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    von Sarah Ross
    Namen:
    Sarah Feigin
    Geburtsname: Sarah Kugel
    Lebensdaten:
    geb. in Riga, Lettland
    gest. in Holon, Israel
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin und Musikpädagogin

    Profil

    Sarah Feigin studierte Klavier und Komposition an der Hochschule für Musik in Riga und schloss beide Studien mit einem Master ab. 1972 wanderte die Komponistin, Pianistin und Musikpädagogin mit ihrer Familie nach Israel aus, wo sie 1973 die Hochschule für Musik in Holon gründete, welche sie bis 1983 auch leitete. Von 1973 bis 1990 arbeitet Feigin zudem für „Jeunesses Musical d’Israël“, und organisierte in diesem Zusammenhang Konzerte für Jugendliche. Bekannt geworden ist Feigin weiterhin für ihre progressive Musikpädagogik, weshalb sie sich in ihren Kompositionen vor allem auf Werke für Klavier und Orgel für den Musikunterricht konzentrierte.

    Orte und Länder

    Sarah Feigin wurde in Riga geboren und verbrachte dort ihr Leben bis zu ihrer Emigration nach Israel. Ihre Kompositionen wurden u. a. in Israel, den USA, England, Frankreich, Deutschland und der Tschechischen Republik aufgeführt.

    Biografie

    Sarah Feigin, geb. Kugel, wurde am 1. Juli 1928 in Riga, Lettland, geboren. Dort studierte sie an der Hochschule für Musik Komposition und Klavier. Im Jahr 1959 erhielt sie von derselben Hochschule ihren Masterabschluss. Noch während ihres Studiums in Lettland heiratete sie Oscar Feigin, einen Professor für Polymerchemie, und brachte die gemeinsamen Kinder Ilana und Carmela zur Welt.


    Feigin begann schon als junge Frau zu komponieren. So entstanden bereits während ihrer Lebensjahre in Riga etwa fünf Ballette zu russischen Märchen (darunter „The Golden Tree“ und „My Happy Days“, beide aus dem Jahr 1956), eine Kinderoper („House of the Cat“, 1959, überarbeitet 1988), verschiedenen Werke für Orchester und Soloinstrumente sowie drei kürzere Werke („Exercise“ und „Poem“, beide aus dem Jahr 1968 und „The Storm“, 1969). Sie verließ Lettland 1972, um mit ihrer Familie nach Israel auszuwandern. Noch im selben Jahr schrieb sie die symphonische Dichtung „Hakshev!“ („Höre!“) für Mezzosopran und Orchester, deren Text aus der Feder E. Narusis stammt. Ein Jahr später, 1973, gründete sie schließlich in Holon, Israel, die erste Hochschule für Musik, welche vor allem neu eingewanderten Musiklehrern und Musiklehrerinnen einen beruflichen Neuanfang ermöglichen sollte. Feigin leitet das Konservatorium bis 1983 und unterrichtete dort Musik und Komposition.


    Von 1973 bis 1990 war Feigin für „Jeunesses Musical d'Israël“ tätig, in deren Rahmen sie nicht nur Konzerte für Jugendliche organisierte. Sie nutze diese weltweit bekannte Nichtregierungsorganisation auch als eine Plattform, um über ihre eigenen Werke – in denen sie meist auch Elemente der israelischen Volksmusik verarbeitete – wie auch über ihre Musikpädagogik mit jungen Nachwuchsmusikerinnen und -musikern zu sprechen. Als Beispiel sei hier auf ihr Stück „Niggunim“ für Klarinette und Klavier hingewiesen, welches sie dem israelischen Klarinettisten Ytzhak Katsap widmete. Diese Stück vereint laut Feigin unter anderem die drei wichtigsten Elemente jüdischer Musik: nämlich Gebet, Gesang und Tanz. Im Jahr 2000 erhielt sie für ihre Arbeit „Thoughts on Playing“ eine Auszeichnung beim internationalen Kompositionswettbewerb in Miami.


    In ihrer Funktion als Musikpädagogin entwickelte Feigin ein innovatives System, das vorsieht die Kinder in Gruppen zu unterrichten. Über ihre Methode referierte und lehrte sie landesweit in verschiedenen musikalischen Bildungseinrichtungen. In diesem Zusammenhang komponierte sie vor allem Werke für Klavier und Orgel für vier bis sechs Hände, welche in ihrem Gruppen-Musikunterricht eingesetzt wurden. Für den gleichen Zweck arrangierte sie auch israelische Volkslieder neu. Ihre Musik ist zum einen durch die Verarbeitung israelischer, volksmusikalischer Elemente gekennzeichnet und darüber hinaus auch von den Werken diverser russischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts inspiriert.


    Am 24. April 2011 starb Sarah Feigin nach schwerer Krankheit in Holon, Israel.

    Würdigung

    Sarah Feigins Leben und Werk zeigen ihre starke Verbundenheit mit Israel. Dies zeigt sich unter anderem in ihrem Werk „Elegie“ für Klaviertrio, welches sie 1995 nur wenige Stunden nach der Ermordung Yitzhak Rabins schrieb.

    Rezeption

    Sarah Feigins Musik wurde sowohl im Radio und in Konzerten in Israel, den USA, in England, Frankreich, Deutschland, Lettland wie auch in der Tschechischen Republik gespielt und aufgeführt. Die Partituren ihrer Musik wurden hauptsächlich vom Israel Music Institute veröffentlicht.

    Werkverzeichnis

    (Auswahl):


    Autumn Song, für Alt-Saxophon und Klavier

    Awakening, für 2 Klarinetten und Klavier

    Beauty of Songs, für Gesang und Klavier

    Caravan, für Flöte, Klarinette und Klavier

    Elegie in Memoriam Yitzhak Rabin, für Klaviertrio

    Fantasia for Clarinet & Piano

    Fantasia for Clarinet and String Quartet

    String Quartet, Soloinstrument und Ensemble

    Fantasia for Flute & Harp

    Fantasia For Two Clarinets & Piano

    Festive Songs For Piano, Book III, Klaviersolo

    Four Hits, arr. für Klavier (vierhändig) und auch Klaviersolo

    Four Scenes, für Klavier

    Humoresque and Habanera, für Violine und Klavier

    In The Name Of..., für Gesang und Klavier

    Kaleidoscope, für Orchester

    Kyle-Yana, für Alt-Saxophon und Klavier

    Listen, symphonisches Gedicht, für solo Gesang und Symphonieorchester

    Lugubre, für Cello und Klavier

    Nigunim, für Klarinette und Klavier

    Playing Together, Songs for Piano, vierhändig

    Quellen

    Dees, Pamela Youngdahl (2004). A Guide to Piano Music by Women Composers: Women born after 1900, Westport, Connecticut, London: Praeger.


    Elias, William Y. (1995), „Feigin, Sarah“, in: Julie Anne Sadie und Rhian Samuel, The Norton/Grove dictionary of women composers, London: The Macmillan Press Limited, S. 166.

    Forschung

    Zu Leben und Werk von Sarah Feigin liegen bisher kaum detaillierte wissenschaftliche Untersuchungen vor.

    Forschungsbedarf

    Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Feigins Biographie und Werk, und vor allem eine Kontextualisierung ihrer Person in der israelischen Kunstmusik und Musikgeschichte wäre ein besonders lohnendes Thema.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 265456313
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 139677593
    Library of Congress (LCCN): n79073978
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Sarah Ross


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 10.06.2016


    Empfohlene Zitierweise

    Sarah Ross, Artikel „Sarah Feigin“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 10.6.2016.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Sarah__Feigin