Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (100%)
  • Deutsch
  • Antje Weithaas

    von Jutta Heise
    Antje Weithaas
    Namen:
    Antje Weithaas
    Geburtsname: Antje Weithaas
    Lebensdaten:
    geb. in Guben, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Orchesterleiterin, Professorin
    Charakterisierender Satz:

    „Antje Weithaas ist seit Jahren immer mehr im Bewusstsein eines breiten Publikums angekommen – als reflektierte, gewissenhafte Interpretin ohne Attitüde. Eine sympathisch natürliche Meisterin der leisen Töne, der differenzierten Übergänge, und eine sehr gefragte kollegiale Kammermusik-Partnerin.“

    (Schwäbisches Tageblatt vom 14.2.2017)


    Profil

    Antje Weithaas ist eine der bekanntesten Geigerinnen der jüngeren Generation. Sie wuchs in der DDR auf und wurde dort frühzeitig gefördert. Der Durchbruch gelang ihr bereits Anfang der 1990er Jahre. Seither ist sie in vielen großen Konzerthäusern international präsent.

    Ihr Repertoire umfasst die Geigenliteratur vom Barock bis zur Moderne.

    Ihre zahlreichen CD Einspielungen – auch unbekannterer Werke – werden allgemein hochgelobt. Mit der Camerata Bern geht sie neue Wege, indem sie dort nicht nur solistisch das Orchester anführt, sondern sinfonische Werke von der Geige aus leitet.

    Als Musikpädagogin arbeitet sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und an der Kronberg Academy.

    Orte und Länder

    Antje Weithaas wurde in Guben geboren. Sie studierte in Dresden und Berlin Violine und unternahm Konzertreisen durch Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Seit 1999 lebt die Künstlerin in Potsdam.

    Biografie

    Antje Weithaas wurde am 21.11.1966 in Guben geboren und wuchs bei ihrer Mutter Brigitte Weithaas (1936-2003) als jüngste von drei Geschwistern auf. Mit viereinhalb Jahren erhielt sie an der Musikschule in ihrer Heimatstadt Cottbus bei Christa Uhlstein den ersten Geigenunterricht. Im Alter von neun Jahren erfolgte ihr erster öffentlicher Auftritt in Cottbus mit dem Violinkonzert a-Moll RV 356 op. 3 Nr. 6 von Antonio Vivaldi mit dem dortigen Staatsorchester.

    Früh wurde ihre musikalische Begabung erkannt und gefördert. So wurde sie von 1978 bis 1984 Schülerin der Spezialschule Dresden und erhielt Unterricht bei Roland Eitrich. Anschließend studierte sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Werner Scholz. Nach ihrem Diplom 1988 schloss sich eine dreijährige Aspirantur an.

    Noch während ihres Studiums gewann Antje Weithaas 1985 den Internationalen Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb für junge Geiger in Lublin, 1987 den Fritz-Kreisler-Wettbewerb in Graz und ein Jahr später 1988 den Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig.

    Weiterhin gewann sie 1990 bei dem Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerb in München und dem Johannes-Brahms-Wettbewerb in Hamburg den ersten Preis.

    Im Jahr 1991 belegte Antje Weithaas bei dem dort erstmals stattfindenden und international höchst dotierten Violinwettbewerb Joseph-Joachim in Hannover den ersten Platz. Hier überzeugte sie durch hohe Musikalität und Sicherheit. Zusätzlich erhielt sie in diesem Wettbewerb den Mozartpreis für die beste Interpretation des A-Dur Violinkonzertes KV 219 des Komponisten. Volker Hagedorn, Kritiker der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, beschrieb seine Eindrücke über die Interpretation des Mozart Konzertes folgendermaßen: „So durchdacht und zugleich organisch, wie der erste Satz hier geriet, hörte man ihn vorher nicht. Weithaas formte Charaktere. […] Sie nahm sich für Kreislers Kadenzen so viel (innere) Ruhe und Weite, daß sie wie neu klangen oder im Andante schlicht traumhaft. Das hat viel mit Intuition, aber eben so viel mit Klugheit zu tun. Beides kommt sich bei Weithaas nicht ins Gehege, sondern verschmilzt.“ Das Publikum jubelte (HAZ 25.10.91. Anm. Antje Weithaas: Sie spielte nicht die Kadenz von Fritz Kreisler, sondern die von Joseph Joachim). Heute spielt die Geigerin stets ihre eigenen Kadenzen in den Mozartkonzerten.

    Welchen Eindruck die Künstlerin hinterließ, zeigte sich bereits nach der Mozartrunde, denn die Hannoversche Kammermusikgemeinde verpflichtete die Geigerin sogleich für ein Konzert (HAZ 28.10.1991).

    In der Finalrunde des Wettbewerbes, in der ein romantisches Konzert zur Aufführung kommen sollte, wählte Antje Weithaas das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms. Ihre Interpretation dieses Konzertes galt als kontrastreich. In der Interpretation der Kadenz von Joseph Joachim „schuf Weithaas eine Intimität und Zartheit, die man nicht wieder vergessen konnte.“ (HAZ 26.10.91) Im Jahr 2003 nahm sie erneut beim Joseph-Joachim-Violin-Wettbewerb teil, dieses Mal als Mitglied der Jury.

    Nicht nur Hannover würdigte die Geigerin. Nachdem sie den Joachim-Wettbewerb gewonnen hatte, wurde Antje Weithaas eine international gefragte Künstlerin. 1992 debütierte sie in den Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit Michael Sanderling (Violoncello) führte sie unter der Leitung von Kurt Sanderling am 25., 27. und 28. November 1992 in Boston das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102 von Johannes Brahms mit dem Boston Symphony Orchestra in der Symphony Hall auf. In der Rezension wurde besonders das hervorragende Zusammenspiel der beiden Künstler*innen positiv betont: „The two are serious, intense, apparently selfless performers whose frequent musical collaboration was evident in the way their intertwining phrases dovetailed with scarcely an audible seam.“ („Die zwei sind ernsthafte, hochgradig, offenbar selbstlose Interpreten, deren häufige musikalische Zusammenarbeit sich in der Art und Weise wie sie in verwobenen Phrasen mit kaum hörbaren Übergängen miteinander gespielt haben, ersichtlich wird.“ (Boston Herald [MA] 26.11.1992, Vol. 1, S. 67)

    Es folgte eine Europatournee, in deren Verlauf es im August 1993 in der Royal Albert Hall in London beispielsweise wiederholt zur Aufführung des Doppelkonzertes von Johannes Brahms kam. Zwei Jahre später am 16.8.1995 führte die Geigerin am gleichen Ort unter Yakov Kreizberg und dem BBC Symphonie Orchestra das Violinkonzert Nr. 1 op. 77 von Dmitri Schostakowitsch auf. Der Kritiker der Times beschrieb ihr Spiel folgendermaßen: „her playing was a revelation. Sober, true and unflaggingly intense, its obvious virtuosity in the scherzo was equalled by a wonderful inner strength and clarity of line in the eternal melody of the nocturne.” („Ihr Spiel war eine Offenbarung. Es war schlicht, wahr und ausgesprochen spannungsgeladen, die offensichtliche Virtuosität im Scherzo fand ihresgleichen in der wunderbaren inneren Kraft und Klarheit der Linie in der ewigen Melodie des Nocturne.“ (The Times 18.8.1995)


    Anfang der 1990er Jahre produzierte Christopher Nupen den Film „The Greatest Love And The Greatest Sorrow“ – einen Film über die letzten 20 Monate im Leben Franz Schuberts – nach dem Tod seines Idols Ludwig van Beethoven. In diesem Film wirkte Antje Weithaas neben Vladimir Ashkenazy (Klavier), Michael Sanderling (Violoncello), Andreas Schmidt (Bariton), dem Petersen Quartett und dem Bayerischen Radio-Sinfonieorchester und Chor unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch mit. Der Film gewann 1994 in Prag den „Český Křyštál“ in Gold und wurde für das Banff-Filmfestival nominiert (vgl. AW 8).


    Mit dem Dirigenten Vladimir Ashkenazy verband die Geigerin Ende der 1990er Jahre eine weitere enge Zusammenarbeit. Unter seiner Leitung unternahm sie in der Saison 1997/98 ausgedehnte Tourneen in Europa, Südafrika, den USA und Kanada und spielte solistisch mit Begleitung des Radio Chamber Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem San Francisco Symphony Orchestra.

    Ihr Debut 1996 in San Francisco war ein Riesenerfolg, so dass die Künstlerin zwei Jahre später wieder einer Einladung dorthin folgte. Am 28.1.1998 brachte sie hier das Violinkonzert Nr. 2 cis-Moll op. 129 von Dmitri Schostakowitsch mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Vladimir Ashkenazy zur Aufführung: „Weithaas’ playing is most notable for its integrity and fierce intensity. There is nothing superficial or easy about it – no shortcuts, no deference to audience-pleasing. Her sound is not especially beautiful, but it is true and pure and deeply satisfying, and she deploys it with enormous technical control.“ („Weithaas Spiel zeichnet sich am bedeutendsten für seine Integrität und leidenschaftliche Intensität aus. Es ist nichts oberflächlich und kein gedankenloses darüber hinweg spielen – keine Verkürzungen, kein Anbiedern an Zuschauererwartungen. Ihr Ton ist nicht sonderlich lieblich, sondern er ist wahr und rein und tief zufriedenstellend, und sie setzt ihn mit enormer technischer Kontrolle ein.“; San Francisco Chronicle, Freitag 30. Januar 1998) Speziell die Kadenzen der drei Sätze wurden von dem Kritiker besonders lobend hervorgehoben.


    Eine erste Japan-Tournee mit dem Tokyo-Metropolitan Orchestra unter der Leitung von David Shallon erfolgte in der Spielzeit 2001/2002.

    Ein Höhepunkt der Saison 2015/16 bildete die Zusammenarbeit unter Dmitrij Kitajenko und der Dresdner Philharmonie. Zur Aufführung gelangte am 25. und 26. Dezember 2015 das Violinkonzert D-Dur op. 61 von Ludwig van Beethoven. In ihrer eigenen Einstudierung spielte sie dieses Werk mit dem MDR Sinfonieorchester Leipzig in der gleichen Spielzeit (vgl. AW 1).

    Seit einigen Jahren fühlt sich Antje Weithaas mit der Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Antonello Manacorda eng verbunden. Anlässlich des 15. Jubiläums des Orchesters am 2. September 2016 spielte sie im Nikolaisaal ihrer Heimatstadt die „Carmen-Fantasie“ op. 25 für Violine und Orchester von Pablo de Sarasate. Ebenfalls unter der Leitung Antonello Manacordas konzertierte sie auch außerhalb Potsdams wie beispielsweise am 26. Oktober 2015 am Theater La Fenice Venedig mit dem Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms. Am 24. März 2016 spielte sie mit dem SWR Symphonieorchester das Violinkonzert Nr. 1 B-Dur KV 207 von Wolfgang Amadeus Mozart.

    Regelmäßig konzertiert Antje Weithaas mit der NDR Radiophilharmonie Hannover wie beispielsweise am 9. März 2017 unter der Leitung von Andrew Manze. Gemeinsam mit Maximilian Hornung spielte sie das Doppelkonzert a-Moll op. 102 von Johannes Brahms. Zwei Tage später brachte die Geigerin in der Reihe „Klassik Extra“ dort das Violinkonzert d-Moll WoO1 von Robert Schumann zur Aufführung.


    Das Orchester Le Concert Olympique unter der Leitung von Jan Caeyers besteht aus 45 hervorragenden internationalen Musikern. Zielstellung des Ensembles ist es, die Musik Beethovens in herausragender Interpretation aufzuführen. Im November 2017 spielte Antje Weithaas gemeinsam mit Maximilian Hornung, Till Fellner und dem Orchester im Zusammenhang mit einer Tournee, die u.a. durch die Städte Wien, Berlin, Leuven, Brüssel und Antwerpen führte, das Tripelkonzert C-Dur op. 56 des Komponisten (vgl. AW 1).


    In ihren Interpretationen steht bei Antje Weithaas stets das Werk im Vordergrund. Sie vermag sich in das Werk hinein zu fühlen und dies dem Publikum mitzuteilen. Beispielhaft zeigte sich ihr Spiel in Alban Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Hans Vonk in der Kölner Philharmonie: „Engelhaft musizierte die Solistin Antje Weithaas […] Mit sprachlos erschütternder Schlichtheit entfaltete sie die zwölftönige Reihe, legte zum Ländlerrhythmus sogar echte Erschütterung auf die Saite. Doch durchgängig pflegte Antje Weithaas einen schlanken, nie anbiedernden Ton, der in einer ,jugendlichen Traurigkeit‘ der Hoffnung, die in den zitierten Chorälen auflebt, geradezu jubelnd entgegenstürmen mochte – mit der angemessenen Andacht, es ging ja um himmlische Angelegenheiten.“ (Kölner Rundschau, 1.9.1997, o.S.)


    Doch Antje Weithaas vermag nicht nur als Interpretin der großen Violinkonzerte zu begeistern, sondern auch in der intimeren Kunstform, dem Recital. Am 18. Februar 1996 debütierte sie in San Francisco in der Davies Symphony Hall. Am Klavier begleitete sie Gerald Fauth. Es erklangen die Violinsonate g-Moll von Claude Debussy, die Sonate für Violine und Klavier Nr. 7 c-Moll, op. 30 Nr. 2 und die zweite Solosonate für Violine von Eugène Ysaÿe. Als virtuose Zugabe spielte die Künstlerin von Pablo de Sarasate die Carmen Fantasie op. 25: „Her string tone seems nondescript at first, but reveals a wealth of subtile hues as a performance progress. Her playing steers clear of cheap flash – even in a virtuoso showpiece such Sarasate’s ‚Carmen Fantasy‘ – to the point where a listener could almost overlook how formidable her technique is.“ („Ihr Streicherton scheint zuerst unscheinbar, bringt aber einen Reichtum von feinsinnigen Farbtönen zu Tage in einer sich stets weiter entwickelnden Interpretation. Ihr Spiel ist gesteuert von deutlichen kleinen Aufblitzern – gerade wie in dem virtuosen Showstück von Sarasate, der Carmen Fantasie – bis zu dem Punkt wo die Zuhörer fast übersehen könnten, wie außerordentlich ihre Technik ist.“; San Francisco Chronicle 20.2.1996, o. S.)

    Eine besondere Herausforderung stellt ein Abend mit Sonaten für Violine solo dar, weil ein Musiker bzw. eine Musikerin neben körperlicher Anstrengung abwechslungsreich in Farbe und Nuancen überzeugen muss. In Rottenburg standen im Februar 2017 beispielsweise die Partiten Nr. 1 h-moll BWV 1002 und Nr. 2 d-Moll BWV 2004 von Johann Sebastian Bach sowie die sechs Solosonaten op. 27 von Eugène Ysaÿe auf dem Programm. Die Spannung vermag die Geigerin über 90 Minuten zu halten, indem sie oft mit nur minimalen Längungen und Akzenten den Sechszehntelketten Leben einhaucht. Über die Aufführung der Chaconne aus Bach 2. Partita d-Moll BWV 2004 bemerkte der Rezensent: „Kein faustisches Drama und keine Kraftmeierei, ein intimer Monolog: luzid, verfeinert und geistvoll. Es ist Weithaas’ besondere Kunst, noch die schwerste und komplexeste Musik spielerisch und schwerelos klingen zu lassen. Bemerkenswert, wie sie das lange Programm hindurch konzentriert die Spannung hielt.“ (Schwäbisches Tageblatt 14.2.2017) Dieses Programm wiederholte Antje Weithaas in einem Konzert am 6. Mai 2018 bei den Schwetzinger SWR Festspielen, wo sie als Künstlerin in Residenz wichtige Impulse setzte.


    Zeitgleich mit dem Beginn ihrer internationalen solistischen Karriere Anfang der 1990er Jahre setzte Antje Weithaas auch ihre Konzerttätigkeit als Kammermusikerin fort. Ein Schwerpunkt ihrer kammermusikalischen Tätigkeit bildete das Trio „Es Aequo“ – 1987 von ihr gemeinsam mit Michael Sanderling (Violoncello) und Gerald Fauth (Klavier) gegründet. In dieser Besetzung bestand das Trio bis 1997. Am 26. August 1989 debütierte das Ensemble beim Lucerne Festival mit Werken von Ludwig van Beethoven, Paul Juon und Dmitri Schostakowitsch (vgl. AW 4). Im Kammermusiksaal des Konzerthauses Berlin gab das Trio „Ex Aequo“ einen Brahms-Abend mit dem Klaviertrio H-Dur op. 8 und dem Klavierquartett A-Dur mit Hartmuth Rohde als Bratscher. Der Kritiker der Berliner Zeitung war von der Geigerin angetan und nannte sie eine überdurchschnittlich begabte Musikerin. (BZ 27.11.1997) Weitere Konzerte gab das Trio u.a. beim Schleswig-Holstein Festival, dem Musiksommer Bad Kissingen, im Gewandhaus Leipzig, im Beethovenhaus Bonn, im Concertgebouw in Amsterdam, im Konzerthaus Berlin und im Théâtre Châtelet in Paris und auf dem Vancouver Festival. Zahlreiche CD Einspielungen entstanden mit dem Ensemble wie beispielsweise 1995 von Franz Schubert das Klaviertrio B-Dur op. 99 D 899 und das Notturno B-Dur op.148, D 897. Ein Käufer von Amazon beschrieb die CD-Aufnahme als atemberaubend: “The Piano Trio in B flat Major (Op. 99) especially is sensitive and superbly judged, and Weithaas' playing is a treat to listen to!” („Speziell das Klaviertrio B-Dur ist gefühlvoll und großartig ausgeführt, und das Spiel von Weithaas ist ein Vergnügen zu hören!“ (AW 10)


    Von 2003 bis 2016 spielte Antje Weithaas als Primaria im „Arcanto Quartett“. Angeregt durch gemeinsames Kammermusikspiel gründeten die Geigerin, Daniel Sepec (Violine), Tabea Zimmermann (Viola) und Jean-Guihen Queyras (Violoncello) 2003 das Streichquartett, das am 24. Juni 2004 sein Debütkonzert in Stuttgart im Mozartsaal der Liederhalle gab. Innerhalb kurzer Zeit nahmen die Musiker einen vorderen Platz in der internationalen Kammermusikszene ein. Nach ihren Auftritten in Bonn, Frankfurt a.M., Amsterdam, Utrecht, Paris und Brüssel folgte im Februar 2006 ihr Londoner Debüt mit zwei Konzerten in der Wigmore Hall. Am 3. Dezember 2007 gastierte das „Arcanto Quartett“ erneut in der Londoner Wigmore Hall. Das Konzert wurde von der BBC mitgeschnitten und auf Deutschlandfunk Kultur übertragen. Auf dem Programm standen das Streichquartett Nr. 5 von Béla Bartok und von Johannes Brahms das Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1 (AW 6).

    Seitdem waren die Künstler unter anderem in der Carnegie Hall New York, bei der Vancouver Recital Series, im Palau de la Música Barcelona, im Théâtre du Châtelet und der Cité de la Musique Paris, in der Tonhalle Zürich, in der Philharmonie Berlin, im Mozarteum Salzburg, im Konzerthaus Wien, beim Rheingau Musik Festival und bei den Festivals in Helsinki, Edinburgh, Schwetzingen, Lugano und Montreux, sowie regelmäßig in der Wigmore Hall London, der Philharmonie Köln, dem Concertgebouw Amsterdam und im Autorio Nacional de Music Madrid zu hören. Zahlreiche Tourneen führten das Ensemble darüber hinaus 2008 durch Israel, 2009 und 2012 durch Japan, 2010 und 2015 durch Nordamerika.

    Unter dem Label Harmonia Mundi erfolgten zahlreiche CD-Aufnahmen, die positive Beachtung fanden. Auf den Erfolg ihrer ersten beiden CDs mit Werken von Bartók und Brahms folgten Quartette von Ravel, Dutilleux, Debussy und Einspielungen des Streichquintetts op. 163 von Schubert mit Olivier Marron und eine Einspielung von Mozarts Klarinettenquintett A-Dur KV 622 mit Jörg Widmann (vgl. AW 1).


    Weitere Kammermusikpartner Antje Weithaas’ sind u.a. der Geiger Christian Tetzlaff, die Pianistin Silke Avenhaus, die Hornistin Marie-Luise Neunecker, die Klarinettistin Sabine Meyer und die Cellistin Sol Gabetta. In den Kritiken wird stets auf das harmonische Zusammenspiel hingewiesen. In der neu eröffneten Elbphilharmonie trat die Geigerin am 25. April 2017 gemeinsam mit Marie-Elisabeth Hecker (Violoncello) und Martin Helmchen (Klavier) mit den Klaviertrios Es-Dur D 929 von Franz Schubert und f-Moll op. 65 von Antonín Dvořák auf.


    Doch Antje Weithaas sucht immer neue Wege und Herausforderungen Musik zu präsentieren und zu interpretieren. Speziell durch ihre Begeisterungsfähigkeit ist sie eine gefragte Leiterin von play-conduct-Projekten. Seit der Saison 2009/2010 ist sie künstlerische Leiterin der Camerata Bern und leitet vom Pult als Konzertmeisterin sogar großformatige Werke wie beispielsweise die Sinfonien Beethovens. Ihre erste Südamerika Tournee mit der Camerata Bern führte sie im Oktober 2012 nach Mexiko. Es standen Werke von Ludwig van Beethoven und Robert Schubert auf dem Programm (vgl. AW 5).

    Mit der Camerata Bern erschienen bisher Aufnahmen mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Beethoven, Brahms und Tschaikowsky (vgl. AW 1). Die Geigerin ist offen für neue Kunstformen. Mit der Camerata Bern beispielsweise spielt sie in “POP-UP-classic” Veranstaltungen. In diesen Konzerten erklingt spontan eine halbe Stunde Musik gratis in Turnhallen oder ähnlichen Räumen. Die Konzertbesucher genießen dazu ein Glas Bier oder Wein. Ziel ist es, ein neues Publikum für klassische Werke zu gewinnen. Diese Konzerte finden an verschiedenen Orten in der Schweiz statt (vgl. AW 5).


    Wie verbunden sich Antje Weithaas mit der Camerata fühlt zeigt auch, dass sie sich mit ihr in einem außergewöhnlichen Konzert präsentierte. Anlässlich ihres 50. Geburtstages spielte sie am 21. November 2016 im Konzerthaus Berlin. Auf dem Programm standen Ludwig van Beethovens Kreutzer-Sonate op. 47 in einer Bearbeitung für Violine und Streichorchester von Richard Tognetti, Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ als Einrichtung für Streichorchester durch Jorma Harkonen sowie die deutsche Erstaufführung von „Diagonale“ des Schweizers Cyrill Schürch, einem Auftragswerk der Camerata Bern. Der Rezensent bemerkte: „An den nötigen Stellen vermag Weithaas jedoch mühelos hervorzutreten, was nicht nur an erheblicher Durchschlagskraft und eleganter Beweglichkeit im Ton liegt, sondern auch an ihrer Fähigkeit zu Brillanz in der Darstellung. Wie unter dem Brennglas erscheint dann alles: mit scharfen Rändern etwa das kecke wie aufmüpfige erste Thema des ersten Satzes [der Kreutzersonate], nicht weniger feingezeichnet das melancholische Zweite, das bei Antje Weithaas dadurch eine helle, heitere Anmutung bekommt.“ (BZ 23.11.2016, Nr. 275) Speziell mit der Kreutzer-Sonate, die der Widmungsträger Rodolphe Kreutzer als unspielbar ablehnte, bewies die Künstlerin demnach, wie durch Leichtigkeit die Sonate differenziert zu meistern ist. Mit Beendigung der Spielzeit 2017/2018 wird sie die Leitung der Camerata abgeben, bleibt ihr aber weiterhin in gemeinsamen Konzerten und Projekten verbunden (vgl. AW 7).


    Neben ihrer regen Konzerttätigkeit ist Antje Weithaas auch Lehrende. Von 1999- 2004 war sie Professorin für Violine an der Universität der Künste in Berlin. 2004 folgte sie dem Ruf einer Professur an die Hochschule für Musik Hanns Eisler. Seitdem ist sie zu einer Violinpädagogin von Weltrang geworden. Erfolgreiche Student*innen von ihr sind u.a. Friederike Starkloff (seit Januar 2015 Konzertmeisterin der NDR Radiophilharmonie Hannover), Sarah Christians (seit Sommer 2013 Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen), Tobias Feldmann, Ning Feng, Alina Pogostkina, Sergey Malov und Suyeon Kang, die weltweit solistisch tätig sind.


    Im Mai diesen Jahres erwartete die Geigerin eine Herausforderung ganz anderer Art. Zu ihrem Debut mit dem Tokyo Symphony Orchestra spielte sie während einer Japantournee am 12. Mai 2018 in Tokio in der Tokio Opera City Concert Hall mit dem Orchester unter der Leitung der Dirigentin Yukari Saito drei Violinkonzerte an einem Abend: Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll op. 64, Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 und Peter I. Tschaikowskys Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 35. Es ist ungewöhnlich, dass in einem Konzert drei Violinkonzerte erklingen, doch dies wurde von den Veranstaltern explizit gewünscht. Am 13. Mai 2018 wurde das Konzert in Ryutopia, Niigata-City Performing Arts Centre noch einmal wiederholt.


    Antje Weithaas spielt ein Instrument von Peter Greiner aus dem Jahr 2001, das der Rezensent des Schwäbischen Tageblattes als „ein charaktervolles und ausgewogen timbriertes Instrument“ bezeichnet (Schwäbisches Tageblatt 14.2.2017).

    Würdigung

    „Die Suche nach dem ganz persönlichen und damit ehrlichen Ausdruck, das Erforschen von Extremen ohne Furcht vor Unschönheiten“ (BZ 23.11.16) – mit dieser Denkweise zählt Antje Weithaas zweifelsohne zu den besten zeitgenössischen Geigerinnen. Als international gefragte Künstlerin hat sie solistisch mit vielen renommierten Orchestern der Welt gespielt wie beispielsweise dem Orchestre de Paris, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Scottish Chambre Orchestra, der English Northern Philharmonia, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Hallé Orchester Manchester, der Minneapolis Symphony, dem Baltimore Symphony Philharmonia Orchestra, dem Orchestre de Toulouse, der Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Berliner Sinfonie-Orchester, der Academy of St. Martin in the Fields, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem San Francisco Symphony Orchestra, den großen deutschen Rundfunk-Orchestern, den führenden Orchestern der Niederlande, Skandinaviens und Asiens sowie internationalen Spitzenorchestern.


    Bereits fünf Jahre nachdem sie den Joseph-Joachim-Wettbewerb in Hannover gewonnen hatte, war ihr Erfolg bis nach Toronto vorgedrungen und sie wird in einem Atemzug mit Itzhak Perlman und Pinchas Zukermann genannt: „… let it be acknowledged that never before, from this polished stage, accustomed to accomodating the likes of Itzhak Perlman and Pinchas Zukermann, have I heard such fiddling as came from a 30-year-old newcomer from the former eastern Germany.“ („…es ist anerkennenswert, dass ich nie zuvor je von dieser glänzenden Bühne, die es gewohnt war, Leute wie Itzhak Perlman und Pinchas Zukermann zu empfangen, schon so viel gehört habe wie von dieser 30-jährigen Newcomerin aus dem ehemaligen Ostdeutschland“; Toronto Star 26.2.1996, North York’s George Weston Recital Hall).

    Antje Weithaas geht es um die künstlerische Wahrheit und nicht nur um schöne Klänge – die Interpretation steht in zweiter Reihe, wichtig ist ihr die Treue gegenüber dem Werk. Dabei steht die Frage nach der Intention des Komponisten, im Vordergrund. Mit dieser Herangehensweise an ihre Art der Interpretationen überzeugt und fesselt sie das Publikum immer aufs Neue. Detailgenau ergründet sie die Partitur und drückt dem Werk ihren eigenen Stempel auf. Wiederholt wird in der Presse bemerkt, mit welcher Ernsthaftigkeit die Geigerin an ein Werk heran geht, wie kompromisslos das Werk im Mittelpunkt steht, und dass sie eine Fülle und Kraft im Ton entwickelt, der aufhorchen lässt.

    Schon 1991 im Joseph-Joachim-Wettbewerb hob sie sich hervor durch die Vielfalt ihrer Ausdrucksmöglichkeiten, von denen sie das Publikum und nicht zuletzt die Jury überzeugte. Rainer Wagner hob explizit die Musikalität ihres Recitals hervor: „Endlich einmal erklangen nicht nur die Noten von Brahms‘ G-Dur-Sonate, sondern auch Rede und Gegenrede. […] Antje Weithaas zeigte Gestaltungskraft. Sie erkennt, und das ist längst nicht selbstverständlich, melodische Bögen.“ (HAZ 22.10.1991) Und schon damals erweckte sie Neugier und Interesse.

    Ständig ist sie auf der Suche nach neuen Ausdruckmöglichkeiten für ihre Interpretationen. Wichtig ist ihr, die eigene Aussage zu treffen. Damit sind Technik und Ton Mittel zum Zweck. Über die Interpretation des Violinkonzertes cis-Moll op. 129 von Schostakowitsch, 1998 aufgeführt in San Francisco, bemerkte der Kritiker: „She gave notice of an artist with a temperament serious enough to meet the work on its own, uncompromising terms and the technique to mine it for its mostly unprepossessing riches. […] Weithaas realized in phrases arching across supernally long spans. The almost dogged determination with wich the violinist dispatched the piece in boldly monochrome statements turned out to be a valid artistic view.“ („Sie präsentierte sich als Künstlerin mit einem Temperament, das durch ihre Ernsthaftigkeit das Werk zu ihrer eigenen Interpretation machte, kompromisslos in jedem Punkt und mittels der Technik den unscheinbaren Reichtum hervorhebend. […] Weithaas schuf Phrasen, in denen sich überirdisch lange Bögen spannten. Die fast verbissene Entschlossenheit, mit der die Geigerin das Werk in mutig kecker monochromer Aussage spielte, erwieß sich als gültige künstlerische Aussage.“; San Francisco Examiner, 29.1.1998)


    Ihr kräftiger Bogenstrich erlangt besondere Aufmerksamkeit. Den setzt sie sowohl im Solo-Konzert als auch im Recital gekonnt ein und er ist Mittel zum Zweck, das musikalische Ideal zu transportieren. Deutlich beschrieb der Kritiker ihre Spielart über das “Rondeau brilliant” in b-Moll von Franz Schubert: „Weithaas played it with such confidence, such a strong bow arm and such security of intonation, that she made her way through it with more binding force than I can remember sensing in past performances. […] What strikes the ear immediately are the fullness and power of her tone and the decisive way in which she states the musical ideas.“ („Weithaas spielte es mit solch einem Zutrauen, solch einem intensiven Bogenstrich und solch einer Sicherheit in der Intonation, dass sie sich mit mehr Bindungskraft durchgesetzt hat, als ich mich je erinnern kann, wenn ich an frühere Auftritte dachte. […] Was das Ohr plötzlich aufhorchen lässt, ist die Fülle und Kraft ihres Tones und die entschlossene Art, in welcher sie das musikalische Ideal ausführt."; Toronto Star, 21.4.2002)

    Die Geigerin ist nicht auf eine Stilrichtung festgelegt sondern stets offen für alle Richtungen in der Musik. Neben Barock, Klassik und Romantik führt die Künstlerin auch regelmäßig moderne Musik in ihrem Repertoire wie Kompositionen von György Ligeti, Wolfgang Rihm, Karl Amadeus Hartmann, Alfred Schnittke und Sofia Gubaidulina, Witold Lutoslawski, Michael Tippett und Jörg Widman. Wie gut sie bereits schon zu Beginn ihrer Karriere musikalisch moderne Musik interpretierte, zeigte sich im Wettbewerb an Alfred Koerppens Auftragskomposition „Melusine“. Der Kritiker Rainer Wagner bemerkte: „Dass man die aber nicht nur meistern, sondern auch sinnvoll veredeln kann.“ (HAZ 22.10.91)

    Jedem Werk vermag sie die jeweilige musikalische Farbe zu geben. Auch in Bartóks 2. Violinkonzert im 8. Philharmonischen Konzert in Kieler Schloss am 10. Mai 2015 wirkten ihre Zartheit und Temperament nie aufgesetzt, sondern sind Teil der Aussage: „Unter Caetanis klug und vital koordinierender Leitung konnte die phänomenale Solistin Antje Weithaas […] alle Tugenden ihres Spiels entfalten, als da sind lyrische Leidenschaft und lyrische Versenkung bis hin zu spinnwebartig feinen Tönen, ruppiges Vorwärtsdrängen in Passagen und Tripelgriffen, folkloristische Lebendigkeit und ein untrügliches rhythmisches Gespür für Bartóks vertrackte Vernetzung von Solo und Orchester.“ (Kieler Nachrichten 13.5.2015)


    Durch ihre kommunikative Art ist sie die ideale Kammermusikpartnerin. Das zeigt sich besonders in der Zusammenarbeit in kleinen Ensembles und findet seinen Ausdruck in der Leitung der Camerata Bern. Im kommunikativen Austausch wird mit den Orchestermitgliedern, jeweils vor der ersten Probe für ein neues Programm, das Konzept besprochen. Das gute Teamworking findet in den Konzerten seinen Ausdruck. Besonders im Konzert zu ihrem 50. Geburtstag bemerkt das Publikum die freundschaftliche Zusammenarbeit: „Antje Weithaas ist dabei Leiterin und Dialogpartnerin zugleich, was zugleich einen ihrer schönsten Züge abbildet: Dass sie sich als Solistin versteht, die zugleich gemeinschaftsstiftend wirkt. Der herzliche, nahezu anhängliche Jubel, mit dem sie von ihren Studenten und Kollegen gefeiert wird, klingt wie ein Dank dafür.“ (BZ, 23.11.2016, Nr. 275)


    Faszinierend sind ihre CD Aufnahmen. Schon in den 1990er Jahren produzierte Antje Weithaas zahlreiche CD-Aufnahmen vor allem im kammermusikalischen Bereich mit dem Trio „Ex Aequo“, was sie mit dem „Arcanto Quartett“ fortsetzte. 2013 erschien ihre erste Aufnahme, auf der sie als Solistin präsent war. Mit dem Stavanger Symphony Orchestra unter Steven Sloane (CAvi-music) produzierte die Geigerin eine Aufnahme der Violinkonzerte von Ludwig van Beethoven und Alban Berg. Durch die positiven Reaktionen der Presse motiviert, folgten Gesamteinspielungen der Solosonaten und -partiten von Johann Sebastian Bach und der Solosonaten von Eugène Ysaÿe, die positiven Anklang fanden: „Bach interpretiert sie mit einem schlanken, hellen Ton, während sie die beiden ausgesuchten Solo-Sonaten des belgischen Spätromantikers in geradezu orchestrale Farben taucht. […] Insgesamt vorbildliche Aufnahmen für Freunde intimster Kammermusik.“ (Aachener Nachrichte, 15.5.2016 – vgl. AW 1)

    Inzwischen erschien eine Gesamteinspielung der Werke für Violine und Orchester von Max Bruch mit der NDR Radiophilharmonie unter Hermann Bäumer. Ziel der Geigerin war es, neben Bruchs erstem Violinkonzert seine übrigen Kompositionen für Violine und Orchester bekannt zu machen. Streng am Notentext orientiert, folgt sie der Tonsprache Bruchs. Und es scheint ihr hervorragend gelungen zu sein, wie folgende Rezension beschreibt: „Antje Weithaas zeigt, dass da jedoch weitaus mehr Musik ist als nur verstaubte Theorie. Das Zweite Violinkonzert wird sehr gestisch und auch sehr einfühlsam gespielt, kontrastreich also. Daraus entsteht ein Spannungspotenzial zwischen zartschön und leidenschaftlich, das dem Werk Größe und Nachhaltigkeit gibt. Das letzte Werk, das Adagio appassionato op. 57, wird nicht nur ergreifend schön gespielt, das silberklare Spiel der Geigerin ist bei aller Innigkeit auch sehr lebendig und bewegungsreich.“ (Pizzicato. lu 06/2014)

    Die gute Zusammenarbeit mit der NDR Radiophilharmonie und dem Label cpo setzt Antje Weithaas mit den Einspielungen von Schumanns Violinkonzert d-Moll WoO1 und Brahms’ Doppelkonzert mit Maximilian Hornung (Cello), beides unter der Leitung von Andrew Manze, fort. Bereits am 9. März 2017 im Ring C der NDR Radiophilharmonie Hannover präsentierte sich die Geigerin mit dem Cellisten im Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102 von Johannes Brahms.


    Für die Qualität der CD-Einspielungen der Künstlerin spricht, dass ihre Aufnahmen wiederholt ausgezeichnet wurden. So erhielt die CD, die Antje Weithaas gemeinsam mit der Cellistin Marie-Elisabeth Hecker und dem Pianisten Martin Helmchen eingespielt hatte, den Preis des französischen Klassikmagazins „Diapason“ den „Diapason d’Or“. Neben dem Klaviertrio Nr. 2 D 929 wurde die Arpeggione-Sonate D 821 (für Cello und Klavier) von Franz Schubert aufgenommen. Der „Diapason d’Or“ gilt mit als einer der bedeutendsten unabhängigen europäischen Schallplattenpreise für klassische Musik (Dezember- Ausgabe 2017).

    Weiterhin genoss die Aufnahme der CD mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms und der Camerata Bern bei den Kritikern große Beachtung: „Antje Weithaas ist eine der bedeutendsten Musikerinnen, die es zurzeit gibt, jede Aufnahme ein Kompendium interpretatorischer Klugheit und Energie. So auch diese mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms, das sie mit der Camerata Bern ohne Dirigent aufgenommen hat. Ein aufführungspraktisches Wagnis, das mit einer musikalischen Intimität und Dichte ohnegleichen belohnt wird.“ (BZ, 20.2.2016)

    Durch den Erfolg dieser ungewöhnlichen Aufnahme eines romantischen Violinkonzertes wurden Antje Weithaas und die Camerata Bern angeregt, ein weiteres Wagnis einzugehen. So entstand die Aufnahme mit dem Violinkonzert D-Dur op. 35 von Peter I. Tschaikowsky. Mittels der Partitur und zahlreicher Briefe eröffnete sich für die Geigerin die Welt Tschaikowskys völlig neu. So wurde es ihr Ziel, das Violinkonzert aus der „virtuosen Ecke“ herauszuholen. Weithaas: „Es war für uns alle sehr spannend, uns dem Stück ‚neu‘ zu nähern und unser aller Hör- und Spielerfahrung neu zu hinterfragen.“ Wie sehr dies gelungen ist zeigt, dass diese CD bei NDR Klassik vom 5. bis 11. März 2018 als die „CD der Woche“ geehrt wurde. Margarete Zander, Moderatorin bei NDR Klassik, beschreibt dies eindrucksvoll: „Weithaas ist sehr weit weg vom überladenen Pathos. Sie verlässt den schwülstigen, mit Druck im Vibrato schwelgenden Sound, der an die großen russischen Romanverfilmungen erinnert und wirft einen intimen Blick auf den Menschen Tschaikowsky.“ (AW 7)


    Ganz andere Wege neben dem allgemein klassischen Bereich beschreitet Antje Weithaas in drei Konzerten im „lillenorge-Festival“, das im Radialsystem V in Berlin im Mai 2018 stattfand. Das Festival hat sich zum Ziel gesetzt, Grenzen zwischen den Genres abzubauen und eine gesamtmusikalische Sprache zu entwickeln. Das kulturelle Grundgerüst bildet dabei die Auseinandersetzung der Akteure, welche Kultur, Kunst und Lebensgefühl miteinander teilen. In Kompositionen und Improvisationen soll Raum für neue kreative Impulse entstehen. Neben der Violinsonate Nr. 9 op. 47 „Kreutzer“ von Ludwig van Beethoven und dem Klavierquartett in a-Moll von Gustav Mahler erklangen beispielsweise Werke von Bjarne Brustad „Sull & Trollkvenna“ aus „The Fairytale Suite“, von Béla Bartók „Contrasts“ für Klarinette, Violine und Klavier, von Arve Henriksen Reflection 1, von Volker David Kirchner Exile, von Erlend Apneseth Reflection 2 und von Francis Orval Libre, Free, Frei. Gemeinsam war sie im Konzert u.a. mit Terje Tønnesen (Violine), Ida Bryhn (Viola), Audun Sandvik (Violoncello), Thorsten Johanns (Klarinette), Fritz Pahlmann (Horn) und Joachim Carr (Klavier) präsent.


    Als Dozentin sieht sie ihre Aufgabe darin, den Studentinnen und Studenten eine Sichtweise auf die Werke, die auf musikwissenschaftlicher Basis beruht, weiterzugeben. Der Schwerpunkt ihres Unterrichtes liegt darin, die Studierenden auf diesem Hintergrund aufbauend zu befähigen, ihre eigene musikalische Sprache, ihre eigenen Klangvorstellungen zu entwickeln. Wichtig ist, dass die Interpretation persönlich ist. Dabei ist ihr ein lebendiger Austausch besonders wichtig. Sie ist offen für Argumente und das Reden über verschiedene Sichtweisen im kommunikativen Austausch. Denn die Geigerin sagt, dass auch sie beim Lehren lernt – über sich selbst und in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit dem Instrument (vgl. AW 9).

    Rezeption

    Antje Weithaas ist als Geigerin sowohl solistisch als auch in Kammermusikensembles eine gefragte Künstlerin, was ihre zahlreichen Konzerte zeigen. Mit ihren Interpretationen dicht am Notentext ist sie eine im gegenwärtigen Musik- und Kulturleben etablierte Geigerin.

    Die Konzerte und das Wirken von Antje Weithaas finden in den Medien – sowohl in den Printmedien, Fachliteratur als auch im Hörfunk und Internet – positive Beachtung.

    Werkverzeichnis

    CD-Einspielungen


    Ein Teil der Diskographie ist unter https://antje-weithaas.de/discography/ einsehbar.


    Peter Tschaikowsky

    Violinkonzert D-Dur op. 35

    Streichquartett Nr. 3 es-Moll op. 30 (in der Fassung für Streichorchester)

    Mit der Camerata Bern

    CAvi-music 426008553393, 2018


    Johann Sebastian Bach

    Sonate für Solo Violine Nr. 2 a-Moll, BWV 1003

    Partita für Solo Violine Nr. 3 E-Dur, BWV 1006

    Eugène Ysaÿe

    Sonate für Solo Violine „Ballade“ Nr. 3 d-Moll op. 27

    George Enescu

    Sonate für Solo Violine Nr. 5 G-Dur op. 27

    CAvi-music 42 600 855 33 46 6, 2016


    Johannes Brahms

    Violinkonzert D-Dur, Op. 77

    Streichquintett Nr. 2 G-Dur, op. 111

    mit der Camerata Bern

    CAvi-music 4260085533282, 2015


    Max Bruch

    Violinkonzert Nr. 3 d-Moll, op. 58

    Konzertstück für Violine und Orchester fis-Moll, op. 84

    Romanze für Violine und Orchester a-Moll, op. 42

    NDR Radiophilharmonie, Dirigent: Hermann Bäumer

    cpo 3126654, 2016


    Max Bruch

    Violinkonzert Nr. 1 g-Moll, op. 26

    Serenade für Violine und Orchester, op. 75

    „In Memoriam“ für Violine und Orchester a-Moll, op. 65.

    NDR Radiophilharmonie, Dirigent: Hermann Bäumer

    cpo 3126649, 2015


    Max Bruch

    Violinkonzert Nr. 2 d-Moll, op. 44

    Schottische Fantasie für Violine und Orchester Es-Dur, op. 46

    Adagio appassionato Konzertstück für Violine und Orchester, op. 57

    NDR Radiophilharmonie, Dirigent: Hermann Bäumer

    cpo 3097858, 2014


    Johann Sebastian Bach

    Sonate für Solo Violine Nr. 1 g-Moll, BWV 1001

    Partita für Solo Violine Nr. 2 d-Moll, BWV 1004

    Eugène Ysaÿe

    Sonate für Solo Violine Nr. 1 g-Moll, op. 27

    Sonate für Solo Violine Nr. 2 d-Moll, op. 27

    CAvi-music 4260085533206, 2014


    Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur, op. 61

    Alban Berg: Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“

    Stavanger Symfoniorkester, Steven Sloane

    CAvi-music 4260085533053, 2013


    Johannes Brahms: Horntrio Es-Dur op. 40

    György Ligeti: Trio für Violine, Horn und Klavier

    Marie-Luise Neunecker – Horn, Silke Avenhaus – Klavier

    BIS-SACD-1859, 2012


    Ludwig van Beethoven

    Streichquartett Nr. 11 f-Moll, op. 95

    Sonate Nr. 9 A-Dur „Kreutzer-Sonate“, op. 47

    Camerata Bern

    CAvi-music 4260085532261, 2012


    Felix Mendelssohn

    Konzert für Violine, Klavier und Orchester d-Moll

    Camerata Bern

    Claves 2010


    Ernest Bloch

    Baal-Shem für Violine und Orchester

    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Steven Sloane-Dirigent

    Capriccio C5001, 2009


    Felix Mendelssohn

    Violinsonaten F-Dur (1820), f-Moll op. 4, d-Moll, F-Dur (1838)

    Silke Avenhaus – Klavier

    CAvi-music 4260085531387, 2009


    Camille Saint-Saëns: Violinsonate Nr. 1 d-Moll, op. 75

    Maurice Ravel: Violinsonate G-Dur

    Gabriel Fauré: Violinsonate Nr. 1 A-Dur, op. 13

    Silke Avenhaus – Klavier

    CAvi-music 4260085531233, 2008


    Johannes Brahms

    Sonate für Violine und Klavier Nr.1 G-Dur op. 78

    Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 100

    Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 d-Moll op. 108

    Silke Avenhaus – Klavier

    CAvi-music 4260085530595, 2007


    Wolfgang Amadeus Mozart

    Duo für Violine und Viola G-Dur KV 423

    Duo für Violine und Viola B-Dur KV 424

    Louis Spohr

    Duo für Violine und Viola e-Moll, op.13

    Tabea Zimmermann – Viola

    Capriccio C71106, 2006


    Franz Schubert

    Sonatine a-Moll D 385; Sonata A-Dur D 574;

    Fantasie C-Dur, D 934

    Silke Avenhaus – Klavier

    CAvi-music 4260085530052, 2006


    Olivier Greif: Trio für Violine, Violoncello und Klavier (1998)

    Emmanuelle Bertrand – Violoncello, Pascal Amoyel – Klavier

    HMF 2005


    CD Musik am Gothaer Hof

    Louis Spohr: Concertante für zwei Violinen in A-Dur op. 48

    Concertante für Violine, Violoncello und Orchester C-Dur

    Potpourri aus der Oper „Jessonda“ für Violine, Violoncello und Orchester op. 64

    Mila Georgieva – Violine, Michael Sanderling – Violoncello, Hermann Breuer – Dirigent, Das Landessinfonieorchester Thüringen-Gotha

    ES-DUR, ES 2029, 1998


    Franz Schubert

    Klaviertrio B-Dur Op. 99 D899

    Notturno B-Dur Op. 148 D897

    Trio Ex Aequo: Gerald Fauth – Klavier, Michael Sanderling – Violoncello

    Koch Discover International B00000220L, 1995


    César Franck: Klaviertrio fis-Moll op. 1 Nr. 1

    Antonín Dvořák: Klaviertrio e-Moll op. 90 „Dumky Trio“

    Trio Ex Aequo: Arkadi Zenziper – Klavier, Michael Sanderling – Violoncello

    Berlin Classics Eterna 0120001 / Deutsche Schallplatten GmbH, 1991

    Aufgenommen in der Lucaskirche Dresden 1990



    Arcanto Quartett:


    Wolfgang Amadeus Mozart:

    Quintett für Klarinette und Streichquartett A-Dur KV 581

    Streichquartett in d-Moll KV421

    Jörg Widmann – Klarinette

    harmonia mundi 2013


    Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956

    Olivier Marron – 2. Violoncello

    harmonia mundi 2012


    Béla Bartók:

    Streichquartett Nr. 5 B-Dur, Sz 102

    Streichquartett Nr. 6 D-Dur, Sz 114

    harmonia mundi 2007


    Claude Debussy: Streichquartett g-moll op. 10

    Henri Dutilleux: Ainsi la nuit

    Maurice Ravel: Streichquartett F-Dur

    harmonia mundi 2005



    Diskografie Spannungen Festival Heimbach


    Clara Schumann: Klaviertrio g-Moll, op. 17

    Franz Schubert: Klaviertrio B-Dur, D 471

    Franz Schubert: Streichquartett Rosamunde Nr. 13 a-Moll, D 804

    Christian Tetzlaff – Violine, Rachel Roberts – Viola, Gergana Gergova – Klavier, Volker Jacobsen – Viola, Alban Gerhardt - Violoncello, Gunilla Süssmann – Klavier

    CAvi-music 4260085532940, 2013


    Bedřich Smetana

    Klaviertrio g-Moll op. 15

    Marie-Elisabeth Hecker – Violoncello, Huw Watkins – Klavier

    CAvi-music 4260085532605, 2012


    Franz Schubert: Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ Nr. 14 d-Moll D 810

    Christian Tetzlaff – Violine, Rachel Roberts – Viola, Tanja Tetzlaff – Violoncello

    CAvi-music 4260085532599, 2012


    Johann Sebastian Bach: Kunst der Fuge: Contrapunctus XI

    Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 15 a-Moll. Op. 132

    Christian Tetzlaff – Violine, Rachel Roberts – Viola, Tanja Tetzlaff – Violoncello

    CAvi-music 4260085532254, 2011


    Peter Tschaikowsky: Streichquartett Nr. 3 es-Moll, op. 30

    Christian Tetzlaff – Violine, Tatjana Masurenko – Viola, Gustav Rivinius – Violoncello

    CAvi-music 4260085532247, 2011


    Antonín Dvořák: Streichquartett Nr. 13 G-Dur op. 106

    Christian Tetzlaff – Violine, Tatjana Masurenko – Viola, Gustav Rivinius – Violoncello

    CAvi-music 4260085531646, 2009


    Felix Mendelssohn: Streichoktett Es-Dur op. 20

    Christian Tetzlaff – Violine, Isabelle Faust – Violine, Lisa Batiashvili – Violine, Rachel Roberts – Viola, Ori Kam – Viola , Tanja Tetzlaff – Violoncello, Quirine Viersen – Violoncello

    CAvi-music 4260085531639, 2009


    Paul Hindemith: Quartett für Klarinette und Klaviertrio 1938

    Sharon Kam – Klarinette, Lars Vogt – Klavier, Gustav Rivinius – Violoncello

    CAvi-music 4260085531288, 2008


    Franz Schubert: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur D 898

    Lars Vogt – Klavier, Tanja Tetzlaff – Violoncello, Chiara Tonelli, Silke Avenhaus – Klavier

    CAvi-music 4260085530991, 2007


    Edward Elgar: Klavierquintett a-Moll op. 84

    Lars Vogt – Klavier , Radoslaw Szulc – Violine, Tatjana Masurenko – Viola , Claudio Bohorquez – Violoncello

    CAvi, 2007 (Nr. 426008553-127)


    Paul Hindemith: Quartett für Klarinette und Klaviertrio (1938)

    Sharon Kam – Klarinette, Paul Rivinius – Klavier, Gustav Rivinius – Violoncello

    CAvi, 2007 (Nr. 426008553-1288)


    Joseph Haydn: Klaviertrio C-Dur Hob. XV: 27

    Lars Vogt – Klavier, Alban Gerhardt – Violoncello

    Warner B014AZYFF6, EMI 2003


    Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 3 c-Moll, op. 60

    Mit Kim Kashkashian – Viola, Boris Pergamenschikoff – Violoncello, Lars Vogt – Klavier

    EMI 07243-5573772, 2001


    Antonín Dvořak: Klavierquintett A-Dur op. 81

    Christian Tetzlaff – Violine, Kim Kashkashian – Viola, Boris Pergamenschikoff – Violoncello , Lars Vogt – Klavier

    Tatjana Komarova: Trio (1991) für Violine, Violoncello und Klavier

    Mit Nicolai Schneider – Violoncello, Lars Vogt – Klavier

    Live-Aufnahme 1999

    EMI Classics, 2000

    Repertoire

    Ihr weitgefächertes Konzertrepertoire enthält neben den großen Violinkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Max Bruch, Felix Mendelssohn Bartholdy, Peter Tschaikowsky und Robert Schumann auch weniger bekannte Werke wie von Othmar Schoeck das Violinkonzert B-Dur op. 21 und das „Concerto funebre“ von Karl Amadeus Hartmann.

    Wie Antje Weithaas auch mit unbekannten Werken überzeugen kann, schildert eine Rezension über eine Aufführung des „Concerto funebre“ mit den Hagener Philharmonikern am 26.4.2016: „Die Sologeige ist das lyrische Ich, und Antje Weithaas bringt ihr Instrument zum Weinen, zum Klagen, zum Aufbegehren und zum Singen in weiten Bögen und in unerreichbar hohen Lagen. Es ist nicht nur die technische Perfektion, die am Spiel der großen Interpretin begeistert, sondern vor allem, wie organisch und völlig unangestrengt die Musik aus ihr gleichsam herausströmt.“ (Westfälische Rundschau, 26.4.2016)


    Darüber hinaus ist sie offen für neue Musik und führt Stücke wie das Violinkonzert von Jörg Widmann, das „Offertorium“ von Sofia Gubaidulina, von Wolfgang Rihm „Fremdes Licht“, von Alfred Koerppen „Melusine“ und Klassiker der Moderne wie die Violinkonzerte von Sergej Prokofjew und Dimitri Schostakowitsch im Repertoire (s. AW 1).


    Im Bereich Kammermusik hat Antje Weithaas ein breites Repertoire von der Solo-Sonate bis zum Oktett in den unterschiedlichsten Besetzungen. Daneben spielt sie mit der Camerata Bern Bearbeitungen von Streichquartetten für Kammerorchester.

    Quellen

    AW 1:

    http://antje-weithaas.de/

    Stand: 7.8. 2017


    AW 2:

    http://www.kronbergzweinull.de/2013/03/28/masterclass-mit-antje-weithaas/

    Stand 2.8.2017


    AW 3:

    https://www.thestrad.com/antje-weithaas-tabea-zimmermann-and-wolfgang-emanuel-schmidt-join-kronberg-academy-faculty/437.article

    Stand 11.12.2017


    AW 4:

    https://www.lucernefestival.ch/de/programm/kuenstlerverzeichnis/antje_weithaas/2577

    Stand: 22.12.2017


    AW 5:

    https://cameratabern.ch/ Stand: 7.3.2018

    Interview mit Bettina Schmidt für Deutschlandfunk Kultur 5.7.2015


    AW 6:

    https://www1.wdr.de/radio/wdr3/musik/wdr3-werkbetrachtungen/werkbetrachtung-max-bruch-erstes-violinkonzert-100.html

    Stand: 5.3.2018


    AW 7:

    https://www.ndr.de/ndrkultur/rezensionen/neue_cds/Antje-Weithaas-spielt-Tschaikowsky,weithaas122.html

    Stand: 7.3.2018


    AW 8:

    https://www.prestoclassical.co.uk/classical/products/8005441--schubert-the-trout-the-greatest-love-and-the-greatest-sorrow

    Stand: 17.3.2018


    AW 9:

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/arcanto-quartett-mit-bartok-brahms.1091.de.html?dram:article_id=178237

    Stand: 20.3.2018


    AW 10:

    www.amazon.com/Schubert-Trio-Op-Notturno-148/dp/B00000220L

    Stand: 21.12.2017


    AW 11:

    http://www.jorislange.nl/archief/site_tros9899/achtergrond/bio_weithaas.html

    Stand: 22.12.2017

    http://www.deutschlandfunk.de/produktionen-aus-dem-deutschlandfunk-kammermusiksaal.1989.de.html?dram:article_id=355364

    Stand: 9.4.2018



    Zeitungen


    Zeitungsartikel. Sammlung der Agentur Karsten Witt


    Aachener Nachrichten, 15.5.2016.


    Berliner Zeitung 27.11.1997 (BZ 27.11.1997)

    Berliner Zeitung 20.2.2016 (BZ 20.2.2016)

    Berliner Zeitung 23.11.2016, (BZ 23.11.1016)


    Berner Zeitung 24.1.2017.


    Boston Herald 26.11.1992, S. 67.


    Boston Symphony Orchestra, Konzertprogramm der 112. Saison, 1992/1993.


    Dolomiten 31.10.2017.


    Fono Forum, Beitrag von Norbert Hornig, März 2015.


    Hannoversche Allgemeine Zeitung 18.10.1991, Nr. 243, 42. Wo., S. 8.

    Hannoversche Allgemeine Zeitung 22.10.1991, Nr. 246, 43. Wo., S. 8.

    Hannoversche Allgemeine Zeitung 25.10.1991, Nr. 249, 43. Wo., S.11.

    Hannoversche Allgemeine Zeitung 26.10.1991, Nr. 250, 43. Wo., S. 7.

    Hannoversche Allgemeine Zeitung 28.10.1991, Nr. 251, 44. Wo, S. 8.


    Kölner Rundschau 1.9.1997.


    Musical Times, Vol. 134, Nr. 1805, Juli 1993, S. 423-424.

    Musical Times Vol. 136, Nr. 1829, Juli 1995.


    NYT Konzerte Duo Recital mit Christian Tetzlaff


    San Francisco Chronicle 20.2.1996, o.S.


    San Francisco Chronicle 30. 1. 1998, o.S.


    San Francisco Examiner 29.1.1998.


    Schwäbisches Tageblatt 14.2.2017.


    The Globe & Mail Toronto, 22.4.2002.


    The Strad Oktober 2003, S. 1130.

    The Strad Januar 2017.


    The Times 18.8.1995.


    Toronto Star 26.2.1996.

    Toronto Star, 21.4.2002.


    VÖ Deutschland: 23. August 2016.

    Forschung

    Antje Weithaas wird in musikjournalistischen Überblicksartikeln erwähnt. Zahlreiche Rezensionen berichten über ihre Konzerte. Im Internet findet man neben Artikeln auch eine große Anzahl an Interviews und Musikausschnitten aus ihren CD-Aufnahmen. Unter

    http://antje-weithaas.de/ ist ein breiter Wissensstand über die Künstlerin abfragbar.

    Forschungsbedarf

    Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Antje Weithaas hat noch nicht stattgefunden. Interessant ist die Frage, wie ihr künstlerischer Einfluss in der Ausbildung ihrer Studentinnen und Studenten ist.

    Weiterhin wäre eine Durchdringung ihrer Arbeit als Solistin und Leiterin der Camerata Bern interessant.

    Es fehlt zudem eine Sammlung an absolvierten Auftritten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 44490452
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 128918810

    Autor/innen

    Jutta Heise


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 15.10.2018


    Empfohlene Zitierweise

    Jutta Heise, Artikel „Antje Weithaas“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 15.10.2018.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Antje_Weithaas