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  • Smaragda Eger-Berg

    von Anna Ricke
    Smaragda Eger-Berg, ca. 1908 (Rudolf Jobst & Co, Wien)
    Namen:
    Smaragda Eger-Berg
    Geburtsname: Smaragda Berg
    Varianten: Smaragda von Berg, Smaragda Smaragda Eger-Berg, Smaragda Smaragda Berg, Smaragda Smaragda von Berg
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Korrepetitorin, Klavierpädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „Und die Tage stand ich beim Fenster und wartete bis die majestätische Opernsängerin vorm Hause in ihren Wagen stieg – Und wenn sie zu mir heraufnickte, (...) so war ich nachher stundenlang beim Klavier u. spielte die 'Walküre', eine ihrer besten Partien. Es war ist mir, als verwöbe sich die Wagnerische Musik mit ihrem Namen, (...) ich hätte dort nichts ander[e]s als Wagner spielen können“


    (Smaragda Eger-Berg: „Erinnerung für Frl. v. Mildenburg“; WSB, I.N. 204.289).


    Profil

    Smaragda Eger-Berg, deren Bruder Alban Berg als Komponist der Zweiten Wiener Schule berühmt wurde, war Korrepetitorin, Pianistin und Klavierpädagogin. Sie begleitete namhafte Sängerinnen wie Anna Bahr-Mildenburg, Lula Mysz-Gmeiner oder Frida Leider und trat mit der Diseuse Marya Delvard auf. Bereits in jungen Jahren hatte sie außerdem Kontakte zum Wiener Künstlerkreis um Karl Kraus und Peter Altenberg sowie in ihrer Berliner Zeit zu Arnold Schönberg. Nahezu ihr gesamtes Arbeitsleben gab sie Klavierunterricht. Smaragda Eger-Berg lebte spätestens nach der Scheidung ihrer achtmonatigen Ehe (1907/08) ihre Homosexualität offen aus.

    Orte und Länder

    Smaragda Eger-Bergs Lebensmittelpunkt war Wien, abgesehen von Aufenthalten in Paris und München sowie ihren darauffolgenden Berliner Jahren zwischen 1912 und 1919. Die Sommer verbrachte sie bis 1919 häufig auf dem Landgut ihrer Familie (dem „Berghof“ in Kärnten) und nach dessen Veräußerung in Küb, wo sie zusammen mit ihrer Lebensgefährtin May Keller ein Haus gekauft hatte. Mit May Keller unternahm Smaragda Eger-Berg außerdem zahlreiche Reisen durch Westeuropa.

    Biografie

    Smaragda Maria Berg wurde am 11. September 1886 als Tochter von Johanna Berg (geb. Braun, 1851-1926) und Conrad Berg (1846-1900) geboren. Ihre Brüder waren Hermann Berg (1872-1921), Karl („Charley“) Berg (1881-1952) sowie Alban Berg (1885-1935), der als Schüler Arnold Schönbergs und Komponist der Zweiten Wiener Schule besonders durch seine Opern „Wozzeck“ und „Lulu“ Berühmtheit erlangte.

    Ihren frühen Klavierunterricht erhielt Smaragda Eger-Berg durch ihre Gouvernante Ernestine Götzlik. Jedoch schien sie auch dem Gesang einige Zeit nicht abgeneigt und trat im April 1905, von Alban Berg begleitet, auf einer Veranstaltung zugunsten des Vereins „Kaiserin-Elisabethheim“ auf, worüber Hermann Watznauer (1875-1939), ein Freund der Familie Berg, befand: „ihre weiche, dunkle Stimme war von bezaubernder Schönheit“ (zit. nach Berg 1985, S. 58). Später scheint sie bei dem berühmten Klavierpädagogen Theodor Leschetitzky Unterricht gehabt zu haben, wie Smaragda Eger-Bergs Neffe Erich Alban Berg berichtet (vgl. Berg 1976, S. 10). Smaragda Eger-Berg arbeitete außerdem als Korrepetitorin für Gesangspädagog_innen (u. a. Wilhelm Grüning, vgl. F21 Berg 3527) sowie namhafte Sängerinnen wie Lula Mysz-Gmeiner, Anna Bahr-Mildenburg und Frida Leider in Wien und Berlin. Letztere konstatierte in ihrem Arbeitszeugnis für Smaragda Eger-Berg 1916: „Mit Frau v. Eger studierte ich fast mein gesamtes hochdramatisches Repertoire und habe sie dabei als strenge Rhythmikerin und geistvolle Ausarbeiterin kennen gelernt. Diesen hervorragenden Eigenschaften hatte ich es zu verdanken, dass ich nach kurzer Studierzeit ein grosses Repertoire bewältigen konnte“ (WSB, I.N. 203.733). Später trat Smaragda Eger-Berg auch mit der Diseuse Marya Delvard auf, so beispielsweise im November 1934 im Wiener Frauenklub. Einem Arbeitszeugnis von Anna Bahr-Mildenburg zufolge korrepetierte sie außerdem in deren Darstellungsunterricht nach 1934 (vgl. WSB, I.N. 203.452, genaue Datierung noch nicht erschlossen). Berichten Erich Alban Bergs zufolge unterstützte Smaragda Eger-Berg noch in den frühen 1950er Jahren Sänger_innen der Hauptpartien von „Lulu“ und unterrichtete bis zu ihrem Tod 1954 (vgl. Berg 1985, S. 72f.). In der Österreichischen Nationalbibliothek liegt ein zweiseitiges Verzeichnis von Schüler_innen Smaragda Eger-Bergs vor (ÖNB, F21 Berg 3555).

    Schon über die 12jährige Smaragda Eger-Berg hatte Hermann Watznauer bemerkt: „Sie hatte zwei Seiten: die mädchenhafte und die bubenhafte. Dem Äußeren nach war sie ganz Mädchen, im Wesen aber stak viel Bubenhaftes. (…) Ihre geistige Begabung war eine ganz ungewöhnliche“ (zit. nach Berg 1985, S. 19). Alban Berg berichtete neben Smaragda Eger-Bergs Zuneigung zu ihrer „ersten Liebe“, der Sängerin Marie Gutheil-Schoder, auch von dem Verhältnis zu ihrer Gouvernante Ernestine Götzlik, die Watznauer als „Männerfeindin“ charakterisiert hatte, und die 1900 offiziell aus „Einsparungsgründen“ entlassen wurde (vgl. Knaus/Leibnitz 2012, S. 251). Doch auch für Helene Berg (geb. Nahowski), die spätere Frau Alban Bergs, bekundete Smaragda Eger-Berg unverhohlen Interesse, was von ihrem Bruder argwöhnisch und mit offensichtlicher Eifersucht bemerkt wurde. Möglicherweise um, wie Herwig Knaus und Wilhelm Sincovicz vermuten, ihre Neigungen zu camouflieren (vgl. Knaus/Sincovicz 2008, S. 30), heiratete Smaragda Eger-Berg am 21. April 1907 Adolf Alexander Ritter von Eger (Sohn des Generaldirektors der Südbahngesellschaft, Alexander von Eger). Ihrer Schwägerin Helene Berg berichtete Smaragda Eger-Berg nur wenig später darüber: „Liebste, mit meiner Heirat ist das Unglück erst recht in mich eingedrungen, das ich vorher noch zu kurzsichtig war ganz zu erfassen. Ich kann Dir heute nur das Eine sagen, dass meine Ehe eigentlich kaum Ehe ist + nie eine sein wird. Alles was Liebe ist ist zw. uns geschwunden, von mir total + zur Freundschaft kann es nicht reifen, weil er zu sehr Mann ist“ (ÖNB, F21 Berg 1726/2). In einer Erinnerung an die Sängerin Anna Bahr-Mildenburg bestätigte sie diesen Zustand ihrer Ehe kurz nach der Hochzeitsreise: „Mein Mann u. ich waren damals schon fast ganz auseinander. Er kam nur gerade zum Umkleiden vom Bureau zum Tennisspiel. vom Tennisspiel zur Kartenpartie - - Nur die Nächte waren wir beisammen u. stritten uns bis ich weinte u. wir Beide vom Erschießen sprachen – so war es Nacht für Nacht“ (WBS, I.N. 204.289). Die Scheidung erfolgte nach acht Monaten Ehe. Am 9. Oktober 1908 unternahm sie einen Selbstmordversuch mit Leuchtgas, Alban Berg zufolge aus Liebeskummer: Dieser berichtete seiner späteren Frau, Smaragda Eger-Berg würde von psychiatrischen Behandlungen nichts wissen wollen, „denn sie will nur das eine - - zu ihr !!!!! zu ihr!!“ (zit. nach Knaus/Leibnitz 2012, S. 251).

    Ihre Homosexualität konnte Smaragda Eger-Berg wohl auch durch die freigeistigen Anschauungen der Wiener Künstler- und Intellektuellenkreise ausleben. U. a. mit Peter Altenberg, Karl Kraus, Gustav Klimt, Egon Friedell und Adolf Loos verbrachte sie die Abende und Nächte im Cabaret „Die Fledermaus“, im „Cafe Central“ und im „Löwenbräu“. Alban Berg berichtete seiner damaligen Verlobten im Sommer 1908: „Das ist so mit dem heutigen Abend, der wieder genau so werden wird wie der gestrige. Smaragda draht [österr.: tanzen/„die Nacht durchmachen“] im Kreise schöner Frauen mit Altenberg und Karl Kraus und wird wohl wieder, wenn sie um 3 Uhr nachhause kommt, mit Ida mein Schlafgemach betreten und von ihren Erfolgen und Schwärmereien erzählen“ (zit. nach Rode 1988, S. 392). Neben Karl Kraus, den Smaragda Eger-Berg spätestens 1903 kennenlernte, war besonders Peter Altenberg von der Künstlerin fasziniert und begann eine platonische Beziehung voller extremer Gefühle: „Wir beide, der Dichter mit dem platonischen Herzen, und die romantische Lesbierin, müssen zusammenhalten, und ein neues veredeltes Bündnis eingehen, gegen alle!“ (WSB, I.N. 143.753). Von Smaragda Eger-Berg, die Peter Altenberg als „edle (..) und geistig höchst stehende (...) Lesbierin!“ und seine „arme geliebte Schwester“ (WSB, I.N. 154.752) bezeichnete, forderte er: „Bleiben Sie träumerisch-traurig, in sich gekehrt, wie Beethoven, Mozart, Schubert. Nur unsere Leiden sind wertvoll, süße Frau, und ihnen entrinnen wollen, ist das miserabelste Geschäft, das wir machen können. Siehe Ihre Ehe!“ (WSB, I.N. 154.754).

    Erich Alban Berg berichtet, Smaragda Eger-Berg sei nach ihrer Scheidung mehrere Jahre nach München übergesiedelt, wo sie mit dem Ensemble Wedekinds „Die elf Scharfrichter“ zusammentraf, zu dem auch Marya Delvard gehörte. Knaus und Sincovicz vermuten, dass Smaragda Eger-Berg mit Marya Delvard einige Zeit nach Paris ging, wo sie die spanische Tänzerin Anita Suñen kennenlernte. Aus Paris sandte sie 1910 an ihre Mutter Johanna Berg ein umfassendes Testament, in dem sie Anita Suñen zu ihrer Alleinerbin erklärte. Smaragda Eger-Berg sah es als ihre Pflicht, „Anitas Zukunft zu sichern, da sie wegen mir doch ihre Tanzlaufbahn aufgegeben hat, die ihr ihre Gegenwart, u. auch eventuell ihre Zukunft durch Heirat etz.etz. versichert hätte“ (WSB, I.N. 203.857). Möglicherweise verarbeitete Smaragda Eger-Berg diese wenig später scheiternde Beziehung im fiktiven „Brief einer Tänzerin“, der als Datum 1914 trägt und die Situation eines älteren, beleibteren Mannes schildert, der von einer jungen, hübschen Tänzerin verlassen wird, nachdem er sein Geld für sie hergegeben hat (vgl. WSB, I.N. 204.290). 1912 zog Smaragda Eger-Berg mit ihrer neuen Lebensgefährtin Maria „May“ Keller nach Berlin, wo sie u. a. als Korrepetitorin für Frida Leider und Lula Mysz-Gmeiner arbeitete und Kontakte zum Schönberg-Kreis pflegte. Zusammen mit ihrer Lebensgefährtin führte sie, wie Knaus und Sinkovicz konstatieren, ein „prononciertes Bohemien-Leben“ (Knaus/Sicovicz 2008, S. 89). Smaragda Eger-Bergs Briefe dieser Zeit, in denen sie über zeitgenössische Aufführungen und Kompositionen berichtet und urteilt, zeugen von einem starken musikalischen Selbstbewusstsein, das auch vor Arnold Schönbergs defizitärem pianistischen Können nicht Halt macht: „Er 'spielte' sozusagen dann den langsamen Satz aus der IX. [=Beethovens 9. Symphonie] 4händig, dh. allerhöchstens 3händig mit mir.“ (zit. nach Knaus/Leibnitz 2006, S. 208)


    Mit May Keller kehrte Smaragda Eger-Berg 1919 wegen familiärer Streitigkeiten um das Landgut der Familie Berg nach Österreich zurück. Für zukünftige Sommeraufenthalte erwarben die beiden ein Haus in Küb, das sie zeitweise auch als Pension betrieben. Die gemeinsam erlebten 20er Jahre waren geprägt durch Landaufenthalte in Küb und zahlreiche Reisen und Autotouren des Paares. Als sich Smaragda Eger-Berg ab 1931 wieder vermehrt in Wien aufhielt und neben dem Klavierunterricht auch ihre Korrepetitionstätigkeit wiederaufnehmen wollte, fand sie jedoch keine Beschäftigung mehr. Trotz zahlreicher Bewerbungen und engagierter Fürsprache ihres berühmten Bruders, beispielsweise für den „Internationalen Wettbewerb für Gesang und Klavier“, blieb ihre mehrjährige Arbeitssuche so gut wie erfolglos.

    Wenn es zwischen May Keller und Smaragda Eger-Berg auch bisweilen Spannungen und kurzzeitige Trennungen wegen Smaragda Eger-Bergs Affären (so z. B. mit ihrer Schwägerin Alice Berg) gab, blieben beide bis etwa 1934 ein Paar. Der Zeitzeuge und Freund Alban Bergs, Soma Morgenstern, berichtete: „Sie lebten zusammen und traten als Ehepaar auf. Obwohl in Wien Homosexualität, die weibliche sowohl wie die männliche – wenigsten [sic] damals – recht selten war, gehörte Frau Keller geradezu zur Familie“ (Morgenstern 1995, S. 290f.). Wohl auch deswegen benannte Smaragda Eger-Berg die Trennung von May Keller später als „Ehescheidung“ und betrachtete es (wie auch ihre Brüder) als Pflicht May Kellers, sie weiterhin finanziell zu unterstützen. Durch einige finanzielle Fehlentscheidungen und die insgesamt schwierige wirtschaftliche Lage sahen sich Smaragda Eger-Berg und May Keller mit großen finanziellen Problemen konfrontiert, weswegen Smaragda Eger-Berg von ihren beiden Brüdern Alban und Charley Berg unterstützt werden musste. Darunter litt das Verhältnis zu Alban Berg, das infolge vieler Konflikte ohnehin stark getrübt war, weiter, besonders, nachdem Smaragda Eger-Bergs Freundin Erika Stiedry-Wagner ein offenes Schreiben verfasst hatte, in der sie über die desaströse Lage der Pianistin berichtete und Alban Berg öffentlich dazu aufforderte, seiner Schwester zu helfen. Alban Berg, dessen finanzielle Möglichkeiten jedoch ebenfalls beschränkt waren, hatte weit vorher bereits einige Möglichkeiten zur Geldeinsparung aufgezeigt, die sich aber offenbar nicht mit Smaragda Eger-Bergs Anschauung einer selbstständigen Lebensführung deckten. Ihr Bruder Charley berichtete Alban Berg über die ablehnende Haltung ihrer beider Schwester zu einem der Vorschläge, dass diese „ihre volle Freiheit immer als ihr heiligstes Gut angesehen habe und schon aus diesem Grund mit dem Projekt nicht konform gehe“ (zit. nach Knaus/Sincovicz 2008, S. 417).

    Nach dem Tod Alban Bergs 1935 kann nach momentanem Recherchestand nur auf wenige Quellen zurückgegriffen werden. Trotz ihrer weiteren Tätigkeit als Klavierpädagogin und Korrepetitorin scheint sich Smaragda Eger-Bergs finanzielle Situation nicht verbessert zu haben. Sie starb 1954 verarmt in Wien. Der Todesanzeige zufolge, die nur von ihrem Neffen Erich Alban Berg unterzeichnet wurde, sei sie „nach längerem, in Ergebenheit getragenem Leiden (…) ins bessere Jenseits entschlummert“ (ÖNB, F21 Berg 1726/8), laut Verlassenschaftsabhandlung wird sie „als 'Gelegenheitsarbeiterin, ehemals Korrepetitorin, Befürsorgte' bezeichnet und – schließlich – als Pflegling im Altersheim der Stadt Wien in Lainz geführt“ (Knaus/Sincovicz 2008, S. 431).

    Rezeption

    Smaragda Eger-Berg wurde bisher vornehmlich in ihrer Rolle als Schwester Alban Bergs wahrgenommen. Dies beschränkte sich zudem häufig auf die Einordnung als gesellschaftlich polarisierendes Mitglied der Familie Berg. Ihre musikalischen und künstlerischen Tätigkeiten wurden, abgesehen von wenigen Sätzen, bislang nicht thematisiert.

    Repertoire

    Einen Eindruck von Smaragda Eger-Bergs Repertoire können ihre Arbeitszeugnisse vermitteln: Die Sängerin Lula Mysz-Gmeiner bezeichnete sie als „gewissenhafte, gewandte, im Lied u. Opernfach gleich bewanderte Musikerin“ (WSB, I.N. 203.757). Trotzdem dürfte Smaragda Eger-Bergs Schwerpunkt auf dem (hoch-)dramatischen Repertoire gelegen haben, bei dem sie Frida Leider und später auch Anna Bahr-Mildenburgs Darstellungsunterricht unterstützte. Von Smaragda Eger-Bergs pianistischer Vielseitigkeit zeugen auch die Auftritte mit Marya Delvard: Ein Zeitungsausschnitt berichtet über ein Konzert des Wiener Frauenklubs im November 1934, bei der die ergreifenden Vorträge der Diseuse „auf dem Klavier feinfühlig von Frau S. Eger-Berg begleitet [wurden]“ (ÖNB, F21 Berg 3557).

    Quellen

    Archivmaterial


    Österreichische Nationalbibliothek: F21 Berg 1726/2, 1726/7, 3527, 3555, 3557.


    Wiener Stadtbibliothek: Inventarnummern 143.753, 154.752, 154.754, 203.452, 203.733, 203.757, 203.857, 204.289, 204.290.



    Sekundärliteratur


    Berg, Erich Alban. Der unverbesserliche Romantiker. Alban Berg 1885-1935. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1985.


    Berg, Erich Alban. Alban Berg. Leben und Werk in Daten und Bildern. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1976.


    Morgenstern, Soma. Alban Berg und seine Idole. Erinnerungen und Briefe. Lüneburg: Zu Klampen, 1995.


    Knaus, Herwig (Hg.). Alban Berg. Handschriftliche Briefe, Briefentwürfe und Notizen. (=Quellenkataloge zur Musikgeschichte, Band 29). Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2004.


    Knaus, Herwig und Leibnitz, Thomas (Hg.). Alban Berg. Maschinenschriftliche und handschriftliche Briefe, Briefentwürfe, Skizzen und Notizen. (=Quellenkataloge zur Musikgeschichte, Band 34). Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2005.


    Knaus, Herwig und Leibnitz, Thomas (Hg.): Alban Berg. Briefentwürfe, Aufzeichnungen, Familienbriefe. Das Bergwerk. (=Quellenkataloge zur Musikgeschichte, Band 35). Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2006.


    Knaus, Herwig und Leibnitz, Thomas (Hg.). Altenberg bis Zuckerkandl. Briefe an Alban Berg. Liebesbriefe von Alban Berg. Wien: Erhard Löcker Verlag 2009.


    Knaus, Herwig und Leibnitz, Thomas (Hg.). Briefwechsel Alban Berg – Helene Berg. Gesamtausgabe Teil I: 1907-1911. (=Quellenkataloge zur Musikgeschichte, Band 54), Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2012.


    Knaus, Herwig und Leibnitz, Thomas (Hg.). Briefwechsel Alban Berg – Helene Berg. Gesamtausgabe Teil II: 1912-1919. (=Quellenkataloge zur Musikgeschichte, Band 55), Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2014.


    Knaus, Herwig und Leibnitz, Thomas (Hg.). Briefwechsel Alban Berg – Helene Berg. Gesamtausgabe Teil III: 1920-1935. (=Quellenkataloge zur Musikgeschichte, Band 56), Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2014.


    Knaus, Herwig und Sinkovicz, Wilhelm. Alban Berg. Zeitumstände – Lebenslinien. Salzburg: Residenz Verlag 2008.


    Rode, Susanne. Alban Berg und Karl Kraus. Frankfurt a. M.: Peter Lang Verlag 1988.

    Forschung

    Obwohl Smaragda Eger-Berg in nahezu allen gängigen Alban-Berg-Biographien erwähnt wird, ihre offen ausgelebte Homosexualität, ihr Kontakt zu Künstlerkreisen sowie ihre musikalischen Tätigkeiten seit Jahrzehnten bekannt sind, und zudem ein nicht geringer Nachlass in den Wiener Bibliotheken vorliegt, existieren keine eigenständigen Forschungen über Smaragda Eger-Berg. Ihr Nachlass umfasst nach momentanem Recherchestand unter anderem Briefe von Peter Altenberg, Erika Stiedry-Wagner, Marie Gutheil-Schoder, Anna Bahr-Mildenburg, Frida Leider und anderen Sänger_innen und Künstler_innen der Zeit. Erich Alban Berg stellte im Rahmen seiner beiden Veröffentlichungen zu Alban Berg (1976 und 1985) Bilder und Informationen über seine Tante Smaragda Eger-Berg zusammen. Auf deren Kontakt zu Peter Altenberg ging Susanne Rode-Breymann 1988 in ihrer Dissertation über Alban Berg und Karl Kraus ein. Ausführlichere Abschnitte widmet die Biographie über Alban Berg von Knaus und Sinkovicz Leben und Tätigkeiten Smaragda Eger-Bergs, indem die Zeitumstände und umfangreiche Familienhintergründe des Komponisten herausgearbeitet werden. Weiterhin veröffentlichte Herwig Knaus zusammen mit Thomas Leibnitz den Briefwechsel zwischen Alban und Helene Berg sowie mehrere Quellenkataloge zum Berg-Nachlass in der Österreichischen Nationalbibliothek, wodurch weitere Details über das Familienleben gewonnen werden können. Briefe von und an Smaragda Eger-Berg sind in der Wiener Stadtbibliothek sowie in der Österreichischen Nationalbibliothek einsehbar.

    Forschungsbedarf

    Eine eigenständige Arbeit über Smaragda Eger-Berg stellt ein längst überfälliges Forschungsdesiderat dar, das die Autorin dieses Artikels im Hinblick auf die Rollen, Räume und Bilder einer homosexuellen Künstlerin in ihrer Dissertation zu erarbeiten versucht. Hierfür müssen neben der Auswertung der bisher gesichteten Quellen insbesondere die Antwortbriefe Smaragda Eger-Bergs ausfindig gemacht werden, um weitere Informationen über ihre musikalischen Tätigkeiten als Korrepetitorin und Klavierpädagogin, aber auch über ihr Selbstverständnis als homosexuelle Künstlerin zu erhalten. Im Zuge der weiteren Forschung gilt es auch, weitere Desiderate ausfindig zu machen, die nach momentanem Recherchestand nicht zu überblicken sind.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 5674603
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116129816

    Autor/innen

    Anna Ricke, Stand: 10. Februar 2017


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel zuerst eingegeben am 14. Februar 2017


    Empfohlene Zitierweise

    Anna Ricke, Artikel „Smaragda Eger-Berg“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom ...
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Smaragda_Eger-Berg