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    von Silke Wenzel
    Namen:
    Evelyn Faltis
    Lebensdaten:
    * in Trautenau, Böhmen (heute: Trutnov, Tschechien)
    in Wien, Österreich

    In zahlreichen Lexika wird fälschlich 1890 als Geburtsjahr angegeben (zur Korrektur vgl. Artikel 2001, S. 133).
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Komponistin, Korrepetitorin

    Profil

    Evelyn Faltis studierte Klavier und Komposition bei Hugo Reinhold, Richard Heuberger, Felix Draeseke und Eduard Reuß in Wien und Dresden. Anschließend konnte sie sich sowohl als Solo-Korrepetitorin, z. B. bei den Bayreuther Festspielen (1914-1933) sowie an der Deutschen Oper bzw. Städtischen Oper Berlin (1924-1937), als auch als Komponistin im deutschen und österreichischen Musikleben etablieren. Zahlreiche ihrer Kompositionen, darunter Kammermusikwerke und Lieder, wurden bei, Verlag Ries & Erler in Berlin gedruckt und werden teilweise noch heute aufgeführt.

    Orte und Länder

    Evelyn Faltis wurde in Trautenau, Böhmen (heute Trutnov, Tschechien) geboren. Sie wuchs in Paris in einer Klosterschule auf, studierte ab 1905 in Wien und setzte ab ca. 1909 ihr Studium in Dresden fort. Im Jahr 1918 ließ sich Evelyn Faltis in Berlin in der Paderborner Str. 9 nieder, um 1934 zog sie zurück nach Wien. Ihrem Testament entprechend wurde sie nach ihrem Tod 1937 in Bayreuth beigesetzt.


    Von 1914 bis 1933 war Evelyn Faltis Solo-Korrepetitorin bei den Bayreuther Festspielen, ab 1924 auch an der Städtischen Oper Berlin.

    Biografie

    Evelyn Faltis wurde am 20. Februar 1887 in Trautenau, Böhmen (heute Tschechien), geboren. Ihre Eltern, Carl Johann Faltis und Maria Anna Cäcilia Magdalena Faltis, geb. Wiesenburg, gehörten zum Wiener Großbürgertum; der Vater betrieb eine der größten Flachsgarnspinnereien Österreichs. Evelyn Faltis war die mittlere von drei Töchtern und wuchs in der Klosterschule „Convent d’Assomption“ in Paris auf (zur familiären Herkunft von Evelyn Faltis vgl. Marx 2001).


    Von 1905 bis 1909 studierte Evelyn Faltis Klavier bei Hugo Reinhold an der Wiener k. k. Akademie für Musik und darstellende Kunst und erhielt zudem Unterricht in Kontrapunkt bei Robert Fuchs, Instrumentenkunde bei Eusebius Mandyczewski, Komposition bei Richard Heuberger sowie Unterricht in Kammermusik, Akkompagnieren und Partiturlesen. Ab dem Wintersemester 1908/09 belegte sie das Hauptfach Komposition und trat am 31. März 1909 mit einer Sonate h-Moll für Klavier an die Öffentlichkeit. Im Jahr 1909 schloss sie das Klavierstudium mit einem Diplom ab und verließ die Wiener Musikakademie (vgl. Artikel 2001). Evelyn Faltis setzte anschließend ihr Kompositionsstudium bei Felix Draeseke und Eduard Reuß am Dresdner Konservatorium für Musik fort. Dort wurde ihre „Phantastische Sinfonie“ (op. 2a) mit einem Kompositionspreis des Konservatoriums ausgezeichnet. Möglicherweise studierte Evelyn Faltis parallel zu ihrem Wiener und Dresdner Studium auch privat in Florenz, Rom und Paris (vgl. z. B. Artikel 1924; Sperber 1996, S. 41) und nahm Klavierunterricht bei der Pianistin Sophie Menter in München (vgl. z. B. Artikel 1924), mit der sie – wie erhaltene Korrespondenz zeigt – zwischen 1913 und 1916 in regelmäßigem Kontakt stand (vgl. „Forschungsinformationen“).


    In Dresden lernte Evelyn Faltis die Sängerin, Dramaturgin und Regisseurin Luise Reuß-Belce (1862-1945) kennen, mit der sie ihr Leben lang befreundet blieb, und der z. B. das frühe Klaviertrio op. 4 gewidmet ist (vgl. Grünzweig 1987, Marx 2001).


    In den folgenden Jahren konnte sich Evelyn Faltis als – vermutlich erste festangestellte – Korrepetitorin im deutschen Musikleben etablieren. Nach ersten Berufserfahrungen am Stadttheater Nürnberg und am Königlichen Theater Darmstadt (vgl. Artikel 1924) wurde Evelyn Faltis 1914 als Solo-Korrepetitorin bei den Bayreuther Festspielen engagiert und behielt diese Stellung bis 1933. Parallel dazu war sie ab 1924 bis zu ihrem Tod 1937 Solo-Korrepetitorin des Deutschen Opernhauses in Berlin (teilweise auch Städtische Oper; vgl. Deutsches Bühnenjahrbuch Jg. 1925-1937), wo sie bereits seit 1918 ihren Wohnsitz hatte. Zu ihren dortigen Tätigkeiten, zu Einstudierungen, künstlerischen Kontakten, Produktionen u. a. mehr, liegen bislang keine Informationen vor. Auch ihre umfangreichen Kontakte zum Bayreuther Kreis sind bislang unerforscht (vgl. „Forschungsinformationen“).


    Als Komponistin wirkte Evelyn Faltis vermutlich nur bis zu ihrer Berliner Anstellung 1924 (vgl. Marx 2001). Dabei entstanden während ihrer Studienzeit und in der ersten Zeit danach vorwiegend größer besetzte Werke wie z. B. die bereits genannte „Phantastische Sinfonie“ für Orchester, eine Symphonische Dichtung „Hamlet“ sowie das Klavierkonzert op. 3, während sie sich in späteren Jahren eher der Kammermusik und dem Lied zuwandte – möglicherweise auch aus aufführungspraktischen Überlegungen heraus. Zu ihren kammermusikalischen Kompositionen zählen mehrere Werke für Violine und Klavier, darunter das „Andante und Slavischer Tanz“ und die Violinsonate d-Moll sowie zwei Klaviertrios und zwei Streichquartette. Unter ihren Liedern finden sich neben mehreren Sammlungen mit Einzelliedern auch „Zwei geistliche Lieder“, „Sechs Zigeunerlieder“ sowie die posthum erschienenen „Lieder fernen Gedenkens“. Ab ca. 1913 wurden die meisten der heute bekannten Kompositionen von Evelyn Faltis im Berliner Verlag Ries & Erler verlegt, darunter allein 1921 vier größere Liedsammlungen (op. 7, op. 8, op. 10 und op. 12a). Um 1920 wurden ihre Kompositionen mehrfach in Berlin aufgeführt. So spielte z. B. die Violinistin Edith von Voigtländer Anfang 1920 im Berliner Hochschulsaal die Violinsonate d-Moll mit Paul Schramm am Klavier. Die „Signale für die musikalische Welt“ schrieben – wie gewohnt konservativ – über Komposition und Komponistin: „Eine handschriftliche Klavier-Violin-Sonate d-moll von E. Faltis liess namentlich im ersten Satz aufhorchen, wo sich die Komponistin im Wesentlichen von deutschen Vorbildern beeinflussen lässt, die Themen (denen es freilich an Gegensätzlichkeit mangelt) gut entwickelt, auch in der Durchführung eine geschickte Hand beweist. Allerdings: die Gedanken sind etwas weichlich, es fehlt ihnen an herber, gesunder Kraft, an der Möglichkeit des Emporwachsens zu bedeutsamer Geste, und ihre Fortspinnung erfolgt mehr nach den ‚Regeln der Schule‘, als nach innerem Antriebe wie poetischer Intention. […] Gleichwohl kann man dem Werke als Ganzem seinen Respekt nicht versagen. Man findet nicht viel Frauen, die mit so viel Ernst und positivem Können an die grosse Form herantreten, um ihr schöpferisch beizukommen.“ („Signale für die musikalische Welt“ vom 11. Februar 1920, S. 122f.) Im November 1921 führte die „Triovereinigung Berlin“, der Edith von Voigtländer neben der Pianistin Ella Jonas-Stockhausen und der Cellistin Eugenie Stoltz-Premyslav ) angehörte, das Klaviertrio g-Moll, op. 4 auf (vgl. „Signale für die musikalische Welt“ vom 23. November 1921, S. 1103). Auch in Wien wurden mehrfach Kompositionen von Evelyn Faltis aufgeführt, darunter sowohl Lieder als auch Kammermusikwerke (vgl. Marx 2001).


    Mit Beginn der NS-Zeit 1933 verlegte Evelyn Faltis ihren Wohnort nach Wien, auch wenn sie weiterhin an der Deutschen Oper in Berlin als Solo-Korrepetitorin arbeitete. Über ihre eigene Haltung zum Nationalsozialismus ist bislang nichts Näheres bekannt, außer dass sie Bayreuth und seinen Festspielen verbunden blieb und 1935 in einem Testament verfügte, dort beigesetzt zu werden (vgl. Grünzweig 1987).


    Evelyn Faltis starb am 13. Mai 1937 in Wien an einer Lungenentzündung. Ihrem testamentarischen Wunsch entsprechend wurde sie in Bayreuth beigesetzt. In ihrem Nachruf schrieb die „Allgemeine Musikzeitung“ über Evelyn Faltis: „In Wien verstarb die auch ansehnlich als Komponistin hervorgetretene langjährige Solorepetitorin der Bayreuther Festspiele Evelyn Faltis an einer Lungenentzündung. Sie hatte eine ausgezeichnete und vielseitige musikalische Ausbildung genossen und besaß das Ehrendiplom der Wiener Akademie. Sie war eine Musikerin von außergewöhnlichen Fähigkeiten. Ihr ständiger Wohnsitz war seit vielen Jahren Berlin. Ihrem Wunsch gemäß, ist Evelyn Faltis in Bayreuth zur Ruhe bestattet worden.“ („Allgemeine Musikzeitung“ vom 4. Juni 1937, S. 360)

    Würdigung

    Die Tätigkeiten von Evelyn Faltis können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.

    Rezeption

    Als Komponistin blieb Evelyn Faltis auch nach ihrem Tod im deutschen Musikleben präsent. Sie wurde regelmäßig in Artikeln über deutsche Komponistinnen genannt (vgl. z. B. Schick 1940, Friedel 1995) und mehrfach aufgeführt. So erklang z. B. eines ihrer Werke am 11. Mai 1937 bei einem Komponistinnen-Abend im Deutschen Lyzeum-Klub in Berlin neben Kompositionen von Philippine Schick und Grete von Zieritz (vgl. Friedel 1995, S. 163), und als 1941 die „Zeitschrift für Musik“ ihr August-Heft der „Frau im musikalischen Leben“ widmete, wurden darin auch Kompositionen von Evelyn Faltis vom Verlag Ries & Erler in Berlin beworben (vgl. „Zeitschrift für Musik“, August 1941, S. 555; s. a. Friedel 1995, S. 113).


    Evelyn Faltis ist auch heute noch als Komponistin bekannt. Sie erscheint in allen wesentlichen Komponistinnen-Lexika und erhielt auch in der zweiten Ausgabe des „New Grove of Music and Musicians“ einen eigenen Artikel (vgl. Schmid 2001). Das Klaviertrio g-Moll, op. 4, wird vom Berliner Verlag Ries & Erler nach wie vor vertrieben; das Clementi-Trio produzierte hiervon eine Aufnahme für den Süddeutschen Rundfunk. Am 13. April 1997 wurden drei der „Zigeunerlieder“ für Sopran und Klavier von Monika Jungblut und Mechthild Vorholt am Theater Duisburg aufgeführt.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Sonate h-Moll für Klavier (o. op, ca. 1909)


    Klaviertrio d-Moll, op. 1


    Phantastische Sinfonie für Orchester, op. 2a


    Hamlet. Symphonische Dichtung für Orchester, op. 2b


    Sechs Lieder, op. 2c (Leipzig: Kistner & Sigel, o. J.): 1. Erfüllung – 2. Verloren – 3. Goldne Wiegen schwingen – 4. O traue deiner Liebsten nicht – 5. In der Nacht – 6. Toter Herbst.


    Klavierkonzert, op. 3


    Klaviertrio g-Moll, op. 4 (Berlin: Ries & Erler, o. J.)


    Andante und Slawischer Tanz für Klavier und Violine, op. 5 (Berlin: Ries & Erler, o. J.)


    Adagio für Violine und Klavier, op. 5 (Opuszahl doppelt belegt; Berlin: Ries & Erler, o. J.)


    Sonate für Violine und Klavier d-Moll, op. 6 (Berlin: Ries & Erler, o. J.)


    Drei Lieder für Singstimme und Klavier, op. 7 (Berlin: Ries & Erler, 1921)

    1. Träume – 2. Litanei – 3. Nepomuk.


    Sieben Lieder für Singstimme und Klavier, op. 8 (Berlin: Ries & Erler, 1921)

    1. Volksweise – 2. Golka – 3. Rosentage, wunderreiche – 4. Lied der Tänzerin – 5. Liebeslied – 6. Vigilie – 7. Nebel.


    Anrufung: „Welche Wege soll ich schreiten“ für achtstimmigen gemischten Chor a capella. Text: H. Ossenbach, op. 9 (Berlin: Ries & Erler, 1929)


    Sechs Lieder für Singstimme und Klavier, op. 10 (Berlin: Ries & Erler, 1921)

    1. Warum – Komm heim, ich kann’s nicht erwarten – 3. Hymne – 4. Libussa – 5. Die Ratlose – 6. An den Abend.


    Zwei geistliche Lieder, op. 11


    Fantasie und Doppelfuge mit „Dies Irae“ für Orgel, op. 12 (Berlin: Ries & Erler, 1922)


    Sechs Zigeunerlieder, op. 12a (Berlin: Ries & Erler, 1921)

    1. Auftrag – 2. Die Verliebte – 3. Abschied – 4. Kolednika – 5. Bräutchens Garten – 6. Die Verlassene.


    Streichquartett, op. 13a


    Messe mit Orgel, op. 13b


    Zwei Lieder für Singstimme und Klavier, op. 14 (Berlin: Ries & Erler, 1931)

    1. Traum – 2. Der Kirschbaum.


    Streichquartett, op. 15


    Lieder fernen Gedenkens für Singstimme und Klavier, op. post. (Berlin: Ries & Erler, 1939)

    1. Unklarheit – 2. Zeig mir dein wahres Bild – 3. Sprich – 4. Heimkehr.

    Repertoire

    Über das Repertoire von Evelyn Faltis als Korrepetitorin und Pianistin ist bislang nichts bekannt.

    Quellen

    Schriften von Evelyn Faltis


    Faltis, Evelyn. „Der weibliche Korrespetitor am Theater“. In: Alice Fliegel (Hg.): Das Goldene Buch der Mädchen. Berlin 1928 (Eigenbrödler Verlag). S. 135-145.


    Literatur


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: A Dictionary of Modern Music and Musicians. London, 1924.


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lexikon. 12. Aufl. Paul Frank, Wilhelm Altmann (Hg.). 1926 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Das Neue Musiklexikon. Alfred Einstein (Bearb.). Berlin 1926.


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Illustriertes Musiklexikon. Hermann Abert (Hg.). 1927 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). 1929 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Musiklexikon. Hugo Riemann (Hg.). 11. Aufl. bearb. von Alfred Einstein. 1929 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lexikon. Paul Frank, Wilhelm Altmann (Hg.). 1936.


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: The International Cyclopedia of Music and Musicians. 6. Aufl. Nicolas Slonimsky (Hg.). New York, 1952.


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Lexikon der Frau. 2 Bände. Zürich: Encyclios Verlag, 1953 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950. Bd. 1. 1957 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Riemanns Musiklexikon. 12. Auflage. Willibald Gurlitt (Hg.). Mainz 1959.


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Propyläen der Welt der Musik. Die Komponisten. Alfred von Baumgartner (Hg.). Bd. 2 1989 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Das Neue Ullstein Lexikon der Musik. Friedrich Herzfeld (Hg.). 1993 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Komponistinnen aus 800 Jahren. Antje Olivier, Sevgi Braun (Hg.). Kamen: Sequentia, 1996, S. 135f.


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie. Walther Killy (Hg.). Bd. 3. 1996 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Faltis, Evelyn“. In: Österreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Band 1. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2006. S. 418.


    Deutsches Bühnenjahrbuch. Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hg.). 1915ff., Jg. 1925 bis 1937.


    Friedel, Claudia. Komponierende Frauen im Dritten Reich. Versuch einer Rekonstruktion von Lebensrealität und herrschendem Frauenbild. Münster, Hamburg: LIT-Verlag, 1995.


    Grünzweig, Werner. Evelyn Faltis. Biographische Notiz, Werkverzeichnis und Materialsammlung. In: Komponistinnen in Berlin. Bettina Brand u. a. (Hg.). Berlin: Musikfrauen e. V. Berlin, 1987, S. 259-264.


    Jahrbuch der Musikbibliothek Peters für 1937. Kurt Traut (Hg.). Leipzig: Edition Peters, 1938, S. 97.


    Marx, Eva. Artikel „Faltis, Evelyn“. In: 210 österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Biographie, Werk und Bibliographie. Ein Lexikon. Eva Marx, Gerlinde Haas (Hg.). Salzburg: Residenz-Verlag, 2001.


    Schick, Philippine. Führt unsere Komponistinnen auf! In: Neue Deutsche Frauenzeitschrift 1940, Heft 1, S. 4-6. Wiederabdruck in: Claudia Friedel. Komponierende Frauen im Dritten Reich. Versuch einer Rekonstruktion von Lebensrealität und herrschendem Frauenbild. Münster, Hamburg: LIT-Verlag, 1995, M 81f.


    Schmid, Birgitta Maria. Artikel „Faltis, Evelyn“. In: The New Grove Dictionary of Women Composers. Julie Anne Sadie, Rhian Samuel (Hg.). London: Macmillan Press, 1994. S. 163.


    Schmid, Birgitta Maria. Artikel „Faltis, Evelyn“. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 2. Aufl. Stanley Sadie, John Tyrrell (Hg.). London: Macmillan Publishers Limited. 2001. Bd. 8. S. 540.


    Sperber, Roswitha (Hg.). Komponistinnen in Deutschland. Bonn: Inter Nationes, 1996.


    Zelenka, Karl. Komponierende Frauen. Ihr Leben, ihre Werke. Köln: Ellenberg, 1980.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Allgemeine Musikzeitung vom 4. Juni 1937, S. 360.

    Allgemeine Musikzeitung vom 12. Juni 1942.


    Signale für die musikalische Welt 1937, S. 396.


    Der Merker vom 1. Dezember 1921.


    Neue Freie Presse vom 19. Juni 1937.


    Zeitschrift für Musik, August 1941, S. 555.



    Links


    http://www.bsb-muenchen.de/fileadmin/imageswww/images160x160/handschriften/nachlaesse/Faltis__Evelyn_Ana_526.pdf

    Das Verzeichnis des Bestandes in der Bayerischen Staatsbibliothek steht online zur Verfügung.

    Forschung

    Forschungen zu Evelyn Faltis, die über ein lexikalisches Wissen hinausgehen, sind kaum vorhanden. Werner Grünzweig stellte 1987 ein Anzahl von Lexikonartikeln zusammen und publizierte ihre beiden Testamente vom 9. und 15. Dezember 1935. Eva Marx sind umfassende Quellenforschungen zu ihrer familiären Herkunft, ihrem Wiener Studium und zum Druck ihrer Kompositionen zu verdanken (vgl. Artikel 2001).


    Die Bayerische Staatsbibliothek erwarb 1989 in Marburg einen größeren Bestand zu Evelyn Faltis. Bereits das Bestandsverzeichnis lässt Rückschlüsse auf die künstlerischen und privaten Kontakte von Evelyn Faltis zu. Im Bestand befinden sich u. a. 38 Briefe von Evelyn Faltis an die Sängerin Konstanze Nettesheim aus den Jahren 1933 bis 1937, 45 Briefe von der Sängerin Anna Bahr-Mildenburg an Evelyn Faltis aus den Jahren 1906 bis 1934, 41 Briefe von Daniela von Bülow, der Tochter von Hans von Bülow und Cosima Wagner, an Evelyn Faltis aus den Jahren 1927 bis 1937, 17 Briefe der Pianistin ment883 an Evelyn Faltis aus den Jahren 1913 bis 1916 sowie 94 Briefe von Siegfried Wagner an Evelyn Faltis aus den Jahren 1912 bis 1930 und 24 Briefe von Winifred Wagner an Evelyn Faltis aus den Jahren 1923 bis 1935. Ferner enthält der Bestand zahlreiche Einzelbriefe, u. a. von Eva Chamberlain, Felix Draeseke, Blandine von Bülow, Maria Ivogün, Georg Pauly, Marie Soldat-Röger und Max von Schilling. Ein Brief der Bayreuther Bühnenfestspiele vom 9. März 1933 mit dem Entwurf einer Antwort von Evelyn Faltis könnte näheren Aufschluss über ihr Ausscheiden aus Bayreuth geben und möglicherweise auch auf den Zusammenhang zwischen ihrer Biografie, ihren künstlerischen Tätigkeiten und der NS-Zeit.


    Weitere Teilnachlässe, u. a. auch der mögliche Aufbewahrungsort ihrer Kompositionsmanuskripte, sind bislang nicht bekannt.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Evelyn Faltis umfasst ihre gesamte Biografie sowie ihre Tätigkeit als Korrepetitorin und ihre Werke. Biografisch wären dabei besonders ihre Verbindungen zu Bayreuth interessant, die – wie es scheint – unter den Vorzeichen der NS-Zeit widersprüchlich waren. Ebenso ergiebig wäre jedoch auch eine nähere Betrachtung ihrer Kompositionen, die teilweise bis heute aufgeführt werden. Schließlich ließe sich auch ihre Festanstellung als erste (bislang bekannte) weibliche Korrepetitorin in einem bis dahin fast ausschließlich Männern vorbehaltenen Beruf untersuchen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 67576545
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 130533696
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 26. April 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 02.05.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Evelyn Faltis“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 2.5.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Evelyn_Faltis