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  • Panorama der Vielfalt

    Kooperation mit der Gesamtschule Bergedorf. Realisierung von Silke Wenzel und Florian Rügamer (2015)

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    Impressum

    SchülerInnen der Klasse 12h der Gesamtschule Bergedorf: Konzept, Texte, Materialauswahl


    Silke Wenzel: Redaktion, Konzept


    Florian Rügamer: Gestaltung und Programmierung


    Diese multimediale Präsentation entstand 2015 im Rahmen des Projekts „Musik und Gender an weiterführenden Schulen“ unter Leitung von Beatrix Borchard und Bettina Knauer. Beteiligter Lehrer: Bernd Ruffer.


    MUGI - Musik und Gender im Internet

    Kontakt: mugi[at]hfmt-hamburg.de

    Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Harvestehuder Weg 12, 20148 Hamburg


    Zum Abspielen wird ein leistungsstarker Desktop-Rechner und moderner Browser empfohlen (Google Chrome, Mozilla Firefox, Internetexplorer ab Version 11 bzw. Microsoft Edge).


    Kommentar

    Das Projekt „Musik und Gender an weiterführenden Schulen“ unter Leitung von Beatrix Borchard und Bettina Knauer wird in Hamburg seit 2010 als Projektpartnerschaft zwischen WissenschaftlerInnen, jungen KünstlerInnen, LehrerInnen und SchülerInnen durchgeführt, mit dem Ziel SchülerInnen und LehrerInnen einen Einblick in die musik- und kulturwissenschaftliche, genderorientierte Forschung zu ermöglichen. Am Projekt nahmen bislang ca. 120 SchülerInnen teil, Klassenstufe 6-13. Durch aktive Mitwirkung an kleineren Forschungsprojekten, Einbindung in den wissenschaftlichen wie künstlerischen Betrieb an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Erarbeitung eigener Formate zur Musikvermittlung gemeinsam mit Studierenden der wissenschaftlichen und künstlerischen Studiengänge, etc. lernen SchülerInnen Fragestellungen und Methoden der Musik-, Literatur- und Kulturwissenschaft kennen.

    Die grundsätzliche Anwendungsbezogenheit, die im Vermittlungsprojekt Musik und Gender angelegt ist, bezieht sich – und die multimedialen Seiten des Internetportal MUGI sind hier Vorbild – auch auf Vermittlung neuer Räume für Musik im Internet. Desweiteren sollten durch den Transfer Fragestellungen und Themen, die für die Jugendkultur repräsentativ sind, in den Forschungsbereich aufgenommen werden. An der Stadtteilschule Bergedorf (beteiligter Lehrer: Bernd Ruffer) wurden in einem komplexen Prozess das Thema „Panorama der Vielfalt. Musik und Gender in der heutigen Popularkultur“ aufgebaut.


    Panorama der Vielfalt. Musik und Gender in der heutigen Popularkultur an der Stadtteilschule Bergedorf


    Am Beginn des Projektes standen Überlegungen zum Thema „Über Musik sprechen und schreiben“. Im Kontext des TONALI-Wettbewerbs in Hamburg, bei dem junge MusikerInnen auch in der Kategorie Musikvermittlung antreten, haben über die Bildung einer Jury die SchülerInnen bewertet und die Grundkompetenzen „über Musik zu sprechen“ ausgelotet. Anhand theoretischer Reflexionen und praktischer Übungen wurden weiterhin Formen und Möglichkeiten der Musikkritik und -vermittlung besprochen. Wie kann man Musik in Worte übersetzen? Welche historischen Kontexte erweitern das Verständnis für ein Musikstück und wie kann man durch einen Text Interesse dafür wecken? Im Zentrum stand die Sensibilisierung für Sprachkategorien, derer man sich oft unreflektiert bedient, um Musik zu beschreiben und die musikalische Fachsprache, Metaphern, ästhetische Einordnungen. Relevant wurde Erarbeitetes dann in der Übersetzung in eigene Präsentationen von Musik. Die SchülerInnen wählten ihre Musikstile aus: Pop, Hip Hop, Techno, House, Reggeaton, Rap, Dubstep, Schlager-Revivals, aus dem klassischen Repertoire: Schostakowitsch. In traditionellen Präsentationen bis hin zu performativen Aktionen wie z. B. die Beschreibung/Darstellung des Musikstils durch Integration in einen inszenierten Raum, der eine Clubatmosphäre assoziierte, haben die SchülerInnen ihr Wissen um und kulturelles Handeln mit Musik übersetzt. Die Club- und Eventkultur wurde als wesentlicher Bezugspunkt weiterhin nach den Kriterien: Club policy, Designs (Architektur, Interieur, Artworks, Darstellungen im Internet), Dj/Djanes, Zielgruppen beschrieben, inhärente Grenzüberschreitungen wie Hedonismus, Exzess, Rausch, Cross-Dressing, Queer analysiert und zuletzt noch einmal unter dem Thema „Techno und Clubkultur aus Perspektive der Gender Studies“ in einem 4-stündigen Workshop mit Jan Simons (MA-Studierender an der Uni Hamburg) zusammengefasst. Gerade durch die Aktualität des Themas für die SchülerInnen und ihr Interesse wurden die Grundvoraussetzungen des Tranfers Wissenschaft – Schule noch einmal auf den Prüfstein gestellt: Die Fähigkeit zu differenzieren und zu kontextualisieren, biographisch, historisch, geschlechtsspezifisch, kulturspezifisch, schichtspezifisch, gattungsspezifisch, materialspezifisch. Vor allem mussten Deutungsversuche angeboten werden, die Perspektivität und Historizität der eigenen Rezeption bewusst machten.

    In einem letzten Projektteil wurden die Ergebnisse der SchülerInnen unter drei Kategorien gebündelt, mit dem Ziel einen multimedialen Raum des Projektes im Internet zu realisieren.
















    Die Kategorien und Einzelthemen:



    1. Gender/Aspekt


    Androgynität in der Popmusik


    Emanzipation und Künstlerinnenstyling in den 1970/80er Jahren. Das Beispiel Anni-Frid Lyngstad


    Sexualität zu Werbezwecken. Wie benutzen weibliche Sängerinnen ihren Körper für das Marketing? Nicky Minaj und Shakira im Vergleich


    Genderspezifische Vermarktungsstrategien im Rapgeschäft


    2. Raum/Form


    Reggaetón-Kultur. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Perspektive


    Die Club Welt Hamburgs: Welche Clubs in Hamburg sind besonders angesagt. Eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern der Stadtteilschule Bergedorf


    Minderheiten im Hip-Hop


    Homosexualität in der Hip Hop Szene


    3. Kultur/Politik


    Die Rolle der Frau in der afghanischen Musikkultur 1960-2010


    Die Rolle der Frau in der afghanischen Musikkultur 2000-2013


    Russendisco


    Musik als Politik: Der Fall Pussy Riot



    Der Effekt des Vermittlungsprojekt seitens der Wissenschaft und seitens der Schule: Staunen. Die forschend Fragenden sahen sehen sich bei einem solchen Projekt nicht einem fest definierten ‘Stoff‘ gegenüber, an dem sie sich ‘abarbeiten‘, sondern arbeiten mit einem Pool heterogener Materialien und Fragestellungen, mit denen umzugehen ist. Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung des Projektes können die Fragestellungen grundsätzlich in den Fächern Musik, Deutsch, Geschichte, Englisch, Theater, Philosophie und Kunst Platz finden – für die Kontextualisierung der Themen auch absolut wünschenswert.


    Design und Programmierung


    Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten gemeinsam mit Silke Wenzel das Konzept der multimedialen Präsentation, welches vorsieht, die virtuellen, performativen Räume für Musik, auf einen konkreten, architektonischen Raum zu übertragen: das gemeinsame Klassenzimmer. Verteilt auf den quadratischen Grundriss repräsentieren drei Tischgruppen die übergeordneten Kategorien (Gender/Aspekt, Raum/Form und Kultur/Politik), darauf verteilt ‘Handouts‘, umringt von jeweils vier Stühlen – stellvertretend für die Einzelthemen. Sowohl über dieses Intereur als auch ‘traditionell‘ über die Menuführung lassen sich kurze Einführungstexte einblenden und nach Mausklick die zugehörigen Einzel-Präsentationen starten. Diese werden nach dem Vorbild von ‘Powerpoint-Presentationen‘ auf ein ‘Smartboard‘ projeziert. Der dreidimensionale Raum passt sich in das Design des Portals „MUGI - Musikvermittlung und Genderforschung im Internet“ ein.

    Realisiert wurde dieses Vorhaben mit der noch relativ jungen und experimentellen Webtechnologie „Web Graphics Library“ (kurz: WebGL), die es ermöglicht, die Grafikkarte bzw. den Grafikprozessor der LeserInnen direkt anzusprechen. Das Ergebnis sind hardwarebeschleunigte, interaktive 3D-Grafiken ähnlich einem Computerspiel oder einem Animationsfilm. Derzeit (Stand: Ende 2015) ist WebGL noch nicht offizieller Bestandteil der Spezifikationen des World Wide Web Consortiums (W3C), übersteigt also den Funktionsumfang von HTML5. Die Unterstützung in modernen Webbrowsern (Firefox und Chrome) – einen leistungsfähigen Computer mit aktuellen Grafiktreibern vorausgesetzt – ist dennoch gegeben (vgl.: http://caniuse.com/#feat=webgl), lediglich auf mobilen Endgeräten und Tablet-PCs sind diese Voraussetzungen zum Teil (noch) nicht erfüllt.

    Die Website „Panorama der Vielfalt“ dient so auch als Machbarkeitsstudie für künftige multimediale Präsentationen, basierend auf 3D-Design.


    Florian Rügamer