Abschied in der Musik

von Fernando Swiech

Liebe Beatrix,

noch nicht lange warst Du in Hamburg angekommen, als ich Dich kennenlernte. Damals habe ich den Wunsch verspürt zu promovieren. Ich habe mich bei Dir gemeldet, um mit Dir über die Möglichkeiten und Herausforderungen zu sprechen, die auf mich zukommen würden. Bei unserem ersten Gespräch wurde mir klar, wie lang der Weg einer Promotion sein würde, wenn man „nur“ das Studium in Kirchenmusik und Orgel abgeschlossen hat. Seitdem habe ich peu à peu viele Stationen hinter mich gebracht. Ein Musikwissenschaftsstudium in der Hochschule, ein zweites Fach an der Uni Hamburg, sowie ein Thema zu finden, dass wie „ein Tier mit sieben Köpfen“ aussah. Bei allen Schritten hast Du mich begleitet, sei es mich fachspezifisch zu orientieren oder verwaltungstechnische Probleme zu lösen. Als Student muss man einen langen Atem haben, vor allem wenn man so viele Fächer nachholen muss. Als Doktormutter muss man auch einen langen Atem haben, viel Geduld und viel Energie investieren und ein wenig Vertrauen haben, dass der Studierende die Promotion ernst nimmt. Dafür dass Du mich bei allen diesen Stationen konstruktiv begleitet hast, mal motivierend, mal herausfordernd, dafür habe ich Dich die ganze Zeit sehr geschätzt.

Ich war mehr als drei Jahre fast in allen Deinen Seminaren. Aus Pflichtveranstaltungen um meine Dissertation schreiben zu dürfen, wurde eine Reihe von Stunden, die mich dazu gebracht haben, lange über meine Arbeit, meinen Auftritt als Künstler und mein musikalisches Umfeld nachzudenken. All das hat mich nachhaltig verändert. Ein Prozess wurde in Gang gesetzt, der noch sehr lange aktiv  sein wird. Durch viele Fragen habe ich Lösungen gefunden, wie z. B. Wie vermittle ich Musik an meine Chorsänger und Orchestermusiker? Wie spreche ich mein Publikum an? Oder wie soll die neue Homepage des Chores und Orchesters gestaltet werden, damit meine musikalischen Ziele erreicht werden.

Musikvermittlung, ein zentrales Thema eines Kirchenmusikers, das im regulären Studium nicht behandelt wird. Es ist ein Glücksfall, dass ich so viel von Dir lernen konnte und noch immer kann.

Jetzt schließt die Zeit in der Hochschule für Musik ab. Ich bin sehr dankbar dafür, was Du für mich und was Du für die Hochschule so viele Jahre getan hast.

Ich bin gespannt, womit Du uns in den nächsten Jahren überraschen wirst. Ich freue mich sehr, noch gut zwei Jahre weiter mit Deiner Betreuung meine Promotion schreiben zu können. Es ist kein Abschied für mich. Schön so!

Ich wünsche Dir alles Gute für Deinen weiteren Weg.

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