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  • Nannette Streicher

    von Klaus Martin Kopitz
    Nannette Streicher, Tuschezeich- nung von Ludwig Krones, 1829
    Namen:
    Nannette Streicher
    Geburtsname: Nannette Stein
    Lebensdaten:
    geb. in Augsburg, Deutschland
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Klavierbauerin, Pianistin, Komponistin, Musikpädagogin, Konzertveranstalterin
    Charakterisierender Satz:

    „In unvergesslicher Weise prägten sich gewiß jedem, der die heiter-offene Frau einmal gesehen, ihre zwar etwas hartgeformten, scharfkantigen, aber sprechenden Züge mit intelligentem und zugleich wohlwollendem Ausdruck und ihr lebhaftes, in Art und Ton der Sprache fast männliches Wesen ein.“

    (Hermann Rollett, Begegnungen. Erinnerungsblätter (1819–1899), Wien 1903, S. 23.)


    Profil

    Nannette Streicher war eine der bedeutendsten Klavierbauerinnen ihrer Zeit und eine der wenigen frühbürgerlichen Unternehmerinnen, die auch finanziell äußerst erfolgreich agierten. Bekannt wurde sie daneben als eine enge Vertraute Beethovens.

    Orte und Länder

    Sie wirkte fast ausschließlich in Augsburg und Wien und hat kaum Reisen unternommen.

    Biografie

    Nannette Streicher wurde am 2. Januar 1769 in Augsburg als sechstes Kind des berühmten Klavier- und Orgelbauers Johann Andreas Stein (1728–1792) geboren und auf die Namen Anna Maria getauft. Ihre Mutter war Maria Regina Stein geb. Burkhart.


    Die Familie bekannte sich zur evangelischen Kirche bzw. zur Augsburger Konfession, der „Confessio Augustana“, die am 25. Juni 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg Kaiser Karl V. von den Reichsständen der lutherischen Reformation vorgelegt worden war.


    Wohnung und Firmensitz Steins, zu dem auch ein Klaviersalon gehörte, befanden sich ab 1774 nahe der St. Ulrichskirche in dem heute noch erhaltenen Haus Maximiliansplatz 10. (Eva Hertz, Johann Andreas Stein (1728–1792). Ein Beitrag zur Geschichte des Klavierbaues, Würzburg 1937, S. 38 und Ernst Fritz Schmid, Ein schwäbisches Mozart-Buch, 2. Aufl., Augsburg 1998, S. 188.)


    Stein unterrichtete seine Tochter selbst und ließ sie schon früh öffentlich auftreten. In einem Notizbuch vermerkte er: „Mein kleines Mädgen von im 7ten Jahr hat letzten Donerstag auf der H.[erren] Geschlechter stube und Mittwoch darauf auf der Kaufleuth Concert – es war publiquis – Clavier Concert gespielt; mit vieler Empfindung und einer arth Enthusiasmus machte sie die Einleidung ihrer Rondeaux, so daß die Mehrsten der Gesellschaft schrien: aha, das ist Steins Tochter.“ (Eva Hertz, Johann Andreas Stein, a. a. O., S. 13f.)


    Im Sommer 1777 unternahmen beide eine Reise nach Wien, auf der Stein seine neueste Erfindung vorstellte. Andreas Streicher schrieb darüber: „Als er [Stein] einige Jahre später eine Reise nach Wien machte, um seine neuen Pianoforte, besonders aber ein sehr sinnreich eingerichtetes Instrument, welches durch drey Tastaturen den Flügel und das Pianoforte vereinigte und von zwey sich gegenübersitzenden Personen zugleich gespielt werden konnte, den Liebhabern vorzuzeigen; nahm er auch die achtjährige Tochter mit sich und gewöhnte sie daran, eben so zwanglos vor den höchsten Standespersonen, wie vor Musikern und unbekannten Zuhörern, die Vorzüge der neuen Arbeiten ihres Vaters bemerklich zu machen.“ ([Andreas Streicher], Nekrolog, in: Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 35, Nr. 23 vom 5. Juni 1833, hier Sp. 374.) Von diesen „Vis-à-vis-Flügeln“, bei denen ein Cembalo und ein Hammerflügel sich in einem Instrumentenkorpus gegenüberstehen, sind nur noch zwei Exemplare erhalten.


    Während des Aufenthalts in Wien schrieb Stein an Mozart in Salzburg und kündigte ihm einen Besuch an: „An Mozart. Meine Hochachtung, die ich vor Sie und Ihre musikalische Familie habe, wachst [!] täglich und besonders, da ich mich hie in Wien befinde, so stark, daß sie wirklich auf dem Point steht, eine enthusiastische Tat zu begehen.“ (Ernst Fritz Schmid, Ein schwäbisches Mozart-Buch, a. a. O., S. 188.) Bei diesem denkwürdigen Abstecher nach Salzburg begegnete Nannette dem damals 21-Jährigen erstmals persönlich.


    Ihr Vater machte sich insbesondere um die Weiterentwicklung des Hammerflügels verdient. So gelang es ihm, den Tangentenflügel, bei dem die Hämmer noch starr an den Tastenhebeln montiert waren, mit einer so genannten Auslösung auszustatten, durch die die Hämmer unmittelbar nach dem Anschlag wieder zurückschnellten. Diese Prellzungenmechanik wurde später zur „Wiener Mechanik“ weiterentwickelt. Mozart erprobte diese bahnbrechende Neuerung, als er sich vom 11. bis 26. Oktober 1777 in Augsburg aufhielt. Seinem Vater schrieb er daraufhin begeistert, die Steinschen Klaviere „dämpfen noch viell besser“, und bemerkte zu Nannette: „sie kann werden: sie hat genie“. (Mozart, Briefe und Aufzeichnungen, Bd. 2, hg. von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch, Kassel 1962, S. 68 und 83). Am 22. Oktober gab er in Augsburg ein Konzert, bei dem er selbst auf einem Steinschen Klavier spielte. (Augsburgische Staats- und Gelehrten-Zeitung, 28. Oktober 1777.)


    Nannette wurde von ihrem Vater schon früh als Klavierbauerin ausgebildet: „Da keine der älteren Schwestern so viele Anlage zur Musik verrieth, als die kleine Nannette; sie auch die zarteste Anhänglichkeit für ihren Vater und Lehrer bey jeder Gelegenheit bewies, so wurde diesem das Kind so werth, dass es seine immerwährende Gesellschafterin seyn musste, und er sie, in ihrem 10ten Jahre schon, erst zur Verfertigung einzelner Theile der damaligen Mechanik, so wie endlich zum Einrichten der Tastaturen, zum Stimmen und gänzlicher Vollendung seiner Pianoforte mit freundlichstem Ernste anhielt. Dabey wurde der Unterricht im Gesange und Klavierspiele mit unausgesetztem Eifer fortgeführt, und durch die genaueste Kenntniss der Mechanik geleitet, dem Instrumente den schönsten Ton zu entlocken, wurde ihr Spiel immer vollkommener; es erhielt, selbst gegen ausgezeichnete Musiker gehalten, einen solchen Vorzug, dass der Vater nur dann erst dem Fremden erlaubte, eines seiner Pianoforte zu versuchen, wenn zuerst die Tochter dasjenige aus demselben gezogen, was er oder sie hineingearbeitet hatten. Da kein Reisender, noch weniger aber ein Musiker von Bedeutung den Weg über Augsburg nahm, ohne den berühmten Stein zu besuchen, und dieser mit Stolz die Talente seiner Tochter und dreyfachen Schülerin geltend zu machen wusste; so erhielt sie schon in frühen Jahren einen sehr ausgebreiteten Ruf, der noch durch verschiedene Reisen vermehrt wurde.“ (Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 35, Nr. 23 vom 5. Juni 1833, hier Sp. 374f.)


    Am 26. April 1787, auf der Rückreise von seiner ersten Reise nach Wien, kam auch der junge Beethoven für einige Tage nach Augsburg. (Augsburger Intelligenzblatt, Nr. 18 vom 30. April 1787, S. 76.) Er besuchte in der Stadt die bekannte Pianistin und Komponistin Nanette Schaden (1763–1834) sowie Nannette Stein und ihre Familie. Sie erzählte später dem Arzt Karl Bursy, „wie er als zwölfjähriger [recte: „sechzehnjähriger“] Knabe ein Konzert auf der Orgel gegeben und öfters auf den Instrumenten ihres Vater so herrlich phantasiert habe.“ (Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, hg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach unter Mitarbeit von Oliver Korte und Nancy Tanneberger, München 2009, Bd. 1, S. 171.) So begann eine Freundschaft, die bis zu Beethovens Tod anhielt.


    Welch kreative Atmosphäre im Hauses Steins herrschte, beschreibt der Komponist und Musikschriftsteller Johann Friedrich Reichardt (1752–1814), der sich 1789 auf der Durchreise nach Italien in Augsburg aufhielt. Demnach hatte Stein speziell für seine Tochter ein ungewöhnliches Instrument gebaut, das diese – unter Verwendung mehrerer Kniehebel – virtuos beherrschte. Reichardt schreibt darüber in einem Brief aus Augsburg: „Meinen Tag hab’ ich hier sehr musikalisch zugebracht, getheilt zwischen der Frau von Schaden, die unter allen musikalischen Damen, die ich kenne, selbst die Pariserinnen nicht ausgenommen, bei weitem die größte Klavierspielerin ist, ja an Fertigkeit und Sicherheit vielleicht von keinem Virtuosen übertroffen wird; auch singt sie mit vielem Ausdruck und Vortrag, und ist in jedem Betracht eine angenehme, interessante Frau; – und dem berühmten Instrumentenmacher Stein und seiner Familie. Er hat seiner 17 bis 18jährigen Tochter ein ganz originelles herrliches crescendo forte-piano gemacht, das sie meisterlich spielt. Es sind Züge dabei angebracht, die das Crescendo vom allerleisesten Hauch bis zum Donnerwetter geben, und die sie alle mit den Knien während dem Spielen regiert. So hat sie ein vollständiges Orchester unter ihren beiden Händen.“ (Musikalisches Wochenblatt, hg. von Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen und Johann Friedrich Reichardt, Berlin 1793, Heft 1, S. 30.)


    Nach dem Tode Steins, 1792, übernahm die 23-jährige Nannette Stein mit ihrem knapp 16-jährigen Bruder Matthäus Andreas (1776–1842) die väterliche Firma und nannte sie „Frère et Sœur Stein“.


    Kurz zuvor hatte sie ihren zukünftigen Gatten Andreas Streicher (1761–1833) kennengelernt, den Jugendfreund Friedrich Schillers, der damals in München als Pianist und Klavierlehrer tätig war. Er gehörte wie Nannette Stein zur evangelischen Kirche, und schon bald machten beide gemeinsame Zukunftspläne. Zu diesem Zweck brach Nannette am 10. September 1793 mit ihrem Bruder zu einer Reise nach Wien auf, wo sie Anfang Oktober von Kaiser Franz I. empfangen wurde, der ihr die Konzession für eine Klavierfabrik in Wien erteilte. Wie sie Streicher am 9. Oktober schrieb, sagte der Kaiser: „Nun das ist recht schön von Ihnen daß Sie hier her wollen da können wir schon helfen, wir haben zwar gute Instrumentenmacher hier allein berühmt sind sie nicht“. („Diesem Menschen hätte ich mein ganzes Leben widmen mögen“. Beethoven und die Wiener Klavierbauer Nannette und Andreas Streicher, hg. von Uta Goebl-Streicher, Jutta Streicher und Michael Ladenburger, Bonn 1999, S. 72.)


    Am 23. Dezember 1793 wurden Nannette Stein und Andreas Streicher in Augsburg standesamtlich getraut (Augsburg, Stadtarchiv, Hochzeitsamtprotokolle, Band 28, S. 467), am 7. Januar 1794 folgte die kirchliche Trauung (Augsburg, Pfarrei Barfüßer, Trauungsbuch 1794, S. 526). Noch im selben Jahr übersiedelte das Paar zusammen mit Nannettes Brüdern Matthäus Andreas Stein und Friedrich Stein (1784–1809) nach Wien.


    Die erste Wiener Werkstatt der Firma, in der fortan auch Andreas Streicher mitarbeitete, befand sich im Haus „Zur roten Rose“ in der Vorstadt Landstraße Nr. 301. Um 1797 fand man ein geräumigeres Quartier im „Goldspinnerhaus“ auf der Landstraße Nr. 376, und im April 1802 bezog die Firma das eigene, von Andreas Streicher gekaufte Haus „Zum heiligen Florian“ in der Ungargasse Nr. 334, den sogenannten „alten Streicherhof“, der 1959 abgerissen wurde. („Diesem Menschen hätte ich mein ganzes Leben widmen mögen“, a. a. O., S. 13.)


    Bereits um 1795 genossen die Klaviere der Firma „Frère et Sœur Stein d’Augsbourg à Vienne“, wie sie jetzt hieß, einen ausgezeichneten Ruf und wurden mit denen von Anton Walter (1752–1826) und Johann von Schanz (um 1762–1828) verglichen, zwei der damaligen Marktführer in Europa. Der Prager Musikschriftsteller und Kunstsammler Johann Ferdinand von Schönfeld (1750–1821) urteilt: „Ihre Instrumente haben nicht die Stärke der Walterschen, aber an Ebenmaaß der Töne, Reinheit, Schwebung, Anmuth und Sanftheit sind sie unerreichbar.“ ([Johann Ferdinand von Schönfeld], Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag 1796, Prag 1796, S. 90.)


    Die hohe Qualität der Instrumente bezeugt auch ein Brief Beethovens, den er am 19. November 1796 aus Pressburg an Andreas Streicher schrieb. Darin bedankt er sich für ein von Streicher gesandtes Instrument, „was wahrlich vortrefflich gerathen ist, jeder andre würde es suchen an sich zu behalten, und ich – lachen sie ja recht, ich müßte lügen, wenn ich ihnen nicht sagte, daß es mir zu gut ist für mich, und warum? – weil es mir die Freiheit benimmt, mir meinen Ton selbst zu schaffen“. (Ludwig van Beethoven, Briefwechsel. Gesamtausgabe, Bd. 1, hg. von Sieghard Brandenburg, München 1996, S. 33.) Streicher hatte Beethoven den Flügel extra für jenes Konzert geschickt, dass der Komponist am 23. November in Pressburg gab.


    Im Sommer 1802 trennte sich Nannette Streicher von ihrem Bruder und gründete ihre eigene Firma „Nannette Streicher neé Stein“, in der auch Andreas Streicher weiterhin mitarbeitete.


    Zum Vertrieb ihrer Instrumente baute sie ein großes Netz von Repräsentanten auf. So hatte die Firma Breitkopf & Härtel in Leipzig das Alleinverkaufsrecht für den Raum Sachsen. Weitere Vertreter für ihre Instrumente waren Johann Anton André (1775–1842) und Philipp Carl Hoffmann (1789–1842) in Offenbach, Franz Lauska (1764–1825) in Berlin, Heinrich Friedrich Schütz in Weimar und ein Organist Völker in Reval (heute Tallinn). („Diesem Menschen hätte ich mein ganzes Leben widmen mögen“, a. a. O., S. 15.)


    Viele der von ihr produzierten Flügel waren – anders als heute – Einzelanfertigungen, die genau nach den Wünschen ihres jeweiligen Kunden hergestellt wurden. Beethovens Freund Carl Amenda (1771–1836) bestellte beispielsweise 1806 im Auftrag eines Bekannten ein Instrument aus Nussbaum mit einem Tonumfang von Kontra-F bis c4, „ganz so wie das meinige, das allen Leuten in die Augen sticht“. (Ebd., S. 81.) Ebenso wählerisch war die berühmte Wiener Pianistin Dorothea von Ertmann (1781–1849), die in einem undatierten Brief an Nannette Streicher einen Flügel aus Mahagoni mit einem Umfang von sechseinhalb Oktaven in Auftrag gab, dessen Hämmer mit feinem englischen Leder bezogen werden sollten. (Sotheby’s, London, Katalog der Auktion vom 21./22. Mai 1987, Nr. 324.)


    Die enge Freundschaft mit Beethoven führte dazu, dass dieser auch Einfluss auf die Konstruktion der Streicherschen Klaviere nahm. Johann Friedrich Reichardt schrieb am 7. Februar 1809 in einem Brief aus Wien: „Streicher hat das Weiche, zu leicht Nachgebende und prallend Rollende der andern Wiener Instrumente verlassen, und auf Bethovens Rath und Begehren seinen Instrumenten mehr Gegenhaltendes, Elastisches gegeben, damit der Virtuose, der mit Kraft und Bedeutung vorträgt, das Instrument zum Anhalten und Tragen, zu den feinen Druckern und Abzügen mehr in seiner Gewalt hat. Er hat dadurch seinen Instrumenten einen größern und mannichfachern Charakter verschafft; so daß sie jeden Virtuosen, der nicht bloß das Leichtglänzende in der Spielart sucht, mehr wie jedes andre Instrument befriedigen müssen. Seine ganze Arbeit ist auch von einer seltnen Güte, Würde und Dauer.“ (Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, a. a. O., Band 2, S. 671.)


    1811 wurde das Streichersche Haus in der Ungargasse durch einen Klaviersalon und Konzertsaal erweitert, für den das Paar auch mehrere Büsten berühmter Musiker anfertigen ließ. Eine davon war die bekannte Beethoven-Büste aus der Werkstatt des Bildhauers Franz Klein (1777–1840), der dafür zunächst eine Gipsmaske von Beethovens Gesicht abnahm.


    Der Konzertsaal, der über 300 Personen fasste, wurde am Donnerstag, den 16. April 1812, mit einem Wohltätigkeitskonzert eingeweiht, zu dem auch Beethovens Schüler Erzherzog Rudolph (1788–1831) erschien. Die Wiener Zeitschrift „Der Sammler“ widmete diesem wichtigen Ereignis in der Musikgeschichte der Stadt einen umfangreichen Beitrag:


    „Wien. Am 16. d. M. wurde der, von dem als Professor des Clavierspiels rühmlichst bekannten Herrn A. Streicher in seinem Hause neu erbaute Concert-Saal durch ein Concert eröffnet, welches sowohl durch die Wahl, als durch die Ausführung hohes Interesse erweckte, und dessen Ertrag von der Gesellschaft adelicher Frauen zur Beförderung des Guten und Nützlichen zum Besten armer Augenkranken bestimmt wurde.

    Der erwähnte Saal ist ein längliches Viereck, an dessen oberem Ende der erhöhte Platz für das Orchester angebracht ist. Die vortreffliche Wirkung, welche dasselbe hervor bringt, ist der sprechendste Beweis, daß dieses Gebäude in acustischer Hinsicht seiner Bestimmung vollkommen entspricht. Der Raum für das Auditorium mag bequem über drey hundert Personen fassen, und die Mahlerey der Wände ist eben so passend als geschmackvoll.

    Das Concert, welches – die Blase-Instrumente abgerechnet – von lauter Dilettanten, unter der Direction des vortrefflichen Violinspielers, Herrn [Ignaz] Schuppanzigh, aufgeführt wurde, bestand: 1) In der Ouvertüre zu der Collin’schen Tragödie: Coriolan, componirt von Herrn van Beethoven. Diese geistvolle Composition dürfte schwerlich noch jehmals mit so vielem Feuer, so vieler Präcision und einem so vollendeten Ensemble gegeben worden seyn. 2) Aus einer großen italienischen Arie von Zingarelli, gesungen von Fräulein v. Traunwieser. Eine liebliche Stimme, verbunden mit einem ungemein gefühlvollen Vortrag rissen zu lautem Beyfalle hin. Auf diese Arie folgte: 3) Ein Concert für das Forte-Piano von [Jan Ladislaus] Dussek, vorgetragen von Fräulein [Magdalena] v. Kurzböck. Der Ruhm, den diese – nur Dilettantin ihrem Stande nach, aber Meisterinn nach ihrem Spiele – sich in der musikalischen Welt erworben hat, ist zu fest und zu allgemein begründet, als daß es nöthig wäre, hier etwas zu ihrem Lobe zu sagen. Die höchste Klarheit mit dem geläutertsten Geschmacke verbunden, und die eigene Gabe, nicht nur melodische Stellen mit tiefer Empfindung vorzutragen, sondern auch jeder Passage eine Bedeutung zu geben, ernteten allgemeine Bewunderung. Das 4.) Musikstück war die beliebte große Scene des Romeo am Grabe Giuliettens, aus der Oper dieses Nahmens [Rezitativ und Rondo „Ombra adorata aspetta“ aus Niccolò Zingarellis Oper „Giulietta e Romeo“], mit zartem Ausdruck gesungen von Fräulein von Coubeau. Bey dieser und der vorhergegangenen Arie hatte der k. k. Hoftheater-Capellmeister, Herr [Adalbert] Gyrowetz, den Platz am Claviere übernommen. Sonach wurde 5) ein Concert für zwey Forte-Piano’s, ebenfalls von der Composition des allzu früh verstorbenen Herrn Dussek, durch Fräulein [Fanny] v. Haan und Frau [Henriette] v. Pereira, gebornen v. Arnstein, aufgeführt. Es ist unmöglich, zu bestimmen, welche dieser beyden Damen in ihrem Spiele sich durch Anmuth, Reinheit und Präcision besonders ausgezeichnet habe; das Verdienst schien sich durchaus die Waage zu halten; nicht genug zu loben aber ist die Genauheit, mit welcher sie die vorkommenden Passagen zusammen einstudiert, und der hohe Grad, den sie im Ensemble erreicht hatten; es schien nicht nur eine Person, es schien eine Hand zu seyn. Ein herrlicher Chor von Schuly [vermutl. Joseph Szuly], ohne alle Instrumental-Begleitung von vierzig Dilettanten beyderley Geschlechts herrlich vorgetragen, machte den Schluß dieser genußreichen musikalischen Unterhaltung welche einen neuen Beweis lieferte, bis zu welcher Ausbreitung und bis zu welcher Vollkommenheit die Cultur der Tonkunst hier gediehen ist.

    Seine Kaiserl. Hoheit, der als Kenner und Beschützer der Tonkunst hochverehrte Erzherzog Rudolph, ein großer Theil des hiesigen hohen Adels, und zahlreiche Zuhörer aus den gebildetsten Ständen dieser Hauptstadt, nebst mehreren der vorzüglichsten hiesigen Tonsetzer und Musik-Künstler, wohnten diesem vortrefflichen Concerte bey, welches in den Gemüthern aller Anwesenden nur eine Empfindung – hohes Vergnügen und vollkommene Befriedigung – bewirkte.“ (Der Sammler, Jg. 4, Nr. 47 vom 18. April 1812, S. 194.)


    Einige Monate später war in der Leipziger „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ zu lesen: „Das Concert, welches am 16ten April in der Wohnung des Hrn. Streicher gegeben worden war, um von dem Ertrage desselben Blinde und Augenkranke heilen zu lassen, hatte schon damals den lebhaften Wunsch erregt, dass sich die Freunde und Freundinnen der Kunst, deren Wien eine so bedeutende Anzahl von entschiedenen Verdiensten besitzt, zu einem festen Vereine verbinden möchten, um den Betrieb der musikalischen Kunst mit neuer Kraft zu beleben, und noch ferner den Ruhm zu behaupten, den sich die Kaiserstadt in dieser Rücksicht schon vor so langer Zeit erworben hatte.“ (Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 14, Nr. 52 vom 23. Dezember 1812, Sp. 851–854.) Aus diesen Bestrebungen entstand schließlich die noch heute bestehende Gesellschaft der Musikfreunde, die am 29. November 1812 in der Hofreitschule vor etwa 5000 Zuhörern ihr erstes Konzert gab.


    Daneben entwickelte sich der Streichersche Saal bald zu einem Zentrum des Wiener Musiklebens. Auch Besucher der Stadt kamen gern hierher. So berichtet Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode (1772–1854) von einer bemerkenswerten Matinee, bei der am Samstag, den 3. September 1814 ausschließlich Kompositionen des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen (1772–1806) aufgeführt wurden, wobei dessen Schwager Fürst Anton Radziwill (1775–1833) am Violoncello mitwirkte: „Um 11 Uhr fuhr ich in eine musikalische Akademie bei H. Streicher, einen sehr geschätzten Clavierlehrer, dessen Frau Nanette Streicher, eine Tochter des berühmten Instrument[en]machers Stein [und] Vorsteherin der berühmten Instrumenten Fabrik ist, welche unter ihrem Namen lnstrumente liefert, welche mit Recht zu den geschätztesten Pianofortes gehören, die hier gearbeitet werden. Das Auditorium bestand aus lauter wahren Musicliebhabern, es war daher die größte Stille. Der Saal war mit den Büsten berühmter Clavierspieler u. Spielerinnen decorirt. Erzherzog Rudolph, Prinz Louis Ferdinand v. Preußen, Fräulein [Magdalena] Kurzböck, Frau [Henriette] v. Pereira, Frl. [Fanny] Haan, Gräfin [Franziska] Mejean, geb. v. Spielmann, Nanette Streicher p [= perge, etc.] auch Haydn u. Beethoven. Zuerst spielte Nanette Streicher u. Mde Stein, ihre Schwägerin, eine Doppel Sonate auf 2 Fortepiannos [!], dann Frl. Hahn mit H. Streicher eine dergl., arrangirt nach einem Quartett, u. zuletzt spielten Frl. Hahn auf dem Fortepiano, Prinz Radziwil auf dem Violoncell, Seidel [= Carl August Seidler] aus Berlin auf der Violine u. ein guter Spieler auf der Bratsche ein Quartett, alles Musik des Prinzen Louis Ferdinand. Besonders die beiden letzten Stücke wurden mit vorzüglicher Virtuosität ausgeführt, da Frl. Hahn ganz vortrefflich spielt, so wie überhaupt das gute Clavierspielen hier so an der TagesOrdnung ist, daß fremde Virtuosen deshalb selten Beyfall finden können. Wie sehr hätte ich meinen geliebten Vater in diesen wahren Ohrenschmaus gewünscht. Diese Academien sind gratis u. werden blos aus Liebe zur Musik gegeben.“ (Henrich Graf zu Stolberg-Wernigerode, Tagebuch über meinen Aufenthalt in Wien zur Zeit des Congresses vom 9. September 1814 bis zum April 1815, hg. von Doris Derdey, Halle 2004, S. 109f.) Andreas Streicher hat mehrere Werke Louis Ferdinands für zwei Klaviere bearbeitet, darunter dessen Klavierquartett in f-Moll op. 6, das als bedeutendstes Werk des frühverstorbenen Komponisten gilt.


    Als Beethoven 1816 begann, um die Vormundschaft für seinen Neffen Karl zu kämpfen, wurde Nannette Streicher für ihn zu einer wichtigen Stütze, die ihm immer wieder half, einen halbwegs geordneten Haushalt zu führen. Aus den Jahren 1816 bis 1818 sind über 60 Briefe Beethovens an sie erhalten, die fast ausschließlich um häusliche Sorgen kreisen. Darunter findet sich aber auch Beethovens Bekenntnis, er habe ihre Klaviere seit 1809 „immer besonders vorgezogen“. (Ludwig van Beethoven, Briefwechsel. Gesamtausgabe, Bd. 4, hg. von Sieghard Brandenburg, München 1998, S. 77.)


    1823 trat der Sohn Johann Baptist Streicher (1796–1871) als Gesellschafter in die Firma ein. Dagegen war Andreas Streicher merkwürdigerweise niemals Gesellschafter der Firma.


    Das Streichersche Haus blieb all die Jahre ein beliebter Musikertreffpunkt. Der Komponist und Dirigent Franz Lachner (1803–1890), der dort im Sommer 1824 erstmals Beethoven begegnete, schreibt darüber in seinen Erinnerungen: „Eines Tages war ich allein dort und saß am Flügel neben Nannette Streicher, welche eben das große B-dur-Trio von Beethoven op. 97 studirte. Da trat plötzlich Beethoven, auf dessen Hauswesen Frau Streicher viel Einfluß hatte, in das Zimmer, eben als wir bis zum Anfange des letzten Satzes gelangt waren. Er hörte unter Anwendung des stets in seiner Hand befindlichen Hörrohres einige Augenblicke zu, zeigte sich aber alsbald mit dem zu zahmen Vortrage des Hauptmotivs des Finale nicht einverstanden, sondern beugte sich über die Clavierspielerin hinüber und spielte ihr dasselbe vor, worauf er sich alsbald wieder entfernte. Ich war von der Hoheit seiner Erscheinung, seinem energischen Auftreten und der unmittelbaren Nähe seiner imposanten Persönlichkeit in solchem Grade aufgeregt und erschüttert, daß ich geraume Zeit brauchte, bis ich wieder in ruhige Verfassung kam.“ (Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, a. a. O., Bd. 2, S. 537.)


    Nannette Streicher blieb Beethoven bis zu seinem Tod verbunden und erzählte 1829 dem englischen Ehepaar Vincent und Mary Novello zahlreiche Anekdoten aus seinem Leben. (Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen, a. a. O., Bd. 2, S. 963–968.)


    Eine enge Freundschaft verband das Ehepaar Streicher auch mit dem seinerzeit berühmten Arzt Franz Joseph Gall (1758–1828), der bis 1805 in Wien lebte, sowie mit dem Arzt Anton Franz Rollett (1778–1842), in dessen Haus in Baden bei Wien die Familie häufig die Sommermonate verbrachte. Sein Sohn Hermann Rollett (1819–1904) schreibt über Nannette Streicher: „In unvergesslicher Weise prägten sich gewiß jedem, der die heiter-offene Frau einmal gesehen, ihre zwar etwas hartgeformten, scharfkantigen, aber sprechenden Züge mit intelligentem und zugleich wohlwollendem Ausdruck und ihr lebhaftes, in Art und Ton der Sprache fast männliches Wesen ein.“ (Hermann Rollett, Begegnungen. Erinnerungsblätter (1819–1899), Wien 1903, S. 23.)


    Nach zweimonatigem Leiden starb Nannette Streicher am 16. Januar 1833 in ihrer Wohnung in der Ungargasse an einer „Lungenlähmung“, d. h. an einem Lungenödem. Zwei Tage später wurde sie auf dem St. Marxer Friedhof beigesetzt, auf dem bereits Mozart seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. (Wiener Zeitung, Nr. 17 vom 21. Januar 1833, S. 72 und „Diesem Menschen hätte ich mein ganzes Leben widmen mögen“, a. a. O., S. 152.) Seit 1891 befindet sich ihr Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof in unmittelbarer Nähe von Beethovens Grab. Im selben Grab sind auch Andreas Streicher und ihr gemeinsamer Sohn Johann Baptist Streicher beigesetzt.

    Würdigung

    Durch ihre in ganz Europa geschätzten Klaviere und Flügel ist Nannette Streicher untrennbar mit der Entwicklung der Klaviermusik verbunden und dürfte namentlich Beethovens Werke nicht unwesentlich beeinflusst haben. Mehrere Quellen belegen, dass er ihr sogar Vorschläge zur Verbesserung der Mechanik machte. Bei historisch orientierten Pianisten sind ihre Instrumente deshalb noch heute sehr begehrt. Von vergleichbarer Bedeutung sind aus dieser Zeit lediglich die Instrumente von Anton Walter, Johann von Schanz und Conrad Graf sowie von Sébastien Érard und Thomas Broadwood.

    Werkverzeichnis

    Klage über den frühen Tod der Jungfer Ursula Sabina Stage in Augsburg (Text Peter Neuß), für Singstimme und Klavier, Augsburg: Stage 1788.


    Deux Marches für Klavier, Bonn: Simrock 1817.


    Marche für 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner und 2 Klarinetten, Bonn: Simrock 1817.


    Je ein Exemplar der drei Werke besitzt die Musikbibliothek Leipzig. Neuausgaben aller Werke von Nannette und Andreas Streicher erschienen im Verlag Dohr, hg. von Christoph Öhm-Kühnle.

    Quellen

    Literatur


    [Andreas Streicher] Kurze Bemerkungen über das Spielen, Stimmen und Erhalten der Fortepiano, welche von den Geschwistern Stein in Wien verfertiget werden, Wien: Alberti 1801.


    [Andreas Streicher], Nekrolog, in: Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 35, Nr. 23 vom 5. Juni 1833, Sp. 373–380.


    Theodor Bolte, Die Musikerfamilien Stein und Streicher, Wien: Schönberger 1917.


    Max Neuburger, Briefe Galls an Andreas und Nannette Streicher, in: Archiv für Geschichte der Medizin, Band 10 (1917), S. 3–70.


    Paul Tausig, Briefe von Andreas und Nanette Streicher an Anton Franz Rollett über die Gallsche Schädelsammlung, in: Archiv für Geschichte der Medizin, Band 12 (1920), S. 50–58.


    Theodor Frimmel, Beethoven und das Ehepaar Streicher, in: Alt-Wiener Kalender für das Jahr 1925, hg. von Alois Trost, Wien: Amalthea-Verlag 1925, S. 92–105.


    Wilhelm Lütge, Andreas und Nannette Streicher, in: Der Bär. Jahrbuch von Breitkopf & Härtel, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1927, S. 53–69.


    Otto Clemen, Andreas Streicher in Wien, in: Neues Beethoven-Jahrbuch, Jg. 4 (1930), S. 107–117.


    Eva Hertz, Johann Andreas Stein (1728–1792). Ein Beitrag zur Geschichte des Klavierbaues, Würzburg: Mayr 1937.


    A Mozart Pilgrimage. Being the travel diaries of Vincent & Mary Novello in the year 1829, transcribed and compiled by Nerina Medici di Marignano, edited by Rosemary Hughes, London: Novello 1955 – Deutsche Ausgabe: Eine Wallfahrt zu Mozart. Die Reisetagebücher von Vincent und Mary Novello aus dem Jahre 1829, hg. von Nerina Medici di Marignano und Rosemary Hughes, deutsche Übertragung von Ernst Roth, Bonn: Boosey & Hawkes 1959.


    Hans Pemmer, Das alte Streicherhaus (Ungargasse 46), in: Wiener Geschichtsblätter, Jg. 14, Wien 1959, S. 36–38.


    Ludwig van Beethovens Konversationshefte, hg. von Karl-Heinz Köhler, Grita Herre, Dagmar Beck u. a., 11 Bände, Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik 1972–2001.


    Ludwig van Beethoven, Briefwechsel. Gesamtausgabe, hg. von Sieghard Brandenburg, 7 Bände, München: Henle 1996–1998.


    „Diesem Menschen hätte ich mein ganzes Leben widmen mögen“. Beethoven und die Wiener Klavierbauer Nannette und Andreas Streicher, hg. von Uta Goebl-Streicher, Jutta Streicher und Michael Ladenburger, Bonn: Beethoven-Haus 1999.


    Uta Goebl-Streicher, Das Stammbuch der Nannette Stein (1787–1793). Streiflichter auf Kultur und Gesellschaft in Augsburg und Süddeutschland im ausgehenden 18. Jahrhundert, 2 Bände, Tutzing: Schneider 2001.


    Christian Lambour, Nannette Streicher – nicht nur Klavierbauerin, in: Der „männliche“ und der „weibliche“ Beethoven. Bericht über den Internationalen musikwissenschaftlichen Kongress vom 31. Oktober bis 4. November 2001 an der Universität der Künste Berlin, hg. von Cornelia Bartsch, Beatrix Borchard und Rainer Cadenbach, Bonn: Beethoven-Haus 2003, S. 205–217.


    Michael Latcham, The development of the Streicher firm of piano builders under the leadership of Nannette Streicher, 1792 to 1823, in: Das Wiener Klavier bis 1850. Bericht des Symposiums „Das Wiener Klavier bis 1850“, veranstaltet von der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums Wien vom 16. bis 18.10.2003, hg. von Beatrix Darmstädter, Alfons Huber und Rudolf Hopfner, Tutzing: Schneider 2007, S. 43–71.


    Christoph Öhm-Kühnle, „Er weiß jeden Ton singen zu lassen“. Der Musiker und Klavierbauer Johann Andreas Streicher (1761–1833) – kompositorisches Schaffen und kulturelles Wirken im biografischen Kontext. Quellen – Funktion – Analyse, Diss., Tübingen 2008 – http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2008/3445/pdf/Dissertation_Oehm_Kuehnle_elektronische_Publikation.pdf


    Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen in Tagebüchern, Briefen, Gedichten und Erinnerungen, hg. von Klaus Martin Kopitz und Rainer Cadenbach unter Mitarbeit von Oliver Korte und Nancy Tanneberger, 2 Bände, München: Henle 2009.


    Das Beethoven-Lexikon, hg. von Heinz von Loesch und Claus Raab, Laaber: Laaber 2009, S. 730–732.


    Das Reisetagebuch des Klavierbauers Johann Baptist Streicher 1821–1822, hg. von Jutta Streicher und Uta Goebl-Streicher, Tutzing: Schneider 2009


    Alexander Langer, Nannette und Andreas Streicher – Johann Baptist Streicher – Emil Streicher. Ein interessanter Abschnitt österreichischer Klavierbaugeschichte, Monografie (in Vorbereitung).

    Forschung

    Aspekte zu Leben und Werk Nannette Streichers sind in zahlreichen Arbeiten gewürdigt und anhand überlieferter Quellen dargestellt worden. Zu nennen sind insbesondere die Publikationen von Uta Goebl-Streicher, in deren Besitz sich das Streicher-Archiv befindet, das viele der an Nannette und Andreas Streicher gerichteten Briefe enthält. In Vorbereitung ist eine umfangreiche Monografie über die Familie Streicher, die von dem Klavierbauer Alexander Langer in Klagenfurt verfasst wird.

    Forschungsbedarf

    Eine vollständige Erschließung der Quellen steht noch aus. Wünschenswert wäre daneben eine Arbeit, die Nannette Streichers Instrumente im Kontext mit anderen bedeutenden europäischen Klavierbauern ihrer Zeit untersucht. Wichtige Grundlagen dazu bietet der Bericht über das Symposium „Das Wiener Klavier bis 1850“ (s. Literatur).

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 5226355
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117317225
    Library of Congress (LCCN): nr97004947
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Klaus Martin Kopitz


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 29.07.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Klaus Martin Kopitz, Artikel „Nannette Streicher“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 29.7.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Nannette_Streicher