B. im März 1891 die englische Erstaufführung der überarbeiteten Fassung von Johannes Brahms’ frühem Klaviertrio H-Dur op. 8 (The Times London vom 11. März 1891, S. 3).

    In späteren Jahren nahm der Cellist Hugo Becker die Stelle von Alfredo Piatti ein.

    In ihren eigenen Konzerten trat sie in den 1890er Jahren u. a. mit Emily Shinner und deren Streichquartett auf, so z. B. bei einem Konzert im Juni 1893, wo sie gemeinsam mit dem Shinner Quartet Antonín Dvořáks Klavierquintett A-Dur op. 81 aufführte (vgl. The Times London vom 9. Juni 1893, S. 3). Auch Wilma Normann-Neruda zählte zu ihren Kammermusikpartnern, so z. B. bei einem Auftritt in den Kammermusikkonzerten des Leighton-House, wo die beiden Musikerinnen Ludwig van Beethovens Kreutzer-Sonate spielten (The Times London vom 22. November 1898, S. 4).


    Als Pianistin, Kammermusikerin und Komponistin beschränkte Agnes Zimmermann ihren Wirkungskreis im Wesentlichen auf London, obwohl sie über ausreichend internationale Kontakte verfügte. Ausnahmen waren eine Deutschlandtournee, die sie im Jahr 1864 unternahm und bei der sie u. a. im Leipziger Gewandhaus auftrat, sowie zwei weitere Tourneen, die sie 1879/80 und 1882/83 durch die USA führten. Über diese Konzertreisen ist bislang nichts Näheres bekannt. Nach 1900 zog Agnes Zimmermann sich nach und nach aus dem öffentlichen Konzertleben zurück; ihr letzter öffentlicher Auftritt fand vermutlich 1913 statt.


    Neben ihrer erfolgreichen Laufbahn als Pianistin war Agnes Zimmermann auch als Komponistin und Herausgeberin tätig. Zu ihren Lebzeiten wurden ihre Kompositionen, vor allem ihre Klavier- und Kammermusik, kontinuierlich aufgeführt. Die meisten ihrer Werke orientieren sich an klassischen Musikformen, wobei ihren Klavierkompositionen häufig Tanzformen verschiedenster Epochen wie Gavotte, Bourrée, Sarabande, Marche oder Mazurka zugrunde liegen. Nicht nur beim Publikum, sondern auch unter ihren Kammermusikpartnern fanden ihre Kompositionen Anerkennung. Gemeinsam mit Clara Schumann führte Agnes Zimmermann, wie bereits erwähnt, ihr „Andante und Variationen“ für zwei Klaviere im April 1870 auf. Ihre erste Violinsonate d-Moll op. 16 von 1868 ist Joseph Joachim gewidmet, der auch die Uraufführung spielte. Die beiden folgenden Violinsonaten, Sonate für Violine und Klavier a-Moll op. 21 (1876) und Sonate für Violine und Klavier g-Moll op. 23 (1879) wurden von Wilma Norman-Neruda uraufgeführt.

    Weniger bekannt waren die Vokalwerke von Agnes Zimmermann, auch wenn bereits 1863 – Agnes Zimmermann war 16 Jahre alt – ihre ersten Liedkompositonen im Druck erschienen, darunter drei Lieder nach Texten von Robert Burns, Thomas Moore und William Shakespeare. Noch 1908 schrieb ein Rezensent der London Times über ihre “Hymn of Trust”: “Agnes Zimmermann’s ‘Hymn of Trust’ (Novello and Co.) is fine in conception and successful in achievement, and even though the writing for the piano is better than that for the voice, it is far above the average of sacred songs.” („Agnes Zimmermanns ‚Hymn of Trust’ (Novello und Co.) ist feinsinnig konzipiert und gelungen in der Ausführung, und selbst wenn ihre Klavierwerke besser sind als ihre Vokalwerke, so sind diese doch weit über dem Durchschnitt anderer geistlicher Lieder.“; The Times London vom 29. August 1908, S. 12)


    Agnes Zimmermann machte sich zudem als Bearbeiterin und Herausgeberin von Klavierwerken einen Namen. Bereits 1869 wurden ihre Bearbeitungen von Werken Johann Sebastian Bachs gedruckt, Werke von Georg Friedrich Händel, Charles Gounod und Joseph Haydn folgten. Als Herausgeberin wurde sie vor allem für ihre praktischen Ausgaben von drei wesentlichen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts bekannt: Im Jahr 1873 erschien in London ihre Edition sämtlicher Klaviersonaten Ludwig van Beethovens (2nd Ed. 1880), 1876-1878 gab sie sämtliche Klaviersonaten von Wolfgang Amadeus Mozart heraus und ab 1883 erschien sukzessive und in mehreren Auflagen das von ihr herausgegebene Gesamtwerk für Klavier von Robert Schumann.


    Agnes Zimmermann starb im Alter von 78 Jahren am 17. November 1925 in London. Ihr Nachlass, einschließlich ihrer Kompositionsmanuskripte, wurde der Royal Academy of Music übergeben.

    Würdigung

    In einer Konzertkritik, die am 13. Mai 1876 in der Zeitschrift “The Academy and literature“ erschien, schrieb der Rezensent: „Miss Zimmermann is far too well known as a true artist and an admirable pianist to need any eulogium from us.” (“Miss Zimmermann ist viel zu bekannt als wahrhafte Künstlerin und bewunderswerte Pianistin, als dass sie Lobeshymnen von uns benötigen würde.“) Fünfzehn Jahre später sekundierte George Bernard Shaw über einen ihrer Auftritte in den Monday Popular Concerts: „[…] and Miss Agnes Zimmermann played the pianoforte part in the Schumann quintet like the excellent artist she is“ („[…] und Miss Agnes Zimmermann spielte den Klavierpart des Schumann-Quintetts als jene herausragende Künstlerin, die sie ist“; April 1892, Laurence 1981, Bd. 2, S. 606).

    Tatsächlich scheint Agnes Zimmermann eine herausragende Pianistin und Komponistin gewesen zu sein, die sich im Londoner Musikleben zu einer anerkannten Musikerin entwickelt hatte und die von Publikum und Presse gleichermaßen begeistert aufgenommen wurde. Trotzdem blieb es stets vergleichsweise still um sie, möglicherweise auch, weil sie sich von neueren kompositorischen Entwicklungen weitgehend fern hielt. Im Nachruf der London Times heißt es: „Her compositions, refined works in chamber music form, were appreciated, but her real distinction was as an interpreter of classical piano music. Hers was a classic style of performance, the style belonging to her repertory, which ranged from Mozart and Beethoven to Schumann and Chopin.“ („Ihre Kompositionen, feinsinnige Kammermusikwerke, wurden sehr geschätzt, aber ihre wahre Bestimmung lag in der Interpretation von klassischer Klaviermusik. Zu ihr gehörte ein klassischer Interpretationsstil, der zu ihrem Repertoire passte, das sich von Mozart und Beethoven bis zu Schumann und Chopin erstreckte.“; The Times London vom 17. November 1925, S. 16)

    Rezeption

    Die Tätigkeiten von Agnes Zimmermann werden bislang kaum rezipiert. Auch ihre Kompositionen gerieten weitgehend in Vergessenheit, nachdem sie selbst ihre Werke nicht mehr aufführen konnte. Lediglich in Zusammenhang mit Forschungen über Joseph Joachim, Clara Schumann und Alfredo Piatti, wird ihr Name hin und wieder genannt.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Agnes Zimmermann hat ein umfangreiches kompositorisches Werk hinterlassen. Neben den gedruckten Werken sind zahlreiche Kompositionen nur als Manuskripte erhalten, die sich vermutlich größtenteils in der Royal Academy of Music in London befinden. Von den dort vorhanden drei Bänden mit Kompositionsmanuskripten wurde bislang m. W. kein Verzeichnis erstellt.


    Orchesterwerke


    Orchesterouvertüre (keine weiteren Angaben möglich).


    Kammermusik


    Sonate für Violine und Klavier d-Moll op. 16, London 1868.

    Sonate für Pianoforte und Violoncello op. 17. Mainz: Bei B. Schott's Söhnen, 1872.

    Suite für Violine, Violoncello und Klavier D-Dur op. 19, London 1873.

    Sonate für Violine und Klavier a-Moll op. 21, London 1876.

    Sonate für Violine und Klavier g-Moll op. 23, London 1879.

    Streichquartett Es-Dur (keine weiteren Angaben möglich).

    Streichquintett für Klavier und Bläserquartett Es-Dur (keine weiteren Angaben möglich).

    Klaviertrio A-Dur (keine weiteren Angaben möglich).

    Klavierquartett c-Moll (keine weiteren Angaben möglich).


    Klavierwerke


    Drei Clavierstücke. London 1865.

    Bolero op. 2 (keine weiteren Angaben möglich).

    Barcarolle op. 8 (keine weiteren Angaben möglich).

    Mazurka for the Pianoforte op. 11. London 1869.

    Marche op. 13, London 1869.

    Spring Melody for the Pianoforte. London, [1869].

    Gavotte for the Piano-Forte op. 14. London 1870.

    Presto alla tarantella op. 15. London ca. 1869.

    Gavotte in E minor for the Pianoforte op. 20. London 1873.

    Suite op. 22. London 1878.

    Bourée op. 24. London 1883.

    Klaviersonate g-Moll (keine weiteren Angaben möglich).

    Canon, Sarabande and Gigue für Klavier (keine weiteren Angaben möglich; vor 1867).


    Vokalmusik


    Ihre Lieder sowie ihre Kompositionen für Klavier wurden größtenteils bei Novello & Co in London gedruckt.


    All that's bright must fade. Song, written by T. Moore. London, [1863].

    Blow, blow thou winter wind, from Shakespeare's "As you like it". London, [1863].

    The Joyous Birds are singing. A May song. London, [1864].

    My Heart is sair for somebody. Words by R. Burns. London, [1863].

    After War. Song ("He came when the war"). The words by I. Craig. London, [1869].

    Crocus Gathering. Song ("Come gather"). The words by S. Evans. London, [1869].

    The Exile. Song ("The swallow with summer"). The words by T. Hood. London, [1869].

    Six Four-part Songs. London, [1869].

    Fairy Song. A Four-part Song, the poetry by Shakspeare. London: Novello & Co., n.d.

    Good Night. A Four-part Song, the words by Mrs. Hemans. London: Novello & Co. n.d.

    Gone for ever. A Four-part Song, words by C. Rossetti. London: Novello & Co. n.d.

    Love, I may not tarry here. Song. London, [1869].

    Oh! that we two were Maying. Song, words by C. Kingsley. London, [1869].

    The Stars are with the voyager. Song, the words by T. Hood. London, [1869].

    Adieu. Song ("Let time and chance combine"). Words by T. Carlyle. London, [1878].

    Blow, breeze of spring. Song, words by I. Craig. London, [1878].

    The Children's Prayer. Hymn ("Father of all"). The words by A. L. London, [1883].

    Fairy Song. Words by Shakespeare. London: Novello & Co, 1886.

    Benediction Service. Ould (S. G.), 1901.

    Lordly Gallants. A Four-Part Song. Poetry by G. Wither. London: Novello & Co, 1901.

    Hymn of Trust. Sacred Song, the words by O. W. Holmes. London: Novello & Co, 1908.



    Ausgaben und Bearbeitungen


    Bach, Johann Sebastian. Bourée in C arranged for the Pianoforte by A. Zimmermann. London, [1869].


    Bach, Johann Sebastian. Bourée in E flat arranged for the Pianoforte by A. Zimmermann. London, [1869].


    Bach, Johann Sebastian. Gavotte in G (from Suite VI for Violoncello) arranged for Pianoforte by A. Zimmermann. London, [1869].


    Beethoven, Ludwig van. Sonatas for the Pianoforte. Edited & fingered by A. Zimmermann. London: Novello, [1873]. New ed. London: Novello, 1880.


    Gounod, Charles. Saltarello composed for a full orchestra transcribed for the Pianoforte by A. Zimmermann. Solo & Duet. London: Novello, Ewer & Co., [1871].


    Handel, George Frideric. Second Concerto composed for the Harpsichord or Organ arranged for the Pianoforte by A. Zimmermann. London, [1869].


    Haydn, Joseph. Menuetto from Haydn's Quartett in D minor arranged for the Pianoforte by A. Zimmermann. London, [1879].


    Macfarren, G. A. (George Alexander), Sir. Third sonata: for the pianoforte. Second edition with fingering by Agnes Zimmermann. London: Novello, Ewer & Co, [ca. 1890].


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Sonatas for the Pianoforte. Edited & fingered by A. Zimmermann. London, [1876; 1878].


    Schumann, Robert. Complete Works for the Pianoforte. Edited and fingered by A. Zimmermann. 3 Vol. London; New York: Novello, Ewer & Co, [1883, 1889, 1895 und 1907-1908].

    Repertoire

    Agnes Zimmermann war vor allem für ihre Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires bekannt, darunter Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Robert Schumann. Hinzu kamen die Interpretationen ihrer eigenen Kompositionen. Eine Repertoireliste lässt sich aufgrund fehlender Informationen zur Zeit nicht erstellen. Nachgewiesen sind bislang die Aufführungen folgender Werke:


    Bach, Johann Sebastian/Liszt, Franz. Fantasie und Fuge g-Moll.

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 5/2.

    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert Es-Dur op. 73.

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 47.

    Brahms, Johannes. Klaviertrio H-Dur op. 8 (zweite Fassung).

    Brahms, Johannes. „Ungarische Tänze“ (keine Präzisierung möglich).

    Brahms, Johannes. „Variationen über ein Thema von Joseph Haydn“ B-Dur op. 56b.

    Brahms, Johannes. Violinsonaten (keine Präzisierung möglich).

    Dvořák, Antonín. Klavierquintett A-Dur op. 81.

    Dvořák, Antonín. Klaviertrio B-Dur op. 21.

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Sonate für Klavier und Violoncello B-Dur op. 45.

    Scarlatti, Domenico: Klaviersonaten (keine Präzisierung möglich).

    Schumann, Robert. Etudes Symphoniques op. 13.

    Schumann, Robert. Violinsonate a-Moll op. 105.

    Quellen

    Literatur


    Arbuthnot, Lady. In Memoriam Agnes Zimmermann: Pianist and Composer, 1847-1925. In: The Musical Times LXVII (1926), S. 28-29.


    Fétis, François-Joseph. Biographie universelle des musiciens. 2 Bände. Bruxelles, 1860-1865.


    Fuller-Maitland, John Alexander. English Music in the Nineteenth Century. London 1902.


    Fuller, Sophie: The Pandora Guide to Women Composers: Britain and the United States, 1629-Present. London 1994, S. 345-347.


    Gardner, John R., Jones, Gaynor G. Artikel “Zimmermann, Agnes (Marie Jacobina)”. In: Julie Ann Sadie /Rhian Samuel (Hg.): The New Grove Dictionary of Women Composers. London / New York: Macmillan Press, 1994, S. 512.


    Laurence, Dan H. (Ed.). Shaw’s Music. The Complete Musical Criticism of Bernard Shaw. 3 Vol. Second revised edition. London: The Bodley Head, 1981.


    Litzmann, Berthold. Clara Schumann. Ein Künstlerleben. Nach Tagebüchern und Briefen. 3 Bände. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1909.


    Obituaries. In: The Musical Times LXVI (1925), S. 1136.


    Shaw, George Bernard. Build Another Opera House. In: The World vom 18. März 1891. Neudruck in: Laurence 1981, Bd. 2, S. 290-295.


    Shaw, George Bernard. Why Drag in Velasquez? In: The World vom 20. April 1892. Neudruck in: Laurence 1981, Bd. 2, S. 604-607.


    Ternant, A. De: Short Sketches of Contemporary Women Composers: Agnes Zimmermann. In: The Englishwoman’s Review XVIII (1887), S. 17-18.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    The Academy and literature 7 (1875), S. 466.

    The Academy and literature 9 (1876), S. 472.

    The Times London vom 14. Dezember 1863, S. 12.

    The Times London vom 1. November 1870, S. 12.

    The Times London vom 10. Oktober 1871, S. 4.

    The Times London vom 22. März 1884, S. 12.

    The Times London vom 18. November 1884, S. 10.

    The Times London vom 31. März 1885, S. 10.

    The Times London vom 11. März 1891, S. 3.

    The Times London vom 9. Juni 1893, S. 3.

    The Times London vom 6. März 1894, S. 12.

    The Times London vom 30. Oktober 1894, S. 10.

    The Times London vom 22. November 1898, S. 4.

    The Times London vom 16. Mai 1899, S. 12.

    The Times London vom 29. August 1908, S. 12.

    The Times London vom 17. November 1925, S. 16 (Nachruf).

    Forschung

    Agnes Zimmermann hat große Teile ihrer Notenbibliothek sowie die Manuskripte ihrer Werke der Royal Academy of Music hinterlassen. Drei gebundene Konvolute mit den Manuskripten ihrer Kompositionen befinden sich daher in der Royal Academy of Music Library in London, ebenso etliche der gedruckten Ausgaben.

    Mehrere Briefe von Agnes Zimmermann an Joseph Joachim befinden sich im Staatlichen Institut für Musikforschung, Preußischer Kulturbesitz, Berlin.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Agnes Zimmermann umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche. Nur wenig ist über die Interpretin und ihr Verständnis des klassisch-romantischen Repertoires bekannt, obwohl vermutlich bereits eine Untersuchung der von ihr erstellten praktischen Ausgaben in diesem Punkt Vieles erhellen könnte. Auch die Kontakte zu Interpretinnen wie Clara Schumann, Joseph Joachim, Wilma Norman Neruda und Alfredo Piatti sind bislang nahezu unerforscht. Von ihren Kompositionen wurde bislang m. W. kein vollständiges Werkverzeichnis erstellt, analytisch-soziologische Betrachtungen der Kompositionen fehlen ganz. Über mögliche Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts bekannt.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 121651667
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116994754
    Library of Congress (LCCN): n87842337
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, Die Grundseite wurde im September 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 28.09.2007
    Zuletzt bearbeitet am 23.11.2017


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Agnes Zimmermann“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 23.11.2017
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Agnes_Zimmermann