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Maria Theresia Paradis

Maria Theresia Paradis (geb.), Maria Theresia von Paradis

* 15. Mai 1759 in Wien, Österreich.
† 1. Februar 1824 in Wien, Österreich.

Seit Hermann Ullrichs Forschungen nahm man an, der 15. Mai 1759 sei das Taufdatum der Maria Theresia Paradis. Ein entsprechender Eintrag findet sich in den Kirchenbüchern von St. Stephan. Da in der Regel Kinder schon kurz nach der Geburt getauft wurden, schloss man entsprechend auf ein Geburtsdatum der Maria Theresia Paradis, das etwa zwei Tage vor dem 15. Mai lag (Ullrich 1961-62b, S. 159). Ernst Ramsauer stellte ähnliche Überlegungen an, brachte darüber hinaus einen weiteren Geburtstermin ins Spiel. Dieser allerdings ist nur in einer einzigen Quelle überliefert. Mathias Perth, ein Wiener Zeitgenosse der Paradis, notierte in seinem Tagebuch den 23. Februar 1759 als Tag ihres Wiegenfestes. Gegen diesen Termin spricht allein schon der zeitliche Abstand von mehreren Wochen zwischen Geburt und Taufe, ein in Zeiten hoher Kindersterblichkeit ungewöhnlich langer Zeitraum. Die überwiegende Mehrzahl der zeitgenössischen Quellen gibt den 15. Mai als Geburtstag der Maria Theresia an. Ein ins Stammblatt eingebundenes Blatt, dass den Text einer Gelegenheitskomposition überliefert, nennt den Aufführungsanlass des Werkes: “Dem Geburtsfeste des Fräuleins Theresa von Paradis geweihet, | von ihren musikalischen Freunden. Am 15 t: May 1793“ (STB o. S.). Da das Blatt aus dem Stammbuch bezeugt, dass sie am 15. Mai ihren Geburtstag feierte, dürften Zweifel am Datum ihres Wiegenfestes bis auf weiteres ausgeräumt sein (Fürst 2005, S. 17-18).

„Würden es mir die männlichen Kunstgenossen verzeihen, wenn ich als Frauenzimmer – und sogar als gesichtsloses Frauenzimmer, es wagte, mich mit ihnen zu messen?“ antwortete sie einem Mitarbeiter der „Allgemeinen musikalischen Zeitung “ im Frühjahr 1810 auf die Frage, warum sie keine ihrer letzten Kompositionen veröffentlicht habe.
Tätigkeitsfelder
Pianistin, Komponistin, Musikpädagogin, Sängerin, Organistin

Orte und Länder
Maria Theresia Paradis lebte und wirkte in Wien, während einer Konzertreise von 1783-86 besuchte sie Deutschland, die Schweiz, Frankreich, England, die Spanischen Niederlande und Böhmen.

Profil
Musiker wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri aber auch Schriftsteller – etwa Konrad Pfeffel, Friedrich Gottlieb Klopstock und Gottfried August Bürger – bewunderten die blinde Musikerin, ihr Talent, ihre Menschlichkeit und Persönlichkeit. Während ihrer großen Konzertreise in den Jahren 1783-1786 lernte sie in Paris Valentin Haüy kennen und gab ihm den Anstoß, die erste Erziehungs- und Unterrichtsanstalt für Blinde, die Institution Royale des Jeunes Aveugles (Königliches Institut für junge Blinde), zu gründen.

Nach ihrer Rückkehr nach Wien im Jahre 1786 trat sie besonders als Komponistin hervor. Ihr Werk umfasst Kantaten, Lieder, Klavierkonzerte, Kammermusik und Opern, die erfolgreich aufgeführt wurden. 1808 eröffnete Maria Theresia Paradis eine Musikschule, in der sie angehende Pianistinnen ausbildete, ein Novum in damaliger Zeit. 1824 verstarb sie im Alter von 65 Jahren. Ihr Wirken für die Bildung und Erziehung von Blinden, aber auch ihre kompositorischen und pianistischen Leistungen sowie ihr Einsatz für die musikalische Ausbildung von Mädchen und Jungen machen sie zu einer herausragenden Frau ihrer Zeit.

Biografie

Maria Theresia Paradis, 1759 in Wien geboren, war eine berühmte Persönlichkeit. Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri bewunderten die 1824 verstorbene blinde Musikerin, die Kantaten, Lieder, Klavierkonzerte, Kammermusik und Opern komponierte. 1808 gründete sie eine Musikschule, um junge Frauen auszubilden. Ihr Wirken für die Bildung und Erziehung von Blinden aber auch ihre kompositorischen und pianistischen Leistungen machen sie zu einer herausragenden Persönlichkeit der Musik- und Kulturgeschichte.
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Würdigung

Und dieses ist wohl in ihrem Leben das Bemerkenswerte: nicht ihre Begegnung mit Mesmer, nicht, dass sie zu musizieren wusste, sondern dass sie ebenso wie Weissenburg ihrem Leben Beispielhaftigkeit zu geben verstand, wird ihren Namen unvergessen bleiben lassen. Was vor ihr nur wenigen Blinden zuteil wurde – eine systematische Erziehung – darf heute jeder Blinde von einem Kulturstaat fordern.“ (Jantsch, 1955, S. 8-9)
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Rezeption

„Wie so viele Künstler – plötzlich meteorgleich aufflammend – der Nachwelt zumeist unbekannt bleiben, ist Maria Theresia von Paradis heute auch eine nahezu Verschollene, die nur in der Geschichte der Blinden weiterleben wird“ (Gräflinger 1928, S. 18). Diese Einschätzung aus dem Jahre 1928 wird man im Jahre 2005 nicht mehr teilen, zu intensiv haben sich Musikologen in den vergangenen Jahrzehnten auch mit der Künstlerin befasst. Dennoch gilt: Zu Lebzeiten weit über ihre Geburtsstadt Wien hinaus als Pianistin, Sängerin und Komponistin bekannt und bewundert, als Pionierin der Blindenbildung verehrt, ist Maria Theresia Paradis heute nur Fachleuten ein Begriff. Im öffentlichen Bewusstsein spielt sie keine Rolle mehr, selbst in der österreichischen Metropole erinnert einzig die im 19. Bezirk seit 1894 befindliche Paradisgasse an Leben und Wirken dieser eindrucksvollen Persönlichkeit. Mozart-Liebhaber assoziieren mit ihrem Namen vielleicht das Klavierkonzert KV 456, das er für die Blinde komponiert haben soll. Paradis’ Werke, darunter solche für ihr Instrument, das Forte-Piano, aber auch Lieder, Kantaten und Opern, werden nicht mehr oder sehr selten aufgeführt. Wollte man übrigens ihre Werke aufführen, so wäre dies nicht in allen Fällen möglich, zahlreiche Partituren sind verloren gegangen. Die Quellenlage zu ihrem Leben und Werk ist nur in seltenen Fällen günstig, manche Unklarheit lässt sich trotz intensiver Recherche nicht beseitigen.

Die Lebensgeschichte der Maria Theresia Paradis bewegt dennoch auch heute, sie inspiriert zu Erzählungen, Romanen, Essays, Filmen, zu Musical und Oper. Einige Beispiele dieser produktiven Wirkungsgeschichte sollen hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannt werden.

Der Schriftsteller Stefan Zweig schrieb eine monografische Trilogie mit dem Titel Heilung durch den Geist, die 1931 im Insel-Verlag erschien. Drei historische Figuren aus der Welt der „Geist-Heiler und Heiler durch den Geist“ widmete er jeweils einen Essay: Franz Anton Mesmer, Mary Baker Eddy, Gründerin der „Christlichen Wissenschaft“, und Sigmund Freud.

Die Begegnung zwischen Mesmer und dem Fräulein Paradis in einen kleinen Roman oder in ein wirkungsvolles Drama zu verwandeln, daran haben sich in jüngster Zeit zwei Autoren gewagt. Mit seinem Roman „Der fünfte Winter des Magnetiseurs“ hat der schwedische Erfolgautor Per Olov Enquist ein einfühlsames literarisches Portrait des Franz Anton Mesmer geschrieben. Auch wenn Enquists Hauptfigur, Friedrich Meisner, nicht den Namen des historischen Vorbilds trägt, so ist diese doch bis in Einzelheiten getreu dem Begründer des Mesmerismus nachgebildet.

Der irische, in Roscommon geborene Schriftsteller und unter dem Namen Patrick Ireland auch als Künstler tätige Brian O’Doherty veröffentlichte 1992 seine Annäherung an die Figur Mesmers mit dem Roman „The Strange Case of Mademoiselle P.“ 1993 erschien die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Der merkwürdige Fall der Mademoiselle P.“ Der Roman besteht aus fünf Kapiteln, in denen stets die Erzählperspektive wechselt. In den ersten beiden Kapiteln schildert O’Doherty aus Mesmers Sicht, wie die Familie Paradis ihn erstmals in seiner Klinik aufsucht, berichtet von Gesprächen, die er mit dem Vater am Vortag führte, teilt die ersten Beobachtungen mit, die Mesmer über Maria Theresias Zustand anstellte. Weiterhin beschreibt er Mesmers Behandlungsmethoden und schließlich den Heilungserfolg.

Eine erotische Beziehung zwischen Mozart und Paradis erdichtet auch Otto Brües in seiner 1952 veröffentlichten Novelle „Mozart und das Fräulein von Paradis“. Brües, 1897 in Krefeld geboren und bis zu seinem Tod im Jahre 1967 als Dichter, Schriftsteller und Journalist tätig, imaginiert die Entstehungsgeschichte von Mozarts Klavierkonzerts in B-Dur KV 456. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach jenes Konzert, das Mozart für Paradis komponierte.

„Maria Theresia von Paradis oder Eine charmante Schwindlerin!“ – so der Titel eines Musicals, das der österreichischer Musiklehrer Frank Huss für seine Schüler schrieb. Am 9. März 2003 erlebte das Stück – dargeboten von Schülern, die auch solistische Partien übernahmen, Schulchor und Lehrerband bestehend aus Saxophon, Piano, Gitarre, Bass und Schlagzeug – seine Premiere. Das Textbuch, gleichfalls von Huss verfasst, zeichnet ein wenig schmeichelhaftes Bild von Paradis’ Persönlichkeit: sie wird als Simulantin hingestellt, die schon seit Jahren Blindheit vortäusche und nicht wage, ihrer Familie die Wahrheit zu sagen.

Paradis Lebensgeschichte gab auch die Vorlage zum Bühnenwerk, das der dänische Komponisten Bo Holten (*1948) 1998 komponierte. Am 6. März 1999 wurde Bo Holtens Oper Maria Paradis uraufgeführt. Acht ausverkaufte Vorstellungen in der Kopenhagener Den Fynske Opera erlebte das fast zweistündige Werk.

Für sein Musiktheater wählte Holten eine kammermusikalische Besetzung: 4 Violinen, 2 Violen, 2 Violoncelli, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Klavier sind neben den sieben Sängern für eine Aufführung nötig. Er bezog auch Werke der Maria Theresia Paradis als Material in seine Oper ein, wie Holten 2004 in einer persönlichen Mitteilung schrieb: „Ich habe mehrere von Marias eigenen Kompositionen verwendet, und das Lied ‚Ich war ein kleines Würmchen’ hat eine ganz große Bedeutung im dramatischen Verlauf. Mozart ist auch dabei! Es gibt eine Szene, wo er eines der Themen vom Klavierkonzert Nr. 18 komponiert, und es gibt auch eine andere weitere, die durchaus auf dieses Konzert baut. Anton Mesmer ist natürlich die andere wichtige Hauptperson, aber auch Marias Eltern und Riedinger spielen wichtige Rollen. Abgesehen von den dramatischen Ereignissen in Marias Leben, handelt die Oper auch von der ‚Heilung durch den Geist’. Das wichtigste Thema ist zwar die Entwicklung Marias unter den Händen verschiedener Männer (Vater und Mesmer), die sie zu ihrem eigenen Vorteil verwenden. Und dass sie sich zu einer selbständigen weiblichen vollgültigen Künstlerin entwickelt“.

1994 kam der Film Mesmer in die Kinos, der die Begegnung des Heilers mit der Pianistin in eine Liebesgeschichte verwandelt. Dennis Potter schrieb das Drehbuch, Regie führte Roger Spottiswoode, Michael Nymann komponierte die Filmmusik.
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Werkverzeichnis

A. Vokalmusik

1. Bühnenwerke

Ariadne und Bacchus, Melodram
Text: vermutl. Johann Riedinger
Um 1790 entstanden
UA 20. Juni 1791 (Laxenburger Schlosstheater)
Autograf, Abschriften, Drucke, Stimmen, Textbuch nicht nachweisbar

Der Schulkandidat
Ein ländliches Singspiel in drei Akten
Text: vielleicht Riedinger
1791/92 entstanden
UA 5. Dezember 1792 in Wien
Autograf des Akt I und von Akt II acht Nummern im Landesmuseum Linz

Rinaldo und Alcina
Die Insel der Verführung
Komische Oper in 3 Akten
Textbuch Hartung, Königsberg 1794, Schönfeld, Prag 1797
Autograf, Abschriften, Drucke, Stimmen nicht nachweisbar


2. Kantaten

Trauerkantate auf den Tod Leopolds des Gütigen (1793)
Text. Johann Riedinger, Wien 1792

Kantate auf die Wiedergenesung meines Vaters
Autograf, Abschriften, Drucke, Stimmen nicht nachweisbar

Deutsches Monument Ludwigs des Unglücklichen (Trauerkantate auf Ludwig XVI von Frankreich)
Januar/Februar 1793 entstanden, im Sommer 1793 instrumentiert
Text: Johann Riedinger
UA 21. Januar 1794 in Wien im kleinen Redoutensaal
Autograf nicht nachweisbar, Textbuch und Klavierauszug: Verlag der Schönfeldschen Handlung, Wien und Prag 1793


3. Vokalmusik mit Klavierbegleitung

Lenore
Ballade von Gottfried August Bürger, in Musik gesetzt von Maria Theresia Paradis
Vermutlich Ende 1789 entstanden
Autograf nicht nachweisbar, Abschrift in Stadtbibliothek Wien
Stich o. Verlagsangabe 1790, Gesellschaft d. Musikfreunde Wien

Des Pfarrers Tochter von Taubenhain
Ballade von Gottfried August Bürger, in Musik gesetzt von Maria Theresia Paradis
Vermutlich 1789
Autograf, Abschriften, Drucke nicht nachweisbar

Zwölf Lieder auf ihrer Reise in Musik gesetzt
komponiert 1784-1786
Texte von Hermes, Miller, Pfeffel, Klopstock, Claudius, Frl. Jerusalem, Riedinger, La Roche und aus der Göttingschen poetischen Blumenlese (1786)
Autograf, Abschriften bis auf Lied Nr. 10 nicht nachweisbar
Druck bei Gottlieb Emanuel Breitkopf Leipzig 1786

Lied auf die Blindheit des Frl. M. Th. V. Paradis
Ich war ein kleines Würmchen
Text Pfeffel
Autograf, Abschriften, Drucke nicht nachweisbar

Lied „Auf die Damen, welche statt Gold nun Leinwand für die verwundeten Krieger zupfen“
Zum neuen Jahr 1794
Text: vermutlich Riedinger oder Paradis
Autograf, Abschriften nicht nachweisbar
Stich ohne Verlags- und Datumangabe

Chor „Auf Brüder, auf, genießt des Lebens Wonne“
für gemischten Chor und zwei Solostimmen
Text Riedinger
1813 entstanden
Text bei Carl Gerold, Wien 1813 (Stadtbibliothek Sig. A 13.830)
Autograf, Abschriften, Drucke nicht nachweisbar

Lieder ohne nähere Bezeichnung


B. Instrumentalmusik

1. Klavierkonzerte

Konzert in g-Moll

Konzert in C-Dur

2. Kammermusik

Klaviertrio

Sicilienne für Klavier und Violine

3. Klavierwerke

Klaviersonaten
beide zweifelhaft

Klaviervariationen
gewidmet dem Abbé G. Vogler
Autograf, Abschriften, Drucke, nicht nachweisbar

An meine entfernten Lieben für Clavier
vermutlich Fantasiestück über das Thema des Liedes Nr. 12 der Zwölf Lieder (Breitkopf 1786), dessen Titel vom Text Johann Riedingers herrührt

Fantasie in G-Dur für das Pianoforte
Druck Chemische Druckerei Wien 1807

Fantasie de Therese Paradis
Dediée à sa chére petite Ecolière Nanette de Sprinz pour sa Fête le 26. Juillet 1811
Autograf Österreichische Nationalbibliothek Musiksammlung
Abschriften, Drucke, nicht nachweisbar
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Repertoire

Zu ihrem Repertoire gehörten neben Werken von Joseph Haydn, Joseph A. Steffan, L. Hofmann und Carl Philipp Emanuel Bach vor allem solche ihres Lehrers Kozeluch. Über 60 Klavierkonzerte soll sie auf ihrer Konzertreise auswendig gespielt haben (Schmidt 1824, S. 1065, Schindel 1825, S. 76). Während der Reise wurde das Repertoire aber auch ständig erweitert, so studierte sie oft „an manchen Orten noch überdiess in Eile Stücke ein, die daselbst local, oder in der Mode waren“ (Anonym 1817, Sp. 315).
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Literatur und Quellen

1. Literatur (Auswahl)

Anonym. „Die vorzüglichsten gesichtslosen Musik-Virtuosen neuerer Zeit. Ein Ehrendenkmahl“, in: Allgemeine musikalische Zeitung mit besonderer Rücksicht auf den österreichischen Kaiserstaat 1, 1817, Sp. 249-251; Sp. 265-267; Sp. 288-290; Sp. 314-317; Sp. 321-324.

Arnscheidt, Grit. „Briefe des blinden Mannheimer Akademiemitglieds Weissenburg. Ein Fundbericht“. In: Badische Heimat I/2007, S. 116-122.

Bontinck, Irmgard. „Jeder spielt Klavier. Jeder lernt Klavier. Zum Stellenwert des Klaviers im 19. Jahrhundert“. In: Elena Ostleitner, Ursula Simek (Hg.). Ich fahre in mein liebes Wien. Clara Schumann-Fakten. Bilder. Projektionen. Wien: Löcker Verlag, 1996. S. 93-110.

Brües, Otto. Mozart und das Fräulein von Paradis. Tübingen und Stuttgart. Wunderlich Verlag, 1952.

Citron, Marcia. „Women and the lied 1775-1850”. In: Jane Bowers, Judith Tick (Hg.). Women making music. The Western Art Tradition 1150-1950. Urbana: University of Illinois, 1986. S. 224-248.

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Flothuis, Marius. „Position und Emanzipation der Frau zu Mozarts Zeit“. In: Moritz Csáky, Walter Pass (Hg.) Europa im Zeitalter Mozarts. Wien u.a.: Böhlau, 1995. S. 90-92.

Fortino, Sally. „Women Composers associated with Joseph Haydn. A short introduction to some ‚new’ Keyboard repertoire“. In: Bernard Brauchli, Susan Brauchli, Alberto Galazzo (Hg.). De Clavicordio III. Proceedings of the III International Clavichord Symposium. Magnano. 24.-28. September 1997. Vigliano Biellese 1998. S. 241-254. (Paradis S. 247-251).

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Ullrich, Hermann. „Die erste öffentliche Musikschule der Maria Theresia Paradis in Wien (1808-1824)“. In: Musikerziehung. XVI. 1962-1963. S. 187-191.

Ullrich, Hermann. „Die erste öffentliche Musikschule der Maria Theresia Paradis in Wien. Die Programme der Schulkonzerte“. In: Musikerziehung. XVII. 1963-1964. S. 56-62.

Ullrich, Hermann. „Drei wiederaufgefundene Werke von Maria Theresia Paradis“. In: Österreichische Musikzeitschrift. XVII. 1962. S. 458-471 (auch XXI. 1966. S. 400).

Ullrich, Hermann. „Maria Theresia Paradis. Werkverzeichnis“. In: Beiträge zur Musikwissenschaft V. 1963. S. 117-154 (auch VIII. 1966. S. 256-258).

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Ullrich, Hermann. „Ein wiedergefundenes Klavierwerk...“. In: Österreichische Musikzeitschrift. XXI. 1966. S. 400.


2. Moderne Editionen ihrer Werke (Auswahl)

Maria Theresia von Paradis. „Morgenlied eines armen Mannes“. In: Denkmäler der Tonkunst in Österreich. Jg. XXVII/2. 1920
Wiederabgedruckt. In: James Briscoe (Hg.). Historical Anthology of Music by Women Blommington: Indiana Univers Press, 1987. S. 97-98.

Maria Theresia von Paradis. „Das Gärtnerliedchen aus dem Siegwart”. In: Denkmäler der Tonkunst in Österreich. Jg. XXVII/2. 1920.

Maria Theresia Paradis. Lenore. Ballad for Soprano and Piano (1789). Poem by Gottfried August Bürger (1977). Hidemi Matsushita (Hg.). Fayetteville: ClarNan Editions, 1989.

Maria Theresia von Paradis. Zwölf Lieder auf ihrer Reise in Musik gesetzt (1784-86). Hidemi Matsushita (Hg.) (= Lieder by Women Composers of the Classic era. Vol. II). Fayetteville: ClarNan Editions, 1987. 2. Aufl.

Maria Theresia von Paradis. „Da eben seinen Lauf vollbracht“. Aus: Zwölf Lieder auf ihrer Reise in Musik gesetzt (Leipzig 1786). In: Barbara Garvey Jackson (Hg.). Lieder by Women Composers of the Classic Era. Vol. I. Fayetteville: ClarNan Editions, 1987. S. 10-24.

Maria Theresia Paradis. Fantasie pour le piano. Hidemi Matshshita (Hg.). Bryn Mawr. PA: Hildegard Pub. Co., 1998 (786.2 PARADIS Fantasie).

Maria Theresia Paradis von. Fantasie G-Dur für Klavier. hg. von Fine Zimmermann. Köln: P. J. Tonger Musikverlag, 1999 (=MusicaLady. Komponistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts Bd. 10).

Maria Theresia Paradis. Sicilienne [für Violine und Klavier] arr. Samuel Dushkin. Mainz: B. Schott’s Söhne, 1931. „iederabgedruckt in: James Briscoe (Hg.). Historical Anthology of Music by Women. Blommington: Indiana University Press, 1987. S. 99-100.


3. Diskografie (Auswahl)

Lieder

3 Lieder aus den 12 Reiseliedern
An das Klavier
Wenn ich einst von jenem Schlummer
Erinnerung ans Schicksal
Sopran. Maria Venuti. Violine. Wanda Wilkomirska. Klavier. Werner Genuit
1991 SWF-CD

Das Gärtnerliedchen aus dem Siegwart
Neva Pilgrim, Sopran. Edward Smith, Cembalo, Steven Heyman, Klavier
„Women’s Voices: Five centuries of Song”
Leonarda Records 1997
LEONARDA LE 338. 1997
ASIN: B000004AF1

An das Klavier
Kristan Aspen. Flöte. Janna Macauslan. Gitarre
„Returning the Muse to Music”
Musica Femina
LILC 3


Klavierwerke

Sicilienne
Violine. Wanda Wilkomirska. Klavier. Werner Genuit
1991 SWF-CD

Sicilienne
Evelyn Steinbock. Cello
M. May. Klavier
„Women’s Work”
Gemini Hall Records
Stero RAP-1010 1975

Sicilienne for keybord in E flat
Michael Murray
Rolf Smedvig
„Ceremonial Music for Trumpet & Symphonic Organ”
Telarc 1993
ASIN: B000003CZG

Sicilienne for keybord in E flat
Judy Loman. Nora Shulman
„Dance of the Blessed Spirits”
Naxos 1998
ASIN: B000009OM9

Sicilienne for keybord in E flat
Itzhak Perlman. Samuel Sanders
Itzhak Perlman’s Greatest Hits. Vol. 2
Emi Classics 2000
ASIN: B000004XST2

Sicilienne for keybord in E flat
Jacqueline Du Pré
Jacqueline du Pré - a lasting inspiration
Emi Classics 1999
ASIN: B00000K4F9

Sicilienne for keybord in E flat
Anne Akiko Meyers. Sandra Rivers Conductes by Andrew Litton
„Violin for Relaxarion”
Rca 2000
ASIN: B00004SSEC

Sicilienne for keybord in E flat
Michael Murray. Rolf Smedvig
Conductor: Jahja Ling
„Virtuoso”
Telarc 2000
ASIN: B00004C4MM

Sicilienne
Jacqueline Du Pré. Gerald Moore
„Frauensaiten: die weibliche Seite der Musik“
Früheres P-Jahr 1982
Köln: Emi Records c 1996

Sicilienne
Nicola Hall. Gitarre
Virtuoso guitar transcriptions
Hamburg: Polygram-Musik-Vertrieb P 1991

Sicilienne (trans. Harrell)
Lyn Harrell. Cello
Bruno Canino. Piano
„Cello Adagios“
Decca Records
475 601-6 DX2

Sicilienne
Kaeko Mukoyama. violoncello
Ikuyo Nakamichi. Piano
„Grace“
Sony Records
SRCR - 1985

Fantasie G-Dur
Fine Zimmermann. Klavier
Sonata D-Dur für Violine und Cembalo / Brandenstein. Caroline von.
Bearbeitung für Cembalo solo
Erkrath: Musikvertrieb. P 1998

Sicilienne (cello and piano)
Leonarda
CD LE353
Double Cassette LPI 3-4
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Forschung

Die Beschäftigung mit Leben und Werk der Maria Theresia Paradis setzte bereits im 19. Jahrhundert ein. Die ersten Würdigungen stammen von Autoren aus dem Umfeld der Blinden-Institute. Ludwig August Frankl, ihr erster Biograf und zugleich Initiator des Blindeninstituts auf der Hohen Warte in Wien, schrieb 1876 eine knapp 30 Seiten lange Biografie, ein schmaler Band und doch eine Pioniertat. Ausgangspunkt und Hauptquellen sind für Frankl zwei Objekte: das Stammbuch und eine lebensgroße Wachsbüste. Seine Darstellung basiert weiterhin auf Lexikon-Einträgen des 19. Jahrhunderts. Diese sind, trotz ihrer zeitlichen Nähe zum Leben der Maria Theresia Paradis, in ihren Angaben nicht immer richtig. So finden sich bei Frankl gelegentlich falsche Daten, so etwa die Angabe 1784 für den Beginn der großen Konzertreise oder 1786 statt 1787 als Jahr, in dem Maria Theresia Paradis eines ihrer wenigen Konzerte in Wien gab. Auch die Werkzuschreibungen sind aus heutiger Sicht nicht mehr uneingeschränkt gültig (die „Vier Clavier-Sonaten“, Amsterdam 1778 und „Zwölf Sonaten für Klavier“, Paris 1791 sind vermutlich nicht von ihr).

Der Wiener Musikforscher Hermann Ullrich, vormals Präsident des österreichischen Obersten Gerichtes, arbeitete während der 1960er Jahre an einer Monografie zu Leben und Werk von Maria Theresia Paradis, die leider nie erschienen ist. Teile daraus sind verstreut in einzelnen Zeitschriften von ihm veröffentlicht worden. Diese Artikel zusammen genommen, ergeben aber kein geschlossenes Ganzes. Die stückweise Publikationsweise führte zu zahlreichen Dopplungen, teils auch in sich widersprüchlichen Angaben. Hinzukommt, dass Ullrichs Quellenangaben sehr ungenau sind, so dass das Aufspüren seiner bereits erschlossenen Quellen zur neuerlichen Odyssee werden kann.

Der japanische Musikologe Hidumi Matsushita hat sich zuerst im Rahmen einer 1989 veröffentlichten Dissertation mit Leben und Werk von Maria Theresia Paradis intensiv auseinandergesetzt. Sein wichtigster Beitrag: er stellte als erster die Autorschaft der Komponistin an ihrem bekanntesten Stück in Frage. Die „Sicilienne“, so versuchte er anhand mehrerer Indikatoren nachzuweisen, stamme nicht von ihr, sondern Samuel Duskin habe das Stück geschrieben und als eine Komposition der Blinden ausgegeben. Seiner These wird seither in vielen Booklet-Texten und Veröffentlichungen, auch im Internet, gefolgt. Matsushita hat nach seiner Doktorarbeit auch einige Werke von Maria Theresia Paradis neu ediert, so etwa die Klavierlieder und die Ballade „Lenore“ sowie die Ouvertüre zur Oper „Der Schulkandidat“. Darüber hinaus bewirkte die von Leben und Werk ausgehende Faszination bei Matsushita auch eine produktive Rezeption: Er schrieb ein Ballett zu ihrem Leben, „Maria Theresia von Paradis: Seeing the Light of Day“, so sein Titel, das 1988 uraufgeführt wurde.

In neuerer Zeit sind einige Staatsexamensarbeiten verfasst worden, die eine erneute Sichtung und Auswertung der Quellen vornehmen. Hervorzuheben ist die Arbeit von Ernst Ramsauer (1991), die erneut besonders die in Wien vorhandenen Primärquellen auswertet, die zu großen Teilen in der Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek und im Haus-, Hof- und Staatsarchiv einzusehen sind. Dazu zählen Maria Theresia Paradis’ Pensionsakt und ihr Testament, Bittschriftenprotokolle aus dem Jahre 1808, das Stammbuch, die Tagebücher des Matthias Perth sowie zeitgenössische Nachschlagewerke.
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Forschungsbedarf

Wünschenswert wäre das Auffinden der als verschollenen geltenden Werke, um das Gesamtschaffen der Komponistin würdigen zu können.

Das Stammbuch der Maria Theresia Paradis, auch kulturgeschichtlich von Interesse, verdiente eine Faksimile-Ausgabe mit wissenschaftlichem Kommentar, worauf übrigens Heino Pfannenschmid, Herausgeber des Fremdenbuches von Gottlieb Konrad Pfeffel, bereits 1892 verwies.
Autor/innen:
Marion Fürst, Die Grundseite wurde im Juni 2007 erstellt.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann
Zuerst eingegeben am 06.07.2007