Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (100%)
  • Deutsch
  • Fanny Davies

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin Fanny Davies. Fotografie von Elliott & Fry, London, vermutlich während der NS-Zeit handschriftlich mit „Jüdin!“ versehen.
    Namen:
    Fanny Davies
    Lebensdaten:
    geb. in Insel Guernsey, (damals) Großbritannien
    gest. in London, England

    Fanny Davies wurde von englischen Eltern auf der Kanal-Insel Guernsey geboren, zog aber bereits als Kind zurück nach Birmingham. Später gab sie verschiedentlich Birmingham als ihren Geburtsort an.
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Kammermusikerin, Klavierpädagogin, Verfasserin von Artikeln über Johannes Brahms und Joseph Joachim
    Charakterisierender Satz:

    „Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich wirklich gute Musik: zuerst das g-Moll-Quartett von Brahms und anschließend Schumanns Symphonische Etüden, gespielt von Fanny Davies. Es war eine Offenbarung. Bis heute ist mir ihr phänomenales Spiel, so brillant und doch so kultiviert, das perfekte Phrasieren und die vollkommene Technik im Gedächtnis geblieben.“ (Adelina de Lara 1996 [1955], S. 211f.)


    Profil

    Die Clara Schumann-Schülerin Fanny Davies war über 40 Jahre im europäischen und insbesondere englischen Musikleben als Solopianistin, Kammermusikerin und Musikpädagogin präsent. Ihr besonderes Interesse galt dabei der Musik von Robert Schumann und Johannes Brahms. Zugleich führte sie Werke von Claude Debussy und Alexandr Skrjabin in England ein und durchforstete Archive auf der Suche nach alter englischer Virginalmusik, die sie in ihre Konzertprogramme aufnahm. Als Kammermusikerin musizierte sie mit MusikerInnen wie Johannes Brahms, Joseph Joachim, Richard Mühlfeld, Julius Klengel, Alfredo Piatti und dem Rosé-Quartett; in späteren Jahren kam Pablo Casals hinzu. Fanny Davies trat u. a. in der St. James’s Hall und im Crystal Palace in London auf, im Bösendorfer Saal in Wien und dem Gewandhaus in Leipzig.

    Vermutlich unterrichtete sie regelmäßig, nähere Hinweise auf Schülerinnen und Schüler liegen bislang jedoch nicht vor. 1909 und 1928/1929 hat Fanny Davies mehrere Werke auf Welte-Mignon-Rollen bzw. auf Schallplatten eingespielt.

    Orte und Länder

    Fanny Davies wurde auf der Insel Guernsey geboren und wuchs in Birmingham, England, auf. Mit 21 Jahren kam sie nach Deutschland, um in Leipzig Klavier zu studieren. Bereits nach einem Jahr wechselte sie an das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt a. M. und setzte ihr Studium bei Clara Schumann fort. Im Jahr 1885 kehrte sie nach England zurück und ließ sich in London nieder. Dort starb sie 1934.

    Mehrere Konzertreisen führten sie nach Deutschland, Frankreich, Österreich-Ungarn, Italien und Spanien.

    Biografie

    Fanny Davies wurde am 27. Juni 1861 auf der Kanal-Insel Guernsey (damals Großbritannien) geboren und wuchs in Birmingham auf. Ab dem Alter von fünf Jahren erhielt sie dort Klavierunterricht bei einer Miss Welchman und spielte bereits mit sieben Jahren auf einem Wohltätigkeitsbazar im Stadthaus Birmingham (Ehrlich 1893, S. 78). Später wurde sie von Charles Edwin Flavell in Klavier und A. R. Gaul in Harmonielehre und Kontrapunkt unterrichtet. Im Jahr 1882, mit 21 Jahren, kam sie an das Leipziger Konservatorium, wo sie bei Carl Reinecke und Oskar Paul das Fach Klavier sowie bei Salomon Jadassohn Kontrapunkt studierte. Bereits ein Jahr später wechselte sie an das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt am Main und setzte ihr Studium bei schu1819 fort; gleichzeitig unterrichtete Bernhard Scholz sie in Komposition. Innerhalb kürzester Zeit wurde Fanny Davies in den Freundeskreis um Clara Schumann aufgenommen und lernte dort u. a. Johannes Brahms und Joseph Joachim kennen, mit dem sie später sowohl in Deutschland als auch in England konzertierte. Ihre Kommilitonin Mathilde Verne schrieb in ihren Memoiren über die Frankfurter Studienzeit: „One of the other pupils, Fanny Davies, was considerably older than myself, and already a splendid pianist. […] I was very much impressed to see her bending over the keyboard with such great fervour: I knew at once that she was thinking of the legato touch, and trying very hard to get it. She hung on every word which fell from the lips of Madame Schumann, with such passion, that I was quite astonished, but I understood and admired this attitude of devotion later […].” („Eine der anderen Schülerinnen, Fanny Davies, war viel älter als ich und bereits eine ausgezeichnete Pianistin. [...] es beeindruckte mich tief, sie mit solcher Begeisterung über die Tastatur gebückt zu sehen. Ich wußte sofort, daß sie an den Legato-Anschlag dachte und sich sehr um ihn bemühte. Die Leidenschaft, mit der sie an jedem Wort hing, das von den Lippen Madame Schumanns fiel, erstaunte mich sehr, aber ich begriff und bewunderte diese ehrfürchtige Haltung später [...].“; Verne 1936, S. 34; Übersetzung: Verne 1996, S. 161).

    Obwohl Fanny Davies nur zwei Jahre in Frankfurt studierte, blieb sie Clara Schumann ein Leben lang verbunden und würdigte sie und die mit ihr verbundenen Menschen in verschiedenen Artikeln für Zeitschriften. Sie schrieb über Johannes Brahms, über Robert Schumann sowie über den Geiger und Berliner Hochschuldirektor Joseph Joachim. Noch in den späten 1920er-Jahren zeigt sich ihre Prägung durch die Schule Clara Schumanns, etwa wenn Fanny Davies über die Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven schreibt: „The tempo of a Beethoven concerto could never be that of a purely virtuos concerto in which the interest centres more on its glittering runs, as such, than on its musical and poetical contents.” („Das Tempo eines Beethoven-Konzertes könnte niemals das eines rein virtuosen Konzertes sein, bei dem sich die Aufmerksamkeit mehr auf glänzende Läufe als auf den musikalischen und poetischen Gehalt richtet.“; Davies 1927, S. 226)


    Nach Beendigung ihres Studiums 1885 kehrte sie nach England zurück und debütierte am 17. Oktober 1885 mit dem 4. Klavierkonzert G-Dur op. 58 von Ludwig van Beethoven im Londoner Crystal Palace. Innerhalb kürzester Zeit etablierte sie sich als Pianistin im englischen Musikleben. Sie trat am 16. November 1885 in den „Monday Popular Concerts“ in der St. James’s Hall London u. a. mit Johann Sebastian Bachs „Chromatischer Fantasie und Fuge“ auf, gab in der gleichen Saison Konzerte mit Joseph Joachim und dem Cellisten Alfredo Piatti und hatte ihren ersten Auftritt in der Royal Philharmonic Society London am 15. April 1886 mit William Sterndale Bennetts Klavierkonzert c-Moll op. 9; ihr letztes Konzert dort gab sie fast 30 Jahre später, am 15. November 1915 mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert G-Dur KV 453 unter der Leitung von Thomas Beecham.

    In ihren eigenen Klavierabenden führte sie unter anderem Werke von Claude Debussy und Alexandre Scrjabin in England ein und war zudem bekannt dafür, dass sie auch englische Virginalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts auf ihre Programme setzte, vor allem Kompositionen von William Byrd. Sie war die erste Pianistin, die im Juli 1921 ein Solokonzert in Westminster Abbey gab und auch in anderen Kathedralen Englands spielte, so z. B. in Winchester und York. Edward Elgar widmete ihr sein „Concert Solo“ Allegro op. 46.


    Von Ende 1887 bis Anfang 1888 unternahm Fanny Davies eine Konzertreise durch Deutschland. Sie spielte am 15. November 1887 mit Joseph Joachim in der Singakademie Berlin und am 20. November im alten Gewandhaus Leipzig, wo sie gemeinsam mit dem Geiger Adolph Brodsky die Sonate a-Moll op. 7 von smyt1858 uraufführte. Am 5. Januar 1888 folgte ihr Debüt im „Zwölften Gewandhaus-Conzert“. Weitere Konzerttourneen führten sie unter anderem nach Rom (1890), Bonn (Beethoven-Festival 1893), Wien (1895), Mailand (1895 und 1904), Bergamo (Donizetti Centenary Festival 1897), Paris (1902, 1904 und 1905), Prag (1920) und Holland (1920/1921).


    Überdies war Fanny Davies eine gesuchte Kammermusikerin und Klavierbegleiterin. Sie konzertierte regelmäßig mit Joseph Joachim (so z. B. im April 1892 die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms) sowie den Cellisten Alfredo Piatti und Julius Klengel. Sie führte mit Richard Mühlfeld und Robert Hausmann Brahms’ Klarinettentrio a-Moll op. 114 erstmals in London auf (März/April 1892) und musizierte gemeinsam mit dem Rosé-Streichquartett sowie dem Böhmischen Streichquartett. In späteren Jahren arbeitete sie mit Pablo Casals zusammen (1911-1914) und trat 1923 mit dessen Orchester in Barcelona mit Beethovens Klavierkonzert G-Dur op. 58 und Brahms’ Klavierkonzert B-Dur op. 83 auf. Sie begleitete 1894 bis 1896 den Bariton David Bispham bei dessen Liederabenden und ging 1907 mit dem Tenor Gervase Elwes auf eine Deutschlandtournee, unter anderem mit Liedern von Johannes Brahms.

    Ihre Vorliebe für die Kammermusik von Johannes Brahms schlug sich auch in einem Beitrag mit dem Titel „Some Personal Recollections of Brahms as Pianist and Interpreter“ nieder, den sie 1929 für den ersten Band von „Cobbett's Cyclopedic Survey of Chamber Music“ schrieb.


    Neben ihrer Tätigkeit als Pianistin unterrichtete Fanny Davies vermutlich über den gesamten Zeitraum ihres Berufslebens. Näheres über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nicht bekannt. Es ist jedoch zu vermuten, dass sie direkt nach ihrem Studium bei Clara Schumann begonnen hatte als Musikpädagogin zu arbeiten, denn bereits 1885/1886 bereitete sie die Pianistin Adelina de Lara auf ein Studium bei Clara Schumann vor (vgl. de Lara 1996 [1955], S. 212). In den 1890er-Jahren übernahm Fanny Davies teilweise die Schülerinnen und Schüler von Mathilde Verne, wenn diese auf Tournee war (vgl. Verne 1936, S. 78).


    Im März 1909 bespielte Fanny Davies in Leipzig mehrere Welte-Mignon-Rollen für die damalige technische Innovation der Welte-Mignon-Reproduktionsklaviere, u. a. mit Werken von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann sowie mit Kompositionen weniger bekannter Komponisten wie z. B. Giovanni Sgambati und Matthias van den Gheyn. Darüber hinaus machte Fanny Davies von 1928 bis 1930 mehrere Schallplattenaufnahmen mit Werken von Robert Schumann für die „English Columbia“ bzw. die „American Columbia“, darunter das Klavierkonzert a-Moll op. 54 (gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Ernest Ansermet), die „Kinderscenen“ [sic] op. 15, die „Davidsbündlertänze“ op. 6 sowie Schumanns „Fantasiestücke“ op. 12.


    Wie Frank Dawes in seinem Artikel über Fanny Davies im „New Grove of Music and Musicians“ 1980 andeutete, scheint die Pianistin in den letzten Lebensjahren unter Armut und Krankheit gelitten zu haben (vgl. Dawes 1980, S. 273). Genaueres hierzu ist nicht bekannt. Fanny Davies starb am 1. September 1934 im Alter von 73 Jahren in London.

    Würdigung

    Fanny Davies zählte zu den bekanntesten englischen Pianistinnen ihrer Zeit. Dabei blieb sie besonders dem Kreis um ihre Lehrerin Clara Schumann sowohl in Deutschland bzw. Österreich-Ungarn als auch in England über viele Jahre verbunden. Sie trat mit Joseph Joachim, Julius Klengel und Richard Mühlfeld häufig auf und legte in der Kammermusik einen besonderen Schwerpunkt auf die Werke von Johannes Brahms (vgl. Bozarth 2003). Noch zu Beginn der 1930er-Jahre galt sie als die englische Repräsentantin der Clara-Schumann-Tradition. Bereits 1891 hatte Hermann Klein festgestellt, Fanny Davies habe – wie auch der Clara Schumann-Schüler Leonard Borwick – „embodied in a remarkable degree the unique qualities of the romantic school of which [...] Clara Schumann was admittedly the most spontaneous and finished exponent. The succes of these two native artists was destined to afford great encouragement to rising students both in England and on the continent. It also helped to create among the general mass of amateurs a taste for pianoforte playing of a more warm-blooded type […].“ („in einem bemerkenswerten Grad die einmaligen Qualitäten der romantischen Schule verinnerlicht, von der [...] Clara Schumann die spannendste und vollendete Vertreterin war. Der Erfolg der beiden Schüler war dafür bestimmt, aufstrebende Studenten sowohl in England als auch auf dem Kontinent zu ermutigen. Er half auch dabei, bei der großen Menge von Laien ein Gefühl für ein beseeltes Klavierspiel zu entwickeln [...].“; zit. n. Artikel „Fanny Davies“ in Wikipedia England vom 1. Juni 2007)


    Dennoch war Fanny Davies von Seiten der Musikkritik umstritten. So hatte z. B. Bernhard Vogel im November 1887 Fanny Davies noch als „eine gute, wenngleich nicht hervorragende Pianistin“ (NZfM 1887, S. 544) bezeichnet. Zwei Monate später schrieb er in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ über ihr Debüt im 12. Gewandhauskonzert am 5. Januar 1888 zwar verhalten, aber dennoch anerkennend: „Frl. Fanny Davies aus London gab in Beethoven’s Gdur-Concert, wie in Reinecke’s Esdur-Gavotte, Mendelssohn’s ‚Lied ohne Wort’ (Gdur, 5, 7, Nr. 1 [sic]) und Rubinstein’s bekannter Etude unverkennbare Beweise eines erheblichen Fortschrittes nach rein musikalischer wie virtuoser Beziehung. Es verläugnet sich in ihrem Spiele weder der Segen einer gediengenen auf technische Correctheit vor Allem sehenden Schule, noch auch ein starkes Streben nach einer gewissen Stilgröße; auch der Individualität sicherte sie bisweilen ihre Rechte. Kraft solcher Eigenschaften stellt sie sich als eine sehr sympathische Pianistin, die vollkomen der ihr reichlichst gezollten Beifallsspenden würdig ist.“ (NZfM 1888, S. 22)

    Auch George Bernhard Shaw schwankte in seinem Urteil. Nachdem er im Mai 1892 ihr Spiel von Beethovens Choralfantasie mit der für ihn typischen Wortgewalt verurteilt hatte – „To those who cannot understand how anybody could touch a note of that melody without emotion, her willing, affable, slap-dash treatment of it was a wonder.“ (Für jene, die nicht verstehen können, wie irgend jemand einen Ton dieser Melodie ohne Gefühl spielen kann, war ihre willige und freundliche Hopplahop-Manier ein Wunder.“; in: „The World” vom 4. Mai 1892) –, zeigte er sich ein Jahr später von ihrer Interpretation des Chopin’schen Klavierkonzerts f-Moll im Crystal Palace London (8. April 1893) begeistert: „[...] a triumph for Miss Fanny Davies in Chopin’s F minor concerto – the most successful feat of interpretation and execution I have ever heard her achieve.“ („[...] ein Triumph für Miss Fanny Davies in Chopins f-Moll-Konzert – die erfolgreichste Interpretation und Ausführung, die ich sie jemals vollbringen hörte.“; in: „The World“ vom 19. April 1893, zit. n. Laurence 1981, II, S. 861)


    Über aller Kritik besteht jedoch bis heute Einigkeit darin, dass Fanny Davies eine Künstlerpersönlichkeit war, deren musikalische und persönliche Integrität außer Zweifel stand. H. C. Colles hat dies in einem Lexikonartikel für die 5th Edition des “Grove” folgendermaßen in Worte gefasst: “She was distinguished as an artist who sought the best in music wherever it might be found, and who both in her own playing and her teaching put the ideal of serving the art before all personal considerations.“ (Sie wurde als eine Künstlerin anerkannt, die nach dem Besten in Musik suchte, wo immer man es finden konnte, und die sowohl in ihrem eigenen Spiel als auch in ihrem Unterricht das Ideal lebte, vor allen persönlichen Angelegenheiten der Kunst zu dienen.“; Colles 1954, S. 610)

    Rezeption

    Abgesehen von einigen wenigen Lexikonartikeln findet eine Rezeption der künstlerischen Arbeiten von Fanny Davies bislang kaum statt. Lediglich George S. Bozarth hat in einem ausführlichen Artikel ihre Interpretationen der späten Kammermusik von Johannes Brahms anhand von Einzeichnungen in ihren Notenausgaben untersucht und dabei auch eine Übersicht über die Aufführungen von Fanny Davies gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern aus dem Kreis um Johannes Brahms erstellt (Bozarth 2003).

    Werkverzeichnis

    Schriften


    Fanny Davies. On Schumann – and reading between the lines. In: Music and Letters 1925, VI, S. 214-223.


    Fanny Davies. The Pianoforte Concertos. In: Music and Letters 1927, VIII, S. 224-226.


    Fanny Davies. Some Personal Recollections of Brahms as Pianist and Interpreter, In: Cobbett's Cyclopedic Survey of Chamber Music, London 1929, Vol. 1, S. 182-184. Neu veröffentlicht in Bozarth 2003, S. 172-176.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste ließe sich erst auf der Grundlage einer systematischen Auswertung von Quellen erstellen. Nachgewiesen sind bislang die Aufführungen bzw. Aufnahmen der folgenden Werke:



    Solokonzerte


    Beethoven, Ludwig van:

    - Klavierkonzert G-Dur op. 58


    Bennett, William Sterndale:

    - Klavierkonzert c-Moll op. 9


    Brahms, Johannes:

    - Klavierkonzert B-Dur op. 83


    Chopin, Frédéric:

    - Klavierkonzert f-Moll op. 21


    Mendelsohn Bartholdy, Felix:

    - Klavierkonzert g-Moll op. 25


    Mozart, Wolfgang Amadeus:

    - Klavierkonzert G-Dur KV 453


    Schumann, Robert:

    - Klavierkonzert a-Moll op. 54



    Klaviermusik


    Bach, Johann Sebastian:

    - Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903

    - Partita Nr. 1 B-Dur BWV 825


    Brahms, Johannes:

    - Klavierstücke op. 76

    - Klavierstücke op. 116

    - Klavierstücke op. 117

    - Intermezzo op. 119 Nr. 2


    Elgar, Edward:

    - Allegro (Concert Solo) op. 46 (Fanny Davies gewidmet)


    Gheyn, Matthias van den:

    - Carillon, Prelude (Cuckoo) (keine Präzisierung möglich)


    Leo, Leonardo:

    - Toccata c-Moll


    Mendelssohn Bartholdy, Felix:

    - Prelude in e-Moll op. 35 Nr. 1

    - Lied ohne Worte op. 85 Nr. 1


    Mozart, Wolfgang Amadeus:

    - Sonate E-Dur KV 282


    Schumann, Robert:

    - Davidsbündlertänze op. 6

    - Fantasiestücke op. 12

    - Symphonische Etüden op. 13

    - Kinderscenen op. 15

    - Romanze Fis-Dur op. 28 Nr. 2

    - Etude-Canon As-Dur op. 56 Nr. 4

    - Scherzo-Canon h-Moll op. 56 Nr. 5


    Sgambati, Giovanni:

    - Toccata As-Dur op. 18 Nr. 4


    Zipoli, Domenico:

    - Pastorale C-Dur (keine Präzisierung möglich)



    Kammermusik


    Brahms, Johannes:

    - Klaviertrio op. 8

    - Klavierquartett op. 25

    - Sonate für Klavier und Violoncello op. 38

    - Horntrio op. 40

    - Ungarische Tänze WoO1 (arr. Joseph Joachim)

    - Violinsonate op. 78

    - Violinsonate op. 100

    - Klaviertrio op. 101

    - Zigeunerlieder op. 103

    - Violinsonate op. 108

    - Klarinettentrio a-Moll op. 114 (englische Erstaufführung)

    - Klarinettensonate op. 120


    Smyth, Dame Ethel Mary:

    - Violinsonate a-Moll op. 7 (Uraufführung)

    Quellen

    Dokumente


    Royal College of Music, Centre for Performance History. “Davies, Fanny”. Signaturen: MS 7499a-7511.


    Österreichische Nationalbibliothek. Briefe von Marie Fillunger.



    Literatur


    Artikel „Davies Fanny”. In: A dictionary of Music and Musicians. Third Edition. Ed. by H. C. Colles. New York: Macmillian Company, 1952. Vol. II. S. 20-21.


    Artikel „Fanny Davies”. In: Wikipedia England. http://en.wikipedia.org/wiki/Fanny_Davies (vom 1. Juni 2007)


    Artikel und Interview „Miss Fanny Davies. A Biographical Sketch”. In: The Musical Times. Vol. 46. No. 748 (Jun. 1, 1905). pp. 365-370.


    Artikel „Fanny Davies, 1861-1934”. In: The Musical Times. Vol. 75. No. 1100 (Oct., 1934). pp. 899-900.


    Bozarth, George S. Fanny Davies and Brahm’s late chamber music. In: Performing Brahms. Early Evidence of Performance Style. Edited by Michael Musgrave and Bernard D. Sherman. Cambridge: University Press, 2003. S. 170-219.


    Colles, H. C. Artikel „Davies, Fanny”. In: Grove’s Dictionary of Music and Musicians. 5th edition. Edited by Eric Blom. Vol. II, London: Macmillan & Co LTD, 1954. S. 610.


    Dale, Kathleen: Memories of Marion Scott. In: Music and Letters XXXV (1954). S. 236-240.


    Dawes, Frank. Artikel „Davies, Fanny“. In: The New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 1980. Vol. 5. S. 273f.


    Dawes, Frank / Bozarth, George S. Artikel „Davies, Fanny”. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Second Edition. Edited by Stanley Sadie. London, New York: Macmillian Publishers Limited, 2001. Vol. 7. S. 60-61.


    De Vries, Claudia. Die Pianistin Clara Wieck-Schumann. Interpretation im Spannungsfeld von Tradition und Individualität (= Schumann Forschungen Bd. 5). Mainz, London etc.: Schott, 1996.


    Ehrlich, Albert Payne (Hg.). Berühmte Klavierspieler der Vergangenheit und Gegenwart. Eine Sammlung von 116 Biographien und 114 Portraits. Leipzig: Verlag von A. H. Payne, 1893.


    Kalbeck, Max. Johannes Brahms. Berlin: Deutsche Brahms-Gesellschaft, 1904-1914.


    Lara, Adelina de. „Clara Schumann’s Teaching“. In: Music and Letters XXVI (1945). S. 143-147.


    Lara, Adelina de. Finale [Memoiren]. In collaboration with Clare H-Abrahall. London: Burke Publishing Co Ltd, 1955.


    Laurence, Dan H. (Ed.). Shaw’s Music. The Complete Musical Criticism of Bernard Shaw. 3 Vol. Second revised edition. London: The Bodley Head, 1981.


    Lempfrid, Wolfgang. Schülerinnen von Clara Schumann. Sendemanuskript für den Deutschlandfunk Köln („Historische Aufnahmen“). Sendung vom 12. Mai 1990.


    Litzmann, Berthold: Clara Schumann – ein Künstlerleben. Nach Tagebüchern und Briefen. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1902-1908. Dritte durchgesehene Auflage 1910.


    Mayer, D. „Fanny Davies“. In: Recorded Sound Nr. 70-71. BIRS April-July 1978. S. 776-779.


    Oesch, Stella. Die Pianistinnen Fanny Davies und Adelina de Lara und ihre Verbindung zur musikalischen Tradition Clara Schumanns. Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2009


    Saul, Patrick/ Ellis, Chris. „Fanny Davies recordings“. In: Recorded Sound Nr. 70-71. BIRS April-July 1978. S. 779-780.


    Verne, Mathilde: Chords of Remembrance [Autobiographie], London, 1936.


    Verne, Mathilde. Das Unterrichten ist ein untrennbarer Teil meines Wesens. In: Monica Steegmann/Eva Rieger (Hg.): Frauen mit Flügeln. Lebensberichte berühmter Pianistinnen. Von Clara Schumann bis Clara Haskil. Frankfurt a. M., Leipzig: Insel-Verlag, 1996. S. 147-194. [Auswahl aus Mathilde Vernes Memoiren „Chords of Remembrance“ in deutscher Übersetzung]



    Konzertkritiken


    Zu den Kritiken von George Bernard Shaw s. a. Laurence 1981.


    The Star (London) vom 21. Februar 1890 (von George Bernard Shaw)

    The World (London) vom 20. April 1892 (von George Bernard Shaw)

    The World (London) vom 4. Mai 1892 (von George Bernard Shaw)

    The World (London vom 19. April 1893 (von George Bernard Shaw)

    The Franham, Haslemere and Hindhead Herald (Surrey, England) vom 17. Dezember 1898 (von George Bernard Shaw)

    Neue Zeitschrift für Musik, November 1887, S. 544 (von Bernhard Vogel)

    Neue Zeitschrift für Musik, Januar 1888, S. 22 (von Bernhard Vogel)



    Aufnahmen


    a) Veröffentlichte Schallplatten-Aufnahmen


    Schumann, Robert: Klavierkonzert a-Moll op. 54 (Royal Philharmonic Orchestra, Ltg.: Ernest Ansermet; aufgenommen am 15./16. Juni 1928; English Columbia 9616-19)


    Schumann, Robert: „Kinderscenen“ op. 15 (aufgenommen am 2. Februar 1929; English Columbia L2321-22)


    Schumann, Robert: „Davidsbündlertänze“ op. 6 (ohne die Sätze 3, 7, 15 und 16; aufgenommen am 21./22. und 28. Juni 1929; American Columbia 67797-99D)



    b) Unveröffentlichte Schallplatten-Aufnahmen


    Schumann, Robert: „Fantasiestücke“ op. 12 Nr. 1-5 (aufgenommen am 20./21. Juni 1929; Matrices WAX 5032-33, 5061-62


    Schumann, Robert: „Fantasiestücke“ op. 12 Nr. 6-7 (aufgenommen am 15. Juli 1929; Matrix WAX 5128)


    Schumann, Robert: „Romanze“ Fis-Dur op. 28 Nr. 2 (aufgenommen am 28. Juni 1929; Matrix WAX 5083)


    Schumann, Robert: Scherzo-Canon h-Moll op. 56 Nr. 5 (aufgenommen am 15. Juli 1929; Matrix WAX 5127)



    c) Welte-Mignon-Rollen


    Die Rollographie basiert auf der Zusammenstellung von Ates Orga, die diese im Internet veröffentlicht hat (s. Links)


    Bach, Johann Sebastian: Partita Nr. 1 B-Dur BWV 825, Prelude (Welte-Mignon 1779)


    Brahms, Johannes: Intermezzo op. 116 Nr. 4 (Welte-Mignon 1775)


    Brahms, Johannes: Intermezzo op. 119 Nr. 2 (Welte-Mignon 1774)


    Gheyn, Matthias van den: Carillon, Prelude (Cuckoo) (Welte-Mignon 1777)


    Leo, Leonardo: Arietta (Toccata in c-Moll) (Welte-Mignon 1785)


    Mendelssohn Bartholdy, Felix: Prelude in e-Moll op. 35 Nr. 1 (ohne Fuge) (Welte-Mignon 1782)


    Mendelssohn Bartholdy, Felix: Lied ohne Worte op. 85 Nr. 1 (Welte-Mignon 1783)


    Mozart, Wolfgang Amadeus: Sonate E-Dur KV 282, 1. Satz und Menuet 1 und 2 (Welte-Mignon 1780-81)


    Schumann, Robert: Etude-Canon As-Dur op. 56 Nr. 4 (Welte-Mignon 1776)


    Schumann, Robert: „Kinderscenen“ op. 15 (1-6 und 7-13; Welte-Mignon 1772-73)


    Sgambati, Giovanni: Toccata As-Dur op. 18 Nr. 4 (Welte-Mignon 1787)


    Zipoli, Domenico: Pastorale C-Dur (Welte-Mignon 1786)



    Tonträger


    Pupils of Clara Schumann. Performed by Fanny Davies, Ilona Eibenschutz, and Adelina de Lara, piano; Ernest Ansermet, conductor, and Royal Philharmonic Society Orchestra. East Sussex, England: Pearl CLA 1000 (GEMM 291-GEMM 299), 1986.


    Welte-Mignon Piano. Label: Tudor 2001.



    Links

    http://www.aim25.ac.uk/cgi-bin/search2?coll_id=6124&inst_id=25

    Die Organisation aim25 (Archives in London and the M25 area) stellt eine Beschreibung des Archivbestandes zu Fanny Davies bereit, der sich im Royal College of Music, Centre for Performance History (London) befindet.


    http://en.wikipedia.org/wiki/Fanny_Davies

    Die englische Wikipedia enthält einen Artikel über Fanny Davies.


    http://www.mvdaily.com/articles/2000/03/ppsymons.htm

    Die Website enthält u. a. die Welte-Mignon-Rollographie zu Fanny Davies von Ates Orga.


    http://koelnklavier.de/texte/klavier/schumann-schueler.html

    Der Link stellt ein Sendemanuskript von Wolfgang Lempfrid über die Schülerinnen von Clara Schumann zur Verfügung (Sendemanuskript für den Deutschlandfunk Köln [„Historische Aufnahmen“]. Sendung vom 12. Mai 1990).

    Forschung

    Ein relativ großer Bestand zu Fanny Davies befindet sich in der Library of the Royal College of Music, London. Er enthält Briefe an Fanny Davies, u. a. von Mary Cowden-Clarke, George Henschel, Joseph Joachim, Richard Mühlfeld, Alfredo Piatti und Clara Schumann, ferner verschiedene Skizzen für Zeitschriftenartikel, Konzertprogramme, Presseausschnitte sowie Notizen und Korrespondenz zu einem geplanten Music College. Ein Album von Fanny Davies aus der Leipziger und Frankfurter Zeit (1881-1884) ist im Bestand von Marion Margaret Scott erhalten (ebenfalls in der Library of the Royal College of Music), das u. a. Eintragungen von Salomon Jadassohn, Carl Reinecke und Clara Schumann enthält. Eine Bestandsbeschreibung ist im Internet veröffentlicht (s. Links).


    Unveröffentlichte Schallplatten-Aufnahmen sowie Welte-Mignon-Rollen mit ihren Einspielungen sind im „National Sound Archive“ London archiviert.


    Im Nachlass der Sängerin Marie Fillunger in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien sind einige Briefe von Fanny Davies erhalten.

    Forschungsbedarf

    Über das künstlerische und private Leben von Fanny Davies ist bis heute trotz zahlreicher Veröffentlichungen kaum etwas bekannt. Lediglich einige wenige Informationen werden von Publikation zu Publikation weitergetragen. Dies gilt für nahezu alle Bereiche: für ihre Konzerte, ihr Repertoire und ihre Aufnahmen, für ihre Schülerinnen und Schüler sowie für ihre privaten und beruflichen Kontakte. Ausgehend vom Bestand „Fanny Davies“ im Royal College of Music London wären weiterführende Forschungen über private und berufliche Kontakte möglich. Auch eine systematische Auswertung von Zeitungen und Zeitschriften könnte dazu beitragen, ein genaueres Bild der Pianistin zu gewinnen. Anhand ihrer Zeitschriftenartikel wäre musikwissenschaftlich zu hinterfragen, welches Bild Fanny Davies vom Kreis um Clara Schumann vermittelte und in welchem zeitgenössischen Kontext es steht.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 17407142
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116040378
    Library of Congress (LCCN): n88626631
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, Die Grundseite wurde im Juni 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 26.06.2007


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Fanny Davies“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 26.6.2007.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Fanny_Davies