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    von Lena Haselmann
    Lucia Ronchetti
    Namen:
    Lucia Ronchetti
    Lebensdaten:
    * in Rom, Italien
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin
    Charakterisierender Satz:

    „What I do, as I begin a new piece, is always a reaction in continuity with what I’ve composed just before [...]. Even when two consecutive pieces look very different and may seem connected to radically different projects, the writing has a continuity, or it cannot exist, just as a river that creates its own bed, exploring the territory and seeking the best places to flow, can appear different in its different segments.“


    „Wenn ich ein neues Werk beginne, ist es immer eine Aktion in der Kontinuität zu dem, was ich gerade zuvor komponiert habe [...]. Selbst wenn zwei aufeinanderfolgende Werke verschiedenartig sowie im Zusammenhang mit radikal unterschiedlichen Projekten zu stehen scheinen, verfügt das Komponieren über eine Kontinuität oder es kann nicht existieren, so wie ein Fluss, der sich sein Flussbett ebnet, indem er den Grund absucht und sich den besten Weg bahnt, in den verschiedenen Flussabschnitten jedoch unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen kann.“ (Übersetzung: L.H.)

    Lucia Ronchetti im Interview mit Marie Luise Knott, in: Lucia Ronchetti. Catalogue, hrsg. von RAI Trade. O. J., S. 7.


    Profil

    Lucia Ronchetti, die ihr Kompositionsstudium bei Salvatore Sciarrino in Città di Castello und bei Gérard Grisey in Paris absolvierte, zählt zu den renommiertesten Komponistinnen der Gegenwart. Ihr umfangreiches Oeuvre zeichnet sich durch interdisziplinäre Vielfalt und breitgefächerte Kompositionstechniken aus. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf musikdramatischen Werken. Diese wurden u.a. an den Staatsoper Berlin und Stuttgart und an der Semperoper Dresden, aber auch bei zahlreichen Festivals für zeitgenössische Musik, wie Maerzmusik, Ultraschall etc. aufgeführt. Lucia Ronchetti erhielt zahlreiche Preise, darunter den Heidelberger Künstlerinnenpreis. Ihre Oper „Esame di mezzanotte“ wurde 2015 von der Fachzeitschrift Opernwelt zur Uraufführung des Jahres gekürt.

    Orte und Länder

    Lucia Ronchetti wurde in Rom geboren. Sie absolvierte erste Kompositionsstudien in Rom, Florenz und Perugia, bevor sie ihr Studium in Paris fortsetzte. Ronchetti lebt in Rom und Berlin. Ihre Werke werden international aufgeführt, u.a. an der Mailänder Scala, den Staatsopern Berlin, München und Stuttgart sowie am Nationaltheater Mannheim und an der Semperoper Dresden.

    Biografie

    Lucia Ronchetti wurde am 3. Februar 1963 in Rom geboren. Sie wuchs als zweites Kind einer Großfamilie in einem ärmlichen Randbezirk im Süden Roms auf. Die Möglichkeit einer musikalischen Ausbildung schien daher zunächst nicht gegeben. Zufällig lebte im selben Haus ein älteres Ehepaar mit beruflich musikalisch-künstlerischem Hintergrund, Mario und Helene Bevilacqua, das sich ihrer musikalischen Bildung im Kleinkindalter annahm. Ronchetti verbrachte nahezu täglich viele Stunden in deren Wohnung, in der sich zahlreiche Instrumente, Schallplatten und Partituren befanden. Sie lernte dort diverse Instrumente spielen und erhielt auch ersten Unterricht in Harmonielehre und Komposition. Ronchetti selbst beschreibt, dass ihr dort auf unkonventionelle Weise und ohne jegliches zielorientiertes Curriculum musikalische Bildung zuteil und eine musikalische Klangwelt eröffnet wurden, die sie nachhaltig prägen sollten. Als sie mit 16 Jahren zufällig Bruno Madernas Werk „Aura“ für Orchester im Radio hörte, beschloss sie, eine – wie sie selbst sagt – „passing-by musical cathedral“ (L.H.: durchgängige Musik-Kathedrale), zu werden. Fortan verfolgte sie konsequent das berufliche Ziel, Komponistin zu werden. Zunächst nahm sie Privatunterricht bei Mauro Bortolotti, einem Kompositionslehrer am Konservatorium Santa Cecilia in Rom, der sie nach kurzer Zeit – nicht zuletzt Dank der informellen, aber umfassenden Ausbildung bei den Bevilacquas – in seine Kompositionsklasse aufnahm. Es folgte eine langjährige Universitätslaufbahn; sie besuchte Kompositionskurse bei Sylvano Bussotti an der „Scuola di Musica di Fiesole“ in Florenz, studierte an der Akademie Santa Cecilia in Rom Komposition sowie Computermusik und Philosophie an der Universität La Sapienza, ebenfalls in Rom. Ihre Abschlussarbeit verfasste sie über Bruno Madernas Orchesterwerk. Anschließend wurde sie Studentin Salvatore Sciarrinos bei den „Corsi Internazionali di Città di Castello“ in Perugia. Danach ergänzte sie ihre Studien an der Sorbonne mit einem Diplom-Studium in Ästhetik und Musikwissenschaft. Dort erwarb sie auch die staatliche Qualifikation der Konservatoriumsbibliothekarin. 1997 erhielt sie ein Stipendium, um im IRCAM-Labor an elektronischer Musik zu arbeiten. Ronchetti promovierte an der Sorbonne über den Orchesterstil Ernest Chaussons und Wagners Einfluss auf die spätromantische Musik Frankreichs.

    Weitere wichtige Impulse erhielt sie während ihrer Laufbahn durch die Zusammenarbeit mit Hans Werner Henze (1993), Folkmar Hein (1998) sowie André Richard (2003).

    2004 bis 2005 war sie als „Fulbright Fellow“ am Columbia University Music Department (New York), wo sie eine Arbeit über „Timbre Texture as Formal Determinant of Composition“ verfasste.


    Ihre umfassende akademische Ausbildung hatte von Beginn ihrer Kompositionstätigkeit an einen starken Einfluss auf sie. Sie setzte sich in ihrem Werk mit Malern wie Velazquez oder Klee und Dichtern wie z. B. Ariost oder Gogol auseinander.

    Schon früh wurden ihre Werke verlegt, allen voran beim RAI Trade, aber auch bei Lemoine, Edipan, B.M.G., Ricordi Mailand und Durand in Paris.


    Ronchetti komponierte und produzierte im Laufe ihrer Karriere Werke diverser Genres, u.a. Orchester- und Kammermusik, Filmmusik, Hörspiele und Klanginstallationen. Im Zentrum ihrer Arbeit standen aber bislang vor allem ihre musikdramatischen Werke, so ihre Opern, Kammer- und Choropern sowie ihre „concert action pieces“ oder „Drammaturgie“ (Musiktheaterkonzerte). Die Besetzungen reichen von Pauke Solo, über kleinere Vokalensembles bis hin zu großen Orchesterbesetzungen. Ronchettis Interesse an verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme führte zu einer engen und langjährigen Zusammenarbeit mit den Neuen Vokalsolisten Stuttgart, die eine beachtliche Zahl ihrer Werke zur (Ur-)aufführung brachten.


    Zahlreiche Institutionen wählten sie bereits als Composer-in-residence, so die Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, die

    Staatsoper Stuttgart (Forum Neues Musiktheater), die MacDowell Colony, Peterborough, NH, USA, das Berliner Künstlerprogramm des D.A.A.D., das Columbia University Music Department in New York, das Experimentelle Musiktheater NRW, das Schloss Werdenberg in der Schweiz sowie die Fondation Nadia Boulanger in Paris.


    Lucia Ronchetti ist mit dem Wissenschaftler Marco Innamorati verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, Carlo und Sara.

    Würdigung

    Lucia Ronchetti ist eine überaus viel beschäftigte Komponistin der Gegenwart, die umfassend rezipiert wird. Insbesondere mit ihren zahlreichen musikdramatischen Werken, die bereits an namhaften Institutionen mit renommierten Künstlern zur Aufführung kamen, setzte sie Maßstäbe. Ihr Kompositionsstil ist geprägt vom Widerhall der Werke vergangener Epochen und diverser Genres und versteht sich im Kontext mit diesen. Eine Besonderheit ihrer Arbeit sind die Überschreibungen von Barockopern, die sie mit ihren eigenen charakteristischen Klangwelten überarbeitet. Nicht selten geschieht dies durch eine Reduktion der Handlung oder auch verschiedener Rollen, die von einer Person, meist aus einer psychologischen Idee heraus, dargeboten werden. Dadurch findet ein von hoher Intellektualität geprägter Transfer des ursprünglichen Werkes statt. Auch intimere Besetzungen finden ihre Aufmerksamkeit, so z.B. in ihren „Drammaturgie“, Musiktheaterkonzerten für ungewöhnliche Besetzungen, wie beispielsweise Pauke solo. Die menschliche Stimme und deren Möglichkeiten erfahren in der Kombination mit ungewöhnlichen Instrumentalbesetzungen ihre besondere Aufmerksamkeit. Dabei lotet Lucia Ronchetti das komplette Spektrum vokaler Effekte von virtuosem Gesang, über Seufzen, „eingeatmeter“ Stimme bis zum Schreien aus. In der Zusammenarbeit mit den ausübenden Künstlern in der Entstehungsphase eines Projektes, die sie meist intensiv begleitet, versucht Ronchetti individuelle Lösungen für die jeweiligen Ausführenden für bestimmte emotionale oder intellektuelle kompositorische Ziele zu finden. Nicht selten sind auch die Instrumentalist_innen in das theatralische Geschehen involviert. Ihre Musik ist von hoher Intellektualität und Komplexität sowie von außerordentlich großer emotionaler Kraft geprägt.


    Ronchetti darf als ausdrucksstarke und durchsetzungsfähige Künstlerpersönlichkeit gelten. Sie ist durchdrungen von der Passion für Musik, Kunst und deren Grenzbereiche mit Wissenschaft und befindet sich diesbezüglich stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Sie selbst äußert sich nur selten und ungern zu der Frage, ob das Geschlecht für ihren Beruf von Bedeutung ist, gibt aber zu, dass sie eine „krasse Außenseiterin“ sei (Lucia Ronchetti im Interview mit Wolfgang Schreiber, s. Wolfgang Schreiber: „Ich bin ein bisschen verrückt“, Süddeutsche Zeitung. 29. Januar 2014).

    Rezeption

    Die Komponistin Lucia Ronchetti wird von ihren zahlreichen Auftraggebern und der Presse gleichermaßen für ihre Kompositionen geschätzt, die immer ein „Gesamtkunstwerk“ aus musikalischem Handwerk, extravaganter Überschreibungs- und Zitierkunst sowie Intellektualität sind. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter den Kompositionspreis des italienischen Ministeriums für Kultur „Progetto Dionysos“, den „Music Theatre Now Prize“ des International Theatre Institute durch das italienische Außenministerium, den Heidelberger Künstlerinnenpreis sowie den „Dimitri Mitroupoulos International Composition Prize“, Athen.

    Werkverzeichnis

    Werke in umgekehrt chronologischer Reihenfolge


    Angaben zu Aufführungsorten, Auftraggebern und Ausführenden siehe www.luciaronchetti.com.


    Antra al sal (2014). Action concert piece für Sprechstimme und Vokalensemble


    Esame di mezzanotte (2014). Oper für Schauspieler, Stimmen, Vokalensemble. Arrangement: Ermanno Cavazzoni. Text: Ermanno Cavazzoni


    Lucia Ronchetti, Musik/ Aureliana Sorrento, Text: Fiore di campo (2015), Hörspiel

    Lacus Timoris (2015). Drammaturgia für Pauke solo, Ed. Rai Trade


    Mise en abyme (2014). Kammeroper für Solisten, Vokalquartett und Kammerensemble, Text: Pietro Metastasio, Ed. Rai Trade


    Esame di mezzanotte (2014). Oper für Schauspieler, Stimmen, Vokalensemble, Chor, Kinderchor und Orchester, Text: Ermanno Cavazzoni, Ed. Rai Trade


    Anatra al sal (2014). Action concert piece für Sprechstimme und Vokalensemble, Arrangement: Ermanno Cavazzoni,

    Text: Ermanno Cavazzoni


    Toccar con gl'occhi e rimirar col tatto (2014). Drammaturgia für drei Violen, Arrangement: Luca Sanzò „Lezioni di Tenebra“ Ed. Rai Trade


    Meines Wartens (2014). Drammaturgia für Sprechstimme und Viola, Text: Iso Camartin, Arrangement: Iso Camartin, „Studi profondi“, Ed. Rai Trade

    Lucia Ronchetti/Massimo Ceccarelli/William Wilson (2014). Action concert piece für Doublebassist solo, Text: Edgar Allan Poe, Ed. Rai Trade


    Sub-Plot (2013). Kammeroper für Sopran, 2 Baritone, Violone und Barockfagott, Text: Pietro Metastasio, Ed. Rai Trade


    Studio di Urien (2013) für Bariton und Klavier, Text: André Gide, Arrangement von Silvia Dabul für Bariton und Klavier „Le voyage d’Urien“, Ed. Rai Trade


    Forward and downward, turning neither to the left nor to the right (2013). Action concert piece für Ensemble nach Plutarch und Kàroly Kerényi für Kontrabassflöte, Posaune, 2 Violen, Cello, 2 Percussionisten und weiteren Musikern als Percussionisten (8 bis 20), Ed. Rai Trade


    Albertine (2013). Action concert piece für Countertenor solo Text basierend auf Marcel Proust, Überarbeitung im Arrangement von Daniel Gloger, Ed. Rai Trade


    Le Palais du silence (2013). Drammaturgia nach Claude Debussy für Ensemble, Ed. Rai Trade


    Lucia Ronchetti/Raffaele Grimaldi, Florilegium (2013).

    Studio da Gesualdo, Drammaturgia für Vokalensemble, Chor und Orchester, Texte ausgewählt von Raffaele Grimaldi und Marie Luise Knott, Ed. Rai Trade


    Blumenstudien (2012). Madrigale a cinque voci

    mit Musik von Gesualdo da Venosa Texte ausgewählt von Marie Luise Knott, Ed. Rai Trade


    Black Star (2012). Soundtrack für den Film von Francesco Castellani


    Ravel Unravel (2012). Action concert piece für Cellist und Pianist, Text: Eugene Ostashewsky, Ed. Rai Trade


    La violette geante (2012). Soundinstallation


    Contrascena (2012). Intermezzo für 5 Sänger, Text: Pietro Metastasio, Ed. Rai Trade


    Helicopters and butterflies (2012). Action concert piece für Percussionisten solo, basierend auf The Gambler von Fyodor Dostoevsky, Ed. Rai Trade


    3e32 Naufragio di terra (2011). Choroper für 7 Zeugen und gemischten Chor (nach dem Erdbeben, 6. April 2009, L’Aquila), Texte basierend auf den Aussagen, zusammengestellt von Guido Barbieri mit Fragmenten von Hölderlin, Shelley, Voltaire, Ed. Rai Trade


    Sei personaggi in cerca d’autore (2011). Action concert piece nach Luigi Pirandello für 6 Stimmen und Orchester, Text: Luigi Pirandello, Ed. Rai Trade


    Neumond (2011). Kammeroper für ein junges Publikum nach der Zauberflöte von W.A. Mozart für Solisten, Vokalensemble und Kammerensemble, Text: Kristo Sagor, Ed. Rai Trade


    Gutta cavat lapidem (2011). Studie für Orchester, Ed. Rai Trade


    Lezioni di tenebra (2010). Musiktheater nach Giasone von Francesco Cavalli, für eine Frauenstimme, eine Männerstimme, Vokalquartett und Ensemble, Text: Giacinto Andrea Cicognini


    Narrenschiffe (2010). In-transit actions nach Sebastian Brant.

    Musiktheater für Schauspieler, Solisten, Amateur-Blasorchester, Amateur-Männerchor und Passanten, Text: Sebastian Brant, Ed. Rai Trade


    Lucia Ronchetti/Philip Miller: Sebenza e-mine (2010). Hörspiel


    Rosso pompeiano (2010). Scherzo für Ensemble, Ed. Rai Trade


    Studio detto dei venti (2010). A medley attempt für vier Stimmen, Ed. Rai Trade


    Like winter moving backwards (2009). Studie für ein Klavier und vier Hände, Ed. Rai Trade


    Prosopopeia (2009). Studie einer Personifikation, Choroper nach den Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz für Vokalensemble and Instrumentalensemble, Ed. Rai Trade


    Der Sonne entgegen (new version 2009). Musiktheater für 14 Stimmen, Blechbläserensemble und live electronics, Text: Steffi Hensel, Ed. Rai Trade


    Rumori da monumenti (2008). Studie auf Johannesburg

    für aufgenommene Stimme und Ensemble, Text: Ivan Vladislavic (basierend auf Fragmenten aus Portrait with Keys), Ed. Rai Trade


    Le Voyage d’Urien (2008). Drammaturgia für 5 Stimmen und Ensemble, Text: André Gide und Französische Psychiatrie-Insassen des 19. Jahrhunderts


    Le nuove musiche di Giulio Caccini detto Romano (2008). Lesson für Stimme solo, Ed. Rai Trade


    Interlude 1 and 2 (2008). Tape Music


    Lupus in studio, Folkmar in fabula (2008). Tape Music


    Lucia Ronchetti/Thomas Seelig: Invitation au voyage (2008). Tape Music


    Xylocopa Violacea (2007). Action concert piece für Viola solo und live electronics, Ed. Rai Trade


    Coins and crosses (2007). A Yessong, für Vokalensemble

    Il Castello d’Atlante (2007). Hörspiel


    Albertine (2007). Action concert piece für Stimme und flüsterndes Publikum, Text: Marcel Proust, Ed. Rai Trade


    Hamlet’s Mill (2007). Action concert piece für Sopran, Bass, Viola und Cello, Text: Eugene Ostashevsky, Ed. Rai Trade

    Last Desire Cadenza (2006) für Viola und live electronics, Ed. Rai Trade


    Lucia Ronchetti/Folkmar Hein (2006). Studio in forma di rosa, Text: Andrea Fortina, Hörstück


    In shape of Anxieties (2005). In Nomime Studio für Ensemble, Ed. Rai Trade


    The Glazed Roof (2005). A Study of Equilibrium by Ieoh Ming Pei, für Ensemble, Ed. Rai Trade

    A solo (2005). Last Desire für Viola solo, Ed. Rai Trade


    Opus 100 (2005). Kriptomnesie nach Schubert für Violine, Cello und Klavier, Ed. Rai Trade

    Come un acciar che non ha macchia alcuna (2005). Studio sulla luna da Ludovico Ariosto für Carillon und tape, Ed. Rai Trade


    Pinocchio, una storia parallela (2005). Drammaturgia Giorgio Manganelli für 4 Männerstimmen, Ed. Rai Trade


    Last Desire (2004). Musiktheater für Kinderstimme (voce bianca), Countertenor, Bass, Viola und live electronics, Text: Tina Hartmann nach Oscar Wilde, Ed. Rai Trade


    Il sonno di Atys (2004) für Viola und live electronics, Ed. Rai Trade


    Arborescence (2004). Studie für Orchester, Ed. Rai Trade


    Talia (2003 rev. 2006) für Flöte, Klarinette, Klavier, Percussion, Violine, Viola und Violoncello, Ed. Rai Trade

    Melonomantica (2002). Predizioni vocali. Drammaturgia für Sprechstimme und drei Frauenstimmen, Text: Ermanno Cavazzoni, Ed. Rai Trade


    Déclive-Étude (2002). Berceuse für Orchester, Ed. Rai Trade


    Hombre de mucha gravedad (2002). Studio Las meninas von Velasquez, Drammaturgia für Vokalquartett und Streichquartett, Text: Andrea Fürtina, Ed. Durand


    Amore (2002). Musiktheater für Stimme, Viola und live electronics, Text: Giorgio Manganelli


    Mirages (2002) für Streichquartett


    L’ape apatica (2001). Musiktheater für Kinder, für Kinderstimme, Ensemble und live electronics, Text: Toti Scialoja, Ed. Rai Trade

    Geographisches Heft (2001). Studie nach Adolf Wölfli für Ensemble, Ed. Durand


    Bendel Schlemihl (2000). Drammaturgia für aufgenommene Stimme, Akkordeon und live electronics, Text: Ivan Vladislavic, Ed. Durand

    Les propos de Shitao (2000) für Stimme und Ensemble, Text: Shitao, Ed. Durand

    Studio di paesaggio (1999). Hörspiel


    Anatra al sal (1999). Comedia harmonica. Drammaturgia für 6 Stimmen, Text: Ermanno Cavazzoni, Ed. Durand


    Quaderno gotico (1999). Studie für Orchester, Ed. Durand


    Acqua d’ombra (1998) für Ensemble


    Rivelazione (1998), Hörspiel, Text: Toti Scialoja


    Legende (1998) für Stimme und live electronics, Text: Annerose Kirchner


    Éluvion-Étude (1997) für Viola und live electronics


    La violette geante (1996). Studie nach Adolf Wölfli für Bassflöte und tape, Ed. Edipan


    Dedicato a Mauro (1996) für Klarinette, Cello und Klavier


    Anakyklosis (1996) für Flöte,,Klarinette, Harfe, Percussion, Viola, Violoncello, Kontrabass. Ed. Lemoine

    Bassa marea (1996). Lied für Stimme und Harfe, Text: Eugenio Montale


    Schiffbruch mit Zuschauer (1995, rev. 1999). Studie nach Hans Blumenberg für Orchester


    Le tentazioni di Girolamo (1995). Musiktheater für Sprechstimme, Sopran, Harfe, Doublebass, Tape und live electronics, Text: Ermanno Cavazzoni, Ed. Edipan


    Krise eines Engels (1995). Studio nach Paul Klee für Ensemble, Ed. Lemoine


    Die Sorge geht über den Fluss (1995). Studie nach Hans Blumenberg für Flöte, Klarinette und Orchester, Ed. Lemoine

    Mehr Vogel als Engel (1994) von Paul Klee für Doublebass

    Ed. Lemoine,


    Musikfässli (1994). Lektion nach Adolf Wölfli. Drammaturgia für Schauspieler, Flöte, 2 Posaunen, Klavier, Zarb, Tape und live electronics, Text: Adolf Wölfli, Ed. Edipan


    La mela di Amleto (1994). Drammaturgia für Stimme, Ensemble und live electronics, Text: Toti Scialoja


    Zohrn (1994). Studie nach Adolf Wölfli für Ensemble, Ed. Lemoine


    Die Nase (1994). Puppenspiel, für Klarinette, Cello und Klavier, Ed. Ricordi


    Deserti (1993) für Trompete und Tape, Ed. BMG


    L'Alibi del Labirinto (1993). Hörspiel, Text: Toti Scialoja


    Luna de enfrente (1993) für Viola, Cello und Doublebass, Ed. Edipan


    Le acque del sub-buio (1993) für Saxophon und Tape, Ed. BMG


    Rosengarten (1993). Studie nach Paul Klee, für Percussion, Ed. BMG


    Tremblements de tendresse (1993) für Ensemble, Ed. BMG

    Animalie (1992)


    Rapsodia für Vorleser, Stimme und Ensemble, Text: Toti Scialoja, Ed. BMG


    Di acque immaginate (1992) für Orchester


    Bianco temperie (1992) für Violine, Viola, Violoncello, Percussion, Ed. Edipan

    Qui la vista è sui tigli (1992) für Stimme und Klavier, Text: Toti Scialoja, Ed. BMG


    Vulcano di vuoti liquidi (1991) für Klavier, Ed. Edipan


    Une Leçon de Ténèbres (1991) für Sopran, Bariton und Orchester, Ed. BMG


    Studio (1991) für Doublebass und Percussion


    La macchina del cinguettio (1991). Studie nach Paul Klee, für Flöte und Klavier, Ed. Edipan


    Del segno mediterraneo (1990) für Orchester, Ed. BMG

    Altri canti di Marte (1990) für zwei Percussionisten, Ed. BMG

    Discioglietevi in due fiumi (1990) für Klavier, Ed. Edipan

    Lungo la notte illune (1990). Studio da Guido Gozzano für 11 Streicher, Ed. BMG


    Il molo, la sera, il salmastro (1989). Studio da Fernando Pessoa für Fagott solo


    La passiflora oscura (1989) für Streichquartett


    Tra sole e sera (da un trattato sulle vertigini) (1989) für Ensemble, Ed. BMG


    Angoli di aggressioni (1989) für Cello und Tape, Ed. BMG


    La stanza degli orologi in frantumi (1988) für Ensemble, Ed. Edipan


    Tenebrosa per difetto di luna (1988). Improvviso e dedica für Violine, Cello und Klavier, Ed. Edipan


    Il teatro naturale di Oklahoma (1988) für Ensemble


    Di geografie rinascimentali (1987). Studie für Flöte und Gitarre


    Le architetture e le ombre (1987) für Sopran und Ensemble


    Astolfo sulla luna (1987). Hörspiel, Text: Ludovico Ariosto


    Neanche così la riconobbe (1987). Studio da Goya für Flöte und Guitarre, Ed. Edipan


    Furiosa (vous arrête and vous fait rougir) (1987) für Doublebass und live electronics, Ed. Lemoine


    Statues endormies (1987). Studio da Giorgio De Chirico, für Oboe, Harfe und Cello


    Agghiaccianti simmetrie (autour d’elle) (1986). Studio da Lautreamont für Ensemble


    Laura o delle simmetrie in ombra (1986) für Trompete, Horn und Posaune, Ed. Edipan


    Studio in forma di acquedotto (1986) für Violine Solo


    Architettura subacquea (1986) für Cello Solo


    Studio di fiori da Egon Schiele (1986) für Viola und Gitarre


    Degli acquedotti mediterranei (1986) für Saxophonquartett


    Preludio e morte di Isotta (1986) für Oboe und Viola


    La macchina del cinguettio (1986) für Flöte Solo


    Accademia d’amore (1985) für Streichquartett


    Une leçon de ténèbres (1985) für 8 Violen


    Come belve bellissime (1985) für Klavier solo


    Architettura fluviale (1985) für Streichtrio, Ed. Edipan


    Un’architettura occidentale (1985) für Piano solo, Ed. Edipan


    Studio detto le acque (1985) für Ensemble


    Altre vie del sonatismo: Dittersdorf e Boccherini (1985) für Klavier solo


    L’upupa (1985) für Doublebass solo


    Studio di dedica (1984) für Flöte und Viola

    Di un altro colore (1984) für Ensemble


    Studio cromatico alla chitarra (1984) für Gitarre solo


    Lo zoo di vetro (1984) für Ensemble


    Le cattedrali interrotte (1984) für Stimme und Klavier

    Architettura subacquea (1984) für Cello solo


    Studi profondi (1984) für Viola solo, Ed. Rai Trade


    Dieci Adagi (1984) für Orchester


    Antologia di appunti firmati (1984) für Ensemble


    Poèmes, Paysages chez Proust (1983) für Contralto und Kammerorchester


    Madrigale eroico (1983), Text: Poliziano und Leopardi, für 6 Stimmen, Holzbläser and Schlagzeug


    Sette immagini sinfoniche in forma di variazione (1983) für Orchester


    La follia (1983) für Viola und Klavier


    Poeta (1983), Text: G.Ungaretti, für Contralto, Bariton, Harfe, Schlagzeug und Orchester


    Poèmes, Paysages chez Proust (1983) für Viola und Klavier

    Notturno da Licini (1983) für Ensemble


    Requiem (1982 rev.2006) für Viola solo, Ed. Rai Trade


    Còrsa (1982) für Sopran und Flöte


    Frammento (1982) für Orchester


    Luna de enfrente (1982) für Violine, Viola und Cello, Ed. BMG


    La morte meditata (1982) für Contralto, Bariton und Ensemble, Text: Giuseppe Ungaretti


    Studio (1981) für Orchester


    Canzone per bambina (1081) für Chor und 2 Trompeten


    Lontano (1981) für Violine solo


    Irroro (1981) für Stimme solo


    Nebbia (1981) für Stimme and Violine


    Solo Viola (1981) für Viola solo


    Ballade des pendus (1980) für Stimme und Ensemble, Text: François Villon


    Cristalli liquidi (1980) für Klavier solo


    Resina lunare (1980) für Ensemble


    Studio dal greco (1980) für Flöte und Klavier


    Dazbog (1980) für zwei Soprane und zwei Trompeten


    Quartetto d’archi (1980) für Streichquartett

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    CD-Einspielungen


    Portrait. Neue Vocalsolisten Stuttgart, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Roland Kluttig. Stradivarius 2009.


    Xylocopa Violacea. Barbara Maurer, Reinhold Braig, Experimentalstudio des SWR. Stradivarius 2011.


    Lezioni di tenebra. Katia Guedes, Daniel Gloger, Vocal Consort Berlin, PMCE). Parco della Musica Records 2011.


    Drammaturgie. Neue Vocalsolisten und Arditti Quartet. Kairos 2012.

    Quellen

    Bonito Oliva, Achille: Enciclopedia delle arti contemporanee. Mailand 2011.


    Lucia Ronchetti. Catalogue, hrsg. von RAI Trade. O. J.


    Lucia Ronchetti. Werkverzeichnis, s. www.luciaronchetti.com


    [Eckart Würzner]: Laudatio für den Heidelberger Künstlerinnenpreis, s. http://www.luciaronchetti.com/en/text-by-and-on-lucia-ronchetti-interviews-in-english-italian-french-and-german/laudatio-for-the-heidelberger-kunstlerinnenpreis/p6-98-c60-482 Stand: 28. März 2015.


    [Rainer Pöllmann]: Interview mit Lucia Ronchetti, s. http://www.luciaronchetti.com/en/text-by-and-on-lucia-ronchetti-interviews-in-english-italian-french-and-german/das-geheimnis-der-lucia-ronchetti-de/p6-98-c60-769

    Stand: 28. März 2015.


    http://www.luciaronchetti.com/en/text-by-and-on-lucia-ronchetti-interviews-in-english-italian-french-and-german/bizarre-poetik-de/p6-98-c60-766

    Stand: 28. März 2015.


    Zeitungsartikel

    Schreiber, Wolfgang: „Ich bin ein bisschen verrückt“, Süddeutsche Zeitung. 29.Januar 2014.


    Reyna Bruns: Schicksalsknäuel, in: Programmheft zu Lezioni di Tenebra, Produktion der Staatsoper im Schillertheater 2014, S. 7.


    Guido Barbieri: Frage der Dunkelheit, in: Booklet zu Lezioni di Tenebra. Felman records Turin 2011.


    Links


    Umfassende Informationen zu Leben und Werk, Texte zur Arbeit der Komponistin, diverse Zeitungsartikel sowie aktuelle Termine sind auf der Homepage Lucia Ronchettis zu finden:


    http://www.luciaronchetti.com (Stand: 3. März 2015)

    Forschung

    Auch wenn Lucia Ronchettis Werke häufig zur Aufführung kommen, gibt es vergleichsweise wenige wissenschaftliche Untersuchungen zu ihren Arbeiten. Allerdings finden sich in jeweiligen Programmheften zu den musikdramatischen Werken Essays zu ihrer Arbeit. Neben den zahlreich erschienenen Rezensionen könnten diese eine Grundlage für weitere Forschungen bilden.

    Forschungsbedarf

    Aufgrund der starken Rezeption und der häufig aufgeführten Kompositionen Ronchettis wäre eine musikwissenschaftliche Beschäftigung mit ihren komplexen Werken, auch im Interesse ihrer interdisziplinären Relevanz, wünschenswert. Darüber hinaus gilt es, ihre Bedeutung für die aktuelle Situation von Komponistinnen in der heutigen Musikkultur einzuordnen. Lucia Ronchetti ist eine spannende Figur der zeitgenössischen Musikgeschichte, deren Schaffen sich für viele Forschungsfragen anbietet.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 44416284
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 139243402
    Library of Congress (LCCN): no97026188

    Autor/innen

    Lena Haselmann


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 09.06.2016


    Empfohlene Zitierweise

    Lena Haselmann, Artikel „Lucia Ronchetti“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 9.6.2016.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Lucia_Ronchetti