Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (105%)
  • DeutschEnglish
  • Ziele und Methoden von MUGI

    Genderforschung/Frauen- und Geschlechterforschung


    Fortführung und Weiterentwicklung der Genderforschung in Europa und ihre Verankerung im musik- und kulturwissenschaftlichen Diskurs


    Das Projekt "Musikvermittlung und Genderforschung im Internet" entstand vor dem Hintergrund der Genderforschung bzw. Frauen- und Geschlechterforschung, die sich zunächst in den USA etablierte (women studies, gender studies, queer studies) und sich auch in Europa rasch fortentwickelte. Dennoch wird Musikgeschichte nach wie vor in erster Linie als Geschichte von Autoren und Werken und nicht als Geschichte des kulturellen Handelns erforscht und geschrieben. Das führt dazu, dass Musikerinnen, die beispielsweise häufig nicht in der Öffentlichkeit gewirkt haben oder aber in Bereichen wie Interpretation, Musikpädagogik und Musikförderung tätig waren, gar nicht erst ins Blickfeld des Interesses geraten sind. Dass bisher geschlechtsspezifische Fragestellungen nur sehr zögerlich Eingang in die musikwissenschaftliche Forschung und Lehre gefunden haben, ist darüber hinaus in den verbreiteten Vorbehalten gegenüber der "new musicology"-Bewegung in den USA und ihren theoretischen Grundlagen begründet. Deswegen ist es ausdrückliches Ziel des Projekts, die Frauen- und Geschlechterforschung vor allem in methodischer Hinsicht weiterzuentwickeln und in das Fach Musikwissenschaft an Universitäten und Hochschulen zu integrieren.


    Musikgeschichtsschreibung


    Beitrag zu einer "anderen" Musikgeschichtsschreibung des kulturellen Handelns (Einbeziehung z. B. von Interpretationsgeschichte, Formen des Musizierens im privaten bzw. halböffentlichen Raum, der Geschichte der Musikvermittlung mit Worten und ohne Worte, der Musikförderung usw.)


    Ziel des Projektes ist es, zu einer "anderen" Musikgeschichtsschreibung beizutragen, in der Musik als kulturelles Handeln verstanden wird. Das bedeutet, dass Aspekte, die in herkömmlichen werkbezogenen Darstellungen nicht berücksichtigt werden, in die Forschung einbezogen werden, so z. B. Interpretationsgeschichte, musikalische Produktions- und Kommunikationsformen außerhalb des öffentlichen Bereichs, Orte kulturellen Handelns und die Geschichte der Musikausbildung und -förderung als Teile einer weitaus umfassenderen Geschichte der Vermittlung von Musik.


    Forschungslücken


    Aufzeigen der nach wie vor großen Forschungslücken in Bezug auf musikalische Tätigkeiten von Frauen


    Konkretisiert wird diese neue Form der Musikgeschichtsschreibung im lexikalischen Teil. Die Arbeit von Interpretinnen, Musikschriftstellerinnen, Mäzeninnen, Initiatorinnen von musikalischen Salons etc. wird in die Darstellung mit einbezogen. Damit wird ein wichtiger, aber weitgehend unbekannter Teil der europäischen Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart ins Blickfeld gerückt. Neben der Auswertung und Vernetzung bereits vorhandenen Wissens wird darüber hinaus auf Forschungslücken im Bereich der musikalischen Tätigkeiten von Frauen aufmerksam gemacht, um neue Forschung zu initiieren.


    Kommunikationsnetz


    Aufbau eines Kommunikationsnetzes für WissenschaftlerInnen, MusikerInnen, Musikstudierende und die interessierte Öffentlichkeit


    Die Forschungsplattform "Musikvermittlung und Genderforschung im Internet" versteht sich auch als Kommunikationsnetz, über das Informationen ausgetauscht und Kontakte hergestellt werden können. Zudem können hier unpublizierte oder vergriffene Texte und bislang der Öffentlichkeit nicht bekannte oder zugängliche Quellen veröffentlicht werden.


    Darstellungsformen im Internet


    Entwicklung und Umsetzung multimedialer Präsentationsformen in der Vermittlung von Musik und in der Darstellung von Arbeitskontexten von MusikerInnen und von genderspezifischen Sachthemen


    Die multimedialen Präsentationen zu einzelnen Musikerinnen und Sachthemen nutzen als frei gestaltete Webseiten die spezifischen Möglichkeiten des Internets (Multimedialität, nicht-hierarchische Darstellung, Interaktivität, Fortschreibbarkeit). MUGI leistet mit der Vermittlung von Musik und der Darstellung von Arbeits- und Lebenszusammenhängen von MusikerInnen einen innovativen Beitrag dazu, zeitgemässe Formen der Musikvermittlung zu erarbeiten. MUGI reagiert damit auf den Wandel zur heutigen Informationsgesellschaft.


    Verbesserung der Lehre


    Anwendungsbezogene Projekte wie etwa die Erarbeitung einer multimedialen Präsentationen oder die Erstellung einer digitalen Materialsammlung zu Seminarthemen sollen Studierenden berufsqualifizierende Erfahrungen im Umgang mit dem Internet und mit multimedialen Formen ermöglichen und zu einer Bereicherung der Lehre beitragen.


    Transfer von Hochschulforschung und -lehre in die Ausbildung an allgemeinbildenden Schulen


    Der Umgang mit Internet und Neuen Medien ist für SchülerInnen oft besonders motivationsfördernd. Daher sind insbesondere die multimedialen Präsentationen für die Vorbereitung und Durchführung des Musikunterrichts attraktiv. Zudem tragen sie zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik bei.