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  • Laura Rappoldi-Kahrer

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin Laura Kahrer. Fotographie von Franz Koebcke, Dresden, o. J.
    Namen:
    Laura Rappoldi-Kahrer
    Geburtsname: Laura Kahrer
    Varianten: Laura Rappoldi, Laura Kahrer-Rappoldi
    Lebensdaten:
    geb. in Mistelbach bei Wien, Österreich
    gest. in Dresden, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Komponistin, Klavierbegleiterin, Hochschulprofessorin
    Charakterisierender Satz:

    „Die staunenswerte, in der trefflichen Schule des Herrn Professor Dachs in Wien auf das Gründlichste ausgebildete Technik der jungen Künstlerin, verbunden mit ihrer musikwissenschaftlichen Intelligenz, befähigt sie, wie keine ihrer Colleginnen, zur Lösung der schwierigsten und edelsten Aufgaben, vorzugsweise der klassischen Tonkunst.“


    (Hans von Bülow über Laura Rappoldi-Kahrer; vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09, S. 305)


    Profil

    Laura Rappoldi-Kahrer zählte zu den namhaftesten Pianistinnen ihrer Zeit. Sie wurde von Joseph Hellmesberger sen. protegiert und von Joseph Dachs, Franz Liszt, Adolf Henselt und Hans von Bülow ausgebildet. Ab 1870 war sie als Solistin wie als Kammermusikerin im internationalen Musikleben präsent und trat mit zahlreichen Musikerinnen und Musikern ihrer Zeit auf, darunter die Violinistinnen Marie Soldat-Röger und Wilma Neruda , die Cellisten David Popper und Friedrich Grützmacher sowie die Sängerinnen und Sänger Amalie Joachim, Aglaja Orgenij und Gustav Walter. Im Jahr 1890 nahm Laura Rappoldi-Kahrer eine Stelle als Klavierpädagogin am Dresdner Konservatorium an und wurde dort 1911 zur Professorin berufen; 1921 übernahm sie zudem die Leitung einer Meisterklasse für Klavier.

    Von Laura Rappoldi-Kahrer sind mehrere Kompositionen sowie pädagogische und musikwissenschaftliche Schriften überliefert.

    Orte und Länder

    Die Pianistin Laura Rappoldi-Kahrer wurde in Mistelbach bei Wien geboren. Sie studierte zwischen 1866 und 1869 am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und setzte anschließend ihr Klavierstudium in St. Petersburg, Weimar und Bad Salzungen fort. Im Jahr 1874 heiratete sie in Berlin den Violinisten Eduard Rappoldi und folgte 1877 ihrem Mann nach Dresden, wo sie bis zu ihrem Tod 1925 lebte und arbeitete.


    Konzertreisen führten Laura Rappoldi-Kahrer u. a. durch Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark, England, die Schweiz sowie durch das Baltikum und Russland.

    Biografie

    Laura Rappoldi-Kahrer, geb. Kahrer, wurde am 14. Januar 1853 in Mistelbach bei Wien geboren. Über ihre Eltern ist nichts Näheres bekannt.


    Den ersten Klavier- und Generalbassunterricht erhielt Laura Rappoldi-Kahrer bei Joseph Anton Gspann, der zu dieser Zeit Schullehrer und Leiter der Kirchenmusik in Mistelbach war. Im Alter von elf Jahren wurde sie auf Empfehlung des Komponisten Benedikt Randhartinger am Wiener Hof der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn vorgestellt, die sie im weiteren protegierte und die Finanzierung ihres Studiums übernahm. Joseph Hellmesberger sen., der Direktor des Kaiserlichen Konservatoriums in Wien, förderte Laura Rappoldi-Kahrer in den folgenden beiden Jahren. Einige ihrer Kompositionen erschienen in dieser Zeit im Wiener Verlag Haslinger, so z. B. die Fantasie op. 3, die sie mit elf Jahren komponiert hatte.


    Von 1866 bis 1869 studierte Laura Rappoldi-Kahrer Klavier bei Joseph Dachs am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und erhielt zudem Unterricht in Komposition bei Felix Otto Dessoff und in Kontrapunkt bei Anton Bruckner; 1868 erhielt sie den ersten Preis bei einem Klavier- und Kompositionswettbewerb. Gleichzeitig trat sie in den Hauskonzerten von Joseph Hellmesberger sen. auf und musizierte dort u. a. gemeinsam mit dem Cellisten David Popper und der Sängerin Bertha Ehnn. Als Laura Rappoldi-Kahrer im April 1869, kurz vor Abschluss ihrer Wiener Studienzeit, bei einem Wohltätigkeitskonzert im Wiener Hofoperntheater das Klavierkonzert g-Moll, op. 25, von Felix Mendelssohn Bartholdy unter der Leitung von Heinrich Proch spielte, war auch Franz Liszt anwesend, der ihr anschließend eine silberne Feder zum Componiren schickte und schrieb: „Liebe erstaunliche Künstlerin, Empfangen Sie dies kleine Erinnerungszeichen an die Stunde, wo mich Ihr außerordentliches Talent so freudig überraschte, und seien Sie der aufrichtigen Wohlgewogenheit versichert“ (Brief von Franz Liszt an Laura Kahrer vom 15. April 1869, Liszt [1893ff.], Bd. 2, S. 141).


    Laura Rappoldi-Kahrer setzte anschließend ihre Studien bei drei der großen Pianisten und Klavierpädagogen ihrer Zeit fort: bei Franz Liszt, Adolf Henselt und Hans von Bülow. Nachdem sie die Sommermonate des Jahres 1870 bei Franz Liszt in Weimar verbracht hatte, nutzte sie eine größere Konzertreise zwischen 1870 und 1872 (s. u.), um sich in St. Petersburg von Adolf Henselt unterrichten zu lassen, der sie mit seinem Spiel äußerst beeindruckte. In ihren Memoiren schrieb sie später: „Jedes Klavier erklang unter seinen Händen wie ein altitalienisches Streichinstrument. Wohllaut und nochmals Wohllaut, so spielte Adolf Henselt!“ (Rappoldi-Kahrer 1929, S. 15) Zwischen ihr und Adolf Henselt entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu seinem Tod im Oktober 1889 Bestand hatte (vgl. Kapp 1909/10; Rappoldi-Kahrer 1929).


    Im Sommer 1873 verbrachte Laura Rappoldi-Kahrer nochmals einige Monate bei Franz Liszt in Weimar. Ihre Kommilitonin Amy Fay schrieb darüber am 29. Mai 1873 in einem ihrer „Briefe in die Heimath“: „Kürzlich sind eine Menge neuer Schüler hinzugekommen, unter Anderen eine junge Dame, Schülerin von Henselt in Petersburg, Laura Kahrer. Sie ist außerordentlich begabt und erst 17 Jahre alt. Man begegnet nur selten einem Schüler von Henselt, denn es ist schwer, Stunden bei ihm zu bekommen. Er steht Liszt zunächst. Diese Laura Kahrer spielt alles, was man nur je gehört hat, neulich eine Fuge eigener Composition, die wirklich kraftvoll und gut war. Ihre Durcharbeitung überraschte mich wahrhaft. […] Eine Hand wie die ihrige habe ich nie gesehen; sie konnte sie zurückbiegen, bis es aussah, als habe sie das Innere derselben nach außen gekehrt.“ (Fay 1882, S. 128f.)


    Im Juli und August 1874 schloss Laura Rappoldi-Kahrer ihr Studium bei Hans von Bülow während dessen Sommeraufenthalt in Bad Salzungen und Liebenstein ab. Mit ihm arbeitete sie u. a. an Robert Schumanns Kreisleriana op. 16, an Ludwig van Beethovens späten Klaviersonaten, darunter die als äußerst schwierig bekannte Klaviersonate B-Dur, op. 106, sowie an den Bearbeitungen Franz Liszts von Johann Sebastian Bachs Präludien und Fugen für die Orgel. Begeistert berichtete Laura Rappoldi-Kahrer in einem Brief an Franz Liszt über diese zwei Monate: „Herr von Bülow ist wirklich eine so edle Natur, wie ich fast noch nie kennen gelernt; trotz seines Nervenleidens beschäftigte sich derselbe neun Wochen fast täglich mehrere Stunden mit mir! – Es war eine für mich unvergessliche Zeit“ (vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09, S. 307). Hans von Bülow unterstützte auch den Beginn ihrer Karriere mit verschiedenen Empfehlungsschreiben, u. a. an Carl Reinecke in Leipzig und den Hoftheaterintendanten Hans von Bronsart in Hannover, sowie mit einer ungebundenen Referenz, in der er ihre Interpretation der späten Klaviersonaten Beethovens hervorhob und ihr zudem eine „musikwissenschaftliche Intelligenz“ bescheinigte (vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09, S. 305).

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    Während ihres Studiums konzertierte Laura Rappoldi-Kahrer bereits regelmäßig und unternahm gemeinsam mit ihren Eltern größere Konzertreisen. So gab sie z. B. im Januar 1870 fünf Konzerte in Prag, darunter zwei gemeinsam mit ihrem späteren Mann, Eduard Rappoldi, und nutzte ihren Aufenthalt bei Franz Liszt im Sommer 1870 auch für ein Hofkonzert in Weimar, bei dem sie ausschließlich Werke von Franz Liszt vortrug (vgl. Rappoldi-Kahrer 1929, S. 11ff.). Als sie im Herbst 1870 ein weiteres Mal in Prag mit einem eigenen Klavierabend auftrat und dabei u. a. Ludwig van Beethovens Klaviersonate c-Moll, op. 111, Franz Schuberts Wanderer-Fantasie C-Dur, op. 15, Robert Schumanns Novelette D-Dur, op. 21 Nr. 5, Frédéric Chopins Grande Polonaise brillante As-Dur, op. 53, sowie eine der Rapsodies hongroises von Franz Liszt spielte – berichtete die „Neue Zeitschrift für Musik“ von dort: „Ohne uns bei einer oder der anderen dieser Nummern insbesondere aufhalten zu wollen, sei blos bemerkt, daß die technische Brillanz, die außerordentliche Ausdauer der Pianistin abermals die gerechteste Sensation erregten, die fast überquellende Kraft der Damenhände nothwendig überraschen mußte. Von wahrhaft künstlerischer Wirksamkeit aber waren jene zarten Momente, in denen sich die Pianistin ohne Rücksicht auf den bewußten Effect ihrer Virtuosität gehen ließ, ihren Eingebungen und Impulsen frei folgte.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 25. November 1870, S. 441f.)


    Um den Folgen des deutsch-französischen Krieges auszuweichen, trat Laura Rappoldi-Kahrer Ende 1870 bis Anfang 1872 gemeinsam mit ihren Eltern eine große Russland-Tournee an, die sie u. a. nach Warschau, St. Petersburg und Moskau führte (Rappoldi-Kahrer 1929, S. 13). Wie zu dieser Zeit üblich, waren solche Reisen in erster Linie dazu gedacht, sich den „wichtigen Persönlichkeiten“ der Zeit als Musikerin vorzustellen und dabei künftige Förderer zu gewinnen. Laura Rappoldi-Kahrer selbst berichtete später in ihren Memoiren über die Reise: „Während und nach meinen Studien in St. Petersburg besuchten meine Eltern alle großen und kleinen Städte Rußlands, vom finnischen Meerbusen bis zum Schwarzen Meer, auch Beßarabien bis zum Asowschen Meer mit der herrlichen Krim, sowie sämtliche Städte Kleinrußlands. Diese Reisen wurden mehrere Male wiederholt, überall konzertierend, durch Einladungen überhäuft, jedoch auch mit großen Strapazen verbunden, so hatten wir doch auch Gelegenheit, die verschiedensten und wertvollsten Persönlichkeiten kennen zu lernen, die für meine fernere Laufbahn von weittragendstem Nutzen waren.“ (Rappoldi-Kahrer 1929, S. 16) Neben St. Petersburg, Moskau, Odessa, Kiew und Sebastopol konzertierte Laura Rappoldi-Kahrer auch in weniger bekannten Städten wie Chaikow, Pultawa, Livadia, Alupka, Feodosia, Taganrog, Rostow und Nowotscherkask und trat die Rückreise schließlich über Finnland und das Baltikum an, wo sie u. a. in Helsingfors, Wiborg, Estland, Livland und Kurland spielte (vgl. ebd.). Ein Höhepunkt dieser Reise war ihr Auftritt im Rahmen der Symphoniekonzerte der russischen Musikgesellschaft in Moskau im November 1871. Unter der Leitung von Nicolai Rubinstein spielte sie dort das Klavierkonzert Es-Dur von Franz Liszt sowie einige Solowerke für Klavier. Die „Neue Zeitschrift für Musik“ rezensierte das Konzert folgendermaßen: „Am 17. November fand das erste große Concert der russischen Musikgesellschaft unter Rubinstein’s Leitung statt. […] die Pianistin Laura Kahrer aus Wien spielte das Esdur-Concert von Liszt mit überraschender Bravour. Sie vereinigt hervorragende Technik mit einer durch natürliche Empfindung und feinen Geschmack gehobenen Darstellung und bewies dies besonders durch ausgezeichnete Wiedergabe einer Orgelfuge von Bach, Schumann’s ‚Warum?‘ und der Esdurpolonaise.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 1. Dezember 1871, S. 459; ein Verzeichnis russischer Rezensionen der Reise befindet sich in Keil-Zenzerova 2007, S. 149)


    Im Jahr 1874 heiratete die Pianistin den Violinisten Eduard Rappoldi (1831-1903), der zu dieser Zeit Lehrer an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin und Mitglied des Joachim-Quartetts war. Am 13. September 1876 wurde ihr Sohn, der spätere Geiger Adrian Rappoldi, in Berlin geboren. Als Eduard Rappoldi 1877 zum „Ersten Hofconcertmeister“ in Dresden ernannt wurde und eine Stelle als Violinprofessor am dortigen Konservatorium erhielt, zog die Familie nach Dresden um. Weitere vier Kinder wurden dort geboren, über die nichts Näheres bekannt ist.


    Auch nach ihrer Heirat blieb Laura Rappoldi-Kahrer im internationalen Musikleben als Solistin wie als Kammermusikerin präsent und unternahm weiterhin größere Konzerttourneen. So spielte sie z. B. 1876 die deutsche Erstaufführung des Klavierkonzertes g-Moll, op. 22, von Camille Saint-Saëns mit der königlichen Kapelle Dresden unter Ernst Schuch und trat mit diesem Konzert anschließend in Kopenhagen unter Nils Gade, in Wiesbaden und Mainz unter Wilhelm Jahn sowie in Basel, Zürich und Bern auf. Ferner gab sie 1877 in Kopenhagen ein Hofkonzert auf Schloss Fredensburg, bei dem ebenfalls Niels Gade dirigierte. Weitere Konzertreisen führten Laura Rappoldi-Kahrer u. a. durch Österreich (1879/1886), England (1881) und das Baltikum (1885/86). Bei den meisten dieser Reisen wurde sie von ihrem Mann begleitet und konzertierte gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern wie Aglaja Orgeni und Gustav Walter, Violinistinnen wie Marie Soldat-Röger und Wilma Neruda sowie mit dem Cellisten Friedrich Grützmacher. In den Jahren 1885/86 trat Laura Rappoldi-Kahrer häufig gemeinsam mit der Sängerin Amalie Joachim auf. Die beiden Musikerinnen konzertierten z. B. am 2. und 6. November 1885 gemeinsam im Saal des Gewerbevereins in Riga. Dabei standen Werke von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt, Johannes Brahms, Camille Saint-Saëns und Frédéric Chopin auf dem Programm. Anschließend reisten sie weiter nach Wien, wo sie am 9. Januar 1886 ein Konzert unter Anwesenheit von Johannes Brahms gaben. Eine weitere gemeinsame Konzertreise führte Laura Rappoldi-Kahrer und Amalie Joachim im Sommer 1886 nach Ischl, Salzburg, Preßburg, Wildbad, Bad Nauheim, Bad Ems, Mainz, Wiesbaden, Bad Homburg, Bad Pyrmont, Bad Oeynhausen und Bad Kreuznach.


    In Dresden veranstalteten Laura Rappoldi-Kahrer und ihr Mann Eduard Rappoldi regelmäßige Kammermusiksoiréen, die innerhalb kürzester Zeit zu einer festen und äußerst beliebten Institution der Stadt wurden. Das „Musicalische Konversations-Lexikon“ schrieb bereits 1877 über diese Abende: „Die Ausführung unserer klassischen Kammermusikwerke durch das treffliche Künstlerpaar gehört mit zu den reinsten künstlerischen Genüssen, die nur geboten werden können.“ (Artikel „Rappoldi, Laura“, 1877, S. 246). Dabei traten die beiden häufig gemeinsam mit dem Cellisten Friedrich Grützmacher auf und spielten dabei sowohl das klassisch-romantische Repertoire als auch aktuelle Werke, u. a. von Komponisten, die der „Neudeutschen Schule“ um Franz Liszt angehörten. So hieß es z. B. in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ im Dezember 1877: „Die erste Triosoirée von Hrn. und Frau Rappoldi mit Grützmacher fand am 2. November im Börsensaale statt. Einen wahren Hochgenuß bot Beethoven’s Bdurtrio von solchen Künstlern gespielt. Das darauf folgende Trio von Raff zündete im Adagio und im dritten Satz entschieden, während der erste Satz etwas trocken erschien. Bei dieser Aufführung lernten wir Rappoldi auch als Componisten kennen. Er spielte mit seiner Gattin eine eigene Violinsonate, ein von ernster Kunstgesinnung getragenes Werk, interessant bezüglich seines Inhalts, mustergiltig in der Form und frei von allen gesuchten, scharf zugespitzten Effecten. Auch zu diesem Début als schaffender Künstler ist Hrn. Rapoldi Glück zu wünschen.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 7. Dezember 1877, S. 530) Über den zweiten Abend der gleichen Saison schrieb die Zeitschrift: „Am 5. Dec. v. J. fand im Börsensaale die zweite Kammermusik von Laura und Eduard Rappoldi mit Fr. Grützmacher statt, bei welcher sich auch Kammermus. Wilhelm (Bratsche) sehr anerkennenswerth betheiligte. Haydn’s Adurtrio eröffnete den Abend und wurde in pietätvollster Hingabe und gewinnendster Anmuth vorgetragen. Frau Rappoldi hatte sich ferner die schwere Aufgabe gestellt, Beethoven’s Sonate Op. 106 vor einem weiteren Hörerkreis zu interpretiren. Die Künstlerin, welche beiläufig diese Sonate auswendig spielte, übertraf damit alle Erwartungen. Sie zeigte sich vollständig eingeweiht in die Tiefe dieses wunderbaren Werks, das unter ihren Händen zu wahrhaft schöner Geltung kam. Trotz des Aufwands aller geistigen und physischen Kraft, welche Beethoven’s Sonate in Anspruch nahm, führte Frau Rappoldi hierauf den Clavierpart des nach kurzer Pause folgenden Esdurquartetts von Schumann so geistig frisch und lebensvoll durch, daß auch dieser Leistung die höchste Anerkennung gebührt. Ueberhaupt wurde dieses herrliche Werk vollendet wiedergegeben.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 4. Januar 1878, S. 16) Nach dem letzten Konzert der ersten Saison erhoffte der Rezensent schließlich, dass diese Kammermusikabende häufiger stattfänden: „Der Triocyclus des Künstlerpaares Rappoldi und Grützmacher hat leider schon seinen Abschluß gefunden. Nach so hoch bedeutenden künstlerischen Erfolgen und bei der so sehr regen Betheiligung des Publikums an diesen Aufführungen dürfte es wohl zu wünschen sein, daß in nächster Saison diese Triosoiréen auf vier bis sechs Abende ausgedehnt würden. Die dritte Soirée brachte Op. 70 von Beethoven, das sogn. ‚Geistertrio‘, und Op. 100 von Franz Schubert. Die Ausführung betreffend läßt sich nur wiederholen, was in d. Bl. bereits über das Zusammenwirken Rappoldi’s, der Frau Kahrer-Rappoldi und Grützmachers bei den ersten derartigen Aufführungen gesagt worden: sie war meisterhaft.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 1. März 1878, S. 106)

    Zu den weiteren Kammermusikpartnern in Dresden zählten vor allem Mitglieder der Hofkapelle, darunter der Konzertmeister Emil Feigerl, der Bratscher Wilhelm Mehlhose sowie der Violoncellist Ferdinand Böckmann. Die Dresdner Kammermusikabende konnten über viele Jahre ihr hohes Niveau beibehalten und bestanden bis mindestens 1885. So schrieb die „Neue Zeitschrift für Musik“ z. B. im August 1885 zusammenfassend über die Konzertreihe (den Platz von Friedrich Grützmacher hatte inzwischen der Berliner Cellist Robert Hausmann eingenommen): „Bei dem diesjährigen Cyclus der Rappoldi’schen Soiréen für Kammermusik wirkten neben dem Künstlerpaar Rappoldi die Dresdner Kammermusiker [Adolf] Elsmann und [Johann] Ackermann und der berühmte Violoncellist Professor Robert Hausmann aus Berlin mit. Es erklangen: Brahms, Sextett B-Dur op. 18; Schumann, Trio d-Moll, Draeseke, Sonate in E-Dur, op. 6, (Laura Rappoldi-Kahrer), Hans von Bronsart: Trio g-Moll, Karl Goldmark: Suite op. 11, Beethoven: Quartett a-Moll op. 132; Beethoven: Quartett F-Dur op. 18 Nr. 1; Schubert: Quartett d-Moll sowie Camille Saint-Saëns: Sonate c-Moll für Violoncello und Klavier (Hausmann und Rappoldi-Kahrer).“ (vgl. „Neue Zeitschrift für Musik“ vom 21. August 1885, S. 344) Werke von Komponisten der „Neudeutschen Schule“ wie z. B. Felix Draeseke und Hans von Bronsart standen demnach immer noch im Vordergrund bei der Auswahl neuerer Werke.


    Neben den Kammermusikabenden konzertierte Laura Rappoldi-Kahrer auch weiterhin als Solistin. Gemeinsam mit zwei weiteren international bekannten Pianistinnen, die zu dieser Zeit in Dresden lebten – Mary Krebs und Margarethe Stern –, trat Laura Rappoldi-Kahrer 1885 mit dem Konzert d-Moll für drei Klaviere (bzw. Cembali), BWV 1063, von Johann Sebastian Bach im Dresdner Gewerbehaussaal auf. Sie selbst schrieb darüber in ihren Memoiren: „Mit Mary Krebs, Margarete Stern und meiner Wenigkeit kam im Jahre 1885 eine äußerst seltene Aufführung zu Stande und der große Gewerbehaussaal in Dresden konnte die Zuhörer kaum fassen, welche sich dazu einfanden. Wir trugen nämlich zu drei Klavieren mit Orchester das D=Moll=Konzert von J. S. Bach vor, und da wir alle drei den Titel ‚Königl. sächs. Kammervirtuosin’ führten, so war das Auditorium höchst gespannt, als wir alle drei Hand in Hand erschienen! […] Wie nun das Konzert zu Ende gespielt war, raste das ganze Publikum förmlich über unsere Dreieinigkeit sowohl, als über den besonderen Klangreiz dieses herrlichen und so selten gespielten Meisterwerkes.“ (Rappoldi-Kahrer 1929, S. 27f.) Auch als Solistin blieb sie dabei dem Neudeutschen Kreis um Franz Liszt verpflichtet. So spielte sie z. B. bei der Tonkünstlerversammlung des „Allgemeinen Deutschen Musikvereins“ in Sondershausen im Mai 1886 das Klavierkonzert Es-Dur, op. 36, von Felix Draeseke, das zudem ihr gewidmet ist: „Ein mit Schwierigkeiten reich gesegnetes, brillantes, effectvoll gearbeitetes Clavierconcert des bedeutenden F. Draeseke war für die ausgezeichnete Dresdner Claviervirtuosin Frau Laura Rappoldi eine gefundene Aufgabe; wie die kleine Frau das anspruchsvolle Werk keck bewältigte, mit männlicher Kraft, großer Leichtigkeit und edlem Anschlage, mußte hohen Respekt einflößen.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 18. Juni 1886, S. 273).


    Ab 1886 zog sich Laura Rappoldi-Kahrer aus dem internationalen Konzertleben weitgehend zurück, auch wenn sie nach wie vor in Dresden als Kammermusikerin auftrat. In späteren Jahren begleitete sie dabei auch ihren Sohn Adrian Rappoldi, der bei Joseph Joachim und August Wilhelmij an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin Violine studiert hatte. Im Jahr 1890 nahm Laura Rappoldi-Kahrer eine Stelle als Lehrerin für Klavier am Königlichen Conservatorium Dresden an und erhielt 1911 den Titel einer Professorin. Von 1921 bis zu ihrem Tod leitete sie dort eine „Meisterklasse für Klavierspiel“.


    Zusätzlich zu ihrer künstlerischen und pädagogischen Arbeit hielt Laura Rappoldi-Kahrer viele ihrer Erfahrungen und Gedanken schriftlich fest. Sie schrieb ihre Memoiren und fügte ihnen Beschreibungen, Beobachtungen und Anekdoten von Musikerinnen und Musikern bei, die zugleich ein Panorama ihres künstlerischen Umfeldes ergeben: die Dirigenten Fritz Busch und Niels Gade, die Sängerinnen und Sänger Amalie Joachim, Julius Stockhausen, Waldemar Staegemann, Aglaja Orgeni und Marcella Sembrich, die Pianistinnen und Pianisten Sophie Menter , Teresa Carreño, Carl Tausig, Nicolai und Anton Rubinstein und Hans von Bülow sowie der Geiger Henri Wieniawski. Ferner sind von Laura Rappoldi-Kahrer pädagogische Überlegungen überliefert, die sich u. a. mit Spieltechnik, Lernerfahrungen, Klangfarben, Tempo, Übetechniken, Vortragsformen und Stilkunde beschäftigen. Besonders interessant sind jedoch die kurzen Einführungen in einzelne Werke des Standardrepertoires ihrer Zeit, darunter Einführungen zu den Impromptus von Franz Schubert, einzelnen Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, zu mehreren Werken von Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt sowie zu Klavierkonzerten von Adolf Henselt und Felix Draeseke. Nahezu alle Werkeinführungen sind an der damals üblichen inhaltsästhetischen Hermeneutik orientiert und leiten aus ihr pianistisch-interpretatorische Hinweise ab.


    Die Werkeinführungen Laura Rappoli-Kahrers sowie einige ihrer Erinnerungen wurden in der Zeitschrift „Die Musik“ in den Jahren 1908-1910 von Julius Kapp veröffentlicht. Nach ihrem Tod gab Felix von Lepel unter dem Titel „Memoiren von Laura Rappoldi-Kahrer“ (1929) einen Sammelband mit verschiedenen Schriften von ihr heraus. Das Buch gibt vermutlich lediglich einen ersten Eindruck von der Vielfalt ihrer wissenschaftlichen Interessen (vgl. Lepel 1929).


    Laura Rappoldi-Kahrer starb am 1. August 1925 in Dresden.


    Zu Lebzeiten wurde Laura Rappoldi-Kahrer mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 1879 wurde sie zur königlich sächsischen Kammervirtuosin ernannt und erhielt u. a. die goldene Medaille „Virtuti et ingenio“ am Band des Ritterkreuzes 1. Klasse zum Albrechtsorden.

    Würdigung

    Laura Rappoldi-Kahrer zählte neben Sophie Menter und Teresa Carreño zu den erfolgreichsten Liszt-Schülerinnen ihrer Zeit. In ihrer künstlerischen Ausrichtung blieb sie dabei ihr Leben lang der „Neudeutschen Schule“ verpflichtet, auch wenn sie von ihren anderen beiden Lehrern, Adolf Henselt und Hans von Bülow, zahlreiche weitere Anregungen erhielt. In seinem 1921 erschienenen Band „Meister des Klaviers“ schrieb Walter Niemann über Laura Rappoldi-Kahrer: „Sie [Laura Rappoldi-Kahrer] ist mit ihrer österreichischen Landsmännin Sofie Menter eine der letzten großen Vertreterinnen neudeutschen Klaviervirtuosentums. Neudeutsch ist ihr Programm im Sinne von großzügig, konzertmäßig-virtuos; es gedenkt ihres andern Lehrers und edlen ‚deutschen Chopin‘ Adolph Henselt und seiner großen Konzertetüden, es gedenkt des Meisters der streng gearbeiteten Konzertsuite Joachim Raff so gut wie der brillanten Lisztschen Konzertübertragungen und brillanten modischen Opernparaphrasen aus der Pariser Virtuosenzeit. Neudeutsch ist ihr Spiel. Die Lisztschülerin tritt in die allererste Reihe jener glänzenden Klaviervirtuosinnen, die am Flügel zu Männern, zu titanischen Kraftnaturen von unerschöpflicher Ausdauer und unermüdlicher Spielfreudigkeit werden. Welche Wucht und rhythmische Energie in den Bässen, welcher Glanz und welche Brillanz im Vortrag! Die Bülowschülerin tut den feinen und klugen analytischen Sinn dazu. Welche Klarheit der Form und Gliederung, welches Maß und welche Sachlichkeit der Auffassung, welche Energie der Gestaltung! Die Henselt-Schülerin ist schwer zu unterscheiden; denn sie ist weder eine poetische, noch eine romantische Virtuosin. […] Und doch: eine große Zeit des Klaviervirtuosentums wird mit ihr wieder lebendig, und es bleibt nur zu beklagen, daß auch sie die Eigenheit aller wahrhaft großen und verehrungswürdigen Lisztschülerinnen und Lisztspielerinnen teilt, nur allzu selten sich der Öffentlichkeit noch einmal vorzustellen!“ (Niemann 1921, S. 116f.)


    Die pädagogischen, musikwissenschaftlichen und kompositorischen Tätigkeiten Laura Rappoldi-Kahrers können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten von Laura Rappoldi-Kahrer werden heute kaum mehr rezipiert. Lediglich in Forschungen über ihre drei bekannten Lehrer – Franz Liszt, Adolf Henselt und Hans von Bülow – und über Amalie Joachim wird ihr Name hin und wieder erwähnt (zur zeitgenössischen Rezeption vgl. „Biografie“).

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Zwei der Kompositionen von Laura Rappoldi-Kahrer liegen gedruckt vor. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Zahl ihrer Kompositionen weitaus höher liegt. Darauf deutet sowohl der erste Preis bei einem Klavier- und Kompositionswettbewerb 1868 hin, als auch die Tatsache, dass ihre Weimarer Kommilitonin Amy Fay 1873 eine „Fuge eigener Komposition“ erwähnt, die Laura Rappoldi-Kahrer Franz Liszt vorspielte (Fay 1882, S. 129).


    Kahrer, Laura. Fantasie op. 3. Ihrer kaiserlichen Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Gisela in tiefster Ehrfurcht gewidmet von der 11-jährigen Laura Kahrer. Wien: Haslinger, o. J.


    Kahrer, Laura. Scherzo. Componirt im Alter von 12 Jahren, Leipzig, Berlin: Musikwoche (Klavieralbum), o. J.


    Kahrer, Laura. Fuge (erwähnt in Fay 1882, S. 129).



    Schriften


    Kapp, Julius. Erinnerungen an Adolf Henselt. Nach Angaben von Laura Rappoldi-Kahrer und 18 unveröffentlichten Briefen Henselts. In: Die Musik IX (1909/10), 4. Teilband, S. 67-75.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Hans von Bülow. Mit unveröffentlichten Briefen Liszts und Bülows. Julius Kapp (Hg.). In: Die Musik VIII (1908/09), S. 305-318.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Chopin’s „Préludes“ (op. 28). Aufzeichnungen von Laura Rappoldi-Kahrer nach Angaben von Liszt, W. von Lenz und Frau Mouckhanoff. Herausgegeben und eingeleitet von Julius Kapp, Berlin. In: Die Musik IX (1909/1910), 2. Teilband, S. 227-233.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Schumanns „Études symphoniques” (op. 13) nach Aufzeichnungen von Laura Rappoldi-Kahrer, bearbeitet von Julius Kapp. In: Die Musik IX (1909/1910), 3. Teilband, S. 314-318.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Franz Liszt. Dresden: Verlag des Königlichen Conservatoriums, 1917.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Memoiren. Nebst ungedruckten Briefen von Franz Liszt. Felix von Lepel (Hg.). Dresden: Nitzsche, 1929 [posthum erschienen].

    Repertoire

    Eine Repertoire-Liste von Laura Rappoldi-Kahrer kann aufgrund fehlender Forschungen zur Zeit nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind Interpretationen folgender Werke:


    Bach, Johann Sebastian. Konzert d-Moll für drei Klaviere (bzw. Cembali), BWV 1063

    Bach, Johann Sebastian/Liszt, Franz: Sechs Präludien und Fugen für die Orgel, BWV 543-548

    Bargiel, Woldemar. Klaviertrio F-Dur, op. 6

    Beethoven, Ludwig van. Klaviertrio B-Dur, op. 97

    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert G-Dur, op. 58

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate B-Dur, op. 106

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate E-Dur, op. 109

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate As-Dur, op. 110

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate c-Moll, op. 111

    Beethoven, Ludwig van. Klaviertrio D-Dur, op. 70 Nr. 1

    Bennett, William Sterndale. Toccata c-Moll, op. 38

    Bohm, Carl. Der Schwur

    Brahms, Johannes. Scherzo es-Moll für Klavier, op. 4

    Brahms, Johannes. Wie bist Du meine Königin, op. 32 Nr. 9

    Bronsart, Hans von. Klaviertrio g-Moll, op. 1

    Chopin, Frédéric. Violoncellosonate g-Moll, op. 65

    Chopin, Frédéric. Konzert-Allegro, A-Dur, op. 46

    Chopin, Frédéric. Mädchenwunsch, op. 74 Nr. 1

    Chopin, Frédéric. Lithauisches Lied, op. 74 Nr. 16

    Chopin, Frédéric. Polonaise As-Dur, op. 53

    Chopin, Frédéric. Valse Des-Dur (keine Präzisierung möglich)

    Draeseke, Felix. Klaviersonate E-Dur, op. 6

    Draeseke, Felix. Klavierkonzert Es-Dur, op. 36

    Goldmark, Karl. Suite D-Dur, op. 11

    Haydn, Joseph. Klaviertrio A-Dur (keine Präzisierung möglich)

    Liszt, Franz. Au bord d’une source (Années de pèlerinage. 1re année, Nr. 4)

    Liszt, Franz. Polonaise Es-Dur

    Liszt, Franz. Etude f-Moll

    Liszt, Franz. Klavierkonzert Es-Dur

    Liszt, Franz. Rapsodies hongroises

    Löwe, Carl. Heinrich der Vogler, op. 56 Nr. 1

    Löwe, Carl. Der kleine Haushalt, op. 71

    Lührß, Carl. Quartett E-Dur (Uraufführung 1879)

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Capriccio für Klavier (keine Präzisierung möglich)

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Gondellied. Barcarole A-Dur, WoO 10

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klavierkonzert g-Moll, op. 25

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Lied ohne Worte (keine Präzisierung möglich)

    Raff, Joachim. Klaviertrio (keine Präzisierung möglich)

    Rappoldi, Eduard. Violinsonate

    Rheinberger, Joseph Gabriel. Toccata c-Moll, op. 115

    Rubinstein, Anton. Klavierquintett F-Dur, op. 57

    Saint-Saëns, Camille. Rhapsodie d’Auvergne, op. 73

    Saint-Saëns, Camille. Violoncellosonate c-Moll, op. 32

    Saint-Saëns, Camille.Klavierkonzert g-Moll, op. 22

    Scarlatti, Domenico. Allegro für Klavier (keine Präzisierung möglich)

    Schmidt, Hans. Dem Kind zur Nacht

    Schmidt, Hans. Der Jäger

    Schubert, Franz. Wanderer-Fantasie C-Dur, op. 15

    Schubert, Franz. Klaviersonate a-Moll (keine Präzisierung möglich)

    Schubert, Franz. Klavierquintett A-Dur, op. 114

    Schubert, Franz. Klaviertrio Es-Dur, op. 100

    Schubert, Franz. Der Erlkönig, D 328

    Schubert, Franz. Schwanengesang, D 957

    Schumann, Robert/Liszt, Franz. „Warum?“

    Schumann, Robert. Aufträge, op. 77 Nr. 5

    Schumann, Robert. Frauenliebe und Leben, op. 42

    Schumann, Robert. Frühlingsfahrt, op. 45 Nr. 2

    Schumann, Robert. Kinderwacht, op. 79 Nr. 22

    Schumann, Robert. Intermezzo (aus op. 4)

    Schumann, Robert. Klavierquartett Es-Dur, op. 47

    Schumann, Robert. Kreisleriana, op. 16

    Schumann, Robert. Novellette F-Dur, op. 21 Nr. 1

    Schumann, Robert. Novelette D-Dur, op. 21 Nr. 5

    Schumann, Robert. Klaviertrio d-Moll, op. 63

    Schumann, Robert. Violinsonate d-Moll op. 121

    Weber, Carl Maria von. Perpetuum mobile (Klaviersonate C-Dur, op. 24, 4. Satz)

    Weber, Carl Maria von. Unbefangenheit, op. 30 Nr. 3

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Rappoldi, Laura“. In: Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Hermann Mendel; August Reissman (Hg.). Bd. 8. Berlin: Verlag von Robert Oppenheim, 1877. S. 245f.


    Artikel „Rappoldi=Kahrer, Frau Laura“. In: Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon. Moritz Rudolph (Hg.). 1890 [verfügbar in wbis – world biographical information system]


    Artikel „Rappoldi, Laura“. In: Musiklexikon. Hugo Riemann (Hg.). 11. Aufl. bearb. v. Alfred Einstein. 1929 [verfügbar in wbis – world biographical information system]


    Artikel „Rappoldi-Kahrer, Laura“. In: Lexikon der Frau. Bd. 2. 1954 [verfügbar in wbis – world biographical information system]


    Artikel „Rappoldi, Laura, geb. Kahrer“. In: Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 8, 1983 [verfügbar in wbis – world biographical information system]


    Artikel „Rappoldi-Kahrer, Laura“. In: Österreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Bd. 4. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2003.


    Borchard, Beatrix. Stimme und Geige. Amalie und Joseph Joachim. Biographie und Interpretationsgeschichte. Wien, Köln u. a.: Böhlau, 2005, 2. Aufl. 2007.


    Fay, Amy. Musikstudien in Deutschland. Aus Briefen in die Heimath. Berlin: Robert Oppenheim, 1882.


    Fay, Amy. Sie spielen wie ein Nußknacker. Monica Stegmann/Eva Rieger (Hg.). Frauen mit Flügel. Lebensberichte berühmter Pianistinnen von Clara Schumann bis Clara Haskil. Frankfurt a. M. Insel-Verlag, 1996, S. 97-145 [Auszüge aus Fay 1882].


    Kapp, Julius. Erinnerungen an Adolf Henselt. Nach Angaben von Laura Rappoldi-Kahrer und 18 unveröffentlichten Briefe Henselts. In: Die Musik IX (1909/10), Heft 20, S. 67-75.


    Keil-Zenzerova, Natalia. Adolph von Henselt. Ein Leben für die Klavierpädagogik in Russland. Frankfurt a. M.: Peter Lang, 2007.


    La Mara [Lipsius, Marie]. Die Frauen im Tonleben der Gegenwart (= Musikalische Studienköpfe Band 5). 3. neubearb. Auflage. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1902.


    Lepel, Felix. Laura Rappoldi-Kahrer. Lebensbild einer großen Pianistin. Dresden: Privatdruck, 1932.


    Liszt, Franz. Briefe. Gesammelt und herausgegeben von La Mara. 8 Bände. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1893-1905.


    Mell, Albert. Artikel „Rappoldi/Laura Rappoldi“. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 2. Aufl. Stanley Sadie, John Tyrrell (Hg.). London: Macmillan Publishers Limited. 2001. Vol. 20, S. 833.

    Morsch, Anna. Deutschlands Tonkünstlerinnen. Biographische Skizzen aus der Gegenwart. Berlin: Stern & Ollendorff, 1893.


    Niemann, Walter. Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit. 9. bis 14. völlig umgearbeitete Auflage. Berlin: Schuster & Loeffler, 1921.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Hans von Bülow. Mit unveröffentlichten Briefen Liszts und Bülows. Julius Kapp (Hg.). In: Die Musik VIII (1908/09), S. 305-318.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Franz Liszt. Dresden: Verlag des Königlichen Conservatoriums, 1917.


    Rappoldi-Kahrer, Laura. Memoiren. Nebst ungedruckten Briefen von Franz Liszt. Felix von Lepel (Hg.). Dresden: Nitzsche, 1929.


    Tottmann, Albert. Das Künstlerpaar Rappoldi. In: Neue Zeitschrift für Musik vom 22. Februar 1899, S. 85-87.


    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    (Eine Liste mit russischen Konzertrezensionen zur Tournee 1871/72 hat Natalia Keil-Zenerova zusammengestellt, vgl. Keil-Zenzerova 2007, S. 149; die Liste wurde hier eingearbeitet).


    Allgemeine Musikzeitung 52 (1925), S. 713 und 715 [Nachruf].


    Besarabskiâ oblastnyâ vedomosti. Nr. 20 vom 11. März 1872, S. 111.


    Dörptsche Zeitung. Nr. 217 vom 20. September 1871, S. 3.


    Har’kovskiâ gubernskiâ vedomosti. Nr. 9 vom 20. Januar 1872, S. 2.

    Har’kovskiâ gubernskiâ vedomosti. Nr. 172 vom 14. November 1872, S. 2.


    Kievskij vestnik. Nr. 13 vom 23. Mai 1872, S. 2.


    Neue Dörptsche Zeitung. Nr. 210 vom 11./23. September 1871, S. 5.

    Neue Dörptsche Zeitung. Nr. 225 vom 29. September/11. Oktober 1871, S. 3.

    Neue Dörptsche Zeitung. Nr. 226 vom 30. September/12. Oktober 1871, S. 3.


    Neue Zeitschrift für Musik vom 25. November 1870, S. 441f.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 1. Dezember 1871, S. 459.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 7. Dezember 1877, S. 530.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 4. Januar 1878, S. 16.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 1. März 1878, S. 106.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 24. Januar 1879, S. 50f.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 18. April 1879, S. 173.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 21. August 1885, S. 344.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 18. Juni 1886, S. 273.


    Novoroskijskij Telegraf. Nr. 58 vom 14./26. März 1872, S. 1f.


    Odessaer Zeitung. Nr. 33 vom 17. März 1872, S. 1.

    Odessaer Zeitung. Nr. 34 vom 19. März 1872, S. 1.

    Odessaer Zeitung. Nr. 7 vom 17. Januar 1873, S. 1.


    Odesskij vestnik. Nr. 54 vom 9. März 1872, S. 215f.


    Signale für die musikalische Welt 83 (1925), S. 1316 [Nachruf].



    Links


    www.kalliope-portal.de

    Der Verbundkatalog Nachlässe und Autographe verzeichnet auch mehrere Einträge zu Laura Rappoldi-Kahrer (teils auch unter dem Namen ihres Mannes Eduard Rappoldi). Darin befindet sich auch eine kurze Bestandsbeschreibung des Dresdner Nachlasses ihres Mannes, der zahlreiche Dokumente zu Laura Rappoldi-Kahrer enthält.


    http://ora-web.swkk.de/archiv_online/gsa.entry

    Die Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar verzeichnet mehrere Briefe von und an Laura Rappoldi-Kahrer, u. a. Korrespondenz mit Franz Liszt und Marie Lipsius [= La Mara].

    Forschung

    Ein Teil der Tagebuchaufzeichnungen und Lebenserinnerungen von Laura Rappoldi-Kahrer wurden veröffentlicht, darunter ihre Erinnerungen an Hans von Bülow, Adolf Henselt und Franz Liszt (vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09; 1909/10; 1917). Julius Kapp publizierte einige ihrer musikwissenschaftlichen Betrachtungen in der Zeitschrift „Die Musik“ (1908-1910). Felix von Lepel gab 1929 unter dem irreführenden Titel „Memoiren“ einen Band heraus, in dem er einen Teil der Schriften von Laura Rappoldi-Kahrer veröffentlichte. Neben ihren Memoiren befinden sich darin Briefe von und an Zeitgenossen, pädagogische Schriften und Überlegungen sowie Werkeinführungen.


    Im Nachlass ihres Mannes Eduard Rappoldi in der Sächsischen Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Signatur: Mscr.Dresd.App. 503) befinden sich auch Dokumente von Laura Rappoldi-Kahrer, darunter Lebenserinnerungen, Tagebuchaufzeichnungen, Besprechungsnotizen, Briefe, Fotos und weitere Materialien (vgl. www.kalliope-portal.de).


    Das Goethe- und Schiller-Archiv Weimar verwahrt mehrere Briefe von und an Laura Rappoldi-Kahrer, u. a. Korrespondenz mit Franz Liszt und Marie Lipsius [= La Mara].

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Laura Rappoldi-Kahrer umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche. Ihre Konzerttourneen, ihr Repertoire, ihre Kontakte zu zeitgenössischen Musikerinnen und Musikern sowie ihre kammermusikalischen Konzerte konnten im vorliegenden Artikel lediglich rudimentär dargestellt werden. Der Verbleib ihrer Kompositionen ist bislang nicht bekannt. Die klavierpädagogischen und musikwissenschaftlich-hermeneutischen Schriften von Laura Rappoldi-Kahrer wären für eine historische Betrachtung der Klavier- bzw. Musikpädagogik ebenso interessant wie für interpretationsgeschichtliche Ansätze. Die künstlerischen Kontakte zur „Neudeutschen Schule“ um Franz Liszt sowie die Aufführungen von Werken aus diesem Umfeld sind m. W. bislang unerforscht.

    Parallel zu ihrer künstlerischen Laufbahn, war Laura Rappoldi-Kahrer über 35 Jahre lang als Klavierpädagogin am Dresdner Conservatorium tätig und wurde dort 1911 zur Professorin ernannt; über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts bekannt. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, welche äußeren Umstände dazu beitrugen, dass Laura Rappoldi-Kahrer der Titel einer „Professorin“ verliehen wurde – zu einer Zeit, als dies für eine Frau eher unüblich war.


    Eine Sichtung ihres und ihres Mannes Nachlasses in der Sächsischen Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden könnte ersten näheren Aufschluss geben und weitere Forschungswege aufzeigen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 77416586
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 130250856

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 5. September 2008


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 12.09.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Laura Rappoldi-Kahrer“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 12.9.2008.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Laura_Rappoldi-Kahrer