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  • Natalie Bauer-Lechner

    von Martina Bick
    Natalie Bauer-Lechner
    Namen:
    Natalie Bauer-Lechner
    Geburtsname: Natalie Anna Juliane Lechner
    Lebensdaten:
    geb. in Wien,
    gest. in Wien,
    Tätigkeitsfelder:
    Bratscherin, Geigerin, Autorin, Pädagogin, Gesprächspartnerin
    Charakterisierender Satz:

    „Die so oft empörend-brutale und missachtende Behandlung der Männer gegen ihre Frauen – als wären sie tiefer stehende Geschöpfe – zur peinvollen Entwürdigung und Herabziehung beider, kann nur aus der Welt geschafft werden durch die pekuniäre Unabhängigkeit des Weibes, und daß es einen Beruf hat, wie jeder Mann und ihm Respekt und Anerkennung darin abzwingt, gleich einem tüchtigsten Fachgenossen.“


    (Natalie Bauer-Lechner. Fragmente. Gelerntes und Gelebtes. Wien 1907, S. 74.)


    Profil

    Natalie Bauer-Lechner war eine österreichische Bratscherin und Geigenpädagogin und von 1895 bis 1913 als Bratscherin Mitglied des Soldat-Roeger-Quartetts. Sie unternahm zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland. Bis heute ist sie vor allem durch ihr Buch „Erinnerungen an Gustav Mahler“ bekannt, das 1923, zwei Jahre nach ihrem Tod, vom Ehemann ihrer Nichte, Johann Killian, herausgegeben wurde und für die Mahlerforschung sowie für das Verständnis der Musikkultur ihrer Zeit von großer Bedeutung ist.

    Natalie Bauer-Lechner entstammte einer gutbürgerlichen Wiener Familie und erhielt ab ihrem fünften Lebensjahr Geigenunterricht. Von 1866 bis 1872 studierte sie Violine und Klavier am Wiener Musikkonservatorium, wo sie auch Gustav Mahler kennen lernte, mit dem sie von 1891 bis zu seiner Verlobung mit Alma Schindler im Dezember 1901 eng befreundet war. Neben den Aufzeichnungen über Gustav Mahler verfasste sie mehrere Schriften, in denen sie ihre unabhängige und emanzipatorische Geisteshaltung darlegte. Nur zwei Texte wurden zu ihren Lebzeiten veröffentlicht: „Fragmente. Gelerntes und Gelebtes“ (1907) und eine „Schrift über den Krieg“ (1918), für die sie laut Auskunft ihrer Familie in Wien wegen Hochverrats angeklagt wurde und eine längere Gefängnisstrafe verbüßte. Bis zu ihrem Tod 1921 lebte und lehrte Natalie Bauer-Lechner als Bratscherin, Autorin und Musikpädagogin in Wien.

    Orte und Länder

    Natalie Bauer-Lechner wurde am 9. Mai 1858 in Wien geboren, von wo aus sie viele Reisen und Konzertreisen innerhalb Europas unternahm. Sie starb am 8. Juni 1921 in Wien.

    Biografie

    Natalie Bauer-Lechner wurde am 9. Mai 1858 in Wien als erste Tochter des Universitätsbuchhändlers und Verlegers Rudolf Lechner (1822 bis 16.8.1895) und seiner Frau Julie von Winiwarter (1831 bis 6. Dezember 1905), der Tochter des Rechtsgelehrten und Universitätsprofessors Josef Ritter von Winiwarter, geboren. Sie wuchs zusammen mit zwei jüngeren Schwestern, Ellen und Wilhelmina, und ihrem Bruder Oscar in Wien auf. Eine weitere Schwester Auguste war sehr früh verstorben.

    Beide Eltern musizierten gern. Ab ihrem fünften Lebensjahr erhielten Natalie und Ellen Geigenunterricht. Als Natalie acht Jahre alt war, wurde sie ins Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufgenommen, wo sie von 1866 bis 1872 im Hauptfach Violine und im Nebenfach Klavier studierte. Ihre Schwester Ellen Schlenk-Lechner (gest. um 1931) gründete um 1909 ein eigenes Streich-Quartett in Wien. Sie hat außerdem Kompositionen veröffentlicht (vgl. Hofmeisters Monatsbericht, Leipzig: Januar-Heft 1883, S. 3).

    Die Schwestern, für die es keinen Schul- oder Prüfungszwang gab, wurden durch häufig wechselnde Hauslehrer unterrichtet. Ihre Ausbildung war äußerst lückenhaft, was Natalie angesichts der Möglichkeiten ihres Bruders als „namenlose Ungerechtigkeit“ empfand (Bauer-Lechner 1907, S. 84). Sie beschreibt sich selbst als eine Schülerin, der das Lernen und Aufnehmen schwer fiel (ebd., S. 4 ff.), die jedoch dafür umso gründlicher studierte. Dank ihres großen Wissensdursts und eines „unersättlichen Lesetriebs“, der sie ihr ganzes Leben hindurch begleitete, kompensierte sie im Laufe der Zeit den mangelhaften Unterricht. „Die schönsten Stunden meiner frühen Jugend waren es, wenn ich abends in meines Vaters Buchhandlung nach vollbrachtem Tagewerk mir den Inhalt herrlichster Bücher nach Herzenslust zuführen konnte. Es war freilich ein wahlloses und wenig zweck- und zeitgemäßes Lesen, das sich von Belletristik und Romanen dann auf alle möglichen wissenschaftlichen Schriften stürzte, aus denen ich ohne Anleitung und feste Grundlagen doch nicht viel Förderndes und Dauerndes zog. Erst spät kam durch eine höchste Führung Ordnung, Zusammenhang und Fruchtbarkeit in mein gesamtes geistiges Aufnehmen“ (ebd., S. 9).

    Am 27. Dezember 1875, noch nicht siebzehn Jahre alt, heiratete sie den im Jahr zuvor verwitweten Professor für chemische Technologie an der Technischen Hochschule Wien und späteren Hofrat Dr. Alexander Bauer (1836 bis 12. April 1921), der drei minderjährige Töchter (elf, acht und ein Jahr alt) mit in die Ehe brachte. Zehn Jahre später, am 19. Juni 1885, wurde die Ehe in beiderseitigem Einverständnis geschieden (vgl. das Schreiben der Technischen Hochschule Wien in Sachen Professor Hofrat Dr. Bauer, Ruhestand, an das k.k. Ministerium für Kultus und Unterricht Wien, dokumentiert in Herbert Killian (Hg.). Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner. Hamburg, 1984, S. 209; das hier genannte Scheidungsjahr 1892 ist lt. Killian falsch).

    Von nun an bis zu ihrem Tod war Natalie Bauer-Lechner als Bratschistin und Violinpädagogin in Wien tätig. Von 1895 bis 1913 spielte sie Bratsche im Damen-Streichquartett von Marie Soldat-Roeger (1. Violine), zusammen mit Elly Finger-Bailetti (2. Violine, ab 1898 Elsa von Plank) und Lucy Herbert-Campbell (Violoncello, ab 1903 Leontine Gärtner). Das Quartett unter Leitung der Joachim-Schülerin Marie Soldat-Roeger debütierte am 11. März 1895 im Wiener Bösendorfer-Saal u.a. mit dem Streichquartett C-Dur, op. 74 Nr. 1 von Joseph Haydn und dem Streichquartett Nr. 5 in Es-Dur, op. 44, 3 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Von da an konzertierte es bis 1913 regelmäßig im In- und Ausland (vgl. Silke Wenzels Artikel über Marie Soldat-Roeger; zum Streichquartett Soldat-Roeger vgl. Kühnen 2000, S. 58-93). Gespielt wurden anfangs vornehmlich Werke der Wiener Klassiker Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven sowie von Franz Schubert, Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johannes Brahms. Neben den Streichquartetten wurden zur Auflockerung des Programms kammermusikalische Werke mit anderen Besetzungen aufgeführt, wie z. B. Solosonaten für Violine, die die Geigenvirtuosin und Quartettgründerin Marie Soldat-Roeger selbst spielte, oder Violin- und Violoncellosonaten mit Klavier sowie verschiedene Trios, Quintette oder Oktette. Wenn nötig wurden Kollegen dazugebeten wie z. B. der damalige Wiener Hofkapellmeister Bruno Walter (Klavier) oder der Cellist des Berliner Joachim-Quartetts, Robert Hausmann, sowie der Klarinettist und Kammervirtuose des Meininger Orchesters Richard Mühlfeld. Letzterer konzertierte regelmäßig mit den Frauen. Zum Repertoire dieses Ensembles gehörte z. B. das Klarinettenquintett B-Dur von Carl Maria von Weber oder - am häufigsten gespielt - das Klarinettenquintett h-moll, op. 115 von Johannes Brahms. 1910 bis 1912 ließ Natalie Bauer-Lechner drei sogenannte Viola-Konzerte mit verschiedenen Besetzungen im kleinen Saal des Konzertvereins Wien ankündigen. Das Programm ist bisher nicht bekannt (Ankündigungen s. unter Materialsammlung).

    Zwar unterlagen die Konzertprogramme ständiger Veränderung und Erweiterung, beschränkten sich jedoch anfangs auf erprobte und bekannte Werke. 1897 wurde zum ersten Mal ein Werk eines zeitgenössischen Komponisten aufgeführt: das Klavierquartett C-Dur op. 6 von Joseph Labor. Ab 1903 nahmen die Frauen zunehmend zeitgenössische Werke ins Programm, darunter auch 1888 die Uraufführung eines Streichquartetts von Sylvio Lazzari (1857-1944). Man muss bei der Programmbetrachtung berücksichtigen, dass die Musikerinnen - zumindest galt dies für Marie Soldat-Roeger und Natalie Bauer-Lechner - mit dem Quartettspiel ihren Lebensunterhalt sichern mussten, während viele ihrer männlichen Kollegen gleichzeitig Mitglieder der Wiener Orchester oder Professoren für Musik an den Akademien waren, sichere Berufe und Erwerbsmöglichkeiten also, die den Frauen nicht offen standen.

    Im Studienjahr 1919/20 war Natalie Bauer-Lechner als Hilfslehrerin für Violine am Salzburger Mozarteum angestellt (Brenner, Kubik 2014, S. 18).


    Schon im Konservatorium hatte Natalie Bauer-Lechner den zwei Jahre jüngeren Kommilitonen Gustav Mahler kennen gelernt, der als Musiker einen „unauslöschlichen Eindruck“ auf sie gemacht hatte (Natalie Bauer-Lechner, zit. nach Killian 1984, S. 17). Ende der 1880er Jahre begegneten die beiden Musiker sich in Wien erneut. Die Freundschaft, die auf einem tiefgehenden Gedankenaustausch fußte und in den 1890er Jahren durch Bauer-Lechners regelmäßige Besuche bei Mahler in dessen jeweiligen Wirkungsorten sowie durch gemeinsame Urlaube genährt wurde, war bis zu Mahlers Verlobung mit Alma Schindler im Dezember 1901 und baldiger Heirat im März 1902 zeitweise sehr eng. Geteilt haben die beiden Musiker nicht nur ihre Leidenschaft für Musik und philosophische Fragen, sondern auch für sportliche Betätigungen wie Schwimmen, Wandern und vor allem das Fahrradfahren.

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    Die gemeinsame Zeit mit dem hochgeschätzten Freund und die Ergebnisse zahlreicher die Musik und den Musikbetrieb betreffender Unterhaltungen hielt Bauer-Lechner in einem umfangreichen Tagebuch (ca. 30 Hefte) fest. Im Oktober 1890 fand ihr Besuch bei Gustav Mahler in Budapest statt, wo dieser von 1888 bis 1891 Operndirektor war. Von da an besuchte sie regelmäßig Proben und Uraufführungen seiner Werke, insbesondere der ersten vier Sinfonien, in Hamburg, München, Wien oder Berlin. Eigene Konzertreisen nutzte sie für Abstecher bei dem Freund. Zwischen 1892 und 1901 verbrachte sie mit ihm und seinen Schwestern Justine, die den gemeinsamen Haushalt führte, und Emma fast jeden Sommer in deren Feriendomizilen u.a. in Berchtesgaden, Steinbach am Attersee, Tirol und Maiernigg am Wörthersee. Während Mahler komponierte, „fiedelte“ sie (Natalie Bauer-Lechner, zit. nach Killian 1984, S. 61) in einem extra Häuschen, um Mahler, den schon Vogelgezwitscher und das Geschrei spielender Kinder störten, nicht zu irritieren.

    Über die Art ihrer Beziehung ließ Natalie Bauer-Lechner in Ihren Aufzeichnungen keine Unklarheiten: „So verflogen uns die Tage, in denen wir einander lieb und gewohnt wurden, als hätten wir uns von jeher gekannt und wie Geschwister zusammen gelebt. Und dieses Gefühl war vielleicht umso sicherer, als es nicht erleuchtet, aber auch nicht überglüht und geblendet von Leidenschaft war (Natalie Bauer-Lechner, zit. nach Killian 1984, S. 22). In der Mahler-Literatur wird Natalie Bauer-Lechner jedoch oft nicht nur aus den langen Listen der Freunde und Korrespondenten Mahlers ausgespart (vgl. z. B. Constantin Floros. Gustav Mahler. Visionär und Despot. Portrait einer Persönlichkeit, Zürich: Arche Verlag, 1998, S. 20/21), sondern ihre Beziehung zu Mahler wird auch abwertend auf die Karikatur unerwiderter Liebe reduziert. Ursache hierfür ist vermutlich zum einen die Darstellung Alma Mahler-Werfels in ihren 1940 erstmals erschienenen „Erinnerungen an Gustav Mahler“, in denen sie eine namentlich nicht bezeichnete „Freundin“ Mahlers beschrieb, „die, obwohl alt und hässlich, in Mahler verliebt war und auf seine Gegenliebe wartete“ (Mahler-Werfel, Erstausgabe Amsterdam 1940, hier zitiert nach Frankfurt/Berlin: Ullstein Verlag, 1971, S. 37). In den Briefen Gustav Mahlers an seine Schwester Justine findet sich zudem ein auf Mitte Februar 1893 datierter Brief Mahlers über Natalie Bauer-Lechner, der sicherlich nicht die ganze Bandbreite dieser langjährigen Freundschaft widerspiegeln sollte, sondern in einem akuten Konflikt geschrieben wurde: „Liebste Justi! Mit Natalie scheinst Du leider Recht zu haben: dass die nach so vielen ernstesten Prüfungen noch immer nicht ,vernünftig’ geworden ist, steht im Zusammenhange mit der ganz einseitigen Ausbildung ihres Wesens, in dem ein unglückseliges Übergewicht ihrer Triebe über ihre Vernunft aus jeder ihrer Handlungen zu erkennen ist. – Ich habe ihr schon im Sommer ganz klar gemacht in welchem Sinne allein ein freundschaftlich-kameradschaftliches Zusammenleben zwischen uns zu denken wäre. – Leider hat sie also damals noch nicht die rechte Lehre daraus gezogen; ihr fehlt die Feinfühligkeit; und wie sich dieß bei allen Schritten bisher bitter gerächt hat, so scheint es nun wieder zu einer „Katastrophe“ geführt zu haben, denn seit einer Woche hat sie aufgehört mir zu schreiben. – Einem Weibe hätte ich mehr Zartgefühl zugetraut“ (Gustav Mahler. „Liebste Justi“. Briefe an die Familie, hg. von Stephen McClatchie, deutsche Bearbeitung von Helmut Brenner. Bonn: Weidle Verlag 2006, S. 303.


    Kleinere Auszüge aus den Tagebüchern Natalie Bauer-Lechners erschienen 1912 anonym in „Der Merker“ Nr. 3, S. 184-188, und 1920 in „Musikblätter des Anbruch“, Nr. 2, Sonderheft Gustav Mahler, S. 306-309. Bis kurz vor ihrem Tod arbeitete sie an der Veröffentlichung des ganzen Textes, der jedoch erst zwei Jahre nach ihrem Tod von Johann Killian, dem Ehemann ihrer Nichte und Erbin Friederike Killian im E.P. Tal&Co Verlag Leipzig unter dem Titel „Erinnerungen an Gustav Mahler“ mit einem Vorwort des Mahler-Biographen Paul Stefan versehen herausgegeben wurde. Autobiografische Details wurden von der Autorin selbst aus dem Text weitgehend getilgt, Reste bei der Erstausgabe durch den Verlag gestrichen. Im Nachwort der Erstausgabe schreibt der Johann Killian, der Herausgeber: „Übrigens hat die Verfasserin, unbeirrt durch Konvention und Einstellung ihrer Umgebung, ihr Leben ganz nach ihrem Sinne gestaltet und gelebt. Sie entstammte einer gutbürgerlichen Wiener Familie, eignete sich in rastlosem Streben und durch den Verkehr mit Menschen, in denen sie tiefere Quellen spürte, jene Kenntnisse an, die sie weit über den Alltag erhoben, bildete sich insbesondere in Musik aus und machte als Mitglied des Soldat-Roeger-Quartetts Konzertreisen nicht nur durch Österreich und Deutschland, sondern mehrfach auch ins Ausland. Ihr eigentlicher Beruf aber war: die geistigen und seelischen Werte, die sie bei den Besten, mit denen sie in Berührung kam, zu holen vermochte, auch anderen zu vermitteln und sie vor allem der heranwachsenden Jugend, deren sie sich stets mit besonderem Eifer annahm, zu gute kommen zu lassen.“

    Neben Gustav Mahler zählten zu den „Besten“, mit denen Natalie Bauer-Lechner in Kontakt stand, u. a. der Dichter und Mickiewicz-Übersetzer Siegfried Lipiner, der Dirigent Bruno Walter, die Opernsängerin Anna von Mildenburg, Johannes Brahms und Hugo Wolf. Vor allem per Brief soll sie sich mit weiteren bedeutenden Zeitgenossen ausgetauscht haben.

    1907 veröffentlichte Natalie Bauer-Lechner das Buch „Fragmente. Gelerntes und Gelebtes“ im Verlag Rudolf Lechner und Sohn in Wien (der Verlag wurde ab 1877 von ihrem Vater und ab 8. November 1894 von ihrem Bruder Oscar Lechner geführt). Es handelt sich um eine 236 Seiten starke Sammlung von Aphorismen und kurzen Essays zu künstlerischen, politischen, philosophischen oder psychologischen Themen. Wie ein roter Faden zieht sich die „Frauenfrage“ durch sämtliche Themenbereiche oder wird speziell in Kapiteln wie „Beruf und Liebe“, „Sozialismus und Frauenfrage“, „Kindererziehung“, „Die Frauen - Sexuelle Fragen“, „Weiberkleidung“, usw. behandelt.

    Vorangestellt ist auf 35 Seiten „Selbstbiografisches“ mit einer reflektierenden Darstellung ihrer Kindheit und Ausbildung sowie ihrer Persönlichkeit, die sich durch besondere Offenheit auszeichnet. Die Autorin beschreibt sich auf der einen Seite als weniger begabtes, stark gefühlsbetontes und in Abhängigkeiten von größeren Geistern lebendes „typisch weibliches“ Wesen: „Meinem bescheidenen Wissen und meiner größten und innigsten weiblichen Rezeptivität nach war ich zum Hören und Aufnehmen geschaffen und es gab keinen höheren Genuss und Gewinn für mich, als einem genialen Menschen zuhören zu dürfen und mir davon festzuhalten und zuzueignen, was möglich war.“ (Bauer-Lechner 1907, S. 23). Andererseits schreibt sie sich auch männliche Anteile zu – wozu sie Durchhaltevermögen sowie Ernst und Fleiß bei der Arbeit zählt: „Männlich aber war, wie bei nicht vielen Männern – darf ich von mir sagen, weil ich es ja bei der Geburt mitbekommen – mein Wollen und Handeln, mein fester, kecker Lebensschritt.“ (ebd., S. 7). Dem ambivalenten Umgang mit den herrschenden Rollenbildern folgt die höchst aktuelle Einsicht: „Das Märchen von der absoluten Weiblichkeit und Männlichkeit ward an mir – wie den meisten starken Individualitäten – zu Schanden. (Wahrscheinlich aber sind es überhaupt nur aus der beschränkten menschlichen Entwicklung hergenommene Begriffe, die mit der göttlichen Absicht und ursprünglich-eigentlichen Art der Wesen sich keineswegs decken.)“ (ebd., S. 6.).

    Natalie Bauer-Lechner nahm Partei für die Emanzipation der Frau und verurteilte wiederholt die traditionelle Mädchenerziehung vor allem der höheren Schichten. Sie schilderte voll Anteilnahme das elende Schicksal von Frauen, Freundinnen, Bekannten, die aufgrund „der verhängnisvollen Sitte früherer Zeit, zu keiner bestimmten Tätigkeit, zu keinem Berufe erzogen waren.“ Ihr Lebenskonzept war ganz auf sich selbst gestellt und schloss Einsamkeit als Produktionsbedingung mit ein. Lesen und Schreiben hatte für sie existentielle, ihre Persönlichkeit konstituierende Bedeutung und fand mit Vorliebe „außerhalb ihres Heims“ statt. Wohingegen die Musik, das Musizieren zuhause stattfand und eine ganz andere Rolle hatte: „Daheim aber durfte ich mir Geistesarbeit schon darum nicht gönnen, weil es da hieß, der Haupt- und ersten Pflicht zu genügen, dem Musizieren.“


    Weitere Schriften Bauer-Lechners sind heute verschollen. Eine 1918 veröffentlichte Schrift „Über den Krieg“, dessen handschriftliches Fragment sich früher im Familienarchiv des Großneffen Herbert Killian befand, heute jedoch nicht mehr erhalten ist, führte laut Auskunft der Familie zu einer Anklage wegen Hochverrats und einer längeren Gefängnisstrafe in Wien. Die Information ließ sich bislang nicht verifizieren. Laut Brenner und Kubik handelt es sich um eine "biographische Legende", da sich in den Wiener Archiven keine Einträge über eine Inhaftierung Bauer-Lechners finden ließen. Angesichts der "'Prominenz'" Bauer-Lechners könne darüberhinaus "davon ausgegangen werden, dass 'interveniert' worden wäre und der oder die Personen sich später der 'Hilfe für NBL rühmten' und sich ein bekannter Verteidiger dieser Causa angenommen hätte." (Brenner, Kubik 2014, S. 20.) Wenig später, am 8. Juni 1921, starb Natalie Bauer-Lechner mit nur 63 Jahren an „Altersschwäche und Melancholie“ in ärmlichen Verhältnissen in Wien (Killian 1984, S. 12). Gemäß Brenner und Kubik ist sie im Haus ihres Bruders Oscar verstorben, der sie in ihren letzten Wochen für einen Tagespflegesatz von 300 Kronen versorgte. Da ihre Nachlass-Summe auf 77.000 Kronen festgesetzt worden sei, könne man von Verarmung nicht sprechen (a.a.O., S. 18).

    Würdigung

    Natalie Bauer-Lechner war fast zwanzig Jahre lang als Bratschistin Mitglied des Soldat-Roegerschen Damen-Streichquartetts, das „zur Zeit seines Bestehens (1895-1913) zu den besten der etablierten Streichquartette in Wien“ (vgl. Rezensionen in Kühnen 2000, S. 58 ff.) zählte und sich über Jahrzehnte im europäischen Musikleben halten konnte. Insbesondere erregten die „vornehm künstlerischen Ziele“ des Damenstreichquartetts bei den Zeitgenossen Erstaunen und Bewunderung, womit die Musikerinnen für die bis dahin rein männliche Domäne „eine gefährliche Concurrenz in der weiblichen Quartett-Robe“ (Berliner Rezensionen 1896, zitiert nach ebd., S. 59) darstellten.

    Bauer-Lechner wird von der Kritik besonders für ihren „wundervoll weichen, üppigen Ton“ und ihre „große Taktsicherheit“ gelobt (Berliner Rezensionen 1896 nach ebd., S. 64).

    Kammermusik und insbesondere das Quartettspiel waren für Natalie Bauer-Lechner der zentrale Ausdruck ihres musikalischen Selbstverständnisses und Kristallisationspunkt ihrer Ästhetik: „Im Quartettspiel ist’s wie in der Ehe: Es kommt bei aller Gegensätzlichkeit auf die größte Übereinstimmung und vollkommenste Ergänzung an. Kein Teil darf minderwertig sein, keiner darf übergreifen und den anderen unterdrücken; wehe aber, wenn nicht die führende Stimme, sondern etwa eine Nebenstimme die stärkere ist! In Rhythmus, Wärme, sich in-einander-Fügen und -Schmiegen muß es wie eine prästabilierte Harmonie erscheinen; und Ziel und Aufgabe des Vereins dürfen nie geringe, sondern stets nur die ernstesten und größten sein. Und weil all dies zu erfüllen und zu lösen ein so unerhört schweres Problem ist, sind gute Quartette – und gute Ehen – so selten!“ (Natalie Bauer-Lechner. Fragmente – Gelerntes und Gelebtes. Wien, 1907, S. 226).


    Die aufgezeichneten Erinnerungen Bauer-Lechners über Gustav Mahler sind für die Mahlerforschung von großer Bedeutung. Ihr Wert resultiert jedoch nicht nur aus den detaillierten Mitschriften der Äußerungen des Komponisten, sondern auch aus der Fähigkeit der Autorin, Mahlers Werke, seine Denk- und Arbeitsweise als professionelle Musikerin verstehen, einschätzen und reflektieren zu können, sie anschaulich und prägnant darzustellen sowie Mahler als Person plastisch zu beschreiben und zum Leben zu erwecken. Im Wechsel von beschreibenden Schilderungen, wörtlichen Zitaten und dramatisierten Szenen, die vermutlich Mahlers Erzählungen sowie selbst Erlebtem folgen, gelingt der Autorin eine Art dokumentarisches Tagebuch von sowohl musikwissenschaftlicher als auch literarischer Bedeutung. In manchen Formulierungen wird die Gesprächsstruktur der beiden Musiker nachvollziehbar: „Mahler sagte mir heute: ‚Im Höchsten wird die Musik wieder, wie im Niedersten, homophon. (…). Als ich ihn um Erklärung und Beleg dafür bat, sagte er: (…)“ (Killian 1984, S. 117). Hier zeigt sich nicht nur eine aufmerksame Zuhörerin und Protokollantin, sondern vor allem die analytisch denkende Theoretikerin, die Erklärung und Beweis verlangt und im Dialog mit dem anderen Musik bezogene Fragen diskutiert.

    Bauer-Lechners „Erinnerungen an Gustav Mahler“ sind ein wichtiger Bestandteil der (Re-)Konstruktion der bürgerlichen Musikkultur in Mitteleuropa an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die durch die Musikerin, Autorin und Dialogpartnerin Natalie Bauer-Lechner aktiv mitgestaltet wurde.

    Rezeption

    Obwohl von der zeitgenössischen Kritik als ebenbürtig mit dem Rosé- oder Hellmesberger-Quartett eingestuft, wurde das Soldat-Roeger-Quartett in die einschlägigen Handbücher und Lexika der Musikgeschichtsschreibung bis heute nicht aufgenommen (zur Rezeption des Soldat-Roeger-Quartetts vgl. Kühnen 1995).

    Dr. Herbert Killian, Großneffe von Natalie Bauer-Lechner und Professor für Forstgeschichte in Wien, hat aufgrund von Unterlagen aus dem Familienarchiv und dem Manuskript seines Vaters im Verlag der Musikalienhandlung Karl Dieter Wagner, Hamburg, 1984 eine mit neuem Vorwort sowie Anmerkungen und Erläuterungen von Knud Martner revidierte und erweiterte Fassung der „Erinnerungen an Gustav Mahler“ herausgegeben. Eine englischsprachige Ausgabe der gesamten „Mahleriana“-Manuskripte, d.h. aller erhaltenen Tagebücher Natalie Bauer-Lechners, die in der „Médiathèque Musicale Mahler“ in Paris archiviert sind, mit vielen bislang noch nicht veröffentlichten Passagen wird zurzeit von dem amerikanischen Musikforscher Prof. Stephen E. Hefling, Cleveland, vorbereitet.

    2010 wurde ein Spiel-Dokumentarfilm über Gustav Mahler aus der Sicht von Natalie Bauer-Lechner unter Regie der Filmemacherin Beate Thalberg bei der deutschen Produktionsfirma „Tellux“ fertiggestellt.


    Weitere von Natalie Bauer-Lechner in ihrem Testament genannte Manuskripte (s. Werkverzeichnis) sind heute nicht mehr erhalten.

    Werkverzeichnis

    Schriften:


    Bauer-Lechner, Natalie. Fragmente: Gelerntes und Gelebtes, Wien 1907.


    Bauer-Lechner, Natalie. Schrift über den Krieg, vermutlich im Jahre 1918 erschienen.


    Bauer-Lechner, Natalie. Erinnerungen an Gustav Mahler, Wien-Leipzig-Zürich 1923.

    https://archive.org/stream/erinnerungengust00baue#page/n0/mode/2up

    (Abgerufen am 7.11.2014)


    Bauer-Lechner, Natalie. Recollections of Gustav Mahler, hrsg. von Peter Franklin, Übersetzung von Dika Newlin, London 1980.


    Killian, Herbert (Hg.), Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner, mit Anmerkungen und Erklärungen von Knud Martner. Revidierte und erweiterte Ausgabe, Hamburg 1984.


    Folgende nach ihrem Tod laut Testament vom 10. Juni 1918 (Familienarchiv Killian) vorhandene Manuskripte gelten als verschollen:

    Gespräche mit Siegfried Lipiner,

    Kommentar zum zweiten Teil des „Faust“,

    Hafis mit Siegfried Lipiner gelesen (Fragment mit Liederklärungen),

    eine von Natalie Bauer-Lechner begonnene „Geschichte meines Lebens“,

    eine kleine Biografie des Malers Pierdomenico Voltolino (nach seinen Worten erzählt).

    Repertoire

    Die Repertoire-Liste des Soldat-Roeger-Damenstreichquartetts basiert auf der Auflistung der Konzertprogramme nach Programmzetteln und Concertkalendern aus dem Nachlass Marie Soldat-Roegers von Barbara Kühnen in deren Staatsexamensarbeit (Kühnen 1995, S. 115-132). Einige Angaben zu den Werken wurden hier, soweit eindeutig möglich, ergänzt:


    Ludwig van Beethoven:

    Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 47 („Kreutzer-Sonate“)

    Trio B-Dur op. 97

    Quartett F-Dur op. 18 Nr. 1

    Quartett D-Dur op. 18 Nr. 3

    Quartett c-Moll op. 18 Nr. 4

    Quartett A-Dur op. 18 Nr. 5

    Quartett B-Dur op. 18 Nr. 6

    Quartett F-Dur op. 59 Nr. 1

    Quartett e-Moll op. 59 Nr. 2

    Quartett C-Dur op. 59, Nr. 3

    Quartett Es-Dur op. 74 („Harfenquartett“)

    Quartett b-Moll (?)

    Quintett C-Dur op. 29

    Septett Es-Dur op. 20

    Streicherserenade


    Johannes Brahms:

    Klaviertrio c-Moll op. 101

    Klaviertrio C-Dur op. 87

    Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello a-Moll op. 114

    Streichquartett Nr. 1 c-Moll op. 51/1

    Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51/2

    Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25

    Klavierquartett Nr. 2 A-Dur op. 26

    Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60

    Klavierquintett f-Moll op. 34

    Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18

    Streichsextett Nr. 2 G-Dur op. 36

    Klarinettenquintett h-Moll op. 115


    Luigi Cherubini:

    Quartett d-Moll


    Carl Davidoff:

    Konzert a-Moll für Violoncello und Klaiver


    Antonín Dvořák:

    Streichquintett G-Dur op. 77

    Klavierquintett


    Gabriele Fauré:

    Klavierquartett c-Moll


    Robert Fuchs:

    Sonate für Klavier und Violine (UA)

    Streichertrios

    Quartett C-Dur op. 21

    Klavierquartett h-Moll (Manuskript, UA)


    Joseph Haydn:

    Quartett C-Dur op. 33 Nr. 3

    Quartett Es-Dur op. 33 Nr. 2

    Quartett Es-Dur op. 64 Nr. 6

    Quartett B-Dur (nach Peters, Nr. 73)

    Quartett C-Dur op. 74 Nr. 1

    Quartett D-Dur op. 76 Nr. 5

    Quartett G-Dur op. 77 Nr. 1

    Quartett F-Dur op. 77 Nr. 2

    Quartett f-Moll


    Hermann Grädener:

    Quartett D-Dur (Manuskript)

    Quartett a-Moll op. 33


    Heinrich XXIV. (Prinz Reuss):

    Streichquartett Es-Dur op. 23 Nr. 2

    Streichsextett d-Moll

    Sextett h-Moll op. 17 (Erstaufführung in Wien)


    Joseph Labor:

    Klavierquartett C-Dur op. 6


    Sylvio Lazzari:

    Streichquartett a-Moll (Manuskript, UA)


    Felix Mendelssohn Bartoldy:

    Streichquartett e-Moll, op. 44 Nr. 2

    Streichquartett Es-Dur, op. 12


    Wolfgang Amadeus Mozart:

    Sonate für Violine und Klavier B-Dur Nr. 15

    Quartett d-Moll

    Quartett C-Dur

    Quartett G-Dur KV 387

    Quartett D-Dur

    Quartett A-Dur

    Klarinettenquintett A-Dur KV 581


    Walter Rabl:

    Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier in Es-Dur


    Franz Schubert:

    Quartett a-Moll op. 29

    „Forellenquintett“ A-Dur, op. 114

    Quartettsatz c-Moll (nachgelassenes Werk)

    Oktett für 2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass, Klarinette, Horn und Fagott G-Dur op. 166


    Robert Schumann:

    Quartett A-Dur op. 41 Nr. 3

    Quartett F-Dur op. 41 Nr. 2

    Klavierquartett Es-Dur, op. 47

    Klavierquintett


    Ludwig Spohr:

    Drei Lieder für Singstimme und Klavier und Klarinette


    Carl Maria von Weber:

    Klarinettenquintett B-Dur op. 34

    Quellen

    Literatur:


    Kühnen, Barbara. „Marie Soldat-Roeger (1863-1955)“. In: Kay Dreyfus/Margarethe Engelhardt-Krajanek/Barbara Kühnen (Hg.). Die Geige war ihr Leben. Drei Frauen im Portrait. Strasshof: Vier Viertel Verlag, 2000, S. 13-98.


    Kühnen, Barbara. Marie Soldat. Aspekte der Biographie einer vergessenen Musikerin. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien. Universität Kassel: Unveröffentlichtes Typoskript, 1995.


    Oesterreichisches Musiklexikon, hg. v. Rudolf Flotzinger (Oesterreichische Akademie der Wissenschaften – Philophisch-historische Klasse), Wien 2002, Band 2, S. 116 (Stichwort „Bauer-Lechner, Natalie“).


    Beate Thalberg. „Meine Zeit wird kommen. Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner“. Spiel-Dokumentarfilm mit Petra Morzé und Robert Ritter. ORF/SF/BR/3sat 2010.


    Brenner, Helmut, Kubik, Reinhold. Bauer-Lechner, Natalie. In: Brenner, Kubik. Mahlers Menschen. Freunde und Weggefährten, St. Pölten-Salzburg-Wien: Residenz Verlag, 2014, S. 17-20.


    Links:


    http://en.wikipedia.org/wiki/Natalie_Bauer-Lechner


    http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/neunzehntes/spaetromantik/mahler/freundin.htm


    http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php/bauer-lechner-natalie

    Forschung

    Das handschriftliche Manuskript der „Erinnerungen an Gustav Mahler“ befindet sich heute unter dem Titel „Mahleriana“ im „Fonds Gustav Mahler“ der Médiathèque Musicale Mahler in Paris (gegründet durch den Mahlerbiografen Henry-Louis de la Grange), Katalog einsehbar unter: http://www.bgm.org/ressources/pdf/fonds_mahler.pdf


    Das Typoskript eines Teils der Tagebücher von Hans Riehl sowie zwei Briefe an den Wiener Komponisten und Professor für Musiktheorie Richard Stöhr befinden sich in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.


    Zahlreiche Briefe aus den Jahren 1901 bis 1919 von Natalie Bauer-Lechner an Anna Bahr-von Mildenburg sind in deren Nachlass im Archiv des Theatermuseums der Österreichischen Nationalbibliothek Wien einzusehen.


    Weitere Briefe Natalie Bauer-Lechners befinden sich im Nachlass Marie Soldat-Roegers im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde/Musikverein in Wien.


    Wichtige Hinweise für die Aktualisierung dieses Artikels erhielt die Autorin im Oktober 2014 durch Knud Martner.

    Forschungsbedarf

    Die Nachlässe der bekannten Zeitgenossen, mit denen Natalie Bauer-Lechner in Kontakt gewesen ist, wären auf Briefwechsel mit Natalie Bauer-Lechner hin zu überprüfen (u. a. Siegfried Lipiner, Bruno Walter, Anna Bahr-von Mildenburg, Johannes Brahms, Hugo Wolf).

    Weitere Forschung über das Soldat-Roeger-Quartett, besonders das Repertoire betreffend sowie speziell die Rolle Natalie Bauer-Lechners, wäre aufschlussreich. Soweit bisher bekannt, hat Natalie Bauer-Lechner nicht in anderen Quartetten oder anderen professionellen Kammermusikbesetzungen mitgewirkt.

    Um das Bild Natalie Bauer-Lechners innerhalb der Mahler-Forschung zu ergänzen, wären weitere Forschungen notwendig. So sollten z. B. weitere Briefe Mahlers etc. auf die Darstellung ihrer Person hin gegengelesen werden.



    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 7549553
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 121751414
    Library of Congress (LCCN): n82111889
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Martina Bick, 1. Juli 2008


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 17.07.2008
    Zuletzt bearbeitet am 07.01.2015


    Empfohlene Zitierweise

    Martina Bick, Artikel „Natalie Bauer-Lechner“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 7.1.2015
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Natalie_Bauer-Lechner