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Schriften und Sprachen
Wenn man sich in Archive begibt, um historische Quellen zu studieren,
wird man als Erstes damit konfrontiert, dass alle Unterlagen vor Erfindung
des Buchdrucks selbstverständlich Handschriften sind. Aber auch nach
Gutenbergs Erfindung Mitte des 15. Jahrhunderts blieb die Aufzeichnung
und damit die größte Zahl aller archivierten Unterlagen z.B. aus Klöstern
oder Stadtverwaltungen handschriftlich. Dies änderte sich erst mit der
Erfindung und dem Einsatz der Schreibmaschine Anfang des 20. Jahrhunderts.
Handschriften des 18. und 19. Jahrhunderts
Deutschsprachige Dokumente aus dem ausgehenden 18. und dem gesamten
19. Jahrhundert bis hinein ins 20. sind durchgängig in deutscher
Kurrentschrift geschrieben, wie z.B. der Verlagsvertrag zwischen Bernhard Hölscher und
dem Verleger Wilhelm Hertz. Diese Schrift ist für uns heute z.T. wesentlich
schwerer zu entziffern. Man muss sich häufig jeweils neu in die individuelle
Handschrift einlesen. Tabellen für die
Lateinisch-deutschen Cursiv-Schrift
stellen auch hierfür ein gutes Hilfsmittel dar.Niederdeutsche Sprachen Hat man sich einmal mit den unbekannten Zeichensystemen angefreundet, wird das nächste Verständnisproblem deutlich: Was man dort entziffert, kann man kaum verstehen. Mittelalterliche Dokumente sind häufig in Latein verfasst. Findet man deutschsprachige Dokumente vor, so müssen sie noch lange nicht hochdeutsch sein. Im Falle des Münsterlands/Westfalen sind deutschsprachige Dokumente der frühen Neuzeit in der Regel in westfälischem Niederdeutsch verfasst. Auch hier kann man sich einlesen. Wörterbücher und Glossare, zum Teil von Sprachforschern im 19. Jahrhundert zusammengetragen und der Herausgabe älterer Dokumente beigefügt, erleichtern die Übersetzung ins Hochdeutsche. |