Herzlich Willkommen bei MUGI

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  • Natalia Pschenitschnikova

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    Impressum

    Konzept: Kirsten Reese und Natalia Pschenitschnikova

    Webdesign und -programmierung: b_random

    Michaela Metzger

    Fotografie auf der Startseite: Alexander Zabrin


    Diese Seite wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "Musik und Gender im Internet" am Musikwissenschaftlichen Seminar Musikhochschule Detmold/ Universität Paderborn realisiert und vom Innovationsprogramm der Universität Paderborn finanziert. Leitung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, wissenschaftliche Mitarbeit: Kirsten Reese.


    Kommentar

    1. Genese und Projekthintergrund
    2. Entstehungsprozess und Methoden


    Genese und Projekthintergrund


    Die multimediale Präsentation zu Natalia Pschenitschnikova entstand im Herbst 2001 als eine von acht “Fallbeispielen“ für multimediale Darstellungen auf der Internetplattform des Forschungsprojekts MUGI, für das damals das Gesamtkonzept erarbeitet wurde. Vier multimediale Präsentationen waren zeitgenössischen Komponistinnen gewidmet: Natalia Pschenitschnikova, Kirsten Reese, Ana Maria Rodriguez und Katia Tchemberdji. Die Präsentationen wurden von Kirsten Reese, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei MUGI, in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Komponistin inhaltlich konzipiert und von einer/einem Webdesigner/in programmiert. Bei jeder Präsentation standen jeweils andere Aspekte im Mittelpunkt der Darstellung, die sich zum einen aus der Materiallage und dem Profil der Komponistin (Arbeit mit elektronischen Medien, Performance, Unterrichtstätigkeit usw.) ergaben, zum anderen aus der Absicht, in den Fallbeispielen verschiedene Methoden und Darstellungsformen auszuprobieren (also z.B. interaktive Werkdokumentationen, Interview mit Audioausschnitten usw.). Auch Layout und Design wurden bewusst immer verschieden konzipiert, um jeder Seite ein eigenes „Gesicht“ zu geben, das auch durch die Art der Darstellung inhaltliche Akzente setzt.


    Kirsten Reese: Sehen/Hören/Lesen/Assoziieren. Überlegungen zu Darstellungsmöglichkeiten in und mit multimedialen und interaktiven Medien


    Entstehungsprozess und Methoden


    Die erste Besprechung über mögliche Inhalte der Internetsite fand bei Natalia Pschenitschnikova zu Hause statt. Die Autorin (Kirsten Reese) und die Komponistin gingen Materialien aus dem Archiv von Pschenitschnikova durch - Fotos von Performances, Skizzen, Partituren, Programmhefte, Kataloge. Anhand der jeweiligen Projekte entwickelte sich ein Gespräch, in dem Pschenitschnikova quasi en passant wichtige Aussagen über Aspekte und Hintergründe ihrer Arbeit formulierte. So entstand die Idee, diese Aussagen in einer Art Mini-Interview als „Statements“ aufzunehmen, um auf der Internetsite in wenigen Sätzen bestimmte Aspekte ihrer Arbeit zu charakterisieren. Wichtig ist, dass diese Sätze im konkreten Umgang mit dem Material entstanden. Ein Beispiel: auf der 3. Seite des Bereichs "Psalm" sind Fotos von Arbeitsskizzen abgebildet, die erkennen lassen, auf welch kleinem Papierformat die Komponistin arbeitete. Dazu ist folgendes Audio-Statement anklickbar: „Ich arbeite selten am Tisch, ich arbeite überall eigentlich. Ich kann mir nicht so einen Luxus leisten, am Tisch zu arbeiten, weil ich über Stücke nachdenke, wenn ich auf dem Spielplatz bin, Gemüse schneide, oder wenn ich im Zug sitze, und wenn ich dann zu Tisch komme kann ich das nur aufschreiben, oder ich schreibe das einfach irgendwohin, auf Papier, das ich mithabe, deswegen ist so ein kleines Format entstanden.“ Dies antwortete Pschenitschnikova auf die Frage, warum sie ihre Skizzen auf so kleinformatigen Papier schreibt. Ihre Aussage spricht "typische" Gender-Themen an - Kinder (Spielplatz), Küche (Gemüse schneiden) - die Fragen der Arbeitsorganisation und -ökonomie von Frauen berühren.

    Es wird ein komplexes Feld an miteinander verwobenen Themen und Fragen eröffnet, ohne jedoch eindeutige Antworten zu bieten oder gar festzuschreiben, da Pschnenitschnikovas Aussage nur als Audio, aber nicht schriftlich abrufbar ist.


    Kirsten Reese und Natalia Pschenitschnikova einigten darauf, zwei neuere Werke/Performances für eine Präsentation auf der Webseite auszuwählen: „Kante an Kante“ (2001) und "Psalm 69" (2001). Ausgangspunkt des Konzepts für die Seitenstruktur und die Inhalte der Site, das Kirsten Reese dann erarbeitete, waren Programmhefttexte der Komponistin zu diesen Arbeiten. Die Texte beschreiben den Hintergrund und das Anliegen, den Arbeitsprozess, und den Inhalt der Stücke. Man erfährt aus ihnen etwas über Pschenitschnikovas persönliche Geschichte, etwa in dem Text zu der in einem Bus uraufgeführten Performance „Kante an Kante“, die Erinnerungen an das Busfahren in Moskau mit philosophischen Texten zum Thema Zeit verknüpft.


    Es wurde angestrebt, das multimediale Material zu den Texten der Komponistin so zu gruppieren, dass ein Kommentar von außen überflüssig würde. Die in der Ich-Form und in einem unakademischen, witzigen Stil geschriebenen Texte werden als authentisches Material behandelt, um das das andere Material gruppiert wird. Es handelt sich also um eine Montage aus kurzen Texten und wenigen gesprochenen (also nur als Audiodatei abrufbaren) Sätzen sowie Scans, Fotos und Videos, die auf die inhaltlichen Aspekte zugeschnitten sind. Im Bereich "Bus" z.B. lassen sich Scans von vier Seiten aus einem Schulheft, in der zu singende oder sprechende Texte und Aufführungsanweisungen der Performance eingeklebt waren, durch Anklicken vergrößern. An dem Deckel des Heftes kann man erkennen, dass es sich um eine alte Schulkladde handelt, es entsteht also ein assoziativer Bezug zum Thema "Zeit", dem Thema der Performance. Im Video wiederum sieht man, dass Pschenitschnikova aus der Schulkladde singt, die auf der Internetseite abgebildet ist, es wird deutlich, dass es sich tatsächlich um ihr Aufführungsmaterial handelt. (Die Internetpräsentation bietet der/dem Nutzer/in hier also mehr als den Besuchern der Live-Aufführung: diese konnten in der Performance das Heft, aus dem die Performerin singt, nur aus einiger Entfernung sehen, und daher nicht unbedingt erkennen, dass es sich um eine alte Schulkladde (mit einem Bezug zum Thema "Zeit") handelt.)


    Ein Beispiel dafür, wie die audiovisuellen Möglichkeiten des Mediums genutzt werden, findet sich auf der 6. Seite des Bereichs "Psalm". Hier ist neben dem Audio-Statement „Pausen sind mir wichtig“ ein Video abrufbar, das die Pausen innerhalb des Stücks zeigt: der/die Nutzer/in kann sehen, wie das Ensemble innehält, die dramaturgische Bedeutung der Pausen (in denen nach den Anweisungen in der Partitur auch die Luft angehalten werden soll, wodurch die Interpreten also in eine körperliche Anspannung versetzt werden) wird auf eine Weise vermittelt, wie es in einem nur auditiven Medium wie einer CD nicht möglich wäre.


    Die Internetseite wurde von der Künstlerin und Webdesignerin/-programmiererin Michaela Metzger gestaltet. Die Gestaltung hat ein klares Farbkonzept und wirkt insgesamt "schnörkellos", ebenso wie die Navigationsführung: den Nutzern wird z.B. nicht "verraten", was sich hinter Begriffen wie "Bus" und "Psalm", die zu den Bereichen über die beiden vorgestellten Kompositionen/Performances führen, verbirgt. Wie oben beschrieben wird auf der Site nur Originalmaterial verwendet. Auf redaktionelle Texte und Kommentare wird verzichtet, der Sinn ergibt sich aus der Zusammenstellung der Medien und Originaltexte.