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  • Johanna Magdalena Beyer

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    Impressum

    Inhalte: Archiv Frau und Musik, Constanze Holze

    Webdesign/Programmierung: Alexander Sommer, wavestorm new media


    Diese Seite wurde 2002 im Rahmen des Forschungsprojekts "Musik und Gender im Internet" am Musikwissenschaftlichen Seminar Musikhochschule Detmold/ Universität Paderborn realisiert und vom Innovationsprogramm der Universität Paderborn finanziert. Leitung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, wissenschaftliche Mitarbeit: Kirsten Reese.


    Kommentar

    Genese


    Die multimediale Präsentation zu Johanna Beyer entstand im Herbst 2001 als eine von acht "Fallbeispielen" für multimediale Darstellungen auf der Internetplattform des Forschungsprojekts MUGI, für das damals das Gesamtkonzept erarbeitet wurde. Die multimedialen Präsentationsformen wurden jeweils von einer Autorin inhaltlich erarbeitet (bei Zeitgenossinnen im Austausch mit der Komponistin/Musikerin) und in Zusammenarbeit mit einer Medienagentur oder einer/einem Webdesigner/in umgesetzt. Je nach Materiallage und Forschungsstand wurden jeweils andere Schwerpunkte gesetzt (z. B. interaktive Module zum Thema "Interpretation", multimediale Aufarbeitung des historischen Kontextes, interaktive Werkdokumentationen usw.). Auch Layout und Design wurden bewusst verschieden angelegt, um jeder Seite ein eigenes "Gesicht" zu geben, das möglichst auch durch die Art der Darstellung inhaltliche Akzente setzt.


    Die multimediale Präsentation zu Johanna Beyer enthält im wesentlichen multimedial aufbereitetes Quellen- und Archivmaterial. Constanze Holze schreibt in ihrem Kommentar zum Konzept der Internetseite (s. unten) unter III. Problematisierung: "Unter Berücksichtigung sämtlicher Möglichkeiten, die das Medium Internet heute bietet, kann die Präsentation trotz der Vielfalt der einbezogenen Quellen nicht wirklich multimedial genannt werden, da eine mögliche Wechselwirkung der einzelnen Präsentationen noch zu wenig beachtet worden ist. Die Möglichkeiten interaktiven Lernens, die auf einen stärkeren Ausbau der Multimedialität gesetzt hätten, wurden zunächst nicht ausgeschöpft." Nach der heutigen Struktur der Forschungsplattform MUGI (Stand: Mai 2004) kann man sich fragen, ob die vorliegende Seite als eine selbständige multimediale Präsentation gelten kann. Die enthaltenen Materialien zu Johanna Magdalena Beyer hätten stattdessen in der MUGI Materialsammlung abgelegt werden und ohne Schwierigkeiten kontinuierlich erweitert und aktualisiert werden können (siehe Holze unten: III. Problematisierung). Beim damaligen Stand des Forschungsprojekts kam es uns jedoch darauf an, verschiedene Präsentationsformen als "Fallbeispiele" auszuprobieren. Da die gestalterische Einheit der Präsentation durch ihre schlüssigen Navigationsmöglichkeiten durchaus positiv zu sehen ist, haben wir uns entschieden, die Seite nicht zu verändern. (Kirsten Reese)


    Constanze Holze: Kommentar zur multimedialen Präsentation "Johanna Beyer"


    Entstehung: 2001


    Realisierung: Constanze Holze (Konzeption / Inhalt) Umsetzung der Webdarstellung: Alexander Sommer


    Gliederung:

    1. Ausgangspunkt und Zielformulierung

      1. 1. Inhalte / Ausgangspunkt
      2. 2. Zur Methodik der Darstellung
      3. 3. Zielformulierung

    2. Umsetzung und technische Lösung
    3. Problematisierung


    1. Ausgangspunkt und Zielformulierung:


    1.1. Inhalt / Auswahlkriterien zur porträtierten Künstlerin Die Komponistin Johanna Magdalena Beyer ist nach wie vor eine der kaum erforschten Musikerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bisher sind nur wenige Orte der Überlieferung ihrer Werke bekannt, biografische Details liegen vielfach noch im Dunkeln und erfordern aufwändige Recherchen. Als Komponistin gehörte Beyer für ihr kurzes Leben eine signifikante Zeit zu avantgardistischen Zirkeln des amerikanischen Musiklebens und kann als eine der Pionierinnen im Bereich elektronischer Musik gelten. Obgleich nur wenig erforscht, ist das kompositorische Gesamtschaffen Beyers überschaubar und damit auch repräsentativ darstellbar. Teile des Oeuvres liegen in (wenigen) Neueditionen vor, das Gros ist jedoch nach wie vor lediglich in autographen Manuskripten überliefert. Da die Komponistin auf aufwändige Ensembleapparate verzichtete, sind ihre Werke vergleichsweise einfach einzuspielen und aufzuführen. Dies hat selbstverständlich Auswirkungen auf die Materialbasis für eine Präsentation im Internet. Aktuelle Forschungssituation und Erschließungsgrad, außerdem Persönlichkeit und Schaffensformen von Johanna Beyer ermöglichen eine adäquate Darstellung durch das Medium "Internet".


    1.2. Zur Methodik der Darstellung


    Leitender Grundgedanke bei der Erstellung der Präsentation war die Absicht, eine Art "Internet-Archiv" zu dieser Komponistin zu erstellen. "Archiv" deshalb, weil originale Quellen zu dieser Künstlerin nach bisherigem Wissensstand nur denjenigen zugänglich sind, die in die USA reisen und insbesondere die New York Public Library aufsuchen. Dort werden die autographen Manuskripte Beyers verwahrt (und natürlich auch Belegexemplare der nach und nach erscheinenden Neueditionen gesammelt). Die Autographe sich vor Ort anzuschauen ist für WissenschaftlerInnen zwar grundsätzlich möglich, aber ein mit erheblichen Kosten verbundener Weg. Außerdem bedeutet die Arbeit mit Autographen immer auch eine gewisse Gefährdung des Materials, selbst wenn es sich um sehr professionell vorgehende Interessent/innen handelt. Deswegen sollte schon aus konservatorischen Gründen der Blick auf autographe Quellen wirklich nur dann erfolgen, wenn Zweifelsfälle (etwa bei einer wissenschaftlich-kritischen Neuausgabe) geklärt werden müssen. In verschiedenen Bibliotheken geht man mittlerweile den Weg der Verfilmung autographer Quellen - auch dies ist im großen Stil allerdings relativ kostspielig, zumal sich diese auf Mikrofilm erhältlichen Quellen wiederum nur ausgewählte Bibliotheken anschaffen. Vom Film gewonnene Readerprinterkopien werden schon aus urheberrechtlichen Gründen nicht immer angefertigt. Von einer umfassenden "Versorgung" mit Material auf dem herkömmlichen Weg kann also nicht die Rede sein. Das macht sich besonders negativ für die Erforschung der Arbeit von bei Komponistinnen bemerkbar. Da es sich häufig um vergleichsweise schlecht dokumentierte bzw. bisher unzureichend erfasste und selbst über einschlägige Instrumentarien wie RISM nicht einmal identifizierbare Werke von Autorinnen handelt, kann man beim aktuellen Forschungsstand nicht davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit mit einer umfassenden Verfilmung von Quellen zum Schaffen von Komponistinnen gerechnet werden kann. Hier bedingen sich mittlerweile die mangelhafte Forschungslage und die immer prekärer werdenden Kostenprobleme wissenschaftlicher Editionen gegenseitig und behindern - trotz allgemein gewachsener Akzeptanz des Themas und stetig steigendem wissenschaftlichem Interesse - einen Zuwachs an veröffentlichtem Quellenmaterial. Ein "Archiv" zu einer Komponistin im Internet hat also nicht nur Grundinformationen zum Leben der Künstlerin anzubieten, sondern selbstverständlich ein (soweit möglich) komplettes Werkverzeichnis. Die Darstellung sollte ebenso zumindest ausschnittweise die überlieferten ikonographischen Quellen enthalten. Um ein vollständigeres Bild vom künstlerischen Schaffen von Johanna Beyer zu vermitteln, sind Werkbeispiele in Ton und graphischer

    Abbildung (Noten) in die Website eingebunden. Die biografischen und werkbezogenen Inhalte sind aufeinander bezogen, sie ergänzen sich nicht nur gegenseitig sondern durchdringen einander. Voraussetzung war eine relativ ausführliche Darstellung der Quelle/n selbst. Mit knappen Beispielen, die rein illustrativen Zwecken genügen würden, ist es im Fall eines "Archivs" nicht getan. Zugleich ist es nicht hinreichend, durch bloßes Scannen des Motivs, Speichern in Bilddateien und Einstellen ins Netz die Quellen "abzubilden". Zusammenhanglos aneinander gereiht vermittelt sich unter Umständen ein falsches Bild vom Schaffen der Komponistin. Entsprechend wichtig war es, nicht willkürlich Material aufeinander zu häufen, sondern verschiedene Facetten - beispielsweise unterschiedliche Besetzungen - zu zeigen, die Quellen zueinander in Beziehung zu setzen. Dabei sollte jedoch streng nach Quellenart und gebotener Informationsart unterschieden werden. Eine klare Systematik, die sich eindeutig an wissenschaftlichen Kategorien orientiert. war deshalb von zentraler Bedeutung. Archiven ist eigen, dass sie die Originale schützen, aber zugleich das, was die Quelle wertvoll für die Wissenschaft und Allgemeinheit macht, verfügbar halten. Aufgabe dieses Johanna Beyer "Archivs" hatte es demnach zu sein, alle wesentlichen Eigenschaften, die eine Quelle besitzt, möglichst originalgetreu zu zeigen und - die technischen Möglichkeiten nutzend - auch nutzbar zu machen. Ein hohes Maß an Sorgfalt bei der Abbildung der autographen Quellen war deshalb unerlässlich; Übersichtlichkeit und sicherer Zugriff auf die vermittelten Erkenntnisse gehörten zu den Darstellungszielen. Ein wichtiger Bestandteil der Präsentation zu Johanna Magdalena Beyer war es auch, auf die bestehenden Forschungslücken aufmerksam zu machen, Kontaktadressen anzugeben und nachdrücklich die Beschäftigung mit dieser Musikerin anzuregen.


    1.3. Zielformulierung


    Die Webpräsentation zu Johanna Magdalena Beyer hatte das Ziel, ausschnitthafte, dabei aber repräsentative Einblicke in ihr Schaffen und biographische Kontexte einzelner Stücke zu gewähren. Zusätzlich sollten die für das Web aufbereiteten Inhalte (Noten, Tonbeispiele, Sekundärliteratur) als Downloads für jede/n Interessent/in nutzbar gemacht werden. Klare Systematik und schneller Zugriff auf die jeweils am stärksten interessierenden Inhalte sollten mit einer möglichst leichten Navigierbarkeit verbunden werden. Anknüpfungspunkte für eigene Forschungen bzw. für Musiker/innen sollten gegeben werden, aber auch die Kontaktaufnahme mit den besitzenden Bibliotheken/Eigentümern erleichtert werden. Dabei war stets ein zuverlässiger wissenschaftlicher Standard einzuhalten.


    2. Umsetzung und technische Lösung


    Da es eines der grundlegenden Ziele war, die Inhalte webgerecht zu präsentieren (also in aller gebotenen Prägnanz und Konzentration der Inhalte auf Wesentliches), wurde zunächst aus dem vorhandenen Material eine eigene Textgestalt für die verschiedenen Unterrubriken erarbeitet. Die verfügbare Sekundärliteratur wurde in kopier- und scanfähig vorbereitet. Die autographen Papierquellen wurden in Kopie für die Scans verwendet. Voraussetzung war eine Bearbeitung der Scans , um zum Einen der originalen Quellengestalt möglichst nahe zu kommen, zum Anderen aber eine eindeutige Lesbarkeit auch bei weniger hoch auflösenden Monitoren zu gewährleisten. Um dem Grafiker die Anlage einer übersichtlichen und leicht navigierbaren Sitemap zu erleichtern, war es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, eine wirklich detaillierte und ausführliche Gliederung zu liefern, die dieser möglichst direkt in eine entsprechende technische Form umwandeln konnte. Um den unmittelbaren Zugriff der Seitennutzer/innen und eine ständige Übersichtlichkeit zu gewährleisten, wurde die Form eines "virtuellen Karteikartensystems" gewählt. Dabei ist die Laufleiste ständig im Blick, ohne dabei die jeweils angeklickte Seite zu dominieren. Als Dateiformate wurden allgemein gängige Formate gewählt (z. B. Textformate in *.pdf-Format gespeichert), die von jeder/jedem, der sich via Internet leicht die kostenlose Anwendersoftware herunterladen kann, zu öffnen sind. Die dpi-Zahlen der Bildformate wurden so gewählt, dass eine möglichst hohe Auflösung der Bildpixel für eine gute Abbildungsqualität garantierte, dabei aber auch Ausdrucke auf normalen und in Privathaushalten üblichen Druckern problemlos möglich sind. Gerade das Bemühen um Übersichtlichkeit und die Bildbearbeitung erwiesen sich als relativ zeitaufwändige Arbeiten.. Ebenso wichtig war die Verknüpfung mit der Möglichkeit, einige der im Autograph gezeigten Werke auch als Hörbeispiele anzubieten. Auch hierbei war es erforderlich, die Dateigröße der Midi-Files so zu gestalten, dass zu lange Ladezeiten auch auf privaten Rechnern vermieden wurden, andererseits aber auch nicht eine derart hohe Komprimierung der Daten erfolgte, dass das Klangbild verzerrt wurde.


    3. Problematisierung


    Beide Ersteller der Präsentation zu Johanna Magdalena Beyer sind mit dem Resultat im Grundsätzlichen durchaus zufrieden. Es ist gelungen, eine übersichtliche und leicht navigierbare Darstellung zu erarbeiten, die wesentliche Forschungsfragen nicht ausklammert und auch nicht einfach in Affirmation zum Gegenstand verharrt. Stattdessen wurden neben Grundinformationen, downloadbaren Texten, Beispielen und sehr gelungenen Wiedergaben autographer Quellen auch inhaltlich wissenschaftskritische Aspekte berücksichtigt. Der besitzenden Bibliothek wurde selbstverständlich ein Belegexemplar (als CD-Rom) der Seite zugestellt. Die Resonanz war durchweg erfreulich. So schätzte man in der Bibliothek den Bestandsschutz der eigenen Quellen ebenso wie den Multiplikationseffekt durch das Internet und erwägt, die abgebildeten Autographe künftig zunächst als CD-Rom zur Verfügung zu stellen. Insofern darf die Präsentation historischer Dokumente und Quellen im Netz als durchaus wegweisend für weitere Projekte angesehen werden. Eine Aufgeschlossenheit seitens der Eigentümer/innen wertvoller Unikate dürfte in den meisten Fällen gewiss sein. Nach Fertigstellung der Präsentation ergaben sich gleichwohl mehrere Kritikpunkte, die bei künftigen Webseiten Beachtung finden sollten. Durch die individuelle Auftragsarbeit und Vergabe an einen selbstständigen Webdesigner war nach Abschluss des gesamten Prozesses ein verändernder Zugriff auf die Seiten kaum mehr möglich. Das wirft das Problem der laufenden Aktualisierung einer solchen Seite auf. Gerade im Falle wenig(er) erforschter Komponistinnen wäre dies wünschenswert, in Teilen sogar notwendig. Das setzt aber voraus, dass personelle Kontinuität bei der wissenschaftlichen und technischen Betreuung der Seiten geschaffen wird. Auch das voraussehbare Problem eines bei aller Unterschiedlichkeit der Art der Darstellung insgesamt ähnlichen Niveaus der Seiten, was ihren Aussagewert und die Wissenschaftlichkeit der gebotenen Informationen betrifft, kann nur durch eine qualifizierte Fachkraft gewährleistet werden. Ein weiteres Problem war die an sich beabsichtigte übersichtliche - etwas technisch anmutende - Präsentation der Informationen im "Karteikastensystem". Unter Berücksichtigung sämtlicher Möglichkeiten, die das Medium Internet heute bietet, kann die Präsentation trotz der Vielfalt der einbezogenen Quellen nicht wirklich multimedial genannt werden, da eine mögliche Wechselwirkung der einzelnen Präsentationen noch zu wenig beachtet worden ist. Die Möglichkeiten interaktiven Lernens, die auf einen stärkeren Ausbau der Multimedialität gesetzt hätten, wurden zunächst nicht ausgeschöpft. Eine Volltextsuche über die Inhalte aller Seiten ist bei dieser Präsentation nicht möglich, sollte aber grundsätzlich mit bedacht werden.