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  • Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre

    von Claudia Schweitzer
    Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre. Porträt von Françoise de Troy (1645-1730)
    Namen:
    Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre
    Geburtsname: Élisabeth-Claude de Jacquet
    Lebensdaten:
    geb. in Paris,
    gest. in Paris,

    Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre wurde vermutlich am 15. oder 16. März 1665 geboren, denn sie wurde am 17. März 1665 getauft.
    Tätigkeitsfelder:
    Cembalistin, Komponistin
    Charakterisierender Satz:

    „On peut dire que jamais personne de son sexe n’a eu d’aussi grands talens qu’elle pour la composition de la musique, & pour la manière admirable dont elle l’executoit sur le Clavecin & sur l’Orgue.“


    („Man kann sagen, dass niemals eine Person ihres Geschlechts ein solch großes Talent für die musikalische Komposition und für die bewundernswerte Art, mit der sie das Cembalo und die Orgel spielte, besaß.“)


    (Edouard Titon du Tillet. Le Parnasse François. Paris: 1732, R Genf: 1971, S. 636)


    Profil

    Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre war eine außergewöhnlich erfolgreiche französische Komponistin und Cembalistin, die ihre Jugend am Hofe Ludwigs XIV. verbrachte und später in einer Künstlerehe und als Witwe ihre Karriere als professionelle Musikerin erfolgreich fortsetzte.

    Orte und Länder

    Im zentralistisch ausgerichteten französischen Königreich des 17. Jahrhunderts konzentrierte sich die musikalische Karriere Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerres ausschließlich auf den Hof und die Stadt Paris. Es sind keinerlei Reisen der Musikerin überliefert.

    Biografie

    Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre wurde am 17. März 1665 getauft, ihr Geburtstag dürfte kurz zuvor anzusetzen sein. Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre, Tochter des Pariser Organisten Claude Jacquet († 1702) und dessen Frau Anne de la Touche († 1698), hatte drei Geschwister, die ebenfalls als professionelle Musikerinnen und Musiker tätig waren: Nicolas (um 1662–1707, Cembalolehrer und Organist an Saint-Pierre in Bordeaux) Anne (1664–1723/26, Cembalistin bei Mademoiselle de Guise) und Pierre (1666–1739, Organist an Saint-Nicolas-du Chardonnet und später Nachfolger seines Vaters an Saint-Louis-en-l’Île in Paris). Zur Familie gehörte auch der Onkel Élisabeth-Claude Jacquets, ein bekannter Pariser Instrumentenbauer.

    Claude Jacquet unterrichtete seine Tochter sorgfältig, die sich schnell zu einer geschickten Cembalistin und Komponistin entwickelte.


    Am Hof Ludwigs XIV.

    Im Alter von fünf Jahren spielte Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre vor König Ludwig XIV., der von der Kunst der jungen Cembalistin sehr angetan war. Madame de Montespan, seine Maitresse, nahm das Mädchen daraufhin zu sich. Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre kam so in den Genuss einer aristokratischen Erziehung.

    Schon bald war das junge Mädchen als Wunderkind in der Stadt bekannt. Der „Mercure galant“ bezeichnete 1678 „la petite Mademoiselle Jaquier“ („die kleine Mademoiselle Jaquier/Jacquet“) als „merveille de nostre Siecle“ („unser Jahrhundertwunder“). In diesem Jahr spielte sie das Cembalo bei einer Reihe von Opernaufführungen im Hause von Louis Le Mollier („Mercure galant“ 1678, S. 126-130).

    Sie trat am Hof auf und spielte in Hauskonzerten bei Adeligen. Es wurde berichtet, dass sie die schwierigsten Stücke vom Blatt singe und spiele, aus dem Stegreif akkompagniere und komponiere („Mercure galant“, Juli 1677). 1685 notierte der Marquis de Dangeau in seinem Tagebuch: „1er juillet, 23 juillet, 9 août. - Il y eut chez Monseigneur un petit Opéra dont la petite Mademoiselle Jacques a fait tous les airs. Elle n’a, je crois, que 20 ans.“ („1. Juli, 23. Juli, 9. August. – Bei Monseigneur gab es eine kleine Opernaufführung, für die die kleine Mademoiselle Jacquet alle Arien gemacht hat. Sie ist, glaube ich, erst 20 Jahre alt.“, Chantal Masson. „Journal du Marquis de Dangeau“, S. 198).

    1687 erschien ein erster Druck mit Kompositionen Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerres. Es handelt sich um „Les Pièces de Claveßin. Premier livre“ mit vier Cembalosuiten, bestehend jeweils aus einem „Prélude“ (drei „Préludes non mésurés“ und einer „Tocade“) und verschiedenen Suitensätzen. Besonders die Préludes bestechen durch Dissonanzenreichtum und italienisch beeinflusste Klangfarben. Der Druck ist König Ludwig XIV. gewidmet.


    Heirat

    Einen großen Umbruch im Leben Élisabeth-Claude Jacquets bedeutete die Heirat am 23. September 1684 mit dem Organisten Marin de la Guerre (1658–1704). Sie verließ daraufhin den Hof Ludwigs XIV. An der Seite ihres Mannes lebte Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre als aktive und anerkannte Künstlerin. Sie veranstaltete regelmäßig Konzerte in ihrer Wohnung und gab Cembalounterricht. Ihr wohl bekanntester Schüler war ihr Patensohn Louis-Claude Daquin. „Le livre commode des adresses de Paris“ von Pradel aus dem Jahre 1691 führt unter der Rubrik „Maîtres pour le Clavecin“ ausdrücklich beide Eheleute auf. Titon du Tillet berichtete über die Musikerin, dass „tous les grands Musiciens & les bons Connoisseurs alloient avec empressement l’entendre toucher le Claveçin: elle avoit sur-tout un talent merveilleux pour preluder & jouer des fantaisies sur le champ, & quelquefois pendant une demie heure entiere elle suivait un prelude & une fantaisie avec des chants & des accords extrémement variez & d’un excellent goût qui charmoient les Auditeurs.“ („Alle großen Musiker und Musikkenner waren eifrigst beflissen, sie am Cembalo zu hören: Sie hatte vor allem ein wundervolles Talent, aus dem Stegreif zu präludieren und zu fantasieren, und manchmal folgte sie eine ganze halbe Stunde lang dem Fluß ihrer Ideen in einem Präludium und einer Fantasie mit außerordentlich variierten Melodien und Akkorden und einem ausgezeichneten Goût, der alle Zuhörer verzauberte.“ Titon du Tillet. Le Parnasse Français, S. 636)

    1694 wurde ihre Tragédie en musique „Cephale et Procris“ in der Académie Royale de musique in Paris aufgeführt und gedruckt. Trotz begeisterter Berichte fanden allerdings nur wenige Aufführungen statt.


    Witwe

    Der einzige Sohn, der aus der Ehe von Élisabeth-Claude Jacquet und Marin de la Guerre hervorging und angeblich die musikalische Begabung seiner Mutter geerbt hatte, starb 1704 im Alter von 10 Jahren. Im selben Jahr verstarb auch Marin de la Guerre.

    Die Witwe setzte ihre musikalischen Tätigkeiten fort. 1707 veröffentlichte sie die bereits um 1695 komponierten sechs Sonaten für Violine und Cembalo sowie die „Pièces de Clavecin qui peuvent se joüer sur le Viollon“. Mit der Veröffentlichung des ersten Bandes ihrer „Cantates françaises sur les sujets tirez de l’Écriture“ von 1708 begründete sie eine neue Kompositionsgattung, die von Komponisten wie etwa Louis Nicolas Clérambault, Jean-Baptiste Morin, Sébastian de Brossard oder André Campra aufgegriffen werden sollte. Das „Journal des sçavants“ nahm 1709 Bezug auf die Neuheit der Gattung, wenn es hieß: „Comme ces Cantates sont d’un genre nouveau, nous ne sçaurions nous dispenser d’y faire attention. On avoit crû jusqu’ici qu’il n’y avoit que le Badinage & le Merveilleux de la Fable, qui fussent propres à la Musique. Des personnes accoûtumées à se défendre des préjugez, ont crû qu’on pouvoit faire de la Musique un usage plus noble & plus utile, & cependant aussi agreable. Le succés de l’execution justifie la singularité du dessin. […] A l’égard de la Musique, nous ne doutons pas que les Connoisseurs n’y trouvent leur compte du côté des Chants & de l’Harmonie: mais, outre ce merite, nous y avons remarqué une méthode qu’on ne sçauroit trop recommander aux musiciens. Mademoiselle Delaguerre forme toûjours son dessin de Musique sur le sens ou la passion qui regne dans chaque morceau, & y subordonne l’expression des mots, qu’elle rend fort heureusement, mais qu’elle se garde bien d’outrer“. („Da diese Kantaten von völlig neuer Art sind, müssen wir ihnen Aufmerksamkeit schenken. Bislang ging man davon aus, dass nur das Scherzhafte und das Wunderbare der Fabel geeignet für die Musik seien. Personen, die daran gewöhnt sind, sich gegen Vorurteile zu verteidigen, glaubten, dass man von der Musik einen edleren und nützlicheren, und dennoch sehr angenehmen Gebrauch machen könne. […] Was die Musik betrifft, so zweifeln wir nicht, dass die Kenner bei den Melodien und Harmonien auf ihre Kosten kommen: Neben diesem Vorzug haben wir dort aber auch eine Methode bemerkt, die man den Musikern nicht genug empfehlen kann. Mademoiselle Delaguerre richtet den Verlauf der Musik immer nach dem Sinn oder der Leidenschaft, die in einem jeden Stück vorherrschen und ordnet diesem den Ausdruck der Worte unter. So erfolgreich sie darin ist, so sehr hütet sie sich auch, es zu übertreiben.“ Journal des sçavants, 7. Januar 1709, S. 13f.). Sämtliche Werke sind wiederum König Ludwig XIV. gewidmet.


    Ende der Konzerttätigkeit

    Um 1715 zog sich Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre schließlich aus dem öffentlichen Leben zurück. Sie lebte von Unterrichtsstunden und dem Verkauf ihrer gedruckten Kompositionen. Nemeitz berichtete 1718 aus Paris: „Die concerts bey der berühmten Mademoiselle La Guerre, welche in ihrer Jugend und nachgehends so viele Stücke / auch selbsten einige Opern, componiret hat / haben vor einigen Jahren auffgehöret.“

    Im Jahre 1721 komponierte sie ein „Te Deum“ anlässlich der Genesung von König Ludwig XV. von einer Pockenerkrankung und tauchte damit noch einmal im Umfeld des Hofes auf.

    1726 und 1729 ließ sie ihr Testament abfassen. Die beiden Versionen geben Aufschluss über ihre großzügige Wohnsituation und ihre Besitztümer.Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre starb im Alter von 64 Jahren am 27. Juni 1729.

    Würdigung

    Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre war sicherlich eine begnadete Instrumentalistin. In einer Musiker- und Instrumentenbauerfamilie aufgewachsen und später am Hof erzogen, hatte ihr Talent beste Chancen, sich zu entfalten. Um 1700 besaßen Frauen in Paris außergewöhnlich gute Möglichkeiten, wenn sie eine musikalische Karriere anstrebten. Neben Sängerinnen waren es besonders Cembalistinnen und Organistinnen, die in Paris von ihren musikalischen Aktivitäten leben konnten. Nur so lässt sich erklären, wie Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre als Ehefrau und als Witwe ihre musikalische Tätigkeit öffentlich in dieser Art fortführen konnte.

    Auf kompositorischem Gebiet gehört Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre zu den frühen Vertreterinnen einer Tradition, die italienische Stilelemente in die französische Musik integrierte. Besonders offensichtlich wird dies an ihren „Préludes non mésurés“ des ersten Bandes mit Cembalowerken. Ihre Kantaten und Sonaten zeichnen sich neben harmonischem Reichtum durch eine große Regelmäßigkeit der Form aus. In den „Cantates spirituelles“ herrscht das Secco-Rezitativ vor, dabei folgt der Rhythmus genau der Rezitation des Textes. Die Arien, zumeist in Da capo-Form komponiert, zeugen vom melodischen Einfallsreichtum der Komponistin und der gelungenen Umsetzung verschiedener poetischer Register in Musik. Die „Cantates profanes“ sind demgegenüber freier und in Bezug auf Melodik, Harmonik und Rhythmik noch deutlicher italienisch beeinflusst.

    Sowohl die Gattung der Sonate als auch die der Kantate sind zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch relativ neu in Frankreich. Gegen Ende der Regierungszeit von König Ludwig XIV. konzentrierten sich die Komponisten am Hofe mehr und mehr auf Philippe d’Orléans, der eine ausgeprägte Vorliebe für Italien an den Tag legte. So kam es, dass sowohl die Sonate als auch die Kantate, beides Formen, die in Italien seit mehr als einem Jahrhundert gepflegt wurden, in Paris immer mehr Fuß fassten. Obwohl Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre zu diesem Kreis innovativer Komponisten gehörte, blieb sie doch König Ludwig XIV. treu und widmete ihm zu seinen Lebzeiten all ihre Werke.

    Darüber hinaus gilt Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre als erste Opernkomponistin Frankreichs.

    Rezeption

    Zu Lebzeiten galt Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre als angesehene Künstlerin. Ihre Karriere als „Wunderkind“ konnte sie, nicht zuletzt dank der fortgesetzten Protektion von König Ludwig XIV., ungebrochen im Erwachsenenalter fortsetzen. Die Konzerte, die sie in späteren Jahren in ihrem Haus veranstaltete, waren bekannt und beliebt (vgl. Nemeitz).

    Größtes Lob spendete ihr Titon du Tillet, siehe die oben bereits zitierten Textpassagen. Er stellt sie an die Seite von fünf weiteren Musikern: Jean-Baptiste Lully, Michel-Richard Delalande, André Campra, Marin Marais und Philippe Néricault Destouches.

    Nach Jacquet de la Guerres Tod ließ König Ludwig XV. ihr zu Ehren eine Medaille mit der Aufschrift „Aux grands musicien j’ay disputé le prix“ („Den großen Musikern habe ich den Preis streitig gemacht“) und ihrem Porträt prägen.

    Deutsche wie englische Quellen berichten von ihren instrumentalen und kompositorischen Fähigkeiten, so dass ihr Name noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts auch im Ausland durchaus präsent war (vgl. u. a. Sir John Hawkins, Gerber oder Walther).

    Nach gut 100 Jahren Vergessenheit zählt Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre zu den ersten Komponistinnen, die wieder entdeckt und erforscht wurden und ist derzeit im Konzertleben und auf dem Plattenmarkt sicher eine der am besten vertretenen Barockkomponistinnen. Ihre Fähigkeiten als Instrumentalistin stehen demgegenüber heute eher im Hintergrund.

    Werkverzeichnis

    Bühnenwerke


    Les jeux à l’honneur de la victoire, Ballett, ca. 1681 (verloren)


    Cephale et Procris, Tragédie lyrique, 1694



    Vokalwerke


    Cantates françaises sur des sujets tirez de l’Ecriture, Livre I (Sopran, Violine ad. lib., Bc), Paris 1708


    Cantates françaises, Livre II (1-2 Soprane, Bass, Flöte ad lib., Violine ad lib., Bc), Paris 1711


    Airs, in: Les Amusements de Mgr Le duc de Bretagne, Paris 1712


    La musette ou les bergers de Suresne, Paris 1713


    Cantates françaises (Sopran, Violine, Flöte/Oboe, Bc), Paris ca. 1715


    Te Deum, 1721 (verloren)


    Airs, in: Le théâtre de la Foire, Paris 1721


    Airs, in: Recueil d’airs sérieux et à boire, Paris 1710, 1721, 1724


    Airs, in: Nouveau recueil de chansons choisis, Den Haag, 1729



    Instrumentalwerke


    Les pièces de claveßin, premier livre, Paris 1687


    4 Sonates en trio et 2 sonates pour violon et basse continue, um 1695


    Pièces de clavecin qui peuvent se jouer sur le violon, Paris 1707



    Ausgaben


    Faksimiles


    Quatre sonates en trio, Catherine Cessac (Hg.), Faks., Courlay, France: Fuzeau, 2005


    Cantates françoises, livre 3] Cantates françaises, livre III / Jacquet de LaGuerre, Elisabeth-Claude. - [Faks. der Ausg. Paris, 1715, Courlay, France: Fuzeau, 1999


    Sonaten, Vl Bc, 1707] Sonates pour violon et basse continue: 1707 / Jacquet de LaGuerre, Elisabeth-Claude. - [Faks. der Ausg. Paris, 1707, Courlay, France: Fuzeau, 1999


    Cantates françoises, livre 2] Cantates françaises sur des sujets tirés de l'écriture: Paris, 1711 ; [livre II] / Jacquet de LaGuerre, Elisabeth-Claude. - [Faks. der Ausg. Paris, 1711, Courlay, France: Fuzeau, 1998


    Cantates françoises, livre 1] Cantates françaises sur des sujets tirés de l'écriture: livre 1 / Jacquet de LaGuerre, Elisabeth-Claude. - [Nachdr. der Ausg. Paris, 1708, - Courlay, France: Fuzeau, 1997


    Pièces de clavecin, livre 1] Les pièces de clavecin: premier livre / Jacquet de LaGuerre, Elisabeth-Claude. - [Nachdr. der Ausg. Paris 1687, Courlay, France: Fuzeau, 1997


    [Pièces de clavecin, livre 1] Les pièces de clavessin: premier livre, Jacquet de LaGuerre, Elisabeth-Claude. – Nachdruck der Ausgabe Paris, Baussen, 1687 - Genève: Minkoff, 1996



    Moderne Ausgaben (Auswahl)


    Céphale et Procris, hg. von W. R. Griffiths, Madison/Wisc. 1998


    Esther, Cantata, hg. von C. Misch, Kassel (Furore)


    Judith, Cantata, hg. von C. Misch, Kassel (Furore)


    Pièces de clavecin, hg. von C. H. Bates, Paris 1987


    Triosonaten, hg. von C. H. Bates, Kassel 1993


    Colin TIlney. The Art of the Unmeasured Prelude fort he Harpsichord, Schott 1991 (enthält die Préludes non mesurés)



    Diskografie


    (Auswahl von CDs, die ausschließlich Aufnahmen von Werken Jacquet de la Guerres enthalten)


    Cephale et Procris, Ensemble Musica Fiorita, ORF 2005


    Kantaten „Lisle de Delos“, „Jonas“, Cembalosuite, Ensemble des idées heureuses, Atma 1999


    Kantaten „Le sommeil d’Ulysse“, „Samson“, Instrumentalwerke, Les Voix Humaines, Alpha 1999


    Kantaten „Judith“, „Le Lis et La Rose“, „Le sommeil d’Ulysse“, Violinsonate, Cecilia’s Cercle, Centaur, o. J.


    Sonaten Nr. 1-6 für Violine und Basso continuo, La Beata orlanda, Salto 2000


    Sonaten für Violine, obligate Viola und Basso continuo, La Reveuse, Mirare 2009


    Triosonaten, Camerata moderna, MDG 1997


    Harpsichord Suites Nos. 1-6, Elizabeth Farr, Naxos 2005


    Pièces de clavecin (1687), Elizabeth Farr, Naxos 2004


    Cembalowerke, Silvia Elek, Hun 1997


    Cembalowerke, Carole Cerasi, Metro 1997

    Repertoire

    Wie zu ihrer Zeit üblich, spielte Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre ihre eigenen Werke bei Hofe, bei Hauskonzerten und anderen Gelegenheiten. Angeblich spielte sie ausgezeichnet vom Blatt (s.o.), sodass davon ausgegangen werden kann, dass sie die zeitgenössische Musik gut kannte und häufig spielte. Dazu zählen in jedem Fall Cembalo- und Orgelwerke, Kammermusik mit Generalbass, aber auch Bühnenwerke und Bearbeitungen von beliebten Opernarien und Balletten.

    Quellen

    1. Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts


    1.1. Archive


    Archives nationales de  France:

    Minutier central ET / LXII 331 (Institution liagère par Élisabeth Jacquet)

    Minutier central de CIX 1370 (2.8.1704, inventaire après décès de Marin de la Guerre)

    Minutier central ET / LIVI 694 (21.1.1705 bail à Élisabeth Jacquet)



    1.2. Zeitschriften


    Journal des sçavants 7. Januar 1709, S. 13-14, und 6. April 1711, S. 216-218


    Mercure, August 1707


    Mercure galant, Juli 1677, Dezember 1678, März 1687



    1.3. Zeitgenössische Literatur


    D’Aquin de Châteaulyon, Pierre Louis. Lettres sur les hommes célèbres. Amsterdam: 1753


    Gerber, Ernst Ludwig. Historisch-biographisches Lexicon der Tonkünstler: welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Componisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, Dilettanten, Orgel- und Instrumentenmacher, enthält. Leipzig: 1790–1791. R Graz: 1977


    Hawkins, Sir John. A General History of the Science and Practise of Music. Vol. 2. London: 1776. R Graz 1969


    Marpurg, Friedrich Wilhelm. Historisch-Kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik. Berlin 1756, R Hildesheim 1970


    Nemeitz, Joachim Christoph. Sejour de Paris oder Getreue Anleitung, welchergestalt Reisende von Condition sich zu verhalten haben, wenn sie ihre Zeit und Geld nützlich und wohl zu Paris anwenden wollen. Nebst einer zulänglichen Nachricht von dem Königlichen Hoff, Parlament, Universität, Academien, Bibliothequen, Gelehrten, Künstlern, &c. Frankfurt/Main: 1718


    Pradel, Abraham du. Le livre commode contenant les adresses de la ville de Paris et le trésor des almanachs pour l’année bissextile 1692. Paris: 1692. R Genf 1973


    Serre de Rieux, Jean de. Les Dons des enfants de Latone. La musique et la chasse du cerf. Paris: 1734


    Titon du Tillet, Edouard. Le Parnasse François. Paris: 1732, R Genf: 1971


    Trepagne de Menerville, R. Les Amusemens de Monsigneur le duc de Bretagne, Dauphin. Paris: 1712


    Trublet, Abbé. Mémoires pour servir à l’histoire de la vie et des ouvrages de Mrs de Fontenelle et de la Motte. Amsterdam-Paris: 2. Auflage, 1761


    Walther, Johann Gottlieb. Musikalisches Lexikon oder musikalische Bibliothek. Leipzig: 1732. R Kassel-Basel: 1953.



    2. Sekundärquellen


    2.1. Lexika


    Benoit, Marcelle. Dictionnaire de la musique en France aux XVIIe et XVIIIe siècles. Paris: 1992


    Blume, Friedrich (Hg.). Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Kassel: 1949


    Bonnaffé, Edmond. Dictionnaire des amateurs français au XVIIe siècle. Paris: 1884


    Dufourcq, Norbert (Hg.). Larousse de la musique. Paris: 1957


    Ebel, Otto. Women Composers. A biographical Handbook of Woman’s Work in Music. Brooklyn: 1902


    Eitner, Robert. Biographisch-bibliographisches Quellenlexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts. Leipzig: 1900–1904


    Elson, Arthur. Woman’s Work in Music. Portland/Maine: 1976


    Fétis, François Joseph. Biographie universelle. Paris: 1881-1889


    Finscher, Finscher (Hg.). Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Kassel: 1999ff


    Garvey Jackson, Barbara. „Say can you deny me“. A guideto surviving music by women from the 16th through the 18th centuries. Fayetteville: 1994


    Hoefer, Dr. Nouvelle biographie: depuis le temps les plus reculés & jusqu’à nos jours. Paris: 1852-1866


    Honegger, Marc, Massenkeil, Günther. Das große Lexikon der Musik in 8 Bänden, dt. Ausg. Freiburg-Basel-Wien: 1932


    Jal, Auguste. Dictionnaire critique de biographie et d’histoire. Paris: 2. Auflage, 1872


    Mendel, Hermann. Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände. Berlin: 1870


    Paul, Oscar. Handlexikon der Tonkunst. Leipzig: 1873


    Sadie, Julie Anne, Samuel, Rhian (Hg.). The New Grove Dictionary of Women Composers. London: 3. Auflage, 1996


    Schilling, Gustav. Encyclopädie der gesamten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexicon der Tonkunst. Stuttgart: 1835


    Seghers, P. Dictionnaire des musiciens français. Paris: 1961


    Tyrell, John (Hg.). The New Grove Dictionary of Music and Musicians. London: 2. Auflage, 2001


    Weber, Horst (Hg). Komponisten-Lexikon. Stuttgart/Kassel: 2. Auflage, 2003



    2.2. Monographien


    Beci, Veronica. Musikalische Salons. Düsseldorf-Zürich: 2000


    Brossard, Yolande de. Sébastian de Brossard. Théoréticien et compositeur 1655-1730. Paris: 1987


    Benoit, Marcelle. Versailles et les Musiciens du Roi 1661–1733. Étude Institutionelle et Sociale. Paris: 1971.


    Boroff, Edith. An Introduction to Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre. New York: 1966


    Cessac, Catherine. Elisabeth Jacquet de la Guerre. Une femme compositeur sous le règne de Louis XIV. Arles: 1995.


    Newman, William S. The Sonata in the baroque Era. University of Carolina: 1983


    Peacock Jezic, Diane. Women composers. The Lost Tradition Found. New York: 1988. S. 37-43


    Roster, Danielle. Die großen Komponistinnen. Frankfurt/Main, 2. Auflage, 1998


    Schweitzer, Claudia: „…ist übrigens als Lehrerinn höchst empfehlungswürdig“. Kulturgeschichte der Clavierlehrerin. Oldenburg: 2008


    Vilcosqui, Marcel Jean. La femme dans la musique française sous l’Ancien Régime. Paris: 2001



    2.3. Aufsätze


    Bates, Carol Henry. „Elizabeth Jacquet de la Guerre. A New Source of Seventeenth-Century French Harpsichord Music“, in: Recherches sur la musique française classique. 1984. S. 7-49


    Benoit, Marcelle. „A la ville et à La Cour au temps de Du Mont“. In: Le concert des muses. Promenade musicale dans le baroque français. Jean Lionnet (Hg.). Wavre: 1997. S. 33-50


    Borroff, Edith. „Women Composers: Reminiscence and History.” College Music Symposium 1975. S. 26-33.


    Brenet, Michel. „Quatre femmes musiciennes“. In: L’Art. 1894. S. 108-112


    Brossard, Yolande de. „La vie musicale en France d’après Loret et ses Continuateurs 1650-1688“. In: Recherches sur la musique française classique. 1970. S. 117-193


    Brunold, Paul. „Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre“. In: Bulletin de la Société de l’Histoire de l’Art. 1926. S. 53-61


    Cessac, Catherine. „Les jeux à l’honneur, de la victoire d’Élisabeth Jacquet de la Guerre. Premier opéra-ballet“. In: Revue de musicologie. 1995. S. 235-247


    Dorival, Jérôme. „André Campra et la cantate française“. In: Le concert des muses. Promenade musicale dans le baroque français. Jean Lionnet (Hg.). Wavre: 1997. S. 319-332


    Duron, Jean. „Un portrait de Sébastian de Brossard“. In: Le concert des muses. Promenade musicale dans le baroque français. Jean Lionnet (Hg). Wavre: 1997. S. 177-190


    Duron, Jean. „Cette musique charmante du siècle des héros“. in: „Regards sur la musique au temps de Louis XIV“. Jean Duron (Hg.). Wavre: 2007, S. 51-78


    Grétreau, Florence. „The fashion for Flemish harpsichords in France: a new appreciation“. In: Kielinstrumente aus der Werkstatt Ruckers, Konferenzbericht (13.-15. September 1996, Händel-Haus Halle). Halle: 1998. S. 114-135


    Masson, Chantal. „Journal de Marquis de Dangeau 1684-1720“. In: Recherches sur la musique française classique. 1962. S. 193-223


    Rose, Adrian: „Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre and the secular cantate française“. In: Early Music. Nov. 1985. S. 529-541


    Roster, Danielle. „Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre. ,Mit großen Musikern habe ich um den Preis gekämpft.’“ In: Annäherungen VI – an sieben Musikerinnen. Clara Meyer (Hg.). Kassel: 1995. S. 69-79


    Wallon, Simone. „Les testaments d’Élisabeth Jacquet de la Guerre“. In: Revue de musicologie. 1957. S. 206-214



    3. Links


    http://books.google.de/books?id=8vJu8gykYUEC&pg=PA80&lpg=PA80&dq=%22jacquet+de+la+guerre%22&source=bl&ots=lmRsZOAuoq&sig=ysCHA1_OXks6TEt1_7DdIcaMTzw&hl=de&ei=47JAS9D3OseO_AbmjbGFCQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAgQ6AEwADiCAQ#v=onepage&q=%22jacquet%20de%20la%20guerre%22&f=false

    Anthology of Music by Women (Stand: 3.1.2010)


    http://books.google.de/books?id=FKDGY4U27QMC&pg=PA37&lpg=PA37&dq=%22jacquet+de+la+guerre%22&source=bl&ots=DjfX-IuvjP&sig=4unsy6lQp39vr7NozTxCskOIKtc&hl=de&ei=VbNAS-zDIsOa_QbKz-WBCQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CAwQ6AEwATiWAQ#v=onepage&q=%22jacquet%20de%20la%20guerre%22&f=false

    (Stand: 3.1.2010)


    http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7901351/

    Brustbild und Profil (Stand: 3.1.2010)  


    http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k127370x.item.f1.langEN

    Hörprobe einer Aufnahme aus der Bibliothèque Nationale de France (Stand: 3.1.2010)


    http://medieval.org/emfaq/cds/acc90392.htm

    Liste mit verschiedenen CD-Einspielungen von Werken Jacquet de la Guerres (Stand: 3.1.2010)


    http://philidor.cmbv.fr/jlbweb/jlbWeb?html=cmbv/BurAff&path=/biblio/bur/00/60/60.pdf&ext=pdf

    (Stand: 3.1.2010)


    http://www.archiv-frau-musik.de/Komponistinnenj.htm

    (Stand: 3.1.2010)


    http://www.siefar.org/dictionnaire-des-femmes-de-l-ancienne-france/notices/jacquet-de-la-guerre-lisabeth/532.html

    (Stand: 3.1.2010)


    http://www.sophie-drinker-institut.de/Jacquet%20de%20la%20Guerre.htm

    (Stand: 1.1.2010)


    http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7901350/

    Porret, Leloy, Brustbild, Profil, Relief auf Münze (Stand: 3.1.2010)


    www.cairn.info/load_pdf.php?ID_ARTICLE=CLIO_025_0249

    (Stand: 3.1.2010)


    http://www.erg.at/iatgm/IATGM_Jahresbericht_2006-07.pdf

    Markus Grassl: Elisabeth-Claude Jacquet de La Guerre (Stand: 3.1.2010)

    Forschung

    Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre war eine der ersten Komponistinnen, die ausführlich erforscht wurde. Die Quellen befinden sich in Paris, die meisten in den Archives nationales de France und in der Bibliothèque nationale de France. Cathérine Cessac hat wichtige Veröffentlichungen über Jacquet de la Guerre vorgelegt.

    Forschungsbedarf

    Das Leben und das kompositorische Œuvre Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerres sind gut erforscht. Möglicherweise ließen sich in Tagebüchern aus dem höfischen Umfeld und Adelskreisen noch Informationen zu ihrer Karriere als Cembalistin und Organistin eruieren und aufgeführte Werke und eventuelle weitere SchülerInnen bestimmen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 12412219
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 119075113
    Library of Congress (LCCN): n79091210
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Claudia Schweitzer, Juli 2010

    Übersetzung: David Babcock


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 22.09.2010
    Zuletzt bearbeitet am 28.04.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Claudia Schweitzer, Artikel „Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 28.4.2014
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Élisabeth-Claude_Jacquet_de_la_Guerre