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  • Amálie Neruda

    von Jutta Heise
    Amálie Neruda (rechts) mit ihren Geschwistern Wilma und Victor Neruda
    Namen:
    Amálie Neruda
    Ehename: Amálie Wickenhauser
    Lebensdaten:
    geb. in Brünn, Österreich-Ungarn
    gest. in Brünn,
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Kammermusikerin, Klavierpädagogin, Konzertorganisatorin, „Wunderkind“
    Charakterisierender Satz:

    ”Slušeli jsme zde v Brně již několik domácich sil vystoupíti; avšak té schází dokonalá routina, oné do vedná přednáška – obě pak tyto vlastnosti nalézárne v piné miře u paní Nerudové.“


    „Wir haben hier in Brünn bereits mehrere einheimische Künstler spielen gehört; aber die perfekte Routine, dieser gewandte Vortrag, fehlte – diese beiden Eigenschaften finden wir im vollen Masse bei Frau Neruda.“


    (Moravska orlice 6. Jg. Nr. 5, 5.1.1877, S. 11; Übersetzung: Dr. Michaela Kořistová)


    Profil

    Amálie Neruda erhielt ausschließlich in erster Linie von ihrem Vater, aber vermutlich auch von ihrer Mutter, Klavierunterricht und hat nie eine Musikinstitution besucht.

    Bereits als „Wunderkind“ konzertierte sie mit dem Neruda Familienensemble, in allen großen Städten Europas.

    Als anerkannte Kammermusikerin spielte sie regelmäßig in der Brünner Beseda und setzte sich für die Verbreitung der Musik u.a. von Antonín Dvořák und Johannes Brahms ein.

    In Brünn ging sie einer regen Lehrtätigkeit nach. Ihr bekanntester Schüler war Leoš Janáček.

    Orte und Länder

    Amálie Neruda verbrachte ihre Kindheit in Brünn und Wien. Nach ihren ersten gemeinsamen Erfolgen als „Wunderkinder“ mit ihrer Schwester Wilma Neruda, der späteren weltberühmten Violinvirtuosin, in Wien, konzertierten sie ab 1847 in Deutschland und Österreich-Ungarn, in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, England, Polen und Russland. Sie war die erste Klavierbegleiterin ihrer weltberühmten Schwester. Ab Ende der 1850er Jahre konzertierte und unterrichtete Amálie Neruda fast ausschließlich in Brünn.

    Biografie

    Amálie Neruda wurde am 31. März 1834 in Brünn als älteste von insgesamt 10 Kindern einer Musikerfamilie geboren. Zunächst wurde sie Schülerin im Altbrünner Kloster - ein so genanntes Blaukelchen, wie die Eleven des Klosters genannt wurden.

    Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie von ihrem Vater Josef Neruda (1807–1875), dem Domorganisten am Petersdom in Brünn. Vermutlich unterwies auch die Mutter Francisca Neruda, geb. Merta (1817–1881), die Tochter auf dem Instrument. Auch die jüngeren Geschwister erlernten schon in jungen Jahren ein Instrument, so die Schwestern Wilma (1838–1911) und Marie (1840–1922) Geige und der Bruder Viktor (1836–1852) Cello. Josef Neruda erkannte die große Begabung seiner Kinder. 1845 kündigte er daher seine Stellung am Petersdom und die Familie zog nach Wien. Dort erhielt die hochbegabte Schwester Wilma professionellen Violinunterricht bei Professor Leopold Jansa (1795–1875) – möglicherweise erhoffte sich der Vater auch in der Musikmetropole einen erfolgreicheren Start für die Karriere seiner Kinder; denn schon 1845 erregten die „Wunderkinder“ Amálie und Wilma in Brünn in privaten Zirkeln Aufsehen mit ihrem Spiel. In Wien folgten bald öffentliche Konzerte. Ihr Debut feierten sie im Dezember 1846 im Saal des Wiener Musikvereins vor einem begeisterten Publikum. Wilma Neruda spielte das Violinkonzert in D-Dur von Charles de Bériot, bei dem Amalie sie auf dem Klavier begleitete.

    Gerade für ihr „delikates nuanciertes Akkompagnieren“ fand die Pianistin allgemeine Bewunderung bei den Rezensenten der Zeitungen.

    Neben ihrer später weltberühmten Schwester Wilma war es für Amálie nicht einfach, die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich zu lenken. Der Rezensent der Rheinische Musikzeitung meinte gar, dass Amálie sicher mehr Erfolg hätte, wenn sie nicht durch ihre Schwester Wilma in den Schatten gestellt würde aber „... dass sie durch die ganz ausgezeichnete Art ihrer Begleitung sehr viel zu den Erfolgen ihrer Schwester beiträgt.“ (Rheinische Musikzeitung, 2. Jg. Nr. 2, 12.7.1851 S. 427)

    Stets wurde ihre bewundernswerte Technik, ihr kräftiger Anschlag und ihre vorzügliche Fingerfertigkeit von den Kritikern der Presse hervorgehoben.

    Im Januar 1847 traten die Geschwister gemeinsam mit Jenny Lind auf, mit der sie auch im Februar des gleichen Jahres bei der Kaiserin ein Konzert gaben.

    Nach ihrem dritten erfolgreichen Konzert in Wien organisierte der Vater Konzertreisen für seine Töchter durch ganz Europa. Bald gehörte auch der Bruder Viktor (Cello) mit zum Familienensemble.

    Bis 1849 konzertierten die „Wunderkinder“ in zahlreichen Städten Österreichs und Deutschlands, bis sie ihr Weg nach Brüssel und Amsterdam führte, wo sie vorerst „den höchsten Gipfel des Ruhmes erreicht[en] und [...] mit einem wahren Blumenregen überschüttet“ wurden. (Humorist, 12. Jg. Nr. 51, 29.2.1848)


    Mehrere Konzerttourneen, an denen nun auch die Schwester Marie (1840–1922) mit der Geige teilnahm, führten das Familienensemble in den 1850er Jahren nach Russland und Polen.

    Ab ca. 1857 reiste Amálie Neruda nicht mehr mit im Familienensemble, möglicherweise weil sie inzwischen den Dirigenten des Deutschen Theaters in Brünn, Ernst Wickenhauser (1827–1888) geheiratet hatte. Das Ehepaar hatte vier Kinder: Rudolf (1859–unbekannt), Richard (1867–1936), Direktor der Wiener Sing-Akademie, Musiklehrer und Komponist, Franz Josef (1870–unbekannt) und Marie Franziska (1873–unbekannt).


    Wenn auch Amálie Neruda nach ihrer Heirat nicht mehr als reisende Pianistin konzertierte, so beteiligte sie sich doch weiterhin intensiv am Musikleben Brünns. Dieses war im 19. Jahrhundert zweigeteilt. So gab es einerseits den tschechischen Musikverein Brnĕnska Beseda und andererseits den Brünner Musikverein, der in erster Linie eine Konzertinstitution der deutschen Bevölkerung darstellte. Bereits 1860 spielte Amálie Neruda mit ihren Geschwistern im Gründungskonzert der Brnĕnska Beseda und in der Folgezeit wurde dieser Verein auch ihr primärer Wirkungsort.

    In Brünn galt sie als die beste einheimische Pianistin ihrer Zeit und wurde gar nach einem Konzert als „die Königin des Abends“ gefeiert. (Moravska Orlice 6. Jg. Nr.5, 5.1.1877, S.1)

    Über Jahrzehnte konzertierte Amálie Neruda auch weiterhin mit ihrer Schwester Wilma Neruda bei deren Aufenthalten in Brünn. Diese Auftritte waren für das Publikum stets ein besonderes Ereignis.


    Neben ihrer Konzerttätigkeit arbeitete Amálie Neruda auch als Klavierpädagogin. Ihr berühmtester Schüler war Leoš Janáček. Von 1877–1879 unterrichtete sie den jungen Komponisten und die Zeitung Moravska Orlice gratulierte ihm „zu solch einer Lehrerin und ihr zu solch einem Schüler.“ (Moravska Orlice, Jg. Nr. 5, 5.1.1877 S. 2) Amálie, die großen Einfluss auf das Musikleben Brünns hatte und zur höheren Gesellschaftsschicht gehörte, protegierte den 20 Jahre jüngeren Janáček. Gemeinsam beschlossen sie, im Brünner Lesezirkel zwei Konzerte pro Jahr zu geben. Hier erklangen Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Darüber hinaus setzte sich Amálie Neruda im tschechischen Musikverein vor allem für die Verbreitung der Werke von Johannes Brahms, Antonín Dvořák und Edvard Grieg ein. Dessen Violinsonate F-Dur op. 8 spielte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Marie am 13. Januar 1878, zudem stand das 3. Klavierkonzert G-Dur op. 45 von Anton Rubinstein in der Brünner Beseda auf dem Programm. Durch ihre Offenheit für zeitgenössische Komponisten und ihren Einfluss konnte sie in Leoš Janáček das Interesse an diesem russischen Komponisten wecken.

    Die Zusammenarbeit zwischen der Lehrerin und dem Schüler wirkte sich befruchtend auf das tschechisch geprägte Brünner Musikleben aus. In vielen Konzerten traten beide Künstler gemeinsam auf. Bei diesen Gelegenheiten erklangen in der Regel auch Werke für zwei Klaviere bzw. vierhändige Klavierwerke.

    Doch Amálie Neruda wirkte nicht nur als Pianistin in der Beseda, sondern organisierte in Brünn gemeinsam mit Janáček die Aufführungen großer Chorwerke, so 1876 den Psalm 95 op. 46 von Felix Mendelssohn Bartholdy.1878 kam mit durch ihre Initiative beispielsweise die Aufführung des Requiems d-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart zustande - bei diesem Projekt teilten sich die Künstlerin und der Künstler die anfallenden Unkosten - und weiterhin 1879 die Aufführung der „Missa Solemnis“ D-Dur op. 123 von Ludwig van Beethoven.

    Darüber hinaus initiierte sie die Aufführung von Johannes Brahms‘ Klavierquintett f-Moll op. 34, in dem sie selber den Klavierpart übernahm.

    Mit Antonín Dvořák verband Amálie Neruda eine freundschaftliche Beziehung. So war beispielsweise eine Aufführung von Dvořáks Klavierkonzertes g-moll op. 33 in der Brünner Beseda mit Amálie Neruda als Solistin und Janáček als Dirigent geplant. Leider kam dieses Projekt aufgrund des Zerwürfnisses zwischen Lehrerin und Schüler nicht mehr zustande. Die Künstlerin hatte zwar bereits die Originalpartitur von Dvořák erhalten, doch Janáček lehnte schließlich das Dirigat des Konzertes ab.

    Denn 1879 kam es zum Bruch zwischen Leoš Janáček und Amálie Neruda. In Briefen an Zdenka Schulz beschuldigte er sie, ihn in dem Glauben erzogen zu haben, er sei ein fertiger Pianist, was ihm sehr geschadet hätte: „Doch wäre ich schon längst höher, wenn diese Wick. [Wickenhauser] mich durch so eine Zeit in dem Wahn absichtlich erzogen, ich wäre ein fertiger Spieler: für diese jetzigen mir so unangenehmen Stunden, will ich sie noch büssen lassen.“ (Janáček, Leoš: „Intime Briefe“ S. 43, Brief vom 14.10.1879)

    In einem späteren Brief verglich er sie gar mit einer „Xantippe“ (Janáček, Leoš: „Intime Briefe“ S. 70, Brief vom 1.11.1879)

    Eine Erklärung für den Sinneswandel Janáčeks gegenüber seiner Lehrerin könnte eventuell darin liegen, dass ihre Beziehung über das Maß eines Lehrerin-Schüler-Verhältnisses hinaus ging. Inzwischen bemühte sich der Komponist um die Gunst seiner Schülerin, der 14jährigen Zdenka Schulz, seiner späteren Ehefrau.


    Das Zerwürfnis der Künstlerin und des Künstlers hatte Folgen für das Musikleben Brünns, denn die Pianistin trat nun nicht mehr in der Beseda auf, sondern beteiligte sich am deutschen Musikleben der Stadt. Bereits 1863 wurden Amálie und ihre Geschwister Ehrenmitglieder im deutschen Musikverein, hatten aber dort bisher nie konzertiert. Nach dem Konflikt zwischen Janáček und Amálie Neruda zeigten sich die Geschwister Wilma, Franz und Marie mit ihrer Schwester solidarisch und traten ebenfalls nicht mehr in der Beseda auf.

    Amálie Neruda konzertierte von nun an in verschiedenen deutschen Vereinen. Auch hier setzte sie sich weiterhin für moderne Komponisten ein. Beispielsweise erklang am 3. März 1884 das Klaviertrio B-Dur op. 21 von Antonín Dvořák, in dem die Pianistin den Klavierpart übernahm. Dieses Werk hatte der Komponist der Künstlerin gewidmet.

    Ihr letztes Konzert gab Amálie Neruda am 8. März 1887. Die Pianistin verstarb am 24. Februar 1890 in Brünn.

    Würdigung

    Amálie Neruda konzertierte von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod als Klaviervirtuosin. Daneben ging sie einer intensiven Unterrichtstätigkeit nach.

    Sie war Mitglied des tschechischen Musikvereins Brněnská (Brünner)-Beseda und später im deutschen Musikverein, wo sie sich als Konzertveranstalterin und als Pianistin für ein vielfältiges Musikleben einsetzte und es entscheidend mitprägte.

    Rezeption

    Während Amálie Neruda als „Wunderkind“ und später als Pianistin und Musikorganisatorin in Brünn zu Lebzeiten ein hohes Ansehen genoss, ist sie heute fast vergessen.

    Repertoire

    Während der Tourneen in der Wunderkinderzeit trat sie gemeinsam mit ihrer Schwester Wilma (Violine) und ihrem Bruder Viktor (Violoncello) auf, die sie mit dem Klavier begleitete. Darüber hinaus spielte sie in diesen Konzerten auch immer pianistische Solo-Stücke.


    Für die Zeit bis 1860


    Jean-Delphin Alard

    Souvenir de Beatrice di Tenda für Geige mit Klavierbegleitung


    Johann Sebastian Bach

    Präludium und Fuge


    Antonio Bazzini

    Fantasie brillante für Violine und Klavier

    La Rondo des Lutins op. 25 für Violine und Klavier


    Jean Becker

    Serenade für Violine, Violoncello und Klavier


    Ludwig van Beethoven

    Romanze für Violine in F-Dur op. 50 mit Klavier

    Sonate für Klavier und Violine Nr. 8 G-Dur op. 30 / 3

    Trio für Pianoforte, Violine und Violoncello


    Charles Auguste de Bériot

    Koncert für Violine mit Klavier D-Dur (Anhand der Informationen konnte nicht geklärt werden, ob es sich um das Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 16 oder das Violinkonzert Nr. 5 D-Dur op. 55 handelt.)

    Andante et Rondo Russe für Violine mit Klavier

    Klaviertrio


    Heinrich Wilhelm Ernst

    Variationen über „Carneval von Venedig“

    „Elegie“ für Violine mit Klavier


    Leopold Jansa

    Duo concertant über ein Thema aus Wilhelm Tell für Violine und Klavier

    Fantasie für Violine und Klavier

    Fantasie über ein Thema aus der Oper „Semiramide“ für Violine und Klavier


    Theodor Kullack

    La Gazelle piece characteristique für Klavier


    Ferdinand Laub

    Konzert-Duo für Violine und Klavier


    Felix Mendelssohn Bartholdy

    Klaviertrio c-Moll op. 66

    Klaviertrio d-Moll op. 49

    Rondo capriccioso für Klavier E-Dur op. 14


    Leopold de Meyer

    Andante für Klavier Ges-Dur op. 21


    Anton Rubinstein

    Klaviertrio Nr. 1 F-Dur op. 15

    Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 G-Dur op. 13

    Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 a-Moll op. 19


    Friedrich Wilhelm Rust

    Sonate für Violine


    Robert Schumann

    Klavierquintett Es-Dur op. 44


    Henry Vieuxtemps

    Variationen über “Yankee Doodle” op. 17 für Violine mit Klavier

    Fantasia Appassionata op. 35 für Violine mit Klavier

    „Don Juan“ op. 20 für Violine und Klavier

    Les Arpèges: Caprice für Violine, Violoncello und Klavier


    Charles Voss

    Reminiscences de Zampa et Fra Diavolo. Fantasie-Variations für Pianoforte

    Phantasie über Themen Donizettis – Operntranskription

    Themen aus den Krondiamanten


    Heinrich Rudolph Willmers

    Les Hirondelles. Etudes de Concert für Pianoforte

    Sehnsucht am Meere für Pianoforte


    Zäch

    Trio



    Auswahl ab 1860 zusätzlich


    Wilhelm Friedemann Bach

    Sonate für 2 Klaviere F-Dur Fk 10


    Woldemar Bargiel

    Klaviertrio Es-Dur


    Ludwig van Beethoven

    Sonate für Klavier und Violine Nr. 8 G-Dur op. 30/3

    Sonate für Klavier f-Moll op. 57


    Johannes Brahms

    Klavierquintett f-moll op. 34


    Frédéric Chopin

    Impromptu ”La champagne”

    Fantasie-Impromtu für Klavier cis-Moll op. 66


    Antonín Dvořák

    Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 21 (ihr gewidmet)

    Klavierkonzert g-Moll op. 33

    4 Slawische Tänze für Klavier zu 4 Händen op. 46


    Friedrich Gernsheim

    Klavierquintett Nr. 1 op. 35


    Felix Godefroid

    Danse de Sylphide für Harfe und Klavier op. 25

    Edvard Grieg

    Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 F-Dur op. 8


    Ferdinand Hiller

    Duett für 2 Klavier in F-Dur


    Ferdinand Laub

    Konzert Duo für Violine und Klavier


    Carl Reinecke

    Impromtu über ein Motiv aus Schumanns Manfred für 2 Klaviere A-Dur op. 66


    Anton Rubinstein

    Klavierkonzert Nr. 3 G-Dur op. 45

    Fantasie f-Moll op.73 für 2 Klaviere

    Klavierquintett g-Moll op. 99 (1. Mal in Brünn)


    Camille Saint-Saëns

    Klaviertrio Nr. 1 op. 18


    Robert Schumann

    Klavierquintett Es-Dur op. 44

    Klavierquartett Es-Dur op. 47

    Klavierduo

    Andante mit Variationen für 2 Klaviere op. 46

    Quellen

    Sekundärliteratur


    Axmann, Emil: Morava v ceské hudbé XIX. stoleti. (Mähren in der tschechischen Musik des 19. Jahrhunderts), Prag 1920.


    Bajgarová, Jitka u. a. (Hg.): Besedni Dum, Brno 1995.


    Clapham, John: Artikel “Neruda”. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 13 London 1995, S. 112–113


    Janáček, Leoš: „Intime Briefe“ 1879/80 aus Leipzig und Wien, hg. und kommentiert von Jakob Knaus, Leoš Janáček Gesellschaft, Zürich 1985.


    Kyas, Vojtech: Janáček se neměl o koho opřit? (Janáček hatte niemanden, der ihn unterstützte?). In: Opus musicum, Jg. 25, Brünn 1993, S. 33–41.


    Kyas, Vojtech: K hudební historii Brna v 19. století. Slavá hudební rodina Nerudů (Zur Musikgeschichte Brünns im 19. Jahrhundert. Die berühmte Musikerfamilie Neruda). In: Opus musicum, Jg. 25, Brünn 1993, S. 229–241.


    Kyas,Vojtech: Berühmte Musikerpersönlichkeiten in Brünn (1859–1914), Brünn 1997.


    Štastná, Bohuslava: Kdo byli Nerudové? (Wer waren die Nerudas?), In: Opus musicum, Jg. 17, Brünn 1985, S. 85–88.


    Tegen, Martin/Bužga, Jaroslav/Schiørring, Nils: Neruda. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 9 Kassel 1961, Sp. 1378 ff.


    Trojan, Jan: Das Brünner Konzertleben in der Zeit der nationalen Wiedergeburt, Brünn 1973.


    Tyrell, John (Hg. und Übersetzung): My Life with Janáček. The Memoirs of Zdenka Janáčková, Faber and Faber Limited, London 1998.


    Zemanová, Mirka: Janáček a composer’s life, John Murray, London 2002.



    Zeitungen und Zeitschriften


    Signale für die Musikalische Welt, 1846–1860, Leipzig.

    Dalibor, 1858–1890, Prag.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 6. Jg. Nr. 157, 31.12.1846, S. 641f.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 10, 23.1.1847, S. 44.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 11, 26.1.1847, S. 45.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 18, 11.2.1847, S. 74.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 52, 1.5.1847, S. 212.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 54, 6.5.1847, S. 220.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 56, 11.5.1847, 231.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 94, 7.8.1847, S. 377f.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 124, 16.10.1847, S. 500.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 132, 4.11.1847, S. 132.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 144, 2.12.1847, S. 579.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 7. Jg. Nr. 281, 24.11.1847, S. 124.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 8. Jg. Nr. 10, 22.1.1848, S. 40.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 8. Jg. Nr. 19, 12.2.1848, S. 76.

    Wiener allgemeine Musik-Zeitung 8. Jg. Nr. 27, 2.3.1848, S. 108.

    Neue Wiener Musik-Zeitung, Wien 1852.

    Humorist 10. Jg. Nr. 311, 29.12.1846, S. 1255.

    Humorist 11. Jg. Nr. 18, 21.1.1847, S. 72.

    Humorist 11. Jg. Nr. 108, 6.5.1847, S. 432.

    Humorist 11. Jg. Nr. 168, 15.7.1847, S. 672.

    Humorist 11. Jg. Nr. 188, 7.8.1847, S. 752.

    Humorist 11. Jg. Nr. 189, 9.8.1847, S. 756.

    Humorist 11. Jg. Nr. 248, 16.10.1847, S. 902.

    Humorist 11. Jg. Nr. 267, 8.11.1847, S. 1068.

    Humorist 12. Jg. Nr. 51, 29.2.1848, S. 204.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 225, 30.9.1862, S. 5.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 266, 18.11.1862, S. 5.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 267, 19.11.1862, S. 5.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 273, 26.11.1862, S. 4f.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 279, 3.12.1862, S. 5.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 288, 14.12.1862, S. 7.

    Mährischer Correspondent 2. Jg. Nr. 290, 17.12.1862.

    Mährischer Correspondent 3. Jg. Nr. 270, 24.11.1863, S. 5.

    Moravia 8. Jg. Nr. 59, 17.5.1845, S. 235.

    Moravia 10. Jg. Nr. 3, 7.1.1847, S. 10.

    Moravia 10. Jg. Nr. 96, 12.8.1847, 382.

    Moravia 10. Jg. Nr. 126, 21.10.1847, S. 503f.

    Moravia 10. Jg. Nr. 135, 11.11.1847, S. 539f.

    Moravská orlice 4. Jg. Nr. 86, 15.4.1866, S. 3.

    Moravská orlice 5. Jg. Nr. 112, 16.5.1876, S. 1f.

    Moravská orlice 6. Jg. Nr. 5, 9.1.1877, S. 1.

    Moravská orlice 6. Jg. Nr. 12, 17.1.1877, S. 2.

    Moravská orlice 7. Jg. Nr. 5, 6.1.1878, S. 2.

    Moravská orlice 8. Jg. Nr. 5, 8.1.1879, S. 2.

    Moravská orlice 8. Jg. Nr. 6, 9.1.1879, S. 3.

    Moravská orlice 8. Jg. Nr. 12, 16.1.1879, S. 3.

    Brünner Zeitung 2. Bd. Nr. 132, 11.6.1872, S. 900.

    Brünner Zeitung 1880–1885.

    Neue Zeitschrift für Musik, Leipzig 1847–1860.

    Rheinische Musikzeitung, Köln 1851–1852.

    Ševernaja Pčela (Biene des Nordens) Nr. 237, Petersburg 24.10.1851.

    Peterburgskije Wedomosti (Petersburger Mitteilungen) Nr. 81, Petersburg 9.4.1861.

    Moskowskije Wedomocti (Moskauer Mitteilungen) Nr. 28, Moskau 4.3.1852.

    Musikalnije Iswestia (Musikalische Neuigkeiten), Nr. 11, Charkow 16.3.1857.

    Odesskij Westnik (Odessaer Bote) Nr. 45, Odessa 28.4.1860.


    Links

    www.leos-janacek.org/nav/navmain.htm

    www.zlb.de/projekte/theater/1848/

    Forschung

    Die Dissertation „Die Geigenvirtuosin Wilma Neruda. Biographie und Repertoire. Mit einem Anhang: Edition des Reisetagebuches der Tournee nach Südafrika (1895)“ von Jutta Heise schildert das Leben und Wirken der berühmten Geigenvirtuosin. Auf das Leben der Schwester Amálie Nerudas und auf ihre Zeit als „Wunderkind“ wird hier eingegangen. Die Dissertation befindet sich im Druck und erscheint demnächst.

    Forschungsbedarf

    Im Rahmen der Erforschung des Brünner Musiklebens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und insbesondere im Rahmen der Interpretationsforschung sind Leben und Schaffen von Amálie Neruda noch entsprechend zu würdigen.

    Interessant wären folgende Aspekte:

    - In wieweit beeinflusste sie den Musikgeschmack der Brünner Bevölkerung?

    - In welchem Maße unterstützte sie durch ihre Interpretationen die Verbreitung zeitgenössischer Komponisten?

    - Welchen Anteil hatte sie am tschechisch geprägten Musikleben in Brünn?

    - Welche musikalischen Bildungsmöglichkeiten bestanden für Frauen im 19. Jahrhundert in der Österreich-Ungarischen Monarchie?

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 84926455
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 1026103592

    Autor/innen

    Jutta Heise


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 11.02.2012


    Empfohlene Zitierweise

    Jutta Heise, Artikel „Amálie Neruda“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 11.2.2012.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Amálie_Neruda