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  • Helene Berg

    von Anna Ricke
    Helene Berg. Undatierte Fotografie.
    Namen:
    Helene Berg
    Geburtsname: Helene Karoline Nahowski
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin, Nachlassverwalterin, Stiftungsgründerin, Dialogpartnerin
    Charakterisierender Satz:

    „Ich gebe freiwillig und freudig das, was meine Mädchenjahre so schön und glücklich und hoffnungsvoll gemacht hat, meine bescheidene 'Kunst' auf. Ich lösche mich aus und will nur für Dich da sein. Nun bleiben wir immer zusammen!” (Helene Berg am Tag vor ihrer Hochzeit mit Alban Berg; Berg 1965, S. 215).


    Profil

    Helene Berg, 1885 als Helene Karoline Nahowski geboren, war Sängerin und die Frau des Komponisten Alban Berg, dessen Nachlass sie nach seinem Tod verwaltete. 1965 veröffentlichte sie eine Auswahl von Alban Bergs Briefen in „Alban Berg. Briefe an seine Frau”. Sie gründete die Alban Berg Stiftung und übertrug dieser ihr gesamtes Vermögen. Sämtliche Originalpartituren und Manuskripte Alban Bergs übergab sie der Österreichischen Nationalbibliothek.

    Orte und Länder

    Helene Bergs Lebensmittelpunkt war Wien, wo sie die eheliche Wohnung in der Trauttmansdorffgasse 27 hatte – dem heutigen Sitz der Alban Berg Stiftung – oder bei ihrer Mutter in der Maxingstraße war. Die Sommer verbrachte sie bei ihrer Familie in Trahütten, am Berghof der Familie Berg in Kärnten am Ossiachersee oder bei ihrer Freundin Alma Mahler in Breitenstein. 1932 kauften die Bergs das Waldhaus (Nähe Velden, am Wörthersee). Zur Kur fuhr Helene Berg nach Karlsbad oder ins Salzburger Moorbad.

    Biografie

    Helene Berg wurde am 29. Juli 1885 in Wien als Tochter Anna Nahowskis (geb. Nowak, gesch. Heuduk, 1859-1931) und Franz Nahowskis (1849-1925) geboren. Helene Bergs Geschwister waren die Malerin Carola Heuduk (1877-1946) aus erster Ehe der Mutter, Anna Lebert (geb. Nahowski, 1883-1973) und Franz Joseph Nahowski (1889-1942).


    Als Helene Berg 1907 ihren künftigen Mann Alban Berg traf, ließ sie sich gerade bei der Gesangspädagogin Marianne Brandt in Wien zur (Opern-)Sängerin ausbilden. Am 13. April 1905 sang sie laut Wiener Zeitungen in den Sälen der Gartenbaugesellschaft „mit großem Erfolg und schöner Stimme Lieder von Brahms, Grieg und anderen” (Berg 1985, S. 150). Nach der Hochzeit beschränkte sie sich aber auf den privaten Bereich und sang, von Alban Berg begleitet, gerne und oft Lieder von Richard Strauss. Alban Berg mahnte sie in seinen Briefen immer wieder, doch öfters zu singen: „ich sagte, wie schön deine Stimme sei, wie gern ich sie hätte (...), wie musikalisch du sängst und welch Verbrechen es sei, daß du diese Gabe Gottes verbirgst“ (Berg 1965, S. 317).

    Briefen Alban Bergs und einem Aquarell ihrer Schwester Carola Heuduk nach zu urteilen, spielte Helene Berg außerdem Klavier. So berichtete Alban Berg, dass sie bei Alma Mahler-Werfel die 7. Symphonie Gustav Mahlers gespielt hätten und schrieb: „Wenn du noch die Noten heraußen hast, übe die Siebente, besonders den letzten Satz” (Berg 1965, S. 385).


    Alban Berg sah Helene Berg 1907 zum ersten Mal in der Oper, verliebte sich sofort in sie und wurde ihr schließlich durch den Einsatz ihrer Geschwister am Karfreitag, dem 19. April 1907, vorgestellt. Obwohl Helene Berg ihn heiraten wollte, gab es Probleme, da ihr Vater Franz Nahowski gegen die Verbindung war. Er hielt Alban Berg für zu kränklich sowie seinen Beruf des Komponisten als ungeeignet für eine Ehe mit Helene Berg und untersagte beiden den Kontakt. Zumindest von Alban Berg sind Briefe erhalten, in denen er sein Leiden über die Kontaktsperre deutlich zum Ausdruck bringt. Durch die Unterstützung der restlichen Familienmitglieder heirateten Helene und Alban Berg schließlich 1911, wenn auch vorerst nur evangelisch (Franz Nahowski wollte die Möglichkeit einer Scheidung gewahrt sehen). Die katholische Trauung holten die Bergs 1915 nach.


    Eine enge Freundschaft bis zu deren Tod verband Helene Berg mit Alma Mahler-Werfel. Besonders zu Alma Mahler-Werfels Tochter Mutzi (Manon Gropius, 1916-1935) hatte das kinderlose Ehepaar Berg eine liebevolle und enge Beziehung – Alban Berg komponierte anlässlich ihres frühen Todes sein Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ und Helene Berg schrieb an Alma Mahler-Werfel: „Mutzi war nicht nur Euer Kind – sie war auch meines“ (Steiger 2008, S. 231).


    Alban Berg starb in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 1935 an den Folgen einer Sepsis. Die sich stark widersprechenden Aussagen bezüglich der Todesumstände nährten spätere Gerüchte, welche durch unklare Äußerungen Helene Bergs nicht aus der Welt geräumt wurden. Rückblickend schrieb sie im Vorwort zu den von ihr herausgegebenen Briefen Alban Bergs: „Ich habe 28 Jahre auf Erden im Paradies seiner Liebe gelebt – und wenn ich die Kraft hatte, die Katastrophe seines irdischen Todes zu überleben, so war es durch die Vereinigung unserer Seelen – ein Bündnis, längst geschlossen – über Zeit und Raum – im Ewigen.“ (Berg 1965, S. 5)


    Nach Alban Bergs Tod lebte Helene Berg die meiste Zeit in der Nähe von Velden am Wörthersee im „Waldhaus“, das sie und Alban Berg 1932 gekauft hatten. Indem sie dort Zimmer untervermietete, mit ihrer Haushaltshilfe Toni Pfeiffer viel arbeitete und den Gemüsegarten bestellte, gelang es ihr, das Waldhaus von Hypotheken zu befreien sowie die Schulden beim Verlag zu bezahlen. Im Waldhaus pflegte sie zudem ihren psychisch kranken Bruder Franz Joseph Nahowski bis zu dessen Tod.


    Da die Eheleute Berg recht oft getrennt waren, wenn Alban Berg auf Reisen oder Helene Berg auf Kur oder bei Sommeraufenthalten war, sind weit über 1000 Briefe des Komponisten an seine Frau erhalten. 1965 gab Helene Berg 569 dieser Briefe heraus, die im Wiener Langen/Müller Verlag erschienen. Bis zum inzwischen von Herwig Knaus herausgegebenen Briefwechsel von Alban und Helene Berg (der erste Band erschien 2012) war diese Briefausgabe die wichtigste Quelle für den „privaten“ Alban Berg, die jedoch mangels einer sorgfältigen, kommentierten Edition (Helene Berg schlüsselte weder Kürzungen auf, noch stellte sie die Briefe in einen historischen Kontext) schlecht lesbar sind. Auch begann sie mit der Arbeit an einer Biografie über ihren Ehemann, die sie jedoch nicht fertigstellte; die Entwürfe dazu sind in der Österreichischen Nationalbibliothek einsehbar (Hursie 2013, S. 48). Alban Bergs kompletten schriftlichen Nachlass überließ Helene Berg der österreichischen Nationalbibliothek. Testamentarisch legte sie außerdem fest, dass seine letzte Oper „Lulu“, die er vor seinem Tod nicht mehr fertigstellen konnte, als Torso aufgeführt werden müsse und untersagte den Blick in die Kompositionsskizzen.


    Alban Berg hatte schon in seinem Testament für den Fall, dass er und Helene Berg zeitgleich sterben würden, eine Stiftung angedacht. 1967 richtete Helene Berg daher die Alban Berg Stiftung ein, deren Satzung 1969 behördlich registriert wurde und die nach Helene Bergs Tod ihre Rechtsnachfolge antrat. Die Alban Berg Stiftung besteht bis heute. Ihren eigenen Zielen folgend vergibt sie Stipendien, hilft bedürftigen, begabten Musikstudenten und pflegt das Andenken sowie die Werke Alban Bergs.


    Helene Berg starb am 30. August 1976 in Wien im Alter von 91 Jahren.



    Zuschreibungen


    Das veröffentlichte Bild Helene Bergs ist von zahlreichen Angaben geprägt, bei denen nur schwer zwischen Zuschreibung und Realität zu unterscheiden ist.


    Höchstwahrscheinlich war Franz Nahowski nur der nominelle Vater von Helene Berg. In der Wiener Gesellschaft galt es als offenes Geheimnis, dass Helene Berg, und wahrscheinlich auch ihr Bruder Franz Joseph Nahowski, Kinder von Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) waren, mit dem ihre Mutter Anna Nahowski 14 Jahre lang ein Verhältnis hatte. Die junge Helene Nahowski beschrieb der Schriftsteller Peter Altenberg (1859-1909), der „Helene N.“ einige Studien in seinem Buch „Neues Altes“ widmete, so: „Sie sah aus wie eine riesige hohe schlanke aschblonde russische Studentin, nur sehr müde von ungekämpften Kämpfen“ (Berg 1985, S. 69).


    Die Bergsche Ehe wurde von Außenstehenden als sehr harmonisch beschrieben, ein Bild, das auch Alban Bergs Briefe wiedergeben. In Trennungszeiten schrieb Alban Berg seiner Frau oft bis zu dreimal täglich und wurde nicht müde, neue Kosenamen für seinen „Pfersch” (Pfirsich), wie Helene Berg wegen ihrer schönen Haut genannt wurde, zu finden.

    Willi Reich, ein Schüler Alban Bergs, folgte bei der Beschreibung Helene Bergs – in seiner Biografie über Alban Berg – weitgehend ihrem Selbstbild als aufopferungsvolle Ehefrau: „Weit über ihr beglückendes Verhältnis zum Menschen Alban Berg hinaus, war Frau Helene ihrem Gatten nicht nur Begleiterin auf den meisten seiner Künstlerfahrten, sondern auch mit feinster Herzens- und Geistesbildung die kritischste Beraterin des Komponisten in seiner Arbeit. Ihre Gegenwart schenkte dem Künstler den Frieden und die Behaglichkeit eines gemütlichen Heims und damit die zu ungestörtem Schaffen notwendige Ruhe“ (Reich 1985, S. 33).


    Trotz der nach außen harmonischen Ehe hatte Alban Berg in späteren Jahren mehrere Affären. Inwieweit Helene Berg darüber Bescheid wusste, ist unklar; zumindest das durch die Lyrische Suite publik gewordene Liebesverhältnis zu Hanna Fuchs-Robettin war ihr jedoch bekannt. Von Alban Bergs vorehelicher Tochter Albine Scheuchl (adoptierte Mannicher, verehelichte Wittula, 1902-1954), die er mit dem Küchenmädchen der Bergs, Marie Scheuchl, gezeugt hatte, erfuhr Helene Berg erst nach seinem Tod (Berg 1985, S. 147).

    Laut seinem Neffen Erich Alban Berg war Helene Berg weder beim Tod ihres Gatten noch bei seiner Beerdigung anwesend, da sie es nervlich nicht ertrug (Berg 1985, S. 116, 147). Um über seinen Tod hinwegzukommen, scheint Helene Berg die Hinwendung zur Spiritualität geholfen zu haben. Erich Alban Berg erzählt, dass sie, die schon zuvor gerne Karten gelegt habe, sich nun den Lehren Emanuel von Swedenborgs und Rudolf Steiners widmete und dabei im ständigen posthumen Kontakt mit ihrem verstorbenen Gatten stand (Berg 1985, S. 180).

    Würdigung

    Am 10. Januar 1976 erhielt Helene Berg das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (Steiger 2008, S. 637).

    Rezeption

    Helene Berg scheint ein prägnanter Charakter gewesen zu sein, der stark polarisierte. Ihre teilweise sehr negative Rezeption lässt sich auf drei Punkte zurückführen: die Vorwürfe des Schriftstellers Soma Morgenstern Alban Bergs Tod betreffend, Helene Bergs Umgang mit den Quellen der Briefausgabe und ihre Entscheidung bezüglich Alban Bergs letzter Oper "Lulu".


    Der Schriftsteller Soma Morgenstern, der ein enger Freund des Ehepaares Berg war, kündigte 1970 in einem offenen Brief Helene Berg die Freundschaft auf. Er beschuldigte sie, am Tod seines Freundes schuld gewesen zu sein, da sie aus Sparsamkeit den Furunkel ihres Mannes selbst aufgeschnitten und damit die tödliche Sepsis verursacht habe (Morgenstern 1995, S. 380). Diese Behauptung wird immer wieder, unter anderem im Artikel „Alban Berg“ der deutschen Wikipedia, angeführt. Letztlich gibt es besonders in Anbetracht der Tatsache, dass eine Vielzahl von Versionen der Todesumstände Alban Bergs überliefert ist, keinen Nachweis dafür, dass diese Behauptung zutrifft.


    Die Kritik bezüglich Helene Bergs Umgang mit den Quellen bei der Herausgabe von Alban Bergs Briefen ist aus wissenschaftlicher Sicht gerechtfertigt, sollte jedoch im zeitlich-gesellschaftlichen Kontext bewertet werden. Bei der Arbeit an der Briefausgabe kam es zu Kontroversen zwischen ihr und Franz Willnauer, der die Briefe redigieren sollte: Helene Berg hatte Textänderungen und Kürzungen, durch die sie vermeintlich abträgliche Passagen unterdrücken wollte, nicht kenntlich gemacht. Ihre Verfälschungen betrafen insbesondere gesellschaftliche Tabuthemen wie Alban Bergs voreheliche Vaterschaft oder die Homosexualität seiner Schwester Smaragda Berg, durch die Helene Berg eine Beschädigung des Bildes ihres Mannes fürchtete. Die Schwärzung diverser Briefstellen geschah mit dem Ziel, die öffentliche Person Alban Berg zu „einer unanfechtbaren, gegen alle 'profanen' Verdächtigungen sakrosankten Figur zu stilisieren“ (Willnauer 2005, S. 23).

    Überdies ist auch die Causa „Lulu” nicht das Ergebnis eines willkürlichen Verbots. Zwar ist die Vervollständigung dieser in der Konzeption durchaus schon vorliegenden Oper wohl ein weitaus weniger schwerer Eingriff in das Werk als das Weglassen des dritten Aktes, jedoch muss Folgendes bedacht werden: Zum einen versuchte Helene Berg nach dem Tod ihres Mannes durchaus, die Oper vervollständigen zu lassen, jedoch sprachen sich sowohl Schönberg als auch Webern dagegen aus (Holland 1994, S. 70ff.). Zum anderen schrieb Helene Berg Alma Mahler-Werfel nach dem Besuch einer Aufführung der „Lulu“ (Steiger 2008, S. 522), dass sie überzeugt sei, dass die Oper auch als Torso auf der Bühne lebensfähig wäre, und sie überdies glaube, es sei vielleicht auch „Schicksal“, dass die „Lulu“ in dieser Form als Alban Bergs letztes Werk zurückbliebe. Helene Bergs testamentarisches Verbot, die Oper dreiaktig aufzuführen oder Einblick in die Kompositionsskizzen zu nehmen, wurde übergangen – heute gehört die dreiaktige Fassung zum festen Repertoire.


    Letztlich sollte bei der Rezeption des Wirkens und der Person Helene Berg eine deutlich gewichtigere Rolle spielen, dass sie durch die Einrichtung der Alban Berg Stiftung und der Ordnung und Übergabe des Nachlasses an die ÖNB maßgeblich die Forschungen über Alban Berg ermöglicht und die Pflege seiner Werke über ihren Tod hinaus gesichert hat.

    Werkverzeichnis

    Berg, Helene (Hrsg.): Alban Berg. Briefe an seine Frau. München / Wien: Langen/Müller. 1965.

    Repertoire

    Über Helene Bergs Repertoire als Sängerin ist wenig bekannt. Ein Zeitungsartikel über einen Gesangsauftritt am 13. April 1905 nennt Lieder von Johannes Brahms und Edward Grieg (Berg 1985, S. 150), außerdem bekannte Helene Berg selbst, dass sie, von Alban Berg begleitet, gerne und oft Richard Strauss-Lieder sang – jedoch schnell die Noten verstecken musste, wenn Arnold Schönberg zu Besuch kam (Knaus 2008, S. 187). In einer Notiz ist außerdem von Gustav Mahler, Hugo Wolf, Arnold Schönberg, Alexander von Zemlinsky und Alban Berg die Rede (Hursie 2013, S. 23).

    Quellen

    Primärquellen


    Berg, Helene (Hg.). Alban Berg. Briefe an seine Frau. München, Wien: Langen/Müller, 1965.


    Steiger, Martina (Hg.). Immer wieder werden mich thätige Geister verlocken. Alma Mahler-Werfels Briefe an Alban Berg und seine Frau. Wien: Seiffert, 2008.



    Sekundärliteratur


    Berg, Erich Alban. Der unverbesserliche Romantiker. Alban Berg 1885-1935. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1985.


    Brosche, Günter. „Die Nachlässe österreichischer Komponisten des 20. Jahrhunderts in der Musiksammlung der österreichischen Nationalbibliothek“. In: Festschrift Othmar Wessely. Zum 60.Geburtsag. Manfred Angerer u.a. (Hg.). Tutzing: Hans Schneider, 1982. S. 67-80.


    Floros, Constantin. Alban Berg. Musik als Autobiographie. Wiesbaden: Breitkopf und Härtel, 1992.


    Floros, Constantin. „Musik als Autobiographie. Neue Thesen über Alban Berg“. In: Neue Mahleriana. Günther Weiß (Hg.). Berne: Peter Lang, 1997. S. 47-61.


    Hanisch, Ernst. Männlichkeiten. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wien: Böhlau Verlag, 2005.


    Holland, Dietmar. „Lulu zwischen 'Vollendung und Verwässerung'?. Zur Frage der 'Vollendbarkeit' des dritten Aktes“. In: Oper und Werktreue. Fünf Vorträge. Horst Weber (Hg.). Stuttgart, Weimar: Metzler, 1994. S. 67-80.


    Hursie, Anja. Gedächtnis stiften. Die Tätigkeiten der Komponistenwitwe Helene Berg. Masterarbeit Universität Oldenburg: 2013.


    Knaus, Herwig, Sinkovicz, Wilhelm. Alban Berg. Zeitumstände - Lebenslinien. Salzburg: Residenz Verlag, 2008.


    Morgenstern, Soma. Alban Berg und seine Idole. Erinnerungen und Briefe. Lüneburg: zu Klampen, 1995.


    Reich, Willi. Alban Berg. Leben und Werk (Serie Piper Band 288). München: Piper, 1985.


    Unseld, Melanie. Man töte dieses Weib! Weiblichkeit und Tod in der Musik der Jahrhundertwende. Stuttgart: Metzler, 2001.


    Vandenberg, Philipp. Die Frühstücksfrau des Kaisers. Vom Schicksal der Geliebten, Bergisch Gladbach: Lübbe, 2007.


    Willnauer, Franz. „Wie frei wird Alban Berg? Das Ende der Schutzfrist - und die (möglichen) Folgen“. In: Österreichische Musikzeitschrift. 12/2005. S. 14-29.

    Forschung

    Anja Hursie verfasste ihre Masterarbeit „Gedächtnis stiften. Die Tätigkeiten der Komponistenwitwe Helene Berg“ über Helene Bergs Nachlassverwaltung. Eine Biografie über Helene Berg liegt noch nicht vor. Der Nachlass Alban Bergs inklusive Helene Bergs Briefen kann in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien eingesehen werden. Wichtigste Forschungsstätte ist die Alban Berg Stiftung in Wien (Willnauer 2005, S. 21).

    Forschungsbedarf

    Helene Bergs Entscheidungen, den Nachlass ihres Mannes betreffend, beeinflussten nicht nur Alban Bergs Bild als Person und die Rezeption seiner Werke, sondern auch ihr eigenes Öffentlichkeitsbild als Witwe. Das unhinterfragt negative Bild scheint angesichts der Quellen in dieser Form nicht haltbar, weswegen eine wissenschaftlich fundierte Biografie über Helene Berg ein Forschungsdesiderat darstellt.


    In der Österreichischen Nationalbibliothek Wien befindet sich die Privatkorrespondenz Helene Bergs, darunter auch Briefe zwischen ihr und ihrer Tante Barbara Nowak, genannt „Betti“, die weitere Auskunft über die Privatperson Helene Berg geben könnte (vgl. Knaus 2008, S. 46; Hursie 2013). Möglicherweise könnten hieraus auch weitere Erkenntnisse bezüglich Helene Bergs sängerischer Ausbildung und Tätigkeit gewonnen werden.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 49968572
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116129573
    Library of Congress (LCCN): no2003124881
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Anna Ricke


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 13.12.2015


    Empfohlene Zitierweise

    Anna Ricke, Artikel „Helene Berg“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 13.12.2015.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Helene_Berg