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Sophia Barbara Häßler

Sophia Barbara Kiel (geb.)

* 10. November 1761 in Erfurt.
† 16. Februar 1844 in Erfurt.



„In so verschiedenen aber wohlgeordneten Haushaltungen mich bewegen zu dürfen, hatte grossen Nutzen für mich; es bewahrte mich vor Einseitigkeit und machte mir es leichter, mich in so verschiedenartige Situationen, in die ich während meines Lebens versetzt wurde, zu finden.“

(Sophia Häßler, Lebensbericht, zit. n. Schweitzer 2008, S. 395)
Mediennachweis

Bild:
München, Bayerische Staatsbibliothek, 2 Mus.pr. 3666

Tätigkeitsfelder
Sängerin, Pianistin, Dirigentin, Konzertveranstalterin, Musiklehrerin

Orte und Länder
Sophia Häßlers gesamtes musikalisches Wirken spielte sich in ihrer Heimatstadt Erfurt ab.

Profil
Sophia Häßlers Persönlichkeit zeichnet sich durch eine große Anpassungsfähigkeit an wechselnde Situationen, Anforderungen und Herausforderungen aus. Als junges Mädchen trat sie als Sängerin und Pianistin in ihrer Heimatstadt auf. Später setzte sie diese Tätigkeit gemeinsam mit ihrem Mann, dem Musiker Johann Wilhelm Häßler, fort. Als dieser Erfurt verließ, übernahm sie die musikalische und organisatorische Leitung der von ihm ins Leben gerufenen „Öffentlichen Winterkonzerte“. Nachdem sie ein Jahr lang in Moskau bei ihrem Mann gelebt hatte, kehrte Sophia Häßler nach Erfurt zurück, trat weiterhin in Konzerten auf, eröffnete eine Textilhandlung und später ein Mädchen-Erziehungsinstitut, in dem sie selbst Musikunterricht erteilte.

Biografie

Sophia Barbara Häßler, geboren als Sophia Barbara Kiel am 10. November 1761, war das einzige Kind des Fürstlich-Schwarzburgisch-Sondershäuser Hofjuweliers Johann Gottlieb Kiel und dessen Frau Maria Diener. Sehr behütet wuchs sie fast gänzlich ohne gleichaltrige Spielkameradinnen in Erfurt auf und erhielt von ihrem fünften Lebensjahr an Unterricht bei einem Hauslehrer, anstatt die öffentliche Kinderlehre zu besuchen.
Zur selben Zeit wurde ein Klavier angeschafft, und das Mädchen bekam zweimal wöchentlich Gesangs- und damit verbunden wohl auch Klavierunterricht bei dem Kantor der Erfurter Kaufmannskirche Georg Peter Weimar (1734-1800).
Bereits als Sechsjährige sang Sophia Häßler in den von Weimar veranstalteten Freitagskonzerten im Ratskeller. Nach den Auftritten wurde ihr von einer älteren adeligen Dame mit Namen Frau von Mandelsloh regelmäßig mit den Worten „Wenn ich die [Kaiserin] Maria Theresia wäre, übergäbe ich Dich einer Singschule; aus Dir würde eine grosse Sängerin“ eine Tasse Schokolade spendiert.
1773 sang Sophia Häßler die Sopranpartie in einer Huldigungskantate Weimars aus Anlass des Besuches der Landgräfin von Hessen-Darmstadt Henriette Carolina und deren Töchter und Hofstaat, zwei Jahre später in Carl Heinrich Grauns Passionskantate „Der Tod Jesu“.

Bekanntschaft mit Johann Wilhelm Häßler
Nach dem Tod der Mutter und unter dem Regiment der Stiefmutter, von der Sophia Häßler in ihren Lebenserinnerungen sagt, ihre „Hauptsache“ sei „Oekonomie“ gewesen, wurden Französisch- und Klavierstunden zunächst ausgesetzt. Doch dann lernte ihr Vater, Johann Gottlieb Kiel, in seinem „Herrenkränzchen“ eines Abends den jungen Erfurter Musiker Johann Wilhelm Häßler (1742-1822), Sohn eines Plüschmützenfabrikanten, kennen, dessen Klavierspiel ihn außerordentlich beeindruckte. Als die Reihe an ihn kam, die Gesellschaft in sein Haus einzuladen, bat er Johann Wilhelm Häßler dazu, und dieser gab Sophia einige Tipps zum Spiel ihres derzeitigen Klavierstücks, dem Klavierauszug der „Ariadne auf Naxos“ von Georg Benda. Nach einigen weiteren Besuchen Johann Wilhelm Häßlers im Hause Kiel wurde schließlich vereinbart, dass Sophia unendgeldlichen Klavierunterricht bei diesem erhalte mit der Bedingung, dass Häßler sie auch im Generalbass unterweisen dürfe. „Es war nämlich die Rede davon gewesen, dass es auch für ein Frauenzimmer nützlich sei, wenigstens einige Kenntnis vom Generalbass zu haben. Ich möchte dies auch jeder angehenden Sängerin raten, sich wenigstens so viel Kenntnis vom Generalbass zu verschaffen, die sie vor dem Fehler bewahrt, bei Fermaten oder Schlüssen gegen die Harmonie streitende Verzierungen anzubringen, die oft das Ohr so sehr verletzen.“ (Lebensbericht der Sophia Häßler, zit. n. Schweitzer 2008, S. 396-397).
So wurde Sophia mit 14 Jahren Johann Wilhelm Häßlers Schülerin. Der Unterricht fand beinahe täglich in den Abendstunden statt, die Zuneigung der Beiden wuchs und nach anderthalb Jahren hielt Häßler schließlich bei Johann Gottlieb Kiel um die Hand der Tochter an. Da dieser das Mädchen noch nicht aus dem Haus geben wollte, lautete die Antwort, Johann Wilhelm Häßler solle in drei Jahren wieder nachfragen. Erst als sich der Statthalter, der Musik liebende Carl Theodor Freiherr von Dalberg, einschaltete, gab der Vater seine Zustimmung.

Ehejahre
Am 8. November 1777 heirateten Sophia und Johann Wilhelm Häßler. In den folgenden Jahren wurden sieben Kinder geboren: Johann Gottlieb (1780), Johanna Rosine Auguste (1781), Carl Elias (1782), Juliane Friederike (1784), Carl Wilhelm (1787), Johann Friedrich (1788) und Regina Henriette (1790), von denen zwei bereits im Kindesalter verstarben.
Johann Wilhelm Häßler trat aus Gründen finanzieller Absicherung trotz Widerwillens in die elterliche Plüschmützenfabrik ein. Beide Eheleute arbeiteten in der Fabrik, doch waren die Einkünfte spärlicher als erhofft, und die sich immer weiter vergrößernde Familie sorgte für mancherlei finanzielle Sorgen.
Im Jahr 1780 gründete Johann Wilhelm Häßler, dessen Herz weit mehr an seinen musikalischen Tätigkeiten als an der Fabrik hing, nach dem Vorbild Johann Adam Hillers in Leipzig die „Öffentlichen Winterkonzerte“. Instrumente wurden angeschafft, die z. T. auswärtigen Musiker mussten entlohnt, untergebracht und verpflegt werden, die Schulden stiegen, und die beiden Geschäfte – Textilien und Konzerte – waren nicht immer leicht zu vereinbaren. Trotz großer Bedenken ob der neuen Unternehmung ihres Mannes trat Sophia Häßler bereits ab dem zweiten Konzert regelmäßig als Sängerin und Pianistin auf und unterstützte ihren Mann tatkräftig, „denn ich sah ein, dass mein Mann nicht immer zugleich singen, taktieren und Klavier spielen konnte“ (Lebensbericht Sophia Häßler, zit. n. Schweitzer 2008, S. 405). Neben dem bereits erwähnten zweiten Konzert am 11. Oktober 1780 trat sie allein in der ersten Saison 1780/81 am 18. Oktober, 1., 8. und 22. November und am 13. Dezember 1780 sowie am 28. März 1781 auf (vgl. Repertoire). Als ihr Mann gar für ein „Extra-Konzert“ am 9. Januar 1787, für das er ein Lobgedicht des Statthalters Carl Theodor Freiherr von Dalberg auf Erfurt vertonen sollte, am Tag der Aufführung nichts weiter als die Ouvertüre der Kantate fertig gestellt hatte, probte sie bereits mit den Musikern, während ihr Mann noch die restlichen Sätze komponierte und abschreiben ließ. Auch in den 1787 ins Leben gerufenen „Dienstags-Assembléen“ des Statthalters sang Sophia Häßler häufig.
Bereits 1784 hatte Johann Wilhelm Häßler eine „Musikalische Leihbibliothek“ gegründet: die Mitglieder, auf 26 Personen limitiert, konnten hier für eine Woche Notenmaterial leihen, kopieren und zur Aufführung benutzen.
Laut Gustav Schilling war Sophia Häßler durch ihren Mann zu einer guten Clavierspielerin herangereift und „versuchte sich selbst in kleinen, sehr artigen Compositionen“ (Schilling 1835). Drei dieser Werke, zwei Klavierstücke und ein Lied, sind in der ersten Sammlung von Johann Wilhelm Häßlers „Clavier- und Singstücke verschiedener Art“ aus dem Jahr 1782 abgedruckt (siehe Werkverzeichnis).

Leitung der Konzerte
Getrieben von Hoffnung und dem Versprechen Lord Ancrams, eines Engländers, der längere Zeit bei den Häßlers zur Miete gewohnt hatte, in London gut und leicht Geld zu verdienen, bat Johann Wilhelm Häßler bei der Stadt um ein Jahr Urlaub und verließ am 12. September 1790 Erfurt, das er nicht wiedersehen sollte. Sophia Häßler, die erneut schwanger war, blieb mit den Kindern zurück. Sie führte nun die Geschäfte ihres Mannes fort, wie etwa die Korrespondenz für Subskriptionen der Werke Johann Wilhelm Häßlers mit der Breitkopfschen Musikalienhandlung in Leipzig und die Leihbibliothek. In dieser Zeit, so hielt Sophia Häßler in ihrem Lebensbericht fest, reifte sie: Sie war gezwungen, sich mit geschäftlichen Dingen, für die ihr Mann bis dato keine glückliche Hand besessen hatte, auseinanderzusetzen, um für den Lebensunterhalt für sich und die Kinder zu sorgen. Nur von Zeit zu Zeit trafen Geldsendungen und mit ihnen Nachrichten ihres Mannes ein.
Zwei Wochen nach der Geburt ihres letzten Kindes Ende November erhielt Sophia Häßler die Anweisung vom Statthalter, die Konzerte wieder aufzunehmen, ihr würde sonst kein Gehalt ausgezahlt. Mit Hilfe der ortsansässigen Musikliebhaber, des Oboistenchores und einiger befreundeter Musiker ihres Mannes aus der Weimarer Kapelle fand am 3. Januar 1791 das erste Konzert unter der Leitung Sophia Häßlers statt, das folgendermaßen im „Erfurtischen Intelligenzblatt“ desselben Tages angekündigt wurde: „Um die durch die Abwesenheit meines Mannes eingetretene Pause der Öffentlichen Konzerte einigermaßen zu unterbinden, wage ich, den hohen Gönnern und Musikfreunden ein Extrakonzert anzukündigen. Der Geburtstag unseres Landesvaters am 3. Januar wird Konzert im Saale des Ratskellers sein.“ (zit. n. Brück S. 55) Es erklangen eine Sinfonie von Haydn), ein Violinkonzert, ein Quartett von Ignaz Pleyel und am Schluss Johann Wilhelm Häßlers Kantate „Friedrich Carl Joseph, der Liebling seines Volkes“.
Betrachtet man dieses wie auch die späteren Programme der unter Sophia Häßlers Leitung durchgeführten Konzerte, so wiegt der Bericht Gustav Schillings – „Seine [Häßlers] Gattin setzte unterdessen nicht nur die Leihanstalt fort, sondern hatte auch den Muth, die von ihrem Manne eingerichteten Concerte zu dirigiren“ (Schilling 1835) – doppelt, bedenkt man, dass es sich bei der Organisatorin und musikalischen Leiterin um eine Frau handelt.
In den nächsten Jahren leitete Sophia Häßler weiterhin die Winterkonzerte, bis es zu einem unangenehmen Vorfall kam: Anlässlich eines Konzertes im Jahr 1793 im Erfurter Theater zu Ehren des Kurfürsten von Mainz (dem auch Friedrich und Charlotte Schiller beiwohnten) wurde Sophia Häßler von Letzterem ein Goldstück zugesteckt. Daran entbrannte der Neid der Musiker und sie verlangten das doppelte Honorar für die noch verbleibenden sechs Konzerte der Saison. Sophia Häßler berichtet in ihrer Autobiografie: „Ich zeigte diese Schrift dem Koadjutor, der die Sache dem Regierungsrat Pensel vortrug. Derselbe veranstaltete mehrere Zusammenkünfte, wobei ich allemal gegenwärtig sein musste. Zu meinem grossen Glück hatte ich Einnahme und Ausgabe pünktlich aufgeschrieben, wodurch ich beweisen konnte, dass solch eine Erhöhung der Ausgaben mir nicht möglich zu bestreiten wäre. So viel Mühe sich nun auch der Regierungsrat von Pensel gab, es den Herren auseinanderzusetzen, so blieben sie doch bei ihrer Forderung nicht nur stehen, ja, sie machten auch noch andere Forderungen an die Regierung und verlangten alljährlich für ihre Personen noch Korn und Holz. Da der Regierungsrat von Pensel sie nicht von ihrer Meinung zurückbringen konnte, so blieb es dabei, dass ich für die noch zu gebenden 6 Konzerte das doppelte Honorar bezahlen musste, und das übrige sollte bis weiteres beruhen. Es bildete sich auch noch eine Partei, die gern durch ihren Beitritt zum Konzert profitieren wollten und die es sich angelegen sein liessen, gegen mich zu agieren, und das war Herr und Madam Hellmuth; sie war in Mainz eine der ersten Opernsängerinnen gewesen, und er war in der Mainzer Kapelle als Violinspieler engagiert. Sie gefielen sich nicht mehr in Mainz und waren hierher gezogen. Beide hatten mehr Pension, als unser Gehalt betrug, und lebten kinderlos.“ (Lebensbericht der Sophia Häßler, zit. n. Schweitzer 2008, S. 423)

Aufenthalt in Moskau
Johann Wilhelm Häßler, den seine Reisen von London über Kurland und Petersburg 1794 schließlich nach Moskau geführt hatten, machte seiner Frau daraufhin den Vorschlag, zu ihm zu kommen. „Der Vorschlag machte mir viele schlaflose Nächte, und mir traten all die Schwierigkeiten vor Augen, die ich zu bekämpfen haben würde; aber ich konnte es mir auch nicht verhehlen, dass ich mir in der Folge vielleicht Vorwürfe machen müsste, wenn ich den Vorschlag zurückwiese, da man nicht voraussehen konnte, wie sich die Zukunft gestalten würde.“ (ebd.) Sie willigte also ein und brach mit ihren beiden Töchtern (die Söhne Carl Wilhelm und Johann Friedrich blieben in Pension bei dem Diakon Johann Gottfried Schwadl, so Brück S. 82) am 2. August 1796 nach Moskau auf. „Ich hatte mir es bei meinem Mann ausbedungen, wenn ich es nicht passend für unsere Umstände fände, ich wieder zurückreisen dürfte; also alles wurde für ein Jahr reguliert; was ich nicht mitnehmen konnte und wollte, wurde in einer Hinterstube, die ich mir vorbehalten hatte, verwahrt.“ (ebd.)
Sophia Häßler, der die politische Situation des Landes nicht behagte, verließ am 15. Juli 1797 mit ihren beiden Töchtern Moskau und kehrte nach Erfurt zurück.

Händlerin und Lehrerin
In ihrer Heimatstadt angekommen, suchte Sophia Häßler den Statthalter auf, der ihr zusagte, sie erneut in den „Winterkonzerten“ als Sängerin und Pianistin zu beschäftigen, und ihr riet, die Musikalienhandlung und die Leihbibliothek ihres Mannes zu verkaufen. Stattdessen solle sie mit Leinen- und Baumwollwaren handeln, wozu sie 1798 vom Stadtrat die Erlaubnis bekam: „Sophia Heßler, vormahlige Concert-Directorin, erhält unentgeltlich Concession, mit allen Gattungen von Strümpfen, Garnen, leinenen und baumwollenen Waren zu handeln, jedoch so, wenn hiesigen Handwerkern kein Eintrag geschehe.“ (Ratsprotokolle S. 16b, Nr. 50 v. 11.1.1798, Stadtarchiv Erfurt 1-1/XXI 2/72, zit. n. Brück S. 92). Mit dem Erlös aus diesem Gewerbe und den ab und an eintreffenden Geldsendungen ihres Mannes war der Unterhalt für die Familie gesichert. Die Situation änderte sich erst, als 1802 preußische Truppen Erfurt besetzten. Sophia Häßler nutzte die Gelegenheit und gründete Ende 1802 in ihrem Haus eine Privatschule mit Pension für junge Mädchen, das so genannte „Häßlersche weibliche Erziehungs-Institut“. Der Unterricht erfolgte von morgens 8 bis abends 18 Uhr mit einer Stunde Mittagspause in den Fächern Sittenlehre, Geschichte, Geografie und Naturgeschichte (erteilt von Johann Wilhelm Krause), in Musik und Klavierspiel (von Musikdirektor Michael Gotthart Fischer), im Schönschreiben und Zeichnen (von Herrn Hasse), in Französisch (von Herrn Pinel), im Nähen, im Kleidermachen und Lesen (von Rosine Nehrlich, der Tochter Sophia Häßlers), im Sticken und Zeichnen (von Fräulein Messerschmied) sowie im Nähen (von Fräulein Schudrof). Sophia Häßler selbst unterrichtete in Musik (vermutlich hauptsächlich Gesang und vielleicht Grundlagen des Klavierspiels) und Rechtschreibung.
In den Jahren 1806 und 1807 musste das Institut wegen der Napoleonischen Besetzung Erfurts geschlossen werden. Nach 1815 wurde es von Rosine Nehrlich, der ältesten Tochter Sophia Häßlers, die bereits als Lehrerin in dem Institut gearbeitet hatte, weitergeführt, nachdem ihr eigener Mann gestorben war. Sophia Häßler selbst zog zu ihrer jüngsten Tochter, der Sängerin Regina Henriette Eberwein, nach Weimar, wo diese am Hoftheater angestellt war. Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass sie auch hier nicht untätig blieb. Bereits aus dem Jahr 1809 datiert ein in Weimar verfasster Brief an Johann Wolfgang von Goethe, indem sie darauf insistiert, dass ihre Tochter nicht nur für eine Nebenrolle ans Weimarer Theater gekommen sei (die Rede ist hier von A. Genasts Aufführung von August von Kotzebues „Korsen“).
Johann Wilhelm Häßler starb am 29. März 1822 in Moskau, seine Frau 22 Jahre später, am 16. Februar 1844, in ihrer Geburtsstadt.
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Würdigung

Sophia Häßler lebte als Frau an der Seite eines erfinderischen, aber mit den Möglichkeiten, die sich ihm in seiner Heimatstadt Erfurt boten, letztendlich unzufriedenen Musikers: „Hässler machte mehrere Reisen, aber das Glück war ihm selten günstig; einmal wurden sonst, wenn auch bedeutende Talente, nicht so honoriert, als es jetzt der Fall ist, zweitens war er aber auch zu generös und trachtete immer mehr nach Ruhm als nach Gewinn.“ (Lebensbericht Sophia Häßlers, zit. n. Schweitzer 2008, S. 400). In dem Moment, da sie auf sich gestellt war, entwickelte sie indes eine bewundernswerte Energie und ein erstaunliches Durchsetzungsvermögen. Im Schatten ihres Mannes vom musikalischen „Wunderkind“ zur Konzertsängerin und Mitorganisatorin herangereift, hatte sie sich nicht nur die wirtschaftlichen und organisatorischen Kenntnisse erworben und wichtige menschliche und berufliche Kontakte geknüpft, sondern war auch als Künstlerin in der Lage, die „Winterkonzerte“ musikalisch zu leiten. Dabei überrascht die Vielfältigkeit der von ihr geleiteten Werke ebenso wie die großen Besetzungen (siehe „Repertoire“).
Auch die Gründung ihres Instituts in späteren Jahren, in dem sie selbst wiederum Musikunterricht erteilte, bezeugt ihre Mehrfachbegabung und ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Lebenslagen.
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Rezeption

Durch ihre Auftritte und die spätere Leitung der Konzertreihe war Sophia Häßler eine in Erfurt geschätzte und bekannte Persönlichkeit. Besonders die Kontakte zu Carl Theodor Freiherr von Dalberg, dem Statthalter, waren dabei von großer Bedeutung. Die Ankündigungen zu den „Winterkonzerten“ unter ihrer Leitung sind selbstbewusst mit ihrem Namen unterzeichnet. Auch in den Lexika, die noch zu ihren Lebzeiten erschienen, wie in denjenigen von Schilling (s. o.) oder Gerber wird sie entsprechend gewürdigt. So heißt es bei Letzterem: „Auch war sie es, welche nach seiner [ihres Mannes] Abreise ganz allein, nicht nur die Direktion des öffentlichen Konzerts, sondern auch die Geschäfte und weitläufige Korrespondenz, welche mit seiner musikalischen Leihbibliothek verbunden waren, mit Einsicht und Ordnung fortsetzte.“
Sophia Häßlers Lebensbericht, den sie „um den öfteren Anforderungen meiner Enkel und Urenkel zu genügen“ schrieb, damit diese sich die Geschichte „in langweiligen Winterabenden“ gegenseitig vorlesen oder erzählen könnten, gelangte durch ihre Urenkelinnen in einer vermutlich in den 1920/30er Jahren angefertigten Schreibmaschinenabschrift in das Erfurter Stadtarchiv. Der Verbleib des Originals ist unbekannt (vgl. Schweitzer S. 346).
Erst in den Lexika vom Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts werden die Informationen zu Sophia Häßler spärlicher. Ihr sind jedoch einige regionale biografische Studien gewidmet.
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Werkverzeichnis

Die einzigen drei bekannten und erhaltenen Kompositionen Sophia Häßlers finden sich in einem Druck ihres Mannes Johann Wilhelm Häßler: „Clavier- und Singstücke verschiedener Art. Erste Sammlung. Erfurt: 1782. Auf Kosten des Verfassers“. Am Ende des Vorwortes schreibt dieser: „Ich weiß nichts weiter hinzuzusetzen, als den herzlichen Wunsch, daß auch die kleinen Compositionen meiner Frau den Beyfall des Publikums erhalten und verdienen mögen. Sie sind mit einem x bezeichnet. Erfurt, den 11 August 1783.“
Bei den drei mit einem Stern bezeichneten Stücken handelt es sich um:
S. 13: „Minuetto“ (für Klavier)
S. 14: „Alla Polacca“ (für Klavier)
S. 27: „Menschenbestimmung“ (Lied mit dem Textanfang: „Da liegt die Welt so schön und weit“)
(nach Auskunft von Dr. Uta Schaumberg, Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, München)
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Repertoire

Aufgelistet sind nur die Werke, die ausdrücklich im Zusammenhang mit Sophia Häßlers Namen auf den Programmen genannt werden. Dies betrifft vor allem den 1. Jahrgang der „Öffentlichen Winterkonzerte“. Es ist davon auszugehen, dass sie auch die meisten der in den späteren Programmen aufgelisteten Sopranarien und Klavierpartien in den Werken für Klavier zu vier Händen bzw. für zwei Klaviere übernahm, bei denen in der Regel keine Ausführenden verzeichnet sind. Bei den aufgeführten Werken handelt sich meist um italienische und deutsche zeitgenössische Kompositionen.
Die Auflistung ist zitiert nach Brück 2003. Leider lassen sich anhand der Angaben die genauen Titel und Vornamen der Komponisten nicht immer zweifelsfrei feststellen.

1. Sängerin (Sopranpartien)

9. Mai 1773 Georg Peter Weimar: Huldigungskantate
1775 Carl Heinrich Graun: „Der Tod Jesu“
11. Oktober 1780 Anfossi: Recitation und Arie aus „Antigone“
18. Oktober 1780 Gerstenberg/Reichardt: „Ariadne auf Naxos“, Singstück
1. November 1780 Arie von Anfossi
8. November 1780 Arie von Anfossi
22. November 1780 Krause: Duette aus der Oper „Ipocontrario“ (zusammen mit J. W. Häßler)
13. Dezember 1780 Sacchini: Recitativ und Arie aus „Montezuma“
28. März 1781 Traetta: Duett (zusammen mit J. W. Häßler)
10. Oktober 1781 Sacchini: Französische Arie
8. Februar 1788 Kantate von Prof. Herel, gesungen von „Madam Häßler“ und einem Mädchenchor

2. Pianistin

22. November 1780 Joh. Christian Bach: Klavier-Sonate für 4 Hände (zusammen mit J. W. Häßler)
13. Dezember 1780 Scarlatti: Klavierduo (zusammen mit Johann Wilhelm Häßler)

3. Dirigentin
Die Öffentliche Winterkonzerte unter der Leitung von Sophia Häßler 1791 bis 1796
3. Januar 1791: Extra-Konzert zum Geburtstag des Kurfürsten
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Violine (Groß)
Quartett (Pleyel)
„Friedrich Carl Joseph, der Liebling seines Volkes“ (Häßler)

25. März 1791
Sinfonie
Konzert für Hoboe (Rosetti)
„Abschied von Elise“ (Naumann)
„Die Nachtfeier vor der Auferstehung“ (Weinlig)

1. April 1791
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Klavier (Kozeluch)
Passionsstück für das Leipziger Konzert (Schmidt)

27. Oktober 1791
Sinfonie (Pichl)
Neue deutsche Arie
Szene aus „L’abelle Arsene“ (Monsigny)
Sinfoniesatz
Antrittes-Sinfonie (Pleyel)
„Hymne an die Tonkunst“ (Reichard)

3. November 1791
Sinfonie
Konzert für Klarinette (Vogler)
„Blicke in die Zukunft“, ein Lied ohne „r“ (Segelbach)
„Das Lied in der Natur“, Singstück (Neubauer)

11. November 1791
Musikalisches Gemälde der Natur (Knecht)
Arie
„Das Lied in der Natur“ (Neubauer)

17. November 1791
Sinfonie (Pleyel)
Konzert für Klarinette und Fagott
Opernarie
Sinfonie (Haydn)
Duett aus der Oper „Der Baum der Diana“ (Martini)
Sinfonie (Pleyel)

24.November 1791
Sinfonie und Variationen (Haydn)
Italienische Arie aus „Armida“ (Johann Christian Bach)
Serenata (Pleyel)
„Lied der Schwermut“, Kantate (Schmidt)

1. Dezember 1791
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Hoboe (Reicha)
Italienische Arie (Schuster)
Akt aus „Judas Maccabäus“ (Händel)

8. Dezember 1791
Sinfonie (Haydn)
Italienische Arie (Schuster)
Sinfonie (Pleyel)
Sinfonie (Haydn)
Quintett aus „Der Doktor und der Apotheker“ (Dittersdorf)
Arie aus dieser Oper
Sinfonie (Haydn)

15. Dezember 1791
Sinfonie (Haydn)
„Das Saitenspiel“, Kantate von Herder (Friedrich v. Dalberg)
Sinfonie (Pichl)
„Die Religion“, Kantate (Dittersdorf)

22. Dezember 1791
Sinfonie (Haydn)
Deutsche Arie (Schuster)
Recitativ und Arie (Sacchini)
Singstück

2. Januar 1792: Geburtstag des Kurfürsten
Sinfonie (Pleyel)
„Erfurts frohe und dankbare Empfindungen bei der Geburtstagsfeier seines preiswürdigen Landesvaters Friedrich Carl Joseph“, große Kantate (Wolf)
Sinfonie (Haydn)
Arie für Sopran „Dem Fürsten und dem Vaterland“ (Johann Wilhelm Häßler)
„Die Vaterlandsliebe“, ein Volkslied von Segelbach

28. Januar 1792
Neue Sinfonie (Pleyel)
Italienisches Duett für 2 Soprane
Sinfonie (Haydn)
„Elysium“, Drama von Jacobi (Schweizer)

10. Februar 1792
Sinfonie (Haydn)
„Der Patriotismus“, Kantate (Seydelmann)
„Die Schöpfung“, große Kantate von Hohnbaum (Kraus)

23. Februar 1792
Sinfonie (Pleyel)
Große italienische Arie (Salieri)
Divertimento für Blasinstrumente
51. Psalm (Westenholz)

8. März 1792
Neue Sinfonie (Kozeluch)
Konzert für Klarinette (Hofmeister)
Italienisches Duett (Anfossi)
„Totenfeier am Grabe Elias“, von Johann Mattheson (Heckel)

14. März 1792
„Der sterbende Jesus“, Oratorium (Rosetti)

18. September 1792
Sinfonie (Kozeluch)
Jubelhymne zur Universitäts-Feierlichkeit (Segelbach)
„Athalia“ (Schulz)

18. Oktober 1792
Sinfonie (Pleyel)
Rondo (Colla)
Sinfonie (Mozart)
Sinfonie (Haydn)
Italienisches Duett (Anfossi)
Chor aus „Judas Maccabäus“ (Händel)

1. November 1792
Sinfonie (Gyrowetz)
Konzert für Fagott (Stamitz)
„Die Landluft“, Kantate (Hobeus)

8. November 1792
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Klarinette (Hofmeister)
Rondo (Naumann)
Sinfonie (Kozeluch)
Deutsche Arie (Schuster)
Italienisches Terzett (Paisello)

15. November 1792
Sinfonie (Brandt)
Konzert für Klarinette (Kozeluch)
Italienische Kantate (Kozeluch)
Psalm-Musik von Kramer (Graf)

22. November 1792
„Saul oder die Gewalt der Musik“ (Rolle)

29. November 1792
Sinfonie (Pleyel)
Konzert für Flöte
„Hymne auf die Natur“, 1.Teil (Neubauer)

6. Dezember 1792
Sinfonie (Pleyel)
Konzert für Bratsche (Granz)
Sinfoniesatz (Pleyel)
„Hymne auf die Natur“, 2.Teil (Neubauer)

13. Dezember 1792
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Fagott (Devienne)
„An den Schlaf“, Kantate (Schmidt)
Konzert für Waldhorn
Eine Kantate (Kozeluch)
Sinfoniesatz

20. Dezember 1792
Große Sinfonie (Wranitzky)
Quartett (Pleyel)
„Heilig ist Gott, der die Welten schuf“, aus „Abraham“ (Rolle)
Weihnachts-Kantilene mit Doppelchören v. Claudius (Reichard)

21. Februar 1792
Sinfonie (Haydn)
Romanze (Mozart)
Serenata (Wranitzky)
“Maria und Johannes”, Oratorium (Schulz)

28. Februar 1793
Sinfonie (Rosetti)
Italienische Arie (Mozart)
Serenata (Gyrowetz)
“Athalie” (Schulz)

27. März 1793
Sinfonie (Gyrowetz)
Konzert für Hoboe (Hofmeister)
Italienisches Duett (Anfossi)
Konzert für Fagott (Devienne)
„Morgengesang am Schöpfungstag“ (C. Ph. E. Bach)

31. März 1793
„Der sterbende Jesus“, Oratorium (Rosetti)
März: Extra-Konzert
„Erfurt-Kantate“ (Dalberg/Häßler)

7. November 1793
Sinfonie (Wranitzki)
Italienische Arie (Benda)
Serenata (Gyrowetz)
Sinfonie (Haydn)
Romanze aus „Figaros Hochzeit“ (Mozart)
Sinfonie (Pleyel)

14. November 1793
Sinfonie (Gyrowetz)
Konzert für Hoboe (Pfeiffer)
„Der Morgen“, Kantate (Hiller)
Sinfonie

21. November 1793
Sinfonie (Gyrowetz)
Italienische Arie (Pleyel)
Sinfonie (Pleyel)
Sextett aus „Figaros Hochzeit“ (Mozart)
Sinfonie (Haydn)

28. November 1793
Sinfonie (Haydn)
Italienische Arie (Pleyel)
Konzert für Klarinette (Sterkel)
„Hymne auf die Natur“, Kantate 2.Teil (Neubauer)

5. Dezember 1793
Jagdsinfonie (Rosetti)
Arie aus „Figaros Hochzeit“ (Mozart)
Sinfonie (Pleyel)
„Hymne auf die Natur“, Kantate 1.Teil (Neubauer)

12. Dezember 1793
Sinfonie (Gyrowetz)
Konzert für Klavier (Mozart)
Chor (Benda)
Quartett (Hofmeister)
„Der Kaufmann von Smyrna“, Operette (Stegmann)

27. Dezember 1793
Sinfonie (Gyrowetz)
Konzert für Fagott (oder Konzert für Klavier)
Chor (Neumann)
Weihnachts-Kantilene von Claudius (Reichardt)

13. März 1794
Ouvertüre zur „Zauberflöte“ (Mozart)
Arie aus der „Zauberflöte“ (Mozart)
Sinfonie (Gyrowetz)
Große Arie aus der „Zauberflöte“ (Mozart)
Sinfonie

20. März 1794
Sinfonie (Fischer)
Konzert für Fagott (Pfeiffer)
Duett aus der „Zauberflöte“ (Mozart)
„Maria und Johannes“, Oratorium von Ewald (Schulz)

27. März 1794
Sinfonie (Gyrowetz)
Konzert für Fagott (Tümbe)
Rezitativ und Rondo (Sarti)
Sinfonie (Haydn)
Rezitativ und Arie aus der „Zauberflöte“ (Mozart)
Sinfonie

9. April 1794
Sinfonie (Gyrowetz)
Italienische Arie (Salieri)
Requiem, deutsche Übersetzung (Rosetti)

2. November 1794
Sinfonie (Wranitzky)
Italienische Arie (Cherubini)
Sinfonie (Pleyel)
“Die Maurerfreude” Kantate (Mozart)
Sinfonie (Mozart)

9. November 1794
Sinfonie (Haydn)
„Hymne an die Tonkunst“ (Hiller)
Konzert für Violine und Bratsche (Pleyel)
Italienische Arie (Salieri)
„Halleluja“ (Händel)

16. November 1794
„Deutsche Gefühle dem Genius unseres Vaterlandes gewidmet“ (Stamitz)
Konzert für Viola d’amour, Konzert für Viola-Alto (Stamitz)
Echo mit zwei Orchestern (Carl Stamitz selbst gibt das Konzert)

21. November 1794
Sinfonie (Haydn)
Szene aus „Hieronymus Knicker“ (Dittersdorf)
Quintett (Mozart)
Ouvertüre (Mozart)
Arie und Chor aus der „Zauberflöte“ (Mozart)
Sinfonie (Gyrowetz)

28. November 1794
Sinfonie (Ackermann)
Italienische Arie (Naumann)
Quartett
Sinfonie (Gyrowetz)
Arie (Kleeberg)
Arie (Mozart)

5. Dezember 1794
Sinfonie (Haydn)
Szene aus „Hieronymus Knicker“ (Dittersdorf)
Konzert für Hoboe und Fagott (Pleyel)
Miserere (Sarti)

12. Dezember 1794
Sinfonie (Haydn)
Arie aus der „Zauberflöte“ (Mozart)
Serenata (Pleyel)
„Lied der Schwermut“, Kantate (Schmidt)

19. Dezember 1794
Sinfonie (Pleyel)
Arie oder Duett aus einer Oper
Instrumentalstück
„An den Schlaf“, Kantate (Schmidt)
Sterbesinfonie (Haydn)

22. Februar 1795
Sinfonie (Mozart)
„Das Genesungsfest“, Kantate (Wolf)
Sinfonie (Haydn)
„Die Sehnsucht nach dem Frieden“, Kantate (Schmidt)

5. März 1795
Sinfonie (Haydn)
Deutsche Kantate (Kleeberg)
Quintett (Boccherini)
Duett der Mirjam und der Deborha (Knecht)
Sinfonie (Haydn)

12. März 1795
Sinfonie (Mozart)
Italienische Arie (Kozeluch)
Serenata (Pleyel)
Der 6. Psalm, von Moses Mendelssohn (Knecht)

19. März 1795
„Athalia“, Oratorium (Schulz)
„Die sieben letzten Worte“, volle Instrumentalmusik (Haydn)

13. April 1795 Gedächtnisfeier für Mozart, im Ballhaus
Sinfonie, Arie, Konzert für Klavier (Mozart)
„Die Maurerfreude“, Kantate,
Ouvertüre zur „Zauberflöte“,
Italienisches Szene mit obligatem Bassetthorn (Mozart)
Große Sinfonie mit Fuge, Mozarts Meisterwerk

29. Oktober 1795
„Lob der Musik“, Kantate (Schuster)

6. November 1795
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Harfe (Cordon)
Arie (Mozart)
Konzert für Fagott (Mozart)
Sonate für Harfe
Sinfonie (Mozart)

13. November 1795
Sinfonie (Fischer)
Italienische Arie (Kozeluch)
Quartett (Pleyel)
„Hymne an die Tonkunst“ (Hiller)

20. November 1795
Sinfonie (Haydn)
Italienische Arie
Variationen für Fagott und Klarinette
„Hymne an die Tonkunst“ (Hiller)

27. November 1795
Sinfonie (Mozart)
Italienische Arie (Naumann)
Serenata (Mozart)
Sinfonie (Gyrowetz)
Sextett aus „Cosi fan tutte“ (Mozart)
Sinfoniesatz

4. Dezember 1795: Konzert mit Werken von Mozart
Sinfonie und Fuge, Konzert für Klavier,
Italienische Arie
Sextett für Blasinstrumente, Sextett für Gesang, Sinfonie

11. Dezember 1795
„Lob der Musik“, Kantate von Meißner (Schuster)

28. Dezember 1795
Sinfonie „la chasse“ (Rosetti)
Italienisches Duett (Anfossi)
Zweichörige Motette (Schulz)
Te deum laudamus (Reichard)

19. Februar 1796
Sinfonie (Haydn)
Konzert für Klavier (Mozart)
Arie mit Klavierbegleitung (Mozart)
Sinfoniesatz
„Mirjam und Deborha“ von Klopstock (Knecht)

26. Februar 1796
Sinfonie (Haydn)
Duett (Westphal)
Quartett (Mozart)
Sinfonie (Fischer)
Chor aus „Messias“ (Händel)

4. März 1796
Ouvertüre aus „Don Juan“ (Mozart)
Duett
Sonate (Hofmeister)
Konzert für Violine
Sinfonie (Mozart)

18. März 1796
Sinfonie (Haydn)
Duett für zwei Soprane
Sonate für Pianoforte und Flöte (Häßler)
Italienisches Rondo
Trauerkantate (Reichard)
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Quellen

1. Primärquellen

Häßler, Sophia. Lebensbericht. Angehängt: „Aufzeichnungen der Frau Rosine Nehrlich geb. Häßler“. Stadtarchiv Erfurt, Signatur 5/350-N2 (abgedruckt in Schweitzer 2008, S. 387-428)

Häßler, Johann Wilhelm. „Lebenslauf“. In: Sechs leichte Sonaten fürs Clavier oder Piano-Forte, wovon zwei mit Begleitung einer Flöte oder Violine sind. Eine für vier Hände auf einem Klavier von Johann Wilhelm Häßler. Zweyter Theil. Erfurt: 1787. S. I-XII (abgedruckt bei Kahl, Willi. Selbstbiographien Deutscher Musiker des XVIII. Jahrhunderts, Köln: 1948. S. 45-74)

Erfurtisches Intelligenz-Blatt 11. September 1790, 3. Januar 1791, 28. Februar 1807 (Angaben nach Brück 2003)

Brief Sophia Häßlers an Goethe vom 10. März 1809. In: Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv (Hg.). Briefe an Goethe. Gesamtausgabe in Regestform. Weimar: 1992. http://ora-web.swkk.de/swk-db/goeregest/index.html

Sächsische Provinzialblätter für Stadt und Land. Erfurt: August 1822 (Nachruf auf Johann Wilhelm Häßler)


2. Lexika

Gerber, Ernst Ludwig. Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Componisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, Orgel- und Instrumentenmacher etc. aus allen Nationen enthält. 4 Bde. Leipzig: 1812-1814, Reprint Graz: 1966 (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Schilling, Gustav. Encyclopädie der gesamten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexicon der Tonkunst. 6 Bde. und Supplement. Stuttgart: 1835 (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Mendel, Hermann. Musikalisches Conversatins-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften für Gebildete aller Stände. Berlin: 1870 (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Eitner, Robert. Biographisch-bibliographisches Quellenlexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 10 Bde. Leipzig: 1900-1904 (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Riemann, Hugo. Musik-Lexikon. Leipzig:1919, 9. Aufl. (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Blume, Friedrich (Hg.). Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 17 Bde. Kassel: 1949ff (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Sadie, Stanley (Hg.). The New Grove Dictionary of Music and Musicians. London: 1980 (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Tyrell, John (Hg.). The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 2. Aufl. London: 2001 (Artikel Johann Wilhelm Häßler)

Finscher, Ludwig (Hg.). Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 2. Aufl., Kassel: 1999ff. (Artikel Johann Wilhelm Häßler)


3. Sekundärliteratur

Müller, Erich H. Johann Wilhelm Häßler zum hundertsten Todestage. In: Neue Musikzeitung 1922. Heft 43. S. 216-217

Brück, Helga. Johann Wilhelm und Sophia Häßler. Eine Erfurter Musikerfamilie. Erfurt: Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, 2003

Schweitzer, Claudia. „…ist übrigens als Lehrerinn höchst empfehlungswürdig“. Kulturgeschichte der Clavierlehrerin. Oldenburg: 2008


4. Links

http://www.akademie-erfurt.de/pages/geschichte/erfurt.php, (Stand: 25. Februar 2009)
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Forschung

Eine ausführliche Beschreibung des Lebens der Familie Häßler findet sich bei Brück 2003, wobei auch Sophia Häßler große Abschnitte gewidmet sind.
Von den Lebenserinnerungen Sophia Häßlers ist heute nur noch eine, vermutlich in den 1920er oder 1930er Jahren von Nachkommen angefertigte Schreibmaschinenabschrift des Originals bekannt. Die Erfurter Lehrerin Gertrud Bischoff, möglicherweise die Schreiberin, übergab diese Abschrift als Nachlass dem Erfurter Stadtarchiv.
Der erhaltene und leserliche Teil der Autobiografie ist in Schweitzer 2008 abgedruckt und ausgewertet. Der Akzent liegt dabei auf der Schulgründung Sophia Häßlers.
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Forschungsbedarf

Der leserliche Teil der Autobiografie endet mit Sophia Häßlers Ankunft in Moskau. Es wäre wünschenswert, die späteren und heute aufgrund des schlechten Zustandes des Papiers nicht mehr lesbaren Seiten zu rekonstruieren.
Möglicherweise wären durch Nachforschungen über die Tochter Regina Henriette Nerlich und ihre Tätigkeiten in Weimar noch Einzelheiten über die späteren Lebensjahre Sophia Häßlers in Erfahrung zu bringen.
Ergiebig wären außerdem Recherchen zu den Programmen der von Sophia Häßler dirigierten Konzerte anhand von originalen Programmzetteln, Zeitungsberichten und möglicherweise vorhandenen Notenmaterialien.
Autor/innen:
Claudia Schweitzer, 25. August 2009

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 05.09.2009