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Leni Alexander

Helene Alexander (geb.)

* 8. Juni 1924 in Breslau (heute Wroclow), Deutschland (heute Polen).
† 7. August 2005 in Santiago de Chile, Chile.



„So war es auch selbstverständlich, daß das Exil, welches ja das tägliche Leben war, fast immer in meine Kompositionen integriert war.“
(Aus einem Brief vom 20.7.1997 an Bettina Frankenbach.)
H�rbeispiel
Maramoh, für 6 Instrumente und Sängerin (1971)
Notenbeispiel Schriftprobe
Mediennachweis

Bild
Leni Alexander (um 1999)
Privatbesitz. Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Hamm

Hörbeispiel
Maramoh, für 6 Instrumente und Sängerin (1971)
Private Aufnahme. Mit freundlicher Genehmigung von Bettina Frankenbach

Notenbeispiel
Beginn 2. Satz "Los Ensacados" aus "Los Disparates", für B-Klarinette, Vibraphon, Harfe und Viola, nach Radierungen von Goya, 1980
Privatbesitz

Schriftprobe
Brief von Leni Alexander an Bettina Frankenbach (12.11.1997)
Privatbesitz. Mit freundlicher Genehmigung von
Bettina Frankenbach

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Autorin (Hörspiele, Musiktheaterstücke, Rundfunksendungen), Dozentin für Neue Musik, Montessori-Pädagogin, Klavierlehrerin

Orte und Länder
Geboren in Breslau, verbrachte Leni Alexander ihre Kindheit in Hamburg. 1939 floh die jüdische Familie aus Deutschland und emigrierte nach Chile. 30 Jahre lang hatte Leni Alexander ihren Lebensschwerpunkt in Santiago de Chile, in den 1950er Jahren führten sie Studienaufenthalte erstmals wieder nach Europa (Paris, Venedig, Köln). Zu Studien und Projekten reiste sie auch in andere lateinamerikanische Länder und in die USA. 1969 erhielt Leni Alexander ein Guggenheim-Stipendium und zog nach Paris. Nach 17 Jahren in Frankreich kehrte sie 1986 nach Santiago de Chile zurück, verbrachte jedoch regelmäßig einige Monate des Jahres in Frankreich und Deutschland.


Profil
Leni Alexander studierte u.a. bei Olivier Messiaen, René Leibowitz und Bruno Maderna. Als Komponistin „Neuer Musik“ wollte sie jedoch keinesfalls auf Grund ihrer Lehrer als serielle Komponistin missverstanden werden. Ihre Kompositionen wurden fast alle uraufgeführt, doch blieb ihr Erfolg auf den ohnehin kleinen Kreis von Anhängern Neuer Musik beschränkt. Als Jüdin vor den Nazis geflohen, als Anhängerin Allendes ein zweites Mal im Exil, engagierte sich Leni Alexander sowohl in ihrem musikalischen Œuvre als auch in Rundfunksendungen und politischen Veranstaltungen gegen Unterdrückung und Verfolgung. Sie forderte vor allem in ihren Hörspielen, die Erinnerung an die Gräuel von Diktaturen wach zu halten und setzte sich für eine menschliche und soziale Gesellschaftsordnung ein.

Biografie

Zwei Diktaturen haben die Biografie Leni Alexanders geprägt und zu einem Leben in drei verschiedenen Ländern geführt: Deutschland, Chile und Frankreich. (Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Informationen aus Briefen, Telefonaten oder mehrstündigen Interviews, die ich im März und Juni 1998 mit Leni Alexander geführt habe, Bettina Frankenbach). Ihre Kindheit verbrachte Leni Alexander, geboren 1924 in Breslau, in Hamburg; mit vierzehn Jahren ging sie mit ihren Eltern ins Exil nach Chile - der jüdischen Familie gelang eine späte Ausreise über Holland.
Von klein auf hatte Leni Alexander Klavierunterricht, den sie in Santiago de Chile unmittelbar fortsetzen konnte. Bevor sie sich dem Kompositionsstudium zuwandte, schloss sie 1942 eine Ausbildung zur Montessori-Pädagogin ab, arbeitete mit geistig behinderten Kindern und Jugendlichen und belegte an der Universidad de Chile Kurse in Psychologie. 1949-1953 studierte sie Komposition bei Fré Focke und erhielt 1954 ein Stipendium des französischen Staates. Während einiger Monate in Paris und Venedig setzte sie ihre Kompositionsstudien bei führenden Vertretern der Neuen Musik fort (u.a. bei Oliver Messiaen, René Leibowitz und Bruno Maderna). Die außergewöhnliche Situation, als Frau Komposition zu studieren und sich in der von Männern dominierten „Neuen Musik-Szene“ zu bewegen, war für sie selbstverständlich.
In Chile erteilte sie neben ihrer eigenen kompositorischen Tätigkeit privaten Kompositionsunterricht und gab Kurse für zeitgenössische Musik. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit spielte die Familie eine zentrale Rolle in Leni Alexanders Leben: Sie war verheiratet und hatte in Chile eine Tochter und zwei Söhne.
1969 erhielt Leni Alexander ein Guggenheim-Stipendium und zog nach Paris. Aus ihrem freiwilligen Aufenthalt in Frankreich wurde ein zweites Exil, als 1973 in Chile das Militär putschte und Augusto Pinochet an die Macht kam. Mit einer Orchesterkomposition erinnerte sie an den Jahrestag des Putsches (Partitureintrag: 11/9/1974) und gedachte des chilenischen Protestsängers Viktor Jara, der im Estadio de Chile gefoltert und ermordet wurde. Der Titel der Komposition „...ils se sont perdus dans l’espace étoilé...“ entstammte seinem letzten im Gefängnis geschriebenen Gedicht.
Auch andere Werke weisen durch ihre Titel auf außermusikalische Inhalte, tragen autobiografische Züge oder spiegeln Leni Alexanders frühes Interesse an Pädagogik und Psychoanalyse. (In der aleatorischen Komposition „Maramoh“ für 6 Instrumente und Sängerin von 1971 weist sie die Interpreten an, einen gruppendynamischen Prozess zu gestalten, in dem Hörstück „Musik, die Freud nicht hörte“ inszenierte sie mit Texten von Sigmund Freud eine Auseinandersetzung über dessen ambivalentes Verhältnis zur Musik.) Während der 1970er Jahre in Frankreich wurden viele von Leni Alexanders Kompositionen uraufgeführt. 1974 wurde sie freie Mitarbeiterin bei Radio France. Mit Radiosendungen über die Musik lateinamerikanischer Länder begründete sie auch für verschiedene deutsche Rundfunkanstalten eine jahrelange Tätigkeit.
Ende der 1980er Jahre begann Leni Alexander verstärkt zu schreiben. Sie komponierte sechs Hörspiele, in deren Texten sie z. T. politisch Stellung bezog oder ihre gesellschaftskritische Haltung zum Ausdruck brachte. Einige der teils autobiografischen Stücke richten sich gegen Unterdrückung und Verfolgung und fordern dazu auf, die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Diktatur und der chilenischen Militärjunta wach zu halten.
1986 kehrte Leni Alexander endgültig nach Santiago de Chile zurück. Bis wenige Jahre vor ihrem Tod komponierte sie und verbrachte regelmäßig einige Monate im Jahr in Paris und Köln. Am 7. August 2005 verstarb Leni Alexander in Santiago de Chile. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt.
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Würdigung

Leni Alexander ist in ihrer Generation eine der wenigen Frauen, die Komposition studiert hat und zudem in einer ‚Musiksprache’ komponiert, in der Tonalität nicht mehr vorkommt. Ihr Werk umfasst etwa fünfzig Kompositio­nen, die fast alle uraufge­führt und z.T. von Radio France oder vom Westdeutschen Rundfunk gesendet wurden. Neben zehn Orchesterwerken, teilweise mit Gesang, komponierte sie zunehmend Kammer­musik für ganz unterschiedliche Beset­zungen. Ende der 1980er Jahre wandte sie sich verstärkt dem Schreiben zu – ein Weg, ihre politische Haltung deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Mit Aufträgen und Stipendien unter anderem vom französischen Kultur-Mini­sterium, Radio France, dem WDR oder der Fundación Andes in Chile konnte sie ihren Lebensunterhalt als Komponistin einigermaßen bestreiten. Ihre CD „Jezira“ erschien im Jahr 2000 in Chile.
Leni Alexander komponierte in einem durchsichtigen, kammermusikalischen Stil, der selbst in ihren Orchesterwerken zum Tragen kommt. Das chromatische Total ist selbstverständlich gegenwärtig. Charakteristisch ist ein durchbrochener Satz, eine kleingliedrige, stark mit Pausen durchsetzte melodische Faktur und knappe, expressive musikalische Gesten. Ihre Kompositionstechnik ist geprägt von Verfahrensweisen der Neuen Musik, die sich mit folgenden Stichworten umreißen lassen: Erweiterung der Spieltechniken, Zwölftönigkeit, seriell geprägte Kompositionstechnik, grafische Notation, freie und kontrollierte Aleatorik, Einbezug elektronischer Mittel, szenische Komposition sowie Sprachkomposition.
Viele von Leni Alexanders Kompositionen beziehen sich durch ihre Titel auf außer­musika­lische In­halte. Sie verweisen auf Gedichte, Theaterstücke oder Gemälde, zudem erinnern hebräische Titel an ihre jüdische Identität. Vor allem in ihren Hörspielen verwandte sie Zitat- und Collagetechniken und kontrastierte Musik ganz unterschiedlicher Herkunft und Stilrichtung. Auch Instrumentalkompositionen stellte sie gelegentlich in einen bestimmten politischen oder kulturellen Kontext, indem sie ein politisches Lied zitierte oder eine jüdische Melodie einarbeitete. Vor allem mit ihren Hörspielen, aber auch mit einer Orchesterkomposition wie „...ils se sont perdus dans l’espace étoilé...“ komponierte sie politisch engagierte Musik.
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Rezeption

Bekannte Namen finden sich unter den Interpretinnen und Interpreten von Leni Alexanders Musik (Leo Brouwer, Katia und Marielle Labèque, Ensemble Modern, Artemis Ensemble, Radio-Sinfonieorchester u.a. von Radio France, dem Saarländischen und Westdeutschen Rundfunk und Dirigenten wie Mauricio Kagel, Bruno Maderna, Lothar Königs und Pablo Izquierda). Sie erhielt Kompositionsaufträge u.a. von Dimitri Mitropulos („Time and Consumation“ 1962), Radio France („Los Disparates“ 1980, „...Est-ce donc si doux cette vie?... “ 1987) Bruno Maderna („Equinoccio“ 1962) und der Stadt Essen („Schigan“ 1989), Stipendien u.a. vom französischen Staat, der Fundación Andes in Chile und ein Guggenheim-Stipendium. Während der siebzehn Jahre, die Leni Alexander in Frankreich lebte (1969-1986), begründete sie mit Radiosendungen über zeitgenössische Musik eine jahrelange Tätigkeit für verschiedene Rundfunkanstalten. Sie machte Musik- und Textsendungen für Radio France in Paris und für den Westdeutschen Rundfunk in Köln, beides Sender, die in ihren Programmen über zeitgenössische Musik auch Leni Alexanders Kompositionen sendeten. Nach ihrer Rückkehr nach Santiago de Chile (1986) verbrachte sie weiterhin einige Monate im Jahr in Europa - in Chile war das moderne Musikleben unter der Militärdiktatur zum Erliegen gekommen und ihre musikalische und berufliche Anbindung lag inzwischen in Europa. Erst Anfang der 1990er Jahre fanden Aufführungen ihrer Kompositionen auch in Chile wieder statt. Einen Verlag hatte Leni Alexander nicht gefunden. Lediglich zwei ihrer frühen Kompositionen wurden bei Heugel in Paris verlegt, sind inzwischen jedoch vergriffen: „Aconteceres“ 1965 und „Et le vent fera toujours disparaître les nuages sombres“ 1974. (Im Archiv von Editions Leduc, die den Verlag Heugel aufgekauft haben, befinden sich auch die Kompositionen „Equinoccio“ 1962, „Tessimenti“ 1964, und „Par quoi? A quoi? Pour quoi?“ 1970, diese wurden aber wohl nicht mehr verlegt). Etliche ihrer Partituren sind als Reproduktionen (Lichtpausen) in der Facultad de Artes der Universidad de Chile zugänglich. Eine Doppel-CD („Jezira“) mit Kompositionen von 1975 bis 1997 erschien 2000 in Chile.
Obwohl fast alle Kompositionen Leni Alexanders in Europa und Chile uraufgeführt wurden (eine Dokumentation von Folgeaufführungen steht noch aus), ist sie bis heute im europäischen Raum weitgehend unbekannt und blieb ihr Erfolg auf den kleinen Kreis von Anhängern Neuer Musik beschränkt. Inwieweit ihre Kompositionen seit den 1990er Jahren in Chile erfolgreich waren, muss noch recherchiert werden. Ihr Hörspiel „Chacabuco, die Ge­schichte einer Gei­sterstadt in Chile“ (1993) wurde beispielsweise mehrmals im chilenischen Radio und dreimal am Goethe-Institut Santiago vorgestellt. (Veranstaltungsbericht 1989-1994 Goethe-Institut Santiago de Chile). Auch ihre autobiografischen Hörspiele „Das Leben ist kürzer als ein Wintertag“ (1989) und „In Frage stellen“ (1991) wurden mehrfach auf Veranstaltungen des Goethe-Instituts in Santiago und Valparaiso aufgeführt. In der Revista musical chilena wurde sie nach ihrem Tod als wichtigste chilenische Komponistin des 20. Jahrhunderts gewürdigt (Bustos Valderrama, 2007, S. 28).

Als Jugendliche aus Deutschland vertrieben, erlebte sie als erwachsene Frau, dass sie auch nach Chile nicht mehr zurückkehren konnte. Die zweifache Exilerfahrung und ihre musikalische Bindung an Europa führten zu einem Leben in drei Ländern, zu einer Biografie ‚zwischen den Welten’, die den kontinuierlichen Aufbau einer musikalischen Karriere maßgeblich erschwerte. Dass sie es trotz ihrer schwierigen Lebensumstände geschafft hat, sich als Frau und Komponistin durchzusetzen und regelmäßig in Europa und Lateinamerika aufgeführt zu werden, bleibt beeindruckend und ist bisher wenig gewürdigt worden.
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Werkverzeichnis

Siehe auch das spanischsprachige Werkverzeichnis: Raquel Bustos Valderrama. Catálogo de las obras musicales de Leni Alexander Pollack. Rev. music. chil. [online]. Juni 2007, Bd. 61, Nr. 207 [Stand: 6.1.2009], S. 65-70. Verfügbar im Internet: http://www.scielo.cl/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0716-27902007000100003&lng=es&nrm=iso.


A. Orchestermusik

Mùsica, para Orquesta, 1951.

Drei Lieder, für Mezzosopran und Orchester, 1950, T.: Rabindranath Tagore, UA.: Santiago de Chile 1950.

Fünf Epigramme, für Orchester, 1952, UA.: Santiago de Chile 1952.

Sinfonia Tríptico, 1954.

Divertimento Rítmico, 1955, UA.: Santiago de Chile Nov. 1956.

From Death to Morning, Kantate für Kammerorchester, Frauenchor und Bariton, 1958, T.: Thomas Wolfe, Dylan Thomas, Psalm 22, UA.: IGNM-Weltmusikfest Köln 10.6.1960.

Equinoccio, 1962, UA.: Santiago de Chile 12.7­.1962.

Aconteceres, 1963, UA.: Saarbrücken (?) 1965, Paris: Heugel.

...ils se sont perdus dans l’espace étoi­lé..., 1975, UA.: Paris 11.12.1976.

Aulicio, para orquesta, 1965, UA.: Münster 2. 1. 1996.


B. Kammermusik

Sechs Lieder, für Bariton und Klavier, 1949.

Suite, für Klavier, 1950, UA.: Santiago de Chile 1950.

Sonate für Violine und Klavier, 1951.

El Circo, Suite enfantine pour piano, 1951.

Trio für Flöte, Klarinette und Fagott, 1952, UA.: Santiago de Chile 1952.

Impresiones, 4 Lie­der für Sopran und Klavier, 1953, T: Oscar Wilde UA.: Santiago de Chile 1953.

Tres Cantos Líricos, für Mezzosopran und Klavier, 1954, T: R. M. Rilke, UA.: Santiago de Chile 1954.

Cuarteto para Cuerdas, 1957, UA.: Santiago de Chile 1958.

Manda­la, 8 piezas para piano, 1962, UA.: Santiago de Chile 1962.

Time and Consumation, Kammerkonzert für 9 Instrumente, Pauken und Schlag­zeug, 1962, UA.: Santiago de Chile 1962.

Tessimenti, Kammerkantate für Sopran, Alt und Instrumentalensemble, 1964, UA.: Santiago de Chile 1964.

Adras, für 2 Klaviere, 1967, UA.: Paris 1976.

Par quoi? A quoi? Pour quoi? für Mezzosopran, 9 Instrumente, Kin­derstimmen auf Tonband und elektronische Klänge, 1970, UA.: Paris 1971.

Maramoh, für 6 Instrumente und Sängerin, 1971, UA.: Orléans 1972.

Mocolecomusic, für B-Klarinette 1972.

Meralo, für Gitarre, 1973, UA.: Arles 1974.

 ...et le vent fera tou­jours disparaître les nuages sombres..., für Streich­orche­ster, 1974, UA.: Orléans 1975, Paris: Heugel.

Sous le quotidien, décelez l’inexplicable, für 2 Klaviere und 2 Schlag­zeuge, 1979, UA.: Paris 1983.

Los Disparates, für B-Klarinette, Vibraphon, Harfe und Viola, nach Radie­rungen von Goya, 1980, ES: Radio France 1981.

...Est-ce donc si doux cette vie?... für Frauenstimme, Sprecher, occitani­sche Instrumente und Instrumentalensemble, 1985, UA.: Toulouse 1987.

Dishona, für Stimme, Tenorsaxophon und Schlagzeug, 1988, UA.: San­tiago de Chile 1988.

Schigan, für Orgel, 1989, UA.:Essen 1989.

Menetekel, für 2 Schlagzeuger, 1990, UA.: Santiago de Chile 1994.

Pay­sages-Mé­moire, für Flöte und Klavier, UA.: Santiago de Chile 1994.

Gestern kannte ich Deinen Na­men noch nicht, für Gitarre, Schlagzeug und Tonband mit jüdischer Musik, UA.: Stuttgart 1997.

Canzo, für B-Klarinette, Klavier und Gesang einer Kinderstimme, 1999.


C. Musik für Ballett, Film und Theater

Musik für das Teatro de Mimos, El oficinista y otras pantomimas, 1955.

Musik für das Ballett Soon we shall be one, für den Choreographen Jean Cebron und Mitglieder des Metro­politan Operahouse Bal­lett, 1959.

Filmmusik zu Manos Creadoras von Balmaceda, Dokumentarfilm der Universidad de Chile über die Bildenden Künste, 1961.

Musik für das Ballet Las tres caras de la luna, 1966.

Ballettmusik zur Kafka-Novelle Der Landarzt, 1977-78.

Aulicio II, für Orchester, 4 Sprecher, Tonband, Diaprojektion und Videofilm, 1985.


D. Hörstücke

Das Leben ist kürzer als ein Wintertag oder Par quoi? A quoi? Pour quoi?, ES.: WDR 1989.

Musik zum Hörspiel Poil de carotte von Jules Renard, ES.: WDR 1991.

In Frage stellen. Von Menschen, die kämpfen, die träumen, die fliegen, ES.: WDR 1991.

Chacabuco, die Ge­schichte einer Gei­sterstadt in Chile, ES.: WDR 1993.

Balagan, 1993.

Schatten der Seele. Der Schlaf, ES.: WDR 1996.

Die Geschichte des Wagens. Überlegungen und Gedanken während einer Fahrt im Wagen MERKABAH, der das Ursein betrifft, Textmanuskript, unvollendet, 2001.


E. Text-Musik-Sendungen im WDR
(T. = Text, K. = Komposition, A. = Aufnahme, ES. = Erstsendung)

Cuba, T.: Leni Alexander, A.: 1982.

Brasilien, T.: Leni Alexander, A.: 1983.

Mexiko, T.: Leni Alexander, A.: 1983.

Argentinien und Uruguay, T.: Leni Alexander, A.: 1982.

Guatemala. Erinnerung an die Musik der Mayas, T.: Leni Alexander, A.: 1984, ES.: 1984.

Musik, die Freud nicht hörte. Sigmund Freuds ambivalente Beziehung zur Musik. Autorin: Leni Alexander, ES.: 1984.

Peru. Musik der Inka, T.: Leni Alexander, A.: 1984, ES.: 1984.

Zeremonia- und Festmusik aus Chile, T.: Leni Alexander, A.: 1984, ES.: 1984.

Par quoi? A quoi? Pour quoi? K.: Leni Alexander, A. 1987, ES.: 1987.

Chilenische Komponisten der Jahrhundertwende, T.: Leni Alexander, A.: 1988, ES.: 1988.

Die Mapuchen oder Araucaner. Fest- und Alltagsmusik der chilenischen Urbevölkerung, T.: Leni Alexander, A. 1988, ES.: 1988.

Chile crea - Schöpferisches Chile, T.: Leni Alexander, A.1989, ES.: 1989.

Du hast nie in meinen Schuhen gesteckt. Gespräche einer weißen Schriftstellerin mit einer Schwarzen, die in Haushalten etc. arbeitet. Autorinnen: Leni Alexander, Dorothy Rosenbaum-Smith, ES.: 1988.

Begegnungen mit Komponisten, K.: Leni Alexander, A.: 1989, ES.: 1990.

Besuch aus dem Exil, K: Leni Alexander (u.a.), ES.: 1990.

Die obsessive Melodie, Autorin: Leni Alexander, A.: 1991, ES.: 1991.

Musik zum Kennenlernen. Gespräche über Kompositionen. K: Leni Alexander, A.: 1994, ES.: 1994.

Chile, T.: Leni Alexander, A.: 1994, ES.: 1994.
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Quellen

Unveröffentlichte Quellen

Briefe, Telefonate und Interviews (März und Juni 1998 mit Bettina Frankenbach)

Briefe und Telefonate mit Wolfgang Hamm, langjähriger Freund Leni Alexanders in Köln.

Cdmc (Centre de Documentation de la Musique Contemporaine, Paris). Im Archiv befinden sich Kopien von Manuskriptpartituren, Aufnahmen und Programmauszüge aus den Jahren zwischen 1955 und 1985.

Universidad de Chile, Facultad de Artes. Enthält: Die Mehrzahl ihrer Kompositionen als Reproduktionen (Lichtpausen), einige Tonaufzeichnungen.

Veranstaltungsbericht Goethe Institut Santiago de Chile (1989-1994).

Andreas Fritzsche. Vom Rechtsanwalt zum „jüdischen Konsulenten“. Die institutionalisierte Entrechtung jüdischer Rechtsanwälte im Nationalsozialismus. Dargestellt am Beispiel des Oberlandesgerichtsbezirks Hamburg. Magisterarbeit Universität Hamburg, 1997.

Film von Philippe Fénélon: La vie est plus courte qu'un jour d'hiver, © ZABAK PRODUCTIONS 2005, 52 min.


Rundfunk

Sendeberichte aus den Archiven von Radio France (Inatheque de France) und des Westdeutschen Rundfunks

Interview mit Hans-Peter Jahn und Porträt-Konzert 19.10.1993 (Südwestrundfunk Stuttgart)


Literatur (chronologisch)

Leni Alexander wird in verschiedenen Lexika geführt. Die knappen Artikel weichen zum Teil voneinander ab und haben recht unterschiedliche Schwerpunkte. Die ausführlichsten und korrektesten Angaben finden sich im Diccionario de la Música Española e Hispanoamericana. (U.a. in folgenden Lexika ist sie unter „Alexander, Leni“ verzeichnet: Riemann Musik Lexikon, 1972; International Encyclopedia of Women Composers, 1981; Komponistinnen von A-Z, 1988; International Who’s Who in Music and Musician’s Directory, 1992; The New Grove Dictionary of Women Composers, 1994; Komponistinnen aus 800 Jahren, 1996; Diccionario de la Música Española e Hispanoamericana, 1999).

Hamm, Wolfgang. „Portrait der Komponistin Leni Alexander“. In: Neuland. Ansätze zur Musik der Gegenwart. Jb., Bd. 4. Bergisch-Gladbach 1984. S.133-138.

Wojak, Irmtrud. „Leni Alexander“. In: Lebenswege. 15 Biographien zwischen Europa und Lateinamerika. Gert Eisenbürger (Hg.). Hamburg: Verlag Libertäre Assoziation, 1995. S. 139-146.

Sperber, Roswitha. „Auf der Suche nach Identität. Komponistinnen und die Frauenbewegung“. In: Komponistinnen in Deutschland. Dies. (Hg.). Bonn: Inter Nationes, 1996. S. 85-86.

Bustos Valderrama, Raquel. „Alexander Pollak, Leni”. In: Diccionario de la Música Española e Hispanoamericana. Madrid: 1999. S. 257-258.

Frankenbach, Bettina. „Leni Alexander“. In: Lebenswege von Musikerinnen im „Dritten Reich“ und im Exil. Arbeitsgruppe Exilmusik am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg (Hg.). (= Musik im „Dritten Reich“ und im Exil, Bd. 8, Hanns-Werner Heister und Peter Petersen (Hg.)). Hamburg: von Bockel, 2000. S. 342-361.

Fénélon, Philippe. „Desorganisierter Schicksalslauf. Letzte Gespräche mit Leni“, in: MusikTexte, H. 107, Nov. 2005, S. 35-37.

Frankenbach, Bettina. „Die Erinnerungen wach halten. Zu Leni Alexanders Lebensweg und Werk“, in: MusikTexte, H. 107, Nov. 2005, S. 37-38.

Hamm, Wolfgang. „,Das Leben ist kürzer als ein Wintertag’. Zum Tod der Komponistin Leni Alexander“, in: MusikTexte, H. 107, Nov. 2005, S. 33-34.

Koch, Hans W. „Intensität. Erinnerung an Leni Alexander“, in: MusikTexte, H. 107, Nov. 2005, S. 39.

Linke, Ulrich. „Musik gegen das Leid – Musik für eine menschenwürdige Welt. Anmerkungen zum Œuvre Leni Alexanders“, in: MusikTexte, H. 107, Nov. 2005, S. 39-46.

Frankenbach, Bettina. Das Leben ist kürzer als ein Wintertag – oder Par Quoi? – A Quoi – Pour Quoi? Ein Hörspiel der Komponistin Leni Alexander, Magisterarbeit Universität Hamburg, unveröffentlichtes Manuskript, Hamburg 2005.

Bustos Valderrama, Raquel. Leni Alexander Pollack (1924-2005). Rev. music. chil. [online]. Juni 2007, Bd. 61, Nr. 207 [Stand: 6.1.2009], S. 28-64. Verfügbar im Internet: http://www.scielo.cl/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0716-27902007000100002&lng=es&nrm=iso


Diskografie

Jezira, Santiago de Chile: Proyecto FONDArt 2000.
(Eine ausführliche spanischsprachige Besprechung der Doppel-CD findet sich in der Revista musical chilena, Bd. 55, Nr. 195, Jan. 2001, S. 109-110, oder online unter: Revista musical chilena - Jezira. 2 CD Digital, http://www.scielo.cl/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0716-27902001019500027&lng=pt&nrm=iso&tlng=es)

Bezug der CDs über:
www.musiktexte.de/german/index.html
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Forschung

Der vorliegende Artikel basiert in erster Linie auf Informationen, die von Leni Alexander selbst stammen.
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Forschungsbedarf

- Eine ausführliche Betrachtung von Leni Alexanders kompositorischem Werk und eine Analyse einzelner Kompositionen steht noch aus.
- Interessant wäre auch eine Untersuchung in Hinblick auf die Einflüsse von Maderna.
- Da die meisten bislang vorliegenden Informationen von Leni Alexander selbst stammen, wäre eine Befragung von KünstlerkollegInnen (Komponisten, Dirigenten, InterpretInnen, RundfunkredakteurInnen), Freunden und Angehörigen in Bezug auf ihr kompositorisches Schaffen, ihre Radiosendungen und ihre Biografie interessant.
- Eine Dokumentation von Aufführungen ihrer Kompositionen fehlt.
Über ihre USA-Aufenthalte (1959 und 1979(?), Kontakte, Lehrtätigkeit und Aufführungen ihrer Kompositionen) ist wenig bekannt.
Autor/innen:
Bettina Frankenbach, Die Grundseite wurde im Oktober 2004 erstellt.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Sophie Fetthauer, (2004), Regina Back, (2009)
Zuerst eingegeben am 22.12.2004.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2009.