Forschungsbedarf

A’Beckett, Mary Anne

Der Forschungsbedarf zu Mary Anne A’Beckett umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.

Adler, Jenny

Biografie und Tätigkeiten von Jenny Adler wären besonders im Hinblick auf Lebenswege von Frauen im Musikleben des 19. Jahrhunderts in Deutschland interessant, ein Thema, das sich anhand der vergleichsweise vollständig erhaltenen Unterlagen des Leipziger Konservatoriums bearbeiten ließe. Vgl. hierzu z. B. die Artikel Clara Blauhuth, Jenny Blauhuth, Dora Schirmacher, Geraldine Morgan und Doris Böhme.

Aleotti, Raffaella

Archiv- und Quellenforschung zu Vittoria/Raffaella Aleotti als Komponistin, Organistin und Dirigentin sowie zum Kloster San Vito steht noch aus. Es fehlt bisher eine systematische Aufarbeitung der Geschichte und Musikpraxis dieses Klosters. Gemessen an seiner überlieferten Bedeutung besteht gerade hier eine große Forschungslücke. Außerdem: Welche Rolle spielten die Fürsten Ferraras für San Vito?
Darüber hinaus allgemein: Welche Rolle spielten die Musiktraditionen der oberitalienischen Klöster und die Bedingungen für die Ausprägung ihrer hervorragenden Musikpraxis? Speziell für Ferrara werden in den Quellen neben San Vito auch die Klöster San Antonio und San Silvestro genannt (Faustini 1646, Libro II, S. 88f., Borsetti 1670, S. 229f., Frizzi 1847-482, S. 442). Es gab in diesen Klöstern offensichtlich sogenannte Musikakademien.

Alexander, Leni

- Eine ausführliche Betrachtung von Leni Alexanders kompositorischem Werk und eine Analyse einzelner Kompositionen steht noch aus.
- Interessant wäre auch eine Untersuchung in Hinblick auf die Einflüsse von Maderna.
- Da die meisten bislang vorliegenden Informationen von Leni Alexander selbst stammen, wäre eine Befragung von KünstlerkollegInnen (Komponisten, Dirigenten, InterpretInnen, RundfunkredakteurInnen), Freunden und Angehörigen in Bezug auf ihr kompositorisches Schaffen, ihre Radiosendungen und ihre Biografie interessant.
- Eine Dokumentation von Aufführungen ihrer Kompositionen fehlt.
Über ihre USA-Aufenthalte (1959 und 1979(?), Kontakte, Lehrtätigkeit und Aufführungen ihrer Kompositionen) ist wenig bekannt.

Alpár, Gitta

Über Gitta Alpár liegt keine wissenschaftliche Monografie vor, besonders wenig Informationen und verlässliche Grunddaten liegen über ihre Zeit in den USA vor, aber auch ihre Auftritte und Filme in England harren noch einer Aufarbeitung. Ebenso fehlt es an einer ausführlichen Darstellung der Operetten, die Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre entstanden (u.a. die Operetten Paul Abrahams und anderer Komponisten aus der Spätphase der Weimarer Republik) wie auch der Tonfilmoperette.

Alvear, Maria de

Eine Untersuchung einzelner Werke wäre eine Vorbedingung, an die sich eine Erforschung der vielfältigen Einflüsse auf Maria de Alvears Schaffen anschließen könnte. Aus der Perspektive der Gender Studies wäre die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität ein lohnender Forschungsgegenstand.

Amann-Weinlich, Josephine

Der Forschungsbedarf zu Josephine Amann-Weinlich umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Im Anschluss ließen sich die Bedingungen genauer darstellen, die zur Gründung des „Europäischen Damenorchester“ sowie zu den verschiedenen Kammerensembles führten.

Archilei, Vittoria

Es liegt bisher keine Monografie zu Vittoria Archilei vor. Auch ihre nicht-sängerischen Tätigkeiten (Komposition, Netzwerkarbeit) sind bislang noch nicht umfassend erforscht, ebenso wenig ihr Einfluss auf die zeitgenössische Diskussion um die neu aufkommenden Stile insbesondere der römischen und florentinischen Vokalmusik, die teilweise zwischen prima und seconda prattica oszillieren. Auch ihr Anteil am kompositorischen Schaffen ihrer männlichen Kollegen am Florentiner Hof ist noch ein vielleicht nicht zur Gänze einzulösendes Desiderat.

Archipowa, Irina Konstantinowna

Detaillierte, vielseitige und umfassende Recherchen zu Leben und Wirken Irina Archipowas stehen noch aus. Sie sollten Quellen einbeziehen, Daten und Fakten belegen sowie die historische Bedeutung der Sängerin deutlich machen. Auch ihre Beziehung zur Tradition der russischen Musik und speziell zur Gesangs- und Theaterkunst wären eingehendere Untersuchungen wert.

Arkwright, Marian

Der Forschungsbedarf zu Marian Arkwright umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Die Erforschung ihrer Tätigkeiten könnte zugleich einen weiteren Einblick in die Rolle von Frauen im englischen Laienmusikleben bis 1920 geben. Vgl. hierzu auch die Artikel zu Kathleen Riddick und Editha Knocker . Ebenso interessant wäre eine genauere Betrachtung der Kompositionen von Marian Arkwright im Kontext der „English Renaissance“.

Arnheim, Amalie

Der Forschungsbedarf zu Amalie Arnheim umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.

Arnim, Bettina von

Wünschenswert wäre eine Gesamtausgabe aller Briefe Bettina von Arnims, inklusive der an sie gerichteten Briefe. Bedauerlicherweise sind noch immer Briefe unveröffentlicht.

Aspri, Orsola

Der Forschungsbedarf zu Orsola Aspri umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten sowie analytische und kontextuelle Studien zu ihren Werken.

Auernhammer, Josepha

Josepha Auernhammer kann als besonders interessantes Beispiel einer vielseitig begabten und aktiven Musikerin der Wiener Klassik angesehen werden. Gleichwohl gehören viele Aspekte zu Leben und künstlerischer Arbeit Josepha Auernhammers noch zu den Forschungsdesideraten. Einige Punkte seien hierzu beispielhaft angesprochen:
· Möglichkeiten der musikalischen Ausbildung und Entfaltung von Frauen (Wien, 1780er Jahre)
· Mozart als Lehrer (und Förderer) Wiener Pianistinnen. Dieser Punkt ist insofern aufschlussreich, als Mozart in Josepha Auernhammer offenbar eine ähnliche Künstlerin gesehen hat wie in seiner Schwester (vgl. dazu erste Ansätze in Unseld 2006). In der Familienkorrespondenz ist mehrfach von entsprechenden Vergleichen die Rede. Interessant bleibt dies im Blick auf Nannerl Mozart, da Josepha Auernhammer just zu jener Zeit eine professionelle Künstlerinnenlaufbahn einschlug (unterstützt von ihrem Lehrer Mozart), als Nannerl Mozart in Salzburg keine berufliche Perspektive mehr sah.
· Das Repertoire
· Ihr kompositorisches Werk
· Rezeption der Pianistin und Komponistin Josepha Auernhammer
· Kontakte und Tätigkeiten im Zusammenhang mit Wiener Verlegern
· Tätigkeit und Wirken ihrer Tochter, Anna Czegka (Lehrerin von Henriette Sonntag)
Zu den zahlreichen Falschüberlieferungen in Bezug auf Josepha Auernhammer gehört der Hinweis auf ihre adelige Herkunft und eine reiche Erbschaft. Lohnend wäre in diesem Zusammenhang die Aufarbeitung aller Fehlinformationen bzw. auch deren Funktion im Kontext von Musikgeschichtsschreibung über weibliche Künstler.

Auerbach, Lera

Es gibt bislang keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Musik Lera Auerbachs. Besprechungen einzelner Werke oder Werkgruppen sowie ihre historische Einordnung, aber auch Betrachungen des Länder und Kontinente überschreitenden Kulturtransfers, den die Komponistin mit ihren Werken geleistet hat und leistet, sind ein wichtiges Forschungsdesiderat.

Aulin, Valborg

Skandinavien scheint in der deutschsprachigen Musikgeschichte lediglich ein „Randphänomen“ zu sein. Diese Position trifft die Frauen der skandinavischen Musiklandschaft umso härter. Mit Ausnahme des MGG-Artikels liegen bislang keine deutschsprachigen Arbeiten zu Valborg Aulin vor. Einschlägige Untersuchungen zu den Kompositionen Aulins stehen auch auf internationaler Ebene noch aus. Interessant wären ferner nähere Betrachtungen zu Valborg Aulin als Konzertveranstalterin sowie die zeitgenössische Rezeption der Musikerin als Pianisten und Komponistin in Schweden, Frankreich und Deutschland.

Auspitz-Kolár, Auguste

Der Forschungsbedarf zu Auguste Auspitz-Kolár umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Ihre nachweisbaren Kompositionen sind zur Zeit verschollen und ihre künstlerischen und privaten Kontakte sind nur in Einzelfällen bekannt. Hinweise auf eine mögliche pädagogische Tätigkeit fehlen.