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  • Jenny Lind

    von Sonja Gesse-Harm
    Die Sängerin Jenny Lind. Daguerrotypie von Kolburn, August 1850.
    Namen:
    Jenny Lind
    Geburtsname: Johanna Maria Lind
    Lebensdaten:
    geb. in Stockholm, Schweden
    gest. in Malvern Wells, Worcestershire, England
    Tätigkeitsfelder:
    Sopranistin
    Charakterisierender Satz:

    „Jenny ist mit dem Trollhätta, mit dem Niagara und allen frischen, unmittelbaren Naturmächten verwandt, und die Wirkung, welche sie hervorbringt, ist ungefähr dieselbe, wie die Wirkung dieser Naturmächte“


    (Fredrika Bremer: Die Heimath in der neuen Welt. Ein Tagebuch in Briefen, geschrieben auf zweijährigen Reisen in Nordamerika und auf Cuba, Bd. 3, Stuttgart: Franckh, 1854, S. 71).


    Profil

    Jenny Lind zählt aufgrund ihrer als außergewöhnlich beschriebenen Stimme, Gesangstechnik und Darstellungskunst zu den herausragenden Sopranistinnen des 19. Jahrhunderts. Dabei geht aus zeitgenössischen Darstellungen hervor, dass vor allem ihr Pianissimo, ihr „messa di voce“ sowie ihre Triller zu den markantesten Charakteristika ihres stimmlichen Könnens gezählt wurden. Zudem bezauberte sie ihr Publikum mit einer verblüffend natürlichen, einfühlsamen schauspielerischen Leistung, und sie wurde schnell zum gefeierten Bühnenstar. Nachdem sie mit 22 Jahren zur Primadonna des königlichen Theaters in Stockholm avanciert war, wurde sie 1844 vom damaligen preußischen Generalmusikdirektor Giacomo Meyerbeer als Gast an der Berliner Oper engagiert. Besonders in den Rollen der Vielka (Meyerbeer: „Ein Feldlager in Schlesien“), Norma (Bellini: „Norma“) und Amina (Bellini: „La sonnambula“) begeisterte sie ihre Zeitgenossen und begründete damit ihre internationale Karriere. Weitere Spielzeiten in Berlin, Wien und London folgten und umreißen eine steile, aber vergleichsweise kurze Opernkarriere, die von Jenny Lind bereits 1849 beendet wurde. Dennoch zog sich die Sängerin nicht aus der Öffentlichkeit zurück, sondern konzentrierte sich ab September 1850 mit einer ausgedehnten Amerikatournee auf den Konzertbetrieb. Im Zusammenspiel mit der ausgezeichneten Marketingstrategie ihres Managers Phineas T. Barnum erreichte sie dabei die Spitze ihres Erfolges und ihrer Popularität. Jenny Lind wurde zum Weltstar.

    Der außergewöhnliche, legendäre Ruhm der Künstlerin ist jedoch nicht zuletzt auch deren sozialem Engagement und ausgeprägtem Sinn für Wohltätigkeit zu verdanken. Sonderkonzerte und Zuwendungen an Stiftungen und Privatpersonen begleiteten Linds gesamte Karriere und verliehen ihr in Verbindung mit ihrem natürlichen Auftreten den Nimbus einer Heilsbringerin, der vor allem auch die breite Bevölkerung für sie einnahm und ihren Namen außerhalb der Kunstwelt publik machte.

    Orte und Länder

    Als Weltstar führte die mit ihrer schwedischen Heimat innerlich so verbundene Jenny Lind ein kosmopolites Leben. Ausgehend von ihrer Geburtsstadt Stockholm, in der die Sängerin ihre Ausbildung erhielt und schließlich zur Primadonna avancierte, markieren Berlin, Wien und London sowie die USA mit Schwerpunkt auf New York, Boston und Philadelphia die Zentren ihres Wirkens. Aufgrund ihres intensiven Konzertlebens gastierte sie in zahlreichen Städten.

    Biografie

    Jenny Lind wuchs keinesfalls in den geordneten Verhältnissen auf, die man ihr aufgrund ihres makellosen Erscheinungsbildes attestieren möchte. Sie wurde als uneheliche Tochter der Anna Maria Fellborg und des Buchhalters Niklas Johan Lind geboren. Name und Beruf des Vaters weichen allerdings in den Quellen voneinander ab. So weist Nils-Olof Franzén (Jenny Lind. Die schwedische Nachtigall. Eine Biographie, Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1990, S. 9, S. 34) auf die Namensvariante Niklas Jonas Fredricsson hin, während Lotten Dahlgren (Jenny Lind utom scenen. Förtroliga brev till hennes förmyndare H. M. Munthe, Stockholm: Wahlström & Widstrand, 1928, S. 409) den Vater als Nils Johan Lind und als Fabrikant ausweist. Mit dem Namenswechsel habe er um 1820 Gläubigern entgehen wollen (Franzén, S. 9). Die Eltern heirateten erst im Mai 1835, nachdem seit 1834 ein Prozess um Jenny Linds Unterbringung geführt wurde.

    Da die Mutter bereits eine Tochter aus erster Ehe hatte (diese wurde 1812 geschieden) und Linds Vater sich nicht zum Unterhalt seiner Tochter verpflichtet fühlte, wurde die einjährige Jenny zu der Kontorsfamilie Ferndal gegeben, die in Sollentuna-Ed auf dem Land wohnte. 1824 wurde sie von ihrer Mutter zurück nach Stockholm geholt, wo sie nun zusammen mit ihrer Stiefschwester Amalie und ihrer Großmutter lebte.

    Jenny Linds Mutter Anna Maria Fellborg bestritt ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Erteilung von Privatunterricht in Französisch, Religion, Geschichte, Geographie, Rechnen, Malen sowie im Klavierspiel (s. Eva Öhrström: Jenny Lind. The swedish nightingale, Stockholm: Swedish institute, 2000, S. 6). Zudem lebte eine ihrer Schülerinnen, Louise Johansson, bei ihr in Pension. Von 1844 bis 1848 war sie die Gesellschaftsdame der Sängerin. Ihre Tagebuchaufzeichnungen dieser Jahre bieten aufschlussreiche Einblicke in das Privat- und Künstlerleben Jenny Linds (Resa med Jenny Lind. Sällskapsdamen Louise Johanssons dagböcker, utg. med inledning och kommentarer av Åke Davidsson, Bibliothecae Regiae Universitatis Upsaliensis Vol. 3, Stockholm 1986). 1828 gab die Mutter ihre Pension auf und zog mit Amalie nach Linköping, während Jenny in Stockholm blieb und als Pflegekind bei einem kinderlosen Paar logierte (s. Franzén, S. 13). Erst als Jenny Lind 1830 Schülerin am Königlichen Theater wurde, kehrte die Mutter zurück, da ihre begabte Tochter nun auf Staatskosten bei ihr wohnen konnte.


    Ihren Gesangsunterricht erhielt Jenny Lind zunächst bei Carl Magnus Crælius, der, selbst Tenor und Schauspieler sowie Mitglied der Königlichen Musikalischen Akademie in Stockholm, für deren Aufnahme am Theater sorgte. Sodann wurde sie vom Tenor Isaak Berg unterwiesen. Erste Bühnenerfahrung sammelte die Schülerin im November 1830 zunächst als Tänzerin in dem Stück „Edwinsky und Floreska oder die Polnische Grube“. Während ihrer Ausbildung, die bis 1837 dauerte, übernahm Jenny Lind mehr Sprech- als Gesangsrollen, zumal ihre noch unreife und sensible Sopranstimme um 1832 an Klang verlor. Obwohl sich dieses Problem in den nächsten Jahren entspannte, erhielt sie im Januar 1837 (nach Franzén, S. 42, erst ab Juli) ihren ersten Vertrag am Königlichen Theater in ihrer Eigenschaft als ausgebildete Schauspielerin. Als jedoch der vierte Akt von Meyerbeers „Robert le diable“ im Dezember 1837 konzertant aufgeführt wurde, übernahm die junge Künstlerin mit großem Erfolg die Rolle der Alice. Am 7. März 1838 folgte die Partie der Agathe in Carl Maria von Webers „Freischütz“. Es ist dieses Datum, das aufgrund einer Äußerung Jenny Linds in der Fachliteratur nicht einfach nur ihr Debüt markiert, sondern immer wieder als ‘Geburtsstunde’ der Sängerin Jenny Lind gepriesen wird: „I got up that morning one creature, and I went to bed another, for I had found my vocation“ (zitiert nach Jenny Maude: The life of Jenny Lind, London: Cassell, 1926, S. 8). Die Schwedin spielte zwar weiterhin Sprechrollen, sang aber zunehmend Opernpartien, wie die Emmelina in Joseph Weigls „Die Schweizer Familie“, die Euryanthe in Webers gleichnamiger Oper und die Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ (s. Henry Scott Holland/William Smith Rockstro: Memoir of Madame Jenny Lind-Goldschmidt: Her early art-life and dramatic career. 1820-1851. From original documents, letters, ms. Diaries &c., collected by Mr. Otto Goldschmidt, Bd. 1, London: John Murray, 1891, S. 57).

    Besonders aber war es die erneute, diesmal vollständige Aufführung von Meyerbeers „Robert le diable“, die Jenny Linds kometenhaften Aufstieg als Sängerin sicherte und ihre Popularität über Stockholm hinaus stärkte. Als sie im Juni 1839 ein Konzert veranstaltete, wurde sie – was in ihrer Karriere dann noch häufig vorkommen sollte – von Studenten nach Hause eskortiert. Im Januar 1840 folgte die Ernennung zur Hofsängerin durch König Karl XIV. Johan. Zudem wurde sie Mitglied der Musikalischen Akademie.


    Privat war es zwischen Jenny Lind und ihrer Mutter immer wieder zu Streitigkeiten gekommen, so dass die Tochter 1834 in eine theatereigene Pension geflüchtet war. Die Mutter verklagte daraufhin das Theater, und im Juni 1836 musste Jenny Lind nach Hause zurückkehren. Seit Herbst 1839 wohnte sie jedoch bei dem Komponisten und Dichter Adolf Fredrik Lindblad und dessen Frau. Durch deren Gesellschaft wurde Lind mit wichtigen Persönlichkeiten des Kulturlebens bekannt wie dem Dichter und Geschichtsschreiber Erik Gustaf Geijer, dem Schriftsteller Carl Jonas Love Almqvist sowie den Schriftstellerinnen Malla Silfverstolpe und Fredrika Bremer.


    Ehrgeizig, wie sie nach eigener Auskunft war (vgl. Brief an H. Weselgren vom 7. September 1865, in: Holland/Rockstro, Bd. 2, S. 300 und S. 446) und in ihrem Vorhaben noch bestärkt von Geijer, ließ Jenny Lind sich 1841 für eine Spielzeit vom Königlichen Theater beurlauben, um ihren Gesang bei Manuel Garcia in Paris weiter auszubilden. Der Bruder der Sängerstars Pauline Viardot-Garcia und Maria Malibran konstatierte jedoch zunächst, dass Lind keine Stimme mehr habe (s. Maude, S. 16) und verordnete der schwedischen Sängerin eine mehrwöchige Gesangspause. Es folgte eine Zeit der Niedergeschlagenheit und des Selbstzweifels. Der Unterricht bei Garcia dauerte zehn Monate und war geprägt vom langsamen und sorgsamen Üben, wobei zugunsten einer hochdiffizilen Stimmbeherschung (Triller, „messa di voce“, Piano) besonders die Atemtechnik geschult wurde. In Paris kam es auch zu einem Vorsingen bei Meyerbeer (Giacomo Meyerbeer: Briefwechsel und Tagebücher, hg. von Heinz und Gudrun Becker, Bd. 3, Berlin: de Gruyter, 1975, S. 743), der von ihrer Stimme sehr begeistert war (Maude, S. 19f.). Ein Engagement kam jedoch noch nicht zustande.

    Im August 1842 kehrte Jenny Lind an die Stockholmer Bühne zurück, wo sie aufgrund ihrer stimmlichen Souveränität und ihres noch brillanteren dramatischen Spiels alle Erwartungen übertraf (Franzén, S. 79f.) und, mit 22 Jahren, zur dortigen Primadonna assoluta avancierte.

    Angeblich getrieben von der Verliebtheit Lindblads (Franzén, S. 93, S. 96), verließ Jenny Lind Stockholm und machte im Sommer 1843 eine Tournee durch Schweden, Finnland und Dänemark, wo sie vom Tänzer und Choreografen Auguste Bournonville zu einem Auftritt am Königlichen Theater in Kopenhagen überredet wurde. Hier stand Lind erstmals außerhalb Schwedens mit großem Erfolg auf der Opernbühne. Hans Christian Andersen war von Jenny Lind bis zur Verliebtheit hingerissen, die Sängerin teilte seine Gefühle indes nur auf freundschaftlicher Ebene. Seit 1843 war die Schwedin mit dem Tenor Julius Günther liiert, mit dem sie bereits seit 1839 in Stockholm auf der Bühne gestanden hatte.

    Nachdem Jenny Lind die Saison 1843/44 wieder am Königlichen Theater in Stockholm gesungen hatte, wurde ihr im Mai 1844 von Giacomo Meyerbeer angeboten, die Partie der Vielka in seiner neuen Berliner Oper „Ein Feldlager in Schlesien“ zu singen. Obgleich die Schwedin von großer Versagensangst begleitet wurde, nahm sie das Angebot an und sang die Rolle erstmals am 5. Januar 1845. Zusammen mit ihrer Darbietung der Norma und der Amina in „La sonnambula“ wurde Lind in Berlin zur frenetisch gefeierten Primadonna, die sowohl bei Hof als auch in Künstlerkreisen verehrt wurde. Hervorzuheben ist dabei besonders die Freundschaft zwischen ihr und Felix Mendelssohn Bartholdy. Die beiderseitige künstlerische Verehrung steigerte sich auf Seiten Jenny Linds (s. Johansson, Eintrag vom 17. Dezember 1845, S. 37 und vom 7. März 1846, S. 39) und offenbar auch Mendelssohn Bartholdys (http://www.musikverein-wien.at/monatszeitung/show_artikel.asp?Artikel_ID=1232, Stand: 1.7.2010) zu tiefer und inniger Zuneigung, welche jedoch folgenlos blieb.


    Ab Mai 1845 stand Jenny Lind wieder in Stockholm auf der Bühne, kehrte aber Ende Oktober für eine weitere Spielzeit nach Berlin zurück. Im April 1846 reiste die Sopranistin nach Wien und gab dort ihr Debüt wiederum in der Rolle der Vielka. Auch hier war das Publikum begeistert. Trotz dieser großen Erfolge trug sich Lind immer wieder mit dem Gedanken, die Opernbühne zu verlassen. Somit markieren ihre von 1847 bis 1849 angenommenen Engagements in London bereits die letzte, von einem abermals außergewöhnlichen Erfolg begleitete Station ihrer Bühnenkarriere. Bezeichnend für Linds Wunsch, sich vom Opernbetrieb abzuwenden, erscheinen um 1848 auch ihre beiden Verlöbnisse, die jedoch jeweils schon nach kurzer Zeit wieder gelöst werden (April bis Oktober 1848 mit Julius Günther, Herbst 1848 bis Mai 1849 mit Claudius Harris). Zudem stand sie offenbar wiederholt davor, eine Ehe mit Frédéric Chopin einzugehen (s. dazu Cecilia and Jens Jorgensen: Chopin and the Swedish Nightingale, Brussels: Icons of Europe, 2003).


    Indes wurde das von Jenny Lind anvisierte beschauliche Leben in ihrer schwedischen Heimat von einem lukrativen Angebot durchkreuzt. So bot ihr der Journalist und Schausteller Phineas T. Barnum einen Vertrag für eine ausgedehnte Amerikatournee an. Am 11. September 1850 gab Jenny Lind ihr erstes New Yorker Konzert und reiste in den Folgemonaten mit ihrem Manager Barnum, dem Bariton Giovanni Battista Belletti, dem Pianisten und musikalischen Leiter Julius Benedict sowie einem Orchester aus etwa zehn Musikern, das während der Tournee je nach Bedarf um örtliche Musiker ergänzt wurde; s. Franzén, S. 258) durch die Vereinigten Staaten.

    Da Benedict im Mai 1851 einem Angebot nach London folgte, trat auf Wunsch Jenny Linds der Mendelssohn-Schüler Otto Goldschmidt an dessen Stelle. Die Sängerin hatte mit dem neun Jahre jüngeren Pianisten bereits im November 1849 zusammen in Hamburg musiziert. Am 5. Februar 1852 heirateten die beiden in Boston und führten nach dreimonatiger Pause – der Vertrag mit Barnum wurde bereits im Juni 1851 gelöst – ihre Konzerttätigkeit im Mai 1852 fort. Anfang Juni reiste das Paar nach Europa zurück und ließ sich nach Aufenthalten in England, Deutschland und der Schweiz im Herbst 1852 in Dresden nieder. Dort brachte Jenny Lind zwei Kinder zur Welt (Walter 1853 und Jenny Maria Catherine 1857). Zusammen mit ihrem Mann ging sie immer wieder auf Konzerttournee durch Deutschland, Österreich, Holland und Großbritannien. Nachdem das Paar ein erneutes Angebot von Barnum abgelehnt hatte, siedelte die Familie im Sommer 1858 nach England über. Die Konzerttätigkeit blieb bestehen, das dritte Kind (Ernst) wurde 1861 in London geboren. Auffallend für Jenny Linds Repertoire dieser Jahre ist die wachsende Affinität zu religiöser Musik. Oratorien wurden bevorzugt aufgeführt. Um die Mitte der 1860er Jahre zog die Sängerin sich langsam aus der Öffentlichkeit zurück. Ein Wohltätigkeitskonzert, das sie 1883 zugunsten der Eisenbahner im englischen Malvern gab, gilt als letzter öffentlicher Auftritt (s. Franzén, S. 308f.). Nachdem sie von 1883 bis 1886 (s. Maude, S. 216f.) noch Gesang am Royal College of Music unterrichtet hatte, starb sie am 2. November 1887 in ihrer Sommerresidenz im englischen Malvern.

    Würdigung

    Es ist es nicht nur die legendäre Schönheit ihrer Stimme, der Fanny Hensel „haarscharfe Reinheit“ attestiert (Brief an Felix Mendelssohn Bartholdy vom 21. Dezember 1844, in: „Die Musik will gar nicht rutschen ohne Dich“. Fanny und Felix Mendelssohn. Briefwechsel 1821-1846, hg. von Eva Weissweiler, Berlin: Propyläen, 1997, S. 378), und ihre sängerische Fertigkeit, die Jenny Lind als eine der prominentesten Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts auszeichneten. „Nie habe ich in der Weise spielen gesehen als von ihr, es liegt ein eigner Zauber in all ihren Bewegungen, eine Grazie, Naivität, und ihr Gesicht – jeder einzelne Teil betrachtet – nicht schön zu nennen, ist doch von einer Anmut, ihr Auge so poetisch, daß man unwillkürlich ergriffen wird“, resümierte Clara Schumann über Jenny Linds Darbietung von Donizettis Regimentstochter (Berthold Litzmann: Clara Schumann. Ein Künstlerleben. Nach Tagebüchern und Briefen, Bd. 2, Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1905, S. 148). Mit ihrem außergewöhnlichen darstellerischen Können, ihrem subtilen Rollenspiel sowie ihrem Bemühen um eine möglichst authentische und präzise Wiedergabe des Notentextes (insbesondere bei älteren Werken oder Übersetzungen) begeisterte sie sowohl Musiker als auch ihr Publikum und setzte neue Maßstäbe für den Opernbetrieb ihrer Zeit. So ließ sie mit „der unartifiziellen Unmittelbarkeit und Natürlichkeit ihres Spiels [...] die traditionelle, elitär geprägte höfische Oper zunehmend hinter sich“ (Sonja Gesse-Harm: Casta diva. Zur Rezeption Jenny Linds in der Musikkultur um 1850, in: Die Musikforschung 62 (2009), S. 363) und bot immer wieder eine Rolleninterpretation, die „dem bürgerlichen Tugendkatalog der Zeit Rechnung trägt“ (ebd). Darüber hinaus erreichte sie mit ihrer ausgeprägten Konzerttätigkeit, die sie fernab von den Musikmetropolen Europas auch in Kleinstädte führte, eine bemerkenswerte Breitenwirkung, die nicht zuletzt auch den Komponisten zugute kam. Dabei ist besonders das volkstümlich ausgerichtete Repertoire hervorzuheben, mit dem sie, durchmischt mit beliebten Opernarien, Gesellschaftsschichten erreichte, die zum Opern- und Konzertwesen bis dahin kaum Zugang hatten. Damit trug Jenny Lind um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer außergewöhnliche Bereicherung des musikkulturellen Lebens bei. Aufgrund ihres starken karitativen Engagements, das bis hin zur Legendenbildung zu einer beachtlichen Popularisierung der Sängerin führte, erreichte Jenny Lind sogar die einfache Arbeiterschicht. Dass dabei dieses Phänomen nicht nur auf Europa (mit Schwerpunkten in Schweden, Deutschland, Österreich und Großbritannien) konzentriert blieb, sondern sich auch auf die USA ausweitete, sicherte der Sängerin einen Weltruhm, der bis in die heutige Zeit nachwirkt.

    Rezeption

    „Sie war eine Frau, die man verehrt hätte, selbst wenn sie gesungen hätte wie eine Krähe“, soll Phineas T. Barnum über Jenny Lind einmal bemerkt haben (Franzén, S. 365). Tatsächlich ging und geht die Rezeption der Sängerin weit über das musikalische Spektrum hinaus. So wurden nicht nur Kinder und Tiere nach ihr benannt, sondern auch Schulen und Krankenhäuser. In Europa und Amerika gibt es Straßen, die den Namen der schwedischen Primadonna führen, in Kalifornien gar eine ganze Stadt und in Kanada eine Insel. Zu ihren Lebzeiten füllten sich die Schaufenster mit Preziosen vom Lind-Bonbon bis zur Lind-Zigarre, von der Haarnadel bis hin zu Einrichtungsgegenständen und Musikinstrumenten. Als Gallionsfigur zierte sie sogar den amerikanischen Clipper „Nigthingale“ (s. dazu Karl-Eric Svärdskog: Jenny Lind and the Clipper Nightingale Figurehead, Portsmouth: Portsmouth Marine Society, 2001, sowie ders.: Jenny Lind. Från näktergal till fågelskrämma, Göteborg: Karl-Eric Svärdskog, 2004). Zudem wurden kulinarische Leckerbissen kreiert, die ihren Namen trugen. Jeder, ob einfacher Arbeiter oder wohlsituierter Bürger, sollte an der mildtätigen Künstlerin Teil haben können. Dadurch wurde nicht nur Jenny Lind zur Millionärin. Neben den Fabrikanten konnten sich auch die Theaterdirektoren und Musikverleger, die Linds spezielles Repertoire publizierten, über erhebliche Profite freuen. So gelang es etwa Benjamin Lumley, dem Direktor des traditionsreichen Londoner Opernhauses „Her Majesty’s Theatre“, sein durch Konkurrenzdruck gefährdetes Unternehmen durch die Engagements Jenny Linds zu retten. Ähnlich wie Barnum warb Lumley schon lange vor dem erstem Auftritt für den schwedischen Sängerstar, so dass das Londoner Publikum diesem Ereignis entgegenfieberte. Die Primadonna war ein Erfolgsgarant, der die Popularität einer Komposition oder gar einer ganzen Oper nachhaltig beeinflussen konnte. So würdigte man Donizettis „La figlia del reggimento“ in der britischen Hauptstadt erst, nachdem Jenny Lind die Hauptrolle übernommen hatte. Ferdinand Hiller, der 1855 das 33. Niederrheinische Musikfest leitete, engagierte Lind nicht zufällig als „Zugpferd“ für diese Veranstaltung (s. Siegfried Kross: Johannes Brahms. Versuch einer kritischen Dokumentar-Biographie, Bd. 1, Bonn: Bouvier, 1997, S. 229). Mit Jenny Lind in Verbindung gebracht zu werden bedeutete eine Auszeichnung, die selbst in den höchsten Adelskreisen geschätzt wurde.

    Schließlich erblickten auch Bauunternehmer in der Sängerin eine starke Partnerin, da ihnen durch Jenny Linds Finanzkraft beachtliche Summen beim Bau von öffentlichen Einrichtungen zuflossen. So konnte durch die Zuwendung der Sängerin beispielsweise ein Flügel des Brompton Hospitals neu errichtet werden (s. Holland/Rockstro, Bd. 2, S. 224-233).

    Gleichwohl gehörte es nicht zu Jenny Linds Charakterzügen, ihre Position in feministischer Hinsicht auszuloten und in männliche Berufsdomänen einzudringen. Im Genuss ihrer Privilegien und in der Sehnsucht eines Stars nach Ruhe propagierte sie stets das häusliche Leben. Dennoch erblickten feministisch gestimmte Frauen in Jenny Lind ebenso ein Vorbild wie traditionell in ihrer Rolle verhaftete Geschlechtsgenossinnen (s. dazu auch Bluford Adams: E Pluribus Barnum. The great showman and the making of U.S. popular culture, Minneapolis/London: University of Minnesota Press 1997, S. 52-58).

    Obwohl die Tagespresse stets etwas über Jenny Lind zu berichten wusste und die Journalisten über ihre sängerischen Darbietungen generell des Lobes voll waren, musste man nicht unbedingt lesen können, um von dieser wohltätigen Frau, die geradezu wie eine Heilige verehrt wurde, gehört zu haben. Legendenhaft kursierten die Berichte über Jenny Linds Zuwendungen, die sowohl Institutionen als auch einzelnen Personen zukamen. Ein Vermächtnis der Lindschen Wohltätigkeit manifestiert sich bis heute im Jenny-Lind-Preis, der seit 1965 jährlich von der Königlichen Musikakademie in Stockholm an schwedische Berufssängerinnen verliehen wird. Dotiert ist der Preis mit 40.000 Kronen, einem Jenny Lind-Kostüm sowie – ganz im Geiste seiner Initiatorin – einer Konzertreise durch Schweden und die USA.

    Nicht nur in Verbindung mit diesem Image erreichte die Lind-Verehrung auch in Kunstkreisen geradezu religiöse Sphären. So bemerkte der mit Jenny Lind befreundete Hans Christian Andersen über die Darbietung der Sängerin: „Man lacht, man weint; es ist gleichsam ein Kirchgang, denn man wird ein besserer Mensch! Man fühlt die Gottheit in der Kunst; wo Gott Angesicht zu Angesicht vor uns steht, dort ist eine heilige Kirche“ (Hans Christian Andersen: Das Märchen meines Lebens. Selbstbiographie des Verfassers, übersetzt und bis zum Tode ergänzt von Emil J. Jonas, Bd. 1, Leipzig: Lindner, [um 1880], S. 311). Aufgrund der von Zeitgenossen immer wieder betonten Natürlichkeit und Schlichtheit ihrer Person, die sie sowohl auf der Bühne wie auch im privaten Leben ausstrahlte, erblickte man in der streng protestantischen Schwedin unabhängig von der Konfession ein geradezu schon marianisches Frauenbild und würdigte sie als „eine reine keusche Priesterin“ der Kunst (Aus den Tagebüchern von Heinrich Brockhaus. In fünf Theilen. Als Handschrift gedruckt. Zweiter Theil, Leipzig: Brockhaus 1884, S. 76).

    Für Phineas T. Barnum, der „the greatest musical wonder in the world“ (P. T. Barnum: The life of P. T. Barnum, written by himself, Urbana/Chicago: University of Illinois Press, 2000, S. 297) mit exzellenter Marketingstrategie anpries, war dieses Image mit Blick auf Jenny Linds Amerikatournee von zentraler Bedeutung. Weiße Kleidung, geschmückt lediglich mit ein paar Blumen und Brillanten, unterstrich den Topos von Linds zurückhaltendem, jungfräulichem Wesen und machte sie buchstäblich zur Lichtgestalt (s. dazu auch Adams, S. 47f.).

    Neben den zahlreichen Rezensionen ihrer Auftritte und Pressemitteilungen um ihre Person schlug sich Linds außergewöhnliche Popularität auch literarisch nieder. So wurde Franz Grillparzer zu dem Gedicht „Jenny Lind“ (1846) inspiriert. Humoristische Stücke über die Sängerin finden sich bei Otto Prechtl alias Robert Friedländer: „Die Nacht der Jenny Lind. Ein fröhlich-ernstes Spiel“ (1918) sowie bei David Kalisch: „Ein Abenteuer mit Jenny Lind. Komische Scene mit Gesang“ (1845). Zudem publizierte das Satiremagazin „Punch“ während Jenny Linds Londoner Spielzeiten (1847-1849) neben ironischen Artikeln auch eine Vielzahl von Versen (s. Maude, S. 115-126). Ludwig Reinhards Schrift „Jenny Lind und die grüne Flanelljacke. Eine romantische Episode aus dem achtzehnten Lebensjahre der schwedischen Nachtigall“ (1846) kündet indes nur insofern von der Rezeption der Sängerin, als ihr Name auf satirische Weise von der Zensur der 1840er Jahre ablenken sollte. So bemerkte der Autor: „Übrigens soll die obige Überschrift weiter nichts sein als eine Maske, um das Auge des Zensors abzulenken [...]. Artikel über die Lind und ähnliche Herrlichkeiten müssen nämlich einem Zensormagen schon längst zum Überdruß geworden sein [...]“ („Jenny Lind und die grüne Flanelljacke. Mecklenburgische Satiren und Anekdoten aus den Jahren 1844-1849“, hg. von Egon Schmidt, Rostock: Hinstorff 1970, S. 64).

    Hans Christian Andersen spiegelt mit seiner märchenhaften Erzählung „Die Nachtigall“ („Nattergalen“;1843) Linds subtile Künstlernatur wider. Darüber hinaus zeigen sich in Romanen und Erzählungen auch immer wieder Spuren der Lind-Rezeption, so etwa im 29. Kapitel der Kurzgeschichte „Mr. Harrison’s Confessions“ (1851) der englischen Autorin Elisabeth Gaskell und in Otto Flakes „Hortense oder Die Rückkehr nach Baden Baden“ (1933). Während jedoch bei beiden Autoren die sängerische Meisterschaft und Popularität der Schwedin betont wird, streicht Theodor Fontane im 15. und 29. Kapitel seines Romans „Der Stechlin“ (1897/99) die marienhaften Züge der Primadonna heraus. Einen größeren erzählerischen Raum erhält die Sängerin in „Jenny Lind og påfuglen. En romantisk fortelling“ (1949) des norwegischen Schriftstellers Johan Borgen sowie in „Nordens nattergal og andre fortellinger“ (1995), den Trygve Bjerkrheim herausgegeben hat.

    Die Liebe Hans Christian Andersens zu Jenny Lind wird im Spielfilm „Die schwedische Nachtigall“ (Deutschland 1940/41, Regie Peter Paul Brauer) in einer sehr freien Interpretation thematisiert. Ilse Werner spielt die schwedische Sängerin.

    Die schwedische Autorin Eva Clementi hat 2005 ein Buch für Kinder und Jugendliche veröffentlicht, in dem Jenny Lind als Schwedens erster Weltstar biografisch gewürdigt und ihr Andenken weiterhin bewahrt wird („Näktergalen. Om Jenny Lind, vår första världsstjärna“, Stockholm: Natur och kultur, 2005).

    Die Problematik von Kunst und Konsum hat die amerikanische Komponistin Libby Larsen in „Barnum’s Bird. A choral opera for chorus, four soloists, and instruments“ verarbeitet (UA 1. Februar 2002 in Washington). Das Libretto wurde von Libby Larsen und Bridget Carpenter verfasst.

    Repertoire

    Jenny Lind sang dreißig Opernrollen. Zu den beliebtesten zählen Amina in „La Sonnambula“ (Bellini), Lucia in „Lucia di Lammermoor“ (Donizetti), Norma in „Norma“ (Bellini), Alice in „Robert le diable“ (Meyerbeer), Marie in „La figlia del reggimento“ (Donizetti) sowie Agathe in „Der Freischütz“ (Weber). Für Berlin und Wien ist auch die Rolle der Vielka in „Ein Feldlager in Schlesien“ (Meyerbeer; die Oper wurde für Wien neu eingerichtet und wurde dort nach der Hauptrolle „Vielka“ benannt) relevant.


    Weitere Opern, in denen Jenny Lind auftrat, waren:


    Ett national-Divertissement (Johan Fredrik Berwald)


    En majdag i Wärend (Johan Fredrik Berwald)


    Die Zauberflöte (Wolfgang Amadeus Mozart)


    Don Giovanni (Wolfgang Amadeus Mozart)


    Le nozze di Figaro (Wolfgang Amadeus Mozart)


    Marie (Ferdinand Hérold)


    La Vestale (Gaspare Spontini)


    Les Huguenots (Giacomo Meyerbeer)


    Die Schweizer Familie (Joseph Weigl)


    Euryanthe (Carl Maria von Weber)


    La Straniera (Vincenzo Bellini)


    Il turco in Italia (Gioacchino Rossini)


    L’elisir d’amore (Gaetano Donizetti)


    I puritani (Vincenzo Bellini)


    Ferdinand Cortez (Gaspare Spontini)


    Jag går i kloster (Franz Berwald)


    Le château de Montenero (Nicolas-Marie Dalayrac)


    Armida (Christoph Willibald Gluck)


    Anna Bolena (Gaetano Donizetti)


    La gazza ladra (Gioacchino Rossini)


    I Masnadieri (Giuseppe Verdi)


    Necken eller Elfspelet (Johan van Boom)


    Semiramide (Gioacchino Rossini)


    (Siehe hierzu auch die detailierte Liste bei Maude, S. 114 und bei Holland/Rockstro, Bd. 2, S. 305).



    Mit besonderem Engagement sang Jenny Lind Oratorien: „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel gehörten zu den Favoriten der Sopranistin.


    Unter Jenny Linds Konzertrepertoire erwiesen sich neben dem Trio für eine Singstimme und zwei Flöten aus Giacomo Meyerbeers Oper „Ein Feldlager in Schlesien“, das der Komponist für Jenny Lind als Konzertstück arrangiert hatte, vor allem skandinavische Lieder mit ausgeprägt volkstümlichem Charakter als Höhepunkte, die bei keiner Aufführung fehlen durften und eng mit der Sängerin verbunden waren: Isak Bergs „Herdegossen“ sowie Waldemar Thranes norwegisches Echo-Lied „Kom kjyra“. Sehr beliebt war aber auch Wilhelm Tauberts „Ich muß nun einmal singen“, das eigens für die Sängerin komponiert wurde. Schottische Volksweisen wie „Auld Robin Gray“ und „John Anderson my Jo“ gehörten neben „Home sweet home“ des Engländers Henry Bishop zum festen Repertoire Jenny Linds.

    Quellen

    Primärliteratur


    Andersen, Hans Christian: Das Märchen meines Lebens. Selbstbiographie des Verfassers, übersetzt und bis zum Tode ergänzt von Emil J. Jonas, 2 Bde., Leipzig: Lindner, [um 1880].


    Barnum, Phineas T.: The life of P. T. Barnum, written by himself, Urbana/Chicago: University of Illinois Press, 2000 [Erstveröffentlichung New York: Redfield, 1855].


    Johansson, Louise: Resa med Jenny Lind. Sällskapsdamen Louise Johanssons dagböcker, utg. med inledning och kommentarer av Åke Davidsson, Bibliothecae Regiae Universitatis Upsaliensis Vol. 3, Stockholm: Almqvist & Wiksell, 1986.


    Lind, Jenny: Jenny Lind utom scenen. Förtroliga brev till hennes förmyndare H. M. Munthe. I urval och med kommentarier utgivna av Lotten Dahlgren, Stockholm: Wahlström & Widstrand, 1928.


    Lind, Jenny: Ungedruckte Briefe von Jenny Lind. Mitgeteilt von Sophie Charlotte von Sell, in: Deutsch-schwedische Blätter, Jg. 5 (1925), H. 2, S. 6-10 [enthält vier Briefe an Marie von Stedingk aus den Jahren 1844-1856].


    Meyerbeer, Giacomo: Briefwechsel und Tagebücher, hg. von Heinz und Gudrun Becker (Bde. 1-4) und Sabine Henze-Döhring unter Mitarbeit von Hans Moeller (Bd. 5) bzw. Panja Mücke (Bd. 6-7), Berlin: de Gruyter: 1960-2004.


    Selected letters of P. T. Barnum, ed. And introd. by A. H. Saxon, Columbia University Press: New York 1983.


    Silfverstolpe, Malla: Malla Montgomery-Silfverstolpes Memoarer. Utgifna av Malla Grandinson, Bd. 4 (1825-1861), Stockholm: Albert Bonnier, 1911.


    The lost letters of Jenny Lind. Translated from the German and edited with commentaries by W. Porter Ware and Thaddeus Lockard, London: Gollancz, 1966 [enthält Briefe an Amalia Wichmann].



    Sekundärliteratur


    Adams, Bluford: E Pluribus Barnum. The great showman and the making of U.S. popular culture, Minneapolis/London: University of Minnesota Press, 1997.


    Borgstedt, Silke: „Maria“ als Geschäftsmodell. Die Inszenierung eines kulturellen Stereotyps am Beispiel der Sängerinnen Jenny Lind und Madonna, in: Modell Maria. Beiträge der Vortragsreihen Gender Studies 2004-2006 an der Hochschule für Musik uns Theater Hamburg, hg. von Martina Bick, Beatrix Borchard, Katharina Hottmann und Krista Warnke, Hamburg: von Bockel, 2007, S. 223-236.


    Bulman, Joan: Jenny Lind. A biography, London: J. Barrie, 1956.


    Caswell, Austin: Jenny Lind’s tour of America. A discourse of gender and class, in: Festa musicologica: essays in honor of George J. Buelow, hg. von Thomas J. Mathiesen and Benito V. Rivera, Stuyvesant, New York: Pendragon Press, 1995, S. 319-337.


    Franzén, Nils-Olof: Jenny Lind - Die schwedische Nachtigall. Eine Biographie, Berlin: Evangelische Verlangsanstalt, 1990.


    Gallagher, Lowell: Jenny Lind and the voice of America, in: En travesti: women, gender subversion, opera, hg. von Corinne E. Blackmer and Patricia Juliana Smith, New York: Columbia University Press, 1995, S. 190-215.


    Gesse-Harm, Sonja: Casta Diva. Zur Rezeption Jenny Linds in der Musikkultur um 1850, in: Die Musikforschung 62 (2009), S. 347-363.


    Holland, Henry Scott/Rockstro, William Smith: Memoir of Madame Jenny Lind-Goldschmidt: Her early art-life and dramatic career. 1820-1851. From original documents, letters, ms. Diaries &c., collected by Mr. Otto Goldschmidt, 2 Bde., London: John Murray, 1891.


    Maude, Jenny Maria: The life of Jenny Lind, London: Cassell, 1926.


    Öhrström, Eva: Jenny Lind. The swedish nightingale, Stockholm: Swedish institute, 2000.


    Rosenberg, Charles: Jenny Lind in America, New York: Stringer & Townsend, 1851.


    Ware, William P./Lockard, Thaddeus C.: P. T. Barnum presents Jenny Lind. The American Tour of the Swedish Nightingale, Baton Rouge/London: Lousiana State University Press, 1980 [im Anhang befinden sich Briefe Linds an Charlotte Birch-Pfeiffer und an Otto Goldschmidt in englischer Übersetzung].


    Weibel, Samuel: Die deutschen Musikfeste des 19. Jahrhunderts im Spiegel der zeitgenössischen musikalischen Fachpresse, Kassel: Merseburger, 2006 [bes. der Abschnitt „Paradebeispiel und Sonderfall Jenny Lind: Die ,schwedische Nachtigall’ am Niederrhein in den Jahren 1846, 1855, 1863 und 1866, S. 268-280].


    Wilkens, Cornelius August: Jenny Lind. Ein Cäcilienbild aus der evangelischen Kirche, Gütersloh: Bertelsmann, 1894.



    Links


    http://www.jennylind.se

    Jenny Lind-Gesellschaft; Informationen zu Leben, Werk, Forschung


    http://chnm.gmu.edu/lostmuseum/nightingale/

    Jenny Lind-Archiv


    http://library.sewanee.edu/archives/Collections/PrivateCollections/Individuals/WareWilliamPorter.html

    Katolog der Jenny Lind-Sammlung William P. Wares


    http://libbylarsen.com/index.php?contentID=235&resourceID=1378

    Informationen zu „Barnum’s Bird“


    http://www.musikmuseet.se/filer/utstallningar/Jenny%20Lind%20Ausstellungstexte%20deutsch38-091117090846.pdf

    Deutscher Text zur Jenny Lind-Ausstellung des Musikmuseums in Stockholm


    http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/jenny-lind/

    umfangreiche Bildergalerie


    http://libris.kb.se/hitlist?f=simp&q=Jenny+Lind&r=&m=10&s=r&t=v&d=libris&p=1

    Lind-Literatur in der Königlichen Bibliothek in Stockholm

    Forschung

    Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Biografien über Jenny Lind publiziert. Gleichwohl haben die Leistungen der Sängerin und ihr Einwirken auf den Opern- und Konzertbetrieb des 19. Jahrhunderts seitens der Musikwissenschaft erst wenig Beachtung gefunden.

    Für weiterführendes Forschungsmaterial sei auf das schwedische Musikmuseum (www.musikmuseet.se), auf die Jenny Lind-Gesellschaft (www.jennylind.se), das Jenny Lind-Archiv (http://chnm.gmu.edu/lostmuseum/nightingale/) und auf die Königliche Bibliothek in Stockholm (http://libris.kb.se/hitlist?f=simp&q=Jenny+Lind&r=&m=10&s=r&t=v&d=libris&p=1) verwiesen.

    Forschungsbedarf

    Das bemerkenswerte Ausmaß von Jenny Linds Popularität und der reiche Austausch der Sängerin mit Künstlern, Monarchen und anderen Zeitgenossen bietet einen Fundus an Quellen, die bis dato jedoch nur vereinzelt und teilweise nicht in der Originalsprache gedruckt wurden. Dabei erscheint vor allem eine kritische Ausgabe des Briefwechsels Jenny Linds für ein fundiertes Forschungsunternehmen unerlässlich.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 74649260
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118780026
    Library of Congress (LCCN): n80024529
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Sonja Gesse-Harm, 30.5.2010

    Übersetzung: David Babcock


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 04.07.2010
    Zuletzt bearbeitet am 13.05.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Sonja Gesse-Harm, Artikel „Jenny Lind“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 13.5.2014
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Jenny_Lind