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  • Nadia Boulanger

    von Melanie Unseld
    The composer and pianist Nadia Boulanger.
    Namen:
    Nadia Boulanger
    Lebensdaten:
    geb. in Paris, France
    gest. in Paris, France
    Tätigkeitsfelder:
    Pädagogin, Dirigentin, Pianistin, Organistin, Komponistin.
    Charakterisierender Satz:

    „Als Pädagogin besteht mein ganzes Leben darin, andere zu verstehen und nicht, andere dazu zu bringen, mich zu verstehen. Was ein Student denkt, was er tun will - das ist wichtig. Ich muss versuchen, ihn dazu zu bringen, sich selbst auszudrücken, ihn darauf vorzubereiten, das zu tun, was er am besten kann.“

    (Nadia Boulanger, zit. n. Bruno Monsaingeon: „Mademoiselle. Entretiens avec Nadia Boulanger“ o. O., o. J. [1981], Übersetzung: Melanie Unseld)


    Profil

    Sie war eine der wichtigsten musikpädagogischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und unterrichtete mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler. Ihre kompositorische Tätigkeit stellte sie zunehmend in den Hintergrund, als Dirigentin trat sie besonders für die Werke ihrer Schwester Lili Boulanger, Igor Strawinskys und diejenigen ihrer Schülerinnen und Schüler ein. Sie engagierte sich für die Renaissance der Alten Musik.

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    Nadia Boulanger war eine charismatische Pädagogin. Über 1000 Schülerinnen und Schüler aus aller Welt (vor allem Frankreich, Polen und den USA) hatten im Laufe ihrer über 70jährigen Tätigkeit bei ihr Unterricht. Es kamen KomponistInnen, InterpretInnen, DirigentInnen und MusikwissenschaftlerInnen zu ihr. Sie unterrichtete Kinder (u. a. an der Yehudi Menuhin School), Jugendliche und Erwachsene.

    Ihr Unterricht zeichnete sich durch eine musikalisch-kulturelle Vielseitigkeit aus - neben Musikgeschichte, Musiktheorie und Fragen der praktischen Musikausübung (Interpretation etc.) kamen auch Philosophie, Literatur, die Bildende Kunst und anderes zur Sprache. Nadia Boulanger begeisterte ihre Studierenden durch ein profundes Wissen auf all diesen Gebieten. Ihr musikalischer Horizont reichte dabei von Monteverdi und Schütz über Bach, die Klassiker und Romantiker bis in die zeitgenössische Musik. Hier verehrte sie vor allem die Musik Igor Strawinskys, dessen unterschiedliche kompositorischen Phasen sie begleitete. Unterrichtsgegenstand war allerdings auch - trotz der Schönberg-Strawinsky-Kontroverse - die Zweite Wiener Schule.

    Die Individualität der Studierenden stand in Boulangers Unterricht im Mittelpunkt: Sobald die Schülerin oder der Schüler ein solides Grundwissen vorweisen konnte, war es Nadia Boulangers Anliegen, die musikalische Individualität der Schülerin oder des Schülers zu fördern. War die musikalisch-kompositorische Individualität bereits ausgeprägt, lehnte Nadia Boulanger das Unterrichten ab, so etwa bei George Gershwin.

    Als Kind einer ehrgeizigen Mutter früh zu strenger Selbstdisziplin erzogen, war sie Zeit ihres Lebens sehr zielstrebig. Sie erfüllte bis ins hohe Alter mit großem Engagement ein enormes Arbeitspensum: Individual- und Gruppenunterricht, eine ausgedehnte Korrespondenz, Auftritte als Organistin, Pianistin und Dirigentin u.v.m.

    Zu ihrem Selbstverständnis als Pädagogin und Künstlerin gehörte für Nadia Boulanger die Tatsache, dass sie unverheiratet blieb. Gleichsam als Familienersatz sah sie zuweilen den Kreis ihrer Schülerinnen und Schüler an, einige davon wurden enge Freundinnen und Freunde, auch Mitarbeiterinnen.

    Nadia Boulanger galt zur Zeit ihres Studiums am Conservatoire als vielversprechende angehende Komponistin, ihre Kompositionen standen stark unter dem Einfluss ihres Lehrers Gabriel Fauré, der sie sehr schätzte und förderte. 1919 gab sie allerdings das Komponieren vollständig auf, mit der Begründung, dass sie an sich selbst ebenso strenge Bewertungskriterien anlege wie an andere - und diesen würden ihre Kompositionen nicht standhalten. Sie sprach von ihrer Musik als „inutile“. Einfluss auf ihre Entscheidung, das Komponieren aufzugeben, hatte, so ist zu vermuten, der große kompositorische Erfolg ihrer Schwester Lili, die allerdings bereits 1918 starb, und auch der Kontakt zu Igor Strawinsky, dessen Musik Nadia Boulanger sehr bewunderte.

    Während des Zweiten Weltkriegs lebte Nadia Boulanger in den USA, wo schnell das Bonmot herumging, dass es in jeder Stadt eine „Boulangerie“ gäbe: Nadia Boulangers Einfluss auf die US-amerikanische Musikentwicklung ist nicht zu unterschätzen, wenngleich sie von manchem kritisiert wurde.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Boulanger nach Paris zurück und fand dort eine neue Komponistengeneration vor (Boulez, Messiaen u.a.), die sich vor allem an Schönberg orientierte und Boulangers Ästhetik ablehnte. Sie galt in diesen Kreisen nun als reaktionär. Nichtsdestotrotz unterrichtete sie mit unvermindertem Erfolg bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 1979.

    Orte und Länder

    Nadia Boulanger lebte und wirkte vor allem in Frankreich (Paris, Fontainebleau) und unterrichtete Schüler aus vielen Ländern, insbesondere aus den USA, Polen, Russland und England, aber auch aus der Türkei, aus Japan, Argentinien u.v.a. Als Dirigentin trat sie u.a. in Frankreich, Russland, England und in den USA auf. Als Organistin war sie ebenfalls in Frankreich, England und den USA hochgeschätzt. Die Mutter Raissa stammte aus Russland.

    Biografie

    Nadia Boulanger war die älteste Tochter von Ernest Boulanger und dessen russischer Frau Raissa. Sie war musikalisch hochbegabt und erhielt ab ihrem 10. Lebensjahr umfassenden Unterricht am Pariser Conservatoire. Mit 17 Jahren begann sie zu unterrichten. Daneben nahm sie zweimal am renommierten Kompositions-Wettbewerb um den Prix de Rome teil, bei dem sie 1908 den Zweiten Preis erhielt. Mit dem Pianisten Raoul Pugno verband sie eine enge künstlerische Zusammenarbeit, sie komponierte mit ihm zusammen u.a. die Oper „La ville morte“ (nach D’Annunzio) und ging mit ihm auf Konzertreisen.

    Ihre kompositorische Arbeit nahm sie immer stärker zurück, seit 1919 trat sie nicht mehr als Komponistin in Erscheinung, da sie ihre Musik für „inutile“ (nicht notwendig, unnütz) hielt.

    Sie unterrichtete Zeit ihres Lebens mittwochs in ihrer Wohnung, Rue Ballu, in Paris, darüberhinaus an zahlreichen Schulen, Colleges, Akademien, darunter am Conservatoire Américain Fontainebleau (ab 1921), am Conservatoire Femina musica, an der École Normal de musique (ab 1920), an der Royal Academy of Music, dem Royal College und an der Yehudi Menuhin School.

    Sie trat darüber hinaus als Pianistin, Organistin und Dirigentin auf, in letzterer Funktion setzte sie sich vor allem für die Renaissance der Alten Musik, aber auch für zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten (darunter ihre Schwester Lili Boulanger, Aaron Copland, Igor Strawinsky u.v.m.) ein.

    Während des Zweiten Weltkrieges lebte sie in den USA und unterrichtete dort u. a. am Wellesley College, am Radcliffe College und an der Juilliard School. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich hatte sich die jüngste Generation der Avantgarde von der Schule Nadia Boulangers abgewandt. Nichtsdestotrotz blieb sie bis an ihr Lebensende eine pädagogische Institution in ganz Europa und den USA.

    Sie starb über 90jährig in Paris.

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    Als älteste Tochter des Komponisten und Gesangslehrers Ernest Boulanger wuchs Nadia Boulanger zusammen mit ihrer 6 Jahre jüngeren Schwester Lili in einem hochmusikalischen und intellektuellen Umfeld auf. Ihr Vater hatte mit 62 Jahren die 19jährige Raissa Mychtsky geheiratet, eine russische Aristokratin (Prinzessin?), die als Gesangsstudentin nach Paris gekommen war. Nadia Boulanger kam im elterlichen Salon früh mit den künstlerischen und intellektuellen Größen des Pariser fin de siècle in Berührung, darunter die Komponisten Charles Gounod, Jules Massenet und Camille Saint-Saëns sowie der Pianist Raoul Pugno. 10jährig begann sie ihr Studium am traditionsreichen Pariser Conservatoire, wo sie u.a. bei Paul Vidal (Begleitung), Louis Vierne und Alexandre Guilmant (Orgel), Charles Marie Widor und Gabriel Fauré (Komposition) Unterricht nahm. Der Schwerpunkt ihrer Ausbildung lag auf dem Kompositionsstudium (Harmonielehre, Kontrapunkt, Fuge), wobei Gabriel Fauré als Komponist wie als Pädagoge ihr großes Vorbild war. Am Conservatoire erhielt sie mehrere Preise, darunter einen 1. Preis im Fach Harmonielehre (1903), einen 1. Preis für Orgelbegleitung und einen 1. Preis für Komposition (beide 1904).

    Die Mutter war mit Nadia (weit mehr als mit der jüngeren, gesundheitlich labilen Lili) sehr ehrgeizig und überwachte streng die intensiven Studien der ältesten Tochter.

    Der Vater starb 1900, eine tiefe Erschütterung für die 12jährige Nadia. Sie konzentrierte sich nun besonders auf ihre musikalische Ausbildung, schloss 1904 das Studium am Conservatoire ab und übernahm mit 17 Jahren die Aufgabe, den Familienunterhalt zu verdienen: Sie begann zu unterrichten.

    Außerdem arbeitete sie weiterhin als Komponistin und bereitete sich auf den renommierten Prix de Rome vor, an dem sie 1907 und 1908 teilnahm. 1908 errang sie den Zweiten Rom-Preis. Der Erste Rom-Preis für Komposition wurde erst 1913 erstmals an eine Frau vergeben: an Nadias Schwester Lili Boulanger.

    Eine enge künstlerische Zusammenarbeit entwickelte sich mit Raoul Pugno: Pugno und Boulanger komponierten mehrere Werke gemeinsam, darunter die Oper „La ville morte“ nach Gabriele d’Annunzio, und gingen gemeinsam auf Konzertreisen, bei denen Pugno als Pianist und Boulanger als Dirigentin auftraten.

    1913 lernte sie Igor Strawinsky kennen, mit dem sie eine lebenslange enge Freundschaft und künstlerische Partnerschaft verband.

    Durch das mäzenatische Engagement der Princesse de Polignac (Winnaretta Singer, Erbin des amerikanischen Nähmaschinenfabrikanten, verheiratet mit Edmond de Polignac und zwischen den beiden Weltkriegen die wichtigste Kunstmäzenin in Paris) konnte Nadia Boulanger ihre Tätigkeit als Dirigentin intensivieren: Die kunstbegeisterte Princesse de Polignac initiierte nicht nur in ihrem Salon zahlreiche und regelmäßige Konzertaufführungen (u.a. mit Kompositionen von Monteverdi, Schütz und zahlreichen zeitgenössischen Komponisten wie Strawinsky, Manuel de Falla, Jean Françaix und Igor Markevitch), sondern engagierte u. a. auch das Royal Philharmonic Orchestra, um Nadia Boulanger die Möglichkeit zu geben, öffentlich als Dirigentin aufzutreten (1937 u.a. mit dem „Requiem“ von Fauré). Auch Strawinsky wurde im übrigen von Princesse de Polignac mäzenatisch unterstützt.

    Ab 1921 bis zu ihrem Tod unterrichtete Nadia Boulanger an der von Walter Damrosch 1920 gegründeten Sommerakademie in Fontainebleau (Conservatoire Américain Fontainebleau). Diese Sommerkurse wurden vorwiegend von US-amerikanischen Studierenden besucht. Weitere Institutionen, an denen sie im Laufe ihres Lebens unterrichtete, sind u.a. das Conservatoire Femina musica, das am Conservatoire in Paris (1915 als Assistentin von Gabriel Fauré), École Normal de musique (ab 1920), 1935 übernahm sie die Kompositionsklasse von Paul Dukas an der Royal Academy of Music, dem Royal College und an der Yehudi Menuhin School. Außerdem unterrichtete sie zeitlebens in ihrer Wohnung, Rue Ballu, ein Unterricht, der zu einer Institution im Pariser Musikleben und Anziehungspunkt für Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt wurde.

    Nachdem Nadia Boulanger zu Beginn ihrer musikalischen Ausbildung den Studienschwerpunkt auf eine Kompositionslaufbahn gelenkt hatte, trat sie als Komponistin ab 1919 nicht mehr öffentlich auf: Je mehr sie unterrichtete, desto weniger komponierte sie. Sie selbst kommentierte ihren Abschied von der Komposition mit den Worten: „Wenn es etwas gibt, über das ich mir ganz sicher bin, dass ist es die Tatsache, dass ich aufgehört habe zu Komponieren. Ich habe unnütze Musik geschrieben. Ich bin streng genug mit anderen Komponisten, daher sollte ich so selbstkritisch mir selbst gegenüber sein.“ (Nadia Boulanger, zit. n. Bruno Monsaingeon: „Mademoiselle. Entretiens avec Nadia Boulanger“ o.O., o. J. [1981], S. 21, Übersetzung: Melanie Unseld).

    1940-46 verbrachte Boulanger in den USA, wo sie Vorträge hielt, unterrichtete (u.a. an der Juilliard School of Music, New York) und Konzerte moderierte und dirigierte.

    Als Dirigentin war sie zumeist die erste Frau am Pult renommierter Orchester (darunter die New Yorker Symphoniker und das Royal Philharmonic Orchestra, 1937). 1947 wurde sie Maitre de Chapelle in Monaco, wo sie u.a. 1956 zur Hochzeit von Grace Kelly und Fürst Rainier die „Messe“ von Strawinsky aufführte.

    Nadia Boulanger erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Ehrendoktorwürden der Universitäten Oxford und Harvard, sie war Fellow des Royal College of Music London, Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und des Ordre des arts et lettres, außerdem wurde sie mit dem Orden der Légion d’honneur ausgezeichnet.

    Rezeption

    Nadia Boulangers Verdienst als Pädagogin ist in Frankreich unumstritten. In den deutschsprachigen Ländern war sie weniger bekannt, da sie - als Befürworterin der Musik Strawinskys - von der Schönberg-Schule angefochten wurde. In die Kontroverse Strawinsky-Schönberg hat sie nie aktiv eingegriffen, wurde selbst allerdings von Schönberg hart kritisiert.

    Vor allem für die US-amerikanische Musik hat Nadia Boulanger bedeutendes geleistet. Nach Aaron Copland kamen zahlreiche weitere Schülerinnen und Schüler aus den USA zu ihr zum Studium. Sie prägte damit maßgeblich die Entwicklung der US-amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts.

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    Nadia Boulanger war als Pädagogin eine der prägenden Gestalten für die Musik des 20. Jahrhunderts. Aufgrund der Kontroverse zwischen Strawinsky und Schönberg galt sie, die sich für Strawinskys Musik zeitlebens einsetzte, als Antipodin von Schönberg. Es hat jedoch den Anschein, dass sie in dieser Kontroverse eher instrumentalisiert wurde, denn noch 1925 schreibt die „Times“ anlässlich von Nadia Boulangers Lectures in New York: „Miss Boulanger regarded Schoenberg as one of the most significant of modern composers“ (zit. nach Léonie Rosenstiel: Nadia Boulanger. A Life in Music, New York/London 1982, S. 185.), und zeitlebens waren die Kompositionen der Zweiten Wiener Schule Bestandteil ihres Unterrichts.

    Für die US-amerikanische Musik hatte Nadia Boulanger einen enormen Einfluss. Nachdem die „erste Generation“ US-amerikanischer Schülerinnen und Schüler (darunter auch Aaron Copland) zu ihr nach Paris gekommen war und sie ab 1921 auch am Conservatoire Américain Fontainebleau unterrichtet hatte, festigte sich ihr Ruf als Ausnahmepädagogin in den USA. Die etwas despektierlich gemeinte Äußerung, dass in jeder US-amerikanischen Stadt eine „Boulangerie“ zu finden sei, spricht für ihren enormen Einfluss.

    Für die französische Musik hatte sie vor allem bis zum Zweiten Weltkrieg großen Einfluss. Sie begleitete die Entwicklung Strawinskys, der spätestens mit seinem spektakulären „Sacre du printemps“ (1913) zur Avantgarde des französischen Musiklebens zählte. Zur Avantgarde zählte zugleich aber auch die Auseinandersetzung mit der sogenannten Alten Musik. Nadia Boulanger gehörte zu den ersten, die die Renaissance der Alten Musik einläuteten, sie brachte Werke von Monteverdi, Schütz und anderen zur Aufführung. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Boulangers Einfluss auf die französische Avantgarde ab, da sich die junge Generation nun vorwiegend auf Schönberg berief.

    Als Dirigentin trat sie oftmals als erste Frau an das Pult renommierter Orchester, so dass sie in diesem Zusammenhang als Pionierin gelten kann.

    Ihre Kompositionen werden zumeist nur im Zusammenhang mit ihrerTätigkeit als Pädagogin rezipiert, eine Auswahl (vor allem die „Trois Pièce“ für Cello und Klavier) liegt inzwischen auch in mehreren CD-Einspielungen vor.

    Werkverzeichnis

    Die bislang bekannten Werke Nadia Boulangers umfassen vor allem Vokalkompositionen (Kantaten, Chorfugen), ein virtuoses Werk für Klavier und Orchester („Rhapsodie variée“), Kammermusik und die Oper „La vielle mort“, die sie zusammen mit Raoul Pugno komponierte.

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    Petit canon für Orgel


    Improvisation für Orgel


    Prélude für Orgel


    Fugue chœur, 1907


    A l’hirondelle, 1908


    Fugue für Streichquartett, 1908


    La sirène, Kantate, 1908


    Fünf Lieder (Soleils couchants/Paul Verlaine, Cantique/Maurice Maeterlinck, Élégie/Albert Samain, Prière/H. Bataille, Was will die einsame Träne/Heinrich Heine), 1909


    Fugue chœur, 1909


    La Roussalka, Kantate, 1909


    Les heures claires (Le ciel en nuit s’est déplié; Avec mes sens, avec mon cœur; Vous m’avez dit; Que tes yeux claires, tes yeux d’été; C’était en juin; Ta bonté; Roses de Juin; S’il arrive jamais, Texte: Émile Verhaeren), 1909-1912 (zusammen mit Raoul Pugno)


    Mélodies, 1910


    Rhapsodie variée für Klavier und Orchester (wahrscheinlich 1912 entstanden)


    La ville morte, Oper (Libretto nach Gabriele d’Annunzio), 1913 (zusammen mit Raoul Pugno)


    Sieben Lieder (Soir d’hiver/Nadia Boulanger, L’Échange/Camille Mauclair, Chanson/Camille Mauclair, Le Couteau/Camille Mauclair, Au bord de la route/Camille Mauclair, Doute/Camille Mauclair, J’ai frappé/J.-F. Bourguignon), 1915 (oder 1916)/1922


    Trois Pièces für Violoncello und Klavier, 1915 (oder 1913)


    Lux aeterna für Stimme, Harfe, Violine und Cello (um 1918)


    Vers la vie nouvelle für Klavier, 1919

    Repertoire

    Nadia Boulanger war eine gefragte Organistin, als Pianistin trat sie u.a. mit Dinu Lipatti auf (Einspielungen). Als Dirigentin setzte sie sich v.a. für die Aufführungen der Werke ihrer Schwester Lili Boulanger ein, sie dirigierte außerdem Werke Alter Musik, aber auch das Requiem von Gabriel Fauré, Werke von Igor Strawinsky u.v.a.

    Quellen

    a) Autographe


    Autographe liegen in der Bibliothèque National, Paris, sowie bei der Fondation International Lili et Nadia Boulanger (s. auch unter Forschungsinformationen)


    b) Notenausgaben (chronologisch)


    Songs. Introduction by Marjory Irvin, unabridged republ. of various ed. Paris between 1909 and 1922, New York 1985 (= Women composers series, Bd. 16)


    Trois Pièce für Violoncello und Klavier, Paris [ca. 1995]


    c) Primärquellen (chronologisch)


    Lectures on Modern Music (Lecture am Rice Institute, Februar 1925, transkribiert von Howard Hinners) abgedruckt in: Don Campbell: Master teacher, Nadia Boulanger, Washington, D. C., 1984, S. 99-147


    Brief von Nadia Boulanger an Eduard Resser (1932), abgedruckt in: Vom Schweigen befreit. 3. Internationales Komponistinnen-Festival, Kassel 1993. Lili Boulanger, Redaktion: Christel Nies und Roswitha Aulenkamp-Moeller, Kassel 1993, S. 88-91


    Dissonance is Today, Consonance is Tomorrow, in: The Music Journal (Mai 1970), wieder abgedruckt in: Don Campbell: Master teacher, Nadia Boulanger, Washington, D. C., 1984, S. 149-151


    Robertson, Alec: Dear Alec... A tribute for his eightieth birthday from friends known and unknown. Saturday, 3 June 1972, Worcester 1972 [darin: Beitrag von Nadia Boulanger]


    „An Ludwig Strecker“, in: Festschrift für einen Verleger. Ludwig Strecker zum 90. Geburtstag, hg. von Carl Dahlhaus, Mainz 1973, S. 24-25


    Interview mit Nadia Boulanger, abgedruckt in Le Monde 1979


    d) Sekundärliteratur (alphabethisch)


    Anonym: „Hommage à Nadia Boulanger“, in: Études fauréennes Vol. 17 (1980) S. 3-9


    Anonym: „Nadia Boulanger“, in: Le Monde de la Musique (April 1979)


    Anonym: „Nous n’oublierons pas Nadia Boulanger“, in: La Quinzaine Littéraire No. 313 (1979)


    Armagnac, Cécile: „Nadia Boulanger“, in: Lili Boulanger zum 100. Geburtstag. Bremer Lili Boulanger-Tage 1993, Redaktion: Kathrin Mosler, Bremen 1993, S. 39


    Borchard, Beatrix: „Nadia Boulanger oder: Über notwendige und überflüssige Musik“, in: Klassizistische Moderne, Eine Begleitpublikation zur Konzertreihe im Rahmen der Veranstaltungen „10 Jahre Paul Sacher Stiftung“, hrsg. von Felix Meyer, Winterthur 1996, S. 402-414.


    Borchard, Beatrix: Nadia Boulanger - Ein Leben. Booklet-Text zur CD Nadia Boulanger und ihre Schüler, GEDOK-Berlin 1996


    Borchard, Beatrix: „Nadia Boulanger. Oder: Wer definiert, was Innovation in der Musik heißt?“ in: Jenny Svensson (Hg.), Die Dynamik kulturellen Wandels. Essays und Analysen. Festschrift Reinhard Flender zum 60. Geburtstag, LIT Verlag, Münster 2013, S. 119-143.


    Brooks, Jeanice: „Mildred Bliss Tells Nadia Boulanger to Think of Herselfe for Once“. In: Cultivating Music in America: Women Patrons and Activists Since 1860 (1997), S. 209-213.


    Brooks, Jeanice: „Nadia Boulanger and the Salon of the Princesse de Polignac“. In: Journal of the American Musicological Society, Vol. 46, Nr. 3 (fall 1993), S. 415-468.


    Brooks, Jeanice: „Noble et grande servante de la musique: Telling the Story of Nadia Boulanger’s Conducting Career“. In: The Journal of Musicology, Vol. 14, Nr. 1 (winter 1996), S. 92-116.


    Brooks, Jeanice: „The fonds Boulanger at the Bibliothèque Nationale“. In: Notes: Quarterly Journal of the Music Library Association, Vol. 51, Nr. 4 (june 1995), S. 1227-1237.


    Campbell, Don: Master teacher, Nadia Boulanger, Washington, D. C., 1984


    Chailley, Jacques: „Über den Unterricht von Nadia Boulanger“, in: Vom Schweigen befreit. 3. Internationales Komponistinnen-Festival, Kassel 1993. Lili Boulanger, Redaktion: Christel Nies und Roswitha Aulenkamp-Moeller, Kassel 1993, S. 84


    Conrad, Doda: Grandeur et mystère d’un mythe. 44 ans d’amitié avec Nadia Boulanger. Paris 1995


    Depaulis, Jacques (Hg.): Lettres à Nadia Boulanger, Liège 1999 (Collection Musique, musicologie)


    Eisenlohr, Henning: „Nadia Boulanger“. In: Komponisten der Gegenwart, hg. v. Hans-Werner Heister und Walter-Wolfgang Sparrer, München 1992.


    Fauser, Annegret: „La Guerre en dentelles: Women and the Prix de Rome in French Cultural Politics“, in: Journal of the American Musicological Society, Vol. 51 No. 1, Spring 1998, S. 83-129


    Fleuret, Maurice: “La grande Mademoiselle”, in: Le Nouvel Observateur No. 781 (29. Oktober 1979)


    Hold pamieci Nadii Boulanger. Special Issue von Ruch muszyczny: dwutygodnik, Bd. 1, Heft 1 (1980), mit Beiträgen von Zygmunt Mycielski, Alexandre Tansman, Witold Rudzinski, Zygmunt Krauze, Romuald Twardowski, Bernadetta Matuszczak und Krzysztof Meyer


    Holingue, J.: „Nadia Boulanger“, in: Aspects de la France (1. November 1979)


    Kendall, Alan: The Tender Tyrant. Nadia Boulanger. A Life Devoted to Music, London 1976


    Kirkpatrick, Ralph: Early Years, New York 1985 (darin: Erinnerungen an Nadia Boulanger als Lehrerin)


    Lesure, François: „A travers la correspondance de Nadia Boulanger“, in: Revue de la Bibliothèque Nationale Vol. 5 (September 1982), S. 16-23


    Lili et Nadia Boulanger. La Revue Musicale, Double Numéro 353-354, Paris 1982.


    Li-Koechlin, Madelaine (Hg.): Charles Koechlin 1867-1950. Correspondance. Sonderheft La Revue Musicale 1983 (darin: Korrespondenz zwischen Charles Koechlin und Nadia Boulanger)


    McGlone, Carmel: „La Mademoiselle“, in: Canzona, New Zealand Vol. II/6 (Dezember 1980), S. 6-10


    Monsaingeon, Bruno: Mademoiselle. Entretiens avec Nadia Boulanger, Paris 1981 (engl. Ausgabe: Mademoiselle. Conversations with Nadia Boulanger, Manchester 1985).


    Mycielski, Zygmunt: „Rozmowy z Nadia Boulanger“. In: Res facta nova. Bd. 1, Heft 10 (1994), S. 33-36


    Naoumoff, Émile: “Erinnerungen an Nadia Boulanger”, in: Vom Schweigen befreit. 3. Internationales Komponistinnen-Festival, Kassel 1993. Lili Boulanger, Redaktion: Christel Nies und Roswitha Aulenkamp-Moeller, Kassel 1993, S. 86-87


    Norton, Kay: „Musical emissary in America: Nadia Boulanger, Normand Lockwood, and American musical pedagogy”, in: Vistas of American music: Essays and compositions in honor of William K Kearns, Warren (Mich.) 1999, S. 321-333


    Polaczek, Dietmar: “Im Zeichen Strawinskys. Zum Tod der Komponistin und Pädagogin Nadia Boulanger”, in: HiFi 2/1980, S. 173


    Potter, Caroline: „Nadia and Lili Boulanger: Sister Composers. In: The Musical Quarterly, Vol. 83, Nr. 4, winter 1999, S. 536-556


    Rey, Anne: „Nadia Boulanger“, in: Le Monde (24. Oktober 1979)


    Rieger, Eva: „Nadia Boulanger - eine Ausnahmepädagogin“, in: Lili Boulanger zum 100. Geburtstag. Bremer Lili Boulanger-Tage 1993, Redaktion: Kathrin Mosler, Bremen 1993, S. 40-47


    Rorem, Ned: Setting the tone: Essays and a Diary, New York 1983 [darin: Bericht über Nadia Boulanger als Lehrerin]


    Rosand, Ellen: „Recollections: Nadia Boulanger (1887-1979). Robert Moevs speaking with Ellen Rosand“, in: 19th Century Music Vol. III/3 (März 1980), S. 276-278


    Rosenthal, Laurence: „Confronting the ‚next impossible’. Musical studies with Nadia Boulanger“, in: Parabola Vol. 14, No. 1 (Spring 1989), S. 78-83


    Rosenstiel, Léonie: Nadia Boulanger. A Life in Music. New York/London 1982 (Paperback: 1998).


    Shawn, Allen: „Nadia Boulanger’s lessons“, in: Atlantic Vol. CCLI/3 (März 1983), S. 78-85


    Spycket, Jérôme: Nadia Boulanger. Lausanne o. J. [1987].


    Stevens, Elizabeth Mruk: The influence of Nadia Boulanger on composition in the United States: A study of piano solo works by her American students, Boston 1975 (DMA Diss.)


    Trieu Colleney, Christine: „Nadia Boulanger“, in: Jeunesse et orgue, France Vol. 42 (1980), S. 36-52


    Valéry, Paul: „Nadia Boulanger“, in: La Revue Internationale de Musique 10/11 (1938), S. 607-608


    Walters, Teresa: Nadia Boulanger, musician and teacher: her life, concepts, and influences, Peabody Conservatory 1981 (DMA diss.)


    Wilde, David: „Erinnerungen an Nadia Boulanger. David Wilde im Gespräch mit Nadia Boulanger. Eine BBC-Sendung aus dem Jahr 1977“, in: Üben & Musizieren 2 (1985), S. 4-9


    Wilde, David: „Tributes to Nadia Boulanger (1887-1979) including a radio interview by David Wilde on her 90th birthday“, in: Studies in Music, Bd. 13 (1979), S.1-9.


    Zierolf, Robert: „Composers of modern Europe, Australia, and New Zealand“, in: Karin Pendle (Hg.): Woman and music: A history, Bloomington 1991


    e) Diskographie (chronologisch)


    Kompositionen von Nadia Boulanger


    Werke bedeutender Komponistinnen für Cello und Klavier. Schumann, Senfter, Boulanger und Le Beau (Felicitas Stephan/Violoncello, Elena Margolina-Hait/Klavier) Fono Compact Disc [darin: Trois Pièces für Violoncello und Klavier]


    Mel Bonis, Elfrida Andrée, Nadia Boulanger. Œuvres pour orgue (Chantal de Zeeuw/Orgel) Voice of Lyrics [darin: Petit canon, Improvisation, Prélude]


    In Memoriam Lili Boulanger. Works by Lili and Nadia Boulanger and Emile Naoumoff (Emile Naoumoff/Piano u.a.) Marco Polo 1993 [darin: Lux aeterna, Trois Pièces für Violoncello und Klavier]


    Nadia Boulanger (1887-1997). Lieder und Kammermusik (Melinda Paulsen/Mezzosopran, Angela Gassenhuber/Klavier, Friedemann Kupsa/Violoncello) Troubadisc 1993 [darin: Fünf Lieder (1909), Vers la vie nouvelle, Les heures claires, Sieben Lieder (1915/1922), Drei Stücke für Violoncello und Klavier (1913)]


    3 Fantasy Movements (Nina Flyer/Violoncello, Chi-Fun Lee/Klavier u.a.) Koch 1995 [darin: Trois Pièces für Violoncello und Klavier]


    Women of Note (Nina Flyer/Violoncello, Chi-Fun Lee/Klavier u.a.) Koch 1997 [darin: aus den Trois Pièces für Violoncello und Klavier Nr. 3 cis-moll]


    Bravourissimo. Virtuose Tänze, Fantasien und Romanzen (Wiener Boheme Quartett) Koch Schwann 1998 [darin: Prière]


    Autour de Lili Boulanger (Helene Schneiderman/Mezzosopran, Émile Naoumoff/Klavier, Philharmonia Chor Stuttgart, Leitung: Helmut Wolf) Saphir Productions 2000 [darin: La Ville Mort (prélude), Klavierfassung; Vers la vie nouvelle]


    Nadia Boulanger und ihre Schüler (Regine Zimmermann/Violoncello, Ayako Suga-Maack/Klavier, Mieko Kanesugi/Sopran u.a.) Gedok-Berlin 1996 [darin: Trois Pièces, Vier Lieder und O-Töne von Nadia Boulanger]


    Nadia Boulanger als Interpretin/Dirigentin


    Fauré, Motreverdi. Nadia Boulanger (Gisèle Peyron, Doda Conrad, Maurice Duruflé, Ensemble Vocal et Instrumental, Leitung: Nadia Boulanger) EMI [darin: Fauré: Requiem, Monteverdi: Madrigali e Arie profane]


    Französische Musik für Cello und Klavier (Yves Savary/Viioloncello, Ferome Granjon/Klavier) Pan (Note 1) [darin: Trois Pièces für Violoncello und Klavier]


    Dinu Lipatti. Klavierrecital [Dinu Lipatti, Nadia Boulanger] EMI 1989


    Nadia Boulanger. Œuvres de Monteverdi (Nadia Boulanger, Dinu Lipatti u.a.) Pavillon Records 1992


    References - Brahms (Walzer) (Wilhelm Backhaus, Dinu Lipatti, Nadia Boulanger u.a.) EMI Classic 1997 [darin: von Johannes Brahms Liebeslieder-Walzer op. 52, aus den Walzern op. 39 die Nrn. 1, 2, 5, 6, 10, 14, 15, mit Dinu Lipatti]


    Boulanger/Fauré/Boulanger (Janet Price/Sopran, Bernandette Greevy/Mezzosopran, Ian Partridge/Tenor, Johan Carol Case/Bariton, BBC Chorus, BBC Symphony Orchestra, Leitung: Nadia Boulanger) BBC Music 1999 [darin: Lili Boulanger: Psalm 24, Pie Jesu, Psalm 1130, Gabriel Fauré: Requiem]


    The Piano Library - Dinu Lipatti (The Early Recordings Vol. 1) (Dinu Lipatti, Nadia Boulanger) Piano Library 2000


    f) Rundfunk


    Interview von David Wilde zu Nadia Boulangers 90. Geburtstag (Druckfassung s. unter Sekundärliteratur)


    g) Film/Film- und Fernsehdokumentation (chronologisch)


    Dokumentation, aufgenommen in London (BBC), 1937


    Dokumentation, aufgenommen in Pittsburgh 1958


    „Mademoiselle“. Nadia Boulanger. Un film de Bruno Monsaingeon. Paris 1977.


    Mademoiselle. A Portrait of Nadia Boulanger. Bloomington (Crocus Films production) 1987 [St. Paul Campus Library AV Center Video ML 423.B52M7]


    h) Sonstiges


    Meyer, Krzysztof: Hommage à Nadia Boulanger op. 17 (CD-Einspielung: Kammermusik. Krzysztof Meyer, Proviva 2001)


    Schulé, Bernard: Un hommage à Nadia Boulanger pour Violoncelle et Piano, Basel 1996


    2001 wurde vom Conservatoire Nadia et Lili Boulanger, Paris, erstmals ein Gesangswettbewerb unter dem Namen der Geschwister Boulanger ausgeschrieben (Concours international de chant-piano Nadia et Lili Boulanger)


    i) Links


    http://www.fondation-boulanger.com/ (Stand: 8.4.2004)

    Fondation International Lili et Nadia Boulanger, Paris


    http://members.aol.com/aaocompose/boulanger.html (Stand: 8.4.2004)

    Erinnerungen von Albert Allan Owen


    http://www.arts4all.com/newsletter/issue16/jrcarley16.html Stand: 8.4.2004)

    James R. Carley: Me and Nadia Boulanger


    http://oasis.harvard.edu/html/mus00003.html Stand: 8.4.2004)

    Eda Kuhn Loeb Music Library, Harvard College Library


    http://www.angelfire.com/oh/drillhead98/boulanger.html Stand: 8.4.2004)

    Biografie

    Forschung

    Wichtigste Anlaufstelle für Materialien zu Nadia Boulanger ist die Fondation International Lili et Nadia Boulanger, Paris. Da Nadia Boulanger zeitlebens darauf geachtet hat, dass möglichst wenige persönliche Dokumente veröffentlicht werden, ist die Quellenlage recht schwierig.

    Nadia Boulanger hat ihre Unterrichtsmethode nie schrifltlich niedergelegt, es existieren lediglich einige Mitschriften ihrer Unterrichtssitzungen, Filmdokumentationen sowie Aussagen und Beschreibungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Um sich ein umfassendes Bild von Nadia Boulanger als prägende Lehrerin der Musik machen zu können, bleibt die Möglichkeit, noch lebende Schülerinnen und Schüler zu befragen.

    Laut testamentarischer Verfügung kann 30 Jahre nach Nadia Boulangers Tod (2009) ein Koffer mit unbestimmtem Inhalt aus Nadia Boulangers Nachlass geöffnet werden. Dieser Koffer wird in der Bibliothèque National Paris verwahrt. Darin vermutet werden Dokumente wie Briefe, Kompositionsautographe und dergl.


    Fundorte und Kontakte

    - Aaron Copland Collection; Music Division, Library of Congress (Briefwechsel Copland-Boulanger), vgl. http://memory.loc.gov/ammem/achtml/achome.html

    - Fondation International Lili et Nadia Boulanger, Paris

    - Bibliothèque National, Paris

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 61731139
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 119007401
    Library of Congress (LCCN): n81125320
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Melanie Unseld, Die Grundseite wurde im Februar 2002 verfasst und im Mai 2004 überarbeitet.

    Übersetzung: Sue Ryall


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Sophie Fetthauer (deutsche Fassung) und Meredith Nicollai (English version)
    Zuerst eingegeben am 26.05.2004
    Zuletzt bearbeitet am 25.08.2017


    Empfohlene Zitierweise

    Melanie Unseld, Artikel „Nadia Boulanger“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 25.8.2017
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Nadia_Boulanger