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    von Ursula Anders-Malvetti
    Germaine Tailleferre
    Namen:
    Germaine Tailleferre
    Geburtsname: Marcelle Tailleferre
    Lebensdaten:
    geb. in Parc-Saint-Maur bei Paris, Frankreich
    gest. in Paris,
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Organistin, Komponistin, Musiklehrerin, Klavierpädagogin, Malerin
    Charakterisierender Satz:

    „Un art sans mollesse, mais non sans finesse. Une grâce alerte, fine et fière. Un sourire sans hauteur, mais non sans candeur.“


    „Eine Kunst ohne Verweichlichung, aber nicht ohne Feinheit. Eine heitere Grazie, fein und würdevoll. Ein Lächeln ohne Arroganz, aber nicht ohne Offenherzigkeit.“


    (Roland Manuel. „Esquisse pour un portrait de Germaine Tailleferre“ / „Portraitskizze über Germaine Tailleferre“. In: Revue Pleyel, 1926, S. 54.)


    Profil

    Germaine Tailleferre gehörte zur „Groupe des Six“, der auch Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud und Francis Poulenc angehörten. Sie studierte am Pariser Konservatorium Komposition und gab schon früh Klavierunterricht, um das Studium finanzieren zu können. Ihr Lehrer war u.a. Charles-Marie Widor, dessen Kompositionsklasse auch Arthur Honegger und Darius Milhaud besuchten. Mit Milhaud verband sie eine jahrelange enge Freundschaft. Ihr Oeuvre umfasst ca. 238 Werke, Filmmusik zu 41 Filmen und mehreren Kurzfilmen und ein didaktisches Werk.

    Orte und Länder

    Germaine Tailleferre lebte und arbeitete in Frankreich (Paris, Grasse und Saint-Tropez) und machte mehrere Reisen in die USA (u.a. nach Philadelphia und New York). Bei ihrer dritten Reise in die Vereinigten Staaten lernte sie im Jahre 1926 den amerikanischen Karikaturisten Ralph Barton kennen, den sie kurz darauf heiratete. Diese Ehe wurde jedoch 1930 wieder geschieden. Mit ihrem zweiten Ehemann, dem französischen Anwalt Jean Lageat (Hochzeit 1932) lebte sie von 1934 bis 1937 in Leysin in den Schweizer Alpen. Er war an Tuberkulose erkrankt und besuchte dort ein Sanatorium.

    1942 siedelte sie ganz nach Amerika über und blieb bis 1946 dort im Exil. Nach dem Krieg kehrte sie nach Frankreich zurück, wo sie die restlichen 37 Jahre ihres Lebens verbrachte.

    Biografie

    Germaine Tailleferre wurde 1892 als jüngstes von fünf Kindern in Parc-Saint-Maur bei Paris geboren. Ihre Familie stammte aus der Normandie, die sich in Paris niederließ. Ihr musikalisches Talent wurde vom Zeichenlehrer ihrer Schwester entdeckt, auf dessen Flügel sie schon als Kind improvisierte. Mit der Unterstützung der Mutter erhielt Germaine Tailleferre Klavierunterricht und begann 1904 gegen den Widerstand des Vaters heimlich am Pariser Konservatorium zu studieren. Erst als ihr Name in der Zeitung stand, war ihr Vater überzeugt, und sie konnte ihre Studien mit seinem Einverständnis fortsetzen.

    Während ihres Studiums erhielt sie eine Reihe von Auszeichnungen, so zum Beispiel 1913 den ersten Preis in Harmonielehre (Klasse von H. Dallier), 1914 den ersten Preis in Kontrapunkt (Klasse von G. Caussade; Fauré und Debussy waren in der Jury) und 1915 den ersten Preis in Klavierbegleitung (Klasse von A. C. Estyle). Von 1914 bis 1915 besuchte sie mit ihren Altersgenossen Darius Milhaud und Arthur Honegger u. a. die Kompositions- und Orgelklasse von Charles-Marie Widor.


    Mit der Gründung der Gruppe der „Six“ im Jahre 1920 – zusammen mit Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud und Francis Poulenc – wurde Germaine Tailleferre von einem Tag auf den anderen über die Landesgrenzen hinaus berühmt, nicht zuletzt, weil sie die einzige Frau der Gruppe der „Six“ war. Ihren Plan, sich für den renommierten Prix de Rome zu bewerben, gab sie auf und widmete sich ganz ihren Aufgaben als „Dame des Six“.

    Aus den Jahren 1918 bis 1921 stammen ihre ersten wichtigen Werke, das erste Streichquartett und „Jeux de plein air“ für zwei Klaviere. Ihre Kompositionen werden von Anfang an als heiter und unbeschwert beschrieben, als typisch französische, „des pages rayonnantes de jeunesse et d’inspiration“ („Jugend und Inspiration ausstrahlende Werke“) (Jourdan-Morhange, S. 154.).

    Auch in ihren späteren Werken blieb sie dem neoklassizistischen Stil im Wesentlichen treu, auch wenn sie vom Impressionismus beeinflusst war und mit der Zwölftontechnik – unter anderem in ihrer „Sonate pour clarinette seule“ (1957/58) und in ihrer Oper „La Petite Sirène“ - experimentiert hat (vgl. Les mémoires de Germaine Tailleferre, S. 76 und Hacquard, S. 180.) Ihr war diese Zwölftonmusik zu mysteriös und komplex.

    Sie hat mit Schriftstellern wie Paul Claudel und Paul Valéry zusammengearbeitet. Außerdem schrieb sie Auftragswerke, unter anderem für die Ballets Suédois, für einen Mäzen aus Marseille oder für Musiker, wie zum Beispiel für den

    unglücklich geliebten Geiger Jacques Thibaut, den

    Harfenvirtuosen Nicanor Zabaleta oder die Sängerin Jeanine Michaux.

    In den 1960er Jahren begann sie, ihre Memoiren zu schreiben, welche aber erst 1986 publiziert wurden.


    Als erfolgreiche Komponistin von immerhin 238 Werken und

    über 40 Filmmusiken hatte sie in ihrem Privatleben weniger Glück: Ihre beiden Ehen scheiterten. Germaine Tailleferre starb 1983 im hohen Alter von 91 Jahren in Paris.

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    Kindheit und Jugend

    Am 19. April 1892 wurde Germaine Tailleferre als jüngstes von fünf Kindern in Parc-Saint-Maur bei Paris geboren. Sie stammt aus einer Kleinbürgerfamilie, die aus der Normandie nach Paris gezogen war. Ihre Mutter Marie-Désirée Taillefesse war im Jahr 1877 zu der Hochzeit mit dem Weinhändler Arthur Taillefesse gezwungen worden: „Marie-Désirée Taillefesse was forced by her father to break her engagement with another man and to marry the young Arthur Taillefesse because he had the same family name.” („Marie-Désiré Taillefesse war von ihrem Vater gezwungen worden ihre bestehende Bindung zu einem anderen Mann aufzulösen und den jungen Arthur Taillefesse zu heiraten, weil er den gleichen Familiennamen hatte.“) (Robert Shapiro, Biographic Sketch, S. 2.)

    Germaine Tailleferre war als Germaine Taillefesse geboren worden. Sie änderte jedoch als junge Frau ihren Namen aus Trotz gegen ihren Vater, der sich weigerte, ihre musikalische Ausbildung finanziell zu unterstützen.

    Die unglückliche Ehe ihrer Eltern belastete ihre Kindheit sehr, die Mutter kümmerte sich jedoch umso liebevoller um die Erziehung der Kinder: Germaine bekam schon mit zweieinhalb Jahren ein Spielzeugklavier, auf dem sie „Au clair de la lune“ und bald auch alle anderen Melodien, die sie kannte, ausprobierte. Als Fünfjährige spielte sie auf einem richtigen Klavier. Ihr Lieblingskomponist war Mozart. Mit acht Jahren komponierte sie schon kleine Stücke.

    Der Maler Perret-Dortail, bei dem die ältere Schwester Zeichenunterricht nahm, während Germaine Tailleferre am Flügel des Malers improvisierte, erkannte ihr Talent und ermutigte die Mutter, die Klavierausbildung in professionelle Hände zu legen.

    Obwohl ihr Vater trunksüchtig und jähzornig war und ihr die musikalische Ausbildung untersagte, nahm Germaine, durch ihre Mutter heimlich unterstützt, als Achtjährige bei der Pianistin Eva Meyer Klavierunterricht. Drei Jahre später studierte sie ohne Wissen und gegen den Willen des Vaters am Pariser Konservatorium. (vgl. Mémoires, S. 12.) Ihre Lehrer waren im Fach Klavier weiterhin Eva Meyer und in Komposition Henri Dallier und Georges Caussade. Im Laufe ihres Studiums erhielt sie viele Preise: unter anderem 1913 den ersten Preis in Harmonielehre in der Klasse von Henri Dallier, den ersten Preis in Kontrapunkt in der Klasse von Georges Caussade, den sie 1914 für eine vierhändige Klavierkomposition bekam, die auch von Gabriel Fauré und Claude Debussy gespielt wurde, und schließlich 1915 den ersten Preis für Klavierbegleitung in der Klasse von César Estyle.


    Als ihr Vater den Namen seiner Tochter in der Zeitung las, war er stolz und erlaubte ihr schließlich, das Studium am Konservatorium fortzusetzen, allerdings unter der Bedingung, dass sie für die Finanzierung selbst aufkommt.


    Ab 1914 besuchte sie die Kompositions- und Orgelklasse von Charles-Marie Widor, der wegen des Krieges nur sehr wenige Schüler hatte. Unter ihnen waren Germaine Tailleferres Altersgenossen Arthur Honegger und Darius Milhaud. Zu Letzterem hatte sie ein besonders freundschaftliches Verhältnis, sie bewunderte ihn über alle Maßen: „Darius connaissait tout, savait tout, il avait déjà une culture incroyable. Aussi, pour compenser la tristesse de ces classes sans élèves, nous emmenait-il chez lui faire de la musique en toute liberté.“

    („Darius kannte alles, wusste alles und verfügte bereits über eine unglaubliche Bildung. Außerdem nahm er uns mit zu sich nach Hause, um die Traurigkeit dieser leeren Klassen ohne Schüler zu kompensieren.“) (Mémoires, S. 22.)

    Durch ihn lernte sie die Musik Strawinskys, Schönbergs und Ravels kennen, die ihr völlig neue Horizonte eröffnete: „[…] jusqu’ici je m’étais surtout préoccupé de la réussite de mes concours, ce que je croyais capital pour réussir dans la vie. En dehors de Wagner, je ne connaissais à peu près rien. La lecture à quatre mains avec Darius Milhaud de ‚Pétrouchka’ et du ‚Sacre du printemps’ me bouleversa et me valut mon renvoi de la classe d’orgue, mes improvisations fortement influencées par Strawinsky ayant fait pousser des cris d’horreur à mon professeur Eugène Gigout. Aussi je dus démissioner. Darius, qui m’avait prise en charge, m’encouragea beaucoup à écrire, mais je ne composais guère à cette époque. J’étais avant tout curieuse et impatiente de connaître à fond Strawinsky, Schönberg, Ravel.“ („Bis jetzt hatte ich mich vor allem um meinen Erfolg bei den Wettbewerben gekümmert, weil ich glaubte, dies sei wichtig, um im Leben zu bestehen. Außer Wagner kannte ich so gut wie nichts. ‚Petrouchka‘ und den ‚Sacre du printemps‘ mit Darius Milhaud vierhändig durchzuspielen, rüttelte mich auf; ich flog aus der Orgelklasse, weil meine stark von Strawinsky beeinflussten Improvisationen meinen Lehrer Eugène Gigout mit Abscheu erfüllten. Daher musste ich zurücktreten. Darius, der sich um mich kümmerte, ermutigte mich sehr, zu schreiben, aber ich komponierte kaum in dieser Zeit. Ich war vor allem neugierig und ungeduldig, die Musik Strawinskys, Schönbergs und Ravels gründlich kennenzulernen.“; Mémoires, S. 22.)

    Darius Milhaud ging von 1917 bis 1919 mit dem Schriftsteller und Diplomaten Paul Claudel nach Brasilien, eine lange Zeit für Germaine Tailleferre, in der sie ihren Freund sehr vermisste.


    Musik und Malerei

    Lange Zeit schwankte Germaine Tailleferre zwischen zwei Bereichen: Musik und Malerei. Schon als Kind war sie von beidem gleichermaßen fasziniert: „Die Musik, die Malerei… ich spürte schon, dass hier mein Gebiet sein würde.“ (Mémoires, S. 12.) In ihrer Kindheit improvisierte sie zwar lieber am Flügel, als dass sie sich mit dem Malen beschäftigte, aber die Malerei übte weiterhin eine große Anziehungskraft auf sie aus. Während sie Musik studierte, wohnte sie im Künstlerviertel Montparnasse, wo sie unter anderem Ossip Zadkine, Moise Kisling und Amedeo Modigliani begegnete. Durch den Bildhauer Emmanuel Centore, ihren Schwager, machte sie auch die Bekanntschaft mit Marie Laurencin, Fernand Léger und Robert Delaunay. Sie nahm Zeichenunterricht und zog zeitweilig sogar in Erwägung, die Musik zugunsten der Malerei aufzugeben. Der Entschluss, sich auf das Komponieren zu konzentrieren, kam Germaine Tailleferre mit der Anerkennung ihrer Kompositionen um 1917, als sie zum Kreis der „Nouveaux Jeunes“ um Erik Satie gehörte.

    Doch um Geld zu verdienen, restaurierte sie im Laufe ihres Lebens auch immer wieder alte Möbel und malte in Trompe-l’oeil-Technik.


    Neben den genannten Malern lernte sie auch Pablo Picasso kennen, den sie in jenen Jahren oft in seiner Wohnung im Künstlerviertel Montparnasse besuchte. Picasso war es, der ihr riet, ihren eigenen Weg zu gehen: „Germaine, lui dit-il, quand vous vous mettez à votre travail, n’essayez pas de faire chaque matin ‚votre petite Germaine Tailleferre‘. Efforcez-vous de trouver autre chose, de vous renouveler sans cesse, evitez d’utiliser les ,recettes’ que vous avez déjà trouvées.“ („Germaine, sagte er, wenn Sie sich an die Arbeit machen, versuchen Sie nicht jeden Morgen ‚ihre kleine Germaine Tailleferre‘ zu spielen. Versuchen Sie, etwas Neues zu finden, sich stets zu erneuern, benutzen Sie nicht die ‚Rezepte‘, die Sie bereits gefunden haben.“ (Picasso, in: Jourdan-Morhange, S. 157–158.) Rückblickend stellte sie fest: „C’est la meilleure leçon de composition que j’aie jamais reçue.“ („Das ist die beste Kompositionsstunde, die ich je bekommen habe“; vgl. Jourdan-Morhange, S. 158)



    Die „Groupe des Six“

    1917 versammelte sich um Eric Satie eine Gruppe junger Musiker, die sogenannten „Nouveaux Jeunes“, zu einer lockeren Komponistenvereinigung. Unter ihnen waren auch schon einige Mitglieder der späteren „Groupe des Six“, wie etwa Germaine Tailleferre.

    Die jungen Musiker richteten sich vor allem gegen die gefühlshafte Überfrachtung romantischer Musik, gegen die Musik Wagners und des Impressionismus. Zusammen mit Satie setzten sie sich für eine „musique d’ameublement“ ein, eine Musik, die – wie die heutige Kaufhausmusik – nur beiläufig im Hintergrund wahrgenommen werden sollte. Die „Nouveaux Jeunes“ veranstalteten viele Konzerte in Künstlerateliers, bei denen das Publikum angehalten wurde, sich zu unterhalten und der Musik nicht die volle Aufmerksamkeit zu schenken bzw. nur als klangliche Untermalung ihrer Gespräche anzusehen.


    Im Januar 1920 besuchte der französische Musikkritiker Henri Collet (1885–1951) eine Zusammenkunft junger Musiker im Hause Darius Milhauds. Neben dem Gastgeber waren Louis Durey, Arthur Honegger, Germaine Tailleferre, Darius Milhaud, Francis Poulenc und Georges Auric anwesend. Über diese Zusammenkunft berichtete Collet kurz darauf in zwei Artikeln in der Zeitschrift „Comoedia“ und machte die „Six“ quasi über Nacht bekannt. Der erste Artikel, welcher am 16. Januar 1920 in der Zeitschrift „Comoedia“ publiziert wurde, trug den Titel „Un livre de Rimski et un livre de Cocteau. Les cinq Russes, les Six Français et Erik Satie“ („Ein Buch von Rimski und ein Buch von Cocteau. Die fünf Russen, die sechs Franzosen und Eric Satie“).

    Collet spielt hier auf das Buch „Ma vie musical“ von Nicolai Rimsky-Korsakow an, in welchem er sich über die nationalrussischen Bestrebungen der russischen Komponisten Mili Balakirev, César Cui, Alexander Borodin, Modest Mussorgsky und seine eigene äußert. Die 1862 in St. Petersburg gegründete Gruppe der Fünf – auch ,mächtiges Häuflein‘ genannt – setzte sich mit einer Besinnung auf nationale Traditionen von Komponisten wie Peter Tschaikowski und Sergei Rachmaninow ab, die sich stärker an westeuropäischen Vorbildern orientierten. Der „Gruppenmentor“ Balakirev hasste Richard Wagner und somit lehnte die ganze Gruppe Wagner ebenso ab wie knapp 60 Jahre später die „Six“.


    Bei dem Buch von Cocteau handelt es sich um die 1918 publizierte Aphorismensammlung „Le Coq et l’Arlequin. Notes autour de la musique“, in der er sich zu einer neoklassizistischen Musikästhetik bekennt. Darin fordert er – ebenso nationalistisch – eine „musique française de France“, eine Musik, die durch eine Rückkehr zur Einfachheit („retour à la simplicité“) die französische Musik erneuert. Als Vorbild dient insbesondere der ältere Erik Satie. Abgelehnt wird vor allem Wagner: „Il faut crier: ,A bas Wagner !‘ (…) C’est la véritable bravoure.“ („Man muss rufen : ,Nieder mit Wagner ! (…) Dies ist die wahre Bravour.“) (Collet-Artikel in: Comoedia, 16.1.1920)

    Der zweite Artikel von Henri Collet erschien eine Woche nach dem ersten am 23. Januar 1920 ebenfalls in der Zeitschrift „Comoedia“ mit dem Titel „Les ‚Six‘ Français: Darius Milhaud, Louis Durey, Georges Auric, Arthur

    Honegger, Francis Poulenc et Germaine Tailleferre“.

    Hier geht der Musikkritiker Henri Collet auf die Werke ein, die die einzelnen Mitglieder der „Six“ bisher komponiert haben. Desweiteren beschreibt er die ästhetischen Prämissen der Gruppe und den Einfluss Jean Cocteaus auf die Gruppe der „Six“. „Les mélodies sont en général d’un style ramassé, d’un saisissant raccoursi (…) Les ,Six’ savent leur langue.“ („Die Melodien sind normalerweise in knappem Stil und durchdringender Verkürzung geschrieben. (…) Die ,Six’ kennen ihre Sprache.“

    Als für die „Six“ typischen Werke nennt er „Le Boeuf sur le toit“ von Milhaud (der Titel stammt von einem brasilianischen Volkslied; auch eine Kneipe in Paris wurde danach benannt; die orchestrale Komposition war ursprünglich als Begleitmusik für einen Chaplin-Film gedacht, Cocteau hat sie aber später zu einem surrealistischen Ballett umgearbeitet), die Klavierlieder „Le Bestiaire“ von Durey, die „Interludes“ von Auric, die „Deuxième Sonate“ für Violine und Klavier von Honegger und das Streichquartett von Germaine Tailleferre. Dann geht Collet näher auf einzelne Werke der „Six“ ein. Über Tailleferres Werke schreibt er : „Les ,Jeux de plein air‘, la ,Pastorale‘ ou le ,Quatuor’ de Germaine Tailleferre révèlent enfin une nature feminine sans coquetterie et mièvrerie. Ce sont œuvres de jeune fille d’aujourd’hui, franche et droite, fine et avertie de toutes les audaces de son art. Aussi quels rythmes décidés ! quel aplomb charmant dans ces gammes ruisselantes, fluides et sans nuances, par-dessus les successions harmoniques hardies qu’appuie une pédale rythmée, dans tel ,cache-cache mitoula’ !“

    („Die ,Jeux de plein air’, die ,Pastorale’ oder das ,Streichquartett’ von Germaine Tailleferre enthüllen endlich eine weibliche Natur ohne Eitelkeit und Geziertheit. Dies sind Werke eines jungen Mädchens von heute, offen und gerade, fein und vertraut mit allen Kühnheiten ihrer Kunst. Auch

    welch entschiedene Rhythmen! Welches charmante Selbstbewusstsein in diesen fließenden, flüssigen Tonleitern ohne Nuancen; darüber kühne Harmoniefortschreitungen, welche ein rhythmisiertes Pedal in diesem ,cache-cache mitoula‘ (eins der beiden „Jeux de plein air“, Anm d.A.) stützen“.)

    Zusammenfassend stellt Collet fest : „Les ,Six’ ont pénétré dans une terre aux horizons illimitès. L’avenir est à eux s’ils veulent toujours regarder en avant et savent rester unis de cette amitié qui repose sur le mutuel examen et

    l’émulation féconde.“ („Die ,Six’ sind in eine Welt mit

    unbegrenzten Horizonten eingedrungen. Ihnen gehört die Zukunft, wenn sie immer nach vorne gucken und vereint bleiben in dieser Freundschaft, die auf wechselseitigem Examen und fruchtbarem Wetteifer beruht.“) (Comoedia, 23.1.1920)


    Durch diese beiden Artikel Collets wurde die lockere Vereinigung der „Nouveaux Jeunes“ um Erik Satie schließlich zur „Groupe des Six“. Der englische Musikwissenschaftler Robert Shapiro beschreibt die Rolle Collets in seiner 1994 erschienenen Monografie über Tailleferre folgendermaßen: „Indem er in den beiden aufeinanderfolgenden historischen Artikeln auf die russischen Fünf anspielte und parallel dazu von den sechs Franzosen sprach, versetzte er bewusst das Aufleben einer neuen und eigenständigen französischen Musik deutlich in das Feld des musikalischen Nationalismus. In einem Land, das sich nach einer neu definierten Identität sehnte, wurde diese Vorstellung einer einzigartigen französischen Musik zu einem Lauffeuer, und diese Gruppierung auf dem Papier von fünf Männern und einer Frau wurde über Nacht zur Berühmtheit.“ (Shapiro 1994, S. 6.)


    Als erstes musikalisches Manifest der „Groupe des Six“ schrieben die sechs Musiker noch im Januar ein Album mit Klavierstücken, das sogenannte „Album des Six“, zu welchem jeder ein Stück besteuerte. Anderthalb Jahre später, am 18. Juni 1921 wurde ihr erstes gemeinsames Bühnenwerk „Les Mariés de la Tour Eiffel“ von Jean Cocteau

    in Paris uraufgeführt. Die Handlung findet auf der ersten Plattform des Eiffelturmes statt. Ein Hochzeitspaar lässt sich fotografieren. Zwei Phonographen kommentieren die Handlung. Cocteau selbst meint zu seinem Bühnenwerk: „Ici, je renonce au mystère. J’allume tout, je souligne tout. Vide du dimanche, bétail humain, expressions toutes faites, dissociations d’idées en chair et en os, férocité de l’enfance, poésie et miracle de la vie quotidienne: voilà ma pièce, si bien comprise par les jeunes musiciens qui l’accompagnent.“ („Hier verzichte ich auf das Mysterium. Ich erhelle alles, ich unterstreiche alles. Die Leere des Sonntags, menschliche Herden, feststehende Ausdrücke, Zersetzung der Ideen aus Fleisch und Blut, die Grausamkeit der Kindheit, Poesie und Wunder des täglichen Lebens: dies ist mein Stück, so gut verstanden von den jungen Musikern, die die Musik dazu geschrieben haben.“) (Cocteau: ,Antigone‘ suivi de ,Les mariés de la Tour Eiffel‘, Gallimard 1948, S. 64.)


    Hier beginnt jedoch auch schon der Zerfall der Gruppe. Der Älteste, Louis Durey, beteiligte sich schon nicht mehr an diesem Gemeinschaftswerk, aber trotzdem lebt die Gruppe im Bewusstsein der Leute weiter. So schreibt Cocteau 1923 ein Gedicht über die „Six“, wobei er sowohl das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe, als auch die Eigenständigkeit und Freiheit der einzelnen Mitglieder betont. Durey erwähnt er jedoch nicht. Ob hier Cocteau dem zusätzlichen Namen das Alexandriner-Versmaß nicht opfern wollte oder ob es an der Tatsache liegt, dass sich Durey schon teilweise von der Gruppe losgesagt hatte, bleibt offen.


    „Auric, Milhaud, Poulenc, Tailleferre, Honegger

    J’ai mis votre bouquet dans l’eau du même vase,

    Et vous ai chèrement tortillés par la base

    Tous libre de choisir votre chemin en l’air.“


    („Auric, Milhaud, Poulenc, Tailleferre, Honegger / Ich habe euren Strauß in das Wasser derselben Vase gestellt / Und habe euch liebevoll an der Basis miteinander verbunden / Und euch die Freiheit gelassen, euren Weg in die Höhe zu wählen.“)

    (Jean Cocteau 1983, S. 123)


    Weiterer Lebensweg

    Während einer Reise nach Amerika im Jahre 1926 lernte Tailleferre den Karikaturisten Ralph Barton kennen, den sie nach sehr kurzer Zeit in Amerika (in Connecticut) heiratete.

    Im selben Jahr begegnete sie in New York auch Charlie Chaplin, über den sie später schrieb: „Il jouait assez bien, avec une grande facilité, et il improvisait surtout une musique qui correspondait aux personnages de ses films.“ („Er spielte ziemlich gut, mit einer großen Leichtigkeit und improvisierte vor allem eine Musik, die den Personen seiner Filme entsprach.“) (Mémoires, S. 51.) Chaplin arbeitete zu der Zeit an dem Film : „Le Cirque“ und schlug ihr vor, die Musik zu diesem Film zu schreiben. Doch ihr Ehemann Ralph Barton war dagegen.

    Die Ehe mit Barton erwies sich bald als ein Desaster. Als er erfuhr, dass Germaine schwanger war, bedrohte er sie sogar mit einem Revolver. 1930 wurde die Ehe schließlich geschieden, und im darauffolgenden Jahr (am 20.5.1931) beging Ralph Barton Selbstmord.

    Ebenfalls im Jahr 1930 wurde ein Konzert zum 10jährigen Bestehen der „Groupe des Six“ im Champs-Elysées-Theater gegeben: Darius Milhaud dirigierte Germaine Tailleferres „Concerto pour piano et orchestre“, dessen Solopart die Komponistin selbst übernahm. Dieses Konzert war ein großer Erfolg. Ein Jahr später ging sie eine Liaison mit dem französischen Rechtsanwalt Jean Lageat ein, weil sie sich sehr nach einem Kind sehnte (vgl. Mémoires, S. 62): Am 4. Juni 1931 kam ihr Kind Françoise – unehelich – zur Welt. Die beiden entschlossen sich, heimlich zu heiraten. Am 27.7.1932 vermählten sie sich in London. (Vgl. Hacquard, S. 103-105.)

    Mit der Komposition von Auftragswerken, vor allem für den Film trug Germaine Tailleferre wesentlich zur finanziellen Versorgung der Familie bei, insbesondere, als ihr Mann an Tuberkulose erkrankte.

    Die „Cantate du Narcisse“, die in den Jahren 1938 und 1939 in Zusammenarbeit mit Paul Valéry entstanden war, bildete einen Höhepunkt ihres Schaffens. Es war eine besondere Freude und Ehre für sie, mit dem berühmten Schriftsteller zusammen zu arbeiten. Diese Kantate wurde in Marseille vom Radio-Orchester 1942 uraufgeführt. Die zweite Aufführung fand in Paris mit dem „Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire“ am 14. Januar 1944 unter der Leitung von Alfred Cortot statt. Germaine Tailleferre war zu dieser Zeit noch in Amerika und sie bedauerte es sehr, dass sie die Aufführungen nicht besuchen konnte.


    Während der vier Jahre (1942–1946) im amerikanischen Exil komponierte sie wenig, wegen des Krieges ständig in Sorge um ihre in Frankreich zurückgebliebene Familie, von dem sie sich im Jahr 1955 schließlich scheiden ließ. Zudem entfremdete sie sich zunehmend von ihrem Mann. Sie wollte zurück nach Frankreich, um ihren Verwandten zu helfen. Wieder in ihrer Heimat, nahm sie, froh jetzt bei ihrer Familie zu sein, ihre Kompositionstätigkeit erneut auf. Sie hielt sich mit Balletten, Hörspielen und Filmkompositionen finanziell

    über Wasser. Sie hatte wenig Zeit für umfangreichere Kompositionen. Eine Ausnahme bildete das zweite Klavierkonzert. Ihre Werke wurden zwar von der Kritik stets lobend bedacht, jedoch konnte sie kaum davon leben.

    Darüber hinaus waren ihre neoklassizistischen Werke nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr von Interesse. Es hatte sich ein ästhetischer Wandel vollzogen: Es wurde 1945 an serielle Techniken Schönbergs, Weberns und Bergs angeknüpft; in Frankreich wurde der Serialismus Messiaens prägend. Tailleferre übernahm diese Techniken nicht: Sie waren ihr zu komplex und „kopflastig“. Auch mit der ab den 1950er Jahren aufkommenden elektronischen Musik, der Aleatorik oder der „musique concrète“ konnte sie sich nicht anfreunden.


    1970 wurde sie schließlich Lehrerin für Klavierbegleitung an der Schola Cantorum in Paris, musste aber bald die Stelle aufgeben, da nicht genügend Schüler vorhanden waren.

    Von finanzieller Not geplagt nahm sie 1976, also noch im Alter von 84 Jahren, eine Stellung als Musiklehrerin an einem privaten Gymnasium (der Ecole Alsacienne, einer der besten Pariser Privatschulen) an. Freunde sammelten während dieser Zeit sogar Geld, um ihr die Miete zu finanzieren.


    Späte Ehrungen und Tod

    1973 wurde sie mit dem „Grand Prix musical du Conseil Général de l’Académie des Beaux-Arts“ für ihre Tätigkeit als Musikerin geehrt.Im Alter von 85 Jahren erhielt sie den Großen Musikpreis der Stadt Paris und mit 89 Jahren ehrte sie der französische Staat mit der Grand-Croix des Ordre National du Mérite, einer Auszeichnung höchsten Ranges, die sonst nur scheidenden Premierministern verliehen wurde.


    Noch bis kurz vor ihren Tod komponierte Germaine Tailleferre, sie starb im Alter von 91 Jahren am 7. November 1983 an den Folgen einer Oberschenkelhalsbruch-Operation in Paris. Sie ist in Quincy-Voisins, in der Nähe von Meaux, rund 40 km östlich von Paris, begraben.

    Würdigung

    Musikalischer Stil

    Germaine Tailleferre hinterließ ein breitgefächertes Oeuvre von knapp 300 Werken und Filmkompositionen, davon ca. 238 Kompositionen (Kammermusik in unterschiedlichsten Besetzungen, Symphonische Werke, Vokalmusik, Ballette und andere Bühnenwerke und viele Transkriptionen eigener Werke) und Filmmusiken zu 41 Filmen und mehreren Kurzfilmen.


    Schon früh hatte sie eine Vorliebe für die französische Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und für die Musik Mozarts. An zeitgenössischen Musikern verehrte sie vor allem Strawinsky und Ravel, mit dem sie eine enge Freundschaft verband. Ihre eigenen Werke sind klassizistisch bzw. neoklassizistisch und impressionistisch geprägt. Es handelt sich hierbei um eine heitere Musik voller Charme, Spontaneität und Leichtigkeit. Germaine Tailleferre, die „Dame des Six“, blieb im Wesentlichen zeitlebens der neoklassizistischen Ästhetik der „Six“ treu.


    Einen nicht unwesentlichen Einfluss übten aber auch die impressionistischen Kompositionen Claude Debussys und Maurice Ravels aus, was sich u. a. in der Verwendung der Harfe zeigt, ein Instrument, das bei den Neoklassizisten eigentlich als zu „sentimental“ verpönt war. So schrieb sie unter anderem zwölf Etüden (1913-14), ein „Concertino“ (1927) für Harfe und Klavier und eine „Sonate für Harfe Solo“ (1953), ein Auftragswerk für den spanischen Harfenvirtuosen Nicanor Zabaleta: Stücke, die von Esprit und Zartheit leben.

    Doch trotz der impressionistischen Einflüsse ist sie der neoklassizistischen Ästhetik im Wesentlichen treu geblieben, wohingegen sie sich von der Ästhetik der Nachkriegszeit distanzierte, die ihr zu „intellektuell“ wirke, wie aus einem Rundfunk-Interview aus dem Jahr 1976 hervorgeht: „Ich vermute, die heutigen Musiker sind viel stärker an Systematik interessiert. Die heutige Musik ist ohne Elan, sehr überlegt, gewollt. Ich finde das sehr interessant, aber sie macht mir kein Vergnügen, sie gibt mir keine Lebensfreude. Wenn ich demgegenüber an unsere Reaktion gegen die Impressionisten denke! Wir wollten eine fröhliche Musik, die funkelte!“ (Germaine Tailleferre, in: Musical Graffiti, ORTF, Paris 17.10.1976, zitiert nach Duhme-Hildebrand, 1991, S. 125–126.) Noch 1992 schrieb der Musikwissenschaftler Jean Roy über Tailleferres letztes größeres Werk, das „Concerto de la fidélité“ (1981) für Stimme und Orchester: „Diese Musik, in der alles nur Licht, Frische, scheinbare Leichtigkeit ist, wurde ihrem Titel absolut gerecht. Germaine Tailleferre hatte sich nicht verändert. Sie war immer noch diese Musikerin, bei der die Melodie wie aus einer Quelle floß, diese Künstlerin, die einen auserlesenen Geschmack und einen angeborenen Sinn für die wahren Proportionen hatte. … Was Ravel an der Komponistin schätzte, war dieser so sichere musikalische Instinkt und dieses vollendete handwerkliche Können, die sich bei ihr harmonisch verbanden.“ (zitiert nach Roster 1998, S. 340)

    Nach Collets „Taufe der Six“ im Januar 1920 findet man eine konsequentere musikalische Konstruktion in ihren Werken: In den Jahren von 1917–1919/20 kann man eher von einer experimentellen Phase sprechen, während Anfang 1920 eine konstruktivistische Phase begann. (Vgl. Anders-Malvetti, S. 305.)


    Außer der Zusammenarbeit mit Schriftstellern wie Paul Claudel („Sous les remparts d’Athènes“) und Paul Valéry „Cantate du narcisse“) an gemeinsamen Werken bzw. Bühnenwerken hat sich Germaine Tailleferre auch immer wieder an Gemeinschaftswerken mit anderen Musikern beteiligt: so zum Beispiel an dem schon erwähnten „Album des Six“, für welches sie ihre „Pastorale in D-Dur“, am 4. September 1919 komponiert, beisteuerte. Sie hat diese Komposition einem anderen Gruppenmitglied, ihrem Freund und Vorbild Darius Milhaud, gewidmet. 1921 verfasste sie zu dem Bühnenwerk „Les Mariés de la Tour Eiffel“, an welchem sich letztendlich die Six ohne Durey beteiligten, die beiden Kompositionen „Valse des Dépêches“ – die ursprünglich Durey komponieren sollte – und „Quadrille“. 1937 schrieb sie das Klavierstück „Au Pavillon d’Alsace“ für das Gemeinschaftswerk „A l’exposition“, an welchem sich neben Georges Auric, Darius Milhaud und Francis Poulenc noch Marcel Delannoy, Jacques Ibert, Henri Sauguet und Florent Schmitt beteiligten. Für das Gemeinschaftswerk „La Guirlande de Campra“ schrieb Germaine Tailleferre das Orchesterstück „Sarabande de Campra“. Es entstand zu Ehren von André Campra (1660-1744), der wie Milhaud aus Aix-en-Provence stammte. Sieben Musiker beteiligten sich an der Komposition, welcher ein Thema aus der Campra‘schen Tragödie „Camille“ von 1717 zugrunde liegt: Arthur Honegger, Daniel Lesur, Roland Manuel, Germaine Tailleferre, Francis Poulenc, Henri Sauguet und Georges Auric. 1952 fand beim Festival in Aix-en-Provence die Uraufführung des Werkes mit Hans Rosbaud als Dirigenten statt.


    Pianistin, Begleiterin und Pädagogin

    Als Pianistin hat sie auch eine Reihe eigener Kompositionen mit aufgeführt, so zum Beispiel die 1917 komponierten „Jeux de plein air“ für zwei Klaviere. Die Uraufführung dieses Werkes fand am 15. Januar 1918 in der „Société Musicale Indépendente“ in Paris zusammen mit dem berühmten Pianisten Ricardo Viñes statt. Rückblickend bezeichnete sie „Jeux de plein air“ als ihr erfolgreichstes Werk, welches ihr auch in Amerika zum Durchbruch verholfen hatte. In Boston und in New York hatte Serge Koussevitzky mit dem Boston Symphony Orchestra die Orchesterversion der „Jeux de plein air“ aufgeführt. Mit den Einnahmen konnte Germaine Tailleferre die Kur ihrer Mutter (wegen rheumatischer Beschwerden) finanzieren.

    Auch das 1924 entstandene erste Klavierkonzert führte die Komponistin selbst auf. Sie spielte es bei einem Konzert zu Ehren des 10-jährigen Bestehens der „Groupe des Six“ im Théâtre des Champs-Elysées unter der Leitung von Darius Milhaud.


    Auch als Liedbegleiterin ist sie in Erscheinung getreten und hat mehrere Konzertreisen mit Sängern unternommen. Anfangs mit einer schwedischen Sängerin (durch Schweden und Norwegen), später mit dem Bariton Bernard Lefort (unter anderem durch Deutschland, England und das damalige Jugoslawien). Auf diesen Tourneen – Anfang bis Mitte der 50er Jahre – gab das Duo Lefort-Tailleferre mehr als hundert Konzerte. Das Repertoire war breit gefächert. Die meisten Aufführungen waren jedoch den Werken Erik Saties und der Mitgliedern der „Groupe des Six“ gewidmet: „Ils sont présentés sous forme de causerie dialoguée, entrecoupée de mélodies et de pièces pour piano » („Diese [die Konzerte über Erik Satie und die Six] wurden in Form eines dialogisierten Gesprächs, durch die Aufführung von Klavierliedern und Klavierstücken unterbrochen, dargestellt.“; Hacquard, S. 165).


    Im Laufe ihres Lebens hat Germaine Tailleferre zahlreiche Klavierschüler unterrichtet und bis ins hohe Alter an der Pariser Schola Cantorum Musik gelehrt, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Sie schrieb ein musikpädagogisches Werk „Vingt leçons de solfège à l’usage des débutants“ und ihre Memoiren, die 1986 in der „Revue internationale de musique française“ von Frédéric Robert veröffentlicht wurden.

    Rezeption

    Erste öffentliche Konzerte gab Germaine Tailleferre, seitdem sie sich im Jahr 1917 zu den „Nouveaux Jeunes“ um Erik Satie gesellte. Durch den Kritiker Henri Collet, der im Januar 1920 sechs junge Musiker, die sich zufällig bei Darius Milhaud aufhielten, zur „Groupe des Six“ erklärte, wurde sie zur „Dame des Six“ und erregte als einzige Frau der Gruppe Aufsehen. Die Konzerte mit bi- und polytonaler Musik waren skandalumwoben; die ungewohnte, neue französische Musik wurde zu Beginn oft als „Kakophonie“ bezeichnet. Milhaud meinte dazu, dass er lieber Ablehnung spüre als Gleichgültigkeit, denn diese sei das Schlimmste überhaupt. Als erstes „Gruppenmanifest“ veröffentlichten die Sechs ein „Album des Six“, wozu jeder der Sechs ein – meist schon vorher komponiertes – Klavierstück beisteuerte.

    Anderthalb Jahre später, am 18.6.1921, wurde das Bühnenwerk „Les Mariés de la Tour Eiffel“ von Jean Cocteau mit Orchesterstücken der Six (außer Louis Durey) in Paris uraufgeführt. Mit seinem Gedicht über die „Six“ trug Jean Cocteau zur Legendenbildung um die „Groupe des Six“ bei. Außerdem hatte Cocteau im Jahre 1918 die Aphorismensammlung „Le Coq et l’Arlequin“ („Hahn und Harlekin“, Auric gewidmet) veröffentlicht, in welcher er seiner Vorstellung von moderner Kunst und Musik Ausdruck verlieh. Die „Six“, Cocteau und Satie waren in den zwanziger Jahren in aller Munde, sie gaben zahlreiche Konzerte. Auch wenn nicht immer alle Mitglieder der „Six“ auf dem Programm standen, wurde direkt von der Gruppe gesprochen. Während Arthur Honegger und Darius Milhaud bald eigene kompositorische Wege einschlugen, profitierte Germaine Tailleferre vor allem von der großen Aufmerksamkeit, die der Gruppe entgegengebracht wurde; ohne diese wäre sie wahrscheinlich nicht so bekannt geworden.

    Einige sprachen jedoch 1923 schon von dem Ende der „Six“. Erik Satie selbst meint im September 1923: „Il n’y a plus de Groupe des Six. (…) Mais …il y a six musiciens – de talent, indépendents, et dont l‘existence individuelle est incontestable, quoi qu’on dise ou fasse. ») („Es gibt keine Gruppe des Six mehr. Aber es gibt sechs talentierte, unabhängige Musiker, deren individuelle Existenz unbestreitbar ist, unabhängig von dem, was man sagt oder macht.“) (Erik Satie, Les feuilles libres, No. 33 septembre-octobre 1923, zitiert nach Roy 1994, S. 34.) Satie erwähnt hier sechs talentierte, unabhängige Musiker:

    Er macht also in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Anschließend meint er jedoch triumphierend: „Les Six sont Auric, Milhaud et Poulenc.“ (Erik Satie, Les feuilles libres, No 33

    Septembre-octobre 1923, zitiert nach Roy 1994, S. 34.)

    Hier lässt er den Ältesten: Louis Durey, den Unabhängigsten: Arthur Honegger und die meistens von Selbstzweifeln geplagte Germaine Tailleferre einfach weg. Durey hatte sich selbst als Erster von der Gruppe losgesagt, als er sich nicht an dem Gemeinschaftswerk „Les mariés de la Tour Eiffel“ beteiligt hat. Honegger ging neben seiner Gruppenzugehörigkeit auch eigene Wege. Tailleferre scheint von Satie als Komponistin nicht ernst genommen worden zu sein, obwohl die Qualität ihrer Kompositionen durchaus mit der ihrer männlichen Kollegen vergleichbar ist, sich gut in die Ästhetik der „Six“ einfügt und von Satie 1917 sehr gelobt worden war. Es liegt also nicht an der Qualität ihrer Werke, sondern eher an der Tatsache, dass sie eine – unter Minderwertigkeitskomplexen leidende – Frau war. Wenn sie beruflich erfolgreich war, wurde ihr dies durch ihre beiden eifersüchtigen Ehemann vergällt.


    Nach dem Abflauen des großen Interesses riefen sich die „Six“ vor allem durch Jubiläumskonzerte und -veranstaltungen immer wieder in Erinnerung: So auch zum 50-jährigen Jubiläum am 14. Februar 1970, das mit einem Konzert in Issy-les-Moulineaux in Anwesenheit der noch lebenden Mitglieder der „Six“, des 82-jährigen Louis Durey und der 78-jährigen Altersgenossen Darius Milhaud und Germaine Tailleferre begangen wurde. Dabei wurde unter anderem ihre „Partita“ für Oboe, Klarinette, Fagott und Streichorchester in einer Bearbeitung für Oboe, Klarinette, Fagott aufgeführt.

    Einige ihrer Werke wurden auch in Amerika aufgeführt, so unter anderem ihre „Jeux de plein air“ in der Orchesterversion unter der Leitung von Serge Koussevitzky.

    Werkverzeichnis

    Das Werkverzeichnis wurde nach Hacquard erstellt; in der 1. Klammer, soweit vorhanden, die Widmung; in der 2. Klammer, soweit bekannt, das Kompositionsdatum; danach in der 3. Klammer Verlag und Erscheinungsjahr; bei unveröffentlichten Werken noch der entsprechende Hinweis.



    I. Instrumentalmusik für Soloinstrumente


    Für Klavier zu zwei Händen:

    L’Aigle de mers (unveröffentlicht)

    Allegro (pour Mme Jane Mortui) (1919) (Musik Fabrik 1998)

    Amazone ; A Mounette (unveröffentlicht)

    Au Pavillon d’Alsace (R. Deiss 1937)

    Barcarolle (unveröffentlicht)

    Berceuse pour piano (1921) (unveröffentlicht)

    Berceuse (à François Lang) (1936) (unveröffentlicht)

    Berceuse (à Désiré Dondeyne) (unveröffentlicht)

    Bretagne (1940) (Salabert 1940)

    Cadences (1935) für das Konzert in e-Moll von Mozart (unveröffentlicht)

    Cadences (1936) für das Konzert in D-Dur von Haydn (unveröffentlicht)

    Chant chinois (unveröffentlicht)

    Charlie Valse (à Charlie [Chaplin]) (1954) (unveröffentlicht)

    Choral en si bémol majeur (à Désiré Dondeyne) (1977) (unveröffentlicht)

    Choral en la mineur (à Désiré Dondeyne) (1978) (unveröffentlicht)

    Coïncidences (unveröffentlicht)

    Course des enfants (unveröffentlicht)

    Dans la clairière (1952) (Philippo 1952)

    Dans les rue de Vienne (unveröffentlicht)

    Deux danses (à Vera Franceschi) (unveröffentlicht)

    Deux pièces (2e pièce pour Mme Mortier) (1914, 1920) (unveröffentlicht)

    Les deux timides (unveröffentlicht)

    Enfantines (13 pièces pour piano, mit 13 unterschiedlichen Widmungen) (Henry-Lemoine 1993)

    Escarpolette (à Elvire) (unveröffentlicht)

    Fleurs de France (1930) (Henry-Lemoine 1962)

    Hommage à Debussy (1920) (Musik Fabrik 1998)

    Impromptus (Jobert 1912)

    Larghetto (à Antoine Blondin) (Henry-Lemoine 1963)

    Marche funèbre comique (unveröffentlicht)

    Mémoires d’une bergère (unveröffentlicht)

    Menuet en si bémol (unveröffentlicht)

    Partita pour piano (1957) (Rongwen Music Inc. 1964)

    Pastorale en ré majeur (à Darius Milhaud) (aus : Album des Six, 1919) (Demets 1920, Max Eschig 1948)

    Pastorale en la bémol (à Ralph [Barton]) (1928) (Heugel1929)

    Pastorale en ut (à Alfred Cortot) (1929) (Heugel1930)

    Le Petit Chose (Choudans 1939)

    Petite Suite pour piano (unveröffentlicht)

    Pièce pour piano en ut majeur (unveröffentlicht)

    Pièce pour piano en mi bémol majeur (unveröffentlicht)

    Pour vos beaux yeux, madame (unveröffentlicht)

    Prologue et Epilogue (unveröffentlicht)

    Romance (à Mme Germaine Tassard) (1913) (Max Eschig 1924)

    Rondeau (à Gunslay) (unveröffentlicht)

    Sérénade (1979) (unveröffentlicht)

    Seule dans la forêt (à Michèle Desgraupes-Giraudeau) (1951) (Billaudot 1958)

    Sicilienne (à Ralph [Barton] (1928) (Heugel 1929)

    Singeries (unveröffentlicht)

    Sonate à la Scarlatti (unveröffentlicht)

    Sonatine pour piano (à Jane Mortier) (1921) (unveröffentlicht)

    Trois Sonatines pour piano (1975-78) (Henri-Lemoine 1993)

    Suite pour piano (unveröffentlicht)

    Tranquillo (unveröffentlicht)

    Valse lente (Henri-Lemoine 1963)

    Valse pour junambule (Philippo 1953)


    Für Klavier zu vier Händen:

    Bidule I (unveröffentlicht)

    Image (1918) (Chester 1921)

    Marchand d’oiseaux (1923) (Heugel 1923)

    Marche burlesque (unveröffentlicht)

    Parisiana (Musik Fabrik 1998)

    Premières prouesses (à Mlles Marie et Thérèse de Kerveguen) (1911) (Jobert 1911, Henri-Lemoine 1955)

    Sonatine (unveröffentlicht)

    Suite burlesque (à Annick Morice) (1979) (Henri-Lemoine 1980)


    Für zwei Klaviere:

    Ballade (à Ricardo Vines) (1920) (Chester 1925)

    Choral et variations (unveröffentlicht)

    Caroline au pays natal (1951) (unveröffentlicht)

    Caroline fait du cinéma (1953) (unveröffentlicht)

    Concerto en ré majeur (à la Princesse Edmond de Polignac) (1925) (Heugel 1925)

    Concertino (à Françoise Tailleferre) (unveröffentlicht)

    Concerto pour deux pianos (unveröffentlicht)

    Trois Etudes (1. À Marguerite Long ; 3. À François Lang) (unveröffentlicht)

    Fandango (à Marianne Singer) (1920) (Musik Fabrik 1998)

    Il était un petit navire (unveröffentlicht)

    Intermezzo (à Jacques et Christian Tual) (Musik Fabrik 1998)

    Jeux de plein air (1. À Marcelle Meyer ; 2. À Juliette Méerovitch) (1917) (Durand 1919)

    Jota (unveröffentlicht)

    Larghetto (unveröffentlicht)

    Menuet en fa (unveröffentlicht)

    Nocturne (unveröffentlicht)

    La Nouvelle Cythère (1929) (Musik Fabrik 1998)

    Paris-Magie (1948) (unveröffentlicht)

    Perpetuum mobile et Promenade en canot (unveröffentlicht)

    Prologue et Epilogue (unveröffentlicht)

    Sonate pour deux pianos (1974) (unveröffentlicht)

    Sonate pour deux pianos (Musik Fabrik 1998)

    Toccata (1957) (Musik Fabrik 1998)

    Deux valses (1. À Henri Sauguet ; 2. À Vittorio Rieti) (Henri-Lemoine 1928)


    Für Orgel:

    Choral pour orgue (unveröffentlicht)

    Nocturne pour Orgue (1977) (Universal Ed. 1985)

    Prélude et fugue (1998) (Musik Fabrik 1998)


    Für Akkordeon:

    Prélude et Java (unveröffentlicht)


    Für Celesta:

    Boîte à musique (unveröffentlicht)


    Für Harfe:

    Concerto f. Harfe u. Klavier (Heugel 1928)

    Douze études pour harpe (1913-14) (unveröffentlicht)

    Sonate à la Scarlatti (unveröffentlicht)

    Sonate pour harpe (1953) (Nouvelles Editions Meridian 1957)


    Für Violine:

    Adagio (1924) f. Violine und Klavier (Heugel 1924)

    Barcarolle für Violine und Klavier (unveröffentlicht)

    Berceuse (1913) ) f. Violine und Klavier (Max Eschig 1924)

    Pastorale en ut (1942) ) f. Violine und Klavier (Elkan-Vogel 1946)

    Sonate No 1 (1921) ) f. Violine und Klavier (Durand 1923)

    Sonate No 2 f. Violine und Klavier (Durand 1951)

    Sonatine pour violon et piano (1973) (Billaud 1974)


    Für Flöte:

    Trois danses für Fl. u. Klav. (Musik Fabrik 1998)

    Forlane (1972) für Fl. u. Klav. (Henri-Lemoine 1973)

    Pastorale en ut (1942) für Fl. u. Klav. (Elkan-Vogel 1946)


    Für Oboe:

    Menuet für Oboe und Klavier (Musik Fabrik 1998)

    Rondo (1972) für Oboe und Klavier (Henri-Lemoine 1973)


    Für Klarinette:

    Arabesque (1973) für Klarinette und Klavier (Henri-Lemoine 1973)

    Menuet für Klarinette und Klavier (Musik Fabrik 1998)

    Sonate pour clarinette seule (1957) (Ronwen Music Inc. 1958)

    Trois danses für Klarinette und Klavier (Musik Fabrik 1988)


    Für Saxophon:

    Menuet für Saxophon und Klavier (Musik Fabrik 1988)


    Für Horn:

    Air de chasse für zwei Hörner (unveröffentlicht)


    Für Trompete:

    Choral (1972) für Trompete und Klavier (Henri-Lemoine 1973)

    Gaillarde (1973) (für Trompete und Klavier (Henri-Lemoine 1973)


    Für unbestimmtes Instrument und Klavier:

    Courtes pièces pour lecture en clé de sol (unveröffentlicht)

    Courtes pièces pour lecture en clé de fa (unveröffentlicht)


    II. Kammermusik


    Für Streicher:

    Streichquartett 1918) (Durand 1921)

    Streichquintett (unveröffentlicht)


    Für Streicher und Klavier:

    Fantaisie (Strq., Klav., 1912) (unveröffentlicht)

    Trio (V., Vc., Klav., 1917)

    Trio (V., Vc., Klav., 1978) (Henri-Lemoine 1980)


    Für Bläser:

    Chant et Pastourelle (Bläserquintett 1979) (unveröffentlicht)

    Nocturne (für Flöte und Klarinetten- oder Saxophontrio) (unveröffentlicht)

    Quatuor de saxophones (1995) (unveröffentlicht)


    Für Holzbläser und Klavier:

    Allegretto (FL., Ob., Kl., Klav.) (Musik Fabrik 1998)

    Sérénade en la mineur (à Laurent Hacquard) (2 Ob., Klar., Fg., Cemb. 1977 ; Transskript. Für Klarinetten- und Saxophonquartette und Klavier) (Musik Fabrik 1998)

    Sicilienne (Fl., 2 Klav., 1953) (unveröffentlicht)

    Sonate champêtre (à Henri Sauguet) (für kl.- oder Saxophontrio u. Klav.) (unveröffentlicht)



    III. Werke für Ensemble

    Amertume – Angoisse – Jacasserie (extraits du film « Sans merveille » (Fl., Ob., Kl., Horn, Fg., Harfe, Celesta, Cemb. Strq.) (Billaudot 1969)

    Divertissement dans le style de Louis XV (unveröffentlicht)

    Etonnement (Ob., Fg., Klav., Cemb. Strq.) (Billaudot 1969)

    Hommage à Rameau (à Georges Auric) (2 Klaviere und Schlagzeug, 1964) (Billaudot 1964)

    Image (à Mme José-Maria Sert) (Fl., Kl., Celesta, Klav. Und Strq., 1918) (Chester 1921)

    Impression, soleil levant (Fl., 2 Klav., Kb.) (unveröffentlicht)

    Mon Cousin de Cayenne (Kl.- oder Sax.trio, Tromp., Schlagzeug u. Klav.) (unveröffentlicht)

    Partita (Fl., Ob., Kl. und Streicher) (Chant du Monde)

    Pastorale (unveröffentlicht)

    Pastorale et nocturne (unveröffentlicht)

    Petite Suite pour orchestre (1958) (Billaudot 1958)

    Poésie chinoise (Célesta, Harfe, Streicher) (unveröffentlicht)

    Rondo en mi bémol (Solo, Instr., Klav.) (unveröffentlicht)

    Sarabande (aus : La Guirlande de Campra) (Salabert 1954)

    Sonate d’A. Scarlatti (1725) (FL., Streicher, Harfe) (unveröffentlicht)

    Sonate champêtre (Kl.- oder Sax.trio u. Str.) (unveröffentlicht)



    IV. Konzerte

    Ballade pour piano et orchestre (à Ricardo Vines) (1922) (Chester 1922)

    Concertino pour flûte, piano et orchestre de chambre (à Jean-Pierre Rampal) (1952) (Pierre Noël 1952, Billaudot 1997)

    Concerto grosso pour deux pianos, chœur mixte, quatuor de saxophones et orchestre (à Pierre Monteux) (Heugel)

    Concertino pour guitare et orchestre de chambre (1964) (unveröffentlicht)

    Concertino pour harpe et orchestre (à Ralph Barton) (1927) (Heugel 1928)

    Concerto No 1 pour piano et orchestre (à la Princesse Edmond de Polignac) (1924) (Heugel 1924)

    Concerto No 2 pour piano et orchestre (à Françoise Tailleferre) (1951) (unveröffentlicht)

    Concerto pour violon et orchestre (à Yvonne Astruc) (1936) (2. Satz : Largo, Durand 1934)

    Trois études pour piano et orchestre (1. À Marguerite Long ; 3. À François Lang) (1940) (unveröffentlicht)

    Morceau symphonique (à Ricardo Vines) (unveröffentlicht)

    Sinfonietta pour trompette en ut, timbales et orchestre à cordes (àAlfred Loewenguth) (1975) (Henri-Lemoine)



    V. Symphonische Werke


    Für Symphonieorchester

    Choral et variations (à Désiré Dondeyne) (unveröffentlicht)

    Final (unveröffentlicht)

    Indicatif pour orchestre (unveröffentlicht)

    Jeux de plein air (Elkan-Vogel / Durand 1926)

    Ouverture (à la Princesse Edmond de Polignac) (1932) (Heugel 1934)

    Quadrille (unveröffentlicht)

    Suite pour orchestre (à Françoise Tailleferre) (1949) (unveröffentlicht)

    Toccata (unveröffentlicht)


    Für Blasorchester:

    Bretagne (unveröffentlicht)

    Choral (unveröffentlicht)

    Choral et Fugue (à François Lang) (unveröffentlicht)

    Hommage à Rameau (Billaudot 1992)

    Marche (1976) (Molenaars Muziekcentrale 1981)

    La Nouvelle Cythère (Musik Fabrik 1988)

    Ouverture (unveröffentlicht)

    Partita (unveröffentlicht)

    Suite-Divertimento (aux Gardiens de la Paix de Paris et à Désiré Dondeyne) (1977) (Molenaars Muziekcentrale 1986)

    Deuxième suite pour orchestre d’harmonie (Robert-Martin 1993)



    VI. Ballette

    Ballet des Parfums (unveröffentlicht)

    Fleurs de France (Henri-Lemoine 1980)

    Marchand d’oiseaux (à Marguerite di Pietro [Marie Blanche de Polignac]) (Heugel 1923)

    La Nouvelle Cythère (Musik Fabrik 1988)

    Parisiana (1953) (Musik Fabrik 1988)

    Paris-Magie (1948) (Musik Fabrik 1988)



    VII. Vokalmusik


    Für Chor:

    Aube (Solo S., gem. Chor, Klav. 1977) (unveröffentlicht)

    Ave Maria (Frauenchor a cap., 1942) (unveröffentlicht)

    Ban’da (Ch. Ohne Worte u. Orch., 1925) (unveröffentlicht)

    Berceuse du petit éléphant (Ch. u. Hörner, 1925) (unveröffentlicht)

    Chant des pagayeurs de l’Ouellé (Ch. u. Orch., 1925) (unveröffentlicht)


    Lieder:

    L’adieu du cavalier (Hommage à Francis Poulenc) (Apollinaire, St. u. Klav., 1963) (unveröffentlicht)

    Le bateau en chocolat (St. u. Klav. 1963) (unveröffentlicht)

    C’est facile à dire (Burgaud, St. u. Klav.) (unveröffentlicht)

    Chanson de Firmin (unveröffentlicht)

    Chanson du marin (unveröffentlicht)

    Chanson du folklore de France (10 Lieder, St. u. kl. Orch., 1955) (Billaudot 1957) ou Chansons populaires françaises No. 1-5

    Chant chinois (unveröffentlicht)

    La chasse à l’enfant (Poème de Jacques Prévert) (à Margo Lion) (1934) (unveröffentlicht)

    Le déjeuner sur l’herbe (Marcy, St. u. Klav., 1955) (unveröffentlicht)

    L’enfant blond (Marcy, St. u. Klav., 1955) (unveröffentlicht)

    Formeries (Tardieu, 3 Lieder) (pour Alix) (unveröffentlicht)

    Histoires secrètes (St. u. Klav., 1957) (unveröffentlicht)

    Lord Byron (2 Lieder, St. u. Klav., 1934) (unveröffentlicht)

    Minuit (Cocteau, St. u. Klav.) (unveröffentlicht)

    Nocturne (Bar. u. Ensemble) (unveröffentlicht)

    Nocturne-Fox (2 Bar. u. Ensemble)

    Onze chants (Pinget, 11 Lieder, St. u. Klav., 1961) (à Mrs. Alice Esty) (unveröffentlicht)

    Paris sentimental (Lacloche, 6 Lieder, St. u. Klav., 1961) (4 unterschiedliche Widmungsträger) (unveröffentlicht)

    Quadrille und Valse des Dépêches, aus: Les Mariés de la Tour Eiffel (1921) (Salabert 1921)



    VIII. Bühnenwerke


    Adalbert (Billaudot 1957)

    L’assemblée des animeaux (1952) (unveröffentlicht)

    Au paradis avec les ânes (Texte de Salmon) (à Darius Milhaud) (Billaudot)

    La bohème éternelle (1952) (unveröffentlicht)

    Le Cid (Corneille, 1978) (unveröffentlicht)

    Les confidences d’un micro (1938) (unveröffentlicht)

    Ici la voix (Texte de Hugnet) (à Pablo Picasso) (unveröffentlicht)

    Madame Quinze (Pièce de Sarment) (1935) (unveröffentlicht)

    Mon cousin de Cayenne (unveröffentlicht)

    Sous les remparts d’Athènes (Claudel, 1927) (unveröffentlicht)

    Le petit brin d’amour (unveröffentlicht)

    Romance du prisonnier (Centore, St. u. Klav., 1957) (unveröffentlicht)

    Une rouille à l’arsenic (Centore, St. u. Klav., 1957) (unveröffentlicht)

    La Rue Chagrin (Centore, St. u. Klav., 1956) (Editions tropicales 1956)

    Le secret (Silvestre, St. u. Klav.) (unveröffentlicht)

    Six chansons françaises (6 Lieder St. u. Klav. 1930) (Heugel 1930)

    Vocalise-étude pour voix élevée (St. u. Klav., 1929) (Leduc 1929)



    IX. Lyrische Werke

    Allegro concertant (Les vaines paroles) (Tardieu, mittl. St., 2 Klav., Schlagzg. Trompete, Strquint., 1977) (Musik Fabrik 1988)

    Le bel ambitieux (Opéra-bouffe, Centore) (Billaudot)

    Cantate du Narcisse (Valéry, S., Bar., Frauenchor und Orch., 1943) (A cœur joie Lyon 1995)

    Concertino pour chant et orchestre (à Janine Micheau) (S. et Orch., 1953) (Henri-Lemoine1982)

    Concerto de la fidélité (à Pierrette [Funck-Brentano] et Bernard [Lefort]) (S. u. Orch., 1981) (Henri-Lemoine 1982)

    Concerto des vaines paroles (Tardieu, Bar., Klav. U. Orch., 1954) (unveröffentlicht)

    La fille d’opéra (Opéra-bouffe, Centore) (Billaudot)

    Il était un petit navire (Satyre lyrique, Jeanson 1950) (unveröffentlicht)

    Le maître (à Roger Nimier) (Kammeroper, Ionesco, 1959) (Billaudot 1974)

    Le marin du Bolivar (Opéra-bouffe, Jeanson)

    Monsieur Petitpois achète un château (à Mme Agathe Mella) (Opéra-bouffe, Centore) (Billaudot)

    Parfums (Comédie musicale, Hirsch, Bouchor, 1951) (unveröffentlicht)

    Pastorale provençale (Soli, Ch. u. Klav.) (unveröffentlicht)

    La pauvre Eugénie (à M. Paul Gilson) (Opéra-bouffe, Jeanson) (Billaudot)

    La petite sirène (Oper, Soupault (Billaudot)

    La rentrée des foins (Jarlot) (unveröffentlicht)

    Zulaina ou le fou raisonnable (Komische Oper, Hirsch) (unveröffentlicht)



    X. Didaktisches Material

    Vingt leçons de solfège à l’usage des débutants



    XI. Filmmusik

    L’Aigle des mers (1954), Dokumentarfilm von Jean Funke

    Anatole (1966), Fernsehfilm von Jean Valère

    Art et les Hommes, Dokumentarfilm für das Fernsehn von „Latouche“

    Artisans ou Le Travail fait par le patron (1956), Dokumentarfilm von Georges Roze

    Ban’da (1925), Dokumentarfilm

    Bretagne (1940), Dokumentarfilm von Jean Epstein

    Caroline au palace (1952), Film von Marco de Gastyne

    Caroline au pays natal (1951), Film von Marco de Gastyne

    Caroline du Sud (1952), Film von Marco de Gastyne

    Caroline fait du cinéma (1953), Film von Marco de Gastyne

    Ce cher vieux Paris (1950), Dokumentarfilm von Marco de Gastyne

    Ces dames aux chapeaux verts (1946), Film von Maurice Cloche

    Ce siècle à cinquante ans (1950), Dokumentarfilm von Denis und Roland Tual

    Coïncidences (1946), Film von Serge Debecque

    La croisière jaune (1933), Dokumentarfilm von André Sauvage

    Les deux timides (1942), Film von Yves Allégret

    Entre deux guerres (1953), Dokumentarfilm

    Evariste Galois ou l’Eloge des mathématiques (1964), Film von Alexandre Astruc

    Gavarni et son temps (1953), Dokumentarfilm von Marco de Gastyne

    Gonfaron

    Grandes personnes (1960), Film von Jean Valère

    Homme, notre ami (1955), Dokumentarfilm von Marco de Gastyne

    Impression, soleil levant (1970), Dokumentarfilm von Anatole Dauman

    Jura, terre d’effort et de liberté (1936), Dokumentarfilm von Maurice Cloche

    Kaïma, danseuse Ouled-Naïl

    Les Marchées du Sud, Dokumentarfilm

    La Parisienne

    Pastorale inca (1931), Dokumentarfilm

    Le Petit chose (1938), Film von Maurice Cloche

    Les plus beaux jours (1956), Dokumentarfilm von Marco de Gastyne

    Pour vos beaux yeux, madame

    Provincia (1937), Dokumentarfilm von Maurice Cloche

    Les requins sur nos côtes (1960), Dokumentarfilm von G.-A. Bollore

    Les requins sur nos plages (1959), Dokumentarfilm von G.-A. Bollore

    Robinson (1957), Film von Marco de Gastyne

    Le Roi de la Création (1952), Dokumentarfilm von Marco de Gastyne

    Sans mervielle (1964), Fernsehfilm von Michel Mitrani, Szenario und Dialoge von Marguerite Duras und Gérard Jarlot

    Les Souliers (1935), Film von Paul Devred

    Sur les routes d’acier (1938), Dokumentarfilm von Boris Peskine

    Symphonie graphique (1937), Dokumentarfilm von Maurice Cloche

    Torrents (in Zusammenarbeit mit Auric) (1946), Film von Serge de Poligny


    Diverse wissenschaftliche Kurzfilme von Jean Painlevé



    XII.Schriften:

    Mémoires à l’emporte-pièce, gesammelt und veröffentlicht von Frédéric Robert, in : Revue internationale de musique française (RIMF) 7. Jg., Nr. 19 (Februar 1986), S. 6-82.

    Quellen

    Sekundärliteratur

    Anders-Malvetti, Ursula: Ästhetik und Kompositionsweise der Gruppe der Six. Studien zu ihrer Kammermusik aus den Jahren 1917-1921, Echternach Editions phi 1998.


    Dies.: „Germaine Tailleferre (1892-1983)“. In: Clara Mayer (Hg.), Annäherung XII – an sieben Komponistinnen. Portraits und Werkverzeichnisse, Kassel: Furore-Verlag 2001, S. 121-148.


    Auric, Georges: Quand j’étais là…, Bernard Grasset, Paris 1979


    Ders : Vorwort zu „Le Coq et l’Arlequin“, Paris Editions Stock 1979.


    Bierbaum, Angelika: „Germaine Tailleferre“. In: Komponistinnen von A–Z. Eine Sendereihe in 52 Folgen, Südwestfunk Baden-Baden o. J.


    Bruyr, José: « Germaine Tailleferre ». In: L’écran des musiciens (2) 1933, S. 91-98.


    Ders.: „Germaine Tailleferre“. In: Musica xxxvi 29.3.1957.


    Chamfray, Claude: „Hommage à Germaine Tailleferre“. In: Le courrier musical, No. 39, 1972, S. 119.


    Cocteau, Jean: Le Coq et l’Arlequin. Notes autour de la musique, Paris Editions de la Sirène 1918, wieder verlegt bei den Editions Stock 1979 (mit einem Vorwort von Georges Auric von 1978).


    Ders.: Vocabulaire, Plaint chant et autres poèmes (1922-1946), Paris 1983, S. 123.


    Ders.: Antigone, suivi de Les Mariés de la Tour Eiffel, Gallimard, Paris 1948.


    Collaer, Paul: Darius Milhaud, Genève – Paris Editions Slatkine 1982.


    Curtius, Ernst Robert: Die französische Kultur, München 2. Auflage 1975.


    Duhme-Hildebrand, Brigitta: Die französische Musikerin Germaine Tailleferre (1892-1983): Leben und Werk unter dem Aspekt des Vergnügens an der Musik, Köln 1991.


    Frémlot, Marcel: „Germaine Tailleferre“. In: Blume, Friedrich (Hg.): Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 13, S. 62. München DTV und Bärenreiter-Verlag 1989.


    Gelfand, Janelle: Germaine Tailleferre (1892-1983). Piano and Chamber works (thèse). University of Cincinnati College Conservatory of Music, 1999


    Hacquard, Georges: Germaine Tailleferre. La dame des Six, Paris 1998.


    Ders.: La vie trépidante de Germaine Tailleferre, la plus ,classique‘ des compositrices françaises, Paris 1998.


    Hoérée, Arthur: „Germaine Tailleferre”. In: Sadie, Stanley (Hg.): The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 18, S. 527-528. London, Washington, Hong Kong, Macmillan Publishers Limited 1980.


    Hurard-Viltard, Eveline: Le groupe des Six. Ou le matin d’un jour de fête, Paris Méridiens Klincksieck 1987.


    Jourdan-Morhange, Hélène: Mes amis musiciens, Paris Editions français réunis 1955.


    Landormy, Paul : La musique française après Debussy, Paris 1943.


    Lécroart, Pascal: Paul Claudel et la renovation du drame musical: étude des ses collaborations avec Darius Milhaud, Arthur Honegger, Paul Collaer, Germaine Tailleferre, Louise Vetch, Sprimont (Belgien), Mardaga 2004.


    Ders.: „Les années vingt”. In: Revue internationale de musique française (RIMF) 10. Jg., Nr. 29 (Juin 1989).


    Melkis-Bihler, Ruth: Pierre-Oktave Ferroud (1900-1936). Ein Beitrag zur Geschichte der Musik in Frankreich, Frankfurt a. Main: Peter Lang Verlag 1995.


    Mitgang,Laura: La Princesse des Six. A life of Germaine Tailleferre, B. A. dissertation, Oberlin College, Ohio 1982.


    Dies.: Germaine Tailleferre: Before, During and after Les Six, in Judith Lang Zaimont (Hg.): The musical woman (11), Greenwood Press 1987, S. 177-221.


    Potter, Caroline and Robert Orledge: Germaine Tailleferre (1892-1983). A centenary appraisal. In : Muziek & Wetenschap (Dutch Quaterly for Musicology) Bd. 2, Nr. 2, Amsterdam 1992, S. 109-128.


    RIMF, Nr. 29: Les années vingt, Champion – Slatkine Paris - Genève Juin 1989.


    Ritter, Magdalena : « Verwirklichung der ästhetischen Positionen aus der Schrift Jean Cocteaus ,Le coq et l’arlequin’ in der Musik von Germaine Tailleferre », Wien 2009.


    Roland-Manuel, Maurice: „Esquisse pour un portrait de Germaine Tailleferre”. In: Revue Pleyel, November 1926, S. 54-55.


    Roy, Jean: „En souvenir de Germaine Tailleferre”. In: Diapason 386, Oktober 1992, S. 50-51.


    Ders.: Le groupe des Six, Paris 1994.


    Roster, Danielle: Allein mit meiner Musik. Komponistinnen in der europäischen Musikgeschichte, éditions phi Echternach 1995. Neuauflage als: Die großen Komponistinnen. Lebensberichte, Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 1998 und die Übersetzung ins Französische: Les femmes et la création musicale: Les compositrices européennes du Moyen Age au milieu du XXe siècle. Paris Editions Harmattan 1998.


    Dies.: „Die vergessene Sechste. Germaine Tailleferre und die ‚Groupe des Six‘“, In: Clarino 10/1991, S. 12-14.


    Scherliess, Volker: Neoklassizismus: Dialog mit der Geschichte, Bärenreiter-Verlag (Bärenreiter Studienbücher Musik, Bd. 8) Kassel 1998.


    Shapiro, Robert: Germaine Tailleferre. A Bio-Bibliography, Westport, Connecticut 1994.


    Tailleferre, Germaine: Mémoires à l’emporte-pièce, gesammelt und veröffentlicht.von Frédéric Robert. In: Revue internationale de musique française (RIMF) 7. Jg., Nr. 19 (Februar 1986), S. 6-82.


    Trickey, Samuel Miller: Les Six, Dissertation, Denton University Texas, USA 1955.

    wysiwyg://20/http://fr.fortunecity.com/musique/laclef/90/tailleferrebiography.htm (Germaine Tailleferre Biographic Sketch, S. 1-5.)



    Diskografie (Auswahl)

    CDs:

    Image; Streichquartett; Violinsonaten 1 & 2; Sonate f. Klar. solo: Arabesque; Forlane. Klaviertrio Siebler, Marshall, Gassenhuber, Eggebrecht, Fanny-Mendelssohn-Quartett u. a. TroubaDisc 01406.


    Concertino für Harfe & Klavier; 6 chansons françaises; Vocalises pour voix élevée; Fleurs de France, Partita ; La Rue Chagrin ; Harfensonate. Art Nouveau Ensemble. Nuova Era7341.


    Milhaud, Poulenc, Tailleferre, Honegger : Werke für Klarinette und Klavier. W. Grund, Klarinette und N. Popov, Klavier Gallo 573.


    Les Mariés de la Tour Eiffel. D. Milhaud, Orchestre National de l’O.R.T.F. Adès 14.146-2 (und Durey: Les Soirées de Valfère op. 96).


    Les Mariés de la Tour Eiffel. Katz, Ensemble Erwartung, Desgraupes. MP. und Honegger: Six Poésies de Jean Cocteau, Milhaud: Les machines agricoles. L’éventail de Jeanne ; Les Mariés de la Tour Eiffel. Philharmonia Orchestra, Simon. Chandos.


    Germaine Tailleferre: Klavierwerke: Fleurs de France, Pastorale en la bémol, Romance, Patsorale en ut, Petite suite, Au Pavillon d’Alsace, Enfantines, Deux pièces pour piano, Partita, Sicilienne. Luba Timofeyeva, Klavier.


    Le Groupe des Six. Werke für Querflöte und Klavier, Germaine Tailleferre: Pastorale Allegretto (1942) und Forlane (1972) u.a. Werke der anderen Mitglieder der Six.


    Les Six: Musik für Klarinette und Klavier Tailleferre: Arabesque, (1922) und Sonate pour clarinet seule (1957) und andere Werke der Six. Victoria Soames Samek, clarinet – Julius Drake, piano.


    Groupe des Six und Zeitgenossen, Oboe und Klavier; Tailleferre: Rondo (1973 ersch.) u. Werke von Milhaud, Poulenc, Auric, Migot, Jolivet, Barraud, Rivier und Bozza. Fabian Menzel, Oboe und Bernhard Endres, Klavier.

    Music of Les Six für Klarinette und Klavier: Arabesque, Menuet und andere Werke von Milhaud, Honegger, Auric und Poulenc; Eric Wachmann, Klarinette und Ted Reuter, Klavier.


    Les Six; Arabesque für Klarinette und Klavier, Rondo für Oboe und Klavier, und andere Werke von Milhaud, Auric, Honegger, Durey und Poulenc; Arundo-Donax Ensemble, Azzurra Music, 2002.


    The Complete Works of Les Six for Flute & Piano: Forlane, Pastorale und andere Werke von Honegger, Milhaud, Poulenc, Auric und Durey. Emily Benyon, flute; Andrew West, piano; Hyperion CDA67204 73m DDD.


    Harp Recital: Werke von André Caplet, Germaine Tailleferre, C. Ph. E. Bach, Heinz Holliger, Britten; Sarah O’Brien, Harfe; Audite/ 2007.02.14.


    Concertos du XXe siècle. Werke von Williams, Tailleferre, Tomasi, Snell ; Foundation Philharmonique Orchestra, Editeur ASV.


    Flötensonaten: 2. Sonate, Forlane und andere Werke von Poulenc, Tansman, Feld und Françaix; Richard Sherman, Flöte und Ralph Votapek, Klavier.


    Concerto grosso für 2 Klaviere, Sänger, Saxophone und Orchester und andere Werke von Snyder und Poulenc; Clinton-Narboni Duo (Klaviere).


    Klavierlieder: Six chansons françaises und andere Werke von Maurice Emmanuel und Jean Langlais; Enikö Butkai, Sopran und Till Alexander Körber, Klavier.


    Streichquartette von Tailleferre, Milhaud und Ravel; Leipziger Streichquartett (Andreas Seidel: Violine, Tilman Büning: Violine, Ivo Bauer: Viola, Matthias Moosdorf: Violoncello.

    Musique & art nouveau: Tailleferre: Pastorale en Ré (1919),


    Romance (1913), Hommage à Debussy (1920) und andere Werke von Milhaud, Poulenc, Lili Boulanger, Ibert, Ravel, Debussy, und Satie.


    Sonata Nr. 2 für Violine und Klavier, Pastorale für Violine und Klavier, Berceuse, Adagio, Sonatine für Violine und Klavier, Sonata Nr. 1 für Violine und Klavier; Werke für Klavier:


    Romance, Impromptu, Pastorale in D-Dur, Pastorale in As-Dur, Pastorale in C-Dur, Hommage à Debussy, Rondo für Oboe und Klavier (Robert Ingliss: Oboe), Choral für Trompete und Klavier, Gaillarde für Trompete und Klavier (Raymond Mase: Trompete), Ruth Ehrlich: Violine und Marcia Eckert: Klavier.


    Images, Quatuor, Forlane, Chansons populaires françaises, Sonate für Harfe, Deux valses, Gaillarde; Nicole A. Paiement: conductor.


    Deux pièces pour piano (Larghetto et Valse lente), Concerto pour piano (3 mouvements), Pastorale en Lab pour piano, Partita (3 mouvements), Pastorale pour violon et piano, Concerto pour violon et piano, Impromptu ; Nicole Paiement : conductor.


    Concertino für Harfe und Orchester (3 Sätze) und andere Werke von Saint- Saëns, Rodrigo und Castelnuovo-Tedesco; Nicanor Zabaleta: Harfe, Orchestre National de l’ORTF, Paris und andere Interpreten.


    Klavierwerke: Impromptu, Romance, Pas trop vite, Pastorale in D-Dur, Hommage à Debussy, Très vite, Oastorale in As-Dur, Sicilienne, Pastorale in C-Dur, Fleurs de France, Chiens, Pastorale Inca, Au Pavillon d’Alsace, Bretagne, Larghetto, Valse lente, Fugue du parapluie, Pièce en forme Samba, Partita pour piano, Rêverie.


    Streichquartette von Tailleferre, Debussy und Ravel ; Euridice Quartet (Caroline Strumphler, Henriëtte Luytjes, Eva Müller, Tanya Tomkins).


    Werke für Violine und Klavier: Sonata Nr. 1, Sonata Nr. 2, Sonatina, Berceuse und eine Violinsonate von Ravel; Franco Mezzena: Violine und Bruno Mezzena: Klavier.

    Intermezzo, Larghetto, Jeux de plein air, Toccata, Suite burlesque, Deux valses, Fandango, La nouvelle Cythère, Image, Sonate ; Clinton-Narboni Duo (Klaviere)


    Klaviermusik: Impromptu, Romance, Pas trop vite, Pastorale in D-Dur, Hommage à Debussy, Très vite, Pastorale in As-Dur, Sicilienne, Pastorale in C-Dur, Fleurs de France, Chiens, Pastorale Inca, Au pavillon d’Alsace, Bretane, Larghetto, Valse lente, Fugue du Parapluie, Partita für Klav.,


    Kammermusik: Trio für Klav., Vle. und Vc., Berceuse für Vle und Klav., Sonate Nr. 1 für Vle und Klav., Adagio für Vle und Klav., Sonate Nr. 2 für Vle und Klav., Sonatine für Vle und Klav.


    Concertino für zwei Gitarren und Orchester und Werke anderer Komponistinnen, 1. Gitarre: Chris Bilobram, 2. Gitarre: Christina Schumann, Klavier: Reinhard Wolschina

    Hommage à Rameau f. 2 Klaviere und Schlagzeug ; Suite burlesque f. Klavier vierh. ; Premières Prouesses f. Klavier vierh. Orvieto, Maioli, Tammittam Percussion Ensemble. Dynamic (und Maderna : Konzert f. 2 Klaviere & Instrumente ; Serenata per un Satellite, Donatoni : Cloches III).


    Klaviertrio (1978). Clementi-Trio Köln. Largo. (und Milhaud: Klaviertrio (1968); Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 1 op. 8; Roslavets: Klaviertrio Nr. 3 (1921)).


    Adagio, Berceuse, Pastorale, Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier, Sonatine für Violine und Klavier, Valse lente, Seule dans la forêt, Larghetto und Werke von Poulenc; Raimund Lissy: Violine und Jan Latham-Koenig: Klavier


    Trio für Violine, Violoncello und Klavier, Calme sans lenteur, Sonate Nr.1 für Violine und Klavier, Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier, Sonatine für Violine und Klavier, Berceuse für Violine und Klavier, Adagio für Violine und Klavier, Pastorale für Violine und Klavier; Cristina Ariagno: Klavier, Massimo Marin: Violine, Manuel Zigante: Violoncello


    Violinsonaten Nr. 1 & 2; Sonatine f. Violine & Klavier; Andantino f. Violine & Klavier. Franco u. Bruno Mezzena. Dynamic (und Ravel: Violinsonate).


    Alle Werke f. Fl. u. Klav. Emily Beynon: Fl. u. Andrew West: Klav. Hyperion (und Werke von Poulenc, Auric, Tailleferre, Durey, Honegger, Milhaud).


    Harfenkonzert / Zabaleta, Larde, Orchestre National de l’O.R.T.F., Martinon. DGG (und Saint-Saëns: Morceau de Concert op. 154; Boieldieu : Harfenkonzert; Ravel : Introduction & Allegro für Harfe, Flöte, Klarinette, Streichquartett).


    Sonate f. Harfe. Isabelle Moretti, Harfe. HMF (und Casella : Sonate op. 68, Hindemith : Sonate (1939), Dussek: Sonate, C. Ph. E. Bach : Sonate Wq. 139).


    Concertino f. Harfe u. Orchester. Benet, Cheng, Women’s Philharmonic, Falletta. Koch (und C. Schumann:

    Klavierkonzert op. 7, F. Mendelssohn: Ouvertüre (1831), Boulanger: D’un soir triste, D’un matin du Printemps).



    Links

    http://www.musicologie.org/Biographies/t/tailleferre.html

    [aktuelle Verweise auf Artikel, Dokumente, Bilder usw. im Internet]

    Forschung

    Erschienen sind bisher mehrere Biografien: eine deutsche von Brigitta Duhme-Hildebrand und eine französische von Georges Hacquard, die sich ausschließlich und umfangreich mit Leben und Werk der Komponistin Germaine Tailleferre auseinandersetzen. In den deutschen Abhandlungen über die „Groupe des Six“ – unter anderem von Ursula Anders-Malvetti - und der amerikanischen Dissertation „Les Six“ von Samuel Miller Trickey (siehe Quellen) gibt es auch einige Werkanalysen, wohingegen es in den französischen Büchern und Schriften kaum musikanalytische Studien der Werke Germaine Tailleferres gibt. Ein weiteres wichtiges Buch über die „Groupe des Six“ stammt von Evelyne Hurard-Viltard.

    Die Rolle Germaine Tailleferres als einziger Frau innerhalb

    der „Groupe des Six“ wird in einem sehr knappen Artikel von Danielle Roster dargelegt.


    Viele Quellen zu Germaine Tailleferre befinden sich in der „Bibliothèque nationale de France“ in Paris.


    Eine wichtige Adresse ist die „Association Germaine Tailleferre“. (Präsident: Georges Hacquard)109, rue Notre-Dame-des-Champs. F-75006 Paris.

    Forschungsbedarf

    Es gibt noch ca. 130 unpublizierte Kompositionen von Germaine Tailleferre, die noch nicht analysiert worden sind.

    Ein lohnendes Projekt wäre somit die Erstellung einer kritischen Gesamtausgabe der veröffentlichten und der noch nicht publizierten Werke Germaine Tailleferres.

    Außerdem steht noch eine detaillierte Studie zu Tailleferres Rolle als Frau innerhalb der „Six“ an.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 14959725
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 119044730
    Library of Congress (LCCN): n80065562
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Ursula Anders-Malvetti


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 09.12.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Ursula Anders-Malvetti, Artikel „Germaine Tailleferre“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 9.12.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Germaine_Tailleferre